Menschliche
Zähne vollbringen täglich Höchstleistungen:
18 Tonnen Nahrungsmittel kaut der Mensch durchschnittlich in seinem
Leben. Das sind umgerechnet 45 Schweine, für Vegetarier ein Brot in
der Länge von viereinhalb Kilometern oder für Geflügelliebhaber
10.000 Hähnchen.
So kann es schon einmal vorkommen, dass auch ein gut
gepflegter Zahn einmal ein Loch bekommt - der Fachmann nennt diese
Zahnerkrankung "Karies". Wenn auch noch nicht bei jedem
bekannt, ist es aber Tatsache, dass eine Karies nicht von allein
ausheilt, sondern zahnärztlicher Hilfe bedarf - je früher, umso
besser und schonender für den Zahn und den Menschen, in dem dieser
steckt. Ist die Karies noch nicht so weit fortgeschritten, dass
nicht schon die ganze Zahnkrone von den Kariesbakterien aufgefressen
ist, so wird man diesen Defekt häufig mit einer Füllung
reparieren und so dem Zahn uneingeschränkt seine Kaufunktion wieder
geben können.
Hartnäckig hält sich auch noch bei
bestimmten Zeitgenossen der Ausdruck "Plombe" für eine
Füllung. Plombe leitet sich von Plumbum = Blei ab. Dieses Material
mag vielleicht einmal im Altertum in die Zähne gebracht worden sein,
dürfte aber heute weltweit als Reparaturmaterial nirgendwo mehr zu
finden sein.
Füllungen müssen erhebliche Kräfte aushalten: Der Kaudruck,
dem ein Zahn standhalten muss, kann bei Frauen bis zu 300, bei
Männern bis zu 400 Kilo betragen. |
Von der reinen
Kaufunktion abgesehen, haben Zähne aber auch noch eine fast ebenso
wichtige soziale Aufgabe. Fehlende Zähne gelten als "grausam" und
sichtbar reparierte Zähne lassen nicht so positive Rückschlüsse auf
deren Träger zu, da ein "strahlendes Lächeln" durch sichtbar
abgefüllte Zähne schnell "getrübt" sein kann.
Heute stehen der Zahnmedizin eine ganze
Reihe von Füllungsmaterialien zur Verfügung, welche nachfolgend mit
ihren Vor- und Nachteilen und auch ihren Kosten besprochen werden.
Wie in anderen Bereichen des Lebens,
gibt es auch bei Füllungen Unterschiede in der Haltbarkeit, im
Aussehen und im Preis. Bedenken Sie immer dabei, dass eine Füllung
kein Wegwerfartikel ist, sondern möglichst viele Jahre oder
Jahrzehnte im Mund verbleiben soll. Weiter soll die Füllung -
zumindest im sichtbaren Bereich - so unauffällig, so zahnähnlich
sein, dass man sie nicht erkennen kann.
Zum Nulltarif sind derartig berechtigte
Forderungen nicht zu realisieren, und so resultiert aus diesen
Ansprüchen z.T. auch ein nicht unbedeutender Preis, den die
gesetzlichen Kostenträger - je nach Anspruch - nicht voll übernehmen
können. Auch die Privaten zahlen nicht Alles, und so empfiehlt es
sich immer vor einer Behandlung mit der Zahnarztpraxis und dem
Versicherungsträger über die Möglichkeiten und Kosten zu sprechen.
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Eine
Füllung sollte die Funktion und das Aussehen des erkrankten Zahnes
nach Möglichkeit wieder so herstellen als hätte nie eine Erkrankung
stattgefunden. Die Natur nachzubilden ist in allen Bereichen des
Lebens kaum möglich - nicht anders verhält es sich bei einer
Zahnfüllung. Die moderne Zahnheilkunde verfügt heute über zahlreiche
Möglichkeiten an das Ziel der "Unversehrtheit" fast heranzukommen.
Je mehr man sich diesem Ziel nähern will, umso aufwendiger und damit
teurer werden diese Reparaturen. Die Schwierigkeiten liegen hierbei
besonders auf der Kombination von Haltbarkeit und Funktion verbunden
mit einem kosmetisch erstklassigen Ergebnis. Nachfolgend ein paar
Kriterien an eine "gute Füllung":
- Am Übergang zwischen Zahn und Füllung
darf kein Absatz vorhanden sein. Auch kaum sichtbare Stufen
werden von der feinfühligen Zunge als sehr unangenehm empfunden.
In den Zahnzwischenräumen muss die Zahnseide problemlos auf- und
abgleiten können.

Schädigung der
Papille durch überstehende Füllung
- Bei Füllungen in den Kauflächen müssen die Zähne des Ober-
und Unterkiefers wieder genau aufeinanderpassen. Es darf nicht
das Gefühl entstehen, dass beim Zubeißen und seitlichen
Kieferbewegungen der abgefüllte Zahn stört.
- Bei Füllungen mit einem Kontakt zu den Nachbarzähnen ist es
wichtig, dass ein satter, punktförmiger Berührungspunkt
("Kontaktpunkt") zwischen Füllung und Nachbarzahn besteht.
Faserige Speisen dürfen sich nicht "Zwischenbeißen" lassen.
Aber: die Zahnseide muss bei der Zahnreinigung mit leichtem
Druck durch den Zahnzwischenraum gleiten können.
- Nach dem Aushärten muss die neue Füllung poliert werden.
Dadurch wird die Oberfläche optimal geglättet und verhindert so,
dass sich schädlicher Zahnbelag auf dem Zahn ablagern kann.
- Bei metallischen Füllungen kann anfänglich noch eine
Temperaturempfindlichkeit auftreten,
welche sich mit der Zeit legt. Empfindlichkeiten auf süß/sauer
deuten auf eine nicht ganz "dichte" Füllung hin. Es sollte
unbedingt noch einmal die Zahnarztpraxis zur Überprüfung
kontaktiert werden.
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Füllungsmaterialien
lassen sich von ihren Verarbeitungseigenschaften her in
plastische und starre Materialien einteilen. Diese
Ausdrücke betreffen aber nicht die Festigkeit der endgültigen
Füllung, sondern beziehen sich auf die Techniken, welche beim
Legen einer Füllung eingesetzt werden. Plastische Füllungen
werden direkt nach dem Entfernen der Karies und dem Schaffen
einer Kavität in den Zahn gebracht, starre Materialien benötigen
in den meisten Fällen einen zweiten Behandlungstermin, da das
Füllungswerkstück in einem zahntechnischen Labor gefertigt wird.
- Andere Klassifikationen teilen nach
zahnfarbenen und metallischen Füllungen ein. Und
wieder andere unterscheiden in endgültige (definitive) und
provisorische Füllungsmaterialien.
- Unterschieden wird weiter nach der
Füllungsgröße: die Zahnkrone hat fünf Flächen. Daran
orientieren sich die Bezeichnungen ein-, zwei-, drei- und
mehrflächige Füllungen.

- Nach dem Ort der Flächen unterscheidet man zusätzlich
verschiedene Füllungstypen, welche allein oder kombiniert
miteinander auftreten können:
I. Grübchen und Fissuren der Kaufläche
II. Berührungsflächen der großen und kleinen Backenzähne
III. Berührungsflächen von Schneide- und Eckzähnen, ohne
Beteiligung der Schneidekante
IV. Berührungsflächen von Schneide- und Eckzähnen, mit
Beteiligung der Schneidekante
V. Flächen im Bereich der Zahnhälse
- Allen Einteilungen
gemein ist, dass vor dem Legen der endgültigen Füllung die
Karies im Zahn vollständig entfernt sein muss. Das Loch im Zahn
etwas "auskratzen" und dann was "hineinschmieren" kann einmal
die große Ausnahme bei einem behandlungsunwilligen Kind sein,
entspricht sonst aber nicht den Regeln einer ordentlichen
Zahnheilkunde.
Neben der vollständigen
Kariesentfernung muss aber die Füllung selbst auch noch ein
entsprechendes "Bett" (Kavität) haben, damit sie dauerhaft im
Zahn verankert bleibt und diesen auch vor weiteren Erkrankungen
schützt wie auch stabilisiert. Diese als "Präparation"
bezeichnete Vorgehensweise ist bei den verschiedenen
Füllungsmaterialen sehr unterschiedlich, genauso wie die
Verarbeitungstechniken und die Kosten für das eingesetzte
Material. Daraus resultieren in der Hauptsache die teilweise
erheblichen Preisunterschiede.
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Amalgam
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Amalgam ist als das älteste, weltweit meist verwendete und am
besten untersuchte Füllungsmaterial bekannt. Es besteht aus
einer gefeilten Metall-Legierung, wird mit Quecksilber vermischt
und im plastischen Zustand in den Zahn "hineingestopft".
- Vor- / Nachteile:
Nach Erhärtung dehnt es sich noch leicht aus und schließt so
die Kavität sehr dicht ab. Es ist äußerst kaustabil und
haltbar, gutmütig in der Verarbeitung und zu einem
akzeptablen Preis für große Teile der Bevölkerung
anzuwenden. Wegen seines Metallcharakters gilt es als
Bakterienfeindlich und beugt so einer späteren Karies vor.
Kosmetisch als ausgesprochen nachteilig ist die silbrige
Farbe (schwärzlich verfärbt es sich häufig, wenn es nicht
sachgemäß ver- und nachbearbeitet wurde), welche einen
Einsatz im sichtbaren Bereich ausschließen. Wegen der
Freisetzung von Quecksilberspuren wird es von versch.
Gruppierungen strikt abgelehnt, obwohl für die behaupteten
Nebenwirkungen selten eindeutige Belege vorgebracht werden
können. Allerdings haben in einer gesundheitssensiblen
Gesellschaft derartige Verunsicherungen zu einer großen
Abneigung gegen dieses Material geführt. Die seriöse
Wissenschaft sieht dies differenzierter und kann die
unterstellten Nebenwirkungen nicht belegen. Eine große, über
10 Jahre dauernde, wissenschaftlich seriöse Studie aus
Deutschland (2008) hat erneut die Äußerungen der
Amalgamgegner nicht bestätigen können. Aus "gesundheitsvorbeugenden Gründen" sollte
es nicht bei Schwangeren und Kindern verarbeitet werden,
ohne einen Beweis für diese Empfehlung erbringen zu können.
Wäre das Amalgam zahnfarben, so wäre längst nicht so viel
Wirbel um diesen Stoff entstanden, ist die Meinung vieler
Wissenschaftler, denn gerade die aus Kostengründen häufig
bevorzugten einfachen Kunststoffe sind bei weitem noch nicht
so gründlich wie das Amalgam untersucht. Ob bei dieser Art
der "weißen Füllung" nicht doch eine Zeitbombe tickt, weiß
heute keiner mit letzter Sicherheit zu sagen.
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Kosten:
sowohl bei den Gesetzlichen, wie auch den Privaten wird
diese Füllungsart im Rahmen der Grundversorgung voll
übernommen. Von allen Füllungsmaterialien hat es das
beste Kosten-Nutzen-Verhältnis.
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Kunststoff -
Komposit

kosmetisch unauffällige Reparatur von 2 beschädigten
Schneidezähnen |
Der Laie spricht bei diesem Füllungswerkstoff von einer "weißen
Kunststoff-Füllung", obwohl der Kunststoffanteil in den letzten
Jahrzehnten beträchtlich verringert wurde und heute nur noch bei
20-30% liegt. Eingebettet in diesen chemischen Stoff - der
Fachmann spricht von einer Kunststoffmatrix - befinden sich
feine Quarz-, Glas- bzw. Keramiksplitterchen oder -kügelchen,
welche der Füllung erst die eigentliche Festigkeit geben.
- Vor- / Nachteile:
Es handelt sich dabei um einen sog.
"Verbundwerkstoff", welcher mit dem englischen Begriff
"Composite" übersetzt wird. Derartige Verbunde haben
erhebliche Vorteile bei der Füllungstechnik, da der
Kunststoffanteil nach einer speziellen Vorbehandlung am
Zahn, mit diesem eine innige Verzahnung eingeht und
gleichzeitig die festen, zahnfarbenen Bestandteile zur
Stabilität der Füllung beitragen und dieser ein
zahnähnliches Aussehen geben.
Nach dem Einbringen der plastischen Füllungsmasse in
den vorbehandelten ("konditionierten") Zahn wird der
Werkstoff innert kurzer Zeit mit ultraviolettem ("blauen")
Licht ausgehärtet und ist im Gegensatz zum
Amalgam sofort belastbar. Auch fehlt
ihm die Wärme- und Kaltleitung, wie diese bei metallischen
Füllungen vorkommen kann.
Aber es gibt auch Nachteile:
-- Kunststoffe sind generell "bakterienfreundlich" und so
kann es am Füllungsrand leichter zur Bildung einer neuen
Karies kommen, wenn die Mundhygiene nicht optimal ist.
-- Kunststoffe sind auch nicht auf Dauer "mundbeständig"
und können sich verfärben, obwohl hier neuere Entwicklungen
viele dieser anfänglichen Schwierigkeiten verringert haben.
-- Noch nicht im vollständig im Griff ist die
Kunststoffschrumpfung während des Abbindens. Dies führt dann
zwangsläufig zu feinen Spaltbildungen und Mikrorissen am
Füllungsrand oder zu Spannungen innerhalb des Werkstoffes,
wenn dieser sehr fest mit dem Zahn verankert ist und das
Material selbst nicht in mehreren Arbeitsgängen in die
Kavität eingebracht wird.
-- Komposite sind sehr feuchtigkeitsempfindlich und müssen
in einem absolut trockenen Arbeitsfeld eingebracht werden
-- mögliche Gesundheitsrisiken sind - im Gegensatz zum
Amalgam - noch wenig erforscht.
Bekannt ist, dass etwa 80% des Füllungsabriebs im Körper
verbleiben und hier teilweise in andere chemische
Verbindungen umgewandelt werden, deren Auswirkungen auf den
Organismus nicht sicher bekannt sind.
Der manchmal unterstellte "Amalgamersatz" ist dieser
Werkstoff sicherlich nicht, er stellt aber bei entsprechend
aufwendiger Verarbeitung und strenger Indikation eine gute
und wirtschaftlich interessante "Amalgamalternative"
dar.
- Kosten:
im Leistungskatalog der Gesetzlichen sind
Kunststoff-Füllungen für den Seitenzahnbereich und nach der
"Mehrschicht-Technik" nicht vorgesehen. Allerdings
beteiligen sich diese nach der sog. Mehrkostenberechnung
derart an einer solchen Füllung, dass sie eine entsprechende
Amalgamfüllung über Chip-Karte bezahlen und der Patient
selbst nur noch mit den darüber hinausgehenden Kosten direkt
von der Zahnarztpraxis belastet wird. Je nach Größe und
Arbeitsaufwand können hier Beträge bis zu 100 € pro
Füllung als Zuzahlung auftreten. Auch bei den Privaten kann
es - je nach abgeschlossenem Tarif - sein, dass nicht Alles
übernommen wird. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Praxis bzw.
Versicherung über die zu erwartenden Kosten.
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Kunststoff -
Kompomer
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Kompomere sind eine Mischung aus einem Kunststoff und einem
Glasionomerzement und ergeben ein zahnähnliches
Füllungsmaterial. Sie werden heute als eine Untergruppe der
Komposites angesehen, lassen sich aber
"gutmütiger" verarbeiten. Wegen der geringen Festigkeit können
diese Materialien an nicht kaubelasteten Zahnflächen (z.B.
Zahnhälse) als endgültige Füllung dienen. Das Haupteinsatzgebiet
ist die Kinderzahnheilkunde, da hier in der Regel durch den
bevorstehenden Zahnwechsel eine nicht so lange Liegezeit gegeben
ist. Eine Aushärtung im Mund erfolgt heute, ähnlich der bei
Komposites, mit ultraviolettem Licht in relativ kurzer Zeit.
- Vor- / Nachteile:
Vorteile:
-- nicht so feuchtigkeitsempfindlich wie ein Komposit,
deshalb auch bei nicht so guten Arbeitsbedingungen anwendbar
-- gehen in begrenztem Umfang eine chemische Verbindung mit
der Zahnhartsubstanz ein, was die Haftung am Zahn erhöht
-- beigemischte, kariesverhütende Stoffe (z.B. Fluoride)
können beigemischt werden und werden aus der fertigen
Füllung heraus wieder in Spuren freigesetzt ("Fluoriddepot")
-- geringes allergenes Potential
Nachteile:
-- unbefriedigende Härte- und Abriebeigenschaften, deshalb
Anwendung als temporäres Füllungsmaterial (Milchzähne) oder
im nicht belasteten Zahnbereich (Zahnhals)
-- schlechte kosmetische Eigenschaften. Besonders an
trockenen Zahnstellen (Schneidezähne) wirken die Füllungen
kreidig.
- Kosten:
im Leistungskatalog der Gesetzlichen nicht ausdrücklich
vorgesehen. Allerdings in den meisten Praxen im Rahmen der
Kinderzahnheilkunde ohne Zuzahlung.
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Die beiden oben besprochenen
Füllungsarten sind in vielen Mündern der Deutschen anzutreffen. Sie erfüllen
ihren Zweck und sind keinesfalls als eine minderwertige Versorgungsform zu
betrachten. Jedoch kommen sie aus fachlicher und kosmetischer Sicht nicht an
alle Forderungen und Erwartung an eine optimale Versorgung heran:
Nachfolgend werden einige höherwertige Füllungsarten
aufgeführt, welche sich entweder durch eine sehr gute Haltbarkeit und/oder
Passgenauigkeit und/oder Verträglichkeit und/oder kosmetische Unauffälligkeit
auszeichnen. Derartige Höchstleistungen des zahnmedizinisch Machbaren haben
allerdings auch ihren Preis, und so muss Jeder für sich selbst entscheiden, ob
ihm dieses Mehr an Gesundheit und kosmetischer Perfektion das Geld dafür Wert
ist.
Neben der aufwendigen Präparation und Verarbeitung
im Mund werden die meisten der unten aufgeführten Füllungsarten außerhalb des
Mundes in einem zahntechnischen Labor passgenau (vor-)gearbeitet, was zusätzlich
zu der Höhe des Preises beiträgt. Bei den Inlayarten tauchen auch neue Begriffe
auf, je nachdem, wieviel
von der defekten Zahnkrone repariert werden muss: Onlay und Overlay. Näheres
dazu unter dem Begriff Goldinlay. Diese zusätzlichen
Erläuterungen sind auch auf ein Keramikinlay
übertragbar:
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Goldinlay


Onlay / Overlay
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Einlagefüllungen ("Inlays") aus Goldlegierungen haben eine sehr
lange Tradition und gelten auch heute noch als die beste
Füllungsversorgung überhaupt, wenn man auf die Ästhetik keine
Rücksicht nimmt. Früher galt Gold im Mund als ein Zeichen des
Wohlstands, heute wird es von vielen Patienten im sichtbaren
Bereich als störend empfunden - man pierced halt lieber und
findet das chic bzw. stört sich nicht daran.
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Vor- / Nachteile:
Goldlegierungen sind außerordentlich
haltbar, mundbeständig und bioverträglich. Weltweit werden
nur ganz vereinzelt Allergien auf Gold beschrieben. Der Name
"Gold" ist bei der Bezeichnung irreführend, da das reine
Edelmetall viel zu weich für den Kaudruck im Mund ist.
Vielmehr verwendet man hochgoldhaltige Legierungen, welche
genau auf die jeweilige Mundsituation abgestimmt werden
können. Einer der großen Vorteile liegt in der sehr großen
Dichtigkeit der Füllung:
durch spezielle
Poliermethoden lässt sich der technisch bedingte Spalt
zwischen Füllung und Zahn bei Metallfüllungen minimieren
("anfinieren"); ebenfalls tragen besondere Präparationsarten
(z.B. ein "Federrand") zu einem optimalen Randschluss bei.
Befestigt werden diese metallischen Füllungen mit
konventionellen, anorganischen Zementen, von denen auch
keine Allergien bekannt sind.
Nachteilig ist neben der störenden Kosmetik ein
präparationsbedingtes Mehr an Opferung von gesunder
Zahnsubstanz und unter Umständen eine anfängliche
Temperaturempfindlichkeit. Es sollten nur hochgoldhaltige
Legierungen zum Einsatz kommen, um die optimalen
Eigenschaften dieser Füllungsart zu gewährleisten. Da Inlays
im zahntechnischen Labor gearbeitet werden müssen, ist eine
zweite Sitzung zum Einsetzen erforderlich.
- Kosten:
im Leistungskatalog der Gesetzlichen sind Goldinlays nicht
vorgesehen. Allerdings beteiligen sich diese nach der sog.
Mehrkostenberechnung derart an einer solchen Füllung, dass
sie eine entsprechende Amalgamfüllung über Chip-Karte
bezahlen und der Patient selbst nur noch mit den darüber
hinausgehenden Kosten direkt von der Zahnarztpraxis belastet
wird. Je nach Größe, Legierung und Arbeitsaufwand können
hier Beträge bis zu 500 € pro Füllung als Zuzahlung
auftreten. Auch bei den Privaten kann es - je nach
abgeschlossenem Tarif - sein, dass nicht Alles übernommen
wird. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Praxis bzw. Versicherung
über die zu erwartenden Kosten.
- Onlay / Overlay
Inlays werden im Zahn verankert und füllen einen Defekt aus,
der bei der Kaufunktion nicht "tragend" ist. Ist aber mehr
Zahnsubstanz verloren gegangen, so dass ganze Zahnteile
(Höcker) wieder nachgebildet werden müssen, so spricht man
von Onlays; bei noch größeren Defekten schließlich von
Overlays. Auf dem Weg zu einer künstlichen Krone hin spricht
man noch von einer Teilkrone. Näheres hierzu auf der
Spezialseite "Kronen".
- Goldhämmerfüllungen
sind eine eher als historisch zu betrachtende Füllungsart,
obwohl diese Versorgung im Rahmen der sog. minimal-invasiven
Therapie in den letzten Jahren eine kleine Renaissance
erfahren hat.
Es ist eine zeitlich aufwendige Füllungsart für kleine
Kavitäten, die an den Seiten von noch intakter Zahnsubstanz
umgeben sind (Zahnhals, kleine Kauflächenbezirke); derartige
Füllungen besitzen einen optimalen Randschluss und
bestehen aus reinem Gold. Zum Einsatz kommen dabei Formen
von reinem Gold ("Stopfgold", "Schwammgold"), die in der
Kavität maschinell oder mit Handstopfern kondensiert werden.
- Kosten:
das zeitlich sehr aufwendige und für den Patienten während
der Behandlung nicht immer angenehme Verfahren ist in den
Gebührenordnungen nicht explizit aufgeführt. Eine vorherige
Kostenvereinbarung ist anzuraten.
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Keramikinlay

Austausch bestehender Amalgam-Füllungen durch
Keramikinlays

Chairside (direkt am Behandlungsstuhl in
einer Sitzung) hergestelltes Keramikinlay
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Einlagefüllungen ("Inlays") aus keramischen
Materialien ("Porzellan-Inlay") erreichen heute bei sehr guter
Haltbarkeit ein Optimum an Ästhetik und kommen so dem Ziel nach einer
perfekten unsichtbaren Reparatur sehr nahe. Zum Einsatz kommen
Grundmaterialien auf Glas-, Quarz- oder Zirkonoxidbasis.
Porzellan-Inlays werden hauptsächlich außerhalb des Mundes in einem
zahntechnischen Labor hergestellt und in den entsprechend vorbereiteten
Zahn "eingeklebt".
- Vor- / Nachteile:
Keramik selbst gilt als eine der besten bioverträglichen
Füllungsmassen überhaupt. Neue Techniken und Materialien haben auch
die Gefahr eines Keramikbruchs bei ungünstiger Belastung auf ein
Minimum reduziert. Durch geschickte Bearbeitung im Labor lässt sich
das Inlay ausgezeichnet an die gesunde Zahnumgebung anpassen.
Nachteilig bleiben bisher (2008) drei Dinge:
-- Es handelt sich um eine relativ junge Technik.
Langzeiterfahrungen in großem Stil sind (noch) nicht ausreichend
vorhanden
-- die meisten Keramikmaterialien müssen in den Zahn mit einem
Kunststoff eingeklebt werden. Dieser kann bei empfindlichen
Patienten unter Umständen eine Allergie auslösen
-- Ein Anfinieren des Füllungsrandes an die gesunde Zahnsubstanz
ist - im Gegensatz zu Goldinlays - bei
einer Keramik nicht möglich. Der Randschluss ist also nicht so
optimal, aber nach Auffassung der Wissenschaft gut zu tolerieren
- Eine Sonderform stellen die direkt am Behandlungsstuhl
hergestellten ("Chairside") Keramikinlays (s. Abb.). Großer Vorteil
hiervon ist das Einsetzen der Füllung noch in der gleichen Sitzung.
Bei sehr hohen Investitionskosten - aus diesem Grund ist diese
Technik für viele kleinere Praxen uninteressant - ist das
ästhetische Ergebnis und die Passung nicht so überzeugend wie bei
"Labor-Inlays", erspart aber zusätzliche Behandlungszeit und weitere
Laborkosten.
- Kosten:
im Leistungskatalog der Gesetzlichen sind Keramikinlays nicht
vorgesehen. Allerdings beteiligen sich diese nach der sog.
Mehrkostenberechnung derart an einer solchen Füllung, dass sie eine
entsprechende Amalgamfüllung über Chip-Karte bezahlen und der
Patient selbst nur noch mit den darüber hinausgehenden Kosten direkt
von der Zahnarztpraxis belastet wird. Je nach Größe, Technik und
Arbeitsaufwand können hier Beträge 400 u. 600 € pro Füllung
als Zuzahlung auftreten. Auch bei den Privaten kann es - je nach
abgeschlossenem Tarif - sein, dass nicht Alles übernommen wird.
Sprechen Sie vorher mit Ihrer Praxis bzw. Versicherung über die zu
erwartenden Kosten.
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Galvanoinlay

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Galvanoinlays kann man als einen Zwitter aus Keramik- und
Goldinlay bezeichnen, welcher den Anspruch erhebt, die positiven
Eigenschaften beider Materialien miteinander zu vereinen: einen
ausgezeichneten Randschluss - wie beim Goldinlay - und eine
zahnähnliche Farbe - wie bei einem Keramikinlay.
- Vor- / Nachteile:
die gewünschten Vorteile der Kombination können nicht
überzeugen:
-- die gute Passung der Goldinlays
ist zwar vorhanden, es fehlt aber an der Stabilität, da das
reine Gold zu weich als Trägersubstanz ist.
-- kosmetisch kann das Ergebnis gar nicht überzeugen (siehe
Abb.), da ein Goldrand sichtbar ist und so den ästhetischen
Erwartungen nicht gerecht wird. Auch der Werbeslogan "Die
mit dem Goldrand" hat wenig daran ändern können, dass sich
diese Füllungsart in der Praxis nicht hat etablieren können.
- Kosten:
die Selbstbeteiligung ist in der Regel mit der Höhe bei
Keramikinlays vergleichbar.
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Kunststoffinlay

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Inlays aus Kunststoff wurden eine zeitlang von versch. Seiten
als preiswerte Alternative zu den
Keramikinlays propagiert - inzwischen ist es ruhig darum
geworden.
Derartige Inlays können direkt im Mund geformt und außerhalb des
Mundes ausgehärtet werden oder sie werden - ähnlich einem
Gold-/Keramikinlay - nach einem Abdruck im Labor gefertigt. Zum
Einsatz kommen meist Materialien auf
Komposit-Basis.
- Vor- / Nachteile:
Kunststoffe lassen sich relativ leicht verarbeiten und auch
notfalls im Mund reparieren, wenn mal eine Ecke abplatzt.
Aber sie haben gravierende Nachteile, welche den
Preisvorteil nicht ausgleichen können:
-- Kunststoffe sind zu weich, um dem Kaudruck- und -abrieb
auf Dauer stand halten zu können
-- jeder Kunststoff trägt ein potentielles Allergierisiko
-- Langzeituntersuchungen in großem Stil gibt es nicht
-- da trotzdem aufwendige Arbeitsgänge anfallen, wird bei
diesem Verfahren an der falschen Stelle gespart
Einsatz in der Praxis in der Regel als provisorische
Langzeitversorgung
- Kosten:
die Selbstbeteiligung dürfte in der Regel zwischen einer
Kunststoff-Füllung und einem
Keramikinlay liegen.
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Glasionomerzement -
GIZ

"metallverstärkte" GIZ zur Anwendung im Backenzahnbereich
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GIZs gibt es in vielen Variationen - zahnfarben, metallisch,
kunststoffmodifiziert usw. . Ihr Haupteinsatzgebiet ist die
Kinderzahnheilkunde, provisorische Versorgungen über eine
längere Zeit und unter prothetischen Arbeiten als Aufbaumaterial
("Stumpfaufbau")
- Vor- / Nachteile:
GIZs lassen sich leicht verarbeiten und können auch dann
noch gelegt werden, wenn das Behandlungsgebiet nicht richtig
getrocknet werden kann. Sie sind relativ gewebefreundlich
und haften gut an dem vorhandenen Zahnmaterial. Zugesetzte
karieshemmende Stoffe werden wieder gut in die
Füllungsumgebung abgegeben.
GIZs halten dem Kaudruck- und -abrieb nur unbefriedigend
aus. Farblich sehr umbefriedigend
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Einsatz in der Praxis in der Milchzahnversorgung, als
provisorische Langzeitversorgung und zum Aufbau von
Zahnmaterial unter Kronen ("Stumpfaufbau")
- Kosten:
keine Selbstbeteiligung, falls provisorische Versorgungen
von der Kasse bezahlt werden.
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Veneer
- Verblendschale

überarbeitet nach ©
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Bei sehr großflächigen Defekten oder zur Korrektur von
Zahnformen- und Stellungen kommt im Frontzahnbereich noch eine andere
Wiederherstellungsmaßnahme in Betracht:
Äußerst filigrane Keramikfacetten (0,5-0,8mm, seltener aus hochwertigem
Kunststoff) können dann verarbeitet werden, wenn der (Schneide-)Zahn
durch Füllungen oder Zahnschmelzdefekte ein unschönes Aussehen erlangt
hat oder sich zwischen den Schneidezähnen eine kosmetisch störende Lücke
(Diastema) befindet.
- Präparation:
Der Zahn wird nur im sichtbaren Bereich fein präpariert, verliert
somit im Gegensatz zu einer Krone nur wenig eigene Zahnsubstanz.
Die sehr aufwendige Anfertigung (beim Zahnarzt und im Labor) kann
(seltener) in nur einer Sitzung direkt am Patienten mit einer
Kunststoff- bzw. Keramik-Verblendschale erfolgen ("Chairside";
direkte Methode) oder nach Abdrucknahme und Herstellung in einem
zahntechnischen Labor in zwei Sitzungen geschehen ("Labside";
indirekte Methode). Bei der Labormethode kommen fast ausschließlich
die kosmetisch überlegenen Keramikschalen zur Verwendung. Befestigt
werden die Veneers mit einem speziellen "Kleber" durch
Adhäsivtechnik.
- Die kosmetischen Resultate sind hervorragend; eine biologische
Irritation des Zahnfleischs am Schalenrand ist auf ein Minimum
beschränkt.
Diese Restaurationsart bietet Therapielösungen bei:
Verfärbungen/Aufhellungen von Zähnen, die nicht durch
Bleichen beseitigt werden können
Alternative zu großen zahnfarbenen Füllungen, die kosmetisch nur
unbefriedigend der Zahnsubstanz angepasst werden können
Korrektur "schief stehender" Zähne (sog. Stellungsanomalien)
Formkorrekturen von Zähnen (zu schmal, zu kurz)
Beseitigung eines Diastema ("lückige Zähne")
Reparatur teilweise abgebrochener Zähne
Beseitigung von Zahnschmelzdefekten (z.B. Fluorose,
Tetrazyklindefekten)
Nicht einsetzbar sind die Schalen an Backenzähnen und an "scharf"
verzahnten Schneidezähnen; ebenso scheiden Knirscher und Presser
meist aus, da der klebende Verbund dafür nicht stabil genug ist.
- Kosten:
die Selbstbeteiligung ist in der Regel mit der
Höhe bei Keramikinlays vergleichbar:
in der Regel gewährt die Kasse einen Zuschuss für eine
Teilkrone (vorher erfragen!).
Es wird ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass das Zahnhandbuch, kein Ersatz für einen Arztbesuch ist.
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