Zahnmedizin - Zahntechnik - Lexikon -
Tofflemire Matrize _bis_
Typodont-
es wird der Versuch unternommen, typische und
häufige Behandlungsformen in einer zahnärztlichen Praxis allgemeinverständlich
zu erläutern und Fragen dazu zu beantworten. Bilder die beim Überfahren mit
der Maus -aus dem "Pfeil" eine "Hand" entstehen lässt-; können per Doppelklick
vergrößert werden.
Suchen Sie bei unklaren und heftigen Beschwerden unbedingt
einen Arzt auf! Es wird ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass diese Webseite, kein Ersatz für einen Arztbesuch ist.
Auf die Ausführungen im
Disclaimer
wird zusätzlich hingewiesen.
Toluidinblau
Thiazinfarbstoff, Phenazetonium-Derivat, engl.: toluidine blue; tolonium
chloride; Handelsnamen z.B.: OraTest®, OraScan®, OraScreen®; zu den absorptiven
Farbstoffen gehörend und in der
ZHK
hauptsächlich als 1%-ige Lösung zur Intravitalfärbung (T. diffundiert in die
Zelle und färbt die Kernstrukturen an) der
Mundschleimhaut angewandt.
So kann z.B. eine 1%-ige T.-Mundspüllösung als Zusatzmaßnahme bei der Erkennung
von
Mundhöhlenkrebs eingesetzt werden, da bösartige Veränderungen eine
intensivere Blaufärbung aufweisen. Diese Anfärbemethode weist eine akzeptable
niedrige Fehlerquote auf (es werden auch unter Umständen nicht-bösartige Strukturen auch
angefärbt), hat nur eine geringe
Sensivität
für
Präkanzerosen und ersetzt keinesfalls eine sorgfältige (zahn)ärztliche
Untersuchung mit einer speziellen
histologischen
Gewebeuntersuchung. Einsatz daher bei der Erkennung symptomloser Karzinome,
welche bei einer klinischen Untersuchung übersehen werden könnten. Wegen des
zusätzlich hohen zeitlichen Aufwandes als
Screening-Methode
in der Praxis nicht geeignet.
Der zahnärztliche Weltverband (FDI,
1998) empfiehlt folgende Anwendungen von T.:
Monitoring (=
"Überwachung") verdächtiger Veränderungen über längere Zeiträume
Screening (= "Herausfiltern") von Personen und Bevölkerungsgruppen mit
erhöhtem Risikofaktor im Hinblick auf maligne (bösartige) Erkrankungen der
Mundschleimhaut und potentiell maligne Schleimhautveränderungen
Nachuntersuchung
von Personen, die bereits wegen Mundhöhlenkrebs behandelt worden sind
Ermittlung einer
geeigneten Gewebeentnahmestelle durch Anfärben
Bestimmung von
bösartigem Gewebe in Abgrenzung zu gesundem Gewebe während einer Operation
Mundhöhlenkarzinom
Tomes-Forstsätze, engl.: Tomes-appendices; Ausläufer der
Ameloblasten im Dentin
Tomesschen Fasern, Tomes-Fasern, engl.: Tomes-fiber; Odontoblastenfortsätze im
Dentin,
Odontoblasten
Tomes
Körnerschicht
engl.: Tomes' granular layer; mikroskopisch körnig erscheinende Schicht im
Dentin der Zahnwurzel, welche nahe des
Wurzelzements liegt; setzt sich in der Zahnkrone als Interglobulardentin
fort
Tomographie
Tomogramm, Computertomographie (CT),
Röntgenschichtaufnahme, engl.: tomography; Verfahren zur Herstellung
von Querschnittsbildern (scheibenförmigen Abbildungen,
"Schichtaufnahmeverfahren") des Körpers oder Teilen davon mit Hilfe von
Röntgenstrahlen. Eine CT-Anlage besteht aus der Röntgenröhre, dem
Detektorsystem und einem Rechner. 1967 von Sir Godfrey Hounsfield
entwickelt und ab 1972 als Kopf-Scanner EMI Mark I kommerziell
vertrieben.
Die Anfertigung eines Schnittbildes erfolgt durch ein eng begrenztes
Röntgenstrahlenbündel, welches die gewünschte Körperschnittebene aus
verschiedenen Richtungen abtastet. Die so gewonnenen Körperquerschnitte
haben eine variable Schichtdicke. Die durch den Körper abgeschwächten
Röntgenstrahlen werden durch Detektoren erfasst, in elektrische Signale
umgewandelt und an einen Computer gegeben, wo sie in ihrer räumlichen
Verteilung rechnerisch zu einem Querschnittsbild aufgebaut werden.
Anwendung in der
ZHK nur selten (s.u.)
Dental-CT; stattdessen Einsatz der digitalen Volumentomographie
DVT
Neben dem größeren zeitlichen Aufwand für die CT-Diagnostik stellt die
erhöhte
Strahlenbelastung einen weiteren Nachteil dar. Bei einer
Panorama-Schichtaufnahme liegt die Strahlendosis bei etwa 0,006 mGy
bis 0,65 mGy. Selbst bei einem dosisreduzierten CT liegt die Belastung
dagegen noch bei 6-11 mGy.
In der
ZHK modifiziert im Rahmen der
Panorama-Schichtaufnahme angewandt.
bildgebende Verfahren,
Computertomographie,
DVT,
Kiefergelenkbeschwerden,
Knochendichte,
Knochenszintigraphie,
Magnetfeldresonanztomographie,
Panorama-Röntgenaufnahme,
Positronen-Emissions-Tomographie,
Röntgendiagnostik,
SCANORA,
Sonographie,
SPECT,
TACT - Verfahren,
Transversale Schichtaufnahme,
Voxel,
Zonographie.
|

um einen liegenden Patienten kreist eine Röntgenröhre, deren
Strahlenbündel auf einen zweidimensionalen Fächer eingeblendet wird.
Gegenüberliegend der Strahlenquelle befindet sich
ein eindimensionaler
Zeilensensor, der jeweils die einfallenden Röntgenphotonen ortsbezogen
misst. Da der Computer zu jeder Messung die zugrunde liegende
Projektionsgeometrie
registriert, kann über eine so
genannte gefilterte Rückprojektion jedem Punkt innerhalb des blau
dargestellten "Field of View" ein Absorptionswert zugeordnet werden, den
der
Computer als
Grauwert
kodiert auf dem Bildschirm ausgibt. Erst die Stapelung vieler derartig
erstellter Scheiben in z-Richtung ergeben einen dreidimensionalen
Datensatz.
aus Zahnärztliche Mitteilungen
96, Nr. 6 ©: PD R. Schulze
|
Tompkins Feile
engl.: Tompkins file: in der Parodontologie (noch) gebräuchliche feine
Hand-Feilen zur Glättung der Wurzeloberfläche und zur
Konkremententfernung. Heute meist von angetriebenen Instrumenten auf
Ultraschallbasis abgelöst.
Kürettage
Tonnenzahn; eine
der Bezeichnungen für die durch
Syphilis
verursachten
Hutchinson'schen Zähne
Tonn Index
Tonn Relation, Tonn'sche Realtion; engl.: Tonn's relation; vom deutschen
Zahnarzt Paul T. aufgestellte Beziehung über das Verhältnis der Breitensumme (SI)
der oberen zu den unteren Schneidezähnen (si); es beträgt etwa 4:3 (Formel nach
Tonn: si:SI = 0,75). Angelehnt an die
Jäckel-Formel wird er dann eingesetzt, wenn z.B. Schneidezähne (in der Regel die
oberen seitlichen) fehlen:
SI
(Oberkiefer) = Breitensumme der 4 unteren Schneidzähne dividiert durch 3 + 0,5.
Arch Length Discrepancy (ALD),
Bolton
Analyse,
Platzbedarfsanalyse,
Pont-Index.
topisch
griech. topos = Ort o. Platz, topische Anwendung, topisches Produkt, engl.:
topical; in der Medizin mit der Bedeutung einer örtlichen, oberflächlichen
Aufnahme/Zufuhr eines Medikaments, welches dadurch nur geringfügig in den
Blutkreislauf gelangt (
systemisch).
Eine topische Zufuhr ist nebenwirkungsarmer und im Behandlungsgebiet von einer
höheren Konzentration als bei einer
systemischen
Zufuhr. Typische topische Produkte in der
ZHK sind
z.B.
Mundspüllösungen oder
Zahnpasta mit
ihren diversen Inhaltsstoffen.
topische
Anästhesie, engl.: topic anesthesia;
Oberflächenanästhesie
Topostasin
®, früher in
der
ZHK gebräuchliches,
thrombinhaltiges Medikament zur lokalen
Blutstillung
Torpedo;
Schlagwortbezeichnung für ein in seiner Form einem Torpedo ähnelndem
Präparationsinstrument;
Hohlkehlpräparation
Torque Bewegung
Wurzelbewegung, engl.: (rotational) torque movement; in der
Kieferorthopädie durchgeführte besondere Art einer "Kippbewegung"
der Zahnwurzel. Dabei bleibt die Zahnkrone selbst in ihrer
Ausgangsstellung stehen, nur die Wurzel wird gekippt (sog.
"Torque-Winkel"). Derartige Kräfte können nur mit
festsitzenden Apparaturen unter Verwendung eines
Vierkantbogens erreicht werden: Man verdreht außerhalb des Mundes
den Vierkantbogen in sich, und setzt ihn dann unter Spannung in die
entsprechenden
Brackets ein. Da die Zahnkrone durch das Bracket auf der Stelle
gehalten wird, bewirkt die drehende Kraft des verspannten Bogens eine
Bewegung, welche an der Wurzelspitze am größten ist. Einsatz der T. B.
z.B. zum Aufrichten von unteren Schneidezähnen. Bei nicht richtig
dosierter Kraft kann es zu Schäden an den Wurzelspitzen -
Resorptionen - kommen.
Zahnbewegungen |

die versch. räumlichen Zahnbewegungen
|
Torsionsbügel
engl.: torsion connector; unterdimensionierter,
metallischer
Gaumenbügel, welcher eine geringgradige Verwindung zulässt. Dadurch dient er
als Ausgleichselement bei gemischten
Lückensituationen: werden ein
Schaltsattel auf der einen und ein
Freiendsattel auf der anderen Kieferseite miteinander verbunden, so kommt es
bei verwindungsfreier Verbindung der beiden Teile zu einem - durch die
Resilienz verursachten - Abheben des Schaltsattels bei Belastung auf den
Freiendsattel. Ein entsprechend dimensionierter T. verhindert derartige
Fehlfunktionen mehr oder weniger befriedigend.
Teilprothese,
Unterzungenbügel
Torsionsgeschiebe
Torsionsbrücke, engl.: torsional attachment; bei größeren
Brücken im Unterkiefer gelegentlich angewandte runde
Geschiebeart ("Rundgeschiebe", "Drehbrücke"), welche eine starre
Verbindung des Brückenzwischengliedes mit den Brückenpfeilern vermeidet
(sog. "split pontic") und damit die natürliche Beweglichkeit (Torsion)
des Unterkieferkörpers kompensiert
Geschiebe,
Stressgeschiebe |

|
Torus
engl.: do.; in der Anatomie meist Bezeichnung für einen knöchernen
Vorsprung/Wulst. In der
ZHK bekannt unter:
- Torus mandibulae (Unterkieferwulst)
oberhalb der Linea mylohyoidea meist symmetrisch auftretender
Überschuss von Knochengewebe;
- Torus palatinus (Gaumenwulst,
Gaumenrippe; s. Abb. re.)
individuell stark variierende Verdickungen (Exostosen)
beidseits der
Gaumennaht. Auftretend erst funktionsbedingt mit zunehmendem
Alter mit einer Häufung bei flachen Gaumenverhältnissen.
- Die sonst ohne Bedeutung bestehende
Überschussbildung kann beim Tragen einer
Vollprothese zu Druckstellen und/oder Kippeffekten führen
Exostose |

beidseitiger T. mand. |


T. palt. |
Totalprothese, Totalprothetik, "Totale", engl.:
complete replacements for teeth;
Vollprothese
Totenlade
engl.: sequestral cavity, involucrum; isolierte Neubildung gesunder
Knochenanteile (dünne sklerosierte Kapsel) um einen
Sequester herum. Es kommt nur in seltenen Fällen zu dieser "reparativen"
Veränderung im Sinne von neu gebildetem Knochen. Dieser Vorgang lässt aber den
Sequester nicht ausheilen, sondern macht ihn vielmehr unzugänglich für eine
medikamentöse Therapie - eine chirurgische Revision ist erforderlich.
Osteomyelitis
toter
Zahn
devitaler Zahn, engl.: "dead tooth"; Gemeinbezeichnung für einen Zahn,
dessen
Zahnnerv abgestorben/nicht mehr vorhanden ist. Wenn schon diese
Bezeichnung verwendet wird, sollte man von einem "nervtoten Zahn" oder
einem "devitalen bzw. avitalen Zahn" sprechen.
Die fehlende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr durch die nicht mehr
vorhandene
Zahnpulpa lässt derartige Zähne spröde werden und ihre Farbe
verändern.
Devitalisation,
Vitalitätsprüfung |

sog. "toter
Schneidezahn" mit
kosmetisch störender
gräulich-brauner Verfärbung.
Ursache: Unfall. Behandlungsmöglichkeit:
internes Bleichen
|
Toxämie,
Toxikämie;
Blutvergiftung
Toxavit ®
Handelsnahme für eine auf (Para-)Formaldehyd
basierende,
bakterizide Paste ("Mumifikationspaste") zur Abtötung (
Devitalisation) eines
(erkrankten) Zahnnervs. In der
ZHK gelegentlich (Notfallmedizin
und Kinderzahnheilkunde) angewandtes Medikament ("Einlage")
zur Abtötung (Devitalisation)
eines
entzündeten Zahnnervs als "Ultima Ratio". Eine Schmerzlinderung tritt
relativ rasch ein; die Liegedauer im erkrankten Zahn beträgt etwa ein bis vier
Wochen, dann sollte eine endgültige Behandlung (
Wurzelkanalbehandlung) durchgeführt werden. Die Verarbeitung der Paste muss
sehr sorgfältig erfolgen, da überschüssiges Material schwere Zerstörungen (Nekrosen)
am Zahnfleisch - besonders der
Interdentalpapille - und am
Kieferknochen verursachen kann. Verwendung gilt (2013) als
obsolet.
Gemäß § 105 AMG heißt es zu T.:
"... wird zur
Devitalisierung der
Zahnpulpa
angewendet, wenn aus besonderen Gründen chirurgisch-endodontische Maßnahmen (z.
B.
Vitalextirpation) nicht möglich sind. Vor der Anwendung ist zu prüfen, ob
das Behandlungsziel mit anderen, aldehydfreien Verfahren (z. B. der Anästhesie
oder der Blutungskontrolle) erreichbar ist. Der Patient sollte über mögliche
Risiken der Therapie und alternative Behandlungsmöglichkeiten vor der Anwendung
des Präparates aufgeklärt werden."
Devitalisation, (Para-)Formaldehyd
Toxizität
Giftigkeit; engl.: toxidity; giftige (= toxische) Eigenschaft und Wirkung von
chemischen Substanzen oder physikalischer Faktoren auf den Organismus.
Unterscheidung in:
Letalität,
Mortalität
TPS-Implantat
mit
Titan plasmabeschichtetes Schrauben-Implantat (TitanPlasma-flame-Schicht);
im Lichtbogen wird der
Implantatkörper
mit flüssigem Titan beschichtet. Es entsteht eine 20-30 µm dicke Schicht mit
einer Rautiefe von etwa 15 µm; hierdurch vergrößert sich die Oberfläche auf ca.
das 6-fache.
Implantat,
Verbundosteogenese
TPS-Sonde = True
Pressure Sensitive (periodontal probe);
(druckkalibrierte)
Parodontalsonde
Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Urheimische Medizin, als Gegenpol zur traditionellen chinesischen Medizin (TCM)
geprägter Begriff, welcher verdeutlichen soll, dass auch die europäische Medizin
über ein Reservoir an pflanzlichen Arzneimitteln und Behandlungsmethoden
verfügt, welche (meist) in Vergessenheit geraten sind.
alternative Behandlungsmethoden,
Komplementärmedizin,
Schulmedizin
Trägerschiene,
Miniplastschiene,
Tiefziehverfahren
Tragion,
Traguspunkt, T,
engl.: do.;
kephalometrischer Messpunkt am äußeren Gehörgang (Gehörausgang der
Ohrmuschel),
Camper-Ebene
Tragus-Orbita-Linie
T-O-L; der "Tragus" oder "Ohrbock" (in Anlehnung an die Bartbehaarung eines
Bockes bei älteren Männern) bezeichnet in diesem Ausdruck den Knorpelvorsprung
vor der äußeren Gehörgangsöffnung, welcher diesen teilweise bedeckt; die T-O-L
ist gleichbedeutend mit der
Frankfurter Horizontale
Tragus-Subnasale-Ebene
T-S-E; der "Tragus" bezeichnet in diesem Ausdruck den Knorpelvorsprung vor der
äußeren Gehörgangsöffnung; die T-S-E ist gleichbedeutend mit der
Camper Ebene
transdental
engl.: do.; über die Wurzelspitze hinaus; gemeint ist damit eine Richtungs-
oder Lagebezeichnung, welche vom Wurzelkanal ausgeht und über den
Apex
hinausgeht;
Transfixation
Transferbogen;
engl.: transfer bow;
Übertragungsbogen
Transferkappe;
engl.: transfer coping;
Übertragungskappe
transkutane elektrische
Neurostimulation ==>
TENS
Translation
geradlinige Bewegung, engl.: bod(il)y movement o. translatory movement;
Begriff in der
ZHK mit den Bedeutungen:
- körperliche Zahnbewegung (body
movement)
Bewegung eines Zahnes im Ganzen ("Versatz") unter Beibehaltung
seiner
Achsstellung ("Parallelverschiebung")
- reine Vorschubbewegung des
Unterkiefer
ohne irgendeine Rotation; entspricht der Unterkiefer-Gleitbewegung.
Gelegentlich auch für den Versatz der
Kondylen gebraucht (Translationsbewegung;
Bennet-Bewegung,
Unterkieferbewegung)
|

Kippung bzw.
T. eines Zahnes
|
Transluzenz
Durchschimmern, Durchscheinen, Grad der Lichtdurchlässigkeit, engl.:
translucency, transparency; die T. ist das Verhältnis von
durchgelassener zu einfallender Lichtintensität und ist der der mathem.
Kehrwert der
Opazität.
Halo-Effekt, Transparenz,
Zahnfarbe |

ausgeprägte T.
der
Schneidekanten
|
Transparenz
Durchsichtigkeit, "Hindurchscheinen", engl.: transparency; Grad der
Lichtdurchlässigkeit ohne Streuung. Neben einer
Transluzenz ist für die mögliche T.
das Fehlen von Störfaktoren wie Oberflächenbeschädigungen (Kratzer,
Rauhigkeiten), Rissen im Werkstück und/oder Einschlüssen wichtig, damit sich
keine unregelmäßige Lichtbrechung oder Streuung ergibt. So spricht man bspw. bei
Glas von Transparenz und bei Porzellan von
Transluzenz
Transplantat
Transplantation, Plantation, engl.: transplant; lebender oder zur Regeneration
anregender Gewebeteil der an der Entnahmestelle entbehrlich ist und an einer
anderen Körperstelle eingepflanzt ("transplantiert") wird. Dabei wird allgemein
unterschieden:
- autogene Transplantation: Verpflanzung
innerhalb eines Individuums
- allogene Transplantation: Verpflanzung auf
ein genetisch unterschiedliches Individuum der selben Art (z.B. von einem
Mensch zum anderen, sog.
"Allografts")
- isogene Transplantation: Sonderfall der
allogenen Transplantation: Verpflanzung zwischen zwei genetisch identischen
Individuen (z.B. eineiige Zwillinge)
- xenogen Transplantation: Artfremde
Verpflanzung, wobei Empfänger und Spender aus versch. Spezies stammen (z.B.
Schwein oder Kalb
Kieler Knochenspan)
Innerhalb der autogenen Zahntransplantationen
wird in der
ZHK nochmals unterschieden:
Emdogain,
Immunsuppression,
Knochenersatzmaterialien,
Knochenheilung,
Schleimhauttransplantat,
Zahnkeimtransplantation
Transplantation
engl.: do; Verpflanzung von Zellen, Geweben oder Organen. In der
ZHK u.a.
als sog. Zahntransplantation: Verpflanzung von Zähnen beziehungsweise
Zahnkeimen in
ein an anderer Stelle des
Alveolarfortsatzes geschaffenes Zahnbett oder in die
Alveole eines
zuvor entfernten Zahnes
Autotransplantation,
Immunsuppression, Transplantat,
Zahnkeimtransplantation
Trans-Replantation
engl.: do. ?; neuartige, selten verbreitete Technik der
Replantation: stark gelockerte und
elongierte Zähne (
Parodontitis marginalis), welche mit herkömmlichen Methoden nicht mehr zu
erhalten sind, werden nach
Wurzelkanalbehandlung und -füllung
temporär
extrahiert. Nach vollständiger Entfernung der
Wurzelhaut,
Anätzung des
Wurzelzements und Beschichtung der so vorbehandelten Wurzeloberfläche mit
dem Schmelz-Matrix-Protein
Emdogain, werden diese Zähne in das zuvor tiefer gefräste ehemalige
Knochenbett (Alveole)
zurückgesetzt (
Replantation). Nach einiger mehrwöchigen
Schienung kann eine vollständige knöcherne Stabilisierung erreicht werden.
Autotransplantation,
Odontoplastik,
Replantation, Transplantat,
Zahnkeimtransplantation
transversal; engl.:
transverse; quer verlaufend (zur
Körperachse),
von einer Kieferseite zur anderen in gleicher Höhe
Transversalbügel,
Zahnflächen
Transversalebene,
Körperebenen
Transversale Schichtaufnahme
TSA, "Aufnahmen der zweiten Ebene", engl.: transversal tomogram, transversal
slices; spezielle, mit einer geringen Strahlenbelastung behaftete
digitale Röntgentechnik. TSA mit allen auf dem Markt befindlichen
Panoramamultifunktionsgeräten mit Zusatzprogrammen möglich; sie wurde Ende der
achtziger Jahre in die
ZHK
eingeführt.
Panoramaschichtaufnahme (PSA)
Transversalverschluss
engl.: transversal attechment ?; selten angewandte
Geschiebeart bei einem
einseitigen Freiendsattel zur Stabilisation des Zahnersatzes auf der
Kiefergegenseite: Der T. befindet sich auf der gegenüberliegenden - meist voll
bezahnten - Seite und dient hauptsächlich zur Sicherung des Sitzes der Prothese.
Trauma
engl.: do.; durch eine äußere Gewalteinwirkung entstandene Körperwunde o.
Verletzung. Der Begriff "Traumatologie"
wird mit "Unfallheilkunde" übersetzt. Unterscheidung in:
- offenes (auch: scharfes) Trauma
mit Durchstoßung der Körperoberfläche einhergehend, wie z.B. bei einer
Schnitt- oder Platzwunde
- geschlossenes (auch: stumpfes) Trauma
ohne Durchstoßung (Perforation)
der Körperoberfläche einhergehend, wie z.B. einer
Commotio oder Prellung
- Mikrotrauma
geringfügige Beschädigung/Verletzung, welche aber durch ständiges
Wiederholen zu einer bedeutenden Verletzung führen kann.
traumatische Okklusion
Kieferbruch,
traumatische Zahnverletzungen,
Zahnfraktur
traumatische
Okklusion, traumatisierende Okklusion, engl.: traumatic o. traumatogenic
occlusion;
Okklusionsstörung
traumatische Zahnverletzungen
"Zahnunfälle", engl.: tooth traumatism (disasters); durch
äußere Gewalteinwirkung entstandene
Abbrüche (Frakturen) oder Risse der Zahnkrone, Lockerungen oder
vollständiges Fehlen im
Zahnfach. Zusätzlich sind meist noch die
Mundschleimhaut, äußere Weichteile (Lippen, Wange) und in schweren
Fällen auch der
Kieferknochen selbst betroffen.
Bis zu seinem 50. Geburtstag hat jeder zweite Deutsche eine Verletzung
seiner Zähne erlitten; etwa 30 - 40% aller Kinder erleiden einen Unfall
mit Beteiligung der
Milchzähne, wobei hier fast ausschließlich die
Schneidezähne betroffen sind. Verletzungen im Mund-, Kiefer- und
Gesichtsbereich entstehen im Wesentlichen (Stand 2010) bei
Verkehrsunfällen, Schlägereien, Haushaltsunfällen, Arbeitsunfällen und
Sportverletzungen. 51 Prozent der
Gesichtsschädelfrakturen ereignen sich im Straßenverkehr, 15 Prozent
beim Sport. Damit liegen Schädelverletzungen bei Sportunfällen an
dritter Stelle, gefolgt von Sprunggelenk und Knieregion.
Nach einem Vorschlag der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird unterschieden:
- Verletzungsformen der
Zahnhartsubstanz (siehe Abb. oben):
Schmelzfraktur ( a) )
Schmelz-Dentin-Fraktur mit oder ohne Pulpenbeteiligung ( b), c), d)
)
Wurzelfraktur horizontal bzw. vertikal ( e), f), g), h) )
Klassifikation der Frakturen der Zahnkrone erfolgt im
angelsächsischen Raum in sog. "Ellis Klassen".
- Verletzungsformen des
Zahnhalteapparates:
Konkussion = Erschütterung des Zahnes
Luxationen wie Kontusion ("Stauchung"),
Subluxation (deutliche Beweglichkeit, steht aber normal in der
Zahnreihe), laterale Luxation (seitliche Verschiebung im
Zahnfach),
Extrusion (ragt aus dem
Zahnfach heraus - ist "länger", stark beweglich, nur noch mit
den stark überdehnten und z.T. abgerissenen
Wurzelfasern mit dem Zahnfach verbunden), Intrusion (tief in das
Zahnfach hineingedrückt - ist "kürzer", manchmal kaum oder nicht
mehr sichtbar)
Avulsion , auch Eluxation (der Zahn befindet sich nicht mehr im
Zahnfach; unbedingt suchen!)
Alveolarfortsatzfraktur (das
Zahnfach ist mit/zusätzlich abgebrochen)
In den meisten Fällen ist eine
Erhaltung des verunfallten Zahnes möglich: gelockerte bzw. verschobene
oder herausgefallene Zähne werden wieder regelrecht ins Zahnfach gesetzt
und durch Schienung ruhig gestellt, abgebrochene Zahnteile können durch
moderne Füllungstechniken (
Adhäsivtechnik) oder
Überkronung repariert werden, Wurzelfrakturen können chirurgisch
behandelt werden (
Wurzelspitzensektion). Bei den größeren Verletzungen ist meist eine
Wurzelkanalbehandlung zusätzlich notwendig.
Als Schienenarten kommen zum Einsatz:
direkt im
Mund gefertigte Schienen, sog. Kompositschiene. Gut als provisorische
Versorgung, ansonsten nachteilig in Richtung
Mundhygiene und häufigen Brüchen/Ablösungen des Kunststoffes
verstärkte Kompositschiene: Verstärkungsmaterialien wie Glasfasermatten,
Zahnseide oder Drähte. Auf dem gleichen Prinzip basierend können auch
die Titanringklebeschiene, der Titanium Trauma Splint oder Drähte zur
Verstärkung genutzt werden.
Bracketschienen: Die Fixierung der Drähte erfolgt über Knopf- oder
Edgewisebrackets, die mittels Säure-Ätz-Technik und Kunststoff am Zahn
befestigt werden.
Traumatisch verfärbte, feste
Milchzähne, die sonst symptomlos sind, bedürfen primär keiner
Behandlung, sondern sollten regelmäßig dahingehend beobachtet werden, ob
sich an der Zahnwurzel ein
Eiterherd bildet (Behandlung nur bei
Nekrose- oder
Infektionszeichen wie Schwellung,
Fistelgang, erhöhte Mobilität und
Perkussionsempfindlichkeit). nach Abschluss des Wachstums möglich
ist.
Es gelten folgende Empfehlungen:
Baldigst
(!) eine Zahnarztpraxis aufsuchen
Auch
Milchzähne sollten/müssen behandelt werden
Ausgeschlagene Zähne suchen (nur bleibende Zähne, da Milchzähne nicht
wieder eingepflanzt werden können); falls verschmutzt, kurz unter Wasser
abspülen - nicht "Sauberkratzen" oder Desinfizieren, da damit für die
Heilung wichtige Teile der Wurzelhaut zerstört werden
Zähne nur
an der Zahnkrone anfassen
Zahn
feucht halten: H-Milch, physiologische
Kochsalzlösung (Apotheke), notfalls dem Patienten - falls
ansprechbar und vernünftig (bleibende Zähne bei Kindern/Jugendlichen) -
unter die Zunge oder die Wangentasche legen (nur im Notfall, da der
körpereigene Speichel zahlreiche Bakterien enthält)
Wenn Sie
es sich zutrauen und/oder der Patient es zulässt, den Zahn in die Wunde
zurückstecken
Ideal ist
die in Apotheken erhältliche Zahnrettungsbox (tooth rescue box)
Dentosafe. In dieser können Zähne ohne großen Qualitätsverlust bis
zu 24 Std. aufbewahrt werden
In
unfallträchtigen Bezirken (Schule, Schwimmbad, Eissporthalle) oder bei
"zahngefährlichen" Sportarten sollte eine Zahnrettungsbox zum
"Erste-Hilfe-Inventar" ebenso gehören wie das
abgebildete Info-Plakat
Auch wenn
kein Zahnschaden erkennbar sein sollte, unbedingt in einer
Zahnarztpraxis
röntgen und die
Vitalität überprüfen lassen, da die Wurzel gebrochen sein könnte (
Zahnfrakturen)
Zahnunfälle sind in jedem Fall unbedingt vom Patienten und/oder vom
Zahnarzt der Versicherung zu melden. Wichtig ist dabei die
Dokumentation, dazu gehören unter Umständen auch Röntgenbilder und
Fotos. Auch wenn keine sofortige endgültige Behandlung möglich ist, so
besteht der Versicherungsanspruch auch noch nach Jahren, wenn eine
rechtzeitige Meldung (u. ggf.
Begutachtung) erfolgte!
Die Chancen für einen langfristigen Erfolg steigen mit kurzer
Verweildauer des Zahnes in einem geeignetem Transportmedium, kurzer
Schienungsphase und rechtzeitiger Wurzelbehandlung. Bei Zähnen mit
abgeschlossenem Wurzelwachstum liegt die Überlebensrate für fünf Jahre
bei 75%, für zehn Jahre bei 55%. Bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem
Wurzelwachstum liegen die Quoten rund 10% niedriger.
Da traumatische Verletzungen von Frontzähnen häufig in der Folge eine
gerichtliche Anspruchnahme auslösen, kommt der
Dokumentation des behandelnden Zahnarztes besondere Bedeutung zu.
Dazu zählen die genaue Beschreibung des Unfallherganges (nach
Patientenangaben),
anamnestische Angaben, komplette
Befunderhebung und Behandlungsverlauf. Die Gerichte entscheiden
dabei über finanzielle Leistungen in Form von
Behandlungskosten-Übernahme oder/und Schmerzensgeld. Bei Zahnverlust
betrug letzteres im Mittel 1.500 bis 2.000 Euro (2005).
Ankylodontie,
Apexifikation,
Autotransplantation,
Avulsion,
Dilazeration,
Extraktion,
Fehlstellung von Zähnen,
intra-radicular splinting,
Kieferbruch,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Perkussionstest,
Replantation,
Schmelzsprung,
Sichelzahn,
Sofortimplantation,
Stabilisierungsschiene,
Stiftverbolzung,
Subluxation,
Titan-Trauma-Schiene (TTS),
Wurzelresorption,
Unfall,
Zahnfraktur,
Zahnkeimosteomyelitis,
Zahnverlust,
Zementoblasten.
|


Fixation des
traumatisierten Zahnes mittels angeklebten Drahtbogen

vollständiger
Wurzelkanal-
verschluss
(unfallbedingt)

Zahnunfall - Was können
und müssen Sie tun?
Darstellung in Posterform
besonders geeignet zum
Aushang für Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder usw.
Bezugsquelle: Nur noch in CH erhältlich:
|
Traumatologie;
Unfallheilkunde, engl.: traumatology; Lehre von der Entstehung, Verhütung u.
Behandlung von Unfällen ;
AGET,
Kieferbruch,
traumatische Zahnverletzungen
Tray
engl. Bezeichnung für Schale o. Tablett; in der
ZHK meist für einen verschließbaren und
sterilisierbaren Behälter (Kassette) gebraucht, in welchem sich
vorbereitete Instrument ("Instrumentensatz") für eine bestimmte
Behandlung befinden. Weitere Unterteilung in:
- Basistray
enthält das "Grundbesteck" wie es für jede Behandlung nötig ist:
Pinzette,
Sonde
u.
Spiegel
- Set-Tray
auf die jeweilige Behandlung abgestimmter Instrumentensatz
|

Set-Tray zum Legen einer Füllung |
Trema,
echtes
Diastema
Trennfolie, engl.: space
foil;
Korrekturabdruck
Trennsockel;
Split cast (Sockel)
Trepanation
"Aufbohren", Eröffnen, engl.: trephination, trepanation;
1.) Eröffnung einer Körperhöhle (z.B. Kieferhöhle, Markhöhle, Schädel),
häufig zur Druckentlastung
2.) in der
ZHK: Anbohren eines (nervtoten) Zahnes und Eröffnung des
Pulpencavums von der Zahnkrone her ("coronal"), meist im Rahmen
einer
Schmerz- oder
Wurzelkanalbehandlung. Ziele der T. sind dabei einmal die
Druckentlastung des betroffenen Zahnes (bestehende Schmerzen
verschwinden oft dadurch "schlagartig") und die Zugänglichmachung des
Wurzelkanals, um so geeignet Maßnahmen im Sinne einer
Wurzelkanalbehandlung durchführen zu können.
Ist eine Druckentlastung über den Wurzelkanal nicht möglich (z.B.
obliterierter Wurzelkanal), so erfolgt eine ossale Trepanation im
Bereich der Wurzelspitze bis zum auslösenden Prozess hin ("apicale
Lüftung",
Schrödersche Lüftung).
Dochtdrainage,
Gangränbehandlung,
Schrödersche Lüftung,
Vitalitätsprüfung,
Zugangskavität |

coronale T.
|

ossale T.
|
Trepanbohrer
Trepanfräser, Hohlbohrer, Hohlfräser, Hohlzylinderbohrer, engl.: trepan
drill, hollow drill; welcher das Freilegen ("Umbohren") eines
Gegenstandes (meist eines Fremdkörpers im Wurzelkanal) erlaubt.
Ebenfalls in der Knochenchirurgie zur Präparation von Knochenzylindern
für die Transplantation (s. Abb.), zum Herstellen des
Implantatbettes oder zur Gewinnung von Präparaten für die
pathologische Untersuchung (Knochenbiopsie) eingesetzt.
Bohrer,
Masseran Instrumentarium,
Schaftlochbohrer |

©: Gebr. Brasseler>
|

Präparation
eines
Knochenzylinders |
Treponema denticola
T. microdentium; zu den Spirochäten gehörend ist dieser ausschließlich
anaerobe Keim einer der
Haupt-Markerkeime der
Parodontitis; einer der wenigen schwer kultivierbaren Spirochäten. Baut
Proteine ab und erzeugt u.a. dadurch den üblen
Mundgeruch.
Markerkeime
Tricalciumphosphat
TCP, TCP-Keramik, Calciumverbindung der Phosphorsäure, Knochenersatzstoff zur
Auffüllung von Knochendefekten, engl: tricalciumphosphate; T. (TCP) zeichnet
sich durch besondere Biokompatibilität, Resorbierbarkeit und Osteokonduktivität
("Knochenverbindung") aus. T. (TCP) existiert in 2 Modifikationen, einer
Hochtemperatur-Modifikation, dem α-TCP (α-Ca3(PO4)2), das bei Temperaturen über
1125° C gebildet wird und einer Niedertemperatur-Variante, dem ß-TCP
(ß-Ca3(PO4)2), das bei Temperaturen unterhalb von 1125° C entsteht und bis in
den Bereich der Normaltemperatur stabil bleibt.
Bei der
Augmentation kommt meist phasenreines ß-Tricalciumphosphat (TCP) zum
Einsatz. Bekannter Vertreter:
Cerasorb
Hydroxylapatit,
Cerasorb,
Verbundosteogenese
Trichion; Vermessungspunkt am Stirnhaaransatz;
Biomet-Gesicht
Triclosan
Desinfektionsmittel, engl.: do.; 2-Hydroxy-4.2'.4'-trichlor-diphenylether oder
5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)phenol (Summenformel: C12H7Cl3O2 ; = mehrfach
chloriertes Phenol-derivat); weißes bis nahezu weißes, kristallines, synthetisch
hergestelltes, nichtionisches Pulver von leicht aromatischem Geruch, bis 280°
stabil. Während des Herstellungsprozesses kann T. mit Dioxinen verunreinigt
werden. T. ist ein biozider Wirkstoff und Bestandteil von
Desinfektionsmitteln, die in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in
Krankenhäusern eingesetzt werden.
Zunehmend auch de(s)odorierender Zusatz in festen Seifen und Flüssigseifen, auch
in desinfizierenden Seifen, sowie als Konservierungsmittel in kosmetischen
Präparaten. Sorgen bereitet den Hygienikern vom BfR jedoch der zunehmend breite
Einsatz dieses Biozids, niedrig dosiert in verbrauchernahen Produkten wie Wasch-
und Reinigungsmitteln oder als biozide Ausrüstung von Kleidung und Kunststoffen.
Hierbei besteht nicht nur die Gefahr, dass die Mikroorganismen vermehrt gegen
den Wirkstoff T. resistent werden. Der ausgebildete Resistenzmechanismus kann
die Erreger auch gegen therapeutisch eingesetzte antimikrobiell wirkende
Substanzen und Antibiotika unempfindlich machen (s.u.).
Da reines T. in der Mundhöhle seine Wirkung nicht optimal entfaltet (mangelnde
Substantivität, da der Wirkstoff sehr schnell ausgewaschen wird), wird es
mit versch. Begleitsubstanzen gekoppelt. Wirksam besonders gegen
gram-positive und
gram-negative
Bakterien (Hemmung der Fettsynthese in Bakterien); häufig als
bakterienhemmender Zusatz und Konservierungsmittel in Zahnpasten enthalten. T.
unterscheidet nicht zwischen schädlichen,
Karies auslösenden Keimen und nützlichen, die für eine gesunde Mundflora
notwendig sind. Beim Menschen soll T. die Leberfunktion beeinträchtigen,
Erbgutveränderungen beim Menschen werden diskutiert.
Anders als in
Desinfektionsmitteln für den ärztlichen Bereich ist T. in verbrauchernahen
Produkten (Wasch- und Reinigungsmitteln, biozide Ausrüstung von Kleidung und
Kunststoffen) niedrig dosiert. Diese niedrigen Konzentrationen reichen häufig
nicht aus, um bakterielle Krankheitserreger abzutöten. Dagegen erhöht sich der
Selektionsdruck: Erreger, die eine
Resistenz
gegen T. ausgebildet haben, vermehren sich stärker als die nicht resistenten
Erreger der gleichen Spezies.
Zusätze von T. (etwa 0,3%) in
Zahnpasten - in Konzentrationen von 0,1-1% verspricht man sich insbesondere
bei schwierigen Putzsituationen eine bessere Keimreduktion - sind
wissenschaftlich umstritten, da die Nebenwirkungen noch nicht sicher abgeklärt
sind. Bei
Mundspüllösungen - hier ist die Konzentration eine Zehnerpotenz niedriger -
bestehen bisher (2010) keine Bedenken. Offizielle Stellen (die strenge
FDA
in den USA und der zuständige EU-Ausschuss) haben T. in therapeutischen
Konzentrationen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt; die behauptete
Leberschädigung ist Folge eines Rückschlusses aus Tierversuchen. Hier war die
Dosis um das 2000-fache höher als in Zahnpasten zu finden; der Dioxingehalt (in
geringen Spuren) war in Pasten mit T. nicht höher als in solchen ohne.
Mundspüllösungen,
Zahnpasten
Trifurkation,
engl.: trifurcation; Gabelungsstelle an 3-wurzligen Molaren;
Bifurkation
Trigeminus
Trigeminusnerv
Trigeminusnerv
N.
Trigeminus, "Drillingsnerv", V. Hirnnerv, engl: trigeminal nerve. Der T.
versorgt als Empfindungsnerv (z.B. Schmerzleitung) die Haut eines Teils
von Kopf- Gesichts-, Binde-, Horn- und Regenbogenhaut der Augen, die
harte Hirnhaut, Schleimhäute der Nase, Nebenhöhlen, Mund, Zunge und die
Zähne. Als Bewegungsnerv versorgt er die
Kaumuskulatur und den Spannmuskel des Trommelfells. Nach dem
Austritt aus dem Hirnstamm bildet der T. das
Gassersche Ganglion, von dem drei Äste abgehen: Augen-, Oberkiefer-
und Unterkieferast.
N.
ophthalmicus (V1) ; Austrittspunkt: Foramen supraorbitale
N.
maxillaris (V2)
- Nn. alveolaris inferior
- N. infraorbitlis
N. mandibularis (V3)
-
N. alveolaris inferior
-
N. lingualis
- Muskeläste
An den
Austrittspunkten aus dem Gesichtsschädel - Foramen supraorbitale,
Foramen infraorbitale und Foramen mentale - befinden sich die
Trigeminusdruckpunkte, welche bei Nerverkrankungen (Neuralgie,
Neuritis) mit einem Druckschmerz reagieren.
Aurikulo-Temporal-Punkt,
Ganglion,
Kaumuskulatur,
Lingua,
Mandibularkanal,
Nerv,
Nervenaustrittspunkte,
Nervenschädigung,
Sölder-Linien |


Nervenaus-
trittspunkte |

Sensible Ausfallerscheinungen
bei einer Verletzung
des Trigeminus
(sog.
Sölder-Linien). |
Trigeminusneuralgie
Gesichtsschmerz, selten: Prosopalgie, engl.: trigeminal neuralgia; einseitige,
kurzdauernde Schmerzattacken in dem Versorgungsgebiet einer oder mehrerer Äste
des N. Trigeminus. Meist ausgelöst
durch einfach Reize an bestimmten Gesichtsstellen ("Triggerpunkte") wie Waschen,
Rasieren, Rauchen, Zähneputzen, Hautberührung; gelegentlich auch ohne äußeren
Reize auftretend. Häufig kombiniert mit einem Zusammenziehen der mimischen
Muskulatur im erkrankten Bereich (= Tic douloureux). Die
symptomatische Trigeminusneuralgie ist durch Grunderkrankungen wie z.B.
Multiple Sklerose bedingt, Ursache der
idiopathischen
Trigeminusneuralgie ist offenbar eine vaskuläre Kompression im Bereich des
Nerven.
Die "International Headache Society" gibt folgende Kriterien für die klassische
T. an:
A: Paroxysmale
Schmerzattacken von Bruchteilen einer Sekunde bis zu 2 Minuten Dauer, die einen
oder mehrere Äste des N. trigeminus betreffen und
die Kriterien B und C erfüllen
B: Der Schmerz
weist wenigstens eines der folgenden Charakteristika auf:
-- starke Intensität, scharf, oberflächlich, stechend
-- ausgelöst über eine Triggerzone oder durch Triggerfaktoren
-- völlige Beschwerdefreiheit zwischen den Episoden
C: Die Attacken
folgen beim einzelnen Patienten einem stereotypen Muster
D: Klinisch ist
kein neurologisches Defizit nachweisbar
E: Nicht auf eine
andere Erkrankung zurückzuführen
T. kommen bei Patienten mit Multipler Sklerose überdurchschnittlich oft vor.
Etwa ein bis zwei Prozent der MS-Patienten sind betroffen. In der
Gesamtbevölkerung beträgt die
Prävalenz dagegen etwa 0,04 - 0.06 Prozent.
Bei der medikamentösen Therapie von Patienten mit Trigeminusneuralgie, die keine
MS haben, sind vor allem Carbamazepin (300 bis 1200 mg) und Oxcarbazepin (300
bis 1800 mg) Medikamente der ersten Wahl. Auch andere Antiepileptika wie
Gabapentin (1800 bis 3600 mg), Lamotrigin (200 bis 400 mg), Phenytoin (200 bis
400 mg), Topiramat (50 bis 400 mg) und Baclofen (50 bis 80 mg) sowie das
Neuroleptikum Pimozid (4 bis 12 mg) sind wirksam. In schweren Fällen erfolgt
eine Behandlung entweder durch Injektionen mit hochprozentigem Alkohol in den
erkrankten Nerv (neuere Methoden führen Kunststoffplättchen in die Nähe des
Nerven ein, um den Druck von Blutgefäßen auf den Trigeminus zu nehmen) oder
chirurgisch mittels Durchtrennung oder Entfernung (Trigeminusexhärese)
des betreffenden Nervenastes (z.B. nach der Frazier Methode, welche den 2. u. 3.
Ast des Trigeminus ohne dessen motorischen Anteile durchschneidet; s.a.
Cushing-Operation,
Neurotomie)
bzw. elektrische Zerstörung ("Elektrokoagulation").
Derartige operative Eingriffe sind erst nach erfolgloser konsequenter Anwendung
aller konservativen Methoden und anhaltender Therapieresistenz das Mittel der
Wahl. Die Risiken eines neurochirurgischen Eingriffs sind dabei nicht gering.
Zusätzlich ist das Rezidivrisiko bei einer chirurgischen Therapie relativ hoch:
So wird in der Literatur berichtet, dass nach dem Eingriff der Schmerz bei 98%
der Patienten gebessert, bei 87% sogar ganz verschwunden war. Nach im Mittel 56
Monaten lagen die entsprechenden Werte bei 93% beziehungsweise 72%. Nach acht
Jahren war das geschätzte Rezidivrisiko bei 34%, das heißt etwa jeder dritte
Patient musste bis dahin mit einem Rückfall rechnen.
In jüngerer Zeit wird über gute Erfolge mit einer wiederholten Radiotherapie
(Gamma-Knife) gegen Therapieresistenz durch Medikamente berichtetet: Die
wiederholte Anwendung des Gamma-Knifes verspricht einer Mehrheit der Patienten
Schmerzlinderung und stellt damit eine brauchbare Option für medikamentös
refraktäre Fälle dar. Im Vergleich mit den übrigen chirurgischen Verfahren
gilt diese Methode als sehr sicher.
Neuere Überlegungen (2007) gehen davon aus, dass die Ursache in einer zu kleinen
knöchernen Durchtrittsstelle des Trigeminusnerves
aus dem Gehirn die eigentliche Ursache der Schmerzattacken ist (
Allodynie)
und "polstern" diese Stelle mit Gore-Tex oder Teflon zwischen Blutgefäß und Nerv
in diesem Gebiet aus.
Allodynie,
Ganglion,
Gesichtsschmerz,
Gradenigo-Syndrom,
Heilanästhesie,
Neuralgie,
Neurexhärese,
Pietrantoni Syndrom,
Sicard Syndrom, Trigeminusnerv,
Virustatika.
Trigonum
retromolare
Molarendreieck, Unterkieferhöckerchen, engl.: retromolar triangle; knöcherne
Erhebung hinter dem letzten
Backenzahn im
Unterkiefer. "Trigonum" ist eine anatomische Bezeichnung für "Dreieck o.
"dreieckiges Feld"; s. Abb.
Pound-Linie
Trikonodont
Triconodont, "three-coned tooth"; anatomische Bezeichnung für einen
(historischen) Zahn mit drei ausgebildeten Spitzen (Höckern);
Abb.
Nach der sog. "Trituberkulartheorie"
haben sich aus den
Kegelzähnen, wie sie bei Reptilien vorkommen, zunächst Trikonodont-artige
Zahngebilde bei den Säugern entwickelt. Diese haben sich dann entsprechend
differenziert.
Gebissreduktion
Trikresol
Gemisch von drei Isomeren des Kresols zur Desinfektion infizierter
Wurzelkanäle (
Einlage);
heute
nicht mehr gebräuchlich. Bei der Herstellung von Kresol - einer
Phenolverbindung
- fallen drei isomerische Verbindungen an, welche in dieser Lösung miteinander
gemischt sind. Eine Mischung mit
Formaldehyd wird als Trikresolformalin bezeichnet.
Formokresol (Buckley-Lösung),
Phenol
Trinkplatte
engl.: drinking plate; bei
Gaumenspalten bedarfsgemäß angewandte weich-elastische Kunststoffplatte, die
die Gaumenöffnung abschließt; gilt als Erstversorgung (wenige Tage nach der
Geburt) im Säuglingsalter. Die T. dient zur Erleichterung des Trinkens und zur
Regulierung der Zungenlage. Eine Neuanfertigung der T. erfolgt
kieferwachstumsbedingt nach etwa 5 Monaten.
Abb. + Infos unter
Trinkwasserfluoridierung
TWF, engl.: water fluoridation; gewollte Anreicherung des Leitungswassers mit
Fluoriden (meist auf 1mg/Liter) als sog. kariesprophylaktische Maßnahme. Die
T. zählt zu den passiven, kollektiven
Karies-Prophylaxemaßnahme. Nach
WHO-Angaben
wird dadurch eine Kariesreduktion von 40-60% erreicht. Diese seit jeher
umstrittene Methode (Zwangsmedikation!) - nur maximal 10 % der beigesetzten
Fluoride erreichen überhaupt dem menschl. Körper - ist (nach Beendigung
einer Pilotstudie in den 60er Jahren in Kassel) in D. verboten.
Führend auf diesem Gebiet in Westeuropa war der Kanton Basel (Stadt, CH),
welcher 1959 die T. einführte, aber im Jahr 2003 mit der Begründung wieder
abschaffte, dass der Nutzen der T. in der
Kariesprophylaxe wissenschaftlich nicht erwiesen sei und zudem durch sehr
hohe Streuverluste von 99 Prozent die Umwelt unnötig belaste. Basel stehe zudem
heute mit der einst weit verbreiteten Maßnahme "einsam und allein da". Als
Alternative wird die gängige Basisfluoridierung durch
Kochsalz empfohlen.
Die tägliche (natürliche) Fluoridaufnahme über nicht angereichertes Trinkwasser
ist in D gering: Mehr als 90 Prozent des Leitungswassers enthalten weniger als
0,3 mg/Liter - regionale Variationen sind vorhanden. Die zuständigen
Gesundheitsämter oder Landesbehörden können hierzu Auskunft geben. Zum
Vergleich: Meerwasser enthält in einem Liter rund 1mg Fluorid.
Fluoridanamnese,
Fluoride,
Fluoride in Mineralwassern,
Salzfluoridierung
Tripodisierung
"3-Punkt-Abstützung", "Drei-Punkt-Abstützung", Schaffung
dreifußähnlicher Verhältnisse, engl.: tripodisation, 3 point contact;
auf die
gnathologischen
Okklusionskonzepte von Thomas ("Zahn-zu-Zahn-Konzept") und Lundeen
("Zahn-zu-Zweizahn-Konzept") zurückgehende Forderungen zur Herstellung
einer
Höcker-Fossa-Beziehung
im Rahmen der
Aufwachstechnik (s. Abb.: T. der Kaufläche) oder bei der Aufstellung
von
Vollprothesen: Verfolgtes Ziel ist z.B. bei der Konstruktion einer
Prothese, dass in jeder Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer im
Frontzahnbereich ein gegenseitiger Berührungspunkt und im li. und re.
Seitenzahnbereich je ein Kontaktpunkt bestehen ("nicht wackelnder
dreibeiniger Tisch").
ABC-Kontakte,
Molarenrelation,
Okklusion,
Zentrik |

Dreipunktkontakt der "Punkt-Zentrik" |
Trismus
Pl.: Trismen, Spasmus masticatorius, tonischer
Kaumuskelkrampf,
"Maulsperre". engl.: do. o. lockjaw, vom griech. trizein für
Knirschen; der Mund lässt sich - wenn überhaupt - nur unter Schmerzen oder
mittels äußerer Manipulation öffnen.
Gilt zusammen mit einem Krampf der mimischen Muskulatur (Risus sardonicus) als
eines der Frühsymptome einer
Tetanusinfektion
(Tetanus sardonicus). Ebenso vergesellschaftet mit einer Meningitis und
epileptischen Anfällen.
Fibrose,
Kaumuskulatur
Trisomie 21;
Down Syndrom
Trituberkulartheorie
Trituberculartheorie nach Cope-Osborn 1883; aufgrund
fossiler Funde aufgestellte Behauptung, dass alle Zähne aus einem einfachen
kegelförmigen Zahn hervorgehen und sich zum heutigen "Trituberkularzahn"
entwickelt haben.
Trikonodont,
Zahn.
Trituration
Zerreibung, engl.: do.. Der Begriff stammt aus der
Pharmakologie
und bezeichnet die Verreibung eines Trägerpulvers (z.B. eine Silberfeilung), in
welches ein anderer Wirkstoff (z.B.
Quecksilber)
eingebracht wird. Ausdruck in der
ZHK
gebräuchlich für das "Verreiben" des Legierungspulvers mit Quecksilber zum
Endprodukt Amalgam
(
Feilung).
Eine derartige T. wurde früher mit Mörser und Pistill oder in einem
Gummiläppchen durchgeführt ("Handanmischung"). Wegen der Gefahr eines
Hautkontaktes und der Einatmung von Quecksilberdämpfen heute durch
Amalgam(an)mischgeräte ersetzt.
Amalgammischgerät
trockene Alveole,
Wundheilungsstörung nach Zahnentfernung, engl.: dry socket;
Alveolitis,
Dry Socket
Trockenlegen
Trockenlegung (des zahnärztlichen Arbeitsfeldes), engl.: dry working
field, dry field dentistry; Maßnahmen zur Schaffung vorübergehender,
feuchtigkeitsarmer bzw. -freier Verhältnisse in der Mundhöhle zur
adäquaten Verarbeitung von zahnärztlichen Materialien bzw. Voraussetzung
für bestimmte Behandlungstechniken; in der Regel ausschließlich mit
mechanischen Hilfsmitteln (Speichelsauger,
Watterolle,
Parotisrolle, Saugstreifen,
Kofferdam),
nur äußerst selten unter zusätzlichem Einsatz von
Medikamenten. Durchgeführt meist durch das zahnärztliche
Assistenzpersonal. Unterscheidung in:
- relatives Trockenlegen
Einlegen von Watterollen bzw. speziellen Modifikationen
(Parotisrolle, Saugstreifen) in die
Umschlagfalte und/oder den
Mundboden in Kombination mit einem
Speichelsauger: anschließendes Trockenpusten des Arbeitsfeldes (Kavität,
Zahnstumpf) mit angewärmter Luft. Relativ unsichere Methode, da
ein Schluckvorgang, Atemluft oder übermäßige Speichelproduktion das
Arbeitsfeld rasch wieder mit Feuchtigkeit benetzen können;
zuverlässiger im Oberkiefer als im Unterkiefer. Spezielle
Hilfsmittel (Automaton,
Haller-Klammer; s. Abb.) können zusätzlich eingesetzt werden
- absolutes Trockenlegen
durch den Einsatz von
Kofferdam. Dieses bei vielen
konservierenden und
endodontischen Behandlungen wünschenswerte Vorgehen bietet eine
Reihe von Vorteilen, obwohl in der Mundhöhle bedingt durch die
Atemluft nie eine 100prozentige Trockenheit des Arbeitsfeldes zu
erreichen ist:
optimierte Verarbeitungsbedingungen bei
Füllungswerkstoffen, besonders von
Komposites
Sicherung des Arbeitsfeldes vor Kontamination mit
Speichel und darin enthaltenen Keimen
Schutz des Patienten vor
Verschlucken und
Einatmen von Fremdkörpern und Kleininstrumenten
|

relatives T.

absolutes T. |
Trockensterilisation; engl.: dry sterilization;
Heißluftsterilisation
Tröpfcheninfektion
engl.: droplet infection;
Infektion durch Vernebeln von erregerhaltigem Speichel oder anderen
Körpersekreten beim Sprechen, Husten u. Niesen (Distanz 1-2 m). Die in der Luft
schwebenden Erreger können entweder durch direktes Einatmen
(Inhalationsinfektion) oder bei widerstandsfähigen Erregern auch durch späteren
Kontakt mit Oberflächen oder Körperteilen durch die Haut oder über die
Schleimhaut Infektionen auslösen. Gilt wegen seiner flüchtigen Übertragung als
der Hauptauslöser von
Epidemien und
Pandemien.
Infektion,
Schmierinfektion,
Spray
Tropfenklammer,
engl.: drop clasp;
Knopfanker
TruDent™;
MacDent
Truebyte-Artikulator
von Gysi Anfang
des 20. Jhds entwickelter
Artikulator,
welcher aus dem Simplex-Artikulator hervorging und bei dem die
Kondylenbahnneigung individuell eingestellt werden konnte. Gysi forderte
zusätzlich zur besseren Übertragung einen
Gesichtsbogen
und als Kunstzähne sog. Anatom-Zähne.
Trümmerfraktur;
Unterkieferbruch
TSR; Abk. von
Terminale ScharnierachsenRelation;
Scharnierachse
Tuber
pl.: Tubera; Auswuchs, Knolle, engl.: do.; in der
ZHK hauptsächlich für die knöchern-bindegewebige höckerartige
Erhebung hinter dem letzten Backenzahn im Oberkiefer gebraucht und mit
Tuber retromolare bezeichnet. Im
zahnlosen
Oberkiefer bezeichnet das Tuber maxillaris, engl.: maxillary tuberosity,
(auch Tuber maxillae, engl.: maxillary tuber, s. Abb.) die
buckelförmige, knöcherne Erhebung am hinteren Ende des
Alveolarfortsatzes.
Tuberositas,
Tuberplastik |

|
Tuberanästhesie
engl.: (retro-maxillary) tuber anesthesia; Schmerzausschaltung des oberen
Backenzahnbereichs und des hinteren Teils der Kieferhöhle (Schleimhaut des
Sinus max.,
Molaren und
Gingiva der
Bukkalseite) durch Betäubung der Rami alveolares maxillares posteriores des
N. maxillaris an ihrem Eintritt in
das Tuber maxillae. Gilt nicht als
Leitungs-, sondern als
terminale Anästhesie.
Als seltene Komplikation kann eine
Hämatombildung durch Verletzung des Plexus venosus pterygoideus oder ein
retromaxillärer
Abszess auftreten.
Lokalanästhesie
Tuberculum
pl.: Tubercula, engl.: do. o. tubercle; anatomische Bezeichnung für einen
kleinen, spitz-abgerundeten Vorsprung oder
Höcker. Nachfolgend einige relevante Begriffe in der
ZHK:
Tuberculum alveolare mandibulae:
verschiebliche Wölbung im Gebiet des ehemaligen Unterkiefer-Weisheitszahnes
Tuberculum
articulare, engl.: articular tubercle (of temporal bone): Vorsprung am
Schläfenbein als vordere Begrenzung der Fossa mandibularis
Eminektomie,
Kiefergelenk
Tuberculum Carabelli,
engl.: Carabelli tubercle,
Carabelli Höcker
Tuberculum
distomolare, selten auftretender zusätzlicher
Höcker im Gebiet des hinteren Kronenrandes vom oberen
Weisheitszähnen; fließender Übergang zu einem
Paramolar.
Tuberculum impar
zusätzlicher,
mesio-palatinaler
Höcker an oberen großen Backenzähnen. Die Häufigkeit wird bei Europäern am
1. großen Backenzahn mit bis zu 17 % angegeben, auch wenn dieser Höcker meist
nur schwach angedeutet bzw. kaum sichtbar ist.
Die Bezeichnung steht auch noch für "Zungenwülste" (central papillary atrophy of
tongue) bzw. eine Form der Zungenentzündung (median rhomboid glossitis). In der
Embryologie:
Tuberculum mentale
Kinnhöcker, engl.: genial o. mental tubercle; beiderseits der Kinnmitte
(Protuberantia mentalis) befindliche, individuell versch. ausgeprägte
Höcker, welche besonders im
atrophierten Kiefer sichtbar werden. |

|
Tuberculum molare, Randtuberkel;
Cingulum
Tuberculum
paramolare; engl.: paramolar tubercle; häufig mit dem
Tuberculum distomolare identische
Bezeichnung für einen zusätzlichen Höcker an den 2. u. 3.
Oberkiefer-Backenzähnen; fließender Übergang zu einem
Paramolar.
Tuberculum
sellae turcicae, Keilbeinhöckerchen,
als
kephalometrischer Messpunkt in der
ZHK von
Bedeutung
Tuberfraktur
Tuberabriss, engl.: (maxillary) tuber fracture; bei der Entfernung eines
Oberkiefer-Weisheitszahnes
gelegentlich auftretende Komplikation, bei welcher das
Tuber maxillae
frakturiert oder vollständig mit dem betreffenden Zahn entfernt wird. Meist
erfolgt dadurch eine Eröffnung der
Kieferhöhle, welche durch eine
plastische Deckung wieder verschlossen wird.
Tuberebene
engl.: tuber-plane; senkrecht zu der
Raphe-Median-Ebene (RME) verlaufende virtuelle Bezugsebene im
Oberkiefer,
welche durch die beidseitigen Tuber
(Tuberlinie, Tubertangente) verläuft. Unter Auswertung dieser Ebene können bei
einer
kieferorthopädischen
Modellanalyse Abweichungen der Zahnstellung in der
Sagittalebene
festgestellt werden.
Auch von Bedeutung bei der
Modellherstellung, welche dreidimensional nach den Schädelebenen im Munde (Tuberebene,
Raphe-Median-Ebene,
Okklusionsebene) im
Labor
getrimmt und/oder gesockelt werden.
Alveolon
Tuberkulose
Tb, Tbc; engl.: tuberculosis; laienhaft auch unter Schwindsucht bekannt;
äußerst infektiöse, bakterielle, durch
Tröpfcheninfektion
("Anhusten") verursachte Erkrankung, besonders der Lunge (aber auch
anderer Organe). Die T. galt lange Zeit in den Industrieländern als
ausgestorben, ist aber wegen einer weltweit gestiegenen Mobilität wieder
im Zunehmen (besonders in Osteuropa und Südostasien). T. ist die
Haupttodesursache unter
HIV-positiven Patienten.
Die bis dato wirksamen Medikamente (bes. Isoniazid u. Rifampicin) werden
durch
resistente (widerstandsfähige) Bakterienstämme der T. wirkungslos;
man s00ätzt, dass weltweit 50 Millionen Menschen so z.Zt. unheilbar
erkrankt sind.
Aus der Mundhöhle kennt man eine durch zahlreiche Geschwüre sehr
schmerzhafte Form der T. (Tuberculosis ulcerosa mucosae). |

tuberkolöser Primärkomplex der Haut bei einem Kind
|
Tuberositas
engl.: tuberosity; höckerartige Erhebung an Knochen mit einer gewissen
Rauhigkeit zum Angreifen von Körpermuskeln (Insertionsgebiet eines Muskels). In
der
ZHK von Bedeutung:
Tuberositas
masseterica an der unteren Außenseite des Unterkiefers; Insertionsgebiet des
Masseter-Muskels
(Schließmuskel)
Tuberositas
pterygoidea im Bereich der Innenseite des Unterkiefer-Kieferwinkels;
Insertionsgebiet des Pterygoideus medialis (Schließmuskel)
Kaumuskulatur
Tuberplastik
engl.: tuberplasty;
präprothetisch-chirurgische Maßnahme zur Verbesserung des
Oberkiefer-Prothesenlagers. Dabei wird im Gebiet hinter und seitlich des
Tubers der nur noch wenig ausgeprägte
Sulkus vertieft. Eingriff selten allein, sondern in Kombination mit einer
Oberkiefer-Verstibulumplastik.
Tübinger Implantatregister
ehemals "SFB 175 Implantologie", engl.: Tübingen implant register; 1985 an der
Universität Tübingen (D) durch Prof. Schulte im Rahmen der Forschungsarbeiten an
dem "Ur-Implantat (Frialit-1)" eingeführtes Register, welches besonders zur
Nachkontrolle inserierter Zahn-Implantate
jeglicher Art dient. Auf Grund der großen Patienten-Recall-Basis (~3.000; 2010)
lassen sich gute Aussagen insbesondere der Haltbarkeitsdauer von Implantaten
treffen.
Tübinger
Sofortimplantat
engl.: Tübinger immediate implant; 1978 von W. Schulte u. Heimke erstmals
beschriebene Methode der sofortigen
Implantateinpflanzung mittels Vollkeramikkörpern (Stufenzylinder aus
Aluminiumoxid-Keramik
mit oberflächlichen Lakunen) in die frische
Alveole (Prof. W. Schulte entwickelte mit einer Arbeitsgruppe diese
Implantatmethode an der ZMK in Tübingen, daher der Name). Bei dieser Methode
muss der Implantatdurchmesser genau der Größe der
mesio-distalen
Alveolen-Ausdehnung entsprechen. Bei der Implantat-Knochenfräsung wird
darauf geachtet, dass die
faziale Knochenwand nicht tangiert wird, da es sonst rasch zu
Rezessionen kommt.
Frialit-Implantat,
Sofortimplantation
Implantat (siehe unter Artikel Index -
Ordner - Implantate)
Tubus
Röntgentubus, engl.: (x-ray) (cone) tube; röhrenförmiger oder zylindrischer
Vorsatz (früher war ein Spitztubus o. Kegeltubus gebräuchlich) am
Strahlenaustrittsfenster von
Röntgengeräten für
intraorale Aufnahmen mit den Funktionen:
Eingrenzung des
Strahlenfelds durch Blenden (auswechselbare Tubusblenden,
Filter) im Sinne eines
Strahlenschutzes vor Streustrahlen und Eingrenzung des Untersuchungsgebietes
Abstandshalter
für einen ausreichenden Hautabstand von der Strahlenquelle ("Focus-Haut-Abstand"
o. "Brennfleck-Haut-Abstand"); diese Forderung wird durch einen entsprechend
genormten Kurztubus oder Langtubus (s.u.) erreicht.
Justierhilfe zum
korrekten Einstellen des Strahlengangs. Zum Einsatz kommen dabei - je nach
Röntgentechnik -:
ein Langtubus,
als Standardtubus bei der
Halbwinkeltechnik,
Rechtwinkeltechnik und
Paralleltechnik: mit einem Brennfleck-Haut-Abstand (nach DIN 6811) von
mindestens 10 cm für Röntgengeräte bis zu 60 kV und 20 cm für kV-Werte darüber.
Vorteil des Langtubus ist vor allem die gute Bildqualität (Vermeidung einer
geometrischen Unschärfe/Verzeichnung) und ein kleiner Streustrahlanteil. Häufig
kombinierter Einsatz mit einem
Filmhalter;
Feldgröße,
laterale Zahnaufnahme
ein Kurztubus,
als Standardtubus bei der
Winkelhalbierungstechnik: Der Brennfleck-Haut-Abstand beträgt 10 cm
ein
Kleinfeldtubus, zur weiteren Einschränkung des Strahlenfelds auf unter die
gesetzlich geforderten 6 cm Durchmesser. Neben einer geringeren
Strahlenbelastung verbessert sich im Vergleich zum Langtubus nochmals die
Bildqualität. Damit der Strahlengang bei diesem kleinen Feld korrekt eingestellt
wird, ist ein
Filmhalter zu empfehlen
Flachtubus beim
Einsatz der
Kiefergelenkaufnahme nach Parma: Wegen des geringen Brennfleck-Haut-Abstands
nur mit Zusatzfilter
zulässig;
Feldgröße,
stufenlos
verstellbarer Teleskoptubus
Kiefergelenkaufnahme,
Kollimator,
Oberflächendosis,
Röntgenfilm
Tucker-Technik
engl.: Dr. Tucker's technique; Bezeichnung für eine
Goldguss-Restaurationstechnik
- im
Inlay- /
Onlay- Bereich mit dem Anspruch besonderer Präzision; nach dem
US-Zahnarzt Dr. Richard V. Tucker benannt. Durch spezielle
Präparationstechniken soll das kosmetisch störende Aussehen von
Goldrestaurationen auf ein Minimum beschränkt bleiben - im Gegenzug
kommen nur Materialien (biologisch hochwertige
zum Einsatz, bei welchen eine jahrzehntelange
Langzeiterfahrung vorliegt.
aktives
Zementieren
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Tug back; Klemmpassung
des
Masterpoints; engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer
endodontischen
Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung);
Cone fit
Tumor,
Mundhöhlenkarzinom
Turbine, engl.: (dental) turbine; rotierendes
Präparationsinstrument in Form eines sich sehr schnell drehenden
Winkelstückes;
Airotor
Tunnelierung
"Tunnelung", engl.: through and through furcation enlargement;
Schlagwortbezeichnung für eine
parodontalchirurgische Maßnahme zur Erweiterung einer bestehenden
Bi- oder Trifurkation für den Fall, dass keine chirurgische Deckung dieser
Furkation erfolgen kann. Hintergrund dieser Methode ist, dass dadurch dem
Patienten ein leichterer Reinigungszugang gegeben wird.
Odontoplastik
Tunnelpräparation
kontrovers diskutiertes
minimal-invasives Vorgehen, besonders bei der Versorgung kleinerer
approximaler Defekte. Zweck des von Hunt und Knight 1984 vorgestellten
substanzschonenden Vorgehens ist in erster Linie der Erhalt der
Randleiste und des approximalen Kontaktbereichs am Zahn, sowie die
Vermeidung
iatrogener Verletzungen am Nachbarzahn. Als nachteilig gelten die geringe
Übersicht mit der Gefahr des Belassens von
Restkaries, sowie die Frakturanfälligkeit der Randleiste.
Türkensattel;
Sella turcica
Turku Zuckerstudie, Vergleich der
Kariogenität der
Zucker "Fruktose" und "Saccharose" gegenüber dem
Zuckeraustauschstoff Xylit ;
Xylitol
Turner-Zahn
engl.: Turner's tooth (hypoplasia); benannt nach der ersten Beschreibung
durch den engl. Zahnarzt I. G. Turner (1912); missgebildeter bleibender
Zahn (Schmelzhypoplasien
o. deformierte Kronen und Wurzeln) - bei den bleibenden Schneidezähnen
und Prämolaren vorkommend - als Folge eines vereiterten Milchzahnes
(Schädigung durch Infektion). Dies führt zu einer kosmetisch störenden
Schmelzverfärbungen bis hin zu Missbildungen der ganzen Zahnkrone und
Wurzel.
In etwa einem Viertel der Fälle, wo sich an der Milchzahnwurzel
Eiterherde befinden, kommt es zur Schädigung des entsprechenden
bleibenden Zahnes.
Eine Behandlung der meist kosmetisch störenden Missbildungen ist unter Umständen
mit
Komposites möglich.
Schmelzhypoplasie,
Zahnhartsubstanzdefekte,
Zahnkeimschädigung |

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Tweed
Charles Henry, 1895-1970; us-amerikanischer Kieferorthopäde, welcher 1940 die
Theorie von
Angle
umkehrte (Angle war im Prinzip gegen
Zahnextraktionen), indem er in bestimmten Fällen ein Extraktionskonzept
befürwortete. Durch T. geprägt sind:
- Tweed Analyse
zur Indikation für eine
Extraktionstherapie. Im Gegensatz zu Angles Extraktionsverbot wurde von
T. eine Extraktionsindikation von 80% angegeben
- Tweed Dreieck
virtuelles Dreieck, gebildet aus der
Frankfurter Horizontalen, der Längsachse der mittleren unteren
Schneidezähne und dem Unterkiefergrund (Mandibularplanum)
- Tweed Bogenbiegezange, Tweed
Schlaufenbiegezange
besonders feine kieferorthopädische Zangen zum Biegen von kreisförmigen
Schleifen, welche zur Kraftübertragung auf passive Bögen dienen
Twinkler
Twinkels, engl. für blitzen, funkeln;
Zahnschmuck als Halbrelief mit Rubinen oder Diamanten als
Alternative zu
Piercings und Tattoos:
Die Motive werden mit einem klaren Kunststoff auf dem (sichtbaren) Zahn
befestigt. Das Aufkleben oder (problemlose) Entfernen des Schmucks gilt
als unbedenklich.
Dazzler,
Vampierzähne,
Zahnschmuck |

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Typodont,
kieferorthopädisches Studienmodell um die Folgen (negative u. positive) einer
dreidimensionalen Drahtbiegung zu demonstrieren:
Bracket
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