T; Kurzzeichen, in der
ZHK von versch. Bedeutung:
T = Tuberculum (kleiner
Höcker, Vorsprung); T=
Teleskopkrone; T =
Tragion
Tabakbeutelnaht
"Raffnaht", engl.: purse-string suture; Kreis- oder Schnürnaht an
einem Organstumpf, um diesen zu verschließen und in seiner Umgebung zu
versenken; typische Nahttechnik bei der Blinddarmentfernung; modifiziert
in der
ZHK gelegentlich bei der
Zystostomie angewandt.
Naht |

|
Tablettenfluoridierung
Fluoridtabletten, engl.: tablet fluoridation; eine der Formen der
systemischen (über den Körper)
Fluoridzufuhr. Meist in den ersten beiden Lebensjahren in Kombination mit
Vitamin D als sog. Karies- u. Rachitisprophylaxe angewandt. Um eine optimale
Wirkung zu erreichen, sollten man die Tabletten nach Möglichkeit im Munde
zergehen lassen ("lutschen"), da heute bekannt ist, dass die regelmäßige lokale
Anreicherung am Zahn wesentlich effektiver ist als die Zufuhr von
Fluoriden über
den Organismus (systemische Zufuhr) - aus der ursprünglich systemischen Zufuhr
wird so eine lokale Applikation. Im Gegensatz zur
Trinkwasserfluoridierung lässt sich mit dieser Art exakt und individuell
dosieren; als nachteilig wird der schon in früher Kindheit stattfindende
Tablettengewöhnungseffekt und ein Vergessen der Einnahme erwähnt. Nach neueren
wissenschaftlichen Erkenntnissen wird die generelle T. heute - bei
normalem
Kariesrisiko und entsprechender
Mundhygiene in den Industrieländern - nicht mehr befürwortet. Daneben
sollte unbedingt vorher eine
Fluoridanamnese erhoben werden.
Die Kombination von fluoridhaltiger Zahnpasta und
fluoridiertem Speisesalz führt zu einem geringeren systemischen
Fluorideintrag als Fluoridtabletten und damit bei einer höheren Wirkung zu einem
geringeren
Fluoroserisiko. Dies gilt auch dann, wenn die Zahnpasta vollständig
verschluckt wird. Nur wenn die Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger
Zahnpasta erfolgt und kein
fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Fluoridtabletten nach den
Dosierungsempfehlungen der
Deutschen
Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht
werden. Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als
Arzneimittel
nur auf Rat des Arztes und nach Erhebung einer
Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
Nachfolgendes Dosierungsschema wird (2003) von den wissenschaftlichen
Fachgesellschaften präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer
Fluoridanamnese:

überarbeitet nach einer Vorlage von ZA M. Van Steenkiste
Fluoridanamnese,
Fluoride,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
Mineralisationszeiten,
Salzfluoridierung
TACT™ -
Verfahren
Abk. von Tuned Aperture Computed Tomography; technologisch etwa zwischen der
konventionellen Tomosynthese und der
Computertomographie (CT) liegend, 1997 in die
ZHK
eingeführt zur Darstellung dreidimensionaler Zahnabbildungen in bester
Auflösung: Aus einer kleinen Zahl von Röntgenbildern, die aus unterschiedlichen
Richtungen aufgenommen wurden, kann ein dreidimensionales Gebilde rekonstruiert
werden. Am Bildschirm kann dann die dreidimensionale Darstellung des
untersuchten Bereichs verzögerungsfrei hin und her geschwenkt werden
("pseudo-halographischer Eindruck"). Obwohl extra für die
ZHK
entwickelt, hat sich dieses Verfahren nicht durchsetzen können (2013).
Tag der Zahngesundheit
engl.: Oral Health's Day; seit 1991 in Deutschland jährlich am 25.
September stattfindender Aufmerksamkeitstag. Veranstalter ist der
Aktionskreis "Tag der Zahngesundheit", dem führende bundesweite
Institutionen aus Gesundheitswesen und Zahnmedizin angehören.
Für 2012 lautet das Motto: "Gesund
beginnt im Mund – mehr Genuss mit 65 plus!"
Weiter besteht seit 2001 im September bzw. Oktober der
"Monat
der Zahngesundheit"
DAJ
Tagesdosis
TD, engl.: daily dose, daily intake; Arzneidosis je Tag.
Die sog. "erlaubte Tagesdosis", ETD, (acceptable daily intake,
ADI) bezeichnet die Aufnahmemenge einer Substanz, welche bei lebenslanger
täglicher Einnahme als medizinisch unbedenklich angesehen wird.
TDI;
Tagesprofil
engl.: daily profile; Schlagwortbezeichnung für alle (zahn-)ärztlichen
Leistungen, die während eines Arbeitstages in einer Arztpraxis erbracht bzw.
abgerechnet wurden. Aufgrund von zeitlichen Vorgaben für jede ärztliche Leistung
und eines Vergleiches von T. anderer Praxen soll damit z. B. eine Aussage
darüber gemacht werden können, ob die abgerechnete Leistung
qualitativ korrekt erbracht oder überhaupt erbracht werden konnte (Kontrolle
von "Abrechnungsbetrug"). So gelten z.B. Ärzte als "auffällig", wenn sie an
mindestens drei Tagen im Quartal über zwölf Stunden pro Tag oder insgesamt mehr
als 780 Stunden im Quartal abrechenbare Leistungen erbracht haben (sog.
"Plausibilitätsprüfung mit Zeitprofilen").
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz,
Wirtschaftlichkeitsgebot
Talgdrüsenzyste, Talgzyste, engl.:
sebaceous cyst;
Atherom
(falsches)
Talon
engl.: do.; zusätzliche Höckerbildung (einer oder mehrere) an oberen
Backenzähnen (Molaren);
eine zusätzliche Höckerbildung an den Unterkieferbackenzähnen wird als
Talonid bezeichnet.
Carabelli Höcker,
Höcker
Talonzähne
heute kaum noch gebräuchliche Kunstzähne (Facetten) aus
keramischen Massen. Die T. sind im Gegensatz zu den üblichen
Facettenzähnen zusätzlich verstärkt und erlauben so eine Verarbeitung im
Zahnersatz mit Verzicht auf eine kosmetisch störende Metallschneidekante als
Fassung.
künstliche Zähne
Tamponade
engl.: do.; Einlegen eines - meist mit einem Medikament bestückten (blut- bzw.
schmerzstillend) - Gazestreifen ("Tampon") in eine Kieferwunde. Hauptsächlich
gebraucht zur Stillung einer
Nachblutung, nach der Entfernung
retinierter Weisheitszähne oder Behandlung
infizierter Kieferwunden (z.B.
Alveolitis) bzw.
Zystenoperationen.
Eingebracht werden derartige T. mit einem Tamponstopfer (z.B. nach
LUNIATSCHEK, s. Abb.)

Drucktamponade,
Nachblutung,
Partsch I,
Sickerblutung
Tanaka-Formel
engl.: Tanaka and Johnston's prediction equation; Anwendung im Rahmen der
kieferorthopädischen
Gebissanalyse zur Ermittlung des voraussichtlichen Platzbedarfs der
kieferorthopädischen Stützzone während der
2. Phase im Wechselgebiss. Dabei wird sich an der Summe der
Schneidezahnbreiten (SI) im
Milchgebiss
orientiert. Es gelten nach T. und Johnston (1974):
Platzbedarf im Oberkiefer: (SI
(UK) : 2) + 11 mm
Platzbedarf im Unterkiefer: (SI
(UK) : 2) + 10,5 mm
Die Zahlen beziehen sich auf eine nordeuropäische Untersuchung und können bei
einem anderen ethnischen Ursprung davon abweichen.
Jaeckel Formel,
Tonn Index
Tannin
Gerbsäure, engl.: do. o. tannic acid; Flüssigkeit mit
adstringierender und
antiseptischer
Wirkung, gern als Hausmittel bei Zahnfleischerkrankungen (z.B. "Paradenton™")
eingesetzt.
Tantal
engl.: tantalum; 73. Element im Periodensystem; graphitgraues, glänzendes
"Übergangsmetall" mit hoher Mundbeständigkeit (Passivierung durch Oxidschicht,
ähnlich wie bei Titan). In der
ZHK gelegentlich Verwendung als Legierungsbestandteil zur Härtesteigerung
oder bei Instrumenten bzw.
Implantaten, da es nicht mit Körpergeweben und -flüssigkeiten reagiert (
Biokompatibilität). Tantalimplantate haben sich in der ZHK nicht durchsetzen
können; die Gründe sind eine schwierigere Verarbeitung und ein höheres Gewicht
im Vergleich zu Titan
T. wurde im Jahr 1802 von dem schwedischen Chemiker A.K. Ekeberg
entdeckt; der gewählte Namen orientiert sich am Verhalten seines Oxides, sich in
Säuren schwer zu lösen, und soll an die Qualen des Tantalus erinnern.
Legierung
Taper
taper gauge, Kegellehre; die Kegelsteigung (Konizität) eines
Wurzelkanalinstrumentes wird auch als "Taper" bezeichnet; engl.
Sprachgebrauch im Rahmen einer
endodontischen
Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung): Einheitenloses Maß für die Verjüngung (Konizität)
eines
Wurzelkanalsinstrumentes. Es gibt die Durchmesser-Änderung in mm pro
Längen-Änderung in mm an. Beispielsweise hat ein Instrument nach ISO 3630 einen
Taper von 0,02.
Unter dem Begriff getapert versteht man, dass sich die Konizität eines
Instrumentes verändert; z.B. kann ein Wurzelkanalinstrument oder
-stift
unterschiedlich getapert ("getapert von 0,2 nach 0,4") sein, um sich der
Anatomie des Wurzelkanals besser anzupassen oder eine spezielle
Aufbereitungsform zu erzielen.
Tapirmaul, Tapirlippe;
Melkersson-Rosenthal-Syndrom
Targis Vectris ™
"Glasfaser-Verbundbrücke"; glasfaserverstärkte, metallfreie
Gerüstkonstruktion als Grundlage für einen festsitzenden Zahnersatz - besonders
Brücken - aus speziellen Kunststoffen (aus der Werkstoffgruppe der Ceromere;
IVOCLAR AG Lichtenstein). Diese noch wenig klinisch erprobte Technik weist
in
vitro höhere Festigkeitswerte, geringeres Gewicht und niedrigere Kosten als
eine
Metallkonstruktion auf. Bisher (2013) in der
ZHK ohne
Bedeutung.
Inlay-Brücke,
GFK-Technik,
Komposite,faserverstärkte,
Metallkeramik
Tarifvertrag
Manteltarifvertrag, Vergütungstarifvertrag, für
zahnmedizinische Fachangestellte ("Zahnarzthelferinnen"), engl.:
collective (bargaining) agreement; mit Unterteilung in Gehalts- und
Manteltarifvertrag. Keine bundesweite Regelung, selbst in den Bundesländern, wo
ein T. besteht, hat dieser nur Gültigkeit, wenn dieser explizit in den
Arbeitsvertrag aufgenommen wird.
Tasche
engl.: (periodontal) pocket; Schlagwortbezeichnung aus der
Parodontologie für eine
Knochentasche oder
Zahnfleischtasche
Taschenabszess, marginaler Abszess,
engl.: (lateral) peridontal abscess;
Abszess,
Parodontalabszess
Taschenboden
Zahnfleischtaschenboden o. Zahnfleischtaschenfundus, engl.: pocket floor;
die bei der
Zahnfleischtaschensondierung feststellbare untere Begrenzung einer
Zahnfleischtasche, welche in etwa dem Epithelansatz (
Saumepithel) entspricht
dentogingivaler Verschluss,
Saumepithel, Taschentiefe,
Zahnfleischtasche
Taschenepithel;
engl.: pocket epithelium;
Saumepithel,
Taschenboden
Taschentiefe
Zahnfleischtaschentiefe, Sondierungstiefe, engl.:
pocket depth; mit einer speziellen Messsonde (Taschensondierung,
Parodontalsonde) und einer möglichst konstanten Kraft (~ 25 p;
Gentle
Probe) wird der Abstand vom Zahnfleischrand bis zum
Boden der Zahnfleischtasche
(entspricht etwa dem Epithelansatz,
Saumepithel) parallel zur
Zahnachse gemessen (sog. Taschenmessung). Eine T. von
etwa 2 mm entspricht dem normalen
Sulkus und wird als nicht krankhaft (=
physiologisch) angesehen. T. darüber
sollten behandelt werden, da sie einer Reinigung von außen wie auch
einer Selbstreinigung nicht mehr zugänglich und häufig krankhaft
entzündet sind.
Borodontic Sonde,
dentogingivaler Verschluss,
Gentle
Probe,
Periodontal Disease Index,
PerioControl,
Sonde,
Taschenboden,
Zahnfleischtasche |

|
Tatoos, Zahntatoos ;
Zahnschmuck
Taurodontie
Stierzahn, Rinderzahn, abgleitet vom griech. tauros = Stier,
engl.: do.; der Name leitet sich daher ab, dass der Zahnnerv dieser
missgebildeten (Backen-)Zähne den Wiederkäuern ähnliche Erweiterungen des
Zahnnervs besitzen (die
Kronenpulpa
erstreckt sich weit in die Wurzelpulpa); die Wurzeln trennen sich erst kurz vor
deren Spitzen in Äste auf.
Amelogenesis imperfecta,
Zahnanomalie
TCA
Altersbestimmung, Abk. für Tooth Cementum Annulation; aus der
Wildbiologie stammende Methode zur Bestimmung des Alters eines Zahnträgers. Sie
liefert sehr viel präzisere Ergebnisse als die bisher gängige Verfahren aus der
Osteologie, die Altersschätzung anhand von Abnutzungsspuren an einzelnen
Knochen: Bei 400-facher Vergrößerung werden die "Spuren der Zeit" im Zahnzement
als eine Serie von hellen und dunklen Linien sichtbar. Die Dichte der Ringe
korrespondiert, ähnlich wie bei den Jahresringen von Bäumen, u.a. mit
Belastungen, denen die Zahnbesitzer ausgesetzt waren - wie beispielsweise
Krankheiten, Hungersnöte oder auch Schwangerschaften. Mit der TCA lässt sich
nicht nur das Alter von Verstorbenen selbst Jahrhunderte später feststellen,
sondern man geht davon aus, dass sich auch Aussagen über die Ernährung und den
Gesundheitszustand der ersten Menschen machen lassen.
Schmelzdatierungstechnik
TCP-Keramik, Abk. von in der
Implantologie früher eingesetzter
Tri-Calcium-Phosphat-Keramik;
TDI
engl. Abk. v. total daily intake = tägliche tolerierbare Dosis
eines Stoffes/Medikamentes. Für die Aufnahme von
Phenol
(Lebensmittelverpackungen und Spielzeug) gilt z.B. derzeit (2009) eine tägliche
tolerierbare Dosis (TDI) von 1,8 mg / kg Körpergewicht.
letale Dosis,
Tagesdosis
Teebaumöl
in der Laienmedizin mit mannigfaltiger Indikation: in der
ZHK soll
damit beispielsweise ein Befall mit Zahnbelägen (Plaque)
vermieden und damit den
Zahnfleischentzündungen ("Parodontose") vorgebeugt werden. Begründet wird
der Einsatz des Teebaumöls mit der antibakteriellen Wirkung auf die sichtbaren
Zahnbeläge und dies wird auch mit wissenschaftlichen Studien belegt. Der Haken
dabei ist nur der, dass diese Studien "im Reagenzglas" (in
vitro) stattfanden und nicht an die Gegebenheiten im Mund angepasst waren:
Die Zahnbeläge bestehen nicht aus vielen einzelnen Bakterien, die es abzutöten
gilt, sondern organisieren sich in den sog.
Biofilmen, wodurch sie sehr viel schwerer angreifbar sind. So wirken auch
andere bewährte
Mundspüllösungen im Reagenzglas der Forschungslaboratorien schon in relativ
geringer Konzentration - im Mund hingegen ist manchmal erst die 100-fache
Konzentration erfolgreich. Hinzu kommt, dass die Wirkstoffe von
Mundspüllösungen wegen des ständig neu gebildeten Speichels relativ rasch
ausgewaschen oder inaktiviert werden - hier sind also Medikamente gefragt, die
sich über einen längeren Zeitraum trotzdem am geplanten Wirkungsort festsetzen
können (
Substantivität).
Frau Dr. Nicole Arweiler von der Freiburger Universitäts-Zahnklinik hat eine
nach Herstellerangaben vorbereitete Lösung des Teebaumöls an Patienten nach
wissenschaftlichen Kriterien getestet (veröffentlicht in ZBW 1.2002) und stellte
fest: "...Die Teebaumölemulsion konnte weder den
PlaqueIndex noch die prozentuale Plaquebedeckung signifikant reduzieren. ...
Die Ergebnisse deuten auf eine stärkere Plaquentwicklung hin gegenüber dem
Spülen mit Wasser...."
TEGDMA, Triethylen-glykol-dimetacrylat,
"Verdünner" innerhalb der
Bowen-Formel als Bestandteil der Kunststoffmatrix bei
Komposites
Tegument; Tegment, engl.: do.; wenig
gebräuchliche Bezeichnung für die die
Alveolarfortsätze bedeckende
Schleimhaut in zahnlosen Kieferabschnitten;
Resilienz
Teilabdruck
Teilabformung, partielle Abformung, engl.: partial denture impression;
teilweise bei
Einzelkronen oder
Provisorien angewandte Abformung des
Zahnstumpfes
mit einem partiellen
Abdrucklöffel.
Abdruck
Teilberufsausübungsgemeinschaft;
Berufsausübungsgemeinschaft,
Teilgemeinschaftspraxis
Teilgemeinschaftspraxis
Teilberufsausübungsgemeinschaft, TGP, Teil-Partnerschaft,
Teil-Kooperationsgemeinschaft, engl.: partial group practice; noch
junge, durch die
Musterberufsordnung abgedeckte Kooperationsform; ab 2007 durch das
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz ebenfalls bei Vertragszahnärzten möglich.
Die TGP basiert auf der Möglichkeit, als (Zahn-)Arzt an mehreren Praxen
beteiligt zu sein; dabei muss aber eine eigene Leistung am Patienten erbracht
werden und die Tätigkeit auf den spezifischen Behandlungsauftrag beschränkt
bleiben. So können bestehende Spezialisierungen besser angewandt werden, ohne
dass der betreffende Spezialist an mehreren Orten eine eigene Praxis gründen
müsste (was ohnehin berufsrechtlich umstritten sein könnte). Bspw. könnte ein
Kieferorthopäde (K) im Ort A eine eigne Praxis führen, in den Orten B und C
zusammen mit den Zahnärzten Z1 (Z1+K als Praxisinhaber) und Z2 (Z2+K als
Praxisinhaber) jeweils noch eine TGP führen. K könnte aber auch in einem
Netzwerk zusammen mit einem Zahnarzt (Z) und einem Kieferchirurgen/Oralchirurgen
(C) zusätzlich eine weitere überörtliche, "virtuelle Praxis" führen (K+Z+C). Das
heißt, alle drei Praxen bleiben weiterhin unabhängig bestehen.
Neben zahlreichen wirtschaftlichen Vorteilen (z.B. gemeinsames Personal u.
Einrichtungen) besteht für den Patienten der große Vorteil, sich nur innerhalb
einer Praxisstruktur bewegen zu müssen.
Gemeinschaftspraxis,
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis,
Teilzulassung
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010; ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht
Teilkrone
engl.: partial crown; zur Schonung der Zahnsubstanz, des
Zahnfleischrandes und früher aus kosmetischen Gründen angewandte
Kronenart, bei welcher in der Regel der nach außen sichtbare Teil des Zahnes
nicht beschliffen wird. Je nachdem, wie viele Zahnflächen bearbeitet
bzw. von der T. später bedeckt werden, unterscheidet man zwischen
Halbkrone, Dreiviertelkrone und Vierfünftelkrone;
immer bedeckt wird dabei die
Kaufläche des betreffenden Zahnes. Die T. endet überwiegend
mit ihrem Rand oberhalb des Zahnfleisches (supragingival);
besonders an den tragenden zentrischen
Höckern
wird in der Regel eine
Stufe bzw. Schulter präpariert.
T. sind nicht in einem kariesanfälligen Gebiss indiziert, da die
Gefahr einer
Sekundärkaries im Vergleich zu einer
Vollkrone erheblich größer ist.
Da die T. nicht die volle
Zahnstumpffläche zur
Retention ausnutzen kann, können zusätzlich versch.
Verankerungsformen eingesetzt werden:
Rillenpräparation: Kronen nach Breckhus, Carmichael, Finker
Stiftpräparation o.
Pinledge: Pinledge-Krone
Kombination von Rillen und Stiften:
Rank-Krone
andere Präparationsformen: Krone nach Vest (auch unter
Vierfünftelkrone bekannt).
Eine Abgrenzung zu
Onlays bzw.
Overlays ist häufig schwierig, da fließend. Grob gesagt kann man
definieren, dass bei einem Onlay noch alle
Zahnhöcker vorhanden sind (es werden nur die Höckerspitzen bedeckt),
bei einer T. fehlt mindestens ein natürlicher Höcker. Dieser an
sich "akademische Streit" ist deshalb von Bedeutung, weil die
Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland für Kronen (dazu zählt
auch die T.) einen
Festzuschuss bezahlen, Onlays als spezielle
Inlayart aber als
Füllung betrachten und nach der
Mehrkostenregelung finanziell (nur gering) bezuschussen.
Kronen (siehe unter Artikel Index -
Ordner - Z-Ersatz-Krone)
Inlay,
Dreiviertelkrone,
Halbkrone,
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im
Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen,
Höckerschutz,
Krone,
Onlay,
Overlay,
Pinledge,
Präparationsgrenze,
Rank-Krone,
Veneer |



Abgrenzung:
Inlay, Onlay,
Teilkrone
|
Teilprothese
herausnehmbarer
Zahnersatz, partielle Prothese, partieller Zahnersatz,
engl.: partial (removable) (denture) prosthesis;
Oberbegriff für jeden herausnehmbaren ("abnehmbaren")
Zahnersatz in einem
Lückengebiss. Wenn auch die Ausführungen von T.
vielfältig sind, so weisen diese doch in der Regel bestimmte
Konstruktionsmerkmale auf:
Nach Strub et al. (1994) sind die Hauptaufgaben einer T.:
Wiederherstellung der (Kau-) Funktion mit Sicherung der
Okklusionsverhältnisse, Zahnpositionen sowie Optimierung der
Kaukraftverteilung
Wiederherstellung von Phonetik und Ästhetik
Verhütung weitgehender direkter oder indirekter Destruktionen im
stomatognathen System (prophylaktische Funktion)
Eine grobe Einteilung der vielfältigen Teilprothesenarten kann
erfolgen nach:
Als klassische Indikationsgebiete für T. gelten:
uni- oder bilateral verkürzte
Zahnreihe
(Kennedy-Klassen
I u. II)
überlange Spannen, deshalb statisch für festsitzenden Ersatz stark
risikobehaftet
prognostisch ungünstigere
Pfeilerzähne
Patient möchte keine "gesunden Zähne"
beschleifen lassen
finanzielle Aspekte
Trotz aller Fortschritte in der
ZHK - besonders im Hinblick auf die Erhaltung der Zähne und dem
Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln - ist die Versorgung eines
Lückengebisses mit
herausnehmbaren Zahnersatz eine der Hauptversorgungsformen in D.
Vor dem Hintergrund enormer Fortschritte und ermutigender
Langzeitergebnisse auf dem Gebiet der zahnärztlichen
Implantologie wird die Zukunftsfähigkeit von T. - bzw.
herausnehmbaren
Zahnersatz generell - diskutiert. Auch wenn fast alles mit Hilfe von
Implantaten und
festsitzendem Zahnersatz machbar erscheint, scheinen große Zweifel
angebracht, darin die Standardversorgung des 21. Jahrhunderts zu sehen,
insbesondere bei der Betrachtung sich mächtig vollziehender
Veränderungen im System der gesundheitlichen Versorgung nicht nur in
Deutschland - mit speziellem Fokus auf die Verfügbarkeit finanzieller
Ressourcen.
Zur Langzeitbewährung von T. sagt eine
wissenschaftliche Übersichtsarbeit:
"Vermeulen" (1984) kam in einer Longitudinalstudie an 703
Teilprothesenträgern zu folgenden Ergebnissen: Die Halbwertzeit ist mit
zehn Jahren für
Modellgussprothesen im Gegenteil zu klammerlosen Kunststoffprothesen
(3 Jahre) und präzisionsverankertem Ersatz (8 Jahre) am höchsten
gewesen. An Teilprothesen im Oberkiefer mussten nach 5 Jahren bei 25%
und nach 10 Jahren bei 55% restaurative Maßnahmen durchgeführt werden,
im Unterkiefer traf dies entsprechend für 35% bzw. 60% zu. Frakturen und
Korrekturen betrafen vorwiegend Freiendprothesen, die eine kürzere
Lebensdauer aufwiesen. In fünf Prozent der Fälle wurden die
angefertigten Prothesen nicht getragen, wobei keine Unterschiede
zwischen Oberkiefer und Unterkiefer bestanden. Kerschbaum und Mühlenbein
(1987) fanden in einer retrospektiven Studie von 8-9 Jahren keine
Unterschiede in der Lebenserwartung von Gussklammern (n = 677) oder
attachmentverankertem (n = 309) Zahnersatz. Ebenso wie Vermeulen (1984)
kommen auch diese Autoren zu dem Schluss, dass ab einem gewissen
Versorgungsstandard mit darüber hinausgehendem technischen Aufwand keine
längerfristigen Therapieresultate zu erzielen sind.
Berücksichtigt man alle wissenschaftlichen Abhandlungen zur Thematik der
Langzeitbewährung von Modellgussprothesen, so ergibt sich eine mittlere
Nutzungsdauer von ca. 8-10 Jahren. Untersuchungen von
attachmentverankerten Teilprothesen führten im Oberkiefer zu einer
mittleren Überlebensrate von 75% nach 9 Jahren und im Unterkiefer nach
diesem Zeitraum von 85%. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch Wagner und
Kern (2000), die 72 Teilprothesen mit Teleskopkronen sowie Gussklammern
10 Jahre nach ihrer Eingliederung untersuchten. Ihre ermittelte
Überlebensrate beträgt 71,3%. Diese Werte decken sich mit dem in der
Literatur angegebenem Durchschnitt von 8 Jahren für
attachmentverankertem Zahnersatz. Versucht man, alle bislang
veröffentlichten Untersuchungen zusammenzufassen, lässt sich
feststellen, dass es bisher keinen Beweis dafür gibt, dass
attachementverankerte Prothesen hinsichtlich der Lebensdauer
klammerverankertem Zahnersatz überlegen sind. Die Vorteile von
präzisionsverankertem Teilersatz liegen insbesondere in der besseren
Ästhetik und in dem höheren Patientenkomfort."
abnehmbar,
Abstützelemente,
Abstützung,
Coverdenture,
Druckstelle,
Equipoise System,
Frontzahnlinie (Lachlinie),
Haltbarkeit von Zahnersatz,
Kippmeider,
Klammer,
Kombinationsprothese,
Kunstzahn,
Lochplatte,
Lückengebiss,
Palatinalbügel,
Parallelometer,
Prothese,
Prothesenbasis,
Prothesenbruch,
Prothesenreinigung,
Retentionsprothese,
Schaltprothese,
Spinne,
Stützfeld,
Torsionsbügel,
Unterzungenbügel,
Verbinder,
Verbindungselemente,
Vollprothese,
Zahnfleischklammer
Zahnwissen-Festzuschüsse
ab 2005
Broschüre "Zahnersatz aktuell: Versorgungen im Vergleich" |

versch. Basisformen im Oberkiefer

"Hufeisen"
im Oberkiefer

T. im Unterkiefer:
Konstruktionsmerkmal ist der
Unterzungenbügel als Standardversorgung

Einteilung der
Zahnlücken
(z.B. nach Kennedy)
|
Teilzulassung
engl.: partial approval, - allowance, - legal health
insurance admission; mit dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (§ 95 Abs. 3 S.1
SGB V
i.V. m. § 19 a Abs. 2 S. 1 Zahnärzte-ZV) eingeführte
Betätigungsmöglichkeit, den Versorgungsauftrag als Vertragszahnarzt auf die
Hälfte zu begrenzen. Dies wohl im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von
weiblicher Personen, mit dem Ziel Familie und Beruf besser miteinander
vereinbaren zu können. Eine andere Ausdehnung als auf die Hälfte erwähnt das
Gesetz nicht, ohne diese "Hälfte" in Stunden zu formulieren (man dürfte von ca.
20 Std. ausgehen). Entsprechend wird auch die
Honorarverteilung für die betreffende Person halbiert.
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis,
Teilgemeinschaftspraxis,
Zulassung
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010; ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht
Telematik
im Gesundheitswesen, engl.: (health) telematics; Wortschöpfung entstanden
aus Telekommunikation und Informatik. Allgemein wird darunter die
Zusammenführung, Verarbeitung und Weitergabe verteilter, unter Umständen
heterogener Datenbestände verstanden, zum Zweck globaler Gesundheitsförderung,
Krankheitskontrolle und Krankenversorgung, sowie für Ausbildung, Management und
Forschung für das Gesundheitswesen.
Die T. wird nach der
WHO
in vier Bereiche eingeteilt:
Telemedizin, Anwendungen und Wissenswertes zur Telemedizin. Zahlreiche Studien
belegen, dass der Einsatz von Telemedizin die Kosten im Gesundheitswesen
nachhaltig senken und gleichzeitig die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung
verbessern kann. Dennoch liegt das Marktvolumen telemedizinischer Anwendungen in
Deutschland lediglich bei etwa 500 Millionen Euro pro Jahr - verglichen mit den
Gesamtausgaben für Gesundheit in Höhe von rund 265 Milliarden Euro ein sehr
geringer Wert (Stand 2010).
Telematik im GM, Telematik im Gesundheitsmanagement.
Tele - Ausbildung, Telematik in der Ausbildung
Tele - Forschung, Telematik im Einsatz für die medizinische Forschung
D2D,
gematik,
Gesundheitsmanagement,
Qualitätsmanagement
Teleskopbrücke, engl.: telescopic
bridge;
Brücke_abnehmbar
Teleskopkrone
Doppelkrone, "Teleskop", TK, engl.: telescope
or telescopic crown; mit einer Unterteilung in
Konusteleskop (auch:
Konuskrone) und T. (auch:
Zylinderteleskop). Wenn auch eine amerikanische Erfindung, ist die
T. vor allem wegen ihrer Weiterentwicklung und der häufigen
Anwendung in Deutschland international unter dem Begriff „German
Crown“ bekannt.
Eine T. besteht immer aus zwei Teilen und zählt somit zu den
Geschieben: Dem im Mund fest eingesetztem Innenteleskop (Primärkrone,
Patrize
engl.: coping) aus
Metall (bzw. neuerdings auch aus
Keramik möglich), und dem darüber greifenden, herausnehmbaren
Außenteleskop (Sekundärkrone,
Matrize,
engl.: telescopic crown), wobei der
Konuswinkel deren
Friktion zueinander bestimmt.
Ideale Haftwerte werden dann erreicht, wenn Innen- und Außenteleskop
exakt zylindrisch (= 90°, Zylinderteleskop) sind und somit keine
Abweichung von einer Rechteck-Form haben. Da dies aus anatomischen und
kosmetischen Gründen häufig nicht möglich ist, sollten wenigstens zwei
gegenüberliegende Flächen (meist die
distale
und die
mesiale Zahnfläche) zueinander parallel sein.
Andere Konstruktionsmerkmale weist die
Konusteleskopkrone auf:
Im Gegensatz zur zylindrischen T., welche mindestens zwei
parallele Flächen aufweist, läuft die K. nach oben kegelförmig
(konisch) zu. Der sog. Konuswinkel (Grad der Steilheit des Konus; 0°
Winkel = keine
Abschrägung; gebräuchlich sind Winkel zwischen 4° u. 6°) ist
entscheidend für die Haftreibung (
Friktion) zwischen Primär- und Sekundärteil (Außen- und
Innenteleskop) der K.
Eine Sonderform in einem Gebiss mit nur noch wenigen (1-3) eigenen
Zähnen ist das
Resilienzteleskop: Zwischen dem Primär- und Sekundärteil
befindet sich an der zur Kaufläche zugewandten (okklusalen)
Seite der T. ein Spielraum von 0,3 - 0,5 mm. Dadurch bedingt
liegt der
Zahnersatz - wenn er ohne Belastung ist - nur der Schleimhaut auf.
Erst bei einer Belastung durch das
Kauen
(unter Funktion) wird dieser Resilienzspielraum aufgehoben. Es ergibt
sich bei dieser Konstruktion eine besonders schonende Belastung der
eigenen (Rest-)Zähne. Diese Teleskopart ist Basis der sog.
Deck- oder Cover denture Prothese.
Als Kombination versch. Teleskopsysteme (Freihaltung der marginalen bzw.
der periimplantären Gewebe, Verzicht auf große und kleine Verbinder,
Herstellung des Sekundärgerüstes als Einstückguss, Anwendung nur eines
Legierungstyps, Verzicht auf Lötverbindungen) gilt die sog "Marburger
Doppelkrone" (auch "Lehmann-Krone").
In seltenen Fällen befindet sich zwischen den beiden Doppelkronen noch
ein - meist kugelförmiges -
Halteelement;
T. gelten heute (2010) als Standard bei der
gesetzlichen Versorgung eines
größeren Lückengebisses mit herausnehmbaren
Zahnersatz (Teilprothese,
herausnehmbare Brücke). Neben einer optimalen Belastung der
Pfeilerzähne besteht ihr Hauptvorteil in einer problemlosen
Erweiterung (Reparatur) des Zahnersatzes dann, wenn einer der
Pfeilerzähne - aus welchen Gründen auch immer - entfernt werden
muss. Nachteilig wirkt sich zuweilen - besonders im sichtbaren Bereich -
der durch die Doppelkrone bedingte Kronenumfang ("Klobigkeit") aus. Die
T. erfordert konstruktionsbedingt eine hohe Präparations- und
Verarbeitungsqualität des Zahnarztes und seines
Dentallabors.
Eine Langzeitbeobachtung über zwölf Jahre bescheinigt Konuskronen als
Verankerungsform in 70 bis 92 % der untersuchten Fälle eine feste
Haftung. Mit zunehmender Tragezeit wurde zudem keine deutlich Abnahme
der Festigkeit beobachtet. Unabhängig von der statischen
Pfeilersituation zeigte die Mehrzahl der Versorgungen eine gute Haftung
(70 bis 92 %). Am häufigsten fand sich die Idealhaftung vom Grad I in
der "3-Punkte-Abstützung" (Prinzip des dreibeinigen Tisches) im
Oberkiefer (99 %), gefolgt von der gleichen Situation im Unterkiefer (88
%). In 10 % der untersuchten Fälle war die Haftung zu gering. Dabei lag
in fast allen Fällen eine Abstützung auf nur zwei Pfeilern vor. Eine zu
feste Haftung ermittelten die Forscher in 33 % (OK) sowie 28 % (UK) der
Zweipfeilersituation.
abnehmbare Brücke,
Abstützung,
Ankerbandkrone,
Ankerelement,
Coverdenture,
Friktion,
Galvano-Technik,
GFK -Technik,
Kombinationsprothese,
Konusteleskopkrone,
Krone,
Parallelometer,
Passung,
Peeso Krone,
Resilienzgeschiebe,
Resilienzteleskop,
Teleskopprothese,
Verbindungselement,
Verblockung,
Verbundkrone,
Zahnersatz
Zahnwissen-Festzuschüsse
ab 2005 |

Fachbegriffe


miteinander verbundene
Außenteleskope

Innenteleskope im Mund

die darüber aufgesetzten
Außenteleskope aus den
beiden Abbildungen oben
|

Innenteleskope aus
Zirkoniumoxid; verklebte
Galvanokäppchen in Außenteleskopen |
Teleskopprothese, engl.: telescopic
(partial) prosthesis; Oberbegriff für einen herausnehmbaren
Zahnersatz, welcher mit
Teleskopen am
Restgebiss
verankert ist.
Tempbond™; bekannter provisorischer
Befestigungszement auf
Zinkoxidbasis;
Probeeinsetzen;
Temperaturempfindlichkeit
Zahnüberempfindlichkeit, engl.: temperature dependence; kurz oder
länger anhaltende Zahnschmerzen, ausgelöst durch Wärme- oder Kältereize. Meist
Folge einer unbehandelten
Karies und einer dadurch verursachten beginnenden Nerzentzündung (
Pulpitis). Ebenfalls auftretend bei
freiliegenden Zahnhälsen oder als (vorübergehende) Folge zahnärztlicher
Maßnahmen (
Präparationstrauma)
temporäre Einlage
vorübergehende (wieder zu entfernende)
Einlage im Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung,
medikamentöse Einlage , engl.: medical temporary filling. Diese
Stoffe sollen verschiedene Aufgaben erfüllen: Ein Verschluss des aufbereiteten
Wurzelkanals soll sowohl die erneute Vermehrung verbliebener Mikroorganismen
verhindern als auch über eine antimikrobielle Wirkung deren Zahl weiter
reduzieren; in Einzelfällen ist zusätzlich eine schmerzlindernde Wirkung
erwünscht. Gleichzeitig soll das Medikament eine gute Gewebeverträglichkeit
aufweisen, um die
periapikalen
Gewebestrukturen nicht (zusätzlich) zu irritieren. Eines der ältesten und immer
noch häufig angewendeten Präparate zur medikamentösen temporären Versorgung des
Wurzelkanals ist
Chlorphenol-Kampfer (PCP); in Deutschland ist diese Wirkstoffkombination
unter dem Handelsnamen
ChKM mit
Mentholzusatz auf dem Markt.
Gangränbehandlung
temporal; lat. tempus = Schläfe; Lage-
und Richtungsbezeichnung für "im Gebiet der Schläfe" oder "zur Schläfe hin"
Temporalis; Abk. von Musculus temporalis =
Schläfenmuskel;
Kaumuskulatur
Temporo-Mandibular-Index
TMI, engl.: do.; Messzahl zur Diagnose von
Myoathropathien (MAP). Der TMI besteht aus drei Untergruppen mit
insgesamt 40 Untersuchungen, Funktionsindex, Muskelindex und Kiefergelenkindex.
Er ist so aufgebaut, dass bei jeder Untersuchung nur eine Ja/Nein-Entscheidung
möglich ist. Der Index wird bestimmt aus der Summe der positiven Angaben im
Verhältnis zur Gesamtanzahl der Untersuchungen.
CMD,
Helkimo-Index (Mobilitätsindex),
Myoathropathien (MAP), TMD
TENS
transkutane Elektronen Neuro Stimulation, "Elektrotherapie";
elektrische Nervenstimulation durch zwei Elektroden über die Haut mit folgendem
behaupteten/vermuteten Wirkungsmechanismus:
Durch eine Beeinflussung der Nervenzellen im Rückenmark, dem sog. „Schmerztor“,
soll die Fortleitung des Schmerzes verhindert werden. Die Tens-Therapie soll ein
Schließen dieses Schmerztores zur Folge haben und der Schmerz soll nach dieser
Reizung auf Stunden nicht mehr über das Rückenmark zum Gehirn geleitet werden.
Einsatz besonders bei lang anhaltenden chronischen Schmerzen (z.B.
cranio-mandibuläre Dysfunktionen,
Kiefergelenksbeschwerden,
Neuralgien) als "natürliches Analgetikum". Dieser Therapieansatz ist nicht
neu: schon in der Antike wurden elektrisch geladene Fische, z.B. der
Zitterrochen, als schmerzstillendes Mittel eingesetzt.
Mittels kleiner tragbarer akkubetriebener Geräte ("Handy-artig") ist eine
Behandlung im häuslichen Bereich möglich .
Analgetika,
Elektroanalgesie,
Reizstromtherapie
Termin , nicht eingehaltener
engl: broken appointment, not kept date; in der Regel finden in
zahnärztlichen Praxen
Behandlungen "nach Termin" statt, d.h., der Patient vereinbart mit
seiner Praxis einen Behandlungstermin zu einer bestimmten Behandlung
(Untersuchung, Legen einer Füllung, Anfertigen einer Brücke usw.) und wird -
unter Umständen mit einer leichten Verzögerung - zu diesem Termin entsprechend behandelt.
Eine Praxis, die diese Vorgehensweise praktiziert, wird auch als
Bestellpraxis bezeichnet. Diese Vorgehensweise hat sowohl für den
Patienten, wie auch den Behandler große Vorteile: Ein
Warten im
Wartezimmer entfällt weitgehend, die für die Behandlung notwendigen
Vorbereitungen können schon frühzeitig getroffen werden. Unberührt von diesem
Procedere sind akute Schmerzfälle, welche selbstverständlich nicht schon Tage
vorher einen Termin vereinbaren können. Hier muss eine Behandlung, allein schon
aus der ärztlichen Ethik heraus, dem Fall angemessen baldigst erfolgen.
Probleme treten immer dann auf, wenn ein vorher vereinbarter Termin von
einer Seite - fast immer ist diese der Patient - nicht eingehalten wird. Meist
kann dann der Zahnarzt mangels Alternativen nicht behandeln und verlangt vom
Patienten ein Ausfallhonorar (loss fee) oder eine Verweilgebühr
(staying fee). In jedem Fall des Nichterscheinens gerät der Patient in
den so genannten Annahmeverzug. Denn nach dem der Behandlung zugrunde liegenden
Dienstvertrag war der Patient verpflichtet, zum verabredeten Zeitpunkt die
Behandlung vornehmen zu lassen. Der Zahnarzt kann nun für die infolge des
Verzugs nicht geleisteten zahnärztlichen Dienste die vereinbarte Vergütung
verlangen, wobei er es sich anrechnen lassen muss, wenn er es unterlässt, in der
Zwischenzeit die mögliche Behandlung anderer Patienten vorzunehmen. Im Rahmen
einer Bestellpraxis ist dies nur selten der Fall, sodass ein entsprechender
finanzieller Schaden entsteht, welchen er dem Pat. in Rechnung stellt. Da diese
Forderung bei Pat. häufig auf Unverständnis stößt, sind gerichtlich
Auseinandersetzungen in der Folge nicht selten.
Die Rechtssprechung zu dieser Frage ist nicht einheitlich: Während manche
Gerichte unter Hinweis darauf, dass die geltende Gebührenordnung (GOZ)
für diese Fälle keine Regelung vorsehe, einen Anspruch ablehnen, sprechen neuere
Entscheidungen dem Zahnarzt einen Anspruch auf
Schadensersatz oder Ausfallhonorar zu, besonders dann, wenn klar belegt
werden kann, dass der Patient darüber informiert wurde, dass diese Zeit
ausschließlich für ihn reserviert war. Allerdings sieht jeder
Dienstvertrag die Möglichkeit einer Kündigung vor - diese darf allerdings
nicht zur "Unzeit" erfolgen. So hat der Patient eine Mitwirkungs- und
Sorgfaltspflicht und muss im Falle einer absehbaren Verhinderung den Termin
"rechtzeitig" absagen; aber: Der Begriff "rechtzeitig" ist nicht eindeutig
definiert, er dürfte sich in der Praxis in einem Zeitrahmen von 24 - 48 Std.
bewegen. Deshalb setzt sich zunehmend die Auffassung durch, dass bei einer nicht
rechtzeitigen Absage und wenn auch nachträglich keine ausreichende
Entschuldigung für dieses Verhalten vorgebracht werden kann, eine
Schadensersatzpflicht besteht. Ebenso uneinig ist sich die Rechtssprechung über
die Höhe des Schadensersatzes: Zum Teil wird auf den Betrag – inklusive des
entgangenen Gewinns – abgestellt, den der Zahnarzt bei durchgeführter Behandlung
hätte berechnen können. Zum Teil wird eine abstrakte Schadensberechnung
vorgenommen, indem das jeweilige Gericht den Schaden schätzt und dabei von dem
durchschnittlichen
Kostenfaktor einer Praxisstunde ausgeht. Dies variiert von Praxis zu Praxis
und können Beträge von 70 bis 250 € umfassen. Teilweise finden sich bei der
Berechnung des Schadens auch weitere Aspekte wie zum Beispiel der Einwand, der
Zahnarzt hätte während der freien Stunden auch Verwaltungstätigkeiten erledigen
können. (juristische Ausführungen in Anlehnung an eine Ausarbeitung der Kanzlei
Rechtsanwaelte-Moenig.de in ZMK 6/2003: 404).
Bestellpraxis
terminale Anästhesie,
Terminalanästhesie, engl.: terminal anaesthesia; abgeleitet von
"terminalis" = "zum Ende gehörig". Betäubung der Nervenendigungen eines
umschriebenen Bereiches; häufig als Synonym für eine
Infiltrationsanästhesie oder
Lokalanästhesie gebraucht.
Terminalokklusion, veralteter Begriff;
Interkuspidation
Tertiärdentin
irreguläres Dentin, Osteodentin, Reizdentin,
Schutzdentin, engl.: tertiary dentin; als Ausdruck einer
körpereigenen Abwehrreaktion auf bakterielle Einflüsse (
Caries profunda) und andere schädigende Einflüsse (z.B. thermische Reize).
Bei einer erfolgreichen
direkten Überkappung der Pulpa verschließt das T. wieder das
Pulpendach. Von der Struktur her unterscheidet sich T. von normalem
Dentin durch erheblich weniger Kanälchen und einer mehr fibrinartigen
Struktur.
Die früher vertretene Auffassung, dass
Milchzähne
nicht einer
Caries profunda-Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht
mehr vertreten, da auch die
Odontoblasten
der Milchzahnpulpa
zu Reparaturmaßnahmen und somit zur T.-bildung fähig sind.
Caries profunda,
Sekundärdentin,
Vitalamputation,
Überkappung
Testkavität,
Vitalitätsprüfung
Testverfahren, (auf krankhafte Keime);
bakteriologische Identifizierungssysteme
Tetanus; Wundstarrkrampf, engl.:
do. or lockjaw;
Trismus
Tetracain
engl.: tetracaine; Schleimhaut-Anästhetikum; chem. Abkömmling des
Procain;
Lokalanästhetikum mit ausgezeichneter Oberflächen-Wirkung auf der
Mundschleimhaut; 1931 synthetisch hergestellt und unter dem Namen Pantocain®
in den Handel gekommen. In der
ZHK Bestandteil von
Oberflächensprays (z.B. Gingicain™) zur
hautnahen Betäubung der Mundschleimhaut. Da
toxisch,
nicht zur Injektion geeignet;
Sensibilisierungen treten häufig auf.
Oberflächenästhesie,
Lokalanästhetika
Tetracyclin
auch Tetrazyklin, eng.: tetracaycline; kostengünstiges
Breitbandantibiotikum mit einer hohen Resistenzentwicklung
(2004), welches aus zahnärztlicher Sicht in der
Schwangerschaft und im frühen Kindesalter nicht angewandt werden
sollte. Ursächlich für mögliche
Zahnentwicklungsstörungen ist die Tatsache, dass T. als
Chelatbildner das für den Knochen- und Zahnaufbau notwendige Kalzium
bindet und so die biologische Verfügbarkeit dieses Grundstoffes stark
herabsetzt. Zusammen mit Kalzium bildet sich ein nur schwer abbaubares
Tetrazyklin-Kalzium-Orthophosphat, welches irreversibel in die
Zahnhartsubstanz eingelagert wird und dort verschiedenartige
Verfärbungen hervorruft. In antibiotisch nicht wirksamer Dosierung
lokaler Einsatz des Präparates (
Doxycyclin) bei entzündlichen
Zahnfleischerkrankungen.
Massiver Einsatz jenseits der Humanmedizin (Veterinärmedizin,
Schiffsanstriche usw.)
Zur
Prävalenz der Störungen wird angegeben:
50 - 70% der Zähne (von beiden
Dentitionen), wenn die Mütter während der Schwangerschaft T.
eingenommen haben.
Dosisabhängige Nebenwirkungen bestehen auf den Magen-Darm-Trakt,
die Bauchspeicheldrüse, die Leber und Niere und auf das Knochensystem;
allergische Reaktionen sind selten; mitunter werden eine
Photosensibilisierung oder Blutgerinnungsstörungen beobachtet.
Zahnmedizinisch bekannt sind
Mineralisationsstörungen bei hoher Dosierung über einen längeren
Zeitraum während der Wachstumsphase der Zähne: Diese äußern sich
vorwiegend in kosmetisch störenden gelblichen bis bräunlichen
Mineralisationslinien (unter Umständen auch Flecken, die im UV-Licht fluoreszieren)
und einem dadurch bedingten weichen Zahnschmelz (
Hypoplasie). Aus diesem Grund besteht aus zahnmedizinischer Sicht
eine Gegenanzeige bei der Verordnung von T. bei Schwangeren ab
dem 4. Schwangerschaftsmonat bis zur vollständigen Ausbildung der
Zahnkronen der bleibenden Zähne des Kindes (~ 7-9 Jahre;
Behandlung in der Schwangerschaft).
Einsatz in der
ZHK überwiegend bei der Behandlung von
Zahnfleischerkrankungen und
Medikamentenzusatz; allgemein zunehmende
Resistenzbildung.
Werden die T. über den Mund (oral) zugeführt, sollten sie
keinesfalls mit Milch eingenommen werden, da der Kalziumgehalt dieses
Getränkes mit dem Arzneistoff einen nichtlöslichen Komplex bildet
(s.o.), welcher vom Körper nicht mehr verarbeitet werden kann.
Das 1967 eingeführte Minozyklin (semisynthetisches T.-Derivat;
Vorteile gegenüber anderen T. bestehen in der verbesserten
Resorption, einer gesteigerten antimikrobiellen Aktivität und einer
verminderten Phototoxizität) wird hauptsächlich zur Behandlung der Akne
und von Arthritiden eingesetzt und ist bekannt dafür, dass es spontane
Verfärbungen der
Gingiva und der
Mundschleimhaut auslösen kann. Als häufige Nebenwirkung werden
weiter Verfärbungen des Knochens und der Zahnhartsubstanzen beobachtet.
Die
Pathogenese derartiger Veränderungen ist weitgehend ungeklärt. Das
Molekül scheint eine Bindung mit spezifischen Kollagenen einzugehen und
durch nachfolgende Oxidation den schwarzen Farbton hervorzurufen. Andere
Wissenschaftler vermuten eine Beteiligung von Eisen, Lipofuscin, Melanin
oder Abbauprodukten des Minozyklin bei der Entstehung der Veränderungen.
Der Rückgang der Veränderungen kann Monate bis Jahre dauern und ist im
Falle von Zahnverfärbungen durch eine schlechte Rückbildungstendenz
gekennzeichnet.
Antibiotika,
Behandlung in der Schwangerschaft,
Doxycyclin,
Ledermix™,
Mineralisationszeiten,
Veneer,
Verfärbungen,
Zahnentwicklungsstörungen,
Zahnhartsubstanzdefekte |

starke
Hypoplasien bei einem 11-jährigen;
erhielt im Alter von 26 Monaten wegen einer schweren Pneumonie 485 mg T.
/kg Körpergw.

generalisierte Störung im Bereich der Zähne bedingt durch mehrmalige
Tetrazyklin-Saft Einnahme im Kleinkindalter

|
Teuscher Aktivator
auch: Zürcher- oder Stöckli/Teuscher-Aktivator; das
Aktivator-Gerät wird kombiniert mit einem Hochzug-Headgear
getragen, die eigentliche Funktionswirkung des Aktivators tritt dadurch in den
Hintergrund. Der T. wird gelegentlich eingesetzt zur Behandlung von
skelettalen
Angle-Klasse II Fehlstellungen (Rückbiss).
Prinzip ist eine Entwicklungshemmung des Oberkiefers bei gleichzeitiger
Vorverlagerung des Unterkiefers.
TF-Index, TSIF-Index;
Fluorose-Index
Thekodontie; Bezeichnung aus der
allgemeinen Anatomie für die federnde Verankerung der Zahnwurzeln im
Alveolarknochen;
Sharpey-Fasern, Gomphosis
Therapie; Maßnahmen zur
Behandlung
von Krankheiten und Verletzungen mit dem Ziel einer Heilung bzw.
Beseitigung/Linderung der Krankheitssymptome;
adjuvante Therapie,
Behandlung Therapiefreiheit
engl.: therapeutical freedom; nicht näher definierter Begriff im
Zusammenhang mit einer ärztlichen Heilbehandlung. Häufig gleichgesetzt mit einer
andersartigen Therapie, als diese in den Vereinbarungen mit den
Krankenkassen (
BEMA)
aufgeführt ist, bzw. nach den Regeln der
Schulmedizin durchgeführt werden sollte.
Grundsätzlich steht dem (Zahn-)Arzt die freie Wahl der
Therapie zu, sofern er von deren medizinischer Notwendigkeit aufgrund seiner
fachlichen Kompetenz überzeugt ist. Bei mehreren risikogleichen
Behandlungsmöglichkeiten ist die Therapie mit der größtmöglichen Erfolgsaussicht
und bei mehreren gleichwertigen Möglichkeiten die mit dem geringsten Risiko zu
wählen. Bei anderen Therapiemöglichkeiten ist der Patient unter Einbeziehung der
jeweils spezifischen Risiken über diese
aufzuklären und muss zur gewählten Therapie vorher seine Einwilligung
erteilen. In der
Gesetzlichen Krankenversicherung muss unbedingt das
Wirtschaftlichkeitsgebot beachtet werden, da deren Versicherte lediglich
Anspruch auf ausreichende, zweckmäßige und das Maß des Notwendigen nicht
überschreitende Leistungen haben.
alternative Behandlungsmethoden,
IGel-Leistungen
Thermodesinfektion
"Hitze-Entkeimen", engl.: thermodisinfection; meist in
Geschirrspülmaschinen-ähnlichen Geräten durchgeführte Entkeimung von nicht zur
Sterilisation geeigneten oder vorgesehenen Instrumenten. Bei Temperaturen
von etwa 95° C wird das Material ca. 20 Minuten lang behandelt und totes oder
lebendes Material in einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr infizieren
kann. Hitzebeständige Sporen bleiben von dieser Maßnahme unberührt.
Desinfektion,
Sterilisation
Thermoindikator;
Sterilisation
The Wand
eingetr.
Warenzeichen; etwa übersetzt mit "Zauberstab"; The Wand®-Plus
(Weiterentwicklung von The Wand®) ist ein filigranes System für die elektronisch
gesteuerte
Lokalanästhesie. Es ist nach Herstellerangaben
für alle gängigen Anästhesietechniken, wie
Infiltration,
Leitungsanästhesie und
Intraligamentäre Anästhesie
geeignet.
T-Health Index
Zahngesundheitsindex; Messzahl zur Auswirkung von
Präventionsmaßnahmen. "...Hinter dem Index steht die Idee, dass gesunde
Zähne funktionell höher zu bewerten sind als gefüllte (FT) oder fehlende (DT).
Der Index gewichtet daher gesunde Zähnen vierfach (ST; S=sound=unversehrt).
Wieder wird die Anzahl der gesunden Zähne (ST) benötigt. Die Formel lautet: DT +
2FT + 4 ST = T-Health. Bei Erwachsenen unterscheiden FS-T- und T-Health-Index
besser als die konventionellen DMF-T- und DMF-S-Indizes zwischen verschiedenen
Kariesrisikogruppen....".
DMF-T,
Zahngesundheit
Thiersch Lappen
Spalthautlappen, engl.: Ollier-Thiersch graft; feiner
(Schleim-)Hautlappen mit einer Dicke zwischen 200 u. 500 nm als freies
Transplantat zur Deckung von Defekten. Präparation mit dem Dermatom bzw.
Mukotum
Schleimhauttransplantat
Thixotropie
Strukturviskosität ("beweglich durch Bewegung"); im Zusammenhang mit
zahnärztlichen Abformmaterialien gebrauchter Ausdruck für folgende gewünschte
Eigenschaft:
Hohe Standfestigkeit der Masse ohne Druckausübung (im "Ruhezustand", z.B.
auf dem Abformlöffel, wo es nicht herunterfließt)
Hohe Fließfähigkeit unter Druck (bei der
Abdrucknahme)
Abdruck,
Viskosität
Tholuck-Medaille
nach dem Schulzahnarzt OMedRat Dr. Hans-Joachim Tholuck
(1888-1972,"Frankfurter System der Schulzahnpflege") benannte Auszeichnung des
Vereins für
Zahnhygiene für besondere Verdienste auf dem
Präventions-
und
Prophylaxesektor mit besonderer Gewichtung der Zahngesundheitserziehung.
Thrombin, engl.: do.; Faktor IIa der
Blutgerinnungsfördernden Faktoren; für die Blutgerinnung wichtiges Eiweiß
spaltendes Blut-Enzym;
Entstehung aus
Prothrombin ; wandelt Fibrinogen in ein
Fibrinnetz um.
Blutgerinnungsstörungen
Thrombose
engl.: thrombosis; Bez. für eine Blutgerinselbildung ("Blutpfropf",
Thrombus) in einem Blutgefäß (Vene, Arterie); bedingt durch eine krankhafte
Erhöhung der Blutgerinnung.
Blutgerinnungsstörungen,
Quick-Wert
Thrombozyten
Blutplättchen, engl.: blood platelet, thrombocytes; ca. 5-9
Tage lebende plättchenförmige Zellen ohne Kern, welche bei der Blutgerinnung
eine wichtige Rolle spielen, indem sie sich von innen an die verletzte Gefäßwand
andocken und diese so in relativ kurzer Zeit abdichten.
Die Anzahl im Blut beträgt in der Regel 150.000 bis 420.000 pro µl. Werte unter 60.000
pro µl bezeichnet man als Thrombopenie oder Thrombozytopenie. Es zeigen
sich dann kleine punktförmigen Blutungen aus den Kapillaren, die sog. "Petechien".
Umgekehrt bezeichnet man eine Vermehrung der T. als Thrombozytose
bzw. Thrombozythämie.
Blutgerinnungsstörungen
Thrombozytenaggregationshemmer
engl.. platelet or thrombocyte aggregation inhibitor; Medikamente
zur Thromboseprophylaxe; sie gehören nicht zu den
Antikoagulanzien, können aber die
Blutungsgefahr bei/nach chirurgischen Eingriffen erhöhen. Bekannter
Vertreter ist das
Analgetikum
Acetylsalicylsäure (ASS®, Aspirin®), welches irreversibel die Aggregation
("Verklumpung") von Thrombozyten hemmt. Ähnliche
Eigenschaften haben Ticlopidin (Tyklid®) Und Clopidrogrel (Plavix®, Iscover®).
Die Wirkung dieser Substanzen hält 5-7 Tage (Überlebenszeit der Thrombozyten)
nach Absetzen an. In jüngerer Zeit kontroverse Diskussion über das
Absetzen der T. vor zahnärztlichen Eingriffen:
Acetylsalicylsäure
Blutgerinnungsstörungen
Thymol
Thymiankampfer (Phenolderivat, 2-Isopropyl-5-methyl-phenol, mit einem
scharfen, charakteristischen Geruch); besonders in den ätherischen Ölen des
Bohnenkrautes und Thymian vorkommendes
Desinfektionsmittel; etwa 30-mal wirksamer als
Phenol, besitzt jedoch nur ein Viertel von dessen Giftigkeit. Die
keimtötende Wirkung beruht auf einer Eiweißzerstörung und einer Schädigung der
Bakterien-Zellmembran. Bestandteil von best.
Mundspüllösungen und
Wurzelkanaleinlagen.
Tic douloureux;
Trigeminusneuralgie
Tiefbiss;
tiefer Biss
Tiefenfluoridierung
engl.: deep fluoridation; von Prof. Knappwost (Uni Hamburg) entwickelte
Behandlungsmaßnahme mittels Tiefenfluorid™
mit angeblich 100-fach stärkerer Wirkung auf die
Remineralisationseigenschaften des
Zahnschmelzes; Anwendung nur in einer zahnärztlichen Praxis möglich. Sie
besteht in einer Einlagerung von hochdispersem
Calciumfluorid innerhalb des aufgelockerten Schmelzes. Wesentlich ist dabei
eine kurze Nachtouchierung (Fällung) mit einer "Nachtouchierlösung". Dadurch
soll eine starke und lang anhaltende physiologische Remineralisation durch den
Speichel
einsetzen. Erreicht wird dieser Vorgang durch zwei aufeinanderfolgende
Touchierungen, zuerst mit einer Lösung von Fluorokomplexsalzen des Magnesiums
und des Kupfers, darauf mit einer Fällungslösung, einer Suspension von
Calciumhydroxidhochdispers. Das Verfahren hat bisher in der
Kariesprophylaxe keine größere Bedeutung erlangt.
Weiter soll die T. eine sichere, lang anhaltende (~ 1 Jahr)
Desensibilisierung
überempfindlicher Zahnhälse bewirken.
Fluoride
Tiefenschmerz; engl.: deeper-lying pain;
Schmerz
Tiefer Biss
Tiefbiss, vertikaler Überbiss, vergrößerter
Overbite,
Angle Klasse II/1, engl.: deep bite, deep overbite;
im Frontzahnbereich bestehende Störung des
regelrechten
Zusammenbisses: Die oberen Schneidezähne beißen mehr als 3 mm "tief"
über die unteren Schneidezähne (normal 1-2 mm; siehe Abb. rechts), dabei
können bei ausgeprägten Formen die unteren Schneidezähne in die
Gaumenschleimhaut beißen und nicht mehr sichtbar sein.
Als Ursache kommen, neben einer vererblichen Komponente ("skeletaler
Tiefbiss"), ein frühzeitiger Milchzahnverlust (Verlust der
Stützzone) bzw. eine
Nichtanlage von Zähnen in Betracht.
Abweichung,
apicale Basis,
AufbissPlatte,
Biss,
Bisshebung,
Deckbiss,
Implantat: Risikofaktoren,
Kieferbasiswinkel,
Offener Biss,
Scherenbiss,
Senkbiss,
Steilbiss |

oben:
normaler Überbiss
unten: Tiefbiss |

|
Tiefstand; engl.: in a low level
position;
Supraokklusion
Tiefziehverfahren
engl.: deep drawing press; in der
ZHK gebräuchliches Verfahren zur Herstellung von
Kunststoffschienen:
Eine Kunststoff-Folie ausgewählter Stärke (~ 1,5 - 4 mm) wird erwärmt
und im nun plastischen Zustand über ein
Gipsmodell der Zahnreihen mittels eines
speziellen Geräts gepresst. Nach Erkalten und Bearbeiten kann die so
gewonnene Schiene z.B. als Trägerfolie für
Provisorien / Langzeitprovisorien, zur unmittelbaren Versorgung
traumatisierter Zähne oder bei der
Fluoridierung mittels Gel als Medikamententräger dienen.
Aufbiss-Schiene,
Miniplastschiene |

Miniplast-Schiene;
geringe kosmetische und funktionelle Beeinträchtigung
|
Timbuktu Methode
von Dr.Dr. Osswald (München) entwickeltes und wissenschaftlich umstrittenes
"durchdachtes
endodontisches Konzept", besonders bei einem
infizierten Wurzelkanal.
Chlorphenol-Kampfer-Menthol,
Gangränbehandlung,
Wurzelkanalbehandlung
Tinnitus
Hörsturz, Morbus Menière, Ohrensausen, eng.: do.; auch als
non-auditorischer Tinnitus bezeichnet, da die Geräusche häufig nur vom
Betroffenen gehört werden (endogene Schallempfindung); wissenschaftliche
Unterteilung in objektiven und subjektiven (non-auditorischer)
T. Bei der Beschreibung der Symptome werden grob die Kategorien "tonal"
(z.B. Pfeifen, Klingeln, Summen, Zirpen) und "nicht-tonal" (z.B. Rauschen,
Brummen, Surren, Knacken, Knistern, Rumpeln) unterschieden. Beide Formen können
aber auch gemeinsam auftreten.
Man vermutet, dass in vielen Fällen fehlgerichtete Anpassungsvorgänge des
Gehirns nach Hörschädigung für die quälenden Geräusche verantwortlich sind.
Ähnlich wie beim
Phantomschmerz, bei dem Patienten Schmerzen in einem amputierten - also
nicht mehr vorhandenen - Körperglied empfinden, können Patienten selbst nach
Entfernung des Innenohrs weiterhin ein dauerndes störendes Ohrgeräusch aus dem
nicht mehr vorhandenen Ohr wahrnehmen.
Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Stress, Morbus
Menière (Drehschwindel) und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der
Hörsturz (akutes Ereignis des "schlechter Hörens") ist oft von einem T.
begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Mund-Kiefer-Bereich
können auslösende oder verstärkende Ursachen sein.
Bei einem subjektiven T. kann eine Dekompressionsbehandlung der
Kiefergelenke zur teilweisen Rückbildung der Erkrankung führen. Entscheidend
für den Erfolg ist dabei vor allem der frühzeitige Therapiebeginn. Chronische
sowie objektive Tinnituserkrankungen scheinen nicht durch die Therapie einer
bestehenden
craniomandibulären Dysfunktion positiv beeinflussbar zu sein. Bei
subjektivem T. können sich jedoch die Symptome im Rahmen einer
zahnärztlichen manuellen
Funktionsdiagnostik in ihrer Qualität verbessern.
Neue Ansätze wie "Retraining" (die Betroffenen sollen lernen, sich nicht
auf das Geräusch im Ohr zu konzentrieren, sondern sich daran zu gewöhnen und es
weniger wahrzunehmen; Entspannungs- und Hörübungen sowie ein Hörgerät, das ein
kompensierendes Rauschen überträgt, gehören zur Therapie.) und Musiktherapie
können helfen, mit dem Dauerton zu leben.
Tabelle nach M. Behr, Regensburg (in DZZ, 2009; 64 (3)):
| Objektiver Tinnitus |
Ursachen |
| Pulsierend |
Carotis-Stenose, vaskuläre Anomalien, vaskuläre Tumore,
Aortenstenose, andere Ursachen, welche Turbulenzen im Blutfluss bedingen |
| Muskulär oder anatomisch |
Myoclonus der palatinalen Muskulatur, Spasmus des M. stapedius oder
M. tensor tympani, Dysfunktion der Eustachiac-Röhre |
| Spontan |
Spontane otoakustische Emissionen |
| Subjektiver Tinnitus |
Mögliche Ursachen |
| Otologisch |
Lärminduzierter Hörverlust, Otosklerose,
Morbus Meniere |
| Neurologisch |
Schleudertrauma, Akustikusneurinom, andere
Kleinhirn-Brückenwinkel-Tumore |
| Infektiös |
Otitis media, Lyme-Erkrankung, Meningitis, Syphilis, andere
entzündliche Erkrankungen, die das Hörvermögen beeinträchtigen |
| Medikamentös |
Nebenwirkungen von Salicylaten, nichtsteroidalen Antiphlogistika,
Aminoglykosiden, Schleifendiuretika, Chemotherapeutika |
| Kranio-mandibuläre |
Störungen der Funktion des Kiefergelenks, tonische Kontrakturen der
Kaumuskulatur, Anomalien der Bisslage |
Costen-Syndrom.
Tissue engineering
"künstliches Gewebe aus dem Reagenzglas"; so liefert T. e.
z.B.: autologe Transplantate der
Mundschleimhaut: Aus einem kleinen Biopsat der Mundschleimhaut werden
unter besonderen Bedingungen autologe Transplantate gezüchtet die nach
frühestens drei Wochen weiteren Einsatz finden. Die Anzüchtung der autologen
Transplantate erfolgt mit Hilfe der Entnahme eines vier bis acht Kubikmillimeter
großen Biopsates der Mundschleimhaut und 40 Milliliter venösem Blutes des
Patienten. Mit den Methode des T. e. gelingt die Herstellung des
Transplantates in etwa drei Wochen. In steriler Kochsalzlösung werden die Zellen
in ein Gewebekulturlabor transportiert. Das Gewebe wird desinfiziert, gewaschen
und in Kulturflaschen ausgebracht. Nach zwei Wochen werden die Kulturen auf eine
Matrix aufgetragen, die mit Gingivakerationozyten besät wird. So wachsen
Gewebeverbände heran, die bis zu 15 Quadratzentimeter groß werden können. Die
Ergebnisse der autologen Mundschleimhaut-Transplantationen werden bisher als gut
beurteilt, ohne jedoch auf Langzeituntersuchungen zurückgreifen zu können
Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass die Differenzierung des
Mundschleimhaut-Transplantates durch das darunter liegende
Bindegewebe
bestimmt wird, so dass es sich den gegebenen Bedingungen anpassen kann.
Prinzip des T. e.:

Auch neuer Kieferknochen kann mit T. e. gezüchtet werden.
Dabei läuft, vereinfacht ausgedrückt, folgendes ab: Unter
örtlicher Betäubung werden mehrere, etwa ein Quadratzentimeter große und
einen Millimeter dünne, Stücke
Knochenhaut vom eigenen Kiefer abgelöst und mit dem eigenem Körperblut
vermischt im Labor zu dreidimensionalen Knochenchips herangezüchtet. In etwa
fünf bis acht Wochen entstehen so Fingernagelgroße "Knochenchips" mit jeweils
etwa 1,5 Millionen vitaler Knochenzellen. Mehrere dieser Chips werden dem
Patienten dann eingesetzt und verwachsen innerhalb von 4-5 Monaten sowohl
miteinander, als auch mit dem vorhandenem Kieferknochen und stimulieren
zusätzlich die körpereignen Knochenneubildung. Da es sich komplett um
körpereigenes Gewebe handelt, sind zum Einheilen ideale Vorraussetzungen
gegeben. Langzeituntersuchungen zu dieser bestechenden, aber extrem teuren
"Knochenanzucht" liegen bisher noch nicht vor.
Studienergebnisse sind vielversprechend, jedoch steht der logistische Aufwand,
das enge therapeutische Zeitfenster der Transplantation und die hohen Kosten
einem routinemäßigen Einsatz in der Praxis derzeit (2010) entgegen. Es ist
weiterhin noch viel Forschungsbedarf vorhanden.
Harvest BMAC,
Knochenersatzmaterialien,
regenerative Medizin,
Schleimhauttransplantat
Titan
Ti, engl.: titanium; Leichtmetall mit einer Dichte von 4,5 g/cm3,
etwa viermal leichter als Gold; zusätzlich im Gegensatz zu anderen Metallen mit
einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit behaftet. 1791 entdeckt, aber erst Mitte des
20. Jhds. in der industriellen Fertigung zu finden, da die Herstellung von
technisch reinem T.cp (cp=commercial pure) wegen dessen hoher Affinität
zu den Luftkomponenten Sauerstoff und Stickstoff erst durch das Kroll-Verfahren
(Reduktionsverfahren) ermöglicht wurde. T. gilt als besonders
korrosionsstabil und weist eine hohe
Biokompatibilität auf. Ursache dafür ist die Tatsache, dass T. im
Kontakt mit Luft, Wasser oder auch Körperflüssigkeiten spontan eine Oxidschicht
(
Passivschicht)
bildet und so das Grundmetall vor jeglichen Einflüssen schützt. Selbst bei einem
Abrieb - z.B. beim Kauen - wird diese Schutzschicht innerhalb von
Millisekunden wieder regeneriert (sog. Repassivierung). Eine Ausnahme
bildet der Kontakt mit
Fluorbestandteilen aus Prophylaxepräparaten (Zahnpasten,
Mundspüllösungen, usw.) mit niedrigem
pH-Wert, hier sind
Korrosionserscheinungen zu erwarten, deren Auswirkungen bisher
wissenschaftlich noch nicht befriedigend eingeordnet werden können. Fest steht
bisher, dass diese Korrosionen im
sauren Milieu eine oberflächliche Aufrauung bewirken, welche der schädlichen
Plaque einen verbesserten Halt bietet.
Weiter ist bekannt, dass bei gleichzeitiger Verwendung edelmetallhaltiger
Legierungen in der Mundhöhle T. als Anode dient und korrodieren kann;
hingegen wird T. in Verbindung mit edelmetallfreien Legierungen zur
Kathode und bleibt stabil - die Korrosion findet in solchen Fällen zu Lasten der
anderen Metalle statt.
Heute eines der universellen Metalle in der Medizintechnik (Gelenkersatz,
Herzklappen usw.). In der
ZHK Einsatz von industriell vorgefertigten Komponenten (z.B.
Implantate) oder individuell hergestellten Zahnersatz-Komponenten
mittels
Gusstechnik oder
CAD/CAM-Verfahren, wobei die Gusstechnik signifikant höhere Härtewerte
zeigt.
Allergische
Reaktionen auf Ti haben eine geschätzte
Prävalenz
von 0,6%, sind somit äußerst selten (s.u.).
In der Medizintechnik kommen heute aus versch. Gründen
Titanlegierungen zum Einsatz, welche deutlich höhere Festigkeitswert
aufweisen.
Um Ti in einer ansprechenden Qualität zu fertigen, sind
CAD/CAM-Verfahren erforderlich; Gussverfahren in zahntechnischen
Laboratorien sind nicht anzutreffen. Von dem Materialeinsatz her gibt es zwei
Varianten:
- Reintitan (Grad 1)
In der Praxis können häufig noch Spuren von Kobalt, Chrom, Nickel und
Vanadium in Konzentrationen bis 500
ppm
nachgewiesen werden. Sehr gute Fräsbarkeit, sehr gute Verträglichkeit bei
extrem günstigem Preis/Leistungsverhältnis. Bei Keramikverblendung muss auf
eine ausreichende Gerüststärke geachtet werden. Große
Spannweiten sind nicht unproblematisch. Korrekturen des fertigen Krone
im Mund müssen unter guter Kühlung erfolgen, da sonst sehr hohe Sprunggefahr
durch lokale Erhitzung.
- Ti-Legierungen
Gute Fräsbarkeit, günstiges Preis/Leistungsverhältnis, lange
Spannen möglich, sehr gute
Polierbarkeit, sehr gute Keramikhaftung, danach sollte ein Schleifen in
der Krone unterbleiben, da sonst große Sprunggefahr durch lokale Erhitzung.
- Zur Verblendung generell:
Keramikverblendungen auf Ti sind durch moderne Werkstoffe kein
Problem mehr. Die ästhetische Wirkung ist sehr ansprechend, besonders bei
Keramikschultern. Der ideale Verblendwerkstoff für Ti ist aber
Komposite-Material, dies vor allem wegen ähnlicher
Ausdehnungskoeffizienten.
- Titanunverträglichkeit und Titanallergie
Die hervorragende Körperverträglichkeit von Titan hat den Erfolg der
Implantologie erst möglich gemacht. Eine negative Reaktion des Körpers auf
dieses Metall wurde lange generell, bzw. wird auch heute noch von vielen
Medizinern negiert. Trotzdem kommt es nicht nur in der zahnärztlichen Praxis
sondern auch in der Orthopädie in seltenen Fällen vor, dass Patienten nach
dem Einbringen von Implantaten über unklare Beschwerden berichten. Hin und
wieder findet keine
Osseointegration statt, ohne dass dies durch die klassischen
bakteriologischen und mechanischen Denkmuster gut erklärbar wäre.
Funkenerosion,
Implantat,
Legierung, NEM,
Passivschicht,
Tantal,
TPS-Implantat
Titan-Trauma-Schiene
TTS, engl.: titanium-trauma-splint; von der
Firma Medartis, Basel,
hergestelltes Produkt zur Behandlung von
traumatischen Zahnverletzungen. TTS wurde in Zusammenarbeit mit
der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie in Bern (CH) entwickelt
für einfache, anwenderfreundliche Handhabung bei der Stabilisation
reponierter oder replantierter Zähne. Im Vergleich zu herkömmlichen
Schienensystemen bietet TTS viele Vorteile in Bezug auf Handhabung und
Patientenkomfort. Die aus Rein-Titan
bestehende, formbare Schiene wird mit
Komposites an den unverletzten Nachbarzähnen befestigt. |
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Titer
in der Medizin; weitestgehende Verdünnung eines Stoffes (z.B.
Antigen,
Antikörper, Virus) bei dem noch eine Reaktion nachweisbar ist. Gilt als ein
Zeichen der Immunität.
TMD
1.) TMJD, TemporoMandibuläre Dysfunktion (=
Schläfenbein-Unterkiefer Störungen),
Kiefergelenks-Funktionsstörung, engl.: temporomandibular dysfunktion;
Oberbegriff, der verschiedene klinische Probleme des
Kiefergelenks,
der
Kaumuskulatur sowie der umgebenden Strukturen umfasst.
pharmakologisch: TagesMaximalDosis.
Schmerzen und Geräusche im und um das Kiefergelenk sowie eingeschränkte
Mundöffnung sind typische Zeichen der TMD; Einteilung in
Muskel/Sehnenschmerz, akuter Gelenkschmerz und Arthritis/Arthrose. Frauen
zwischen 18 u. 40 Jahren stellen den Hauptanteil an "TMD-Patienten".
Untersuchungen belegen, dass es sich bei der TMD um ein vielfältiges Geschehen
handelt: Stress,
parafunktionelle Aktivität, Trauma,
okklusale Störungen sowie die individuelle Fähigkeit des Patienten zur
Adaption werden als ursächlich diskutiert. Unklarheit besteht jedoch nach wie
vor darüber, welche Rolle die einzelnen Faktoren für die Ausbildung des
Krankheitsbildes spielen - entsprechend vielfältig sind auch entsprechende
Therapien, die bisher insgesamt wenig
Evidenz aufweisen. Dabei besteht heute (2004) z.T. die Meinung, dass der
Einfluss der
Okklusion auf typische TMD-Beschwerden weit größer ist als bislang
angenommen, und dass sich bei betroffenen Patienten eine
Schienenvorbehandlung (
Aufbiss-Schiene) für die Abschätzung therapeutischer Erfolge gut eignet;
Einschleifmaßnahmen bringen dagegen häufig nicht den gewünschten Erfolg.
Andere Untersuchungen zeigen das direkte Gegenteil: Dass es nämlich keinen
signifikanten Zusammenhang zwischen TMD und
Freiendlücken bis hin zum Fehlen aller Backenzähne und Schmerzen in der
Kiefergelenksregion gibt. Insbesondere bei chronischen Krankheitsverläufen
gewinnt die Physiotherapie mit ihrer Möglichkeit zur einfachen häuslichen
Mitarbeit durch den Patienten zunehmend an Bedeutung und gilt inzwischen als 1.
Wahl. Ziel der häuslich auszuführenden Übungen ist es, den Muskeltonus zu
reduzieren und die Mobilität zu verbessern. Der Patient wird dabei u.a. zur
gelenkschonenden Verhaltenstherapie angeleitet:
Parafunktionelle Aktivitäten und
Habits sollen bewusst wahrgenommen werden, so dass aktiv an der Entspannung
der Gelenkstrukturen mitgearbeitet werden kann.
kognitive Verhaltenstherapie
Während für die medikamentöse Therapie der Gelenksschmerzen zahlreiche bewährte
Wirkstoffe aus der Gruppe der
nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) und Antidepressiva zur Verfügung
stehen, sind diese bei den wesentlich häufigeren
Myalgien unwirksam. Muskelrelaxanzien sind zwar wirksam, weisen aber
teilweise unerwünschte Wirkungen auf (Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit,
Suchtpotential). Der neue Wirkstoff Flupirtin (Handelsname: Katadolon®)
lässt sich keiner bekannten Substanzklasse zuordnen und hat einen anderen
Mechanismus als die NSARs: Es ist ein zentral wirksamer Kaliumkanalöffner, der
die Erregungsweiterleitung an Schmerz verarbeitenden Nervenzellen hemmt.
Zusätzlich zu seiner analgetischen Komponente hat Flupirtin muskelrelaxierende
Effekte.
Ein weiterer Behandlungsansatz besteht in einer kognitiven Verhaltenstherapie.
Eine groß angelegte Feldstudie in Pommern zwischen 1997 u. 2006 („Study
of Health in Pomerania“ (SHIP)) konnte keinen Beleg dafür erbringen, dass
Menschen mit Zahnfehlstellungen ein erhöhtes Risiko haben,
auch Kiefer- und Gesichtsschmerzen zu bekommen. Anders verhielt es sich mit den
Merkmalen Schulbildung und Geschlecht. Hier ließ sich ein deutlicher
Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und dem Auftreten von
Kiefergelenksymptomen beobachten. Gut Ausgebildete leiden doppelt so häufig und
Frauen 1,5-mal häufiger an TMD als die übrige Bevölkerung. Auf der
anderen Seite – auch das ein Ergebnis der Studie – gibt es sogar
Zahnfehlstellungen, die das TMD-Risiko senken können: Eine lückige
Zahnstellung ohne Zahnverlust, aber auch das
Zähneknirschen
erweisen sich als Faktoren, die weniger häufig mit Kiefergelenkproblemen
verbunden sind.
2.) Abk. von Tages-Maximal-Dosis (Menge eines
Stoffes/Pharmakons),
der täglich verabreicht werden darf.
Analgetika,
Äquilibrierungsschiene,
CMD, Funktionsanalyse,
Helkimo-Index (Mobilitätsindex),
Kiefergelenkbeschwerden,
kognitive Verhaltenstherapie,
Myoarthropathien,
Okklusion
TMJ; TemporoMandibular Joint, engl. Abk. für
Kiefergelenk
TMJ Artikulator
einer der bekanntesten, volljustierbaren
Artikulatoren nach dem Prinzip der Gravierung der Unterkieferbewegungen
mittels
intraoraler
Stützstiftregistrierung. Weiter ist die Schneidezahnführung individuell
ausformbar.
Artikulator
TMJD, temporomandibuläre Dysfunktion, Abkürzung
von "temporomandibular muscle and joint disorder";
TMD
TMS-Stiftchen; TMS-Schräubchen, (TMS = THREAD MATE SYSTEM), engl.: TMS®
LINK Series® (parapulpal pin);
parapulpäre Schrauben.
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