Zahnachse
Zahnlängsachse, "Zentralachse", engl.: tooth (longitudinal)
axis; räumliche Verbindungslinie zwischen der
Wurzelspitze und der Mitte der
Schneidekante (bei einwurzligen Zähnen) bzw. zwischen der Wurzelgabelung (Bifurkation)
und der Mitte der
Kaufläche bei mehrwurzligen Zähnen = anatomische Zahnachse.
Die funktionelle Zahnachse bezeichnet in einem Kräftediagramm die
virtuelle Linie, bei welcher unter Krafteinwirkung (Druck) die meisten
Sharpey-Fasern angespannt werden.
axial,
Inklination,
Krümmungsmerkmal,
Translation, Zahnmerkmale,
Zahnrichtung
Zahnanlage,
Zahnkeim
Zahnanomalie
Zahnfehl- missbildung, engl.: dental anomaly;
Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von angeborenen oder erworbenen
Zahnfehlbildungen wie
Zahnüberzahl
und -unterzahl,
Zahnverwachsungen u. -verschmelzungen, Zwillingszähne,
Taurodontie usw.
Anomalie,
Dens in dente,
Gebissreduktion,
Hyperodontie,
Hypodontie,
Tuberculum dentis,
unbezahnt,
Zahnentwicklungsstörungen, Zahngrößen
(Breite, Dicke, Länge)
Zahnaplasie
teeth o. tooth aplasia; völliges Fehlen einer oder
mehrerer Zähne. Begriff gebraucht für eine angeborene bzw.
genetische
Störung und nicht für ein im Laufe des Lebens erworbenes Fehlen von Zähnen
Anodontie, Aplasie,
Zahnunterzahl
Zahnäquator,
Äquator
Zahnarzt
Zahnärztin, Zahnmediziner, *),
engl.: (lady) dentist, odontologist, dental
professional, oral health care professional, dental
surgeon; Berufsbezeichnung für Personen, die ein durch das
Zahnheilkundegesetz
vorgeschriebenes Studium der
Zahnheilkunde absolviert haben und auf Grund ihrer
Approbation zur berufsmäßigen Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt
sind. 1952 wurde durch das "Allensbacher Abkommen" der bis dahin
parallel existierende Berufsstand der
Dentisten integriert (s.u.). Da der Zustand der Mundhöhle und der
Zähne als wichtiger Indikator für Erkrankungen in anderen Körperregionen
dient, ist in den letzten Jahren ein Wandel vom "Zahn"- zum "Mund"-arzt
zu beobachten - die ZHK wird nicht mehr als isolierte
Reparaturmedizin gesehen.
Überwiegende Tätigkeit in Deutschland als
niedergelassener Zahnarzt in eigener,
freiberuflicher
Praxis als
Vertragszahnart oder als
Assistent. Die meisten Zahnärzte sind in allen
Fachbereichen der ZHK tätig. In
2009 lag der Frauenanteil in D bei 42% mit steigender Tendenz. Aufgrund
der heutigen Zusammensetzung der Studierenden ist ab 2017 mit mehr als
50 % Frauenanteil bei den Berufsausübenden zu rechnen.
Neben der durch die
Berufsordnungen vorgeschriebenen
Fortbildungsverpflichtung besteht seit 2004 eine gesetzlich
vorgeschriebene
Fortbildungspflicht für
Vertragszahnärzte.
Primär wird von Seiten der
Zahnärztekammern die mögliche
Weiterbildung zum
Fachzahnarzt für ... überwacht. Daneben werden in jüngerer Zeit
postgraduierte Studiengänge mit einem Abschluss zum
Master of Science (MSc) ... durchgeführt.
Das Aufgabenfeld des Z. hat sich in den letzten Jahren stark
verändert. Neben einem umfangreichen medizinischen Wissen gehören
Budgetverantwortung, betriebswirtschaftliches Denken,
gesundheitsvorbeugende Aufklärung und
Qualitätssicherung zum Alltag des
niedergelassenen Z..
Viele junge Zahnärzte und vor allem Zahnärztinnen scheuen die hohen
Investitionskosten von über 415.000 EURO (2009) einer Praxisgründung und
sehen die
Arbeit in Anstellung als attraktive Alternative an. Mit dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz sind Anstellungsverhältnisse
einfacher geworden, und viele Berufseinsteiger bzw. Praxen nutzen diesen
Weg. Damit bilden sich größere Behandlungseinheiten.
Grundsätzliche gibt es die rechtliche Möglichkeit, dass ein zugelassener
Arzt auch zahnärztlich tätig sein darf (ohne
Zulassung zu den den gesetzlichen Krankenkassen; als sog.
"Privatzahnarzt"). Die Berufsbezeichnung "Zahnarzt" schreibt zwar den
erfolgreichen Abschluss eines Zahnmedizinstudiums vor, das
Zahnheilkundegesetz
lässt sich aber über die Berechtigung durch das ("übergeordnete")
Medizinstudium nicht aus. Allerdings dürfte die Berufsbezeichnung
"Zahnarzt" für einen nur durch sein Medizinstudium qualifizierten Arzt -
ohne Erlangung praktischer zahnärztlicher Fähigkeiten - eine bewusste
Irreführung der Patienten darstellen. In 2003 wurde auch dieser
juristischer Streit durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH, AZ.:
C-35/02) entschieden:
Die EU-Richtlinie 78/687/EWG zur "Erlangung zahnärztlicher
Diplome" verlangt zur Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit als Zahnarzt
ein Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstigen Befähigungsnachweis, mit dem
garantiert nachgewiesen wird, dass der Zahnarzt im Verlauf seiner
gesamten Ausbildungszeit angemessene Kenntnisse der wissenschaftlichen
Zahnheilkunde erworben hat. Die Richtlinie 78/687/EWG des Rates vom 25.
Juli 1978 "ist dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung
entgegensteht, die Ärzten, die nicht die nach Artikel 1 der Richtlinie
erforderliche Ausbildung absolviert haben, generell die Tätigkeiten des
Zahnarztes gestattet. Dagegen sieht Paragraf 1 Absatz 1 des
Gesetzes über die
Zahnheilkunde (ZHG) vom 31. März 1952 in der Fassung vom 16. April
1987 vor: "Wer im Geltungsbereich dieses Gesetzes die Zahnheilkunde
dauernd ausüben will, bedarf einer Approbation als Zahnarzt nach Maßgabe
dieses Gesetzes oder als Arzt nach bundesgesetzlicher Bestimmung. Die
Approbation berechtigt zur Führung der Bezeichnung als Zahnarzt oder
Zahnärztin." . Da aber das EU-Recht eine übergeordnete Norm und der EuGH
feststellte, dass §1,1 mit EU-Recht nicht vereinbar ist, muss einem Arzt
keine Approbation als Zahnarzt erteilt werden, solange er nicht die
Voraussetzungen zur Erlangung des zahnärztlichen Diploms nach Maßgabe
der Richtlinie 78/687/EWG erfüllt hat.
Historie:
Wenn auch der Begriff "Zahnarzt" 1725 in D erstmals verwendet wird, so
nahmen doch bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts hinein vorwiegend Bader
und Barbiere Verrichtungen an den Zähnen vor. Daneben waren versch.
Personengruppen wie z.B. Ärzte, Chirurgen und umherziehende Zahnbrecher
mit der Behandlung von Zahnkranken befasst. Die Zahl der sog.
Zahnpraktiker stieg nach 1855 schlagartig
an, da um diese Zeit der
Kautschuk
als kostengünstiges und leicht zu verarbeitendes
Prothesenbasismaterial entdeckt wurde - bis dahin konnten sich nur
wohlhabende Bevölkerungsteile Prothesen auf Elfenbein- oder
Walrosszahn-Basis leisten.
1851 wird in Preußen eine
Kurierverbot erlassen; allerdings: mit dem Erlass der "Neuen
Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund" wurde 1869 die sog.
Kurierfreiheit dort eingeführt, die übrigen deutschen Länder folgten
bis 1873 (eine
Approbation benötigte nur, wer sich als "Arzt" bezeichnen wollte).
Für die zunächst unter vielen Begriffen bezeichneten "Zahnheilkundigen"
setzte sich ab 1900 der Begriff "Dentist"
durch. 1909 wird ein ordnungsgemäßes, sieben-semestriges
Zahnmedizinstudium an einer medizin. Fakultät etabliert;
Promotionsmöglichkeiten bestehen ab 1919 und
Habilitationen sind ab 1923 möglich. 1939 wird das Gesetz über die
berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz)
erlassen, die Zahnheilkunde ist diesem Personenkreis nicht mehr
zugänglich. Erst mit dem
Zahnheilkundegesetz (1952; in der EX-DDR ab 1949 Neudefinition der
ZHK durch die "Anordnung über die
Approbation der Zahnärzte") wurde die Kurierfreiheit in der
ZHK endgültig abgeschafft und auch der
Dualismus mit dem
Dentistenstand durch die
Approbationsordnung (10-semestriges Vollstudium) von 1955 beendet.
Es ist seither nur noch approbierten Personen möglich, die
ZHK auszuüben.
*): Gelegentlich wird der Name "Zahnarzt"
zur Disposition gestellt: So schlugen der Wissenschaftsrat und die
Kultusministerkonferenz 2005 vor, die Bezeichnung "Zahnarzt" durch "DentalMedizinischer
Doktor (DMD)" zu ersetzen und eine Neustrukturierung des
Studienabschlusses und der Promotionsordnung durchzuführen, weil die
medizinischen und zahnmedizinischen
Promotionen "oftmals nicht das wissenschaftliche Niveau erreichen,
dass in anderen Disziplinen gefordert sei". Die
DGZMK meint, dass der Begriff "Orale Medizin", die Tätigkeit
des Zahnarztberufs treffender charakterisiere.
Angestellter Zahnarzt,
Approbation,
Äskulapstab,
Assistent,
BVAZ,
D.D.S.,
Doktor,
Dentist,
Einkommen,
Fachzahnarzt für ...,
Honorarzahnarzt,
Image der Zahnärzte,
Master,
Praxis,
Image der Zahnärzte,
Mundarzt,
Niederlassung,
Residenzpflicht,
Stomatologie,
Vertragszahnarzt,
Vorbereitungszeit,
Selbstverwaltung, Zahnarztsuche im Internet,
Zahnheilkunde,
ZahnProthetiker
)
|

Zahnarztzahlen – Entwicklung - 2000-2010

Entwicklung der Zahnarztdichte in Deutschland
1992-2009

Zahnärztezahlen 2009 - nach Art der Berufsausübung

Arbeitszeiten
2009

Anteil der
Arbeitsschwerpunkte an der wöchentlichen Arbeitszeit in 2007

an der
vertragszahnärztlichen
Versorgung teilnehmende Zahnärzte Deutschland (1992 - 2009)

Veränderung:
berufstätige Zahnärztinnen
1988-2009

Zahnarztzahlen
nach Regionen und Geschlecht - 2010

Rangskala der Einkommen versch. Arztgruppen
|

Einwohner je behandelnd tätigen Zahnarzt (mit Prognose bis
2030)

Bild-Klick!
Zahlen im internat.
Vergleich

Beschäftigungs-
zahlen ZÄ im Vergleich mit
anderen Berufen (2009)

zahnärztliche Behandlungen in
der
GKV nach Art und Jahren (2009)

Zahnärzte _ Anteile
an den GKV Ausgaben (2009)

Anzahl/Verteilung ZÄ
weltweit |
Zahnarzthelferin
engl.: dental assistant (auxiliary); anerkanntes Berufsbild
für die zahnärztliche Helferin (Helfer; Frauenanteil in 2010 über 98%) gem.
Berufsbildungsgesetz (BBiG) in dualer drei-/zweieinhalbjähriger
Berufsausbildung. Diese Berufsbezeichnung ist in D seit dem 1. August 2001
gesetzlich in den Begriff
"Zahnmedizinische
Fachangestellte" geändert worden; dies wohl mehr aus einer
"Wortkosmetik" heraus (man glaubte, der Ausdruck "Helferin" sei negativ
besetzt), da sich das Berufsbild dadurch nicht geändert hat.
"Zahnmedizinische
Fachangestellte",
Aufstiegsfortbildung,
Auszubildende,
Tarifvertrag
>
Zahnärztekammer
ZÄK, ZK, engl.: general dental council, dental
chamber;
Körperschaft des Öffentlichen Rechts (KdÖR). In Deutschland
bestehende Übertragung von Staatsaufgaben an einen verkammerten
Berufsstand im Rahmen der sog.
Selbstverwaltung mit der Maßgabe, dass keine unmittelbare
Fachaufsicht, sondern lediglich eine Rechtsaufsicht von Seiten des
Staates durchgeführt wird. Es besteht nur eine Z. (Ausnahme:
Nordrhein-Westfalen) im jeweiligen Bundesland zum Teil noch regionale Untergliederungen (
BZK).
Zahnärztlicherseits besteht in diesen gesetzlich vorgeschriebenen
Einrichtung eine Zwangsmitgliedschaft für alle
Zahnärztinnen/Zahnärzte - von der Approbation bis zum Tod oder Erlöschen
der zahnärztlichen
Approbation aus anderen Gründen. Die Organe werden in der Regel alle 4
Jahre demokratisch neu gewählt, wobei nur zur Kammerversammlung eine
Urwahl besteht. Zur Finanzierung der nicht unerheblichen Aufgaben werden
von den Mitgliedern entsprechende Beiträge erhoben, welche bundesweit
erheblichen Schwankungen unterliegen und im Ø bei 1000 € jährlich liegen
dürften. Alle deutschen Zahnärztekammern haben sich 1953 (am 27. März;
Rothenburg ob der Tauber) als Dachorganisation "BDZ" in einem e.V.
zusammengeschlossen und sich 1990 die Bezeichnung,
BZÄK (ehemals: BDZ = Bundesverband der Deutschen Zahnärzte)
gegeben. Heute ist es eine vordringliche Aufgabe der BZÄK, die
Bedingungen für eine wissenschaftliche, präventionsorientierte Zahn-,
Mund- und Kieferheilkunde unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen
Voraussetzungen politisch mitzugestalten.
Zu den Hauptaufgaben der Z. gehören u.a.:
Innerhalb der EU sind die deutschen
Kammern umstritten, da:
» § 85 des EU-Vertrages sagt: "Mit dem Gemeinsamen Markt
unvereinbar und verboten sind alle Vereinbarungen zwischen Unternehmen,
Beschlüsse von Unternehmensvereinigungen und aufeinander abgestimmte
Verhaltensweisen, welche den Handel zwischen den Mitgliedsstaaten zu
beeinträchtigen sind und eine Verhinderung, Einschränkung oder
Verfälschung des Wettbewerbs innerhalb des Gemeinsamen Marktes bezwecken
und bewirken..."
» Der Europäische Gerichtshof (EuGH, Luxemburg) hat in zwei
Urteilen (Az.: C-309/00 u. C-35/99) zum Berufsrecht und der
Gebührenordnung für Rechtsanwälte von einer Unternehmensvereinigung
gesprochen und sieht darin "unzulässige Kartelle".
Im Gegensatz dazu trifft das OLG Göttingen 2008
folgende Entscheidung zur Zwangsmitgliedschaft:
Die Pflichtmitgliedschaft von Ärzten in der Ärztekammer verstößt weder
gegen das Grundgesetz noch gegen die Europäische
Menschenrechtskonvention. Das Verwaltungsgericht Göttingen wies die
Klage eines Allgemeinmediziners zurück. Dieser hatte die Ärztekammer
Niedersachsen um Entlassung aus der Zwangsmitgliedschaft gebeten.
Berufsordnung,
Bezirkszahnärztekammer (BZK),
DAZ,
Fortbildung,
FVDZ,
Heilberufsgesetz,
Konstanzprüfung,
Patientenberatungsstellen,
Selbstverwaltung
|


Aufgaben der Zahnärztekammern |
Zahnärztliche Stelle
engl.: ~ dental supervision center according to the x-ray regulation;
Begriff aus der
Röntgenverordnung (
Röntgenverordnung (Stand 2002)
©: Uni-Münster) mit der Funktion vielfältiger
Qualitätssichernder Maßnahmen im Bezug auf die diagnostische Anwendung von
Röntgenstrahlen und Verarbeitung entsprechender
bildgebender Verfahren (z.B. Verbesserung der Bildqualität, Herabsetzung der
Strahlenexposition):
" RöV § 17a Qualitätssicherung durch ärztliche und zahnärztliche Stellen
(1) Zur Qualitätssicherung der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen
bestimmt die zuständige Behörde ärztliche und zahnärztliche Stellen. Die
zuständige Behörde legt fest, in welcher Weise die ärztlichen und zahnärztlichen
Stellen die Prüfungen durchführen, mit denen sichergestellt wird, dass bei der
Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen in der Heilkunde oder Zahnheilkunde
die Erfordernisse der medizinischen Wissenschaft beachtet werden und die
angewendeten Verfahren und eingesetzten Röntgeneinrichtungen den nach dem Stand
der Technik jeweils notwendigen Qualitätsstandards entsprechen, um die
Strahlenexposition des Patienten so gering wie möglich zu halten. Die ärztliche
und zahnärztliche Stelle hat der zuständigen Behörde
1. die Ergebnisse der Prüfungen nach Satz 2,
2. die beständige, ungerechtfertigte Überschreitung der bei der Untersuchung zu
Grunde zu legenden diagnostischen Referenzwerte nach § 16 Abs. 1
und
3. eine Nichtbeachtung der Optimierungsvorschläge nach Absatz 2 mitzuteilen.
(2) Die ärztliche oder zahnärztliche Stelle hat im Rahmen ihrer Befugnisse nach
Absatz 1 die Aufgabe, dem Strahlenschutzverantwortlichen Maßnahmen zur
Optimierung der medizinischen Strahlenanwendung vorzuschlagen, insbesondere zur
Verbesserung der Bildqualität, zur Herabsetzung der Strahlenexposition oder zu
sonstigen qualitätsverbessernden Maßnahmen, und nachzuprüfen, ob und wie weit
die Vorschläge umgesetzt werden.
(3) Die ärztliche oder zahnärztliche Stelle unterliegt im Hinblick auf
patientenbezogene Daten der ärztlichen
Schweigepflicht. (4) Der Betrieb einer Röntgeneinrichtung zur Anwendung von
Röntgenstrahlung am Menschen in der Heilkunde oder Zahnheilkunde ist bei einer
von der zuständigen Behörde bestimmten ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle
unverzüglich anzumelden. Ein Abdruck der Anmeldung ist der zuständigen Behörde
zu übersenden. Der ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle sind die Unterlagen
auf Verlangen vorzulegen, die diese zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach den
Absätzen 1 und 2 benötigt, insbesondere Röntgenbilder, Angaben zur Höhe der
Strahlenexposition (z.B. aufnahmetechnische Parameter), zur
Röntgeneinrichtung, zu den sonstigen verwendeten Geräten und Ausrüstungen und
zur Anwendung des § 23. Der Strahlenschutzverantwortliche unterliegt den von der
ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle durchzuführenden Prüfungen.
(5) Andere Stellen dürfen der ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle auf deren
Ersuchen Informationen einschließlich personenbezogener Daten, die sie auf Grund
eines Gesetzes zur Qualitätssicherung in der Heilkunde und Zahnheilkunde oder
zum Schutz von Patienten erhoben haben, übermitteln, soweit dies zur Erfüllung
der Aufgaben der ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle nach dieser Verordnung
erforderlich ist. Gesundheitsdaten von Patienten dürfen nur mit Einwilligung des
Betroffenen übermittelt werden. Im Übrigen bleiben die Bestimmungen zum Schutz
personenbezogener Daten unberührt. "
Die zahnärztlichen Stellen sind bei den
Zahnärztekammern der jeweiligen
Bundesländer angesiedelt.
Konstanzprüfung,
Röntgenverordnung
Röntgenstelle-Ausschuss der Bundeszahnärztekammer (mit allen relevanten
Verordnungen)
Zahnarztregister
engl: dentists register; bei den
KZVen
geführte Verzeichnisse. Der Eintrag in ein Z. - an bestimmte
Voraussetzungen geknüpft (Approbation
u. 2-jährige
Vorbereitungszeit) - ist eine der Grundlagen für eine beabsichtigte
Zulassung als
Vertragszahnarzt.

Zahnärztezahlen 2009 - nach Art der Berufsausübung
Zahnarztsuche
(im Internet), Zahnärzteadressen, engl.: dentist search in the
internet, dentist adresses; vielfältige Datenbanken von
unterschiedlichen Anbietern ins Internet gestellt; objektive qualitative Angaben
sind bisher (2013) nicht bekannt, Auszeichnungen sind daher mit Vorsicht zu
betrachten.
Zahnarzt
Zahnaufhellung, Zahnbleichen,
"Zahnblondieren";
Bleichen von Zähnen
Zahnaufnahme, andere Bezeichnung für
eine
intraorale Röntgenaufnahme
Zahnaufstellung, (von
Kunstzähnen), engl.: tooth set-up (of artificial teeth, (plastic
o. ceramics) teeth); Schlagwortbez. für die probeweise Anordnung von industriell
gefertigten Kunststoff- o. Keramikzähnen bei Teil- oder Vollprothesen.
Wachsaufstellung
Zahnausfall
engl.: dedentition, von der Ursache her nicht näher beschriebenes
Schlagwort. Hauptsächlich sind damit die Folgen einer
Parodontitis marginalis progressiva bzw. eine Späterscheinung der "Parodontose"
gemeint.
Skorbut, Zahnverlust
Zahnbasis, engl.: teeth basis;
apicale Basis
Zahnbefund
Zahnbestand, engl.: tooth finding zahnärztlicher
Untersuchungsbefund, der sich ausschließlich auf die
Befundung der
Zähne (z.B. vorhanden oder fehlend) und nicht auf andere Dinge in der Mundhöhle
bezieht.
Zahnbehandler, Zahnpraktiker,
engl.: dental therapist;
Dentist,
ZahnProthetiker
Zahnbein, engl.: dentine ;
Dentin
Zahnbelag
engl.: (dental) plaque, tartar, tooth film; Oberbegriff
für alle Verunreinigungen auf den Zahnoberflächen und dem
Zahnfleischrand. Man unterscheidet harte und weiche Zahnbeläge.
Harte Z. sind Zahnstein
und
Konkremente, weiche Z. - wie
Materia alba und
Plaque - bestehen zu 80% aus Mundbakterien. Daneben gibt es noch
Verfärbungen durch Speisen, Getränke (Tee, Rotwein,
Heidelbeeren) und farbgebende Bakterien (
Melanodontie), Nikotin (Raucherbeläge) oder auch in Mundspüllösungen
enthaltene Medikamente (Chlorhexidin,
Zinnfluorid) bzw.
Medikamentensäfte, wie z.B. Eisen-III-Verbindungen.
Weicher Z. lässt sich gut mit speziellen Tabletten oder Lösungen
für den Patienten sichtbar anfärben (s.Abb.)
Entfernt werden die harten Z. heute in der Regel mit
Ultraschallgeräten, die weichen Z. mit gründlichem
Zähneputzen oder
professionell mit sog. "Pulverstrahl
- Geräten" bzw. speziellen Verrichtungen in einer Zahnarztpraxis (
Professionelle Zahnreinigung).
Eine zweimalige Entfernung der Z. pro Jahr in einem sonst
gesunden Gebiss - auch wenn nur noch wenige Zähne vorhanden und/oder für
einen Laien Beläge optisch nicht sichtbar sind - gilt heute als
Standard; individuell kann dieses Intervall davon
abweichen.
Belag,
Betelkauen,
Lobene Stain Index,
Melanodontie,
Plaquehemmung,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Raucherbelag,
Verfärbungen,
Zungenbelag, Zahnstein
|

mit einer
Färbetablette sichtbar gemachte Beläge
|
Zahnbett, engl.:
socket of a tooth, periodontium; Oberbegriff für den Komplex
Zahnhalteapparat und
Alveole. Zu der Vielzahl von Zahnbetterkrankungen bzw.
Zahnbettschwund:
Parodontopathien
Zahnbeweglichkeit;engl.: tooth
mobility; mit einer Unterteilung in:
Auslenkung,
Periodontometrie,
Periotest, Zahnbewegung,
Zahnbewegungen,
Zahnlockerung
Zahnbewegung
engl.: tooth movement or translation; Unterteilung in:
physiologische Zahnbewegung: eine anatomisch vorgegebene leichte
Eigenbeweglichkeit der Zähne. Dieses "Spiel"
hat z.B. beim Kauakt
eine wichtige Bedeutung und schützt den
Alveolarknochen vor übermäßiger Belastung;
Desmodont
physiologische Zahnwanderung: Stellungsänderung von Zähnen oder
Zahngruppen, die durch einen Zahnverlust oder durch
Attrition
erfolgt (sog. kompensatorischer
Lückenschluss);
Zahnwanderung
orthodontische oder therapeutische Zahnbewegung: mithilfe eines
applizierten, auf biomechanischen Grundsätzen beruhenden Kraftsystems wird eine
Stellungsänderung erzielt;
Zahnbewegungen, therapeutische
Zahnbewegungen
therapeutische, engl.: therapeutic tooth movements; in
der
Kieferorthopädie durchgeführte, dosierte Maßnahmen zur Veränderung
der Zahnstellung im
dreidimensionalen Raum. Dabei sind folgende Grundbewegungen möglich,
welche einzeln oder in Kombination durchgeführt werden:
- kippende Zahnbewegung (Kraft an der Zahnkrone),
engl.: tipping movement
bei Einwirkung von Kräften auf die Zahnkrone, wie z.B. durch einen
Labialbogen oder eine
Protrusionsfeder verursacht, kommt es zu einer kontrollierten
Kippbewegung der Zahnkrone - die Position der Zahnwurzel ändert sich
dabei nur wenig. Derartige Veränderungen - z.B. bei einer
Lutschprotrusion - können relativ einfach auch mit
herausnehmbaren Geräten durchgeführt werden.
- kippende Zahnbewegung (Kraft an der Zahnwurzel) -
Torque-Bewegung, "Wurzelbewegung", engl.:
(rotational) torque movement
dabei bleibt die Zahnkrone selbst in ihrer Ausgangsstellung stehen,
nur die Wurzel wird gekippt. Derartige Kräfte können nur mit
festsitzenden Apparaturen unter Verwendung eines
Vierkantbogens erreicht werden: Man verdreht außerhalb des
Mundes den Vierkantbogen in sich, und setzt ihn dann unter Spannung
in die entsprechenden
Brackets ein. Da die Zahnkrone durch das Bracket auf der Stelle
gehalten wird, bewirkt die drehende Kraft des verspannten Bogens
eine Bewegung, welche an der Wurzelspitze am größten ist. Einsatz
der T. B. z.B. zum Aufrichten von unteren
Schneidezähnen. Bei nicht richtig dosierter Kraft kann es zu Schäden
an den Wurzelspitzen -
Resorptionen - kommen.
- körperliche Zahnbewegung, Translation,
engl.: bodily movement
parallele Verschiebung von Zahnkrone und Wurzel. Schwieriger
durchzuführende Maßnahmen z.B. um Zahnlücken
regelrecht zu schließen und eine
Kippung der Nachbarzähne in die Zahnlücke zu vermeiden.
Derartige, parallel-verschiebende Kräfte können nur mit Hilfe von
Brackets und
Vierkantbögen (festsitzend) erreicht werden.
- Verschiebung in vertikaler Richtung: -
Extrusion und Intrusion
zur Korrektur von Zahnfehlstellungen in vertikaler Richtung ("Nivellierung").
Auch derartige Bewegungen sind nur mit
festsitzenden Apparaturen möglich, indem spezielle Biegungen des
Drahtbogen vorgenommen werden.
- Drehbewegung - Rotationsbewegung (Drehung eines
Zahnes um seine eigene Längsachse = Zahnrotation)
engl.: rotary movement
Maßnahmen zur einstellenden Bewegung ("Derotation") einzelner
Zähne aus kosmetischen (Frontzahnbereich) und funktionellen
(verdrehte Backenzähne nehmen in der
Zahnreihe mehr oder weniger
Platz ein als in Normalstellung) Gründen. Nur wenig verdrehte
Frontzähne lassen sich gut mittels
herausnehmbarer Geräte korrigieren; bei stärkeren Rotationen
sowie im Seitenzahnbereich müssen
festsitzende Apparaturen eingesetzt werden, um die angreifenden
Kräfte zu einer ausschließlich axialen Rotation umzuleiten.
Gelegentlich müssen stark rotierte Seitenzähne zusätzlich mit
Metallbändern und Gummizügen versehen werden
Aktive Platte,
Auslenkung,
Bracket,
Drehstand,
Multibandapparatur,
Paddelfeder,
Protrusionsfeder,
Vierkantbogen,
Zahnbeweglichkeit, Zahnbewegung,
Zahnwanderung
|

die versch. Zahnbewegungen im Raum
|
Zahnbezeichnung, Zahnbenennung,
Zahnnummer, engl.: notation of teeth;
Zahnflächen,
Zahnschema
Zahnbogenbreite
engl.: dental arch width; mehrere Methoden zur Erfassung der Z.
im vorderen und hinteren Bereich eines Kiefers und daraus Ableitung von sog.
Soll-Werten (statistischen Richtwerten). Bedeutung vor allem in der
Kieferorthopädie zur Beurteilung einer notwendigen Kieferdehnung oder
Abschätzung einer
notwendigen Zahnentfernung. Abb.
Zahnbogenindex
Abweichung,
Ausgleichsextraktion,
Kölner
Sollwerte,
Pont-Index, Zahnbogenindex,
Zygion-Alveolar-Index
Zahnbreite
engl.: tooth width;
mesio-distaler
Durchmesser der Zahnkrone; dabei haben am gleichen Ort
stehende Zähne im Milch- und bleibenden Gebiss eine unterschiedliche Z.;
es ergibt sich dadurch beim
Zahnwechsel ein gewisser Platzgewinn in der
Stützzone (
leeway space),
Die Breiten der
Molaren und
Prämolaren hängen, statistisch signifikant, von den Breiten der
Schneidezähne ab. Das heißt: Große Frontzähne bei einem Menschen bedeuten auch
große Seitenzähne. Die besten Werte dafür sind in der kieferorthopädischen
Standardliteratur von dem amerikanischen Kollegen Moyers beschrieben, mit
unterschiedlichen Signifikanzen, und in einer Tabelle festgelegt: Die
Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle trifft mit etwa 75% Ähnlichkeit am
besten auf die europäischen Bevölkerung zu. Da heißt es zum Beispiel: Wenn die
unteren 4 Schneidezähne 24 mm breit sind, beträgt die Breite der oberen Zähne (Zähne
3, 4, 5) 23,1 mm und die Breite der unteren Zähne (Zähne
3, 4, 5) 22,8 mm.
Alameter,
Bolton
Analyse,
Engstand,
Moyers
Analyse,
Neff-Verhältnis,
Platzmangel,
Pont Index,
Prämolarenbreite, Zahnlänge
(Breite, Dicke, Länge), Zahnreihe
Zahnbürste
engl.: tooth brush; mechanisches (o.
elektr. angetriebenes) Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnoberfläche
und Massage/Säuberung des Zahnfleisches; in der Regel vollständig aus
Kunststoff bestehend. An eine Z. werden heute folgende
Anforderungen gestellt:
Kurzkopfzahnbürste
(normale Härte bei gesundem
Zahnfleisch) mit einem geraden, kleinen
Borstenfeld, um so auch schwer zugängliche Ecken und Winkel zu
erreichen, "multitufted" (multitufted = vielbüschelig) angeordneten
Borsten und einem handlichen, "rutschfesten" Griff.
Kleiner Bürstenkopf! Denn gerade
unzugängliche Stellen im Mund (Zahninnenseiten der
Unterkiefer-Frontzähne und die hinteren Backenzähne) werden mit
großen Borstenköpfen nur unzulänglich gereinigt.
Auf dem Markt befinden sich auch U-förmige
Bürsten (sog. "Mehrkopfzahnbürsten"). Diese reinigen
gleichzeitig die Zahnreihen von beiden Seiten und entfernen Beläge
auf der Kaufläche. Praktische und klinische Erfahrungen sind bisher
wenige vorhanden.
Borsten nur aus Kunststoff mit
abgerundeten Enden, um das
Zahnfleisch nicht zu verletzen. Keine
Naturborsten, da diese von innen hohl und somit Bakterienträger
sind!
Bei gesunden Gebissverhältnissen ist die
Härte der Borsten zweitrangig, da der Zahnschmelz so hart ist,
dass ihm die Borsten nichts anhaben können. Kritisch wird es bei
freiliegenden Zahnhälsen und
erkranktem Zahnfleisch; hier sollten wegen
möglicher Verletzungsgefahren nur weiche bis mittelharte Borsten
eingesetzt werden.
Wissenschaftler empfehlen regelmäßiges, mindestens zweiminütiges
Bürsten mit einem Druck von 150 Gramm, was dem Gewicht einer
Orange entspricht. Bestehender
Zahnbelag wird nach mehr als zwei Minuten Putzen und einem Druck von
mehr als 150 Gramm nicht mehr geringer; dafür treten unter Umständen Schäden am
Zahnschmelz und an
freiliegenden Zahnhälsen auf. Laut einer Umfrage bei Zahnärzten
glaubt der Großteil der Bevölkerung, je länger und fester die Zähne
geputzt würden, umso besser stünde es um die
Mundhygiene.
Zur Geschichte der Zahnbürste war unter "eDentora"
(Site existiert nicht mehr) unter anderem folgendes zu
finden:
"In frühen Schriften aus Mesopotamien finden sich Hinweise auf einen “Siwak”,
eine Art hölzernen Zahnstocher bzw. büschelförmig aufgespaltener Zweig,
der vor mehr als 5000 Jahren benutzt wurde und an einem Ende zu einer
Art Bürste aufgefächert war. Die Mesopotamier bewunderten saubere Zähne,
und ihre Ärzte kannten schabende Techniken mit besonderen Stäbchen.
Diese Stäbchen hatten religiöse Bedeutung, und während der Zahnreinigung
wurden Gebete gesprochen. Auch in ägyptischen Gräbern haben die
Archäologen Zahnstocher aus der Zeit um 3000 v. Chr. gefunden, und von
den vornehmen Römern wissen wir, dass sie sich die Zähne von Sklaven
reinigen ließen.
Die Chinesen erfanden die Zahnbürste im 15. Jahrhundert und verwendeten
Borsten von sibirischen Wildschweinen, die an einem Griff aus Bambusholz
befestigt waren. Später brachten Reisende diese Erfindung nach Europa,
jedoch empfanden die Menschen im Abendland Wildschweinborsten als zu
hart, so dass sie sich für Rosshaar entschieden oder weiterhin den
Zahnstochern treu blieben, die zu jener Zeit auch aus Federkielen,
Stacheln vom Stachelschwein und sogar aus Metall hergestellt wurden!
Die japanischen Samurai gehörten zu den Ersten, die regelmäßig eine
Zahnbürste benutzten. Die Wissenschaftler haben die Zähne von 357
Samurai aus der Tokugawa-Zeit (1603-1867) mit denen von 1211 Bürgern
derselben Epoche verglichen, die in der Stadt Kokura bestattet wurden.
In der Tokugawa-Periode waren in Japan die ersten Zahnbürsten in Form
von stoffumwickelten Holzstochern aufgetaucht.
Im frühen 18. Jahrhundert rieten französische Zahnärzte zum Zähneputzen,
und bei modebewussten Europäern gehörte diese Sitte schon bald zum guten
Ton.
Die “moderne“ Zahnbürste kam 1780 auf, als William Addis die Haare eines
Kuhschwanzes in die Löcher durchbohrter Knochenstücke einzog. Knochen
bleibt hart, wenn er nass wird, so dass diese Griffe bis zur Erfindung
des Zelluloids verwendet wurden. Auch die Borsten entwickelten sich
weiter und bestanden schon bald aus parallel angeordnetem, verknotetem
Rosshaar, das mit Zement befestigt und auf die richtige Länge
geschnitten wurde.
Die Zahnbürstenhersteller verwendeten Haare, bis DuPont 1937 das Nylon
erfand. Die ersten Nylonborsten waren rauh und hart, galten aber als
hygienischer als Borsten aus Naturhaar, in denen sich schädliche
Bakterien ansammeln konnten. Ab 1950 gelang es, weichere Borsten
herzustellen, die die oralen Gewebe weniger traumatisierten (inzwischen
hat sich gezeigt, dass harte Borsten bei Erwachsenen die Entstehung von
Gingivarezession fördern können). Die manuellen Zahnbürsten wurden
seitdem bedeutend verbessert und sind heute wichtige Hilfsmittel der
täglichen Zahnreinigung.
Im Jahr 1880 ließ sich ein gewisser Dr. Scott eine elektrische
Zahnbürste patentieren, die mit “elektromagnetischem Strom“
betrieben wurde. Die erste brauchbare elektrische Zahnbürste wurde
jedoch erst in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts in der Schweiz
entwickelt. Dann kam Squibb 1960 mit Broxodent, einem an die Steckdose
anzuschließenden Modell, und 1961 entwickelte General Electric ein
aufladbares schnurloses Modell. Interplak brachte 1987 die erste
elektrische Zahnbürste mit rotierenden Borsten auf den Markt. Ende der
90er-Jahre wurden die sog "Schallzahnbürsten" entwickelt, welche heute
als Standard gelten.
Bis Ende der achtziger Jahre des letzten Jhds. war die Gestaltung der
Z. eher zweitrangig, solange bis der Hersteller Dr. Best daranging,
die schlichte Bürste zum Präzisionswerkzeug zu stilisieren. Zusammen mit
einem Namensvetter, Dr. James Best aus Chicago, erprobte er an Tomaten
die Vorzüge des sog. Schwingkopfes. Es folgten Studien über die
Anordnung und Art der Borsten und so finden sich heute eine Unzahl von
Modellen auf dem Markt, deren Vorzüge häufig einzig durch die Werbung
suggeriert werden und von dem eigentlichen Nutzen einer Z. - der
regelmäßigen und richtigen Anwendung (
Zahnputztechnik) -
ablenken.
Mundhygiene,
elektrische Zahnbürste,
Erosion,
Interproximal Access Efficacy,
Ionen-Zahnbürste,
Naturborsten,
Sonic Zahnbürste, Zahnpasta,
Zahnputztechniken
|

©: AP /
Die vielleicht älteste Zahnbürste Europas; entdeckt bei
Ausgrabungen in einem ehemaligen Hospital in Minden. Das Fundstück ist
mindestens 250 Jahre alt, zehn Zentimeter lang und aus Tierknochen
gearbeitet


microfeine Bürstenenden
sind besonders für die
"Problemzone"
Zahnfleichsaum
geeignet.
Überarbeitet nach
einer Vorlage
des "meridol"
Fotoarchivs.

SOLL und IST
beim jährlichen Verbrauch |
Zahnbürste, elektrische, engl.:
electric tooth brush;
elektrische Zahnbürste,
Sonic Zahnbürste
Zahnbürstenbaum
engl.: Neem tree, "the village pharm"; in
Afrika/Orient/Indien beheimateter Busch bzw. schnell wachsender Baum
(Azadiracta indica) mit charakteristischen, über die ganze Pflanze
verteilten, langen Knospen. Die noch grünen Knospen wurden von der
Urbevölkerung umfunktioniert: Ein Ende der Knospe oder ein Astteil wird
solange zerkaut, bis es einer "ausgefransten Zahnbürste" ähnelt, welche
dann zur Zahnreinigung als sog. "Miswak" oder "Siwak" verwendet wird.
Wurzeln und Zweige von Salvadora persica (Arakbaum) werden in den
arabisch-islamischen Ländern als sog. Zahnhölzer (Miswak,
Siwak)
zum Reinigen der Zähne, als
Zungenschaber und zur Massage der
Gingiva
verwendet. Auf diese Weise trägt der "Zahnbürstenbaum" in diesen
Regionen zur Aufrechterhaltung der
Mundhygiene bei. Noch heute findet man z.B. bei den islamischen
Sitten zur Gebetsverrichtung folgende Erwähnung: "... Die erforderlichen
Vorschriften des Gebetes nach der Rechtsschule Hanefi sind im folgenden:
Zahnbürste aus Zahnbürstenbaum zu benutzen. ..."
Zusätzlich beinhaltet der Z. wichtige Mineralstoffe, Rohfasern,
Proteine und keimhemmend wirkende Substanzen, wobei insbesondere
Ablagerungen feinster Bassanit-Kristalle bei der spontan ausgelösten
Selbstreinigung der Zähne durch das Kauen die Putz- und
Reinigungswirkung unterstützen. In jüngster Zeit wurde festgestellt,
dass die benutzten Hölzer einen hohen
Fluoridgehalt von 8 bis 22 ppm (das sind 8 bis 20 tausendstel
Promille) aufweisen - offensichtlich war die Bedeutung der Fluordierung
der Zähne schon im Altertum bekannt.
Mundhygiene,
Siwak,
Zungenschaber
|

Daraus wird eine Zahnbürste "gekaut":

|
Zahnbürstmethoden
Zahnputztechniken, "Zähneputzen", engl.: brushing
techniques, methods (techniques) of toothbrushing;
unter Berücksichtigung einer die Umgebung schonenden Handhabung bei
gleichzeitig optimaler Reinigung der Zähne, ihrer Zwischenräume und des
Zahnfleischrands und zusätzlich einer entsprechenden Massage des
Zahnfleischs. Auch heute noch ist das unkontrollierte Hin- und
Her-Schrubben mit allen negativen Folgeerscheinungen, sog.
Zahnputzschäden (sog. "Putzläsionen" wie z.B.
keilförmige defekte,
Rückgang des Zahnfleischs;
horizontales Putzen) bei Handzahnbürsten überwiegend gebräuchlich.
Im wesentlichen werden fünf Methoden voneinander unterschieden (s.a.
Abb. re.):
Gemeinsam ist diesen Techniken, dass sie relativ schwer zu erlernen
und auf Dauer richtig auszuüben sind. Deshalb wird heute vermehrt der
Gebrauch von
elektrischen Zahnbürsten empfohlen, welche viele der richtigen
Bewegungen "von allein" ausführen. Noch wichtiger als eine entsprechende
Technik ist der regelmäßige Gebrauch der Zahnbürste. Damit alle
Zahnbezirke gut gereinigt werden, sollte stets nach einem gleichen
Schema ("Putzmuster") vorgegangen werden:
- Man beginnt im Oberkiefer rechts außen bei den hinteren
Backenzähnen, reinigt dann die Außenseiten der Schneidezähne und
Backenzähne der anderen Seite; dann ist auf dieses Vorgehen in
gleicher Weise im Unterkiefer durchzuführen. Nach der gleichen
Systematik werden anschließend die Innenflächen der Zähne gereinigt
. Abschließend wird eine Reinigung aller Kauflächen der Backenzähne
durchgeführt, wobei ausnahmsweise auch schrubbende Bewegungen
erlaubt sind. Zur Kontrolle des Putzerfolges empfiehlt es sich hin
und wieder, die Zähne nach dem Reinigen
anzufärben, um so Schwachstellen in der Z.
herauszufinden.
- Die
KAI-Methode:
Nicht nur für Kinder ist die KAI-Methode als relativ sichere
Putztechnik zu empfehlen. Es werden zuerst die Kauflächen gebürstet,
danach die Außenflächen und Innenflächen der Zähne gründlich
gereinigt. Die Zähne sollten mit kleinen, kreisenden Bewegungen
geputzt werden. Zur Reinigung der Außenflächen werden die Zähne
aufeinandergebissen.
- Der Anpressdruck der Bürste auf den Zahn sollte eher
schwach sein (ca. 150 g = Gewicht einer Orange; üben an der
Küchenwaage, bis 150 Gramm angezeigt werden), da die Borsten zum
einen sonst umknicken und keinen großen Reinigungseffekt mehr
bewirken, zum anderen gerade bei freiliegenden Zahnhälsen (
Rezessionen) ein "Wegputzen" des Zahnwurzelzements (
keilförmige Defekte) auftreten kann. Vor dem Zähneputzen sollte
der Mund mit Wasser gründlich ausgespült werden, um so frische
Speisereste schon vor der eigentlichen Reinigung zu entfernen. Nach
der Aufnahme von sauren Speisen und Getränken (
Erosion) wird empfohlen, noch einige Zeit (bis zu 1 Std.) mit
dem Putzen zu warten.
- Nur eine erbsengroße Menge
fluoridierte Zahnpasta auf die Bürste
geben, lange und überall putzen, dann ausspucken und nur kurz
ausspülen. Längeres Ausspülen vermindert die
Fluoridwirkung.
- Zahnreinigungen sollen nach aktuellem Wissensstand hinsichtlich
ihrer Häufigkeit und der eingesetzten Hilfsmittel
risikoorientiert erfolgen. Für einen großen Teil der Bevölkerung
gilt eine zweimal tägliche vorgenommene effektive Reinigung unter
Verwendung
fluoridhaltiger Zahnpaste
als ausreichend. Ein zu häufiges, aggressives Zähneputzen kann das
Auftreten von nicht-kariesbedingten Zahnschäden, z. B. in Form von
Abrasionen oder
Erosionen, begünstigen. Auch die
American Dental Association (ADA) empfiehlt lediglich eine
zweimalige tägliche Zahnpflege mit einer weichen Zahnbürste.
Weiter wird ein zweiminütiges Bürsten mit einem Druck von 150
Gramm, was dem Gewicht einer Orange entspricht (Anpressdruck auf
einer Küchenwaage testen) angeraten. Bestehender Zahnbelag wird nach
mehr als zwei Minuten Putzen und einem Druck von mehr als 150 Gramm
nicht mehr geringer; dafür treten unter Umständen Schäden am Zahnschmelz und an
freiliegenden Zahnhälsen auf.
Veraltete Ratschläge und Behauptungen, die in unseren Regionen noch
weit verbreitet sind (z. B. „nach jedem Essen Zähneputzen nicht
vergessen“ oder „ein sauberer Zahn wird nicht krank“) sind in diesen
Empfehlungen nicht zu finden.
- Zur Reinigung des als kritisch angesehen Gebiets stehen
als Hilfsmittel neben Zahnseide
unter anderem medizinische
Zahnhölzchen und
Interdentalraumbürsten zur Verfügung. Interdentalraumbürsten
gelten als besonders effektiv, da sie auch schwer zugängliche
Oberflächenkonkavitäten (z. B. bei Wurzeleinziehungen) reinigen, die
von Zahnseide nicht erreicht werden können. Einfache Zahnstocher
sind hingegen als weniger effektive Hilfsmittel mit erhöhtem
Verletzungspotential am
Zahnfleisch anzusehen.
- Durch das tägliche
Zähneputzen entstehen an freiliegendem Dentin (z.B. Zahnhals)
bei richtiger Putztechnik und Pasten mit normalen
RDA-Werten nur sehr geringe Substanzverluste. Diese
rangieren zwischen 4 µm und 35 µm in der Woche.
- Der
Mundgesundheitszustand eines Menschen ist von zahlreichen
endogenen und exogenen Faktoren abhängig. Nach aktuellem
wissenschaftlichen Kenntnisstand ist es nicht gerechtfertigt, die
Prävention oraler Erkrankungen allein auf mechanisches
Zähneputzen zu reduzieren.
- Zusätzliche Infos (mit graphischer Ablauf-Darstellung)
unter:
elektrische Zahnbürste,
Erosionen,
horizontales Putzen,
keilförmige Defekte,
Mundhygiene,
Rezessionen,
Rot-Weiß-Methode,
Sonic Zahnbürste,
(Hand-)Zahnbürste,
Zahnhölzchen,
Zahnpflegekaugummi,
Zahnseide
|

Stillman-Technik

|
Zahncreme,
Zahnpasta
Zahndurchbruch
"Zahnen", engl.: eruption
of a tooth; Moment des Erscheinens eines Anteils der Zahnkrone in
der Mundhöhle
(Durchbruch durch die
Gingiva).
Dagegen drückt der Ausdruck "Eruption"
den gesamten dynamischen Vorgang vom Wachsen des
Zahnkeims bis zur fertigen Einstellung in der Mundhöhle aus.
Unterteilung in:
natürlicher Zahndurchbruch:
Dentition,
Eruption,
Heterodontie
erschwerter Zahndurchbruch:
Dentitio difficilis,
Weisheitszahn
vorzeitiger Zahndurchbruch:
Dentitio präcox;
angeborener Zahn,
prälaktaler Zahn
verzögerter Zahndurchbruch:
Dentitio tarda ,
Retention
Dentition,
Dentitionsreihenfolge,
erbliche primäre Zahndurchbruchstörung,
Zahndurchbruchszeiten,
Zahnektopie,
Zahnlänge,
Zahnwurzel |

meist erscheinen die unteren mittleren
Schneidezähne beim Kleinkind als erste (6.-8. Monat)

|
Zahndurchbruchszeiten
engl.: tooth eruption times, statistisch erfasste, individuell aber
erheblich schwankende Zeiten ("Frühzahner", "Spätzahner")
des Erscheinen eines Zahnes in der Mundhöhle. Der
in Laienkreisen immer wieder geäußerte Zusammenhang mit einer dadurch bedingten
Qualität der geistigen (verzögerten) Reife kann wissenschaftlich nicht bestätigt
werden.
Dentition,
Dentitionsreihenfolge,
Eruption,
Zahndurchbruch
Zahndysplasie
Zahnfehlbildung, Zahnmissbildung, engl.: tooth
dysplasia; Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Formen
missgebildeter Zähne (Schmelz-
und/oder
Dentinmissbildungen). Hauptursachen sind Erbanlagen,
Zahnkeimschädigungen, Wachstumsstörungen, Infektionskrankheiten und
Stoffwechsel- bzw.
Mineralisationsstörungen. Isoliert oder im Zusammenhang von weiteren
Missbildungs-Syndromen auftretend. Siehe z.B. unter:
Amelogenesis imperfecta,
Capdepont(-Hodge-Stainton) Zahndysplasie,
Dentinogenesis imperfecta,
Fluorose,
Hutchinson Trias,
Mesiodens,
Stainton-Syndrom,
Zahnentwicklungsstörungen,
Zahnhartsubstanzdefekte,
Zapfenzahn |

Tonnenzähne |
Zähneknirschen, Zähnepressen,
engl.: teeth gritting, gnashing, bruxism;
Bruxismus,
Knirschen
Zahnektopie
Zahndystopie, engl.: tooth ectopy;
Durchbruch bzw. Lage eines Zahnes
an einer ungewöhnlichen Stelle, z.B.
Verlagerung von oberen Eckzähnen in die Augenhöhle, Kieferhöhle oder Nase
Verlagerung des unteren Weisheitszahnes in den
aufsteigenden Kieferast oder zum
Kieferwinkel
Aberration,
Verlagerung
Zahnen
engl.: teething, toothing; laienhafte Bezeichnung für den
Zahndurchbruch, besonders
bei Säuglingen/Kleinkindern.
Zu
Komplikationen
Dentitio difficilis,
Kapuze,
Weisheitszahn, Zahnfieber
Zahnengstand, engl.: crowed teeth;
Engstand
Zahnentfernung, Zahnextraktion,
Extraktion,
Extraktionstherapie,
Reihenextraktion
Zahnentwicklung, engl.: odontogenesis;
Odontogenese
Zahnentwicklungsstörungen
engl.: odontogenesis disorders (defects);
Genetisch bedingte Z. kommen im Gegensatz zu den erworbenen
Störungen (s.u.) meist generalisiert im Milch- wie im bleibenden Gebiss
vor. Man unterscheidet Störungen der Schmelzbildung (
Amelogenesis imperfecta,
Fournier Zähne), Störungen der Dentinbildung (Dentinogenesis
imperfecta) und eine kombinierte Störung von Schmelz, Dentin und
Pulpa (Odontogenesis
imperfecta).
Erworbene Z. treten auf durch äußere Störungen (z.B.
vereiterte Milchzähne,
Zahnunfälle im Milchzahngebiss,
Medikamente,
Fluoridüberdosierungen,
Tetrazykline, allgemeine Infektionen (Rachitis,
Masern (s. Abb.) Röteln, Lues, Salmonelleninfektion) oder systemische
Erkrankungen (Stoffwechselstörungen, hormonale Krankheiten).
Amelogenesis imperfecta,
Capdepont(-Hodge-Stainton) Zahndysplasie ("Glaszähne"),
Chlorodontie,
Dentinogenesis imperfecta,
Fournier Zähne,
Franceschetti - Syndrom,
Gebissreduktion,
Horner Zähne,
Hypoplasie,
MIH,
Mineralisationszeiten,
Rachitis,
Schmelzhypoplasie,
Sichelzahn,
Tetrazyklin, Zahndysplasie,
Zahnentwicklung,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge),
Zahnhartsubstanzdefekte |


stärker ausgeprägte
Fluorose
mit versch. Stadien

starke Hypoplasien bei einem 11-jährigen;
erhielt im Alter von 26 Monaten wegen einer schweren Pneumonie 485 mg
Tetrazyklin / kg Körpergw.
|

Schmelzhypoplasie durch Masern im 4. Lebensmonat

generalisierte Störung im Bereich der Zahnhälse bedingt durch
Tetrazyklin-Saft im Kleinkindalter |
Zähneputzen, engl.: toothbrushing,
Zahnbürstmethoden,
Mundhygiene (siehe auch unter Ordner -
Artikelindex/Mundhygiene/Zahnpflege)
Zahnerhaltungskunde
antiquiert: Sosiodontie, ungebräuchlich: Konservierende Zahnheilkunde
("Kons"), engl.: conservative dentistry;
wissenschaftlicher Zweig der
Zahnheilkunde, der sich besonders um die Erhaltung bestehender Zähne oder
Teilen davon befasst. Hierzu zählen insbesondere
Prävention und
Prophylaxe,
Füllungstherapie und
Endodontie; obwohl von der Bedeutung und vom Umfang her ein eigenes
Fachgebiet, wird in D die
Parodontologie meist als eine Untergliederung der Z. gelehrt.
Fachgebiete,
Konservierende Zahnheilkunde
Zahnersatz
ZE, "falsche Zähne", "Dritte Zähne", engl.: denture(s),
dental prosthesis, false teeth; dient allgemein der
Wiederherstellung von
Kaufunktion,
Sprache (Phonetik) und dem Aussehen (Ästhetik).
Diese Forderungen können in der ZHK durch
vielfältige Maßnahmen erreicht werden, wobei grundsätzlich zwischen
herausnehmbarem und
festsitzendem Z. und
Kombinationen beider Arten unterschieden wird. Hinzu kommt die - immer
mehr gebräuchliche - Möglichkeit des Einpflanzens künstlicher Zahnwurzeln (
Implantat) und in wenigen Fällen auch noch die Möglichkeit einer
kieferorthopädischen Schließung von (kleinen)
Zahnlücken. Lehrmäßig und versicherungstechnisch gelten auch noch
künstliche Kronen als Z., obwohl sie eigentlich keinen Zahn, sondern
nur dessen Krone, ganz o. z.T. ersetzen. Deshalb gilt als klassische
Definiton:
Kronen (obwohl kein Zahn, sondern nur Zahnhartsubstanz ersetzt wird),
Brücken,
Prothesen (Teilprothesen,
Vollprothesen),
kombinierte Versorgungsformen und
implantatgetragene
Kronen,
Brücken oder
Prothesen (rein Implantat-getragen oder
kombiniert).
abnehmbar,
andersartiger Zahnersatz,
bedingt
abnehmbar,
Brücke,
Dienstvertrag,
Druckstelle,
Eingliedern,
Einprobe,
Einschleifen,
Einzelzahnersatz,
Entfernung von festsitzendem Zahnersatz,
erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig,
Festzuschüsse,
Frontzahnlinie (Lachlinie),
Geschmacksveränderungen,
Geschiebe,
Gewährleistung,
gleichartiger Zahnersatz,
Haftung,
Haftmittel,
Haltbarkeit von Zahnersatz,
Kombinationsprothese,
Körperbautypen,
Krone,
Kunstzahn,
Mängelgutachten ("Mängelrüge"),
Prothese, Prothesenreinigung,
Prothesenunfähigkeit,
Regelversorgung, "rosa
Ästhetik",
Schwund,
Stereognosie,
Teilprothese,
Vollprothese,
Werkvertrag,
Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz.
Zahnersatzrichtlinien
engl.: dentures guidelines; der
Gemeinsame Bundesausschuss hat ab 2005 für Zahnersatz neue
Richtlinien ("Zahnersatz-Richtlinien", Änderung der Richtlinien vom
4.6.2003) erlassen, welche am 18.3.2005 im BAnZ veröffentlicht wurden.
Zähne und ihr Einfluss auf den Körper;
Wechselbeziehungen
Zahnextraktion; Zahnentfernung,
engl.: tooth extraction;
Extraktion
Zahnfach, engl.: alveolus;
Alveole
Zahnfarbe
Zahnfarbbestimmung, engl.: tooth color , tooth shade; Bezeichnung für den sichtbaren Teil einer Zahnkrone von natürlichen
oder künstlichen Zähnen, welche eine außerordentlichen Vielfalt von
Farbnuancen aufweist. Während es relativ einfach ist, die Form und
Oberflächenstruktur des menschlichen Zahnes nachzuempfinden, wird das
behandelnde Team bei der Farbauswahl häufig vor größere Probleme
gestellt:
Milchzähne haben eine, den Namen gebende, kreidig-weiße Farbe,
bleibende Zähne entsprechen in ihrer Grundfarbe eher einem
elfenbein-weiß mit alters- und individuellen und rassebedingten Tönungen
von hellweiß über gelbliche und bräunliche bis hin zu Dunkelgrau; dabei
können eine unzulängliche
Mundhygiene, nahrungsbedingte Eigenschaften (Nahrungs- und
Genussmitteln, hier besonders Rotwein, Kaffee, Tee und Nikotin;
Verfärbungen) und Medikamente die natürliche Zahnfarbe mit der Zeit
beträchtlich verändern. Weiter nehmen Zähne ohne
lebenden
Zahnnerv bzw.
wurzelkanalbehandelte Zähne ("tote" Zähne, siehe Abb.) eine
meist (dunkel) gräuliche Z. an. Ebenso gilt: Je dünner der
Zahnschmelz, umso gelblicher erscheinen die Zähne, weil das unter dem
Zahnschmelz
befindliche dunklere Zahnbein (Dentin)
"durchschimmert". An den
Schneidekanten wirkt sich dieser Effekt - mangels darunter liegendem
Dentin - in einer bläulich-transparenten Z. aus.
Von den oberen Zähnen sind die Schneidezähne (besonders der seitliche
Schneidezahn) am hellsten, am dunkelsten ist der Eckzahn; im Unterkiefer
verändert sich die Erscheinung kontinuierlich von vorne nach hinten zu
einer dunkleren Z. hin.
Verfärbungen: Vom Entstehungsort der Z. abgeleitet, unterscheidet
man
extrinsische (= von außen, z.B. durch chemische Reaktionen
zwischen Nahrungsmitteln, Umwelt und
Pellicle) und intrinsische (= von innen, z.B. bei
Zahnentwicklungsstörungen wie
durch
Fluorose oder
Tetrazyclinanwendung bedingt)
Zahnverfärbungen.
Bestimmung der Zahnfarbe:
Die Zahnfarbe entsteht, wenn Licht auf die Zahnoberfläche trifft. Ein
Teil des Lichtspektrums wird absorbiert, der andere Teil reflektiert.
Darüber hinaus wird die daraus resultierende Eigenfarbe in der
(subjektiv unterschiedlichen) Farbwahrnehmung durch Eigenschaften
wie Lichtdurchlässigkeit (Transluzenz/Transparenz),
Lichtundurchlässigkeit (Opazität),
Lichtstreuung (Opaleszenz) und Farbeigenleuchten durch Farbverschiebung
(Fluoreszenz) beeinflusst.
Vereinzelt sind heute (2011) digitale Systeme zur Bestimmung der
Z. auf dem Markt, ohne sich durchgesetzt zu haben. Diese zeichnen
sich dadurch aus, dass sie frei von subjektiven Einflüssen arbeiten
sollen (digitale Messung bei 6.000 Kelvin; Tageslicht entspricht ca.
6.500 Kelvin), dafür aber relativ teuer sind. Das größte Problem bei der
Entwicklung von Farbmessgeräten ist die Beherrschung
zahnspezifischer Parameter wie z. B.
Transluzenz, Reflektivität, Fluoreszenz und Heterogenität der
Zahnoberflächen, die eine Messung derart verfälschen können, dass das
Endergebnis oftmals allein bei einfacher visueller Überprüfung als nicht
akzeptabel angesehen werden muss. Trotzdem werden die bisherigen
klinischen Ergebnisse als "ermutigend" angesehen
Auf dem Markt sind - getrennt nach Messprinzip:
- Spektralphotometer, diese messen die Reflexionsanteile
einer Farbe im Wellenlängenbereich von 400 - 700 Nanameter, rechnen
diese Daten in numerische Werte um. Das Licht wird dann in seine
spektralen Komponenten zerlegt und analysiert. Das System arbeitet
unabhängig von der Lichtquelle und zeigt eine detaillierte
Information der gemessenen Zahnfarbe.
- Colorimeter als ein Dreibereichs-Farbmessgerät, welches
mit Farbfiltern arbeitet. Dabei hat die Art der Lichtquelle Einfluss
auf die Messdaten. Bekannte Vertreter sind ShadeEye-Ex® und
ShadeVision®.
Neben dem Messprinzip ist auch die Aufnahmefläche
unterschiedlich: Die Farbmessung innerhalb eines kleinen Areals führen
Pikkio, ShadeEye und EasyShade durch. Die gesamte Zahnoberfläche wird
wie mit einer Videokamera von SpectroShade, ShadeVision und ShadeScan
vermessen.
Zur (überwiegend durchgeführten) visuellen Bestimmung der
Grundfarbe stehen industriell gefertigte Farbringe zur Verfügung
, siehe Abb. oben), welche einen Grundfarbwert
liefern, der zur Erlangung optimaler Ergebnisse - z.B. bei einer
Versorgung im
Frontzahnbereich - noch in Details individualisiert werden muss. Um
eine gleich bleibend hohe Qualität der ästhetischen Therapie zu
gewährleisten, wird deshalb die Einhaltung definierter Bedingungen
hinsichtlich Umgebungsgestaltung, Beleuchtung und Betrachter empfohlen.
Als Umfeld für die Farbbestimmung eignen sich neutralgraue
Räumlichkeiten oder Hintergründe. Hier ist zu beachten, dass auch
ausgeprägte Farben an Patient und Behandler die Wahrnehmung
beeinträchtigen. Abschminken der Lippen des Patienten ist unabdingbar,
um einer Verfälschung der Betrachtungsergebnisse vorzubeugen.
Hinsichtlich der Lichtverhältnisse ist tageslichtähnliche Beleuchtung
von ca. 2000 Lux zu empfehlen. Dies entspricht der Intensität von
diffusem Nordlicht zur Mittagszeit, kann aber auch durch dem Tageslicht
in Intensität und Spektrum angepasste Lichtquellen gewonnen werden. Zu
hohe Lichtintensität (Lampe am Behandlungsstuhl: 8000 Lux; grelles
Sonnenlicht) führt zu unzureichenden Ergebnissen. Schließlich ist von
Seiten des Betrachters Farbtüchtigkeit, ausreichende Schulung und
ständiges Training zum erfolgreichen Vorgehen erforderlich.
Schwierigkeiten in der Bestimmung ergeben sich auch dadurch, dass man
bei der Betrachtung des Zahnes eine durch die verschiedenartige
Zahnsubstanz bedingte Mischfarbe sieht. Weiter sollten die Zähne jeweils
nur für kurze Augenblicke betrachtet werden, da das Auge zur Adaption
neigt und somit die Farbdifferenzierungsempfindlichkeit rasch nachlässt.
In schwierigen Fällen empfiehlt es sich, eine Zweitmeinung einzuholen
(z.B. von einem versierten Zahntechniker) oder zur Beurteilung
zusätzlich ein Messgerät heranzuziehen.
Unterstützend werden in neuerer Zeit digitale Kamerasysteme
eingesetzt. Diese erweisen sich vor allem bei der Kommunikation mit dem
Dentallaborabor als hilfreich. Voraussetzung für einen optimalen
Informationstransfer ist eine möglichst unverfälschte Farbdarstellung
der eingesetzten Kameras.
Ein noch nicht genauer untersuchter "optischer Effekt"
beeinflusst das Farbergebnis bei
Komposite-Füllungen, welcher als Chamäleon- oder
Vermischungseffekt (VE) bezeichnet wird. Derartige Materialien sind zu
einem gewissen Grad in der Lage, die Farben des umgebenden natürlichen
Zahnes anzunehmen, was in einer sehr guten Ästhetik resultiert.
Farbdifferenzen zwischen Zahn und Füllung sind so viel geringer, als
isoliert betrachtet. Es scheint sich bei diesem Phänomen um einen
komplexen visuellen Adaptationseffekt zu handeln, der von zahlreichen
Faktoren - z.B. der Füllungsgröße und
Transluzenz. - beeinflusst wird.
Zur "Akzeptanz" der Z. durch den Patienten - nach
Eingliederung von Zahnersatz -
hat das Landgericht Hamburg entschieden (Az. 323 S 20/04): Lässt sich
ein Patient für ihn angefertigte
Veneers einsetzen, nachdem er sie optisch überprüft hat, so hat der
Zahnarzt Anspruch auf die entsprechende
zahnärztliche Vergütung. Der Patient kann die Bezahlung der Rechnung
dann nicht mehr mit der Begründung ablehnen, die Farbgebung sei nicht so
wie vereinbart. Da an Veneers besonders hohe kosmetische Ansprüche
gestellt werden, dürfte dieses Urteil auch auf andere zahnärztliche
Versorgungen übertragbar sein.
Bleichen von Zähnen,
CIE-Lab-System,
Ishihara-Test,
Krone,
Kunstzahn,
Lobene Stain Index,
Prothese,
Verfärbungen
„VITA ToothFinder" (Auswahl passender Front- und
Seitenzähne für herausnehmbare voll- und teilprothetische Versorgungen)
|

sog. "toter"
Schneidezahn mit
kosmetisch störender
Verfärbung


Der 2007 vorgestellte A-D Shade-Guide / Bleach

digitale Farbbestimmung mittels Vita-Easyshade
|
Zahnfäule, engl.: (dental) caries,
tooth decay;
Karies
Zahnfee
engl.: tooth fairy; mystisches Wesen, welches Kindern nachts
erscheinen soll und über die Zahngesundheit wacht und entsprechend belohnt oder
straft. So wird bspw. ein unter das Kopfkissen gelegter ausgefallener
Milchzahn
durch ein Goldstück ersetzt, oder ein auf den Fingernagel des Lutschfingers
aufgemaltes Bild der Zahnfee darf nachts nicht abgelutscht werden, da sonst die
Z. böse wird.
Das mystische Wesen "Zahnfee" entstammt dem angelsächsischen Bereich und wurde
1927 einem größeren Kreis durch das Schauspiel "The Tooth Fairy" von Esther
Watkins Arnold bekannt.
Zahnfehlbildung, engl.: tooth
malformation;
Zahndysplasien
Zahnfehlstellung, engl.: teeth
malposition;
Aberration,
Fehlstellung von Zähnen
Zahnfieber
engl.: "dental fever"; laienhafte Bez. für die fiebrige Begleiterscheinung
bei einem erschwerten Zahndurchbruch;
Dentitio difficilis, Zahnen
Zahnflächen
engl.: tooth surfaces; Oberflächen- und Richtungsbezeichnungen an
einem Zahn; primär auf die Zahnkrone bezogen, werden in der
nachfolgenden Aufzählung auch Körper- und Mundbezeichnungen
aufgeführt. Bezeichnet werden an einer Zahnkrone 5 Flächen - in der
Regel mit
lateinischen Namen (s. obere Abb.)
-
addental: (keine Zahnflächenbezeichnung) den Zähnen
anliegend
-
anterior: (keine Zahnflächenbezeichnung) vordere, nach vorn
verlagern, verschieben. Gegenteil: posterior (hinterer,
rückwärtiger)
-
approximal: zum Nachbarzahn hin
-
axial: (keine Zahnflächenbezeichnung) in Richtung der
(anatomischen) Zahnachse
-
bukkal: Außenseite des Zahnes (bei Backenzähnen)
labial: Außenseite des Zahnes (Schneidezähne,
Eckzahn)
Oberbegriff für bukkal u. labial:
vestibulär , (dann als Gegenteil von
oral)
-
cervikal: den Zahnhals
betreffend, am Zahnhals gelegen
-
distal: nach hinten ausgerichtet (von der Mitte des Kiefers
weg)
-
gingival: zum Zahnfleisch gehörend, zum Zahnfleisch hin
-
Glattflächen: Außen- und Innenseiten der Zähne
-
interradikulär: zwischen den Zahnwurzeln gelegen
-
inzisal: auf der
Schneidekante
-
koronal: zur Zahnkrone hin gerichtet, gelegen
-
lingual: Innenseite des Zahnes (im Unterkiefer), zur
Zunge hin gelegen
Oberbegriff für lingual u. palatinal:
oral , (dann als Gegenteil von
vestibulär)
-
mastikal: zur Kaufläche hin, kauflächenwärts
-
medial : (keine Zahnflächenbezeichnung) zur Körpermitte hin
-
mesial: nach vorn ausgerichtet (zur Mitte des Kiefers hin)
-
okklusal: auf der
Kaufläche, zur Kaufläche hin
-
palatinal: Innenseite des Zahnes (im Oberkiefer);
-
radikulär: die Zahnwurzel betreffend, von ihr ausgehend
-
apical: (keine Zahnflächenbezeichnung), zur
Wurzelspitze hin
- coronal: (keine Zahnflächenbezeichnung), zur
Zahnkrone, zur Spitze der Zahnkrone, hin;
apical
-
crestal o.
krestal; Richtungsbezeichnung für "vom Kieferkamm her"; im
Bereich des
Arcus alveolaris (Limbus alveolaris) gelegen
-
dorsal: (keine Zahnflächenbezeichnung) zur Rückseite, zum
Rücken hin
-
endständig: der am weitesten
distal
stehende Zahn in einer Zahnreihe
-
extraoral: (keine Zahnflächenbezeichnung), außerhalb des
Mundes
-
facial: (keine Zahnflächenbezeichnung), zum Gesicht hin
-
frontal: (keine Zahnflächenbezeichnung), parallel zur Stirn
-
gnathogen: (keine Zahnflächenbezeichnung), vom Kiefer
ausgehend, zum Kiefer gehörend
-
inferior: (keine Zahnflächenbezeichnung), untere(r)
-
intraalveolär: (keine Zahnflächenbezeichnung), innerhalb des
Zahnfachs gelegen
-
intraoral: (keine Zahnflächenbezeichnung), innerhalb des
Mundes
-
intraligamentär: (keine Zahnflächenbezeichnung), zwischen
Zahn und Kieferknochen (Alveolarknochen)
gelegen
- kaudal: (keine Zahnflächenbezeichnung) zum unteren
Körperende hin, steißwärts nach unten
-
krevikulär , creviculär; die
Zahnfleischtasche, den
Sulkus
betreffend
-
kranial: (keine Zahnflächenbezeichnung) zum Schädel hin,
nach oben
-
kollateral: (keine Zahnflächenbezeichnung) seitlich,
benachbart
-
lateral: von der Seite her, an der Seite von gelegen
-
mandibulär: zum Unterkiefer gehörend
-
marginal: zum Zahnfleischrand gehörend
-
maxillär: zum Oberkiefer gehörend
-
okzipital : in Richtung Hinterhaupt oder am Hinterhaupt
gelegen
-
parapulpär: (keine Zahnflächenbezeichnung), neben dem
Zahnnerv gelegen
-
perimandibulär: um den Unterkiefer herum gelegen
-
proximal: zur Körpermitte hin
-
sagittal: von "Hinten" nach "Vorn"
-
subgingival: (keine Zahnflächenbezeichnung) unterhalb des
Zahnfleischsaums
-
sublingual: (keine Zahnflächenbezeichnung), unter der Zunge
gelegen
-
submandibulär: (keine Zahnflächenbezeichnung), unter dem
Unterkieferkörper gelegen
-
submukös: (keine Zahnflächenbezeichnung), unter der
(Mund-)Schleimhaut befindlich
-
supragingival: (keine Zahnflächenbezeichnung) oberhalb des
Zahnfleischsaums
-
transdental: (keine Zahnflächenbezeichnung), über die
Wurzelspitze hinaus
-
transversal: (keine Zahnflächenbezeichnung), quer zur
Körperachse verlaufend
- ultra:
(keine Zahnflächenbezeichnung) für jenseits, weiter, darüber hinaus
-
ventral: Körperebene: bauchwärts, zum Bauch hin gerichtet
-
vertikal: senkrecht
- zervikal: den
Zahnhals betreffend, am
Zahnhals gelegen
Körperebenen, Zahnschema,
Zahnmerkmale
|


distal -
mesial




Bezeichnungen als grafische Übersicht |
Zahnfleisch,
engl.: gum(s), gingiva;
Gingiva
Zahnfleischabtragung, Zahnfleischentfernung, engl.: gingivectomy;
Gingivektomie
Zahnfleischbluten; engl.: bleeding
of gums, gingival bleeding;
Gingivitis,
Zahnfleischentzündung
Zahnfleischentzündung; ungebräuchlich:
Ulitis;
engl.: inflammation of the gums
Gingivitis,
Parodontitis
Zahnfleischkapuze
Zahnfleischkappe, Schleimhautkapuze, engl.: mucosal o.
tooth hood; vorwiegend beim Durchbruch unterer
Weisheitszähne auftretende teilweise Abdeckung der Zahnkrone mit einem
Schleimhautlappen.
Kapuze
Zahnfleischmaske
engl.: gum mask, gingival analog; im sichtbaren
Mundbereich gelegentlich eingesetzte Maske zur optischen Kaschierung
eines erheblichen Zahnfleischschundes oder zur Überdeckung bei
Implantation im
Frontzahnbereich; wird zahnmedizinisch zu den
Epithesen gerechnet. Verwendung dann, wenn durch andere
Maßnahmen (z.B.
Augmentation) kein Aufbau des fehlenden Kieferknochens und des
darüber liegenden Zahnfleischs möglich ist.
Befestigt wird die Z. an den restlichen Zähnen; sie wird vom
Patienten zur
Mundhygiene und wenn er nicht im öffentlichen Leben steht
abgenommen. Z. nehmen mit der Zeit vom Speichel und aus
Nahrungsmitteln, Getränken und Genussmitteln (Nikotin) Färbungen auf und
werden deswegen nach ca. 1-3 Jahren aus ästhetisch-hygienischen Gründen
erneuert.
Behandlung auf Verlangen,
Epithese
|

©:
|
Zahnfleischnische
engl.: (gingival) crater; kraterförmige Defekte als Folge einer
Gingivitis o.
Stomatitis ulcerosa im Gebiet der
Interdentalpapille. Hervorragender Schlupfwinkel für pathogene
Bakterien, sodass die Grunderkrankung nur schwer ausheilt (Rezidiv).
Beseitigung durch eine Schleimhaut- oder Schleimhaut-Knochen-Plastik
bzw. Entfernung des Zahnes. |

|
Zahnfleischpapille, engl.: gingival
papilla;
Interdentalpapille
Zahnfleischpolyp
engl.: gum polyp;
chronisch entzündliche, gestielte
Gingiva-Wucherung als Folge einer Reizwirkung, wie z.B. durch scharfe Kanten
kariöser Zähne oder überstehender Füllungs-/Kronenränder. Histologische
Abklärung nötig, da das seltenere
Papillom ein klinisch ähnliches Erscheinungsbild hat.
Epulis
Zahnfleischrandschnitt;
Gingivarandschnitt
Zahnfleischsaum, Zahnfleischrand,
engl.: gingival or gum line;
Gingivalsaum
Zahnfleischschwund,
Gingivaatrophie
Zahnfleischtasche
"Tasche", engl.: periodontal pocket, gingival sulcus;
Spaltraum zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch, welcher in Form des
(Gingival-)Sulkus
bei jedem Zahn als "Furche" besteht.
Bei
entzündlichen Parodontalerkrankungen kann sich eine "Tasche" auf
zwei Arten bilden:
- Anschwellen des Zahnfleischrandes (Gingivalsaum)
= Bildung einer "Pseudotasche";
typisches Begleitsymptom bei einer
Gingivitis
- Ablösung des
Epithelansatzes und Verschiebung zur Wurzelspitze hin = "echte
Tasche"; typisches Begleitsymptom bei einer
Parodontitis
In dieser Tasche setzen sich - da der natürlichen und mechanischen
Reinigung nicht mehr zugänglich -
Konkremente an der Wurzeloberfläche fest. Weiter kommt es zu
einer Besiedlung mit überwiegend
anaerobischen Bakterien. Als Folge tritt eine Entzündung mit dem
akuten Begleitsymptom "Zahnfleischbluten" auf. Bei Nichtbehandlung
kann sich z.B. ein
Taschenabszess entwickeln.
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Biomarker,
BOP,
Deep Scaling,
Dunlop Methode,
Erhaltungstherapie,
Gentle Probe,
Gesteuerte Geweberegeneration,
Gingiva,
Gingivektomie,
Höhenabbau,
Ignipunktur,
Kapuze,
Knochentasche,
krevikulär,
Kürettage,
Kronenrand,
Oraqix,
Parodontalbehandlung,
Parodontitis,
Parodontalsonde,
Parodontometer,
PCR,
Peri-Probe,
Pseudotasche,
Saumepithel,
Sulkusflüssigkeits-Fließrate - SFFR,
Taschenboden,
Taschentiefe,
WHO-Sonde
|

Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates

|

|
Zahnform
engl.: tooth shape; Bez. für das anatomische Aussehen eigener o.
künstlicher Zähne, welche besonders im sichtbaren Bereich das
Erscheinungsbild des Individuums mit prägen und deshalb bei Zahnersatz -
besonders
Vollprothesen - von Bedeutung sind.
So bildet man bei
Kunstzähnen im Frontzahnbereich z.B. die Konstitutionstypen
(pyknisch = vollwüchsig, athletisch = kräftig u. leptosom = schlank)
nach oder hält sich an die Dreiformthese nach Williams, wonach
die Umrissform des Gesichtes umgekehrt identisch ist mit der Form der
oberen Schneidezähne. |

|
Zahnformel
Gebissformel, Bolk-Gebissformel, engl.: dental formula,
Bolk's denture formula; schematische Darstellung eines
Gebisses unter Verwendung von Buchstaben und Zahlen; in der
vergleichenden Anatomie der Säuger gebräuchlich. Man fasst die
verschiedenen Zahnarten in Gruppen zusammen und bezeichnet sie mit den
lateinischen Anfangsbuchstaben:
I = Incisivus (Schneidezahn)
C = Caninus (Eckzahn)
P = Prämolar (kleiner
Backenzahn)
M = Molar (großer
Backenzahn).
Milchzähne werden mit kleinen Buchstaben und dem Zusatz d
(deciduus = abfallend, ausfallend, nicht bleibend) aufgeführt (z.B.: id3
= 3-Milch-Schneidezähne in einem Quadranten).
Diesen Buchstaben stellt man die Zahl der davon vorhandenen Zähne
dahinter. So bedeutet "I3" beispielsweise, dass dieses Individuum
in einer Kieferhälfte "3 Schneidezähne" besitzt (z.B. der Hund,
Schwein, Ursäuger). In der Formel wird über dem Bruchstrich die
Zahnanzahl und -art einer Oberkieferhälfte, unter dem Strich die
einer Unterkieferhälfte eingetragen. Die Zahlen der Ober- und
Unterkieferhälften werden addiert, mit zwei multipliziert (die Kiefer
sind symmetrisch aufgebaut) und daraus ergibt sich der
Zahnsummenformelwert, welcher hinter einem Gleichheitszeichen rechts
neben den Bruchstrich dargestellt wird (s. Abb.).
Heterodontie,
Reißzahn, Zahn,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge),
Zahnmerkmale,
Zahnschema |
 |
zahnfreundlich, zahnschonend,
engl.: harmless (friendly) to teeth.
Aktion zahnfreundlich
Zahnführung
geführte Okklusion, engl.: tooth guidance; mechanische Dominanz
von
Zähnen des Oberkiefers bei einer
dynamischen Okklusion des Unterkiefers
Eckzahnführung,
Frontzahnführung,
Gruppenführung,
Okklusion
Zahnfurche
auch: primitive Z., engl.: (primitive) dental groove; in der 4.
Embryonalwoche sich entwickelnde rinnenartige Vertiefung im Alveolarwall, aus
welcher sich später die Zahnleiste
entwickelt. Gelegentlich auch Synonym für eine
Fissur
Zahngesundheit, engl.: dental health;
weitgehendes Fehlen von
Karies und
Zahnbetterkrankungen. Im zahnmedizinischen Bereich wurde seitens der
WHO
als Fernziel von
Präventionsmaßnahmen die Formel "22-77-99" aufgestellt, was heißen
soll, dass bei 77jährigen noch mindestens 99 % der Bevölkerung 22 eigene Zähne
haben sollten. Häufig auch mit
Mundgesundheit gleichgesetzt.
FST-Index,
Gesundheit,
Krankheit,
Prävention,
Prophylaxe,
Salutogenese,
T-Health
Index
Zahngesundheitsindex;
T-Health
Index
Zahnglocke, engl.: enamel organ;
Schmelzorgan
Zahngröße,
engl.: tooth size;
Zahnlänge
Zahnhals
Cervix, Zervix, engl.: neck of tooth, collum
(cervix) dentis; leicht eingezogene Übergangsstelle
zwischen dem (sichtbaren) Zahnschmelz (der Zahnkrone) und dem
Wurzelzement des Zahnes. Bei gesunden Zahnfleischverhältnissen von der
Gingiva überdeckt.
Zahnhalsfüllung
zervikale Füllung, engl.: cervical or Black V filling;
technisch in der Regel schwierig anzufertigende Füllungsart. Da die
Kavität selten allseitig von
Schmelz umgeben ist und die Wurzeloberfläche nicht die Härte und
Biegefestigkeit des Zahnschmelzes aufweist, kann es zu Haftungsproblemen
bei der Anwendung der
Adhäsivtechnik in Verbindung mit den klassischen zahnfarbenen
Füllungsmaterialien (Komposites)
kommen. Trotz ästhetischer Unzulänglichkeiten erreichen in diesem
sensiblen Gebiet
Kompomere bessere Ergebnisse, da sie elastischer sind und per se
eine bessere Haftung am
Dentin haben. Alternativ zeigen
Inlays oder
Goldhämmerfüllungen im nicht-sichtbaren Bereich gute
Langzeitergebnisse.
Ein weiteres Problem besteht bei Z. mit der Nähe zum bzw.
Ausdehnungen unter das
benachbarte Zahnfleisch, welches ein trockenes bzw. blutleeres
Arbeitsfeld erschwert.
Black
Zahnhalskaries
engl.: cervical caries;
Karies im Bereich der
Schmelz-Zement-Grenze; Sonderform der
Karies, wobei nicht - wie gewöhnlich - der Schmelz und das Dentin
der Zahnkrone befallen sind, sondern die Zahnwurzel ("Wurzelkaries")
bzw. die
Schmelz-Wurzelzement-Grenze ("Zahnhalskaries"). Während die Z.
durch eine auf dem Zahnfleischrand liegende
Plaqueschicht (= schlechte
Mundhygiene) verursacht wird und häufig zusammen mit einer
Gingivitis anzutreffen ist, kann die Wurzelkaries nur auftreten,
wenn durch einen Rückgang des Zahnfleisches Teile der
Zahnwurzeloberfläche frei liegen. Neben dem natürlichen Rückgang des
Zahnfleisches können auch falsche Zahnputztechniken, schlecht
angepasster Zahnersatz und - als bekannte und teilweise beabsichtigte
"Nebenwirkung" - Parodontalbehandlungen zu einem Freiliegen der
Zahnwurzel führen.
keilförmige Defekte,
Krone,
White
Spot,
Wurzelkaries,
Zahn,
Zahnwurzel |

Zahnhals, Zahnhalsfüllung, Zahnhalskaries,
Schmelz-Zement-Grenze
|
Zahnhalteapparat, engl.: periodontic
apparatus;
Parodontium
Zahnhartsubstanz, engl.: hard
tooth structure; Oberbegriff für
Zahnschmelz,
Dentin (Zahnbein) und
Wurzelzement;
Zahn
-
Zahnhartsubstanzdefekte
Zahnhartsubstanzschäden, engl.: defects (faults) of
calcified tooth structure; als Folge von versch. Einflüssen, welche
präeruptiv (vor dem Durchbruch) oder posteruptiv entstehen können
und das Zahnbein (Dentin)
und/oder den
Zahnschmelz betreffen. Unterteilung z.B. nach:
- prä-eruptive Schäden:
Hypo- oder
Dysplasien von Schmelz und/oder Dentin während der Zahn-Bildungs- und
-Reifungsperiode. Entstanden entweder durch
genetische Fehlfunktionen (Zähne isoliert oder als Teil eines Syndroms)
oder als infektiös-entzündlicher,
pharmakologischer, alimentärer (ernährungsbedingter), metabolischer
(Stoffwechsel bedingter) und
traumatischer Schaden perinatal (Zeit um die Geburt, d.h. zwischen 39.
Schwangerschaftswoche und 7. Lebenstag) bzw. postnatal (nach der Geburt).
-
Genetisch bedingte Schäden: Bei diesen angeborenen Erkrankungen
können Schmelz und/oder Dentin betroffen sein. Ursache sind meist einzelne
defekte Gene.
Amelogenesis imperfecta
abnorme Schmelz(miss)bildung;
eigenes Stichwort
Dentinogenesis imperfecta
Dentinfehlbildungen;
eigenes Stichwort
Systemische Erkrankungen und Syndrome
Schmelzdysplasien können auftreten in Verbindung mit:
- dem Amelo-Onychohypohydrose-Syndrom
- der
Epidermolysis bullosa
- Mukopolysaccharidosen
- der okulodentoossären Dysplasie
- dem trichodentalosteosklerotischen Syndrom
Dentindysplasien können auftreten in Verbindung mit:
- der hereditären (angeborenen) Ostodystrophie Albright
- dem brachioskeletalgenitalen Syndrom
- der Hypophosphatämie
- der Hypophosphatasie
- dem trichodentalsklerotischen Syndrom
- Erworbene Schmelz- und Dentinhypoplasien

sehr viel häufiger als genetische Ursachen treten peri- und postnatal
erworbene (alimentäre, infektiöse, metabolische und pharmakologische)
Zahnhartsubstanzdefekte auf. Dabei ist der Zeitraum ziemlich genau bekannt:
Bei den Milchzähnen auf das erste Lebensjahr und bei den bleibenden Zähnen
bis zum 7. Lebensjahr hin. Klinisch bedeutsam sind ab diesem Zeitpunkt fast
nur die
Schmelzhypoplasien. Von den
Mineralisationszeiten her gibt es sog. "kritische Zeitintervalle:
- 4. Monat pränatal bis 3. Monat postnatal = betroffen sind die
Milchschneidezähne
- 5. Monat pränatal bis 9. Monat postnatal = betroffen sind die
Milcheckzähne
- 3. Monat postnatal bis 6. Lebensjahr = betroffen sind die bleibenden
Schneide- u. Eckzähne
Durch
Infektion bedingte Schäden
diese können durch lokale oder generalisierte Infektionen ausgelöst
werden:
- Turner-Zahn;
eigenes Stichwort
- angeborene
Syphilis;
Lues connata
- Röteln, Scharlach; Abb. s.u.
Schmelzhypoplasien
- Salmonelleninfektionen verbunden mit starken Diarrhöen während des 1.
Lebensjahres
pharmakologisch bedingte Schäden
bekannt fast nur in Form von
Tetrazyclinschädigungen
alimentär bedingte Schäden
-
Fluoride; hauptsächlich im Trinkwasser (natürlich o. zugesetzt),
Summationseffekte mit künstlich angereicherten Nahrungsmittel;
eigenes Stichwort (Fluorose)
- Strontium: Aufgrund der Substitutionsfähigkeit von bis zu vier
Calcium-Ionen pro
Apatitkristall bedingen
hypoplastische, weißliche linienförmige Schmelzstreifen an den oberen
Frontzähnen
- Mangel an Vitamin A und C
metabolisch bedingte Schäden
- durch Sauerstoffmangel um den Geburtsvorgangs herum als sog.
Geburtslinien (Neonatallinien); diese sind bei Frühgeburten mit ca. 50 %
deutlich häufiger vorkommend
- durch eine Tetanie bedingte Hypokalzämie (chronischer
Vitamin-D-Mangel der Mutter oder des Kleinkindes)
- mütterlicher
Diabetes
-
Down-Syndrom
- diverse andere Stoffwechselstörungen
posteruptive Schäden: neben den durch Unfälle bedingten Schäden (
traumatische Zahnverletzungen) sind dies besonders zwei große Verursacher:
Osteogenesis imperfecta,
Sichelzahn,
Tetrazyklin, Zahndysplasie,
Zahnentwicklungsstörungen
Zahnheilkunde
ZHK, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Zahnmedizin,
Dentologie,
Odontologie,
Odontostomatologie, Odontiatrie, engl.: dentistry,
odontology; abgegrenzter, eigenständiger Bereich der Medizin als
wissenschaftliche Lehre vom Bau, von der Funktion und den Krankheiten des
Gebisses (Zähne, Zahnhalteapparat, Zahnfleisch und Kiefer). Die Ausübung der
ZHK erfolgt in Deutschland auf dem Boden des
Zahnheilkundegesetz; sie
umfasst die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung aller Erkrankungen im Zahn-,
Mund- und Kieferbereich. Als Teilgebiete gelten (2012):
Zahnärztliche Chirurgie;
Oralchirurgie im Rahmen einer
Weiterbildung
Konservierende Zahnheilkunde (
Zahnerhaltungskunde)
Parodontologie (Heilkunde der Erkrankungen des
Zahnhalteapparates und deren Vorbeugung)
Prothetische Zahnheilkunde (Zahnersatzkunde) und
Werkstoffkunde
Implantologie
Kieferorthopädie
Öffentliches Gesundheitswesen,
BZÖG
im weiteren Sinne zählen noch als Teil- bzw. Arbeitsgebiete:
Kinderzahnheilkunde,
Gender
Dentistry,
Gerostomatologie u.
zahnärztliche
Psychosomatik
Die
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gilt nicht als Teilgebiete der
Zahnmedizin, sondern ist ein gemeinsames Fachgebiet der Medizin und Zahnmedizin.
Fachgebiete,
Gender
Dentistry,
Rezept,
Schulmedizin
Zahnheilkundegesetz
ZHG, ZHKG, engl.: law of dentistry; Grundlage für die
Ausübung der Zahnheilkunde in D.;
zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung der Bundesärzteordnung und
anderer Gesetze vom 21.7.2004, BGBl I 2004. Es beschreibt die zahnärztlichen
Tätigkeiten ("Ausübung der Zahnheilkunde ist die berufsmäßige auf
zahnärztlich wissenschaftliche Erkenntnis gegründete Feststellung und Behandlung
von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Als Krankheit ist jede von der Norm
abweichende Erscheinung im Bereich der Zähne, des Mundes und der Kiefer
anzusehen, einschließlich der Anomalien der Zahnstellung und des Fehlens von
Zähnen.") und die Zuständigs- bzw. Delegationsmöglichkeiten. So besagt
beispw. § 1 Abs. 5 Zahnheilkundegesetz aus:
"Approbierte
Zahnärzte können insbesondere folgende Tätigkeiten an dafür
qualifiziertes Prophylaxe-Personal mit abgeschlossener Ausbildung wie
zahnmedizinische Fachhelferin, weitergebildete Zahnarzthelferin,
Prophylaxehelferin oder Dentalhygienikerin delegieren: Herstellen von
Röntgenaufnahmen, Entfernen von weichen und harten sowie klinisch erreichbaren
subgingivalen Belägen, Füllungspolituren, Legen und Entfernen provisorischer
Verschlüsse, Herstellen provisorischer Kronen und Brücken, Herstellen von
Situationsabdrücken, Trockenlegen des Arbeitsfeldes relativ und absolut,
Erklärung der Ursache von Karies und Parodontopatien, Hinweise zu
zahngesunder Ernährung, Hinweise zu häuslichen Fluoridierungsmaßnahmen,
Motivation zu zweckmäßiger Mundhygiene, Demonstration und praktische Übungen zur
Mundhygiene, Remotivation, Einfärben der Zähne, Erstellen von Plaque-Indizes,
Erstellung von Blutungsindizes, Kariesrisikobestimmung, lokale Fluoridierung zum
Beispiel mit Lack oder Gel, Versiegelung von kariesfreien Fissuren.", wobei
zusätzlich zu bemerken ist, dass diese Leistungen nur nach Anweisung durch einen
Zahnarzt durchgeführt werden können."
Das Gesetz heutiger Prägung trat am 1. April 1952 in Kraft. Es beendete
damals einen fast 80 Jahre dauernden Dualismus zwischen
Zahnärzten und
Dentisten in
West-Deutschland ("Bonner Abkommen" (manchmal auch als "Allensbacher Abkommen
bezeichnet)) und hielt u.a. fest, dass die Ausübung der Zahnheilkunde nur
Zahnärzten (Ärzten) vorbehalten ist und ein Hochschulstudium mit
Approbation voraussetzt. Damit wurde eine Professionalisierung geschaffen,
die in vielen anderen europäischen Ländern schon früher bestand.
In 2003 wurde auch ein juristischer Streit durch den Europäischen
Gerichtshof (EuGH, AZ.: C-35/02) darüber entschieden, ob Arzt-Approbation
zur Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt:
Die EU-Richtlinie 78/687/EWG zur "Erlangung zahnärztlicher Diplome" verlangt zur
Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit als Zahnarzt ein Diplom, Prüfungszeugnis
oder sonstigen Befähigungsnachweis, mit dem garantiert nachgewiesen wird, dass
der Zahnarzt im Verlauf seiner gesamten Ausbildungszeit angemessene Kenntnisse
der wissenschaftlichen Zahnheilkunde erworben hat. Dagegen sieht Paragraf 1
Absatz 1 des Gesetzes über die Zahnheilkunde (ZHG) vom 31. März 1952 in der
Fassung vom 16. April 1987 vor: "Wer im Geltungsbereich dieses Gesetzes die
Zahnheilkunde dauernd ausüben will, bedarf einer Approbation als Zahnarzt nach
Maßgabe dieses Gesetzes oder als Arzt nach bundesgesetzlicher Bestimmung. Die
Approbation berechtigt zur Führung der Bezeichnung als Zahnarzt oder
Zahnärztin." . Da aber das EU-Recht eine übergeordnete Norm und der EuGH
feststellte, dass §1,1 mit EU-Recht nicht vereinbar ist, muss einem Arzt keine
Approbation als Zahnarzt erteilt werden, solange er nicht die Voraussetzungen
zur Erlangung des zahnärztlichen Diploms nach Maßgabe der Richtlinie 78/687/EWG
erfüllt hat.
Approbation,
Delegation,
Heilberufsgesetz,
Öffnungsklausel, Zahnarzt,
Zahnmedizinische
Fachangestellte
Zahnhöcker, engl.: (dental) cusp;
Höcker
Zahnhölzchen
medizinische, Zahnhölzer, Zahnstocher, engl.:
tooth pick; meist dreieckig geformt Stäbchen aus einem weichen
Werkstoff, wie z.B. Holz (z.B. Balsa) oder (in jüngerer Zeit) speziellen
Kunststoffen zur
Zahnzwischenraumreinigung und - bei richtiger Technik - zur
Stimulation der
Interdentalpapille. Die Z. können z.B. mit
Fluoriden zur
Kariesprophylaxe oder
antibakteriellen Wirkstoffen getränkt sein.
Mehr Schaden als Nutzen bringen dagegen unzweckmäßige Geräte wie
harte Hölzer, Büroklammern, Metallstreifen, nicht bruchfester Kunststoff
usw.
Interdentalhölzer,
Interdentalraum,
Mundhygiene, Zahnseide |
 |
Zahn im Zahn,
Dens in dente
Zahnimpressionen
Zahneindruck, engl.: tooth impressions, tooth
indentations; Negativform von Zahnkronen, welche auf anderen
Körperteilen (eigenen, fremden) oder Gegenständen hinterlassen werden.
Neben den professionell durchgeführten
Zahn- und Kieferabdrücken, werden Z. bei
Habits und
Parafunktionen (s. Abb. u.) sowie Weichteilschwellungen nach
Operationen oder einer
übergroßen Zunge beobachtet. Davon abzugrenzen sind Biss- oder
Saugimpressionen, wie sie z.B. in der Haut und Schleimhaut sichtbar
werden können. Derartige Impressionen haben in der
forensischen Medizin bei der Überführung des Verursachers Bedeutung.
Zungenpressen |

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|
Zahnintrusion, zentrale Zahnluxation,
engl.: do. o. tooth depression;
Intrusion,
Milchzahnpersistenz,
traumatische Zahnverletzungen
Zahnkaries, in
der ZHK ungebr4äuchlicher Ausdruck für Die
Karies. Medizinisch als: Abgrenzung zur
Knochenkaries (bone caries)
Zahnkeim
engl.: tooth germ o. tooth bud; Bezeichnung für einen im
Kiefer liegenden Zahn (Milchgebiss,
Wechselgebiss), dessen Krone schon ausgebildet (mineralisiert),
dessen Wurzelwachstum aber noch nicht abgeschlossen ist. Das frühe
Stadium eines Z. wird auch als
Zahnscherbchen
bezeichnet.
Dilazeration,
Eruption,
Gemination,
Germektomie (Zahnkeimentfernung),
Impaktion,
Zahnhartsubstanzdefekte,
Zahnkeimentzündung,
Zahnkeimschädigung,
Zahnkeimtransplantation,
Zahnleiste, Zahnrichtung,
Zahnscherbchen |

|

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Zahnkeim im frühen Stadium
|
Zahnkeimentzündung
engl.: tooth germ (or: tooth bud) inflammation; nur selten über
den Blutweg (hämatogen; z.B. Nabelschnurinfektion; Osteogingivitis neonatorum)
ausgelöste Entzündung des Zahnkeims bzw.
seiner knöchernen Umgenung, welche sich in seltenen Fällen zu einer
Zahnkeimosteomyelitis (Folliculitis expulsiva, engl.: tooth germ
sequestration) - meist im
Oberkiefer -
entwickeln kann. Normalerweise erfolgt der Infektionsweg bei dieser seltenen
Erkrankung aus der Mundhöhle über eine Zahnfleischtasche am Milchzahn oder eine
Unfallverletzung -
hämatogene
Ursachen sind sehr selten.
Hypodontie,
Osteomyelitis,
Säuglingsosteomyelitis,
traumatische Zahnverletzungen
Zahnkeimpaarung; engl.: twin teeth
or gemination;
Gemination
Zahnkeimtransplantation
Zahnkeimverpflanzung, engl.: tooth germ transplantation;
autoplastische
Transplantation im Sinne einer Verpflanzung
wurzelunreifer Zähne einschließlich des
umgebenden Häutchens (Follikel) - meist des unteren
Weisheitszahns - in ein entsprechend vorbereitetes
Zahnfach an eine andere Stelle innerhalb der (unteren
Molaren-)
Zahnreihe; bevorzugt sind die
Molarenalveolen der
1. u.
2. Backenzähne des Unterkiefers. Die "Überpflanzung" erfolgt einschließlich
des Zahnfollikels und erfordert
wegen einer möglichen Zahnkeimschädigung eine vorsichtige Vorgehensweise. Die
Verpflanzung erfolgt entweder sofort in die frische Extraktions-Alveole oder
(bei Vorliegen von
apikalen Entzündungen des entfernten Zahnes) verzögert nach 3-6 Wochen.
Zahnkeimverlagerung
engl.: tooth germ transposition;
Verlagerung eines Zahnkeimes an einer
anderen Stelle im Kiefer (anomale Keimlage); meist schon embryologisch (Aberration
von Keimgewebe) verursacht, seltener durch ein
Milchzahntrauma.
Folgen sind ein Durchbruch des Zahnes
an falscher Stelle innerhalb oder außerhalb der
Zahnreihe oder eine (Teil-)Retention.
Verlagerung,
Zahnektopie
Zahnkeimzyste, engl.: dentigerous
or follicular cyst;
Zyste
Zahnkippung ; engl.: tooth tipping;
Kippung
Zahnknospe, engl.: tooth bud; Bez.
für den Zustand während der Zahnentwicklung, bei
welchem das
Schmelzorgan noch nicht gebildet ist;
Zahnleiste
Zahnkranz
engl.: basing arch;
zahntechnische Bezeichnung für den Teil eines
Sägemodells (Abb.), welcher Zähne,
Präparation
der Zahnstümpfe und eine relativ dünne Gipsunterlage
mit Teilen des Kiefers enthält. Besteht aus einem besonders harten Gips (Gipsklasse
IV)
Zahnkrone, Corona dentis, engl.:
crown, corona dentis;
(künstliche) Krone, (natürlicher) Zahn
Zahnlänge
Zahngröße, engl.: tooth length; Strecke zwischen der Schneidekante
bzw. Höckerspitze und der Wurzelspitze eines Zahnes. Individuell stark
schwankend und altersabhängig. Allgemein kann festgestellt werden, dass die
Unterkiefer-Schneidezähne
am kürzesten und die Oberkiefer-Eckzähne ("Augenzahn")
am längsten sind. Neben der altersabhängigen Länge (Verkleinerung mit
zunehmenden Alter durch
Abrasion und
Wurzelresorption; größte Länge etwa 2 - 3 Jahre nach dem
Zahndurchbruch) spielt auch die
Gesichts-/Schädelform eine Rolle und spiegelt sich häufig in der Länge der Zähne
wieder. Das Verhältnis Zahnkronenlänge : Zahnwurzellänge ist etwa 1 : 2 . Für
die kosmetische Größe der Zahnkrone gilt ein Längen-Breiten-Verhältnis von 1 :
0,75 bis 0,8 als vorteilhaft.
Zahlen zur Z. (gesamter Zahn, d.h. Zahnkrone und Zahnwurzel) sind wegen
der klinischen Bedeutungslosigkeit nur vereinzelt bekannt. Bedeutung hat dagegen
- vor allem für
endodontische Maßnahmen - die
Wurzelkanallänge
Nach Mühlreiter - De Jonge werden folgende mittleren Werte zur
Zahngröße angegeben:
| Zahn (Oberkiefer) |
Größen
In Klammern = Milchzähne
(Angaben in Millimeter) |
|
Zahn (Unterkiefer) |
Größen
In Klammern = Milchzähne
(Angaben in Millimeter) |
mittlerer
Schneidezahn |
Kronenbreite 8,4 (6 - 7,5)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge 11,6 (6 - 7,3)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge 24 (17 - 19)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze) |
|
mittlerer
Schneidezahn |
Kronenbreite 5,4 (3,6 - 5,5)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge 9,4 (5 - 6,6)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge 21,4 (15 - 19)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze) |
seitlicher
Schneidezahn |
Kronenbreite 6,5 (4,2 - 6,6)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge 9,0 - 10,2 (5,5 - 6,8)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge 22,5 (14,5 - 17)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze) |
|
seitlicher
Schneidezahn |
Kronenbreite 5,9 (3,8 - 5,9)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge 9,9 (5,6 - 7)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge 23,5 (15 - 19)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze) |
| Eckzahn |
Kronenbreite 7,6 (6,2 - 8)
(Strecke mesiale bis distale Kronenecke)
Kronenlänge 10,9 (6,5 - 7,8)
(gemessen zwischen Basis u. Spitze)
Zahnlänge 27 (17,5 - 22) |
|
Eckzahn |
Kronenbreite 6,7 (5,2 - 7)
(Strecke mesiale bis distale Kronenecke)
Kronenlänge 11,4 (6,5 - 8,1)
(gemessen zwischen Basis u. Spitze)
Zahnlänge 25,4 (17,5 - 22) |
| erster Prämolar |
Kronenbreite 6,8
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge 8,7
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 21,7 |
|
erster Prämolar |
Kronenbreite 6,9
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge 8,9
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 22,8 |
| zweiter Prämolar |
Kronenbreite 6,5
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge 7,9
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 21,5 |
|
zweiter Prämolar |
Kronenbreite 7,3
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge 8,5
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 23,2 |
| erster Molar |
Kronenbreite 10,1 (6,6 - 7,8)
(oral gemessen)
Kronendicke 11,7
Kronenlänge 7,7 (5,8 - 6,5)
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 21,3 (14 - 17)
(an der oralen Wurzel gemessen) |
|
erster Molar |
Kronenbreite 11,5 (7,5 - 8,5)
(oral gemessen)
Kronendicke 10,4
Kronenlänge 8,3 (6,6 -7)
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 22,8 (14 - 17)
(an der mesialen Wurzel gemessen) |
| zweiter Molar |
Kronenbreite 9,8 (8,3 - 9,3)
Kronendicke 11,5 (9 - 10,2)
Kronenlänge 7,7 (6 - 6,7)
Zahnlänge 21,1 16,5 - 18,5) |
|
zweiter und dritter
Molar |
Kronenbreite 10,7 (10 - 11,5)
Kronendicke 9,8 (8,5 - 9,5)
Kronenlänge 8,1 (6,5 - 7,2)
Zahnlänge 21,8 (17,5 - 19,5)
(an der mesialen Wurzel gemessen)
in der Regel 3, in ca. 1/3 der
Fälle 4 Wurzelkanäle |
| dritter Molar |
keine Angaben |
|
|
|
Dentalindex
nach Flower,
Endometrie, Zahnform,
Zahnmerkmale
Zahnlaut, engl.: dental consonant;
Dentallaut
Zahnleiste
Schmelzleiste, Epithelleiste, engl.: dental ridge,
dental lamina, toothed lath;
im Embryonalstadium gebildete (vom Alveolarwall in der 6. Fetalwoche
ausgehend), den Kiefern angepasste schnurartige Ansammlung von Zellen
als bogenförmige Einstülpung, aus welcher sich die Anlagen für die
Milchzähne und in einer zweiten Z. die für die bleibenden
Zähne herausbilden.
Dentition,
Gebiss,
Hyperodontie,
Schmelzorgan,
Serres Perlen,
Zahnfurche |

Zahnleiste mit
Zahnknospen |
Zahnlockerung
gomphiasis, odontoseisis, engl.: tooth loosening; abnorm erhöhte
Zahnbeweglichkeit, ausgelöst
durch
Abbau des Kieferknochens, entzündliche Prozesse der
Wurzelhaut bzw. an der
Wurzelspitze, große
Zysten
oder durch ein
Trauma; Einteilung in 3 Lockerungsgrade.
Lockerungsgrad,
Parodontalstatus,
Periotest,
Stabilisierungsschiene,
traumatische Zahnverletzungen,
Zahnbeweglichkeit
zahnlos
Zahnlosigkeit, engl.: edentulous; Fehlen der Zähne, bedingt durch:
eine Nichtanlage aller Zähne,
Anodontie
durch chirurgische Zahnentfernung bzw. altersbedingtem Verlust aller Zähne (Edentation)
oder
traumatische Einflüsse
natürlich: vor dem Durchbruch des 1. Zahnes im
Milchgebiss
Z. bedingt ein Einfallen der Lippenpartie, eine Absenkung des
Zusammenbisses (verminderte
Bisshöhe) und
einen Vorschub des Unterkiefers, was zu einem erheblich älterem Gesichtsausdruck
führt (sog. "Greisengesicht"); ebenso kann die Nahrungsaufnahme und
Verdauung nur unvollkommen erfolgen. Durch entsprechend gestalteten
Zahnersatz kann dieser Zustand gut korrigiert werden.
adental,
unbezahnt, Zahnersatz
Zahnlücke
"Lücke", engl.: gap between the teeth, (tooth space);
natürliche oder krankhafte Veränderung im Kiefer zwischen zwei eigenen
Zähnen, bedingt durch versch. Umstände:
Aus funktionellen - im sichtbaren Bereich auch aus kosmetischen
Gründen - ist in der Regel eine zahnärztliche Versorgung der Lücken (mittels
Zahnersatz, kieferorthopädischer Behandlung, Implantaten, Verpflanzung
von Zähnen) geboten:
Der menschliche Körper ist auf Effizienz ausgerichtet. Er erhält, was er
braucht und baut ab, was er nicht benötigt. Bei den Muskeln ist dieser
Mechanismus offensichtlich, aber er betrifft in gleicher Weise das
Knochengewebe im Kiefer. Wird es weniger belastet, verringert es sich
und der Halt für die verbliebenen Zähne nimmt ab. Sind mehrere Lücken
vorhanden, kann dieser stetige Knochenabbau zu einer veränderten
Gesichtsform führen.
Angulation,
Brücke,
Kennedy-Klassen,
Lückengebiss, Zahnersatz,
Zahnwanderung |

Z. im Unterkiefer und
deren Versorgung mit
einer einfachen
Teilprothese



|
Zahnluxation, engl.: tooth luxation;
traumatische Zahnverletzungen
Zahnmark, engl.: dental pulp;
Pulpa
Zahnmedizin,
Zahnheilkunde
Zahnmedizinische
Fachangestellte
ZFA, ehemals:
Zahnarzthelferin,
zahnärztliche Helferin, engl.: (literal, da deutsche Wortschöpfung) dental
expert employee or (better) dental assistant; anerkanntes Berufsbild für
eine zahnmedizinische Fachkraft gem.
Berufsbildungsgesetz (BBiG) in dualer drei- bzw. zweieinhalbjähriger
Berufsausbildung. Dabei gelten folgende Übergangsregelungen:
alle Auszubildenden, die ab dem 1. August 2001 ihre Ausbildung begonnen haben
und im Jahr 2004 beendeten (die Ausbildungszeit beträgt normalerweise 3 Jahre),
tragen die neue Berufsbezeichnung "Zahnmedizinische Fachangestellte" (ZFA)
Eine formell rückwirkende Änderung für schon abgeschlossene Ausbildungen der
Berufsbezeichnung "Zahnarzthelferin" in "ZFA" ist nicht möglich
Die Verwendung "ZFA" im allgemeinen Sprachgebrauch für alle Helferinnen ist
dagegen zulässig
Die Zahnärzteschaft betont ausdrücklich, dass die Gleichwertigkeit beider
Berufsbilder gegeben ist.
(mit historischer
Entwicklung):
Im Zeitraum von 2000 bis 2011 hat sich die Anzahl der männlichen
Auszubildenden vervierfacht: im Jahr 2000 nur 50 Männer, die eine Ausbildung
zum ZFA absolvierten, 2011 waren es 201. Der Frauenanteil liegt somit bei 99,3
Prozent.
Der Tätigkeitseinsatz (
Einsatzrahmen,
Delegation,) von ZFAs ist deutschlandweit nicht einheitlich
geregelt; er resultiert im Prinzip aus einer - juristisch durchaus verschieden
zu wertenden - Interpretation des
Zahnheilkundegesetzes.
Der Weltzahnärzteverband (
FDI)
sagt zum Einsatzrahmen aus:
1. Einführung
Der Zahnarzt trägt dem Patienten gegenüber die Verantwortung für die Diagnose
und Beratung sowie die Bereitstellung von Mundgesundheitsversorgung in
Übereinstimmung mit dem geltenden Gesetz. Daraus folgt, dass der Zahnarzt
ebenfalls für die Unterstützung, Führung und Beaufsichtigung der Hilfskräfte
innerhalb des Praxisteams verantwortlich ist.
2. Definitionen
2.1 Zahnärztliche Hilfskraft: Mitglied des Praxisteams, dem der Zahnarzt
in Einklang mit der aktuellen Gesetzgebung bestimmte Aufgaben im Rahmen der
Mundgesundheitsversorgung der Patienten übertragen kann.
2.2 Beaufsichtigung: Betreuung der Hilfskraft bei der Ausführung ihrer
Aufgaben und Pflichten.
3. Aufgaben und Pflichten
3.1 Der Zahnarzt ist verpflichtet:
Dafür zu sorgen, dass die berufliche Kompetenz aller Mitglieder des
zahn-ärztlichen Teams stets dem aktuellen Wissensstand entspricht und
Hilfskräfte Schulung in Bezug auf die ihnen übertragenen Aufgaben erhalten.
Die Hilfskräfte beruflich zu betreuen und ihre Leistungen zu überwachen, um
optimale Qualität der erbrachten Mundgesundheitsversorgung zu sichern.
3.2 Die Hilfskraft ist verpflichtet:
Von den Aufgaben, die an sie delegiert werden, nur diejenigen auszuführen, für
die sie im Rahmen der im jeweiligen Land zulässigen Berufspraxis angemessen
qualifiziert bzw. ausgebildet ist und alle Aufgaben abzulehnen, für die sie
nicht ausgebildet bzw. qualifiziert ist.
Den Zahnarzt darauf hinzuweisen, wenn eine Behandlungsmaßnahme ihre Ausbildung
bzw. Fachkompetenz als Hilfskraft überschreitet.
Am 1. April 2005 trat eine Novelle des Berufsbildungsgesetzes in
Kraft. Diese 26. Aktualisierung des rechtlichen Rahmens - gültig auch für die
Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) - beinhaltet u. a.:
Verlängerung der Probezeit von drei auf vier Monate
Möglichkeit, zeitlich begrenzte Abschnitte (maximal ¼) der Berufsausbildung im
Ausland zu absolvieren - bei ZFAs also maximal neun Monate
Prinzipielle Zulässigkeit einer Verkürzung der regulären Dauer der
Ausbildungszeit nicht nur in Bezug auf die Gesamtdauer (drei Jahre), sondern
"bei berechtigtem Interesse" auch in der täglichen oder wöchentlichen
Zeitdimension
Verkürzung des Tätigkeitsnachweises in der Praxis für "Externe" als
Voraussetzung für die Zulassung zur Teilnahme an der Abschlussprüfung von bisher
sechs auf jetzt 4 ½ Jahre.
Ausbildungszahlen Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) (Im Zeitraum von 2000 bis 2011 hat sich die
Anzahl der männlichen Auszubildenden vervierfacht: im Jahr 2000 nur 50
Männer, die eine Ausbildung zum ZFA absolvierten, 2011 waren es 201. Der
Frauenanteil liegt somit bei 99,3 Prozent)

Aufstiegsmöglichkeiten
einer ZFA
Vom Berufsbildungsausschuss beschlossen wurde die Einführung einer
"Zahnmedizinischen Fachangestellten Light Ausbildung" ("Zahnarzthelferin
Light") mit 2-jähriger Berufsausbildung bei einer Vergütung, die nach
Abschluss dem Ausbildungsgehalt einer ZFA im 3. Lehrjahr entspricht. Ein
offizieller Name existiert noch nicht. Ebenfalls in der Versuchsphase ist die
"Zahnarzthelferin Light" mit nur einjähriger Ausbildung nach der EQJ
(EinstiegsQualifikation Jugendliche).
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung,
Aufstiegsfortbildung,
Delegation,
Dentalberaterin,
Dental Hygenist,
Fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte mit Qualitätsbezeichnung,
Fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte ohne Qualitätsbezeichnung,
Kieferorthopädische Fachassistentin (Zahnmedizinische
Kieferorthopädie-Assistentin),
Zahnmedizinische Fachhelferin
ZMF, engl.: (sinngemäß) dental specialized assistant;
zahnärztliche Assistenz mit einer systematische und umfassende
Aufstiegsfortbildung gem. § 46 BBiG auf Grundlage der Fortbildungs- und
Prüfungsordnung der jeweiligen "Zuständigen Stelle" (in der Regel die jeweilige
Zahnärztekammer) mit einem
Fortbildungsumfang von mind. 700 UStd.; Kursteilnahme nach den
Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Kammer. Abschlussprüfung gemäß § 46
Abs. 1
Berufsbildungsgesetz vor der "Zuständigen Stelle" (in der Regel die jeweilige
Zahnärztekammer).
Zu den Tätigkeitsfeldern gehören - nach entsprechender
Delegation - besonders:
- begleitende Beratungs- und Behandlungsmaßnahmen auf dem Gebiet der
Prävention und Therapie,
- die Übernahme verantwortlicher Tätigkeiten auf dem Gebiet der
Praxisverwaltung und -organisation.
- an die ZMF dürfen durch den Zahnarzt begleitende Maßnahmen auf den
Gebieten der Individualprophylaxe sowie der konservierend/chirurgischen und
der prothetischen Zahnheilkunde delegiert und unter Verantwortung des
Zahnarztes durchgeführt werden.
- die ZMF besitzt ebenso eine besondere Qualifikation im Bereich der
Praxisorganisation und Praxisverwaltung.
Aufstiegsfortbildung,
Auszubildende,
Delegation,
Dentalhygienikerin,
Fortgebildete ZFA,
Tarifvertrag
Musterfortbildungsordnung ZMF ist auf den
Internetseiten der Bundeszahnärztekammer abrufbar)
Stellenportal für den
gesamten Dental-Markt
Zahnmedizinische Kieferorthopädie-Assistentin;
Kieferorthopädische Fachassistentin
Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin
ZMP, "Prophylaxehelferin", engl.: dental prophylaxis assistant;
mit einer umfassenden und speziell ausgerichteten Aufstiegsfortbildungsmaßnahme
mit Qualifikation zur ZMP für
Individualprophylaxe in allen Bereichen der Zahnarztpraxis nach
entsprechender
Delegation. Dazu gehört unter anderem die Gewinnung, Übernahmen und
Interpretation von (Hygiene-)Befunden, die Durchführung präventiver und
therapeutischer Maßnahmen und die Vermittlung fachlicher Grundlagen in den
Bereichen Gesundheitserziehung, -vorsorge und -aufklärung in
patientenverständlicher Kommunikation und Pädagogik. Hinzu kommt die Motivierung
der Patienten zur Verhaltensänderung im Sinne einer verbesserten
Mundhygiene.
Diese Aufstiegsfortbildung wird entweder in Vollzeitform oder berufsbegleitend
durchgeführt. Für die ZMP ist der Umfang auf etwa 350-400 Stunden
festgelegt. Beendet wird sie mit einer Abschlussprüfung gemäß § 46 Abs. 1
Berufsbildungsgesetz vor der "Zuständigen Stelle" (in der Regel die jeweilige
Zahnärztekammer).
Aufstiegsfortbildung,
Delegation,
Fortgebildete ZFA,
Musterfortbildungsordnung ZMP ist auf den
Internetseiten der Bundeszahnärztekammer abrufbar)
Buchtipp: "Lehrbuch Prophylaxeassistentin" von Jean-Francois Roulet,
Susanne Fath, Stefan Zimmer
Zahnmedizinische
Verwaltungsassistentin (-helferin)
ZMV, engl.: dental administrative assistant; mit
eigenverantwortlichen Tätigkeitsfeldern auf folgenden Gebieten nach
entsprechender
Delegation:
- Abrechnungswesen
- Praxisorganisation und -management
- Rechts- und Wirtschaftskunde
-
anwendungsbezogene Datenverarbeitung (Praxis-EDV)
- Kommunikation und Rhetorik
- Ausbildungswesen und Pädagogik
Systematische und umfassende Fortbildungsmaßnahme
(Aufstiegsfortbildung gem. § 46 BBiG) auf der Grundlage der
Fortbildungs- und Prüfungsordnung der jeweiligen „Zuständigen Stelle“
(in der Regel die jeweilige
Zahnärztekammer) und einem Fortbildungsumfang von mind. 350 Ustd.;
Kursteilnahme nach den Zulassungsvoraussetzungen der Kammer.
Aufstiegsfortbildung,
Delegation,
Fortgebildete ZFA,
Musterfortbildungsordnung ZMV ist auf den
abrufbar)
Fernlehrgang:
Aufstiegsfortbildung Zahnmedizinische/r Verwaltungsassistent/in (ZMV)
|
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Zahnmerkmale
Erkennungsmerkmale, engl.: characteristic dental features;
charakteristische Zeichen jedes einzelnen Zahnes, welche besonders zur
Bestimmung der Seitenzugehörigkeit bzw. der richtigen Einordnung in den
4 Zahnquadranten dienen. Typisch für
jeden Zahn sind das / die:
Zahn, Zahnform,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge),
Zahnrichtung
Zahnmark;
Pulpa
Zahnmissbildung,
Zahndysplasie
Zahnnerventzündung, besser:
Zahnmarkentzündung, engl.: endodontitis;
Pulpitis
Zahnoberfläche
engl.: tooth surface; im Sprachgebrauch gleichbedeutend mit der
sichtbaren, aus
Schmelz bestehenden Oberflächenschicht der Zahnkrone. Individuell versch.
stark ausgeprägte rillenförmige vertikale Eindellungen und horizontal
verlaufende feine
Imbrikationslinien reflektieren auffallendes Licht unterschiedlich und
verleihen so dem Zahn seine individuelle Note
Zahnoberhäutchen,
engl.: enamel cuticle, Nasmyth's membrane;
Schmelzoberhäutchen
Zahnorgan
Odontium
Zahnpasta
Zahncreme, Zahnpaste, engl.: toothpaste, dentifrice;
unterstützendes Zahnreinigungs- und -pflegemittel auf Pasten- oder Gelbasis,
welches dazu dient, weiche Beläge (Plaque
und deren Vorstadien) von der Zahnoberfläche und dem
Zahnfleischrand zu entfernen. Zur besseren Wirkung dieses Reinigungsvorgangs
(meist mit Putzkörpern aus feinem Sand) werden wasserbenetzende Mittel (Tenside
wie z.B.
Natriumlaurylsulfat, NLS) sowie
Abrasiv- bzw.
Polierstoffe verwendet. Gleichzeitig erfolgt bei den heute gebräuchlichen
Pasten eine Anreicherung mit
Fluoriden (maximal 0,15% (= 1500 ppm); bei Kindercremes 0,05% (= 500
ppm)), bzw. mit anderen (z.B. Plaquehemmenden oder
beruhigenden) Zusätzen. Diese Anreicherung ist manchmal nicht
unproblematisch, da die Zusatzstoffe mit den Pastenbestandteilen eine Reaktion
eingehen können, und dann im Prinzip wirkungslos sind.
Mit der Absicht, die Effizienz der
Plaquekontrolle noch weiter zu verbessern, sind neben den Fluoridpasten in
den letzten Jahren verstärkt Pasten mit dem Wirkstoff
Triclosan auf den Markt gekommen. Vom breit wirksamen
antimikrobiellen Triclosan in Konzentrationen von 0,1-1% verspricht man sich
insbesondere bei schwierigen Putzsituationen eine bessere Keimreduktion.
In D waren 2007 ca. 80 Präparate auf dem Markt, bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von
4,3 Tuben/Jahr.
Die Reinigungsleistung einer Paste wird durch den
PCR-Wert (PCR = pellicle cleaning ratio) ausgedrückt. Dieser beschreibt,
inwieweit die jeweilige Paste das Zahnoberhäutchen (
Pellicle) stört, indem
angefärbte Auflagerungen entfernt werden.
Nach Verbraucheranalysen verwenden 93% der Deutschen mindestens einmal täglich
eine Zahnpasta, mehr als 95% davon enthalten
Fluoride.
Zum Gebrauch gelten folgende Empfehlungen: Nur eine erbsengroße Menge
Zahnpasta auf die Bürste geben, lange (2-3 Minuten) und
überall putzen, dann ausspucken
und nur oberflächlich ausspülen. Gründliches Ausspülen vermindert die
Fluoridwirkung.
Z. gehört im Warenverkehr zu den kosmetischen Mitteln. Der Begriff "kosmetische
Mittel" umfasst nicht nur dekorative
Kosmetika,
sondern auch pflegende Mittel wie Hautcremes oder Mittel zur Körperreinigung wie
Zahnpasten, Seifen, Haarshampoos etc. . Kosmetische Mittel sind nicht
zulassungspflichtig; wohl aber unterliegt die Z. dem deutschen
Lebensmittelrecht.
Erst bei bereits vorgeschädigten Zähne können Zahnpaste und Zahnbürste durch
mechanische Beanspruchung
abrasive Verletzungen verursachen.
In
vitro Studien haben gezeigt, dass Zähneputzen mit abrasiven Z.
Abnützungen am
Dentin produzieren (
RDA-Wert). Die Übertragung dieser Befunde auf
in
vivo Effekte ist jedoch schwierig, legt aber nach Meinung britischer
Wissenschafter der Bristol University (M. Addy et al.) nahe, dass eine normale
Anwendung von Zahnbürste und Zahnpaste nur eine begrenzte Abnützung der
Bezahnung bei lebenslänglicher Anwendung bewirkt. Vernachlässigbare Schäden am
Dentin entstehen allein durch die Anwendung der
Zahnbürste (bei richtiger
Putztechnik). Die meisten Z. haben nur eine niedrige relative
Schmelzabrasivitätsrate und haben allein keinen Einfluss auf den
Schmelz. Fehlanwendung oder das Zusammentreffen mit
Erosionen kann die Abnützung des Dentins aber auf pathologische Werte
steigern. Durch erosive Einflüsse geschädigter Schmelz kann leicht durch jede -
auch ohne Z. - mechanische Aktion beseitigt werden.
Leider geben nicht alle Hersteller - da nicht vorgeschrieben - auch die
Inhaltsstoffe an. Seriöse Z. haben nichts zu verbergen und geben -
wie am Beispiel der elmex™ beschrieben - an:
|
Inhaltsstoffe nach INCI |
Funktion der Inhaltsstoffe |
|
Aqua |
Lösungsmittel (Wasser) |
|
Hydrated Silica |
Putzkörper |
|
Sorbitol |
Feuchthaltemittel |
|
Hydroxyethylcellulose |
Bindemittel |
|
Olaflur |
Fluorid-Wirkstoff Aminfluorid (1250 ppm F-) |
|
Titanium Dioxide |
weißes Farbpigment |
|
Saccharin |
Süßstoff |
|
Aroma |
Aromastoffe, z. B. Pfefferminzöl,
Menthol, Anethol, Krauseminzöl |
|
RDA-Wert |
77 |
|
pH-Wert
|
4,6 (10 % in Wasser) |
|
|
Nachfolgendes Dosierungsschema bei der Aufnahme von
Fluoriden wird heute (2012) von den wissenschaftlichen
Fachgesellschaften präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer
individuellen
Fluoridanamnese:

überarbeitet nach einer Vorlage von ZA M. Van Steenkiste
Zur Geschichte:
"Die Zahnpasta des Herrn von Mayenburg" (Apotheker in Dresden, Löwen-Apotheke,
Handelname Chlorodont, was auf griech. soviel bedeutet wie "frischer Zahn")
wurde als Tubenpaste 1907 erfunden. Wichtigster Grundstoff war Naturkalkstein,
als Geschmacksstoff diente Pfefferminze.

SOLL und IST beim
jährlichen Verbrauch
Zahnpasten
(Fluoridgehalte)
Abrasivität,
AFT, Doramad,
Erosion,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
Kosmetika,
RDA-Wert,
Stomatikum,
Triclosan,
überempfindliche Zähne,
Weißmacher Zahnpasten, Zahnbürste,
Zahnputztablette.
Zahnpflege, engl.: dental care o.
hygiene;
Mundhygiene, Zahnbürstmethoden
Zahnpflegekaugummi
engl.: dental care gum; zuckerfreies, Pflegemittel für die "Reinigung
zwischendurch", d.h. dann, wenn keine anderen
mechanischen Reinigungsgeräte zur
Verfügung stehen. Die Reinigungswirkung ist allerdings begrenzt; so werden
Zahlen (nach dreiminütigem Kauen) von 20% angegeben - im Gegensatz zu 70-90% bei
einer Zahnbürste. Zusatzstoffe sind meist der
Zuckeraustauschstoff
Xylitol
und/oder
Fluoride
Kaugummi
Zahnprothese, "falsche Zähne",
engl.: dental prosthesis, dentures, dental plate, false
teeth; grobe Unterteilung in die (herausnehmbare) Teilprothese und
Vollprothese
Zahnersatz,
Teilprothese,
Vollprothese
ZahnProthetiker
engl.: dental prosthetist, prosthodontist; im deutschsprachigem
Raum aus der Schweiz bekannte Berufsbezeichnung (zugelassen in den Kantonen
Zürich, sankt Gallen und Schwyz) für Personen, die sich ausschließlich mit
prothetischen
Maßnahmen am Patienten befassen ("umfassend geschulte Fachperson für die
dritten Zähne"). In den Fällen, wo medizinische Leistungen bei den Verrichtungen
anfallen, hat der Z. einen Zahnarzt "in Vertrag",
der diese Leistungen erbringt. Tätigkeitsschwerpunkt vor allem bei der
Anfertigung/Eingliederung von
Vollprothesen.
Voraussetzungen: abgeschlossene Lehre als
Zahntechniker/in und mindestens zehnjährige Berufserfahrung, absolvierter
Studiengang Zahnprothetik mit folgenden Fächern: Anatomie, Physiologie,
Histologie, Pathologie, Hygiene, Erste-Hilfeleistung, Total- und Teilprothetik.
Ausbildung existiert nur im Kanton Zürich.
Im EG-Raum kennen lediglich die Niederlande ("tandprotheticus") und Finnland
eine vergleichbare Ausbildung.
Zahnputztablette
engl.: dental cleaning tabs; von der Fa. ProDentum 2003 auf den Markt
gebrachte "Zahnpasta in Trockenform" mit einem
RDA-Wert von 35. Als Zusammensetzung wird vom Hersteller angegeben:
Mikrofeine Zellulose-Fasern (zur Politur, Füllstoff), Kieselerde (Putzkörper),
Natriumhydrogencarbonat (»Natron«, zusammen mit Vitamin C zur
pH-Wert-Regulierung von 5,5), Natriumlaurylsulfat (Tensid, Schaumbildung),
Aspartam (Geschmacksstoff, enthält eine Phenylalaninquelle), Ascorbinsäure
(Speichelflussanregung), Magnesiumstearat (pflanzlicher Hilfsstoff),
Natriumfluorid
(Kariesprophylaxe).
Zahnputztechniken, engl.: brushing
techniques;
Zahnbürstmethoden
Zahnregulierung, Kieferregulierung,
"Regulierung", engl.: orthodontic treatment, straightening of teeth;
Kieferorthopädie
Zahnreihe
Zahnbogen, engl.:
dental arch; Gesamtheit aller (sichtbaren bzw. in normaler Stellung
durchgebrochenen) Zähne eines Kiefers, mit einer Unterteilung in:
geschlossene; engl.: closed dental arch; die stehenden
Zähne sind nicht durch fehlende (Lücken) unterbrochen. Als
wissenschaftliche Lehrmeinung gilt eine geschlossene Zahnreihe bis zum
ersten großen Backenzahn (s. untere Abb.) als ausreichend, wenn
sie sonst vollständig (und geschlossen) ist
lückige; engl.: spaced teeth;
Lückengebiss,
Kennedy-Klassen
verkürzte; engl.: abbreviated or shortened dental arch
(SDA); Schlagwortbezeichnung für einen Gebisszustand, bei dem
die hinteren Zähne (Molaren) fehlen (sog. Fehlen der Molarenstützzone).
Unter verkürzter Zahnreihe (VZR) versteht man einen reduzierten
Zahnbogen, der bis zum zweiten
Prämolaren reicht; er besteht aus 10
okkludierenden Zahnpaaren ("Golden Twenty Regel", "Top
20").
Normalerweise geht man davon aus, dass nach Zahnverlust die vollständige
Rekonstruktion einer Zahnreihe notwendig sei, um die Stabilität des
Gebisses zu sichern. Im Rahmen der Kostendiskussion im Gesundheitswesen
und der Abkehr von einer "100-Prozent-Versorgung" (um im Falle enger
finanzieller Grenzen des Patienten bei Zahnersatzbehandlung die
richtigen Prioritäten setzen zu können) wurde in Untersuchungen geprüft,
wie viele Zähne funktionell und kosmetisch unbedingt nötig sind.
Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass es zur Not ohne hintere
Backenzähne gehe. Die wichtigsten Aufgaben erfüllen die so genannten
"Top 20": Die zentralen zehn Zähne - Frontzähne sowie erster und zweiter
kleiner Backenzahn (Prämolaren) - im Ober- und Unterkiefer, unter der
Voraussetzung, dass diese gesund bzw. funktionstüchtig restauriert sind.
Mit dieser Konstellation waren die meisten Aufgaben der Zähne gut
abzudecken. Die Frontzähne stellen vor allem Abbeißen, Sprechen und
Ästhetik sicher, die
Okklusion bleibt stabil und die Funktion des Kiefergelenks wird
in der Regel nicht beeinträchtigt. Von dem Initiator der bedeutendsten
Untersuchung - Prof. Kerschbaum, Köln - wird allerdings klar gestellt,
dass die verkürzte Zahnreihe nur das existenziell Notwendige, wie ein
Dach über dem Kopf, sei. Er stellt weiter dar, dass jeder zusätzliche
Zahn ein weiteres Plus an Lebensqualität bedeute. Weiter rät er, für die
Versorgung von finanziell schwach gestellten Patienten zunächst die so
genannten "Top 20" zu versorgen und diese in bestem Funktionszustand zu
erhalten. Ohne Schaden zu befürchten könne man mit der Versorgung der
Molaren so lange warten, bis die Notwendigkeit wirklich erkennbar sei.
Liegt später eine stärkere finanzielle Decke des Patienten vor, kann
z.B. mit Hilfe der
Implantologie ein zahnlos gewordener hinterer Kieferbereich wieder
naturnah versorgt werden.
Fehlstellung von Zähnen,
Gebiss,
Innenstand,
Kaufunktion,
LeFort,
Pont Index,
Neff-Verhältnis, Zahnersatz,
Zahnwanderung |

vollständige u. verkürzte Z.

unvollständige Z. |
Zahnreinigung, engl.: tooth cleaning,
odontexesis,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Zahnbürstmethoden
Zahnrichtung
engl.: teeth tendency; Begr. hauptsächlich beim
Zahndurchbruch gebraucht: so bestimmt die Achsstellung
des im Kiefer liegenden Zahnkeims in etwa die Richtung,
wohin der Zahn durchbrechen wird
Zahnrotation; engl.: tooth rotation;
Zahnbewegungen
Zahnschema
Gebiss-Schema, Zahnnummer, Zahnzahl, engl.:
dental chart, chart system of teeth; System zur
dokumentarischen Darstellung der menschlichen Zähne (Milchzähne
u. bleibende Zähne). Während es in
der Historie viele Schemata gab, hat sich international das
FDI-Schema - FDI-Two-Digit-System (Internationales
Zahnschema der
Federation Dentaire Internationale) - durchgesetzt. Es ist ein
Vier-Quadranten-System, welches von Pirquet 1924 vorgeschlagen und 1970
von der
FDI modifiziert, weltweit als verbindlich erklärt wurde. Es ist nach
folgender Logik aufgebaut:
- Der
Ober- und
Unterkiefer wird in 4 Abschnitte (Quadranten)
eingeteilt, die Darstellung erfolgt aus Sicht des Betrachters,
welcher auf die Zähne des Patienten schaut. Dadurch ergibt sich eine
Rechts-Links Seitenvertauschung, welche aber nur auf die
Schreibweise begrenzt bleibt - z.B. wird der rechte obere Backenzahn
sowohl vom Betrachter wie auch dem Patienten als solcher bezeichnet.
- Der Quadrant im rechten Oberkiefer erhält die "Leitzahl"
1 (eins), der des linken Oberkiefers die 2, derjenige
des linken Unterkiefers die Zahl 3 und der des rechten
Unterkiefers die 4
- An die "Leitzahl" wird die "Zahnzahl" angehängt -
dies ergibt die Zahnnummer; dabei wird von der Mitte der
Schneidezähne aus gezählt. Danach hat der linke obere
Schneidezahn die Zahl 21 (sprich: zwei-eins) oder der rechte
untere
Weisheitszahn die Zahl 48 (sprich: vier-acht)
- Die gleiche Systematik wird im
Milchzahngebiss angewandt, nur dass hier die "Leitzahlen" -
wieder beginnend mit dem rechten Oberkiefer - 5, 6, 7 und 8 sind
Von untergeordneter Bedeutung sind heute die Schemata
(Systematik s. Abb.):
- Zsigmondy, ehemals in D gebräuchlich, wegen der
Schwierigkeit beim maschinellen Schreiben der Symbole und wegen
einer weltweiten Abstimmung zu Gunsten des
FDI-Schema verlassen
-
Haderup , ehemals auch in D gebräuchlich; war maschinell
besser schreibbar als das Zsigmondy-Schema
- Amerikanisches Zahnschema
dieses, überwiegend bei den amerik. Streitkräften angewandte
Zahnbezeichnungssystem, beginnt am rechten oberen Weisheitszahn. Es
wird im Uhrzeigersinn fortlaufend bis zum rechten
Unterkiefer-Weisheitszahn gezählt (Zahn "1" bis Zahn "32").
Milchzähne werden analog mit großen lateinischen Buchstaben
durchnummeriert (Zahn "A" bis Zahn "T")
Aus forensischen Gründen existiert noch das sehr viel ausführlichere
Odontogramm.
Neben diesen wissenschaftlichen Klassifikationen existieren auch
noch Jargonbezeichnungen für:
mittleren
Schneidezähne = Einser
seitlichen Schneidezähne = Zweier
Eckzähne
= Dreier
1. großer
Backenzahn =
Sechser
Einser,
Gebiss,
Milchzahn,
Sechsjahrmolar ("Sechser"),
Zahnflächen, Zahnformel,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge) |

Internationales Zahnschema

FDI Two-Digit Notation

Zsigmondy-Zahnschema
|

Haderup - Zahnschema

Amerikanisches Zahnschema

Odontogramm
|
Zahnschmelz, engl.: dental enamel,
adamantine substance of tooth;
Schmelz
Zahnschmerz
Dentalgie,
Odontalgie, engl.: toothache; Bezeichnung für Körperschmerzen,
die durch einen Zahn (Zähne) ausgelöst werden; Auslöser sind vor allem
Entzündungen des
Zahnnervs,
akute Vereiterungen der Wurzelspitze,
überempfindliche Zähne,
schlecht
heilende Extraktionswunden und
Zahnfleischentzündungen.
Zur Überbrückung bis zum Zahnarzttermin gilt die
Gewürznelke (Bestandteil
Eugenol) als
"klassisches Hausmittel" bei Schmerzen, welche durch eine
schmerzende
Karies ausgelöst werden.
Aerodontalgie,
Schmerzen,
Spontanschmerz,
Zahnschmerzarten
Zahnschmerzarten, Zahnschmerzformen,
Schmerzen
Zahnschmuck
Oberbegriff für eine Vielzahl von stark modisch bestimmten
Zahnverziehrungen, wie Brillies oder Dental Jewels,
Dazzler, Tatoos und Twinkels. Gemeinsam ist allen
Schmuckarten, dass sie bei fachgerechter Anwendung keine Schäden am Zahn
hinterlassen, da sie - ähnlich wie bei
Brackets in der
Kieferorthopädie - mit speziellen Klebern (meist auf
Komposit-Basis) auf die Zahnoberfläche gebracht werden. Man
unterscheidet:
Zahntatoos: bunte Motive zum (selber) Aufkleben. Nur kurze
Haltbarkeit
Dazzler: Figuren aus dünner Goldfolie;
Dazzler
Skyces: Strasssteinchen aus Kristallglas
Twinkels: 24-karätiges Gold, versch. Motive;
Twinkler
Billy-Bobs: "Spaßzähne" zum Überstülpen über die eigenen Zähne;
keine Beschädigung der natürlichen Zähne
Rap-Caps: Goldhülsen
über die vorher beschliffenen (natürlichen) Schneidezähne
Vampirzähne: Anspitzung oder künstliche Verlängerung der
natürlichen Eckzähne;
Vampierzähne
Da es sich beim Z. um eine kosmetische Leistung handelt,
gelten keine Gebühren nach der
GOZ;
erfahrungsgemäß variieren die Kosten nach eingesetzter Technik und
Praxis stark und dürften zwischen 40 und 100 € liegen.
ästhetische Zahnmedizin,
Behandlung auf Verlangen,
Dazzler,
Piercing,
Vampierzähne
|

Abb.:
oben: "Brilli"
unten: Twinkles

|
zahnschonende Süßwaren, engl.:
harmless to teeth, toothfriendly sweets;
Aktion zahnfreundlich
Zahnschutz,
Mundschutz
Zahnseide
engl.: dental floss; effektives, bei Ungeübten aber nicht so
einfach zu handhabendes Reinigungsmittel für
Zahnzwischenräume, Unterseite eines
Brückengliedes oder bei
festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen. Z. besteht
entweder aus Nylonfäden unterschiedlicher Strukturierung oder aus
gefalteten PTFE-Strängen. Erhältlich in versch. Ausführungen:
- Ungewachst. Dieser Art wird ein besonders guter
Reinigungseffekt nachgesagt, der Gebrauch ist aber schwieriger,
deshalb nicht für Anfänger empfohlen.
- Gewachst. Diese beschichtete Z. gleitet besonders
gut in die Zahnzwischenräume. Einsatz bei eng stehenden Zähnen
und/oder zum Erlernen bei Anfängern
- SuperFloss™: Ideal zur Reinigung von kieferorthopädischen
Apparaturen, Brücken und breiten Zahnzwischenräumen. Die drei
Komponenten - verstärkter Anfang als Einfädelhilfe, flauschiger
Mittelteil und feines, ungewachstes Endteil - erzielen im
Zusammenspiel bei nicht zu engen Platzverhältnissen ein sehr gutes
Ergebnis.
- Ebenfalls auf dem Markt ist gewachste Polyethylen-Zahnseide.
Diese Entwicklung eignet sich besonders für Leute, die Zahnseide
erst kürzlich für sich entdeckt haben. Sie eignet sich für schmale
Zahnzwischenräume besser als die bislang übliche, ungewachste
Nylon-Zahnseide.
Zur richtigen Anwendung - Schlagwort "Fädeln" - benötigt man
etwa 50 cm Z.: Davon wird jeweils ein möglichst kurzer
Fadenabschnitt zwischen beiden Händen von Daumen und Zeigefinger
gestrafft und dann zwischen zwei Zähne geführt und entsprechend bewegt
(s. Abb.). Für jeden Zwischenraum wird ein neuer, sauberer
Fadenabschnitt zwischen Daumen und Zeigefinger aufgespannt. Ein voll
bezahntes Gebiss (incl. der
Weisheitszähne) hat 30 Zahnzwischenräume - ein richtiges
Fädeln nimmt je nach Übung für alle Zähne zwischen 10 u. 20 Minuten Zeit
in Anspruch. Dies ist sicher einer der Gründe, weshalb sich der
allgemeine Gebrauch der Z. - auch in anderen Ländern - nie
richtig durchgesetzt hat.
Tipp: Wer noch ungeübt ist, lässt sich das Fädeln am besten von
einer Mitarbeiterin in einer Zahnarztpraxis zeigen.
Professionelle Zahnreinigung
Bewährt haben sich ebenfalls entsprechende Zahnseidenhalter
(engl.: dental floss holder) für die Reinigung des
Interdentalraums, ohne dass bisher (2012) Studien über die Akzeptanz der
Verbraucher vorliegen.
In Deutschland liegt der Verbrauch von Zahnseide bei Erwachsenen
bei etwa 3,75 m/Jahr. Würde täglich einmal von Allen Gebrauch davon
gemacht werden, müssten er bei 180 Metern liegen.
Sowohl mit Z., wie auch mit
Zahnhölzern
können die
Plaqueindizes deutlich gesenkt werden.
Ein Dentist aus New Orleans soll im frühen 18. Jhd. die Z.
erfunden haben; Handelsprodukte aus Nylon tauchen erst im 20. Jhd. nach
Erfindung dieser synthetischen Faser (DuPont 1937) auf.
Gingivablutungsindex,
Kontaktpunkt,
Munddusche,
Mundhygiene,
Stripping,
Wurzeleinziehung,
Zahnhölzchen
|


|


Zahnseidenhalter

SOLL und IST
beim jährlichen Verbrauch |
Zahnstatus
Dentalstatus, sichtbarer Gebisszustand, engl.: dental chart;
ausführliche (schriftl.)
Dokumentation (in der Regel als bildliche Darstellung) des gegenwärtigen
Zustandsbildes eines Gebiss; auch als "Status praesens" des Gebisses bezeichnet.
Im Gegensatz zu einer einfachen
Untersuchung liegt hierbei das Schwergewicht in der
Inspektion der Zähne (Anzahl, Karies, Füllungen, Zahnersatz,
Zahnlockerungen, fehlende Zähne, Implantate, Fehlbildungen und sonstige
Besonderheiten; evtl. noch zusätzlich: geplante zahnärztliche Maßnahmen). Hinzu
kommen die Ergebnisse einer
Vitalitätsprüfung und die erhobenen
Röntgenbefunde.
Weitergehende Befunde (z.B.
funktionelle Untersuchung,
PA-Status) werden dabei höchstens begleitend erhoben.
Status
Zahnstein
Sedimentum dentale (historische Bez.), Calculus dentis,
verkalkte Plaque, engl.: tartar, odontolith, dental
calculus, scale, calcified plaque; feste
Zahnauflagerungen als Folge einer
Mineralisation von Zahnbelag
(Plaque)
auf der Zahnoberfläche - laienhaft häufig gleichgesetzt mit jeglicher
Verfärbung und Verunreinigung des Zahnes.
Die Plaque
mineralisiert verschieden stark und schnell im
neutralen
Speichel an den Stellen, an welchen hohe Calcium- und
Phosphationenkonzentrationen zu finden sind, besonders aber am
Austrittsbereich der großen Speicheldrüsen (im Oberkiefer an der
Austrittsstelle der
Parotis, im Unterkiefer-Frontzahnbereich an der Austrittsstelle der
Unterzungenspeicheldrüse). Aus diesem Grund ist der Z.
überwiegend an den inneren (lingualen) Flächen der unteren Schneidezähne
und den Außenflächen (bukkalen)
der 1.-2. großen Backenzähnen im Oberkiefer anzutreffen (sog.
Prädilektionsstellen).
Unterschieden wird in
supragingivalen (oberhalb des Zahnfleisches zur Zahnkrone hin, =
sichtbar; s.u.) und
subgingivalen Z. (auf der
Zahnwurzel
befindlich, in der Zahnfleischtasche, =
nicht sichtbar). Die moderne Nomenklatur bezeichnet den nicht sichtbaren
Z. als
Konkremente. Je nach Liegedauer und Zeitpunkt der letzten
Entfernung unterscheidet man noch zusätzlich zwischen jungem (leicht
entfernbar, fast weiß) und altem Z., welcher durch eingelagerte
Farbstoffe meist eine gelb-braune Farbe aufweist.
Z. besteht aus vier verschiedenen Kalziumphophatkristallen:
CaH (PO4) x 2H2O = Brushit,
Ca4H (PO4)3 x 2H2O = Oktakalziumphosphat (OCP),
Ca5 (PO4)3 x OH =
Hydroxylapatit,
ß-Ca3 (PO4)2 = Whitlockit.
Supragingivaler Zahnstein spielt im Rahmen der
Ätiologie einer
Parodontitis eine entscheidende Rolle. Probleme verursacht er
hauptsächlich als Hygienehindernis aufgrund seiner
plaque-retentiven porösen Oberfläche und der Verblockung
interdentaler
Schmutznischen. Sein direkter Kontakt mit dem
Zahnfleischsaum scheint Entzündung und gingivale
Rezession zu fördern. Supragingivaler Zahnstein ist aber auch von
Lakunen und Kanälen durchzogen. In diesen unmineralisierten Bereichen
besteht ein großes Reservoir für Bakterien, welche darin ideale
Wachstumsbedingungen finden: Feucht, Warm und Nahrung im Überfluss.
Einmal gebildeter Z. kann durch häusliche Pflegemethoden (
Mundhygiene) nicht mehr beseitigt werden, sondern ist nur noch in
einer Zahnarztpraxis möglich. Vorbeugend werden
Mundspüllösungen mit unterschiedlichem Erfolg angewandt. Die
klassische
Zahnsteinentfernung beinhaltet - im Gegensatz zu mancher
Laienmeinung - nur die Entfernung des harten Z. .
Kosmetisch störende
Verfärbungen (z.B. Raucherbeläge) und weiche
Plaque (noch nicht zu Z. verkalkte Plaque) gehören nicht
dazu, sondern sind z.B. einer
Professionellen Zahnreinigung (PZR) vorbehalten.
Es ist bekannt, dass Biphosphonate neben ihrer
entzündungshemmenden und knochenschützenden Wirkung auch das
Kristallwachstum von Kalziumphosphaten hemmen können. Diese scheinen
einen lokalen Wirkmechanismus zu zeigen, der auf einer Hemmung der
Ausflockung von Kalziumphosphatkristallen aus einer gesättigten Lösung
beruht.
Konkremente,
Kürettage,
Lobene Stain Index,
Leichttherapie,
Melanodontie,
Periodontal Disease Index,
PerioScan,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Volpe-Manhold Index,
Zahnsteinentfernung,
Zahnsteinindex,
Zahnsteinoberflächen-Index |

massiver Z. -
Mundhygiene unbekannt

"normaler" Z.-Befall
ca. ¼ Jahr nach Entfernung bei nicht optimaler
Mundhygiene

typische
Prädilektionsstellen
von Zahnstein:
Innen- und Außen-
Flächen der unteren
Schneidezähne
|
Zahnsteinentfernung
engl.: scaling of calculus; Zahnstein
stellt einen erheblichen biologischen Störfaktor im menschlichen Gebiss dar.
Dies nicht nur aus kosmetischen Gründen - viele Patienten suchen nur deshalb
eine Zahnarztpraxis auf - sondern vielmehr dadurch, dass diese Ablagerung,
ebenso wie die
dentale Plaque, eine Vielzahl von Bakterien beherbergen, welche in der
Mundhöhle (feucht, warm und Nährstoffe) ideale Vermehrungsbedingungen vorfinden.
Eine zweimalige Entfernung des Z. pro Jahr in einem sonst gesunden Gebiss
- auch wenn nur noch wenige Zähne vorhanden sind - gilt heute als Standard;
individuell kann diese Reinigung häufiger oder weniger häufig erforderlich sein.
Seit dem 1. Januar 2004 haben gesetzlich Versicherte in D nur noch einmal pro
Kalenderjahr Anspruch auf eine Z. zu Lasten der
Gesetzlichen Krankenkasse.
Eine Z. kann generell auf 2 versch. Weise erfolgen, mit:
Handinstrumenten (Scaler
und
Küretten)
Schall- oder Ultraschallscalern
Ein von manchen Anbietern behaupteter Einsatz von
Laser-Geräten
ist derzeit nicht klinisch nachgewiesen und scheint auch dem Autor z.Zt. (Stand
2012) nicht möglich.
Chemische "Zahnsteinlöser" (im Prinzip Mineralien auflösende Säuren) sind
wegen erheblicher Nebenwirkungen nicht in der Mundhöhle geeignet;
Netzmittel oder
Chelatkomplexe wirkungslos.
Gracey Kürette,
Herzschrittmacher,
Kavitation,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
PerioScan,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Ultraschallgeräte,
Vector,
Zahnstein,
Zahnsteinoberflächen-Index,
Zuzahlungen
Zahnstein-Index
engl.: calculus index (CI), CI-S = Calculus Index
Simplified, "simplified" = vereinfacht; als Bestandteil des
Mundhygiene-Status.
Es gibt versch. Messzahlen für die Schwere des Zahnsteinbefalls. Neben dem "Calculus
Surface Index, (CSI)" sind noch der "Marginal
Line Calculus Index" und der "Volpe-Manhold-Index"
gebräuchlich. Häufig wird aber der
Periodontal Disease
Index nach Ramfjord auch zur Bestimmung des Zahnsteinbefalls mit
herangezogen.
Marginal Line Calculus Index,
Mundhygiene-Status,
Zahnsteinoberflächen-Index
Zahnsteinoberflächen-Index
nach Ennever, ZSI, engl.: (Ennever's) calculus surface
index, CSI; Maßzahl zur kurzzeitigen Überprüfung der Effektivität von
zahnsteinverhindernden Medikamenten oder anderer prophylaktischer Maßnahmen.
Methode:
jeder der 4 Unterkieferschneidezähne wird in 4 Flächen eingeteilt (eine labiale,
eine linguale und zwei interdentale)
jede Fläche mit Zahnsteinbefall erhält einen Punkt
der Zahnsteinbefall aller Oberflächen wird addiert. Minimalzahl = 0, Maximalzahl
= 16
Marginal Line Calculus Index,
Zahnsteinindex
Zahnstellungsanomalien,
Stellungsanomalien, engl.: anomaly of tooth position;
Kieferorthopädie.
Zahnstumpf
"beschliffener Zahn",
zahnärztlich bearbeitete
natürliche Krone, engl.: tooth stump, zur Aufnahme einer
Restauration.
Abb.: Z. mit einer zirkulären
Stufe (o.); Z. mit gegossener
Aufbaufüllung
Aufbaufüllung,
Finieren,
Konvergenzwinkel,
parapulpäre Stifte,
Passung,
Präparation,
Randschluss,
Ringmaß |

|
Zahntechnik
engl.: dental Technology; handwerkliche Anfertigung von
Zahnersatz,
kieferorthopädischen Geräten,
Einlagefüllungen,
Schienen,
Obturatoren,
Biss- und Abdruckbehelfen usw. in einem zahntechnischen Labor (
Dentallabor,
Praxislabor) auf der Grundlage eines
Werkvertrags. Grundlage derartiger Arbeiten sind Vorgaben eines Zahnarztes
(Kieferabformungen, Bissregistrierungen usw.).
Zahntechniker
Zahntechniker
engl.: dental Technician (mechanician); nach der
Berufsordnung zur Gruppe der Metallfeinbauer gehörender
hochqualifizierter Handwerker der
Zahntechnik. Zu über 80% in
sog.
Dentallabors gewerblich tätig, stellt der Z.
patientenbezogene
Werkstücke nach in einer Zahnarztpraxis gewonnenen Unterlagen auf
Weisung durch den Zahnarzt her. Eine selbständige
behandelnde Tätigkeit ist dem Z. nach dem
Zahnheilkundegesetz
untersagt. Das Innenverhältnis zwischen Z. und
Zahnarzt ist in vielen Bereichen von einer
gegenseitigen Abhängigkeit geprägt: so kann der eine seine Arbeit nicht
ohne den anderen verrichten.
In D existierten im Jahr 2006 rund 9.400 gewerbliche
Dentallabors mit 66.400 Mitarbeitern. Der Gesamtumsatz betrug 4,2
Milliarden EUR (Jahr 2004, hinzu kommen noch ca. 1,6 Milliarden Euro aus
Leistungen der
Praxislaboratorien). Die Interessen werden in 24
Zahntechniker-Innungen im Dachverband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI)
vertreten.
International weist D ein hohes Zahnarzt:Zahntechniker-Verhältnis auf:
Kamen 2005 in D etwa 1 Zahnarzt auf einen Zahntechniker, so sind diese
Zahlen in etwa für A u. CH 1:0,3 , Schweden 1:0,2 und USA 1:0,12.
Vor allem ein geschätztes Etablieren der
CAD/CAM-Techniken in der ZHK in naher
Zukunft und eine damit verbundene Verlagerung von zahntechnischen
Arbeitsschritten direkt in das zahnärztliche Behandlungszimmer, dürfte
das Problem des Überangebotes an Z. noch weiter verschärfen.
Hinzu kommt ein sich rasch öffnender Markt in sog. Billiglohnländern
(vor allem Fernost) mit zunehmenden Exporten von Zahnersatz nach D.
Dentallabor,
Dentist,
VDZI, Zahnersatz,
ZahnProthetiker,
Zahntechnik
|

Verhältnis Z. zu Zahnärzte - europäischer Vergleich

Auslandszahnersatz:
Anteile nach
Ländern - 2009 |
Zahntransplantation, engl.: tooth
transplantation;
Autotransplantation,
Trans-Replantation,
Transplantation
Zahntumoren
odontogene Tumore, engl.: tumors of dental origin; in der Regel
gutartige Gewebsneubildungen, die von "an der Zahnbildung beteiligten" (Odontogenese)
Strukturen ausgehen (Zahnleiste,
Schmelzglocke, Zahnpapille und deren Überresten); sehr seltenes
Krankheitsbild (0,002% aller Tumoren).
Ameloblastom,
Myxom,
Odontoameloblastom,
Odontom,
Odontosarkom, Osteoodontom |

Odontoamelo-
blastom |
Zahnüberzahl, Hyper(o)dontie,
engl.: polyodontia, supernumerary teeth;
Hyperodontie,
Mesiodens
Zahnunfall, engl.: tooth accident;
traumatische Zahnverletzungen,
Unfall,
Zahnfraktur
Zahnung, Zahnen,
engl.: tooth eruption, teething;
Dentition, Zahnen
Zahnunterzahl,
engl: hypodontia;
Anodontie, Aplasie,
Dentinogenesis imperfecta,
Hypodontie,
Oligodontie, Zahnaplasie
Zahnverfärbungen
Verfärbung von Zähnen
Zahnverlagerung
Verlagerung
Zahnverlust
fehlende Zähne, engl.: tooth
loss, loss of teeth; die dritte deutsche
Mundgesundheitsstudie (DMS) von 1999 des
Institutes der Deutschen Zahnärzte (IDZ) gibt an, dass die
häufigste Ursachen für einen Z.
Karies (~ 32%) gefolgt von
Zahnfleischerkrankungen (~ 28%) sind. Weniger bedeutend sind mit
~ 12%
Zahnentfernungen bei der Anfertigung von
Zahnersatz, ~ 10 % sind bedingt
durch das Entfernen von
Weisheitszähnen und ~ 8% sind als Folge einer
kieferorthopädischen Planung notwendig. Ein
unfallbedingter Zahnverlust ist nur als gering einzustufen. Weiter
wird festgestellt: etwa ab 40 Jahren sind Zähne, welche durch
Zahnfleischerkrankungen verloren gehen, deutlich in der Überzahl
(siehe Grafik). Ab 55 liegt die Fehlquote bei durchschnittlich zehn
Zähnen, ab 65 bei 15,4. Nur noch jeder hundertste Deutsche in diesem
Alter ist noch im Vollbesitz seiner eigenen Zähne.
Die Hauptursache für den Verlust von Backenzähnen ist
Karies, Schneidezähne gehen hauptsächlich durch
Zahnfleischerkrankungen ("Parodontose")
verloren. Generell werden im Alter zwischen 50 und 60 Jahren die meisten
Zähne entfernt. Eine andere Untersuchung (Prof. Kerschbaum, Köln) stellt
fest, dass die "Midlifecrisis" die meisten Zähne kostet: 40- bis
60-jährige verlieren in dieser Zeit zwischen 10 und 15 Zähnen.
In 2011 schreiben
BZÄK/KZBV
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen:
von über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr
2009 in der
gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei 29,7
Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich für die
Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und
erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem
Lebensalter ist
Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust."
Fehlende Zähne können/müssen (
verkürzte Zahnreihe) durch
herausnehmbaren Zahnersatz,
Brücken
oder
Implantate ersetzt werden.
Kritisch ist der vorzeitige Z. der
1.
Dentition zu betrachten, da hier häufig mit erheblichen Schäden für
das bleibende Gebiss zu rechnen ist:
Milchzahnverlust, vorzeitiger
Traumatisch bedingter Z. ist in der Regel ausführlich zu
dokumentieren, da hier Ansprüche gegen Versicherungsträger Folge
sein können.
Haltbarkeit von natürlichen Zähnen,
Karies,
Parodontitis,
traumatische Zahnverletzungen,
Zahnausfall, Zahnwanderung
|

|
Zahnverschmelzung
Zahnverwachsung, Zahnfusion, Synodontie; im
Zahnkronen- bzw. Zahnkörperbereich mit gemeinsamen Dentinkörper,
Dentes confusi, engl.: tooth fusion, synodontia;
entstanden durch unvollständige Keimspaltung.
Erfolgt die Verwachsung nur im Wurzelbereich, so spricht man von einer
Zahnverwachsung (Dentes concreti); entstanden durch
unvollständige Keimspaltung oder
Hyperzementosen.
Gemination,
Zwillingszahn |

|

|
Zahnverstümmelung; engl.: dental
mutilation;
Vampierzähne
Zahnwachstum; engl.: tooth growth;
Odontogenese
Zahnwanderung
Zahnverschiebung, Aufwanderung, engl.: tooth migration;
1.) als Folge von Zahnverlust
eintretende Verschiebung ("Aufwanderung", "Wanderung") von Nachbarzähnen in die
entstandene Lücke, bzw. Verlängerung
von Zähnen in die Lücke des Gegenkiefers (
Okklusionseinheit). Z. erfolgen besonders stark direkt im Anschluss
an eine Extraktion; nach Monaten sind diese nicht mehr so stark ausgeprägt. Bis
auf die Unterkieferprämolaren erfolgt die Wanderung in einem Kiefer
kippend nach
mesial.
Bedingt durch die unterschiedliche Knochenstruktur des Ober- und Unterkiefers
(der Unterkiefer hat eine kompakte, der Oberkiefer eine lockere Struktur),
vollzieht sich die fast immer "kippende" Wanderung im Oberkiefer sehr viel
schneller als im Unterkiefer. Das rechtzeitige Eingliedern einer Brücke bzw.
Teilprothese, eines
Implantats
oder eines
Lückenhalters beugt einer Z. vor.
2.) physiologische
mesiale Zahnwanderung, welche durch interstitielle (interstitiell = in
den Zwischenräumen)
Abrasion der
Kontaktpunkte aufgrund der
Mesialdrift verursacht wird. Dadurch, dass sich diese
punktförmigen Berührungen - abnutzungsbedingt - in Kontaktflächen umwandeln
und die Zähne "nach vorn wandern", wird der ursprüngliche
Zahnbogen um 0,5 - 1 cm kürzer.
3.)
iatrogene Zahnverschiebung im Rahmen einer
kieferorthopädischen Behandlung.
Zahnbewegung,
Zahnbewegungen,
Zahnreihe
Zahnwechsel, engl.: exfoliation;
Dentition,
Wechselgebiss
Zahnwurzel
engl.: tooth (dental) root; aus Zahnbein (Wurzeldenzin)
bestehender und mit
Wurzelzement überzogener "Verankerungsteil" des Zahnes im
Kieferknochen (Alveole).
Die versch. Zahngruppen haben unterschiedlich viele Z.; grob
lässt sich sagen, dass die Schneide-, Eck- und kleinen Backenzähne
eine (Ausnahme 1. oberer kleiner Backenzahn mit zwei Wurzeln in
50-70% der Fälle), die unteren großen Backenzähne zwei und die
oberen großen Backenzähne drei Z. besitzen. Die größten
Abweichungen hiervon bilden die
Weisheitszähne.
Ebenso sind die Zahnwurzeloberflächen (root surfaces)
versch. groß: so werden für
Frontzähne Werte von 200 qmm angegeben.
Bei gesunden Mundverhältnissen sind die Z. vom Kieferknochen
umgeben und mit
Zahnfleisch bedeckt;
Erkrankungen des Zahnhalteapparates bzw.
altersbedingter Zahnfleischschwund lassen die Z. frei liegen
und so den Zahn - da die Z. nicht mit dem äußerst
widerstandsfähigen und isolierenden Schmelz umgeben ist - besonders
anfällig gegen äußere Einflüsse (z.B.
Wurzelkaries,
keilförmige Defekte,
überempfindliche Zahnhälse usw.) werden.
Auch nach Abschluss des
Zahndurchbruchs wächst die Z. noch über einen Zeitraum von 2
- 3 Jahren weiter, bis sie ihre endgültige Ausprägung erhält. Das
Foramen
apicale ist in diesem Stadium noch weit geöffnet.
Ankylodontie,
Apex,
Kollumwinkel,
Krone,
mehrwurzlig,
Pfahlwurzel,
RCI-Index,
Wurzeldentin,
Wurzeleinziehung,
Wurzelkanal,
Wurzelkanalbehandlung, Zahn |

mehrwurzliger
Backenzahn.
Deutlich ist die
ins gelbliche gehende
Farbe der Wurzel zu
erkennen
|

stark abgekrümmte
Zahnwurzel
eines
Weisheitszahnes
|

Pfahlwurzel eines oberen
Weisheitszahnes |
Zahnwurzel-Karies-Index,
RCI-Index
Zahnzahl,
Zahnschema
Zahnzange, engl.: dental or extracting
forceps;
Extraktionszange
Zahnzusatzversicherung, engl.:
tooth additional insurance;
Zusatzversicherung
Zahnzwischenraum,
Interdentalraum
Zahnzyste, odontogene Zyste, engl.:
dental cyst ;
Zyste
ZÄN
Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.;
engl.: Central association of the physicians for nature welfare procedures and
regularization medicine
Zange,
Extraktionszange
Zangenbiss, engl.: edge to edge bite
or occlusion, end to end bite or occlusion,
Kantenbiss,
Kopfbiss
Zapfenzahn
Dens emboliformis, Griffelzahn, Kegelzahn, "Odontoid",
engl.: peg-(shaped) tooth; verkümmerte Ausbildung
eines Zahnes (besonders der Zahnkrone), hauptsächlich an den seitlichen
oberen Schneidezähnen vorkommend (s. Abb.). Erklärt wird die Bildung
eines Z. u.a. mit einer genetisch bedingten
Gebissreduktion.
Hypodontie,
Mesiodens,
Trikonodont |

|
ZÄV, Zahnärztlicher Verbindungsausschuss in
der EU;
ERO,
FDI
Zauberpaste
Schlagwortbez. ; in der ZHK z.B. für eine 1:1
Mischung aus cremeartig angemischtem
N2, welchem unmittelbar
vor der
endodontischen Behandlung
gangränöser Milchzähne
Ledermix
beigemischt wird. Hinweis: N2 hat, bedingt durch das
Nachzulassungsverfahren für Arzneimittel eine Kontraindikation für die
Behandlung von Kindern.
Zehn-Uhr-Position;
Uhr-Position
Zement
In der ZHK von zweierlei Bedeutung:
der Zement = selbstaushärtendes Verbindungsmittel:
Befestigungszement
das Zement = Hartsubstanz des Zahnes:
Wurzelzement, Zementoblasten,
Zementdysplasie
periapicale, engl.: periapical dysplasia; periapikale fibröse
Dysplasie; in Form von
Wurzelzementabscheidungen an der
Wurzelspitze eines
vitalen Zahnes (UK-Front bevorzugt).
Hyperzementose, Zementom
Zementfuge,
Zementspalt, engl.: cement line;
Befestigungszement,
Passgenauigkeit,
Randspalt
Zementieren
Einzementieren, engl.: cementation; Schlagwortbezeichnung und
Oberbegriff für folgende Tätigkeiten beim
Eingliedern
von festsitzendem Zahnersatz:
Vorbereiten des Zahnersatzes zum Z.:
Überprüfung der
Passgenauigkeit und
Okklusion im Mund; Abdecken der nicht mit dem
Zahnstumpf in Verbindung stehender Teile mit Vaseline, um so später
Überreste besser entfernen zu können
Anmischen des
Befestigungszements
gleichmäßiges Einfüllen in das zu befestigende Zahnersatz-Werkstück und
Einbringen auf die präparierten
Zahnstümpfe
Passung des Zahnersatzes optisch und mit einer
Sonde
überprüfen
vorsichtiges Zubeißen lassen; dabei überprüft der Patient die korrekte Höhe
(grob)
Patient auf Watterollen beißen lassen
Zementprobe zur Kontrolle des Aushärtungsvorganges
Zementreste sorgfältig und vollständig entfernen
Kontrolle der
statischen und dynamischen Okklusion; evtl. Einschleifen dieser (in
minimalen Dimensionen, da die korrekte
Okklusion schon vor dem Zementieren bei der
Einprobe
überprüft wurde).
Derart im Mund befestigte Zahnersatzarbeiten (bzw.
Gußfüllungen
o. Implantate)
halten praktisch unbegrenzt. Eine spätere Entfernung hat in der Regel die Zerstörung
des Werkstücks zur Folge.
Ein provisorisches Einzementieren durchläuft im Prinzip die gleichen
Arbeitsgänge; es wird lediglich ein provisorischer
Befestigungszement (engl.: temporary cement) verwendet.
Befestigungszement,
Eingliedern,
Probeeinsetzen
Zementikel
engl.: cementicle; kleine, dem
Wurzelzement aufgelagerte Kügelchen; Zementpartikel, die frei in der
Wurzelhaut liegen (= freie Zementikel). Haften Z. der
Wurzelzementoberfläche an, werden sie als adhärente Zementikel
bezeichnet; sind sie in die
Wurzelzementschicht eingeschlossen, so bezeichnet man dies als
interstitielle Zementikel.
Zementom
Zementoblasten
engl.: cementoblasts; das
Wurzelzement bildende Zellen. Primär entstammen Z. den
ektomesenchymalen Zellen des
Zahnsäckchens; später können Z. aus undifferenzierten Zellen des
Desmodonts gebildet werden.
Nach einer
traumatischen Zahnverletzung entscheidet das Überleben der Z.
darüber, ob der Zahn
parodontal regeneriert oder im Sinne einer
Ersatzresorption auf Dauer verloren geht.
Zementozyten
Zementoklasten,
Dentoklasten,
Zementom
Zementoblastom (= echtes Z.), zementierendes Fibrom,
engl.: cementoma; einer
Hyperzementose ähnliches, gutartiges und langsam wachsendes, von der
Wurzelhaut ausgehendes Geschwulst des
Wurzelzements, vorwiegend an der
Wurzelspitze (auch vitaler Zähne) vorkommend. Röntgenologisch im
unreifen Stadium mit einem
apicalen Granulom (der Zahn ist aber vital!), im reifen Stadium mit
einer
Hyperzementose identisch. Vorwiegend bei Frauen mittleren Alters
auftretend. Bedarf in der Regel keiner Therapie. |

periapicale Zementdysplasie |
Zementozyten
zelluläres Zement, engl.: cement cells, cementocyts; den
Osteozyten (
http://de.wikipedia.org/wiki/Osteozyt) gleichende Zellen, deshalb auch als
"spezialisierte" Osteozyten bezeichnet. Z. entstehen aus in Hohlräumen
liegenden Zementoblasten.
Zementrissfraktur
engl.: cemental fracture or cementum tear; Ablösungen von
Zementbezirken aus der
Dentinunterlage durch
Überbelastung des Zahnes. Dabei sind die den Zahn in der
Alveole haltenden
Sharpey-Fasern stabiler als der Dentin-Zement-Verbund.
Wurzelzement
Zentrale
nach Andresen, engl.: "Central"; Schlagwortbezeichnung für zwei
sich winkelrecht in einem Punkt - als "Zentrale" bezeichnet - schneidenden
Linien. Es sind dies die Ohr-Nasen-Ebene (liegt etwa parallel zur
Camper-Ebene) mit einer Senkrechten - auch als "Profil-Zentral-Achse"
bezeichnet - dazu, die den weitest
dorsal gelegenen Punkt des Nasenflügels (Alare) berührt. Z. deshalb,
weil dieses Gebiet ein Zentrum im
gnatho-physiognometrischen System darstellt.
Kennlinien
zentrale Projektion, engl.: central
or orthoradial projection;
laterale Zahnaufnahme
Zentrallage
des Unterkiefers, engl.: central position of the mandible; unklare
Bez. für die Lage des
Kiefergelenkkopfs.
Gemeint ist damit, dass dieser sich "mittig" (Zenith der Gelenkgrube) in der
Gelenkpfanne befindet. Der Zusammenbiss der Zahnreihen wird dann (veraltet) als
Zentralokklusion bezeichnet.
Zentrik
Zentralstiftfüllung
Zentralstifttechnik, engl.: single cone method, single
point technique; gängige Verfahrenstechnik bei einer
Wurzelkanalfüllung. Ein an den aufbereiteten Wurzelkanal angepasster
Stift (z.B. aus
Guttapercha) wird in den zuvor mit einem
Wurzelfüllmaterial abgefüllten Wurzelkanal geschoben. Dadurch, dass
auf das Einführen weiterer seitlich davon gesetzter Stifte (
laterale Kondensation) verzichtet wird, ist der hermetische
Verschluss ("Wandständigkeit") der
Wurzelkanalfüllung auf Dauer nicht als optimal zu bezeichnen. |

|
Zentralstrahl
Hauptstrahl, engl.: central beam or ray; bei der
Einstellung zur Projektionsrichtung bei der Anfertigung einer Röntgenaufnahme
wird von einem Z. gesprochen ("... der Zentralstrahl der Röntgenröhre
trifft dabei senkrecht ..."). Gemeint ist damit die Mitte des Strahlenbündels,
da ein einziger "Strahl" nicht existent ist.
laterale Zahnaufnahme
Zentrik
zentrische Position, zentrische Kondylenposition, retrale
Kontaktposition, RKP, zentrische Relation, Gelenkzentrik, engl.:
centric relation; Bezeichnung für die Lage der
Kiefergelenkköpfchen in der terminalen (am weitesten nach hinten
gelegen)
Scharnierachsenposition, die
Kiefergelenkköpfe befinden sich im Zenith der Gelenkgrube. Exakte
Bestimmung meist nur auf Grund von Röntgenaufnahmen möglich, wobei auch
hier individuelle Unterschiede bestehen. In der Praxis ist es dem
erfahrenen Behandler überlassen, die für den Patienten richtige Z.
einzustellen, da es "DIE" Zentrik aufgrund von Messpunkten oder teuren
elektronischen Hilfsmitteln nicht gibt,
Kieferrelationsbestimmung.
Die Punkt-Zentrik (point centric) bedeutet eine maximale
Verzahnung in der
Interkuspidationsposition - die tragenden
Höcker haben Dreipunktkontakt in den
Grübchen der Antagonisten.
Neben der zentrischen Kondylenposition werden noch beschrieben:
Unter "Freiheit in Zentrik" - freedom of centric,
fälschlicherweise auch als "long centric" bezeichnet - versteht
man einen relativ kleinen Spielraum bei maximaler
Interkuspidation. Ohne seine horizontale Ebene zu verlassen, kann
sich der Unterkiefer bis zu 0,5 mm in sonst allen Richtungen bewegen.
Diese Freiheit ist nicht in jedem Gebiss anzutreffen.
Arthrographie,
Dawson
Griff,
Deviation,
Funktionsanalyse,
funktionelles Dreieck,
Kieferrelationsbestimmung,
Kieferrelationsrekonstruktion,
Lauritzen-Griff,
Okklusion,
Okklusionskonzepte,
Primärkontakt,
Schlussbiss,
Stops,
Tripodisierung,
Unterkieferbewegung,
Unterkiefergrenzbewegungen |

Dreipunktkontakt der "Punkt-Zentrik"

|
Zentrikschiene, engl.: centric splint;
Fixierungsschiene
Zerfing Meißel
parodontologisches Handinstrument zur Entfernung von
Zahnstein. Während mit anderen Instrumenten (
Scalern)
schabend abgetragen wird, wird bei diesem Meißel stoßend gearbeitet.
Vereinzelter Einsatz im
Zahnzwischenraum.
Zertifizierung
engl.: certification; Vorgang, mit welchem eine
Zertifizierungsorganisation (z.B.
Zahnärztekammer, DIN-Organisation, TÜV) bescheinigt, dass z.B. die zu
zertifizierende Fortbildung die Gesamtheit der in der Norm enthaltenen
Anforderungen und die intern definierten Vorgaben erfüllt.
CE-Zeichen,
Fortbildung,
Qualtitätssicherung
zervikal, cervical, engl.: cervical;
den Zahnhals betreffend, am Zahnhals gelegen ;
Zahnflächen
ZESAR
Abk. v. Zentrale zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten GmbH; ab 2011 gilt
eine gesetzliche Regelung, dass auch
Privat
Versicherte und
Beihilfeberechtigte in den Genuss von Rabatten der Pharmahersteller kommen,
so wie vergleichbar eine Regelung mit den
Gesetzlichen KK besteht (im Rahmen des „Gesetzes zur Neuordnung des
Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung
(Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz –
AMNOG)“ vom 22.12.2010). Diese Rabattansprüche werden von den Versicherungen
und Beihilfestellen bei einer zentralen Stelle - ZESAR - angefordert.
ZESAR hat dabei nach ""
mehrere Funktionen: Zunächst übernimmt das Unternehmen die Arzneimitteldaten von
den anspruchsberechtigten PKV-Unternehmen und den Beihilfeträgern. Im weiteren
Verlauf werden Rechnungen an die jeweiligen Arzneimittelhersteller geschrieben
und anschließend erfolgt eine Überweisung der eingezogenen Rabatte an die
Versicherungen und die Beihilfestellen. So kommen die Rabatte zuguterletzt bei
den Versicherten und Beihilfeberechtigten an.
ZHK, gebräuchliche Abkürzung für
Zahnheilkunde
Zielinsky-Modus
nach dem Berliner Zahnarzt benannte Theorie zur regelrechten Einstellung (Neutralbiss-Stellung)
des
6-Jahr-Molar in der ersten
Wechselgebissperiode trotz geradem distalen Abschluss der
Postlaktealebene. Z. begründet seine Theorie damit, dass die lückig
werdenden Zahnreihen im beginnenden
Wechselgebiss im Oberkiefer größer sind als im Unterkiefer, und sich so die
gesamte untere Zahnreihe gegenüber der oberen nach vorn verschiebt.
=>
Postlaktealebene
Zinkoxid-Eugenol
ZnEu, Zinkoxid-Nelkenöl, ZnNÖ, engl.: zincoxide-eugenol;
Flüssigkeit-Pulver-Mischung aus dem Phenolderivat
Eugenol und Zinkoxid, welche nach
Erhärtung als Zinkoxid-Eugenolat vorliegt. Eugenol und Nelkenöl
unterscheiden sich nur unwesentlich und haben fast identische Eigenschaften.
Vielfältige Anwendung in der ZHK:
Zinkoxid-Phosphatzement,
Phosphatzement
Zinkoxyd
Zinkoxid, ZnO, Zinkweiß,
engl.: zinc oxide;
bakteriostatisch, betäubendes,
bakteriostatisches und entzündungshemmendes schwach basisches
mineralisches Pulver. In der Medizin als Bestandteil
Zinksalben, -pasten und -pflastern (z.B. Leukoplast) sowie Sonnenschutzmitteln;
in der ZHK als Zusatz von
Wurzelfüllpasten und bei der Behandlung
infizierter Zahnwunden; meist in Kombination mit
Eugenol (Nelkenöl). Ebenfalls als Bestandteil von
Befestigungszementen oder provisorischen Verschlussmaterialien.
Untersuchungen (2005) zeigen, dass ZnO auch einen Schutz vor
Karies im Zahnwurzelbereich ("Wurzelkaries") bieten kann, wenn es
1%ig Zahnpasten oder
Mundspüllösungen zugesetzt wird. Man vermutet, dass der Mineralstoff auf
Grund seines
astringenten Effektes die organischen Komponenten des
Dentins stabilisiert und so einer
Entmineralisierung entgegenwirkt.
Alveolitis,
Cavit,
Harvard Zement,
N2,
Phosphatzement,
Steinzement
Zinksulfatzement, engl.:
Fletscher's cement;
Fletscher Zement
Zinn
Sn, Stannum, engl.: tin; Verwendung in der
ZHK (Prothetik)
in Form von Stanniolpapier (= ausgewalztes Z., Zinnfolie, (tin
foil), abgeleitet vom lat. Stannum) als Platzhalter oder Isolierung auf
Arbeitsmodellen (z.B. zur Vermeidung von
Druckstellen) oder als Grundlage (nicht mundbeständiger) leicht schmelzender
Spar-Legierungen
bzw. Bestandteil der
Amalgamfeilung und Beimischung zahlreicher
Edelmetall-Legierungen. Früher auch als Beschwerung in der
Prothesenbasis ("Zinnbasis") unterer
Vollprothesen.
Zinnfluorid
ZnF,
antibakterielles Medikament; engl.: tin-fluoride; Verbindung von
Fluor mit Metallionen des Zinn, wobei die
antibakterielle Eigenschaft hauptsächlich dem Zinn zugeschrieben wird,
welches eine bakterizide Wirkung auf
Plaquebakterien ausübt. Z. allein ist in Zahnpasten wenig stabil,
deshalb Zusatz vom
Aminfluorid als Stabilisator. Bekanntes Medikament mit ZnF-Inhalten ist
meridol™.
Fluoride,
meridol,
Mundspüllösungen
Zinnkrone
Zinnhütchen, Zinnkäppchen, engl.: tin cap; ungebräuchliche
Art der
provisorischen Versorgung eines
Zahnstumpfes nach Präparation mit einer "Fertigkrone" auf
Zinnbasis.
konfektionierte Krone
Zirkoniumoxid
Zirkoniumdioxid, ZrO2,
Hochleistungskeramik,
Oxidkeramik,
Zirkonia, Zirkonoxid, "keramischer Stahl", Y-TZP, engl.: zirconia oxide, "ceramic steel"; Oxid des zu
den Metallen zählenden Elements Zirkonium,
begriffsverwirrend auch unter dem Namen Zirkonoxid bekannt
(Zirkon ist ein Mineral aus der Gruppe der Silikate). Z. wurde
schon im 18. Jhd. durch den Chemiker Martin Klaproth, Wernigerode,
entdeckt und in den 90er Jahren des letzten Jhds im größeren Umfang in
die ZHK eingeführt. Die Ursache für die
lange Entwicklungszeit bis zur Praxisreife lag in der Schwierigkeit, die
Eigenschaften von Z. technisch zu beherrschen. Zur Herstellung
von Z. verwendet man heute Zirkonsande aus China, Südafrika oder
Australien. Diese werden in mehreren Schritten chemisch gereinigt. Das
reine Produkt wird mit Yttriumoxid (Y2O3) legiert und anschließend
wärmebehandelt (kalziniert) und gemahlen. Für die Qualität einer
Zirkonoxid-Zahnersatzarbeit spielen Faktoren wie das Pulver für den
Rohling, die Pressformgebung und der Sinterprozess eine entscheidende
Rolle, um später ein homogenes Materialgefüge zu erhalten.
Die chemisch korrekte Bezeichnung für die in der
ZHK verwendete Variante des Werkstoffs
lautet ‚"Yttriumoxid stabilisiertes tetragonales polykristallines
Zirkoniumdioxid", kurz "Y-TZP". Einsatz in der
Prothetik (Gerüste für Kronen und Brücken, s.u.),
Endodontie (z.B.
Wurzelstifte) und in der
Implantologie (Z-Lock - Implantat,
).
Z. nimmt unter den
keramischen Werkstoffen eine Sonderstellung ein: Herausragende
mechanische Eigenschaften, insbesondere Festigkeit (Endfestigkeiten bis
zu 1.200 Mpa), Langzeitstabilität und Zähigkeit. Die Besonderheit von
Z. liegt darin, dass es Schäden, die unter Belastung größer werden,
in gewissem Umfang "selbst repariert" (sog. Umwandlungsverstärkung).
Bedingt durch den geringen Partikeldurchmesser (ca. 0,5 µ) bilden sich
kaum
Plaqueablagerungen an daraus hergestelltem
Zahnersatz. Derartige Keramiken
(in der Regel mit einer 5 gewichtsprozentigen "Zulegierung" von Yttriumoxid, Y2O3 als "Selbstreparaturmasse") werden als Basis für die Anfertigung
von dreidimensionalen (auch im
Seitenzahnbereich) Gerüsten mit Hilfe des
CAD/CAM-Verfahrens und bei
Wurzelstiften genommen und zeichnen sich durch eine 2-3fach höhere
Biege- und Bruchfestigkeit bei ausgezeichneter
Biokompatibilität aus. Y-TZP besteht fast ausschließlich aus einer
tetragonalen Kristallphase, die eine sehr kleine Korngröße aufweist.
Erst durch den dichten und homogenen Aufbau werden die herausragenden
mechanischen Eigenschaften dieses Materials erreicht.
Bedingt durch die kosmetisch störende stark milchig-weiße Farbe
des Y-TZP, eignet sich dieser Werkstoff kosmetisch nur als Unterbau
(Käppchen, Gerüste) für die eigentliche Keramik - er ist in etwa
vergleichbar dem
Metallgerüst einer
VMK-Arbeit. Diese Gerüste müssen mit einer geläufigen Keramik
verblendet
werden. Hier haben sich drei Techniken durchgesetzt, die sich vor allem
im ästhetischen Ergebnis u. Preis unterscheiden - funktionell bestehen
kaum Unterschiede:
Verblendung als Schichtkeramik (cercon ceram kiss, DeguDent)
Verblendung als Presskeramik u. anschließender Bemalung
= "press and stain" (cercon ceram press, cercon ceram kiss
Malfarbe, DeguDent); kosmetisch matte Oberfläche, weniger natürlich,
dafür aber preiswerter
Verblendung als Kombination von Presskeramik u.
Schichtkeramik = "press and veneer" (cercon ceram press,
cercon ceram kiss, DeguDent)
Bedingt durch die vielen Anbieter von Z. auf dem Dentalmarkt
fällt eine qualitative Beurteilung der Zirkonoxid-Rohlinge schwer, da
deren Leistungsfähigkeit - trotz gleicher chemischer Zusammensetzung -
von zahlreichen Faktoren im Herstellungsprozess abhängig ist. Von
Bedeutung für die Qualität sind z.B. die Korngröße des Ausgangsmaterials
und deren Verteilung, eine exakte Steuerung der Vorsinterungs- und
Sinterparameter sowie die homogene Verdichtung des Materials im
Pressprozess. Diese Faktoren beeinflussen u.a. Passgenauigkeit,
Transluzenz, Festigkeit und Langlebigkeit von
Zirkonoxidversorgungen.
"Die Verarbeitung von Z. erfolgt im
Dentallabor oder in spez. Fräszentren mittels
CAD/CAM-Technologie. Es gibt zwei voneinander abweichende Werkstoff-
und Verarbeitungskonzepte. Zum einen wird Z. im durchgesinterten,
„gehipten" (HIP
- hot isostatically pressed) Zustand gefräst. Diese Keramik ist
durch eine Biegefestigkeit von 1.200 MPa, annähernde Poren- und
Defektfreiheit, sehr gute
Transluzenz und optimale Gefügequalität charakterisiert. Die
hervorragenden physikalischen Eigenschaften der HIP-Keramik lassen den
Fräsprozess zeitaufwändig und geräteintensiv werden.
Zum anderen kommt die Weiß- oder Grünkörperverarbeitung zum Einsatz. Das
zu fräsende Zirkoniumdioxid ist hier noch nicht vollständig
durchgesintert. Somit lässt sich der Fräsprozess wegen der kreideartigen
Konsistenz des Zirkoniumoxids vereinfachen und kann in relativ kurzer
Zeit abgeschlossen werden. Der sich an die Fräsung anschließende
Sinterprozess ist technologisch sehr aufwändig. Um eine exakte Passung
der Gerüste zu erzielen, muss die Sinterschrumpfung gleichmäßig
erfolgen. Für drei- bis viergliedrige Brücken ist diese Technologie
bereits gelöst. Seit einigen Jahren sind Cercon smart ceramics'" (Fa.
Degudent, Hanau), LavaTM (Fa. 3M Espe, Seefeld), Cerec in Lab mit Vita
YZCubes (Fa. Sirona Dental Systems, Bensheim/Fa. Vita, Bad Säckingen)
erfolgreich im Einsatz." (aus: Quintessenz 56, 9, (2005))
Klinische Langzeiterfahrungen wie für die
Verblend-Metall-Keramik liegen für dieses Material noch nicht in
ausreichendem Umfang vor (2013). Bei den Zwischenergebnissen von
prothetischen Studien gab es bisher keine auffälligen absoluten
Misserfolge in Form von Gerüstfrakturen (dem Unterbau aus Z.).
Allerdings sind mit 2,6 bis 11 Prozent die Abplatzraten (
Chipping)
der neuen, speziell für Zirkoniumdioxid-Gerüste entwickelten
Verblendkeramiken recht hoch.
Zur Frage nach der Bewährung von Z. als
Implantatmaterial nahm Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang (Kiel) 2008
Stellung:
Nach wie vor sei Titan der „Goldstandard“
für Implantate. Daran müssten sich andere Werkstoffe messen lassen.
Zirkoniumdioxidkeramiken bezeichnete er als neue Hoffnungsträger.
Immerhin sei das Material chemisch inert und dem
Titan
hinsichtlich Ästhetik und Plaqueresistenz überlegen, in vielen anderen
Charakteristiken jedoch nicht. Eine weitere Studie aus 2008
(Andreiotelli M, Kohal RJ. Department of Prosthodontics,
School of Dentistry, Albert-Ludwigs University, Freiburg, Germany Clin
Implant Dent Relat Res. 2009 Jun;11(2):158-66. Epub 2008 Jul 24)
kommt zu dem Schluss: Die durchschnittliche Bruchfestigkeit lag durchweg
innerhalb der Grenzen klinischer Akzeptanz. Aber die
Implantatpräparierung hatte einen statistisch negativen Einfluss auf die
Implantatbruchfestigkeit. Es sind langfristige, klinische Daten nötig,
bevor einteilige ZrO(2)-Implantate für die tägliche Praxis empfohlen
werden können.
Und auf einer anderen
heißt es u.a. "... Zirkon verliert bereits nach sechs
Jahren die Hälfte seiner Festigkeit und man hat in der Tat noch keine
Langzeiterfahrungen mit Implantaten, die aus Zirkon bestehen. Deshalb
raten viele Kollegen zur Vorsicht; aus werkstofftechnischer Sicht ist
und bleibt steriles Titan Grad IV der biologisch-immunologisch
verträglichste und stabilste Werkstoff für Zahnimplantate ..."
;
Befestigungszement,
Cercon,
Chipping,
Cosmopost,
FRC-Technik,
Implantat,
Keramik,
Mantelkrone,
ortho-circ.
Video: Einsetzen einer Zirkonkrone
http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkoniumdioxid |



"Modellation" der Zirkoniumoxid-Käppchen mittels CAD/CAM

gefrästes Zirkon-Brückengerüst.
©: ZTM Winfried Zimmermann

Innenteleskope aus Zirkoniumoxid; verklebte
Galvanokäppchen in
Außenteleskopen

Implantat-Werkstoffe:
Vergleich Titan vs. Zirkoniumdioxid |
zirkumscript, engl.: circumscript;
im Gegensatz zu diffus: scharf begrenzt auf eine bestimmte Ausdehnung
Zirkumzision, Umschneidung
zm
Abk. von; 1910 gegründet, sind die zm das offizielle Presse- u.
Mitteilungs-Organ von
Bundeszahnärztekammer und
Kassenzahnärztlicher
Bundesvereinigung. Schwerpunkte: Berufspolitik,
Zahnmedizin/Medizin/Wissenschaft, Praxismanagement, Finanzen, Recht,
Leserservice; umfangreicher Annoncenteil
ZMF,
zahnmedizinische
Fachhelferin
ZMP,
zahnmedizinische Prophylaxeassistentin
ZMV,
zahnmedizinische Verwaltungsassistentin
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Danksagung!
An dieser Stelle möchten wir allen Autoren danken; insbesondere für die unermüdliche Rechere; die diese Zusammenfassung,
aus Zahnmedizin und Zahntechnik erst ermöglicht hat.
Die Graphiken
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www.corel.com
) und TechpoolStudios Inc. (
www.lifeart.com
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