W
ehemaliges Kürzel in einem
Heil- u. Kostenplan für einen erkrankten, aber erhaltungswürdigen Zahn
(wurde durch "ww" ersetzt). Ab 2005 ersetzt durch:
ew =ersetzter, aber erneuerungsbedürftiger Zahn, kw = erneuerungsbedürftige
Krone, pw =erhaltungswürdiger Zahn mit partiellen Substanzdefekten, rw =
erneuerungsbedürftige
Wurzelstiftkappe, sw = erneuerungsbedürftige
Suprakonstruktion, tw = erneuerungsbedürftiges
Teleskop, ww = erhaltungswürdiger Zahn mit weitgehender Zerstörung
Waardenburg-Syndrom; van Waardenburg-Syndrom; angeborene (autosomal dominant) multiple
Fehlbildungen u.a. mit Gesichtsdeformationen;
Wachs
Dentalwachs, engl.: wax; Oberbezeichnung für eine Vielzahl von Wachsen oder
wachsähnlichen Verbindungen, welche in der
Zahnheilkunde
und Zahntechnik
zum Einsatz kommen. Während früher fast nur natürliche Wachse auf Bienenbasis
zur Anwendung kamen, sind heute überwiegend rein oder kombiniert synthetische
W., häufig gemischt mit anderen Stoffen (Parafinen, Stearinen) und Farbzusätzen
anzutreffen. Derartige Mischungen machen einen individuellen Härtegrad und eine
temperaturgesteuerte Erweichung (reversible Plastizität) möglich. Untergruppen
der W. sind Bisswachse, Gusswachse, Klebewachse, Modellwachse.
Wachsaufstellung
Zahnaufstellung,
Aufstellung,
engl.:
set-up, wax-up; Aufstellen von
künstlichen Zähnen auf eine
Basisplatte
mit Wachswällen in einem
Dentallabor mit anschließender
Einprobe
("Wachseinprobe", engl.: wax try-in) im Mund des Patienten, um vor
Fertigstellung eine Überprüfung von Zahnform, Zahnstellung,
Zahnfarbe,
Okklusion (statisch u. dynamisch) und Lautbildung vornehmen zu können.
Dadurch, dass die Kunstzähne in einer Wachs-Umgebung aufgestellt sind, lassen
sich leicht entsprechende Korrekturen vornehmen. Umänderungen der fertigen (Kunststoff-)Prothese
bereiten dagegen einen erheblichen zahntechnischen Arbeits- und Kostenaufwand.
Bisserhöhung,
CPC-Linie,
Mörser-Pistill-Prinzip,
Nasenbasislinie,
Vollprothese, Wachs
Wachseinprobe,
engl.: wax try-in;
Wachsaufstellung
Wachsmodell
engl.: wax model o. pattern; gängiges Verfahren bei der Herstellung von
Gussobjekten
oder auch
Prothesen: Die spätere Zahnersatzarbeit wird als
Modell exakt in Wachs modelliert und dann - nach
Einbettung in einen Gipsträger und "Ausbrennen" oder "Auskochen" des
Wachses, sodass eine Negativform entsteht - durch das entsprechende Endmaterial
(Kunststoff,
Legierung) ersetzt.
Assembling-Verfahren, Wachs
Wachstumskurve
engl.: growth curve; graphische Darstellung des Körperlängenwachstums (in cm pro
Zeiteinheit) - getrennt nach Geschlechtern - als Mitentscheidung bei einer
kieferorthopädischen Behandlung ("Wachstumsanalyse"), wenn es darum geht, den
günstigsten Zeitpunkt für eine bestimmte Therapie zu bestimmen. Gebräuchlich ist
die W. modifiziert nach Greulich und Pyle auf der Basis das
Hand-Längenwachstums.
Hand-Röntgenaufnahme
Wachstumslinie, von
Ebner Linie, Konturlinien, engl.: incremental line;
Retziusstreifen
Wachswall, engl.:
wax-wall;
Bissschablone
Wahltarif
engl.: selection tariff; der Leistungsanspruch der
Gesetzlich Versicherten entspricht dem gesetzlich festgelegten
Leistungskatalog ihrer
Krankenkasse. Vereinbart werden können allerdings Varianten bei der
Kostenübernahme (z.B. Selbstbehalt- oder Beitragsrückerstattungstarife) mit
den Kassen.
GKV-WSG (Gesetz zur
Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung),
Zusatzversicherung
Zahnzusatzversicherungen - Bausteine der Versorgung (2013)>
WaizmannTabelle - Zahnzusatzversicherungen im Vergleich>
Waldeyer Rachenring;
Rachenring
Walkhoff
Otto W., Berliner Zahnarzt, 1860-1934; bekannt u.a. durch
Gangränbehandlung,
Jodoform,
Phenol.
walking bleach;
internes, koronales Bleichen eines (devitalen)
Zahnes;
Bleichen
Walser Matrize,
engl.: Walser's matrix; halterlose, X- oder O-förmige
Matrize, welche durch Federspannung innerhalb der
Zahnreihe befestigt wird
Wanderung von Zähnen; engl.: tooth migration;
Zahnwanderung
Wange
Bucca, Backe, engl.: cheek; der die seitliche
Mundhöhlenwand bildende Teil des Gesichtes; Träger des Backenmuskels
(Musculus buccinator,
Jochbogen) und im hinteren Teil des
Masseter Muskels (
Kaumuskulatur). Die paarigen W. beginnen unterhalb der Augenhöhlen und
werden nach hinten durch die Ohren und nach vorne durch Nase und Unterkiefer
begrenzt. Die Farbe der W. wird seit jeher als Ausdruck der Körpergesundheit
gesehen.
Jochbogen,
zygomatische Falte
Wangenbändchen
engl.: cheek fraenum; ähnlich dem
Lippenbändchen im
Prämolarenbereich
befindliche, unterschiedlich ausgeprägte Schleimhautfalten, welche von der
Innenseite der Wange zum
Alveolarfortsatz verlaufen. Da diese Bänder aktiv bei der Gesichtsmimik
mitwirken, kann es bei stärkerer Ausprägung der W. bei
Vollprothesenträgern derart zu Problemen führen, dass die Prothese
"abgehebelt" wird, also ihre Saugkraft verliert.
Wangenbein;
Jochbein
Wangenbrand, engl.:
gangrenous stomatitis, noma;
Noma
Wangenmuskeln
Wangenmuskulatur, engl.: cheek muscles; als Hauptmuskel der beweglichen
Wange gilt der M. buccinator, welcher im hinteren Bereich vom
M.
masseter und im oberen Bereich vom M. zygomaticus überdeckt wird.
Kaumuskulatur |

|
Wangenspalte, Meloschisis, Gesichtskolobom, Morian-Spalte, engl.:
facial (oblique) cleft; sehr selten auftretende Missbildung;
Gesichtsspalten
Wärmetherapie
Wärmebehandlung, engl.: hyperthermia; in der
ZHK selten durchgeführte Maßnahmen zum Auslösen einer örtlich begrenzten
Wärme und damit Anregung einer Mehrdurchblutung (Hyperämie,
Stoffwechselanregung) in diesem Gebiet durch Gefäßerweiterung. Zum Einsatz
können kommen:
Rotlicht ("Infrarotlicht; infrared radiation", meist weiße Lichtquelle mit
vorgeschaltetem Rotfilter) zur Erwärmung der obersten Körperschicht (nur wenige
Millimeter tief ins Gewebe; Cave: Verbrennungen bei zu geringem Abstand und
Augenschutz!)
Mikrowellen-Strahlen, welche etwa in einer Tiefe bis zu 5 cm entstehen und
so ihre Wirkung besonders am Knochen entfalten;
Mikrodiathermie
Umschläge, z.B. mit Enelbin™-Paste, Fango-Packungen
WANZ Abk. von
Wirtschaftlich-Ausreichend-Notwendig-Zweckmäßig;
Wirtschaftlichkeitsgebot
Wartezeit / Termine ;
die Wartezeitunterschiede zwischen GKV- und PKV-Mitgliedern in Arztpraxen sind
marginal, bei der Terminvergabe gibt es jedoch größere Unterschiede.
Anzahl/Art der (Zahn-)Arztbesuche u. deren Wartezeit (©:
BKK Bundesverband / TNS
Healthcare, 2008 u. 2011, Power-Point-Vorlage)
Wasserentkeimung
an zahnärztlichen Behandlungseinheiten, engl.: water sterilisation; das
Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt dazu in seinen Hygienerichtlinien (2006): : "... In Dentaleinheiten darf gem. § 3 Trinkwasserverordnung
nur Wasser eingespeist werden, das den Anforderungen dieser Verordnung
entspricht. Auch bei Einhaltung dieses Standards werden die Wasser führenden
Systeme (z.B. für Übertragungsinstrumente, Mehrfunktionsspritzen, Ultraschall
zur Zahnreinigung, Mundspülungen) häufig durch unterschiedliche Mikroorganismen
besiedelt. Diese kolonisieren und vermehren sich an den inneren Wandungen der
Wasser führenden Systeme. Diese Biofilme können in Perioden der Stagnation zu
einer z.T. massiven Kontamination des Kühlwassers führen. ..."
Neben dem Einsatz von Desinfektionsanlagen mit gesicherter Wirkung (es werden
keine Details genannt, vermutlich auf
Ozon-
oder Wasserstoffperoxid-Basis)
empfiehlt das Institut u.a.:
"... Wasser führende Systeme sind zu Beginn des Arbeitstages (ohne aufgesetzte
Übertragungsinstrumente) an allen Entnahmestellen, auch am Mundglasfüller, für
etwa 2 Min. durchzuspülen. Hierdurch kann die während der Stagnation entstandene
mikrobielle Akkumulation erheblich reduziert werden. ..."
"... Die Wasser führenden Systeme können potenziell auch retrograd über die
Mundflora der Patienten kontaminiert werden. Die Kühlsysteme müssen daher den
Rücklauf von Flüssigkeiten verhindern. Eine mikrobielle Kontamination der Wasser
führenden Systeme durch die Behandlung des vorangegangen Patienten wird durch
Spülen der zuvor im Mund des betreffenden Patienten benutzten Systeme (auch
solcher mit eingebauter Rückschlagverhinderung) über ca. 20 Sekunden vermindert.
Am Ende des Behandlungstages sollten die Wasser führenden Systeme nach
Behandlung des letzten Patienten ebenso gespült werden, um so eventuell
vorhandene Mikroorganismen zu eliminieren. ..."
Gleichwohl ist sich das RKI darüber im Klaren, dass noch keine
validierten Werte vorliegen und schreibt deshalb: "... Obwohl das
Erkrankungsrisiko für gesunde Patienten oder Behandler aufgrund der aus einer
Biofilmbildung
u. U. resultierenden Kontamination des Kühl- und Spülwassers als gering
einzuschätzen ist bzw. ein Zusammenhang mit zahnärztlichen Behandlungen nur in
Form von Einzelfallberichten vorliegt, entspricht es den allgemein anerkannten
Prinzipien der Infektionsprävention, das Risiko von Gesundheitsschäden durch
Verwendung mikrobiologisch unbedenklichen Wassers zu reduzieren. ..."
Hygiene,
Irrigationswasser
Wasserkrebs;
Noma
Wasserkühlung,
engl.: water cooling (system) ;
Spray
Wasserstoffperoxid
H2O2, auch Wasserstoffperoxyd, Wasserstoffsuperoxyd,
Wasserstoffdioxid, Hydrogenium peroxydatum, engl.: hydrogen peroxide; die
chemisch instabile Verbindung zerfällt relativ rasch in normales Wasser und
einatomigen (naszierenden, "agressiven") Sauerstoff, welcher kurzzeitig als
Bakteriengift gilt und eine Bleichwirkung auf Gewebe ausübt. Vielfältiger
Einsatz in der
ZHK (Desinfektion,
Bleichen) meist in Konzentration von 2 - 3 % zur Spülung (Wurzelkanäle,
infizierte Wunden) bzw. 10 - 15 % beim Bleichen.
W. wird als potentiell
mutagen diskutiert; allerdings hängt eine derartige Schädigung von der
Konzentration ab. Sie wird bei zahnärztlichen Anwendungen bei weitem nicht
erreicht. Die EU-Richtlinie schreibt dazu: "... Nach dem Stand unserer
derzeitigen Kenntnisse ist das Produkt weder mutagen, cancerogen noch teratogen.
..."
Akatalasie,
Bleichen von Zähnen,
Mundspüllösungen,
Natriumperborat,
Peroxid
Wasserstrahlgeräte,
engl.: water jet;
Munddusche
Waterlase
™,
Hydrokinetik
Watterolle
engl.: cotton roll; Standardhilfsmittel aus beschichteter Baumwolle zum
"Trockenlegen" eines zahnärztlichen Behandlungsfeldes, besonders dann, wenn kein
Kofferdam zum Einsatz kommt / kommen kann. Häufig auch noch als Hilfsmittel
zum Stabilisieren des Röntgenfilms bei
intraoralen Aufnahmen oder zum Druckfixieren beim
Einzementieren einer
Restauration eingesetzt. Die in vielen Größen und Variationen - auch mit
Drahteinlagen zur besseren Adaption - vorhandenen W. müssen unbedingt vor
Entfernung aus dem Mund gut feucht sein, da es sonst zu erheblichen
Mundschleimhautverletzungen kommen kann; spezielle Fabrikate sind mit einem
Vlies umwickelt und zeigen ein hautfreundlicheres verhalten.
Automaton,
Trockenlegen
Wax
up
engl.: für in Wachs aufstellen oder planen; in etwa zu übersetzen mit
"aus Zahnwachs (Modellierwachs) hergestelltes, der Kiefersituation
entsprechendes 1:1 Modell der zukünftigen zahnärztlichen Arbeit
("Simulations-Zahnersatz"; "Simulations-Kaufläche")", um so
entsprechende therapeutische Maßnahmen exakt planen und eine
vorausschauende Analyse der Auswirkungen einer geplanten
Behandlungsmaßnahme durchführen zu können.
Mock-up,
Set up |

. |
Wechselbeziehungen
zwischen Zähnen und dem Gesamt-Organismus, Zähne und ihr Einfluss auf
den Körper, engl.: dependencies between tooth and organism; umstrittene
und wissenschaftlich nicht abgesicherte Zusammenhänge zwischen einzelnen
Zähnen/Kieferbereichen und dem übrigen Körper. So soll beispw. eine
Erkrankung des mittleren rechten Schneidezahns Störungen an Stirnhöhle,
Muskulatur der unteren Extremität, Fuß, Kreuz und Steißbein, Knie, Niere
rechts, Blase, Epiphyse, Nebenhoden usw. verursachen können.
Fokalinfektion,
Elektrosensibilität,
Galvanismus im Mund,
Holodontie,
Ohrakupunktur,
Zungendiagnostik
|

.
Somatotop einzelner Zähne bzw.
Zahngruppen

.
Somatotop der Mundschleimhaut |

.
Theorie des Penfield'schen Homunculus
|
Wechselgebiss
Zahnwechsel, Übergang zwischen
Milchzahngebiss zum
bleibendem Gebiss mit Zähnen beider
Dentitionen in der Mundhöhle, engl.: mixed dentition. Der Durchbruch
der bleibenden Zähne erfolgt in Etappen:
1. Etappe Zahnwechsel
5-9 Jahre; Durchtritt
Sechsjahrmolar (2. physiologische
Bisshebung) und untere mittlere
Schneidezähne, dann obere mittlere Schneidezähne, dann nach kurzer
Pause unterer seitlicher und nach einem Jahr der oberen seitlichen
Schneidezähne.
Es folgt die sog. Wechselpause
2. Etappe Zahnwechsel
Zuerst erster oberer
Prämolar, dann UK
Eckzahn und unterer erster Prämolar. Dann zweite oberer und zweiter
unterer Prämolar. Als letzte Zähne der Stützzone wechseln oberer Eckzahn
und unterer zweiter Prämolar. Dann zweiter Molar (12-Jahr-Molar),
(3.phys.
Bisshebung) – mit 12,5 - 14 Jahren sollten alle Zähne des bleibenden
Gebisses (ausschließlich der
Weisheitszähne) vorhanden sein.
3. Etappe Zahnwechsel
Durchbruch 3. Molar (Weisheitszahn)
im 17. – 25. Jahr (4.phys.
Bisshebung)
Menschliche Zähne durchbrechen den Kiefer
im Laufe des Lebens zweimal (
Dentition). Mit Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen
Wirbeltieren die Zähne ständig ersetzt (
Polyphyodontie). Bei fast allen Säugetieren findet lediglich einmal
im Leben ein Zahnwechsel statt, die sog. Dyphyodontie.
Das W. gilt als besonders
Kariesanfällig, da:
die vollständige
Mineralisation ("Härte") der durchbrechenden Zahnkrone noch nicht
abgeschlossen ist (sog. "Schmelzreifung")
die durchbrechenden Zahnkronen die Kaufläche noch nicht erreicht haben,
und so die natürliche Selbstreinigung durch Kaubelastung vermindert ist
kariöse Milchzähne ein Reservoir für
Kariesbakterien darstellen, welche bei den noch nicht ausgereiften
bleibenden Zahnkronen - wegen mangelnder Widerstandsfähigkeit - einen
guten Angriffspunkt haben. Besonders betroffen ist von diesen Umständen
der erste große Backenzahn ("Sechsjahrmolar"),
der deshalb auch im bleibenden Gebiss einer der Zähne ist, der am
häufigsten mit einer
Füllung
versehen sind.
Als Prävention wird im W. - bei normaler bis hoher
Kariesanfälligkeit - eine
Fissurenversiegelung oder andere
kariesprotektive Maßnahmen empfohlen
Behandlung von Milchzähnen,
Dentition,
Dentitionsreihenfolge,
Eruption,
Gebiss, Mineralisationszeiten,
Molarenfeld,
Odontoklasten,
Postlaktealebene,
Tanaka-Formel,
Zahnkeim |

W. mit etwa 8 Jahren: die 4 mittleren
bleibenden Schneidezähne und die
bleibenden 1. Backenzähne
("6-Jahr-Molar") sind schon
durchgebrochen

Panoramaaufnahme eines 11-jährigen.
Deutlich sieht man die noch nicht durchgebrochenen
bleibenden Zähne mit den darüber liegenden Milchzähnen
|

physiologischer
Lückenstand im
Milchgebiss kurz
vor der
Wechselphase
(1. Etappe Zahnwechsel)

lingual (hinter)
den Milchzähnen
durchbrechende
bleibende
Schneidezähne
|
Wechselspülung;
Wurzelkanalspülung
Weichteile
engl.: soft parts o. tissues; Oberbegriff für alle Gewebe des Körpers, die nicht
aus Knochen oder Knorpel bestehen (Muskeln, Sehnen, Fett- u.
Bindegewebe,
Nerven, Gefäße); genauer: das zum Bewegungsapparat gehörende Gewebe aus Muskeln
und Sehnen mit dem subkutanen Gewebe darüber.
Weichteilzyste
Weichgewebszyste, engl.: soft tissue cyst; Oberbegriff für nicht
odontogene Zysten, welche in den
Körperweichteilen auftreten. Man unterscheidet nach ihrer Herkunft:
dysontogenetische oder fissurale Zysten, wie z.B. Dermoidzysten
("Haargeschwulst"), Halszysten (laterale Kiemengangszysten,
Thyreoglossus-Zyste), nasolabiale Zysten
entzündlich-traumatisch Zysten, wie z.B.
Mukozele oder
Atherom
Da keine Knochenbeteiligung vorliegt, gelingt eine röntgenologische Darstellung
der W. befriedigend nur mit einer
Kontrastmittelfüllung
Marsupialisation,
Zyste
Weingart Zange
engl.: Weingart pliers; mit gerieften Branchen versehene Zange; Einsatz in der
Multibandtechnik und zum Entfernen von
Brackets
Weiser Drainage;
Dochtdrainage
Weisheitszahn
3. Backenzahn, 8er, Weisheitszähne (Sapientes),
engl.: wisdom tooth, third molar, lat. dens serotinus (= (zu)spät
kommender Zahn); der letzte in der
Zahnreihe stehende und bei einem normal
entwickelten Kiefer am spätestens durchbrechende (zwischen denn 17. und
25. Lbj.)
Backenzahn. Häufig aus Platzmangel gar nicht (retiniert)
oder nur unvollständig (teilretiniert)
durchbrechend, dabei in seiner Lage von der Norm abweichend (verlagert);
als Folge einer
Gebissreduktion sind einzelne oder alle 4 W. auch gar nicht
vorhanden. Der Volksmund bezeichnet in vielen Sprachen diesen Zahn
deshalb als "Weisheitszahn", weil der Mensch in diesem Alter (eine mehr
oder wenig ausgeprägte ;-) ) Weisheit besitzen sollte.
Weisheitszahndurchbruch, engl.: eruption of the wisdom tooth: Wegen
Platzmangel in einem zurückgebildeten Kiefer kommt es besonders bei den
unteren W. häufig zu Beschwerden während des (Teil-)Durchbruchs
(Fachausdruck:
dentitio difficilis); diese äußern sich vorwiegend durch einen
reduzierten Allgemeinzustand, Vergrößerung der lokalen Lymphdrüsen,
Schwellung und damit verbundener
Kieferklemme, lokaler Schleimhautentzündung (bis hin zur "Mundfäule")
mit eitrigem Sekret aus der
Schleimhautkapuze (s. Abb.) und vermehrtem Speichelfluss. Auch im
Kiefer liegende (retinierte)
W. können erhebliche Beschwerden bereiten, indem sie auf die Wurzel des
davor liegenden Zahnes drücken und dadurch unklare Gesichts- bzw.
Ohrenschmerzen verursachen, das Zahnfleisch in der Umgebung häufiger
entzünden oder dadurch, dass das Zahnsäckchen zystisch (
Zyste, follikuläre) entartet. Inwieweit nicht durchgebrochene W. für
ein
Herdgeschehen verantwortlich sind, ist fachlich umstritten und wird
von der
Alternativmedizin bejaht.
Nicht
vollständig durchgebrochene oder eingestellte
Weisheitszähne sind manchmal die einzigen Gebiete von
Zahnfleischentzündungen im ansonsten gesunden Gebiss. Besonders die
hinteren Flächen der dritten Molaren weisen dabei häufig eine stark
erhöhte Sondierungstiefe mit entsprechendem
Befall pathogener Mikroorganismen in den
Taschen auf. Vor allem für junge Patienten ist eine solche Situation
eine Quelle chronischer Entzündung im Mund. Bei Taschentiefen > 4mm in
der Weisheitszahnregion wird daher häufig die prophylaktische
Zahnentfernung empfohlen.
In seltenen Fällen sind im
Oberkiefer zusätzliche (überzählige) W. (Distomolar) zu beobachten.
Nach dem
internationalen Zahnschema werden diese Zähne mit den Zahlen 19 u.
29 bezeichnet.
Von Seiten der Patienten wird die Entfernung von W. gefürchtet und von
operativ tätigen Zahnärzten wird dieser Eingriff als mit
überdurchschnittlichen
Komplikationen behaftet angesehen. Dies hat mehrere Gründe:
W. sind wegen ihrer anatomischen Lage nur schwer zugänglich
W. weisen im Verhältnis zu anderen Zähnen häufig abnorme
Wurzelkrümmungen auf
Für Unterkieferweisheitszähne gilt zusätzlich:
Es besteht häufig eine enge Beziehung zum "Unterkiefernervkanal" (Mandibularkanal);
mitunter wird dieser von den Wurzeln sogar umwachsen - Schädigungen
(meist vorübergehend) können auch bei vorsichtigem Operieren auftreten
retinierte W. können tief und "verquer" (retiniert und
verlagert)
im Kieferknochen liegen; größere chirurgische Eingriffe mit einer
erschwerten Heilung (Schwellung, Schmerzen,
Wundheilungsstörungen) sind die Folge
das Gebiet liegt tief in der Mundhöhle; dadurch ist eine
Selbstreinigung der Wunde selten möglich -
auch deshalb ist mit einer
erschwerten Heilung zu rechnen
Die Häufigkeit von
Komplikationen nach operativer Weisheitszahnentfernung wird als
gering angesehen;
Parant
Skala,
Pederson Skala.
•
Sensibilitätsstörungen (Gefühlsbeeinträchtigungen):
N. alv. inferior 0,4 bis 4,4% ("taube Lippe")
N. lingualis 0,06 bis 1,1%
bleibende Schäden bei etwa 1%
• Wundheilungsstörungen:
Alveolitis 0,5 bis 30%
Wundinfektionen 1,5 bis 5,8%
•
Eröffnungen der Kieferhöhle (Oberkiefer): ca. 11%
• Risiko der Verletzung des 2. Molaren: 0,3%
• Darüber hinaus kann es in seltenen Fällen postoperativ auch zu
pathologischen Frakturen des
Kieferwinkels kommen.
die Entfernung unterer W. gehört zu den häufigsten chirurgischen
Eingriffen im Kopfbereich. Verletzungen des N. alveolaris inferior
("taube Lippe"), des N. lingualis ("gefühllose, geschmacklose Zunge")
sowie
Unterkieferbrüche sind zwar äußerst seltene Zwischenfälle, führen
dann jedoch häufig zu
zivilrechtlichen Haftpflichtklagen. Für den behandelnden Arzt ist es
deshalb von großer Bedeutung, welche Ansprüche an Sorgfaltspflicht,
Aufklärung und
Dokumentation von der Rechtsprechung gestellt werden.
zur Frage des Einlegens eines
Drainagestreifens nach Weisheiszahnentfernungen besteht heute häufig
folgende Auffassung: Bei Eingriffen unter 15 min und geringer
Retention zeigt eine primäre Wundversorgung bessere
Heilungsverläufe. Beträgt die Dauer der
Osteotomie eines unteren W. weniger als 15 min und überschreitet die
Impaktionstiefe des verlagerten Zahnes nicht 10 mm bei vertikaler
Achsenneigung und graziler Wurzelform, empfiehlt sich der Wundverschluss
durch eine primäre Naht. Erst die tiefere Einlagerung im Knochen, eine
ungünstige Schräglage und Wurzelgeometrie (abgekrümmte Wurzeln) macht in
Verbindung mit einer längeren Operationsdauer die Einlage eines
Drainagestreifens erforderlich.
Verhalten nach einer Zahnentfernung
Eine prophylaktische
antibiotische Abschirmung nach ambulanter Weisheitszahnentfernung
verbessert Wundheilung nicht. Zu diesem Schluss gelangen Wissenschafter
der Wiener Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
(PW Pöschl, D Eckel) in einer Studie. Untersucht wurde die
Notwendigkeit einer postoperativen Antibiotikaprophylaxe nach ambulanter
Entfernung reaktionsloser unterer Weisheitszähne. Eingeschlossen wurden
175 Patienten, bei denen insgesamt 224 untere Weisheitszähne operativ
entfernt wurden. Kein Patient zeigte Symptome einer akuten Entzündung,
Schwellung oder Schmerzen zum Zeitpunkt der Entfernung. Die Patienten
wurden in 3 Gruppen aufgeteilt, wobei die erste Gruppe eine
postoperative Antibiotikaprophylaxe mit
Amoxicillin/Clavulansäure, die zweite Gruppe mit
Clindamycin jeweils für 5 Tage erhielt. Die dritte Gruppe erhielt
keine Prophylaxe. Der postoperative Beobachtungszeitraum betrug 4
Wochen, wobei Schmerz, eingeschränkte
Mundöffnung,
lokale Wundinfektion und eventuelle Nebenwirkungen evaluiert wurden.
Hinsichtlich dieser Parameter konnten keine signifikanten Unterschiede
zwischen den drei Gruppen gefunden werde. Nach Ansicht der
Wissenschafter zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass eine
spezifische postoperative Antibiotikaprophylaxe nach ambulanter
Weisheitszahnentfernung nicht zu besserer Wundheilung und damit weniger
Beschwerden führt.
Eine vorsorgliche Entfernung der W. ist fachlich umstritten und sollte
jenseits des 25.-30.- Lebensjahres eher restriktiv betrachtet werden.
Derzeit besteht allgemein folgende Auffassung: Wenn beim Durchbruch der
W. Beschwerden auftreten oder zu erwarten sind (diese Einschätzung ist
mit etwa 16 -17 Jahren unter Umständen möglich), sollten sie entfernt werden; dabei
sollte dieser Eingriff so früh wie möglich erfolgen, denn etwa ab dem
25. Lebensjahr verdichtet sich der Alveolarknochen stärker und das meist
"krumme" Wurzelwachstum ist abgeschlossen - Umstände, welche die
Entfernung und den Heilungsprozess unnötig komplizieren können.
Auch bei
Taschentiefen > 4mm in der Weisheitszahnregion - in einem sonst
gesunden Gebiss - wird die
parodontalprophylaktische Entfernung empfohlen.
Aber: in einer neuseeländischen Studie brachen 30 Prozent der
Weisheitszähne, die von einem Arzt zum Entfernen vorgesehen, aber dann
doch nicht operiert worden waren, später durch das Zahnfleisch, ohne
irgendwelche Probleme zu machen.
Eine vorsorgliche Entfernung aus kieferorthopädischen Gründen (sog. "tertiärer
Engstand") ist ebenfalls fachlich umstritten: Während die
DGZMK dazu rät, „so genannte prophylaktische (vorsorgliche)
Indikationen (zur Weisheitszahnentfernung) eher kritisch zu betrachten“
und darüber hinaus sogar sagt, „die prophylaktische Entfernung von
Weisheitszähnen zur Verhinderung des tertiären Engstandes ist aus
kieferorthopädischer Sicht nicht indiziert“, stellt die DGKFO den
Sachverhalt etwas differenzierter dar. Die kieferorthopädische
Fachgesellschaft weist darauf hin, dass eine Reihe von Ursachen,
besonders allgemein wachstumsbedingte, für den tertiären Engstand
beschrieben werden, die in keiner Weise mit den Weisheitszähnen zu tun
haben. Sie kommt so zu dem Schluss: „Die Vielfalt der
ätiologischen (ursächlichen) Faktoren deuten darauf hin, dass die
Abhängigkeit zwischen Weisheitszahndurchbruch und Ausprägung eines
unteren Frontengstandes keineswegs so linear zu sehen ist, wie es bei
oberflächlicher Betrachtungsweise den Anschein haben könnte. Die
Entwicklung eines tertiären Engstandes stellt sich vielmehr als sehr
komplexer Vorgang dar, bei welchem neben dem Weisheitszahn eine Vielzahl
anderer Faktoren eine Rolle spielen können, was eine Vorhersage
außerordentlich schwierig gestaltet.“
Autotransplantation,
Bruchspaltabszess,
Carmalt Drüse,
Dentitio difficilis,
Gebissreduktion,
Germektomie,
Impaktion,
Kapuze,
Kieferklemme,
Mineralisationszeiten,
Nervenschädigung,
Neurapraxie,
Parant
Skala,
Pederson Skala,
Pell-Gregory-Klassifikation,
Pfahlwurzel,
Retention,
Spontanfraktur,
Wundheilung,
Wundinfektion,
Zahnkeimtransplantation |

retinierter u. verlagerter W., welcher auf die Wurzel des
davor liegenden Zahns drückt

normal stehender W. mit stark abgekrümmten
Wurzelspitzen

Panoramaaufnahme eines 8-Jährigen.
Deutlich sieht man die noch
nicht durchgebrochenen
Zähne mit den darüber liegenden Milchzähnen.

zu erwartende Probleme beim Durchbruch aus Platzmangel
(die Zahnkeime stoßen an die Kronen der Nachbarzähne)


große follikuläre W.-Zyste
mit der Gefahr einer
Spontanfraktur

Caries profunda am Zahn 7
bedingt durch nicht entfernten u. verlagerten W. |
Weissenfluh
Dr. Hans von, Schweizer Zahnarzt aus Zweisimmen gilt als Erfinder der ersten
Munddusche, der "settima™"-Zahnpasta und Gründer der Fa. Hawe Neos Dental
(1934); in der ZHK bekannt durch:
- Weissenfluh Mundbad
mit medikamentösen Zusätzen versehenes "Mundbad"; gilt als Vorläufer des
wesentlich einfacher konstruierten Paradento-Spray™
- Weissenfluh Parodontose Schiene
gegossene, abnehmbare Schiene im Unterkiefer, welche durch
parapulpäre Stiftverankerungen in einzementierten Hülsen an den
Frontzähnen eine Schienung
parodontal erkrankter Zähne bewirkt. Gilt heute als
obsolet
Weißgold, engl.:
white gold;
legierungsbedingte Farbveränderung des Grundmaterials Gold durch Beimischung
von Palladium oder Nickel;
Blassgold
Weißmacher
Zahnpasten
Bleichzahnpasten, engl.: whitening toothpastes; zu den
Kosmetika
zählende Präparate zur Aufhellung der Zahnfarbe und/oder zum Entfernen von
Zahnverfärbungen.
Einteilung hinsichtlich der Wirkungsweise in 2 Gruppen:
konventionell auf der Basis von
abrasiven
Putzkörpern:
Es kommen kleine Partikel mit einer Korngröße zwischen etwa 1 Mikrometer (1 µm)
und 15 µm zum Einsatz. Häufig werden dafür Putzkörpertypen auf
Aluminiumoxidtrihydrat-, Aluminiumoxid-, Kalziumkarbonat- (Kreide),
Kieselsäurebasis sowie unlösliche Metaphosphate mit variierender Kornhärte
verwendet. Die Verfärbungen werden durch einen mehr oder weniger starken Abrieb
entfernt; es bleibt nicht aus, dass dadurch auch
gesunde
Zahnsubstanz verloren geht. Einsatz vor allem in "Raucher-Zahnpasten".
Jüngere Modifikationen sind spezielle Putzkörper (z.B. Perlit als Abrasivstoff)
oder kleine weiche Kunststoffkügelchen.
auf der Basis chemisch reinigender Wirkstoffe (Einsatz alleinig oder
unterstützend zur konventionellen Gruppe):
Verschiedene Verbindungen (z.B. Pyro- und Polyphosphate) lösen die Verfärbungen
an, um diese dann leichter mit der Zahnbürste entfernen zu können. Weiter binden
diese Substanzen Kalzium-Ionen aus dem Speichel, welche sich in die
Plaque einlagern
können und zu deren
Verkalkung
führen. Andere Möglichkeiten sind der Einsatz von Zitronenextrakten
(Zitronensäure) oder dem
Enzym Papain.
Wasserstoffperoxid ist - im Gegensatz zum
US-Markt - EU-weit nur in der wenig wirksamen 0,1%igen Konzentration erlaubt und
kommt deshalb nicht zum Einsatz.
Zahnpasta
Weiterbildung
engl.: postgraduate training, further training; fachliche Vertiefung der
beruflichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in einem definierten Gebiet
der ZHK, in
Verantwortung einer
Zahnärztekammer nach dem
Heilberufe-Kammergesetz. Sie führt zu einer
Gebietsbezeichnung bzw. zum "Fachzahnarzt
für ...". Die W. erfolgt in praktischer Berufstätigkeit und theoretischer
Unterweisung; sie umfasst die für den Erwerb der jeweiligen Gebietsbezeichnung
erforderliche Vertiefung der beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten. Dauer,
Inhalt und weitere Einzelheiten werden in den Weiterbildungsordnungen der
Kammern
geregelt.
"Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt einerseits und der Erwerb des PhD und die
Habilitation
andererseits sind die höchsten Stufen der postgradualen Qualifizierung. Die
Weiterbildung besteht grundsätzlich aus einem theoretischen und einem
praktischen Teil. In den Weiterbildungsordnungen sind meist Mindestanforderungen
(z.B. OP-Katalog - Oralchirurgie) definiert und sie wird beendet mit einer
Prüfung vor der zuständigen Kammer. Bei dem PhD und der Habilitation handelt es
sich hingegen um eine primär wissenschaftlich orientierte Zusatzqualifizierung
deren Mindestanforderungen an wissenschaftlichen Leistungen von den
medizinischen Fakultäten definiert und die mit Prüfungen innerhalb der
Fakultäten abgeschlossen werden. (aus einem Positionspapier von DGZMK und VHZMK,
2008)"
Zur Einordnung der Weiterbildung in der
ZHK:
die zahnärztliche Ausbildung unterliegt der Studien- und
Approbationsordnung und ist in D den Universitäten vorbehalten. Mit
Erlangung der
Approbation wird ein „berufsfähiger“ Zahnarzt erwartet. Eine
"Praxisfähigkeit" ist in der Regel noch nicht vorhanden (
Vorbereitungszeit)
die zahnärztliche Fortbildung ist eine
Berufspflicht und u.a. im
Heilberufsgesetz und in den
Kammergesetzen geregelt
die zahnärztliche Weiterbildung bedeutet eine Zusatzqualifikation auf Grund
gesetzlicher Bestimmungen (praktische Tätigkeit, theoretische Unterweisung).
Wird von den
Zahnärztekammern geregelt und muss von diesen anerkannt werden, sonst darf
keine entsprechende
Gebietsbezeichnung geführt werden.
ECTS-Leistungspunktesystem,
Fachzahnarzt für ...,
Fortbildung,
Fortbildung (postgraduierte),
Implantologie (Bezeichnungen, Titel),
Master,
Parodontologie,
Stomatologie.
Weltgesundheitsorganisation;
WHO
Werbung
engl.: publicity; Information und Kommunikation über das Leistungsangebot und
die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Der sensible Bereich der Werbung im
Gesundheitswesen bedarf dabei - anders als in der freien Wirtschaft - besonderer
Kriterien, denn schließlich sollte der Patient als Laie darauf vertrauen können,
dass die Informationen zutreffend sind. Mit einer Integration in den
europäischen Binnenmarkt und durch höchstrichterliche Entscheidungen ist in den
letzten Jahren eine erheblich Liberalisierung zu beobachten, dies vor allem im
Sinne eines gesteigerten Informationsbedürfnisses der Patienten. Bedingt durch
diese Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, ist das (zahn-)ärztliche
Berufsrecht nicht mehr allein maßgeblich. Hier greifen vor allem das
Heilmittelwerbegesetz (HWG) und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb
(UWG.)
Ärzte dürfen sich im Kittel zeigen Doch viele andere Verbote bleiben bestehen".
Am häufigsten wird dabei gegen Paragraph 11 HWG verstoßen, der die im normalen
Geschäftsleben üblichen suggestiven Werbemethoden für das Gesundheitswesen
verbietet. Mit Dankschreiben von Patienten oder Empfehlungen Dritter etwa darf
ein Arzt deshalb ebenso wenig werben, wie mit Werbeaussagen, die falschen
Eindrücke erwecken.
In den (zahn-)ärztlichen
Berufsordnungen ist ein entsprechendes Verhalten bei der Außendarstellung
der Berufsangehörigen vorgeschrieben.
Im Verlauf der letzten Jahre hat der Bundesgerichtshof (BGH) seine
Rechtsprechung zur Arztwerbung gelockert und weiter den Vorgaben des
Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs angepasst. Nach
einem Urteil ist Werbung in Berufskleidung (umstrittener Paragraf 11 des
Heilmittelwerbegesetzes *))
nun nur noch verboten, wenn sie "geeignet ist, das Laienpublikum unsachlich zu
beeinflussen und dadurch zumindest eine mittelbare Gesundheitsgefährdung zu
bewirken".
*) im Paragraf 11
Heilmittelwerbegesetz heißt es: 1. Außerhalb der Fachkreise darf für
Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel nicht
geworben werden … 2. mit Angaben, dass das Arzneimittel, das Verfahren, die
Behandlung, der Gegenstand oder das andere Mittel ärztlich, zahnärztlich,
tierärztlich ... fachlich empfohlen oder geprüft ist oder angewendet wird ... 4.
mit der bildlichen Darstellung von Personen in der Berufskleidung oder bei der
Ausübung der Tätigkeit von Angehörigen der Heilberufe, des Heilgewerbes oder des
Arzneimittelhandels ...

Ein bemerkenswertes Urteil zur Liberalisierung
der Werbung hat das Bundesverfassungsgericht 2011 veröffentlicht (entnommen aus
zm-aktuell):
"Verfassungsgericht erlaubt Zahnärzten und Ärzten mehr Werbung
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erlaubt Zahnärzten und Ärzten mehr
Werbung. Ein Zahnarzt dürfe in Anzeigen auch unter Verwendung von Fotos mit der
technischen Ausstattung seiner Praxis werben, entschied das Gericht in einem
Beschluss.
Auch sei es zulässig, neben der Praxis zugleich für die Dienstleistungen eines
Zahnlabors und eines Fachverlags zu werben. Die grundrechtlich geschützte
Berufsfreiheit von Ärzten und Zahnärzten umfasse das Recht auf "berufsbezogene
und sachangemessene Werbung", so die Richter.
Ein Zahnarzt aus Nordrhein-Westfalen hatte in einer Anzeige gleichzeitig für
seine Praxis, sein Labor und seinen Fachverlag geworben. Die Berufsgerichte
sahen darin einen Verstoß gegen die zahnärztliche Berufsordnung. Dem
widersprachen die Verfassungsrichter: "Es gibt keine Gründe des Gemeinwohls, die
ein generelles Verbot der Verbindung von zahnärztlicher und gewerblicher
Tätigkeit im Bereich der Werbung (...) rechtfertigen können", heißt es in der
Begründung.
Bereits in früheren Entscheidungen hatte das Gericht ein grundsätzliches Recht
von Zahnärzten und Ärzten auf Werbung anerkannt. Traditionell sind die
Werbemöglichkeiten für Ärzte aus berufsrechtlichen Gründen stark beschränkt.
Diese Beschränkungen sind nach der Rechtsprechung aber nur gerechtfertigt,
soweit sie zum Schutz des Vertrauens in die Integrität der Ärzteschaft
erforderlich sind. Der Patient soll "darauf vertrauen können, dass sich der Arzt
nicht von kommerziellen Interessen leiten lässt".
BVerfG - Az.: 1 BvR 233/10 und 1 BvR 235/10"
Berufsordnung,
Freie Berufe,
Interessensschwerpunkte,
Prophylaxeshop
==>
Dürfen Zahnärzte mit Gewinnspielen oder Preisausschreiben werben?
Werkstoffkunde
auch: Material- und Werkstoffkunde, engl.: (dental) materials science;
Wissenschaft, die sich mit Eigenschaften und Verhalten verschiedener Werkstoffe
(metallische u. nichtmetallische) bezüglich Belastung, Verschleiß, Korrosion,
Optimierung und Wiederverwendung befasst.
Propädeutik,
Sicherheitsdatenblätter
Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e.V.
(DGPro);
>
Biokompatibilität zahnärztlicher Werkstoffe.
Werkvertrag
engl.: contract for work and labour; nach § 631 BGB gilt:
(1) Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen
Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.
(2) Gegenstand des Werkvertrags kann sowohl die Herstellung oder Veränderung
einer Sache als ein anderer durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender
Erfolg sein.
I. d. R. in der
ZHK bei
prothetischen Behandlungen mit dem
Dienstvertrag
(der keinen Erfolg garantiert) kombiniert. So stellt z.B. die
handwerkliche Anfertigung (von einem
Zahntechniker)
einer
Prothese oder
Krone ein „Werk“ dar - ähnlich dem eines Tisches beim Schreiner - und
garantiert einen Erfolg. So wie der Tisch nicht wackeln darf und nicht unter der
Last einer Tafel zusammenbrechen darf, muss z.B. die
Okklusionsfläche einer Krone so stark sein, um nicht schon nach kurzer Zeit
durchgebissen zu sein.
Mängelrüge ist bis zu 2 Jahren möglich (z.B. versteckter oder arglistig
verschwiegenen Mangel: die Goldkrone aus angeblich hochwertigem Edelmetall
entpuppt sich als billige Messingkrone).
Dentallabor,
Dienstvertrag,
Honorar
Wert einer
Zahnarztpraxis
finanzielle Bewertung einer Praxis, Verkehrswert, engl.: (market) value of a
dental practice; versch. Methoden zur Bestimmung des Wertes einer Praxis, wobei
eine rechtlich verbindliche Methode zur Feststellung nicht existiert. Bei
Gerichten herrschen zwei verschiedene Bewertungsverfahren vor, die
Ärztekammermethode und die Ertragswertmethode. Beide Verfahren unterscheiden
zwischen Substanzwert und ideellem Wert (sog. Goodwill), wobei letzterer in der
Regel
höher ist:
- Ärztekammermethode
eine Umsatzmethode, die sich aus dem materiellen Praxiswert ("Substanzwert")
und dem ideellen Praxiswert ("immaterieller Praxiswert" oder "Goodwill")
zusammensetzt:
Substanzwert
hierunter fallen alle Wirtschaftsgüter einer Praxis, wie auch die
Verbrauchsgüter. Die steuerlichen Buchwerte sagen wenig aus, vielmehr
entscheiden die voraussichtliche Nutzungsdauer und die Modernität der
Technik zum Bewertungsstichtag. Ausstehende Forderungen und
Verbindlichkeiten wirken sich in der Regel nicht aus, da sie dem Praxisveräußerer
zugerechnet werden; Ausnahmen sind Dinge wie 13. Monatsgehalt oder
Urlaubszahlungen.
Ideeller Wert / Goodwill
im Gegensatz zu einem gewerblichen Betrieb kennt eine Praxis keinen
Firmenwert, sondern ist geprägt von der personengebundenen
Vertrauensbeziehung zwischen Arzt und Patient. Die Weitergabe dieser
Beziehungschance an eine andere Person wird als ideeller Wert bezeichnet.
Diese Chance wird in einen Geldwert gefasst:
-- es werden die Bruttoumsätze aus der Vertrags- und Privatpraxis in den
letzten drei Kalenderjahren ermittelt und ein signifikanter Trend
berücksichtigt. Daraus resultiert der durchschnittliche Jahresumsatz. Ein
Drittel des so ermittelten durchschnittlichen Jahresumsatzes - im Einzelfall
können/müssen Zu- oder Abschläge vorgenommen werden (andere Methoden ziehen
noch den kalkulatorischen Monatslohn ab) - ergibt den ideellen Wert.
Wertung
einfache und leichte Nachvollziehbarkeit der Berechnungen. Der festgestellte
Wert hat häufig keinen Bezug zum echten Markt-Verkehrswert der Praxis;
Fachleuten rechnen mir einer baldigen Aufgabe dieser Wertermittlung.
- Ertragswertmethode -
Betriebswirtschaftliche Bewertungsmethode
es erfolgt ebenfalls eine Trennung von Substanz- und immateriellem Wert.
Substanzwert
wie bei der Ärztekammermethode (s.o.)
Ideeller Wert / Goodwill
wird ermittelt auf Basis der zu erwartenden Praxisgewinne
(Einnahmenüberschuss). Dabei wird der Ertragswert mit anderen Kapitalanlagen
verglichen (Renditeermittlung). Besonderes Gewicht liegt bei dem sog.
Verflüchtigungszeitraum. Dieser resultiert aus der Zeit, in welcher ein
Nachfolger vom Abgeber direkt profitieren wird. Bei einem Einkauf in eine
Praxis (z.B. zeitlich befristete Senior-Junior-Partnerschaft) geht man
allgemein von sechs Jahren, bei einer Praxisübergabe von drei bis fünf
Jahren aus. Die Nettozinsgewinne aus dem Verflüchtigungszeitraum werden mit
anderen Kapitalanlagen verglichen.
Wertung
sehr aufwendige, dafür aber realistischere Bewertung des nur schwer
fassbaren Goodwills. Aber: der Verflüchtigungszeitraum ist eine schwer
einschätzbare Komponente. So kann z.B. durch Ungeschick des Nachfolgers
(fachlich, menschlich) dieser Bonus sehr viel schneller aufgebraucht sein.
- Banken
Kreditinstitute ermitteln darüber hinaus noch eine liquiditätsbezogene
Prognose- oder Rentabilitätsberechnung, die einen Anhalt dafür abgibt, ob
der Käufer in der Lage sein wird, die Kapitaldienstverpflichtungen für deren
Laufzeit tragen zu können.
Gemeinschaftspraxis,
Niederlassung
Weski
Oskar, Berliner Zahnarzt (1878-1952), bekannt durch die Ursachen und
Behandlungsforschung in der
Parodontologie; gilt als einer der Beschreiber eines
systematischen Behandlung von Parodontopathien:
- Weski Trias (auch:
ätiologische Trias nach Weski)
die Anlässe für
Parodontalerkrankungen liegen in lokalen, funktionellen und internen
Ursachen. Die
systematische Parodontalbehandlung hat demnach diese drei Ursachen so
weit wie möglich zu beseitigen, um erfolgreich zu sein.
Daraus leitet sich ab die:
- therapeutische Trias
allgemeine Behandlung, lokale Behandlung und funktionelle Behandlung
Weskis Gedanken bildeten über Jahrzehnte (seit
1928) die Grundlage der mit den Gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossenen
Parodontalverträge (PA-Vertrag). Besonders wegen einer Übergewichtung der
allgemeinen und funktionellen Faktoren (z.B. wird dem
okklusalen Trauma eine zu große Bedeutung zugemessen) gilt die "Weski Trias"
heute als zu wenig differenziert in ihrer Beschreibung und den daraus folgenden
Behandlungskonsequenzen.
Wetjets;
Kofferdam
Weyers-Syndrom,
IridoDentales Syndrom
Wharton Gang, -Gänge; andere Bez. für den paarigen Ductus submandibularis = Ausführungsgang der
Unterkiefer-Speicheldrüse
Whip-Mix
Artikulator ™
kiefergelenkbezogener,
teiljustierbarer
Artikulator
mit zwei künstlichen, umschraubbaren Gelenken, die die Führungsfunktion der
Kiefergelenke
imitieren (sog. Typ IV-Artikulator); der
Interkondylarabstand ist in drei Größen veränderbar (Position S (small) = 90
mm ; Position M (middle) = 110 mm ; Position L (large) = 130 mm).
White
Spot
„white spot lesions“ (WSL),
Initialkaries, Initialläsion, "Kreidefleck", beginnende sichtbare
Karies, incipient caries, engl.: auch initial caries; beginnende
sichtbare "kreidige" Veränderung (Entkalkung) des Zahnschmelzes und
einer rauen, unter
Trockenlegung
opak erscheinenden Oberfläche; in der Regel an den
Zahnhälsen auftretend.
Diese Veränderungen resultieren aus schrittweise auftretenden
pH-Schwankungen im
Biofilm der
Plaque, welche durch Bakterien-Stoffwechselprodukte verursacht
werden. Die
Opazität zeigt den Grad des
Demineralisationsprozesses an: Mineralverlust in den oberen
Schmelzschichten führt zu erhöhter Porosität. Diese hat eine
unterschiedliche Lichtbrechung und den Verlust der normalen
Transluzenz des Zahnschmelzes zur Folge.
Durch geeignete Maßnahmen - lokale
Fluoridzufuhr,
antibakterielle Gelees, gute
Mundhygiene - ist in diesem Stadium noch eine "Ausheilung" der
Karies im Sinne einer
Remineralisation möglich.
Bräunliche Verfärbungen, als "Brown Spot" bezeichnet (Abb. re. außen),
resultieren aus der Einlagerung von Farbstoffen bei einer zum Stillstand
gekommenen Karies, welche das Stadium des W. S. nicht überschritten hat.
Im Gegensatz zur
Zahnhalskaries ist dieser Bezirk nicht durch Karies fühlbar
erweicht.
Brown
Spot,
Initialkaries,
Fluoride,
Kariestherapie
|

W. an den Zahnhälsen der Frontzähne
(mangelnde Zahnpflege;
Gingivitis)

"stabilisierter" W.
nach
Fluoridierung
|

|
Whitestrips™
Bleichplaster, Bleichfolien zum häuslichen Gebrauch beim
Bleichen der Zähne; im Jahr 2000 in den USA als "Bleichsystem ohne Schienen"
für den häuslichen Gebrauch eingeführt. Allerdings: Beim
Bleaching mit W. gelangen rund doppelt so hohe Konzentrationen von Peroxiden
in den Speichel wie durch den Einsatz von konventionellen Schienensystemen; die
Werte liegen jedoch noch immer weit unter den Konzentrationen, die nach heutigen
Kenntnissen systemische Nebenwirkungen verursachen könnten.
Bleichen/Bleaching der Zähne
WHO
World Health Organisation, Weltgesundheitsorganisation; 1948 als
Sonderorganisation (Unterabteilung) der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf
gegründet; 193 Mitgliedsstaaten (2010). Eines ihrer Ziele ist laut Definition:
"einen Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens,
und nicht nur als die Abwesenheit von Krankheiten und Gebrechen" bei allen
Völkern der Erde herbeizuführen. Erhebung des
Mundgesundheitszustandes ihrer Mitgliedsländer. Beschlüsse der WHO haben
keine gesetzlich bindende Kraft, wohl aber eine moralische Verpflichtung für
jeden Staat.
Im zahnmedizinischen Bereich wurde seitens der WHO als Fernziel von
Präventionsmaßnahmen die Formel "22-77-99" aufgestellt, was heißen soll,
dass bei 77jährigen noch mindestens 99 % der Bevölkerung 22 eigene Zähne haben
sollten.
Mundgesundheit
WHO-Datenbank "Gesundheit für alle" mit zahlreichen europäischen
Informationen (in Deutsch)
WHO
Sonde
standardisierte
Parodontalsonde, Messgerät zur
Zahnfleischtaschentiefe, engl.: WHO probe; von der
Weltgesundheitsorganisation empfohlene
Zahnfleischtaschen-Sonde, welche eine Kugel von 0,5 mm Durchmesser
an der Spitze trägt. Im Bereich von 3,5 bis 5,5 mm ist sie mit einem
schwarzen Band markiert (s. Abb.). Weltweiter Standard bei der Messung
der Zahnfleischtaschentiefe im Rahmen von sog.
Indexerhebungen. Für die Sondierung soll nur ein leichter Druck von
0.25N (25g) angewandt werden.
In jüngerer Zeit wird eine Messung der Taschentiefe erst nach einer
parodontalen Vorbehandlung (Initialtherapie:
Symptomatische Therapie,
Mundhygiene, Ultraschall) empfohlen, da sonst die Ergebnisse
verfälscht sein könnten: Entweder stößt die Sonde in der
Zahnfleischtasche auf
Konkremente, oder sie touchiert entzündetes Gewebe und verletzt
dieses. Dadurch sind Fehlmessungen bis zu 2 mm nicht ausgeschlossen.
BOP,
Borodontic Sonde,
Community Periodontal Index of Treatment Needs,
CPINT,
Gentle Probe,
Gingiva-Index,
ICDAS,
Parodontalsonde,
Parodontitisdiagnose,
Parodontometer,
Zahnfleischtasche |
 |

|
Wickham Streifung,
Lichen ruber planus
Widman-Neumann Operation,
engl.: Widman flap;
Lappenoperation
Wiegold
Phantommetall auf Messingbasis (Kupfer-Zink-Legierung mit weiteren Zusätzen wie
Al, Co, Fe, Pb, Sn, Zn). Eingeführt im 1. Weltkrieg, dient W. heute noch als
Werkstoff für Zahnersatz-Übungsarbeiten
Legierung,
Palliag,
Randolf
Willebrand-Jürgens-Syndrom
auch: Von-Willebrand-Syndrom, vaskuläre Pseudohämophilie A, engl.: von
Willebrand's disease; nach dem finn. Entdecker benannte
Blutgerinnungsstörung mit dominantem Erbgang. Gilt als die häufigste
vererbbare Blutgerinnungsstörung überhaupt. Etwa 1 Prozent der Bevölkerung in
Deutschland soll die
genetische Veranlagung dafür haben, wobei die Stärke unterschiedlich
ausgeprägt ist. Bei der echten "Bluterkrankheit" (Hämophilie, betrifft nur das
männliche Geschlecht) ist zuwenig Faktor VIII vorhanden. Bei dem W.-J.-S. fehlt
ein Cofaktor, der die Bildung von Faktor VIII unterstützt. Zur
Blutungs-Prophylaxe bei zahnärztlichen Eingriffen kann dieser Faktor injiziert
werden.
Blutgerinnungsstörung
Winkelhalbierungstechnik
Halbwinkeltechnik, engl.: bisection (line of an) angle technic; Begriff aus
der Röntgenologie für ein spezielles Aufnahmeverfahren zur Verzerrungsfreien
Darstellung des Aufnahmeobjektes. Das 1907 eingeführte Verfahren gilt wegen
seiner Ungenauigkeit bei der Einstellung exakt auf eine imaginäre Ebene als
überholt.
Halbwinkeltechnik,
laterale Zahnaufnahme,
Paralleltechnik,
Rechtwinkeltechnik,
Tubus
Winkelhoff-Cocktail
nach van Winkelhoff (van Winkelhoff et al. 1989, J Clin Periodontol, Vol.16:
128-131), Kombination von
Amoxicillin und
Metronidazol, engl.: do.; Empfehlung zur Behandlung einer akuten,
aggressiven
Parodontitis: 3 x 375 mg Amoxicillin & 3 x 250 mg
Metronidazol über 8 Tage.
Metronidazol wirkt in dieser Kombination nicht als Antibiotikum, sondern auf den
Biofilm und
ermöglicht somit dem Amoxicillin erst den Zugang zu den Keimen.
Als praktische Empfehlung gilt z.B.: Amoxihexal® 750 mg, 20 Tabl., alle 8 h eine
halbe Tabl. über 7 Tage; Arilin® 250, 2x12 Tabl., alle 8 h eine Tabl. über 7
Tage (beide Präparate zusammen einnehmen).
Antibiotikazufuhr bei Zahnfleischerkrankungen,
Doxycyclin
;
Winkelmerkmal,
engl.: angle characteristic;
Zahnmerkmale
Winkelstück
abgewinkeltes Präparationsinstrument, "abgewinkelter Bohrer", engl.:
contra-angle o. right-angle (dental drill); Schlagwortbezeichnung für
ein rotierendes Bohrinstrument zur abgewinkelten Kraftübertragung von
einem (Mikro-)Motor; in der
ZHK zur Zahnbearbeitung (
Präparation) neben einer
Turbine gebräuchlich. Je nach Verwendungszweck und zu bearbeitendem
Material (Schmelz
= hohe Drehzahl) drehen diese Geräte mit wenigen hundert bis zu mehreren
hunderttausend Umdrehungen/min. Farbliche Kennzeichnung der
Geschwindigkeiten am Unterteil der W.
Je nach Einsatz mit normalem Schaft oder
FG-Schaft auf dem Markt.
Unter einem Feilwinkelstück versteht man ein W., welches keine
rotierende, sondern eine oszillierende Bewegung durchführt. Einsatz z.B.
zur
Glättung des Interdentalraumes oder bei der
Wurzelkanalaufbereitung.
Airotor,
Bohren,
Bohrer,
Doriot Gestänge,
FG-Schaft,
Giromatic,
Handstück,
Präparation.
|

Winkelstück mit eingespanntem "Bohrer"
|
Wipla
™ Legierung
Abk. von "Wie Platin";
Modellguss-Stahl mit Chrom-Nickelzusätzen. Vor Entwicklung der Gusstechnik
wurden starke Stahlbleche aus Wipla entsprechend geprägt um eine
Stahlbasis zu erhalten ("Wipla™ Prägetechnik").
Wirtschaftlichkeitsgebot
"wirtschaftlich", engl.: efficiency principle; Begriff aus dem
Sozialgesetzbuch und
Richtlinie für die Behandlung einer
gesetzlich versicherten Person. Danach hat eine Behandlung wirtschaftlich,
ausreichend, notwendig und zweckmäßig ("WANZ") unter Berücksichtigung der
zahnmedizinischen Regeln zu erfolgen. Dieses sozialrechtliche Gebot bedeutet
nicht, dass darüber hinausgehende Maßnahmen überflüssig seien. Vielmehr besteht
bei der "schwammigen Definition" oft eine Diskrepanz zwischen sozialer
(kassenwirtschaftlicher) und medizinischer Notwendigkeit. Die Übergänge zu einer
medizinisch optimalen Behandlung sind nach dem Gebot fließend - ja manchmal gar
nicht möglich - und bieten mitunter Streit zwischen dem
Behandler und der
sachleistungspflichtigen Krankenkasse. Beispielhaft sei hier der große Kreis
der
prophylaktischen Leistungen erwähnt. Obwohl über den Sinn und die Erfolge
derartiger, vorbeugender Behandlungen medizinisch kein großer Diskussionsbedarf
besteht, werden von den
Gesetzlichen Krankenkassen nur wenige dieser sinnvollen Leistungen
übernommen. Wünscht der Versicherte trotzdem derartige Leistungen, so müssen
diese von ihm auf der Grundlage der amtlichen Gebührenordnung (GOZ)
selbst bezahlt werden. Problematisch ist weiter, dass die Hochschulmedizin in
der Regel
mit neuen Methoden den Fortschritt in die Zahnmedizin einführt, ohne auf eine
Leistungserbringung unter dem Sozialrecht einzugehen bzw. neue Methoden nicht
nach Evidenz- und Wirtschaftlichkeitskriterien bewertet.
Daraus ergibt sich juristisch folgende Problematik:
Jeder
Gesetzlich Versicherte hat stets Anspruch auf eine angemessene Behandlung,
die
Honorare der Ärzte sind aber begrenzt (
Budget). Weiter muss das W. beachtet werden.
Haftungsrechtlich besteht aber nur dann eine Sicherheit, wenn stets das
Optimale angeboten wird.
Zur Überprüfung des Wirtschaftlichkeitsgebots, der sog.
Wirtschaftlichkeitsprüfung (eng.: economic feasibility check) existiert ein bei
den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen angesiedelter
Prüfungsausschuss
BEMA,
erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig,
Festzuschüsse,
Gemeinsamer Bundesausschuss,
GKV-Versorgungsgesetz,
GMG,
Grundversorgung,
IGel-Leistungen,
Kassenabrechnung,
Kostenerstattung,
MDK,
medizinisch notwendig,
Priorisierung,
Prüfungsausschuss,
Regelversorgung,
Regress,
Selbstverwaltung,
Sozialgesetzbuch,
Tagesprofilen,
Therapiefreiheit,
Vertragszahnarzt
Wirtschaftlichkeitsprüfung,
Wirtschaftlichkeitsgebot
Wischdesinfektion
engl.: wipe disinfection; hygienische Maßnahme zum oberflächlichen
Desinfizieren von Behandlungsutensilien, welche anderen Formen der
Keimabtötung / -verminderung nicht zugänglich sind. In der
ZHK gebräuchlich zur hygienischen Reinigung der Behandlungseinheit, damit
verbundener, nicht
sterilisierbarer Geräte und der Fußböden. Zum Einsatz kommen Präparate auf
Basis (allein oder in Kombination) von aromatischen Alkoholen, quartären
Ammoniumverbindungen und nichtionischen Tensiden, so z.B. Terralin™
Hygiene
wissenschaftlich anerkannt
engl.: scientifically recognized; Bezeichnung für ein Material bzw. eine
Methode, welche sich nach Untersuchung unterschiedlicher wissenschaftlicher
Arbeitsgruppen bewährt hat und reproduzierbar ist. Es bestehen keine Einwände
gegen eine Verwendung.
Evidenz,
klinisch getestet;
Praxiserprobt,
unbedenklich.
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der Lesbarkeit im Text die männliche Form gewählt wurde beziehen sich die
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Danksagung!
An dieser Stelle möchten wir allen Autoren danken; insbesondere für die unermüdliche Rechere; die diese Zusammenfassung,
aus Zahnmedizin und Zahntechnik erst ermöglicht hat.
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www.corel.com
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Aktualisierung der Artikel 2012