Sabouraud Zähne
engl.: Sabouraud's teeth, Moon's molars; französischer Hautarzt
(1864-1938); brustwarzenähnliche Verdickung an der Innenfläche der
ersten oberen Backzähne bei
bei
angeborener Syphilis.
Fournier-Zähne,
Hutchinson-Trias,
Lues connata,
Maulbeermolar,
SchmelzperleSaccharase
engl.: do. o. sucrase; im
Speichel vorkommendes
Enzym
zur Spaltung des gewöhnlichen
Zuckers in seine
Hauptbestandteile Traubenzucker und Fruchtzucker.
Saccharin
engl.: do.; erster industriell hergestellter
Süßstoff,
C7H5NO3S; S. wird vom menschlichen
Körper schnell aufgenommen und unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden
(innerhalb von 24 Stunden sind 90% wieder eliminiert). Deshalb ist S.
praktisch kalorienfrei und wie alle Süßstoffe auch für Diabetiker verträglich.
Gegenüber Haushaltszucker (Saccharose) beträgt die Süßkraft von Saccharin das
450- bis 550-fache. Die Wirkung von Saccharin kann durch eine Säurezugabe
verstärkt werden. In geringen Konzentrationen schmeckt Saccharin sehr süß. Bei
hohen Dosen nimmt der Süßgeschmack jedoch stark ab und ein typisch
bitter-metallischer Nachgeschmack entsteht. Spült man den Mund dann mit Wasser
aus, so kehrt sich das Geschmacksempfinden wieder um und man nimmt einen sehr
intensiven, süßen "Wasser-Geschmack" wahr. Die Süßkraft geht bei Temperaturen
über 150 Grad Celsius verloren.
Zucker,
Zuckerersatzstoffe
Sachleistung
engl.: benefit (payment) in kind;
Schlagwortbezeichnung für den Kostenfluss in der
Gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV) bei dem überwiegenden Teil der Leistungen: Die Gesetzliche
Krankenkasse bzw. deren Versicherte schulden dem (Zahn-)Arzt nicht die
Kosten einer Behandlung, sondern die medizinischen Leistungen werden
über
Vertragszahnärzte
den Versicherten zur Verfügung gestellt; es besteht für die Versicherten
ein sog. Sachleistungsanspruch auf der Grundlage des
BEMA.
Hierfür wird von den Kassen die sog.
Gesamtvergütung
an die
kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen)
gezahlt, welche diese Summe nach einem
komplizierten Schlüssel an ihre Vertragszahnärzte verteilt. Das
Sachleistungsprinzip verpflichtet die Vertragspartner, eine
ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung unter
Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts in zumutbarer Entfernung
sicherzustellen (
Wirtschaftlichkeitsgebot).
Im Sachleistungssystem besteht ein Vertragsverhältnis zwischen Zahnarzt
und Krankenkasse. Wer als
Vertragszahnarzt
arbeitet, muss die
bestehenden Verträge
und
Richtlinien
einhalten und deren Änderungen akzeptieren. Bei Nichtbefolgung drohen
Disziplinarmaßnahmen
bis hin zum Entzug der
Zulassung.
Z.Zt. (2009) besteht eine 100%ige Sachleistung bei chirurgischen (z.B.
Zahnziehen, Kieferoperationen) und konservierenden (z.B.Standard-Füllungen,
Untersuchungen,
Zahnsteinentfernung)
Eingriffen;
kieferorthopädische Behandlungen
gelten als "Sachleistungen besonderer Art" und bedeuten
prozentuale Zuzahlung der Kasse zu fest vereinbarten Gebühren (
BEMA).
Zahnersatzleistungen (
Festzuschuss) sind ab 1.1.2005 eine reine Geldleistung.
Chip-Karte,
Einzelleistungsvergütung,
Fallpauschale,
Festzuschüsse,
Gesamtvergütung,
Kassenabrechnung,
Kopfpauschale,
Kostenerstattung,
Patientenquittung,
Regelversorgung,
Vertragszahnarzt,
Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz
Zahnersatz-Festzuschüsse
ab 2005 (siehe unter Artikel Index - Ordner -
Festzuschuss allg. Teil) |

Zahlungsfluss bei einer
unbudgetierten Sachleistung
|

Zahlungsfluss bei einer
budgetierten Sachleistung |
Sachverständigenprüfung
engl.: experts inspection; nach der
Röntgenverordnung alle 5 Jahre vorgeschriebene technische Prüfung der
Röntgeneinrichtung in der Praxis (sog. "Röntgen-TÜV")
Sachverständigenrat
für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen (SVR KAG), ab 2004 als Folge des
GMG mit neuer Bezeichnung:
Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen,
engl. etwa: board of experts for the investigation of the development in the
health service; aus Wissenschaftlern versch. Fachrichtungen bestehendes
Beratergremium des Bundesgesundheitsministeriums für gesundheitspolitische
Fragen. Der Sachverständigenrat hat die Aufgabe, im Abstand von zwei Jahren
Gutachten zu
erstellen und in diesem Rahmen:
die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und
wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren,
unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und vorhandenen
Wirtschaftlichkeitsreserven Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten
und bestehenden
Überversorgungen zu entwickeln,
Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen, sowie
Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen.
Rechtsgrundlage ist das
SGB V, §142 .
Zeitgleich mit dem neuen Namen hat der Rat auch einen neuen Sitz angenommen:
Rochusstraße 1, 53123 Bonn.
Sachverständiger, engl.: expert;
Gutachter
Sägemodell
engl.: saw model; zahntechnisches
Arbeitsmodell zur
Herstellung von Präzisionsarbeiten (Brücken,
Inlays,
Kronen). Das aus einem spez.
Hartgips bestehende
Modell besteht in der Grundform aus zwei Teilen: dem eigentlichen
Sockelmodell und dem darauf in einem zweiten Arbeitsgang aufgegossenen
Zahnkranz, welcher pro Zahn, auf dem die
Restauration
durchgeführt werden soll, mit konischen Metallstiften ("Modellstiften")
- sog. Dowel pins - versehen wird. In einem weiteren
Arbeitsschritt werden die mit Pins versorgten Gipszähne aus dem übrigen
Zahnkranz herausgesägt und lassen sich jetzt einzeln (sog. Dowel pin
Stümpfe) zur Bearbeitung aus dem Grundmodell herausnehmen.
Galvanostegie,
Modell |

die Elemente des
Zahnkranzes bestehen aus einem hellbraunen Gips
|
sagittal
Pfeilrichtung, lat.: sagitta = Pfeil, engl.: do.; anatomische
Körperrichtung, nach dem Wortursprung her vom Rücken her Richtung Bauch bzw. von
Hinten nach Vorn (Flugbahn, welche von einem auf den betreffenden Körper
abgeschossenen Pfeil bestimmt wird). Entspricht häufig der
horizontalen
Ebene. In der
ZHK z.B. verwendet bei der Ausdehnung des Kiefers in seiner Längsrichtung
("in sagittaler Richtung").
Sagittalebene,
Zahnflächen
Sagittalebene
engl.: sagittal plane; Körperlängsachsen-Ebene "von hinten
nach vorn" (s. Abb.). Steht senkrecht zur Frontal- und Transversalebene.
Dabei teilt die mediane Sagittalebene (
Medianebene) den Körper bzw. Schädel in etwa zwei gleich große,
spiegelbildliche Körperhälften ("links" u. "rechts")
Körperebenen,
sagittal |

|
Salicylsäure
Spirsäure, 2-Hydroxybenzoesäure; Grundsubstanz für die Herstellung von
Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®). Wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung
u.a. als keimhemmender Zusatz in
Mundwässern.
Salivation
Speichelfluss, Speichelsekretion, engl.: do.; die Absonderung von
Speichel aus
den
Speicheldrüsen; einen verminderten Speichelfluss bezeichnet man als
Xerostomie, einen vermehrten als
Ptyalismus.
Speichelmenge
Salutogenese
Gesundheitsentwicklung, (von lat. salus für Gesundheit, Wohlbefinden und von
griechisch genesis für Geburt oder Ursprung), engl.: salutogenesis; durch
den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 70er
Jahren des letzten Jhds. eingeführter Begriff für eine neue Betrachtungsweise
des Begriffes "Gesundheit"
als Abgrenzung zu dem Begriff
Pathogenese.
So wird nach dem Salutogenese-Modell Gesundheit nicht als Zustand, sondern als
ein mannigfaltiger Prozess verstanden.
Salzfluoridierung
Kochsalzfluoridierung, Speisesalzfluoridierung, engl.:
salt fluoridation, fluoridation of table salt;
heute gebräuchliche Art der
systemischen u. lokalen Fluoridzufuhr zur
Kariesprophylaxe; 1955 in der Schweiz eingeführt: einem
handelsüblichen Speisesalz werden etwa 250 mg/kg Salz einer
Fluoridverbindung
(meist in Form von
Natrium-
oder
Kaliumfluorid) beigemischt. Bäckereien, Lebensmittelindustrie,
Restaurants und Kantinen dürfen derart angereichertes Salz nur mit
besonderer Genehmigung verwenden.
Da der tägliche Kochsalzbedarf jedes Menschen ab dem 3. Lebensjahr
gewichtsabhängig ähnlich ist (die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
(DGE) gibt für Erwachsene einen oberen Richtwert von sechs Gramm
Kochsalz pro Tag an), lässt sich die tägliche
Fluoridaufnahme gut dosieren, eine Vergiftung durch
Überdosierung ist
bei einem normal veranlagtem Menschen ausgeschlossen. In Deutschland
seit 1991 erlaubt*) und überwiegend
in der Kombination mit Jod angeboten. Sie gilt als sinnvoller Baustein
der
Kariesprophylaxe. Mit 69 Prozent Marktanteil ist fluoridiertes
Jodsalz das meistgekaufte Haushaltssalz (2008). Weltweit ging man 2011
davon aus, dass ca. 300 Millionen Menschen (davon in Europa ca. 80 Mil.)
diese Präventionsform regelmäßig benutzen
Nebenstehendes Dosierungsschema wird heute (2009) von den Fachleuten
präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer
Fluoridanamnese.
Untersuchungen belegen eindeutig, dass Speisen, die mit fluoridiertem
Speisesalz zubereitet wurden, bis zu 30 Minuten zu einer signifikanten
Erhöhung des Fluorids im sog. Mischspeichel (natürlicher
Speichel
+ aufgelöstes fluoridiertes Kochsalz aus den Speisen während des
Kauakts) führen. Diese Wirkung entspricht der wie nach der gründlichen
Zahnreinigung mit einer fluoridierten Zahnpasta. Ohne diese
Supplementierung beträgt die Fluoridkonzentration unter fluoridarmen
Lebensbedingungen (keine fluoridierte Zahnpasta, kein angereichertes
Speisesalz usw.) im Mittel nur 0,02 mg/l. Ebenfalls lässt sich dieser
Wert durch eine
systemische Fluoridzufuhr (Tabletten) nur unwesentlich erhöhen. Nur
wenn die Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt
und kein fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten
Fluoridtabletten nach den Dosierungsempfehlungen der Deutschen
Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht
werden. Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf
Rat des Arztes und nach Erhebung einer
Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
*):
Damit fluoridiertes Speisesalz in Deutschland hergestellt
und vertrieben werden kann, ist eine Ausnahmegenehmigung des
Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
(BMVEL) erforderlich, welche derzeit bis 2011 gilt. Darin ist
festgelegt, dass pro kg Speisesalz 250 mg Kalium- oder Natriumfluorid
zugesetzt werden dürfen. Nach wie vor darf das als Jodsalz mit Fluorid
im Lebensmittelhandel erhältliche Salz aber nur in Haushaltspackungen
hergestellt und vertrieben werden. In Mensen und Kantinen ist der
Einsatz von Fluoridsalz bereits auf Basis einer Ausnahmegenehmigung des
Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
erlaubt, in der Gastronomie hingegen nicht.
Ernährungsempfehlungen,
Fluoridanamnese,
Fluoride,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
Jodsalz,
Natriumchlorid
|

Dosierungs-
empfehlungen

starker
DMF-T Rückgang in ausgewählten Ländern |
Sammelabformung; Fixationsabformung,
Überabformung
Sandarak
Harz des in Nordafrika heimischen Zypressengewächses Sandarak (Resina
sandaraca); im Aussehen dem nahe verwandten Lebensbaum (Thuja) ähnelnd.
Gelegentlich als Bestandteil von
Komposites-Abdruckmassen; historisch: zur Blutstillung in
Alveolen.
Sandstrahlpräparation;
Pulverstrahlgeräte
Sandwichabformung, engl.: sandwich
impression (two phase impression); andere Bezeichnung für eine
einzeitige Zweiphasenabformung
Sandwichfüllung
Verschluss einer
Kavität mit zwei miteinander verträglichen plastischen Füllungsmaterialien,
z.B. als untere Füllungsteil wegen der guten
Dentinhaftung mit einem
Glasionomerzement (GIZ) und darüber wegen der guten Ästhetik mit einem
Komposite. Nicht zu verwechseln mit der
Sandwichtechnik.
Sandwich-Osteoplastik,
Sandwich-Plastik;
engl.: sandwich-osteotomie;
Augmentation,
Einlagerungsosteoplastik
Sandwichschiene
zu den
Äquilibrierungsschienen zählender Aufbissbehelf. Eine nicht
eingeschliffene (Miniplast-)Schiene
wird schrittweise durch Auftragen von kalthärtendem Kunststoff im Mund in eine
Äquilibrierungsschiene übergeführt.
Sandwichtechnik
Schichttechnik, Mehrschichttechnik,
Schichtverfahren, Inkrementtechnik; engl.: laminating; gebräuchliches
Vorgehen beim Legen einer größeren
Komposite-Füllung zur
Qualitätsverbesserung: das Material wird nicht auf einmal in die
Kavität, sondern in
Schichten eingebracht und
jeweils polymerisiert, um
so eine
materialbedingte Schrumpfung
so gering wie möglich zu halten. Ein hoher Anteil gebundener Oberfläche (C-Faktor)
durch die Kavitätenwände erhöht die Gefahr des Adhäsionsverlustes durch
Schrumpfungskräfte und
fördert dadurch eine
Randspaltbildung und
Zahnwandfrakturen.
Weiter lassen sich mit derartigen Techniken unter Verwendung von verschieden
gefärbten und/oder lichtdurchlässigen Keramik- oder Kunststoffmassen (Sandwichfüllung)
die natürlichen Gegebenheiten eines Zahnes imitieren. Anwendung direkt im
Mund beim Legen von zahnfarbenen Füllungen (in der Regel mit
Komposites) oder im Dentallabor bei der Anfertigung von
Kunststoff- oder Keramikverblendungen.
C-Faktor,
Komposite,
Lichthärtung,
Lichtkeil,
Polymerisationsschrumpfung,
Sandwichfüllung,
Schneidekantenaufbau
Sanguinarin
engl.: sanguinarine; Alkaloid, welches aus dem kanadischen Blutwurz
(Sanguinaria canadensis) gewonnen wird und
plaquehemmende
Eigenschaften besitzen soll. S. ist ein Hemmstoff der
Acetylcholinesterase; in hohen Dosen hat es strychninartige Eigenschaften.
Gelegentliche Verwendung in
Zahnpasten und
Mundspüllösungen. Da in den handelsüblichen Präparaten neben S. in
der Regel auch
Zinkverbindungen enthalten sind, ist keine eindeutige Aussage darüber zu
treffen, ob dem S. allein die behauptete Wirkung zukommt.
Sanierung
Gebisssanierung; engl.: dental sanitation; Oberbegriff für
die Durchführung aller zahnärztlich notwendigen Maßnahmen (Extraktionen,
Füllungen,
Zahnersatz,
Rekonstruktionen,
parodontologische Maßnahmen
usw.) in einem (dringend) behandlungsbedürftigen Gebiss.
Begriff auch noch gebraucht im Zusammenhang mit der umstrittenen Lehre
von den
Herderkrankungen:
So spricht man von einer Herdsanierung, wenn alle potentiellen
Herde - meist chirurgisch - entfernt werden.
Unter Sanierungsgrad versteht man das Verhältnis gefüllter (oder
überkronter) Zähne zu kariösen oder/und ungefüllten Zähne in einem
Gebiss.
Trotz der insgesamt rückläufigen Anzahl kariöser Läsionen bei Kindern
gibt es eine Gruppe von Kindern mit überdurchschnittlich hohem
Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder" muss innerhalb
mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig nicht toleriert
wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt die umfassende,
einzeitige Therapie in
Allgemeinnarkose
dar. Anschließend müssen aber unbedingt andere Therapiemaßnahmen
ergriffen werden (Ernährungslenkung,
Mundhygiene,
Angstabbau), da
zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in Allgemeinbetäubung
erfolgen können.
Erhaltung von Milchzähnen,
erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig,
Narkose,
Osteomyelitis, |

dringend sanierungsbedürftiges
Gebiss bei einem 20-jährigen. Patient erschien in der Praxis, um sich
die Zähne
bleichen zu lassen.
|
Sapientes, dentes
sapientes , vom lat. sapiens = weise;
Weisheitszähne
Saporimetrie,
Gustometrie, engl.: saporimetry; Geschmacksmessung der geringsten
schmeckbaren Menge einer Substanz mit chemischen oder elektrischen Methoden.
Geschmack
Sargenti-Methode
engl.: Sargenti's (N2) method; spezielles, heute nicht mehr
gebräuchliches Verfahren im Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung mit einer
Formaldehyd-enthaltenen
Paste. Benannt nach dem Zahnarzt Dr. Angelo Sargenti (Locarno, CH, *1917 -
†1999), welcher 1948 in Zürich unfangreiche klinische Untersuchungen über
N2 durchführte.
N2
SÄT,
Säure-Ätz-Technik, Schmelzätzung, Schmelzätzverfahren,
Adhäsivtechnik
Satellitenimplantat
engl.: saddle implant; Bezeichnung für eine spezielle Implantatart
mit zusätzlichen seitlichen Halteelementen ("Satelliten") auf der
Knochenoberfläche, welche eine
sofortige Belastbarkeit ermöglichen soll. Bei der an der Abteilung
Zahnärztliche Chirurgie der Universität Göttingen entwickelten Methode werden
die Aufbauteile des Zahnersatzes - das Zentralimplantat - über Mikroplatten, die
unterhalb des Zahnfleisches verlaufen, auf dem Knochen zusätzlich verankert und
so seitlich stabilisiert; bisher ohne Langzeiterfahrung.
Implantat
Sattelbrücke, engl.: full ridge lap
bridge;
Brückenglied
Sattelfüllung;
MOD-Füllung
Sattelnase
engl.: saddle-shaped nose; Einsenkung des Nasenrückens bedingt durch
eine mangelhafte Abstützung der tragenden Nasenscheidewand. Derartige
Formveränderungen können angeboren oder erworben sein. Bei größeren deformitäten
kann hierdurch die Nasenatmung stark beeinträchtigt sein. Recht gute Erfolge mit
einer Nasenplastik in Verbindung mit einem Knorpeltransplantat.
Sattelwinkel
Sphenoidalwinkel; Maß für die die Größe der
Schädelbasisknickung. Gebildet aus den Punkten
Nasion,
Sella und
Basion (=
zentraler Sattelwinkel). Bedingt durch seinen aufrechten Gang hat der Mensch die
größte Schädelbasisabknickung (Winkel zwischen 90° u. 116°)
Sauer Notverband
nach dem Berliner ZA Carl Sauer (1835-1892) benannte Notschienung zur
vorübergehenden Ruhigstellung eines
Kieferbruchs. Eine im Mund grob angepasste stabile Drahtschiene wird
mittels Ligaturen an den Zähnen eines Kiefers befestigt.
Kieferbruch |

|
Sauger
Prothesensauger, "Gummisauger", Rauhe-Sauger, engl:
(vacuum) suction cup ; etwa Fingernagel-großes Gummiplättchen an der
Unterseite einer
Oberkiefer-Vollprothenen-Basis zur Verbesserung des Prothesenhalts. Die
früher in schwierigen Fällen übliche Anwendung gilt heute wegen besserer
Abdruckmethoden,
augmentativen Aufbauten,
Implantaten,
Haftcremes usw. als
obsolet.
Dies besonders deshalb, weil die nur punktuellen Kräfte des S. zu starken
Resorptionen (Saugerimpressionen bis hin zum Durchbruch des Gaumendaches) am
Kieferknochen führen.
Ohne dieses gummiartige Hilfsmittel kommt die sog. Saugkammer aus: es
wird in die Gaumenbasis einer OK-Vollprothese ein Hohlraum eingearbeitet,
welcher den Unterdruck erhöhen soll. Ebenfalls
obsolet,
da die Gaumenschleimhaut in diesen Hohlraum wuchern kann.
Saughaftung;
Halteelemente
(Vollprothese)
Säuglingsosteomyelitis
Zahnkeimosteomyelitis, engl.: osteomyelitis in infants;
hauptsächlich von Streptokokken ausgelöste Knochenmarkentzündung mit nicht
vollständig geklärtem Infektionsweg; auch isoliert am Oberkiefer mit
Sequestrierung von
Zahnkeimen auftretend; primär hämatogene Ausbreitung durch Keimeinschwemmung
aber auch durch kleine Verletzungen in der Mundhöhle möglich. Eine
antibiotische Therapie muss schnell begonnen werden, bevor sich Eiter als
Zeichen von Nekrosen entwickelt, welche dann zu einer
Zahnkeimschädigung/-verlust und Wachstumsstörungen mit Deformierungen des
Oberkiefers und Gesichtsasymetrien führen können.
Osteomyelitis
Saugspülung
spez. Form einer
Wurzelkanalspülung: mittels einer Doppelstromkanüle wird der
Wurzelkanal
gespült und die austretende Spülflüssigkeit mit derselben Kanüle gleichzeitig
abgesaugt
Saumepithel
"Verbindung" der Gingiva mit dem Zahn, Verbindungsepithel, engl.: dental or gingival epithelium; kragenförmige
Verwachsung des
Mundhöhlenepithels mit dem aus der
Zahnschmelzbildung
stammenden Epithelresten des Schmelzorgans. Während das sichtbare
Gingivaepithel (= äußeres oder orales Saumepithel)
verhornt, geht es am Zahnfleischrand in das innere Saumepithel
unter Bildung einer 1-2 mm tiefen Rille (Sulkus,
"Zahnfleischtasche")
über und bildet mit dem Zahn durch den sog.
Epithelansatz eine für den Körper "dichte" Verbindung (
dentogingivaler Verschluss), welche keine Mundhöhlenbakterien in das
Körperinnere eindringen lässt. Dabei sind die S.-Zellen über sog.
Hemidesmosomen (punktförmiger fester Haftkomplex) mit der dem
Zahn adhäsiv aufliegenden Basallamina verknüpft.
Bei Erkrankungen des
Zahnhalteapparates (
Parodontitis marginalis) erfolgt eine Umwandlung des S. in
das
Taschenepithel
dentogingivaler Verschluss,
Gingiva,
Gingivitis,
Parodontalbehandlung,
Sulkus,
Schmelzorgan,
Taschenboden,
Zahnfleischtasche |

Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates
|
Säure-Ätz-Technik,
SÄT;
Adhäsivtechnik
SBI
Sulkus-Blutungs-Index, engl.: sulcus bleeding index; 1971 von
Mühlemann vorgestellter
Index, der die
Sondierungsblutung (aus der
Zahnfleischtasche) in 6
Stufen unterteilt und zusätzlich die Schwellung und Rötung des
Zahnfleischs beurteilt. Der
modifizierte Sulkus-Blutungs-Index bestimmt nur die Taschenblutung mit JA
oder NEIN.
Folgende Grade werden definiert:
- Grad 0 = keine krankhaften Zustände: Keine
Entzündung, keine
Blutung bei Sondierung
- Grad 1 = keine sichtbaren Veränderungen
des
Zahnfleischs, diskrete
Blutung bei Sondierung
- Grad 2 = Rötung des Zahnfleischs, aber
(noch) keine Schwellung,
Blutung bei Sondierung
- Grad 3 = Rötung des Zahnfleischs und
leichtes Zahnfleischödem,
Blutung bei Sondierung
- Grad 4 = Farbveränderung der
Gingiva mit auffälliger
Schwellung, leicht produzierbare
Blutung bei Sondierung
- Grad 5 = deutliche Schwellung und
Farbveränderung des
Zahnfleischs, unter Umständen auch
Ulzerationen,
Mundgeruch, starke
Blutung bei Sondierung,
auch Spontanblutungen
1975 von Saxer und Mühlemann weiterentwickelt zum sog.
Papillen-Blutungs-Index
In jüngerer Zeit taucht in der Literatur vermehrt der "Interdentale
Blutungs-Index" IBI, engl.: (Eastman) interdental bleeding
index (EIB) auf. Die Messpunkte liegen hier in den Zahnzwischenräumen
(mesial
und
distal des Zahnes; gemessen
wird mit einem hölzernen
Interdentalkeil), mit dem Hintergrund, dass diese Bereiche von der normalen
Mundhygiene nur schwer zu
erfassen sind und dass an diesen Stellen viele
entzündliche Zahnfleischerkrankungen
ihren Ursprung haben.
BOP,
CPITN,
Gingiva-Index,
Index,
Papillenblutungsindex,
Periodontal Disease Index
Scaler
Schaber, engl.: do.; abgeleitet von dem engl. Ausdruck für einen
Fischschuppenentferner; hakenförmiges, dreikantiges Instrument zur Reinigung (
Scaling) der
Zahn(wurzel)oberfläche.
Hirschfeld
Feile,
Parodontitis,
Scaling,
Ultraschallgeräte,
Zerfing
Meißel
Scaling
"Abkratzen", "Abschaben", wesentlicher Bestandteil einer
Kürettage, engl: do.; Reinigung der Zahnoberfläche (vorwiegend der
freiliegenden Wurzeloberfläche in der
Zahnfleischtasche)
von Belägen,
Biofilm,
Plaque,
Konkrementen und
Zahnstein im Rahmen
einer
Parodontalbehandlung,
meist mit speziell geformten und geschärften Handinstrumenten (Scalern,
Tomkinsfeilen), in den letzten Jahren vermehrt auch mit Geräten auf
Ultraschallbasis.
Im Anschluss daran erfolgt in der Regel eine
Glättung der Wurzeloberfläche
Deep Scaling,
Full Mouth Desinfection,
Kürettage,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Oraqix,
Parodontalbehandlung,
Parodontitis,
Scaler,
Ultraschallgeräte,
Zahnsteinentfernung. |

|
SCANORA ®
Scanora-Schichtgerät; von der finnischen
entwickeltes
Röntgengerät, das neben der klassischen
Panoramaschicht über diverse Zusatzprogramme zur Darstellung des gesamten
Gesichtsschädels verfügt ("Spiral-Tomographie"). Dadurch sind
transversale Schichtaufnahmen (TSA) möglich, die vorher nur mit großen
klassischen Schichtgeräten angefertigt werden konnten. Inzwischen (2009) durch
die Geräte
CRANEX®
u. SCANORA® 3D ersetzt.
Tomographie,
Transversale Schichtaufnahme
Schachtelbiss
engl.: interlocking bite; Bezeichnung für den
genetisch vorgegeben oder während der Embryonalentwicklung entstanden
Deckbiss nach
Angle,
Klasse II,2. Wenn im Oberkiefer des Neugeborenen kein
inzisales Plateau, sondern nur eine Kante besteht, so ist der Unterkiefer
hinter dieser Kante vom Oberkiefer bedeckt.
Interinzisalwinkel,
Steilbiss
Schädelbasislänge,
hintere (SBa); Strecke zwischen
Nasion u.
Basion
Schädelbasiswinkel;
Sattelwinkel
Schadenersatz, engl.: damages;
Behandlungsfehler,
Haftung
Schaftlochbohrer
engl.: hollow drill ?, dem
Trepanbohrer ähnliches, genormtes Fräsinstrument mit einer Längenmarkierung
und Innnenkühlung zur Schaffung eines
Implantatbetts (sog. "Schaftlochfräsung");
Explantationsbohrer,
Trepanbohrer,
Versenkbohrer
Schalenzahn
Muschelzahn, Schalenzähne, engl.: shell tooth (teeth);
bei der
Dentinogenesis imperfecta auftretende Zahnfehlbildung mit weitem
Pulpencavum, unvollendeter Wurzelbildung und großem
Foramen
apicale
Schaltlücke, engl.: interdental
space; Zahnlücke, welche beiderseits durch natürliche (eigene) Zähne
begrenzt ist.
Abb. unter
Schaltprothese;
Freiendlücke,
Wild-Klassen
Schaltsattel, engl.: interdental saddle;
Prothesensattel in einer
Schaltlücke,
Abb. unter Schaltprothese;
Freiendsattel
Scharlach
durch hämolysierende
Streptokokken
verursachte akute Kinder-Infektionskrankheit. Die durch Tröpfcheninfektion
übertragene Krankheit äußert sich u.a. im Mund-Rachenraum durch einen tiefroten
Rachen mit geschwollenen Gaumenmandeln (Scharlach-Angina), worauf später
fleckige weißliche Beläge auftreten. Die submandibulären
Lymphknoten
sind angeschwollen, es treten teils erhebliche Schluckbeschwerden auf. Nach
Ablösen der zunächst weißlichen Beläge auf der Zunge erscheint diese glänzend
rot mit stark sichtbaren
Geschmacksknospen;
es zeigt sich das Bild der
Erdbeer- oder
Himbeerzunge.
Scharnierachse
Drehpunkt der
Kiefergelenke,
Interkondylarachse, Rotationsachse, engl.: hinge axis,
intercondylar axis; virtuelle Achse, um welche sich die
Gelenkköpfe des Unterkiefers bei dessen Öffnung und Schließung drehen (=
Rotationsbewegung, Scharnierbewegung); dem Unterkiefer
zugeordnete, ortsfeste Drehachse bei Öffnungs- und Schließbewegung des
Unterkiefers. Wegen der Besonderheiten des
Kiefergelenks (Dreh- und Gleitbewegung, sog "Kombinationsgelenk" ist
die S. messtechnisch sehr schwer einzuordnen und zu ermitteln -
so wird kaum ein anderer Messpunkt in der Literatur so verschieden
angegeben. Eine kombinierte Röntgen-Schablonen-Technik liefert zwar eine
gute Lage der S., ist aber technisch sehr aufwendig.
Befindet sich der
Unterkiefer im geschlossenen Zustand in einer rückwärtigen Position,
so erfolgt für die ersten 20 mm der
Mundöffnung aus der sog.
Zentrik heraus
vorwiegend eine Drehbewegung um die S.; bei weiterer Öffnung
kommt verstärkt eine zusätzlich Gleitbewegung hinzu
(Kombinationsöffnung). Die normale Mundöffnung beträgt bei Frauen
zirka 45 mm, bei Männern etwa 50 mm.
Man kann die S. mit Hilfe eines sog.
Übertragungsbogens am Patienten ermitteln und diese Werte beim
Einsetzen der ausgegossenen
Abdruckmodelle in
einen
Artikulator zur
individuellen
Rekonstruktion der
Kiefergelenkssituation zugrunde legen.
Je nach Bestimmung der S. wird unter schieden in:
-
arbiträre
Scharnierachse , engl.:
arbitrary hinge axis
durch mittelwertig bestimmte Bezugspunkte angenäherte Achse
- horizontale Scharnierachse,
engl.: transverserse horizontal (hinge) axis
virtuelle (horizontale) Drehachse, um welche sich die
Kiefergelenksköpfchen (Kondylen) beim Öffnen und Schließen drehen
- terminale Scharnierachse , engl.:
terminal hinge axis
in erzwungener Rückwertsstellung des Unterkiefers ("Retrallage")
bestimmte Drehachse. Der Begriff gilt heute als veraltet und wird
dem Ausdruck "zentrische Scharnierachse" gleichgesetzt. Die Abk.
TSR steht für "terminale Scharnierachsenrelation"
- zentrische Scharnierachse , engl.:
centric hinge axis
in zentrierter Stellung der Kieferköpfchen in der Gelenkgrube
ermittelte Achse bei rein rotatorischen Öffnungs- und
Schließbewegungen
Die Scharnierachsenbahn (engl.: path
of the hinge axis) beschreibt eine dreidimensionale Bewegung der
S. im schädelbezogenen Koordinatensystem.
Der Scharnierachsenpunkt ist der gedachte
Durchtrittspunkt der Rotationsachse des Kiefergelenkes durch die Haut.
Achspunkt,
arbiträr,
Arthrographie,
Bennet-Bewegung,
Biss,
Gelenkbahn,
Kiefergelenk,
Kondylenachse, Kondylenbahnwinkel,
Okkludator,
Öffnungskurve,
Protrusionsbahn,
Übertragungsbogen,
Translation,
Unterkieferbewegung,
Zentrik. |


Unterschied zwischen S. und
Kondylenachse

Bonwill-Dreieck
(Kieferdreieck) |
Scharnierschiene,
Kappenschiene
Schatten; in der Medizin gebr. Abk. für
eine
Verschattung
(= helle Bezirke, z.B. durch Metall bedingt) auf dem Negativ-Röntgenbild
Schaufel
1.) südd. Ausdruck für die
mittleren
oberen
Schneidezähne,
besonders dann, wenn diese im Verhältnis zu den seitlichen
Schneidezähnen überproportional groß sind.
2.) Schaufelzahn, Schaufelzähne, engl.: shovel-shaped
incisor(s); mongolisches Rassemerkmal, welches bei Chinesen,
Eskimos-Aleuten und der Urbevölkerung Nordamerikas vorkommt und auf eine
gemeinsame Abstammung hinweist. Diese Zähne zeigen ein ausgeprägtes
palatinales (zum Gaumen hin) Relief mir ausgeprägten
Randleisten, welches an eine Schaufel erinnert.
|

|
Scheibenschliffpräparation
Scheibenschnittpräparation, engl.: slice-cut preparation;
Abschrägung einer
approximalen
Präparation mittels diamantierter Scheiben bei einer
Gussfüllung im Sinne einer
Schmelzanschrägung. Dabei wird weitestgehend auf die sonst übliche
Kastenpräparation verzichtet. Aus
Retentionsgründen
ist ein
okklusaler
Schwalbenschwanz
erforderlich. Nicht anwendbar bei Keramikrestaurationen. Häufig nicht eindeutig
definierte Präparationsgrenze.
Abschrägung,
bevel enamel,
Präparation,
Scheibenschutz
Scheibenschutz
Scheibenschützer, engl.: disc protection; spezielle,
metallische Schutzvorrichtung am Hand- und
Winkelstück zum Schutz der Weichteile
(Zunge, Wange) beim
Präparieren mit scheibenartigen
Instrumenten (z.B. einer Diamantscheibe; s. Abb.) |

|
Scheinarznei,
Placebo
Scherbchen,
Scherbe, veraltete Bez. für einen
Zahnkeim
Zahnscherbchen
Scherbencobalt,
Arsenum metallicum, Fliegenstein, "schwarzes Arsenik", das
in der Natur vorkommende metallische Arsen
Arsenik
Scherenbiss
Psalidontie, Psalidodontie engl.: scissors-bite; Überbiss
der oberen Schneidezähne von mehr als einem Drittel über die unteren beim
Abbeißen. Gilt als "normal" bei europäischen Rassen. Kann bei stärkerer
Ausprägung in einen
Tiefbiss übergehen.
Biss
Scheu Klammer;
Bonyhárd-Klammer
Schichtaufnahme
Schichtaufnahmeverfahren, Röntgenschichtaufnahme, engl.:
tomogram; Bezeichnung für eine Röntgenaufnahmetechnik, welche einzelne,
verschieden "tiefe" Schichten eines Körperteils darstellt (sog. Planigraphie).
Im Gegensatz zur "normalen" Röntgentechnik, bei welcher alle dreidimensionalen
Strukturen zweidimensional auf eine Filmebene projiziert dargestellt werden
(sog. "Überlagerungsaufnahme";
Summationseffekt), werden durch die Computertomographie (CT) und die
Verwischungstomographie weitere Strukturen wiedergegeben oder größere Gebiete
auf einem Film dargestellt. Dabei wird der Untersuchungsbereich in
Querschnittbildern aufgenommen. Daraus erstellt z.B. der Rechner bei der CT
zwei- oder dreidimensionale Bilder des gesamten Aufnahmebereiches.
In der
ZHK wird hauptsächlich die Rotationstomographie -
Panoramaschichtaufnahme - angewandt.
Statt
Röntgenstrahlen werden bei der
Kernspinresonanz-Tomographie Magnetfelder eingesetzt.
bildgebende Verfahren,
Transversale Schichtaufnahme,
Tomographie,
Zonographie
Schichttechnik,
Schichtverfahren, "Schichten"; engl.: laminating;
Sandwichtechnik
Schiedsverfahren
Schiedsamt-Verfahren (§
89 SGB V), Schiedsamt, engl.:
arbitration proceedings; Möglichkeit eines flexiblen und zeitsparenden
Interessensausgleichs zwischen den Vertragspartnern im
gesetzlichen Gesundheitswesen
um einen vertragslosen Zustand zu vermeiden. So heißt es in §89, 1 des
SGB V: "Kommt ein Vertrag über die vertragsärztliche Versorgung ganz oder
teilweise nicht zustande, setzt das Schiedsamt mit der Mehrheit seiner
Mitglieder innerhalb von drei Monaten den Vertragsinhalt fest. .... Kommt bis
zum Ablauf eines Vertrages ein neuer Vertrag nicht zustande, setzt das
Schiedsamt mit der Mehrheit seiner Mitglieder innerhalb von drei Monaten dessen
Inhalt fest."
Derartige Verfahren werden vor Schiedsämtern geführt, die paritätisch mit
Vertretern der (Zahn-)Ärzte und Krankenkassen sowie drei unparteiischen
Mitgliedern besetzt sind. Schiedsämter werden auf Landesebene und auf
Bundesebene gebildet. Die Schiedsämter können die gesamten Vertragsinhalte
festsetzen, insofern haben sie die Befugnisse der Vertragsparteien. Sie
unterstehen der Aufsicht der Länder, die Bundesschiedsämter der Aufsicht des
Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung.
Die Klage gegen die Festsetzung eines Schiedsamts hat keine aufschiebende
Wirkung.
Sozialgesetzbuch
Schiefe Ebene;
engl.: inclined plane;
Rückbissplatte
Schiene
Schienung, engl.: splint, splinting; Oberbegriff für versch.
Hilfsmittel und Maßnahmen; in der Regel im bezahnten Kiefer. Als Materialien kommen in
neuerer Zeit besonders Kunststoffe als Schienenmaterial zum Einsatz, während
Drähte und gegossene Metallkonstruktionen immer mehr historische Bedeutung
haben:
adjustiert,
Aufbiss-Schiene,
Kappenschiene,
Kieferbruch,
Miniplast-Schiene,
Parodontalschiene,
Repositionierungsschiene,
Sandwichschiene.
Schiene nach Gelb,
Gelbsche Schiene, engl.: Gelb's splint;
Gelbschiene
Schizodontie;
Gemination
Schizoprosopie, engl.: schizoprosopia;
Gesichtsspalte
Schlafapnoe,
schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS), engl.:
sleep apnea;
Apnoe
Schlagpolierer
engl.: ?; Polierinstrument in Form und Wirkung eines stumpfen Bohrers
(statt scharfer Schneiden abgerundete Erhebungen) zur Verbesserung der
Randdichte einer Metallfüllung (Gold, Amalgam) indem das Metall kalt
verformt wird. Einsatz nur bei weichen Legierungen effektiv (Anrotieren
von
Gussfüllungen); früher zum "Vernieten" von
Langstiftfacetten
("Nietrad", "Niethammer"; s. Abb.) eingesetzt.
aktives Zementieren,
anfinieren,
Brünieren,
Politur |

|
Schlampp-Schiene; ein an die
Zahnreihe(n) angepasster, durchlöcherter Doppel-T-Profildraht dient zur
Versorgung von
Kieferbrüchen
mittels
Ligaturen
Schleifen
engl.: grinding;
1.) Abtragung von Zahnhartsubstanz im Rahmen einer
Präparation mittels
rotierender Instrumente; laienhaft als "(Ab-)Schleifen"
bezeichnet
2.) Abtragung oberflächlicher Substanzen mittels Schleifkörpern zur
Ausformung bzw. Glättung eines "in groben Zügen" fertigen Werkstücks; auch um
das Werkstück für weitergehende Oberflächenbehandlungen vorzubereiten. Die dafür
eingesetzten (körnigen)
Schleifmittel
hinterlassen - je nach Korngröße - mehr oder weniger raue bis hin zu glatten
Oberflächen und werden nacheinander in absteigender Reihenfolge der Korngröße
eingesetzt.
Bohren,
Mikroabrasion,
Politur
Schleifmittel
engl.: abrasive (substance); meist in Schleifkörpern (sog.
"Steinchen") gebundene (aufgeklebt, eingebettet)
körnerartige Materialien. Unterscheidung in
natürliche Kornwerkstoffe wie
Diamant,
Korund, Schmirgel, Granat und
synthetische Kornwerkstoffe wie
Korund, Siliziumkarbide, Bornitrid,
Diamant.
Allen gemein ist die Eigenschaft, dass sie stets (deutlich) weiter oben auf der
Härteskala stehen müssen als das zu bearbeitende Stück, damit letzteres
Span-abhebend bearbeitet werden kann.
In der
ZHK
kommen meist folgende Stoffe zum Einsatz:
-
Diamant
Diamantstaub (natürlich o. synthetisch) in unterschiedlicher
Körnungsgröße wird auf galvanischem Wege oder in keramischen Bindemitteln
auf die Oberfläche von Schleifkörpern (auch auf die Backen von speziellen
Zahnzangen) gebracht
-
Karbide
vor allem in Form von Siliciumcarbid;
Karborund
-
Korund
Aluminiumoxid;
Korund
- Quarz
in Form des
Arkansassteins oder geklebt als Sandpapier
Schleiftrauma; engl.: grind trauma;
Präparationstrauma
Schleim
Mucus, engl.: mucus o. mucilage; basische, zähe,
schlüpfrige, farblose Absonderung der Schleimdrüsen oder schleimbildender
Epithelzellen mit
Muzin als
Hauptbestandteil. Bei allen katarrhalischen Entzündungen ist die Schleimbildung
als Abwehrmaßnahme des Organismus vermehrt. Weiter dient eine Schleimbildung zur
Lösung von Fremdpartikeln.
Mukosa,
Muzin,
Speichel,
Speichelmenge.
Schleimhaut
Mukosa , Tunica mucosa; engl.: mucosa; Schleim absondernde
innere Auskleidung von (Hohl-)Organen, z.B. der
Mundhöhle.
Katarrh,
Mukosa
Schleimhautanästhesie,
Oberflächenanästhesie
Schleimhautanker
nach Dr. Engels, engl.: Engel's mucosal anchor; wenig
angewandtes Pseudoimplantat bei älteren, nicht mehr operierbaren
Patienten zur Haftverbesserung anstelle von
Haftcreme. Die
S. bestehen aus hochreiner Aluminiumoxid-Keramik. Sie werden nicht
im Knochen (enossal), sondern ohne einen aufwendigen Eingriff direkt in
der
Mundschleimhaut verankert. Nach Angaben Dr. Engels besteht eine
feste Verbindung mit dem Zahnersatz. Auch ein nachträglicher Einbau in
einen vorhandenen Zahnersatz ist prinzipiell möglich.
Kurzimplantate
|
Schleimhautbrennen
engl.: mucosal irritation (mucopyrosis); Missempfindungen, die als
brennendes, wundes Gefühl, als Kribbeln, Jucken, mitunter auch als stechender
Schmerz, verbunden mit Störungen des
Geschmacks
und der
Speichelbildung auftreten. Ursache sind meist schwer zu erkennende
allergische Prozesse durch Medikamente, herausnehmbaren Zahnersatz (
Restmonomer), Nahrungsmittel; daneben auch als Begleitsymptom z.B. bei
Diabetes, Eisenmangelanämie, Vitaminmangel u.
Xerostomie
Prothesenunverträglichkeit,
Zungenbrennen
schleimhautgelagert
schleimhautgetragen (Prothese),
engl.: tissue- or mucosa-borne (prosthesis); Ausdruck
gebräuchlich für Prothesen, welche keine
Abstützung
an den eigenen Zähnen (
Prothese, abgestützte) erfahren. Z.B. ist eine
Vollprothese rein "schleimhautgetragen"
Abstützung,
senkbare
Prothese
Schleimhautkapuze, Schleimhautkappe, engl.: mucosal
hood;
Kapuze
Schleimhautpapel,
Schleimhautknötchen, "Schleimhautwarze", engl.: mucous patch;
derbe, feste Erhebungen von etwa linsengröße
Schleimhautperiostlappen,
Mukoperiostlappen
Schleimhautprobe
Schleimhauttest, engl.: mucosa test; direktes Aufbringen von
verdächtigen
Allergenen (Legierungen,
Kunststoffe) direkt auf die
Schleimhaut.
Allergietestung
Schleimhautresilienz,
engl: epithelial resilience;
Resilienz
Schleimhauttransplantat
Gingivatransplantat, subepitheliales
Bindegewebstransplantat (SBT), engl.: mucosa membrane
transplant; (mikro-)chirurgisches Verfahren vorwiegend in der
Parodontologie zur
Bedeckung frei liegender Zahnwurzelabschnitte (
Gingivarezessionen).
Mit einem speziellen "Schleimhauthobel" (Mukotom,
Abbildung) wird aus der Gaumen- oder Wangenschleimhaut ein dünnes Stück
(< 1mm Dicke)
Mukosa entsprechender Größe entnommen und damit der Defekt abgedeckt
(=
autologes, freies Bindegewebstransplantat,
"freies Schleimhauttransplantat",
Thiersch Lappen). Das Transplantat wird an seiner Zielstelle fixiert
(z.B. mit
Gewebeklebern o.
feinen
Nähten) und nach
einigen Tagen von Epithelzellen aus der Nachbarschaft besiedelt und
schließlich ganz davon bedeckt. Es entsteht so eine neue, feste
Gingiva mit nur
unwesentlichen Farbunterschiede zum benachbarten Zahnfleisch. Die
Heilungsaussichten und die Dauerhaftigkeit dieses Verfahrens werden
unterschiedlich beurteilt, wobei in jüngster Zeit die positiven
Ergebnisse überwiegen. Dies aber nur bei konsequenter Beseitigung der
ursprünglichen Störfaktoren (falsches Zähneputzen, Überbelastung,
Schleimhautbänder), da sonst das Ergebnis kaum Bestand hat.
Bei größeren Transplantationen (z.B.
Mundvorhofplastik) kommen auch gestielte Schleimhautransplantate
zum Einsatz.
Bindegewebstransplantat,
Gingiva,
Lappenoperation,
Miller-Klassen,
Rezession,
Tissue Engineering,
überempfindliche Zahnhälse |

|
Schleimzyste, Schleimhautzyste,
Mukozele,
Zyste
Schließmuskeln, engl.: constrictors;
Kaumuskulatur
Schlittenartikulation
Gleitbiss , engl.: flat teeth articulation?; gleichmäßiger, fast
vollständiger flächiger Kontakt der
Kauflächen von Ober- und Unterkiefer beim dynamischen Zusammenbiss (Artikulation,
Okklusion) als Ausdruck einer vollständigen
Abrasion der
Höcker und einem Fehlen der
Grübchen.
Artikulation,
Gleitbahn
Schlotterkamm
fibröse Knochenresorption, engl.: flabby ridge; im zahnlosen
Kiefer (speziell Oberkiefer) meist durch schlecht sitzende (dem Kieferkamm nicht
exakt anliegende)
Vollprothesen auftretender Ab- und Umbau des knöchernen Kieferkammes (Alveolarfortsatz)
in eine verschiebbare ("schlotternde") bindegewebige Form mit stark
individueller
Prädisposition. Die abnorme Beweglichkeit wird auch als Flottieren
bezeichnet. Dieses Krankheitsbild kann durch eine spätere exakte Anpassung der
Prothese (z.B.
Unterfütterung) nicht mehr rückgängig gemacht werden, sondern muss in der
Regel
operativ (Keilexzision,
augmentatives
Einbringen von
Knochenersatzmaterialien,
Vestibulumplastik) beseitigt werden. Prophylaktisch ist eine regelmäßige
Kontrolle des Zahnersatzes auf richtigen Sitz (
Unterfütterung)erforderlich.
Alveolarkammplastik,
präprothetische Chirurgie
Schluckabdruck
Schluckabformung nach Hromatka, engl.: (Hromatka's) swallowing
impression (technique);
Funktionsabformung im zahnlosen Unterkiefer zur Einbeziehung sonst nicht
abformbarer, dorsaler Partien (Unterzungenraum) als zusätzliche Halteflächen
einer
Unterkiefervollprothese. Als Abdruckmaterial nahm Hromatka
Abdruckgips; heute nur noch wenig gebräuchlich, da eine derartige Ausdehnung
der
Unterkiefervollprothese von den Patienten selten toleriert wird.
Schluckakt
Schluckfunktion, Schluckvorgang, Devoratio, engl.:
deglutition, swallowing; durch den
Schluckreflex ausgelöster Ablauf der
Beförderung von (zerkleinerter) Nahrung aus der Mundhöhle in die Speiseröhre und
den Magen; Unterteilung in eine orale (Mund), pharyngeale (Rachen) und
ösophageale (Speiseröhre) Phase. Während der
Kauakt noch rein willkürlich erfolgt, ist die Nahrungsbeförderung selbst
teilweise (Mundphase) oder
vollständig reflektorisch
gesteuert. Am gesamten S. sind 26 Muskelpaare - in Koordination -
beteiligt.
Dysphagie,
Kauakt,
Schluckmuster,
Veitstanz
Schluckauf
Hicksen, Singultus, engl.: hiccup; plötzliches, nicht
bewusst gesteuertes, serien- und krampfartiges Zusammenziehen des Zwerchfells
(trennt Brusthöhle und Bauchhöhle voneinander) bei gleichzeitigem Verschluss der
Stimmritze. Dadurch wird das Einströmen der Luft unterbunden und es entstehen
die typischen Schluckauf-Laute ("Hicksen"). Dabei kann die Frequenz pro Minute
zwischen einigen bis zu hundert Anfällen liegen. Selbst Ungeborene im Mutterleib
haben S., lange bevor eine Atembewegung einsetzt. Früheren Theorien
zufolge bereiten Schluckaufbewegungen des Ungeborenen die Atemmuskulatur auf das
spätere Atmen vor. Nach einer anderen Erklärung verhindert der S., dass
Fruchtwasser in die Lungen des Fötus gelangt.
Die Ursachen sind individuell versch. und reichen über
Stress, plötzlichen
Temperaturwechsel, sehr kalte oder heiße Speisen und Getränke, alkoholische
Getränke, Magenblähungen, überreichliche Mahlzeiten, hastiges Essen und Trinken
oder Rauchen bis hin zu ernsthaften körperlichen Erkrankungen.
Die Frage nach dem Sinn von Schluckauf beschäftigt die Wissenschaftler
schon sehr lange. Er scheint einfach keinen Sinn zu erfüllen. Zwei Theorien, die
bislang diskutiert wurden, können einer intensiveren Prüfung aber nicht Stand
halten. Eine Annahme besagt, dass das ungeborene Kind dadurch sein Zwerchfell
und seine Atemhilfsmuskulatur trainiert. Eine andere besagt, dass so ein
Eindringen von Fruchtwasser in die Lunge verhindert wird. Wenn dem so wäre, so
die Kritiker dieser Theorie, dann wäre eine hustenartige Reaktion nahe
liegender. Französische Wissenschaftler kommen nun mit einer neuen interessanten
Hypothese: Sie führen das Hicksen auf eine Zeit zurück, in der sich das Leben
seinen Weg aus dem Meer ans Land bahnte. Einige dieser urtümlichen Kreaturen
existieren noch heute. Lungenfische, die sowohl zur Lungen- als auch zur
Kiemenatmung fähig sind. In aquatischem Lebensraum wird Wasser an den Kiemen
vorbeigeführt und gleichzeitig durch Schließen der Glottis die Lunge vor
eindringender Flüssigkeit geschützt. Eine Forschergruppe um Christian Straus von
dem Pitie-Saltpetriere Hospital in Paris ist der Ansicht, dass die Hirnareale,
die bei diesem frühen Lebewesen die Kiemenatmung koordiniert haben, bei höheren
Lebewesen erhalten geblieben sind. Die Parallelen sind ihrer Meinung nach
frappierend. Beim S. kontrahieren sich das Zwerchfell und die
Atemhilfsmuskulatur, die Glottis schließt die Luftröhre ab und erzeugt so das
charakteristische Hicksen. Doch es muss einen Grund geben, warum sich diese
Verhaltensweise, nachdem wir endgültig dem Wasser entstiegen sind, über 370
Millionen Jahre erhalten hat. Straus nimmt an, dass Säugetiere den Ablauf
beibehalten haben und so das Saugen erlernten. Die Vorgänge während eines
Schluckaufs und während des Saugens sind annähernd die gleichen. Allan Pack von
der Universität in Pennsylvania ist der Ansicht, dass es sich hierbei um eine
plausible Annahme handelt. Doch er gibt auch zu bedenken, dass "es sehr schwer
sein wird, diese Theorie auch zu beweisen." Dazu wäre beispielsweise ein
Vergleich derjenigen Hirnregionen notwendig, die den Schluckauf bzw. das Saugen
kontrollieren.
Zur Behandlung des Schluckaufs, schreibt
MedAustria 2003:
Therapeutische Probleme ergeben sich bei persistierendem (bis zu 1 Monat) und
hartnäckigem S.. Die Pharmakotherapie stützt sich auf Substanzen wie
Omeprazol, Cisaprid, Baclofen oder Gabapentin.
Wird eine Störung im Verdauungstrakt vermutet, können Protonenpumpenhemmer wie
Omeprazol (Losec®, Antra®) eingesetzt werden. Auch Cisaprid (Prepulsid®) und
Metoclopramid (Paspertin®) können zur Anwendung kommen. Die Verringerung der
Magensäureproduktion und die Erleichterung der Magenentleerung sollen den
afferenten Reiz von der Peripherie zum "Schluckaufzentrum" unterdrücken.
Bei S. mit zentralnervöser Ursache wird das zentrale Muskelrelaxans
Baclofen (Lioresal®) oder das Antiepileptikum Gabapentin (Neurontin®)
eingesetzt. Beide sollen die Erregbarkeit verringern und die Auslösbarkeit des
Schluckaufreflexes unterdrücken.
S. ohne bekannte Ursache wird zunächst mit Omeprazol behandelt. Bei
Therapieversagen wird mit Baclofen und bei Bedarf zusätzlich mit Gabapentin
kombiniert.
Schluckmuster
engl.: swallowing pattern; altersabhängiges Verhalten der
Zunge beim
Schluckvorgang:
Unreifes Schluckmuster:
- 0-6 Monate; Schlucken kombiniert mit Rückbewegung der Zunge
Viszerales Schlucken:
- 6-8 Monate; „Zungenstoß-Schlucken“
Somatisches Schlucken:
- ab 9 Monate (bis etwa 2 Jahre ausgereift); Zungenspitze am vorderen
Gaumenrand
Kommt es zu Störungen im Übergang vom viszeralen zum somatischen Schlucken oder
treten abnormale Zungenlagen auf, so bilden sich falsche (pathologische) S.
aus, welche u.a. zu einem
Offenen Biss
führen
Schluckreflex
engl.: swallowing reflex; überwiegend automatisch ablaufender Vorgang:
Der durch die Zunge rachenwärts gedrückte Speisebrei (Bolus)
löst beim Berühren der Gaumenbögen und der hinteren Rachenwand ein Anspannen des
Mundbodens , ein Heben des Gaumensegels und des Kehlkopfdeckels aus. Hierdurch
kommt es zu einem Verschluss des Kehlkopfs (dieser wird nach vorn-oben gezogen,
wodurch sich der Deckel schließt) und zu einer Abdichtung des
Nasen-Rachen-Raums (der Muskulus constrictor pharyngis superior bildet den sog.
Passavant-Ringwulst und dieser dichtet zusammen mit der Zunge den Weg zur
Nase ab). Durch ein Anspannen der "Schlundschnürer" (Muskulus constrictor
pharyngis) und die Peristaltik der Speiseröhre gelangt der
Bolus
in den Magen.
Kehlkopfreflex,
Schluckakt
Schlüsselschiene
okklusale, engl.: occlusal splint for the transmission, fixation and control
of planned bite relations in progenia operations; bei
Progenieoperationen verwendete sog. Zielschiene zum exakten Fixieren
der durchtrennten Kieferteile und zum Einstellen einer vor der Operation
festgelegten späteren
Okklusion.
Schlussbiss
Schlussokklusion, Schlussbisslage, engl.: terminal occlusion,
hinge position; nicht mehr gebräuchlicher Begriff für die Berührung der
Zahnreihen beim Kieferschluss in
maximaler Interkuspidation. Heute durch die Begriffe "habituelle
Interkuspidation" oder "habituelle
Okklusion"
ersetzt
Zentrik
Schmelz
Zahnschmelz, Enamel, Substantia adamantina, ungbräuchlich: Ektodontium ,
engl.: enamel, adamantine layer, äußere Hartsubstanz und formgebendes
Material der anatomischen
Zahnkrone. Zu 97 % aus
Hydroxylapatit
bestehend, ist er die härteste Körpersubstanz. Über dem S. befindet sich
das
Schmelzoberhäutchen.
Schmelz ist aus annähernd radiären Schmelzprismen aufgebaut (Ausnahme
prismenloser S.:
Milchzähne, Gebiet der
Schmelz-Zementgrenze):
Hunter-Schregersche Streifen: Prismen sind zu Büscheln verflochten und
ihr Verlauf ist
senkrecht zur Schmelz-Dentingrenze
Retzius-Streifen:
Wachstumslinien, parallel zur Zahnoberfläche
Perikymatien enden auf Schmelzoberfläche und bilden parallel zur
Schneidekante verlaufende Erhebungen
Die kritische Grenze für die
Kariesentstehung
liegt für S. bei
pH 5,5–5,7 und
Dentin bei
pH 6,3–6,5 - S.
ist somit widerstandsfähiger als Dentin.
Ameloblasten,
Geburtslinie,
Imbrikationslinien,
Odontium,
Retzius-Streifen,
Schmelzdatierungstechnik,
Schmelzperle,
Schmelzorgan,
Zahn,
Zahnoberfläche |

|
Schmelzabschrägung, Schmelzanschrägung ;
Abschrägung
Schmelzaplasie, das
Fehlen von
Schmelz;
Amelogenesis imperfecta,
Schmelzdysplasie,
Zahnhartsubstanzdefekte
Schmelzätzung,
Schmelzätztechnik,
Adhäsivtechnik
Schmelzdatierungstechnik
engl.: enamel dating method; auf der Radiocarbon-Methode (C-14-Methode)
beruhende, relativ genaue und junge Untersuchungsmethode zur Bestimmung des
Alters von Zähnen und dadurch auch indirekt Bestimmung des Alters des
betreffenden Individuums. Radiocarbon (C-14) entsteht natürlicherweise durch
kosmische Strahlung und kommt in der gesamten Atmosphäre vor; vom Menschen wird
es über die Nahrungskette aufgenommen und entsprechend eingebaut. So lassen sich
beispw. anhand des
Zahnschmelzes nach großen Katastrophen genaue Aussagen über das Alter der
Opfer zum Todeszeitpunkt treffen. Zahnschmelz selbst ist nur noch wenig am
Stoffwechsel beteiligt und speichert dauerhaft den atmosphärischen
Radiocarbonwert während der Schmelzentstehung. Zieht man in die Untersuchung
mehrere, unterschiedlich durchbrechende Zähne ein, so lassen sich sehr exakte
Werte erzielen.
Mit bisherige Techniken, die Skelettüberreste oder die Abnutzung vorhandener
Zähne als Indikator nehmen, lassen sich höchstens Genauigkeiten von 5 - 10
Jahren bei Erwachsenen bestimmen. Die neue Methode soll Aussagen mit einer
Präzision von ca. 1,6 Jahren zulassen.
TCA,
Schmelz,
Zahn
Schmelzerosion;
engl.: eroded enamel,
Erosions-bedingte Zahnschäden
Schmelzflecken, engl.: spotted enamel, enamel stains, enamel opacity;
Fluorose,
Schmelzhypoplasie,
Zahnhartsubstanzdefekte
Schmelzfluorose, Dentalfluorose, engl.: enamel fluorosis;
Fluorose
Schmelzhärtung,
engl.: enamel curing;
Apatit,
Fluoride,
Hydroxylapatit
Schmelzfraktur,
Schmelzinfraktur, engl.: enamel (in)fraction;
Zahnfraktur
Schmelzhaftung,
Adhäsivtechnik
Schmelzhypoplasie
Schmelzfehlbildung, Schmelzdysplasie, engl.: enamel hypoplasia;
bedingt durch Verkalkungsstörungen während der
Mineralisationsphase
von Zähnen fallen diese besonders kosmetisch auf durch Flecken,
Opazitäten,
Rillen, Furchen usw. und einer erhöhten
Kariesanfälligkeit.
Selten genetisch bedingt (
Amelogenesis imperfecta,
Zahnhartsubstanzdefekte), meist erworben durch äußere
Störungen (z.B.
vereiterte Milchzähne,
Zahnunfälle im
Milchzahngebiss,
Medikamente,
Fluoridüberdosierungen,
Tetrazykline,
allgemeine Infektionen (Rachitis, Röteln, Lues,
Salmonelleninfektion) oder systemische Erkrankungen
(Stoffwechselstörungen, hormonale Krankheiten)). Häufig ist
die eigentliche Ursache nicht mehr feststellbar, aufgrund der
Mineralisationszeiten aber relativ genau der Zeitpunkt der
Schädigung festzustellen. Die
Prävalenz von S. wird in der Literatur stark schwankend
zwischen 3 u. 78 % angegeben, wobei als Ursache meist chronische
Fluorid-Überdosierungen (
Fluorose) angegeben werden.
Down-Syndrom,
Fournier Zähne,
Hypoplasie,
Rachitis,
Turner Zahn,
Zahnentwicklungsstörungen,
Zahnhartsubstanzdefekte |

Kreidige Schmelz-flecken an den
Schneidezähnen

stärker ausgeprägte
Fluorose mit versch. Stadien
|


infektiös bedingte S.
|
Schmelzkaries, Schmelzläsion ; engl.:
enamel caries;
Karies in einem Stadium, in welchem das
Dentin noch nicht befallen ist; sichtbar in der Regel als
kreidig-weißer oder brauner Fleck
Initialkaries
Schmelzkolben Schmelzspindeln, an
der
Schmelz-Dentingrenze
anzutreffende anzutreffende Dentinkanälchen, welche in den Schmelz
hineinragen.
Schmelzmatrix-Protein, (SMP) ,
Emdogain
Schmelzmeißel;
engl.: enamel cleaver;
Gingivalrandschräger
Schmelzoberhäutchen
Zahnoberhäutchen, Cuticula dentalis oder enameli, engl.: enamel cuticle,
Nasmyth's membrane; unterteilt in: organisches primäres S. an der
Oberfläche frisch durchgebrochener Zähne als Reste der schmelzbildenden
Zellen (
Adamantoblasten). Wird
in der Mundhöhle durch
Abrasion rasch zerstört
und durch das sekundäres oder erworbenes S. , engl.: acquired
enamel cuticle; ersetzt , welches als
Pellicle
bezeichnet wird.
Cuticula
Schmelzorgan
Schmelzglocke, engl.: enamel organ; aus den Schmelzknospen
entstandenes Gewebe. Im Inneren davon befindet sich ein verdichtetes
Mesenchym-Gewebe neurektodermaler Herkunft, das die
Zahnpulpa bildet. Die Ränder des S. wachsen stärker als der
mittlere Teil; so bildet sich aus der
Zahnknospe die sog.
Zahnglocke. Das S. besteht aus innerem und äußeren
Schmelzepithel; dazwischen liegt die Schmelzpulpa.
|

|

Zahnleiste mit
Zahnknospen |

|
Schmelzprismen,
engl.: enamel colums, enamel prims, enamel rods;
Schmelz
Schmelzreifung
engl.: enamel maturation; Ausdruck für die
Mineralisationsgüte des Zahnschmelzes nach dem Durchbruch des Zahnes (=
posteruptive Schmelzreifung). Während der posteruptiven S. wird fast die
gesamte organischen Schmelzmatrix resorbiert; der dadurch entstandene Raum füllt
sich erst mit Wasser, welches später durch
Kristalle ersetzt wird. Diese Veränderung der Zusammensetzung haben zur
Folge, dass der Schmelz mit zunehmendem Alter weniger durchlässig und schwerer
säurelöslich wird. Dadurch erhöht sich jedoch seine Sprödigkeit, was zu einer
erhöhten Bruchanfälligkeit führt.
Schmelz,
Zahn,
Zahnkeim
Schmelzsprung
Schmelzriss, engl.: enamel crack; feiner, dunkel
wirkender, haarfeiner Riss in der Schmelzstruktur. Ursache können zum
einen
Gewalteinwirkungen sein, wie auch Ausdruck von sonstigen Spannungen
im Schmelzgefüge, wie sie z.B. durch
Parafunktionen entstehen können. Durch Besiedlung von Bakterien
können die S. kariös werden bzw. durch Einlagerung von
Farbstoffen aus Nahrungsmitteln sich kosmetisch störend verfärben.
Infraktur,
Schmelz |

|
Schmelzwulst, engl.: enamel bulb,
marginal ridge;
Randleiste
Schmerz
engl.: ache, dolor, pain; unangenehme sensorische und
emotionale Erfahrung, die mit akutem oder drohendem Gewebsschaden verknüpft ist
oder mit solchem im Zusammenhang steht.
Durch Reizung von Nervenendigungen (Schmerzrezeptoren, Nozizeptoren)
hervorgerufene Sinnesempfindung mit einer erheblichen seelischen Komponente, als
Ausdruck eines körperlich-seelischen multifaktoriellen Geschehens, d.h.,
dass das Schmerzerleben nicht nur durch die Art und Schwere einer bestimmten
Organschädigung, sondern auch durch die individuelle Schmerzverarbeitung
bestimmt wird. Wegen der individuell höchst unterschiedlich ausgeprägten
Leidensfähigkeit ist es praktisch unmöglich, S. zu messen. Die
Wahrnehmung von Schmerzen als "stärker" oder "schwächer" kann durch ein
vorangegangenes Schmerzereignis entscheidend beeinflusst werden. Das
Schmerzempfinden wird offenbar stark von
genetischen Faktoren geprägt. Dafür sprechen die Ergebnisse von
Zwillingsuntersuchungen.
S. wird nach einer Definition (Internationale Gesellschaft zum Studium
des Schmerzes) aufgefasst als:
- subjektives Phänomen: Eine Gewebeschädigung
kann, muss aber nicht Voraussetzung sein
- körperliche Empfindung: Im Unterschied zum
seelischen Leid wird S. in der Sprache einer Schädigung beschrieben
- Sinnes- und Gefühlserfahrung
Es werden folgende Dimensionen für die
Schmerzentstehung und -beeinflussung als bedeutsam angesehen:
- die somatische Dimension mit der
Lokalisation und dem anatomischen Substrat des Schmerzes
- die psychische Dimension mit der
Persönlichkeit des Patienten und dessen biographischen Hintergrund
- die soziale Dimension mit ihren
psycho-sozialen
Stressoren und dem
Einfluss beruflicher und sozialer Probleme
Schmerzinformationen werden auf versch. Ebenen
verarbeitet: Rund drei Millionen "Schmerzsensoren" - spezialisierte Zellen
(Nozizeptoren), die auf schmerzhafte Reize reagieren (im betroffenen
Körpergewebe bilden sich Stoffe wie
Histamin und
Serotonin,
welche die feinen Schmerzrezeptoren reizen) - sind an freien Nervenendigungen im
Körper verteilt, besonders an seiner Oberfläche. Bei Kontakt mit Hitze,
bestimmten Stoffen oder etwa einem spitzen Gegenstand, werden die Sensoren
erregt und schicken elektrische Signale über Nervenfasern in das Rückenmark
(motorische und sympathische Reflexe), den Hirnstamm (Kreislauf- u.
Atmungsregulation), Hypothalamus/Hypophyse (Hormonfreisetzung, Endorphine) und
den Neokortex (affektive u. kognitive Verarbeitung). Aktuelle
MRT-Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Regionen des Gehirns bei gleichen
Schmerzreizen unterschiedlich stark aktiv sind. Damit entscheidet nicht die
Reizintensität, sondern die Reizprozessierung im Gehirn über die individuell
empfundene Stärke des Schmerzes.
Analgetika können auf drei Ebenen wirken: Schmerzrezeptor, Rückenmark
und Zentralnervensystem.
Nach der Lokalisation und Empfindung der S. unterscheidet
man:
- den meist gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen);
wird über dicke A-δ-Fasern zum Gehirn geleitet
- den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o.
Quetschungen, Kopfschmerz usw.); wird über dünne C-Fasern langsam zum Gehirn
geleitet
- den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase),
- akute und chronische Schmerzzustände; dabei kommt dem Akutschmerz
eine Warn- und Alarmfunktion zu. Von einem chronischen Schmerz spricht man,
wenn das Schmerzerleben länger als 3 Monate andauert.
eine Sonderform stellt der
Phantomschmerz dar.
Starke schmerzhafte Vorgänge können mit vegetativen Begleiterscheinungen
verbunden sein, wie Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen,
Blutdruckschwankungen bis hin zum
Kollaps. S. lösen
gewöhnlich Abwehr-, Aggressions-,
Angst- und Fluchtreaktionen
aus; abzugrenzen davon ist ein überwiegend lustbetontes Schmerzerlebnis, der als
abnorm geltende Masochismus.
Eine Klassifikation (Türp, Schindler, Staehle, 2003 Jahrestagung
DGZMK) unterscheidet in
7 Zahnschmerzformen:
- "Dentin"-Schmerz
ausgehend vom Zahnnerv, bei gesunder
Pulpa oder reversibler
Pulpitis
- "Pulpa"-Schmerz
ausgehend vom Zahnnerv, bei irreversibler
Pulpitis
- parodontaler Schmerz
ausgehend vom
Zahnhalteapparat (ohne
Knochenbeteiligung)
- alveolär-ossärer Schmerz
bedingt durch krankhafte Prozesse im knöchernen
Zahnfach und seiner
Umgebung
- atypische Zahnschmerzen
atypische
Odontalgie,
Phantomschmerz
- in die Zähne übertragener Schmerz -
heterotroper Schmerz
- idiopathischer Schmerz
psychisch bedingte Schmerzen
Eine repräsentative Studie unter 4.000 Bundesbürgern zu
etwaigen S. in den letzten 6 Monaten ergab folgende Zahlen:
| Schmerzart (Lokalisation)
|
Häufigkeit |
| Schmerzfrei |
32 % |
| Kopfschmerz (ohne Migräne) |
34 % |
| Schmerzen im Bewegungsapparat |
29 % |
| Erkältung/Grippe |
24 % |
| Zahnschmerzen |
7 % |
| Menstruationsschmerzen |
6 % |
| Migräne |
4 % |
| Ohrenschmerzen |
2 % |
In der Zahnmedizin sind neben dem am häufigsten
auftretenden Akutschmerz ("Zahnschmerzen") - in der Regel bedingt durch
Erkrankungen der Zahnnervs (
Pulpitis), eitrige Prozesse
an der Wurzelspitze (
Parodontitis apicalis) und
Zahnfleischentzündungen (
Gingivitis,
Parodontitis marginalis)
vermehrt funktionelle Schmerzen wie
tempero-mandibuläre Störungen
anzutreffen. Für diese zum chronischen Übergang neigenden Schmerzzuständen sind
häufig Persönlichkeitsfaktoren verantwortlich.
Akute Zahnschmerzen werden durch zwei unterschiedliche Nervenbahnen über
unterschiedliche Wege zu den versch. Regionen des Gehirns weitergeleitet:
Mittels den schnell leitenden A-delta-Nervenfasern und den wesentlich langsamer
leitenden C-Fasern.
Eine Schmerzausschaltung -
Anästhesie - kann auf
verschiedene Weise erfolgen:
an den peripheren Schmerzrezeptoren (Nervenendigungen) durch
Lokalanästhetika (
Lokalanästhesie)
durch eine Unterbrechung der Schmerzleitung
durch Dämpfung/Ausschaltung des Schmerzzentrums/-bewusstseins im Gehirn mittels
Analgetika
("Schmerztabletten", z.B. Ibuprofen oder Mefinaminsäure) bzw.
Vollnarkose; im Extremfall
durch eine operative Ausschaltung des Thalamus. Sollte mit normalen
Schmerzmitteln kein befriedigender Erfolg erreicht werden, empfehlen
Schmerztherapeuten den Einsatz von Opiaten, etwa Codein 30 mg-Tabletten, welche
über einen Zeitraum von ca. 4 Std. zuverlässig wirken.
Kurios, aber wahr:
Wer sich in zahnärztliche Behandlung begibt, muss generell mit Schmerzen rechnen
und hat deshalb keinen Anspruch auf
Schmerzensgeld gegen den Zahnarzt. Solche Schmerzen sind nämlich von der
Einwilligung des Patienten in die Behandlung gedeckt. Damit wurde die Klage
einer Patientin abgewiesen, die über Schmerzen beim Einsetzen von Kronen geklagt
hatte. Dem Zahnarzt konnte kein Kunstfehler nachgewiesen werden. Es handelte
sich vielmehr um Schmerzen, die häufig mit einer solchen Behandlung verbunden
sind. (Amtsgericht Daun, Az.: 3 C 332/02)
durch Beeinflussung des Schmerzbewusstseins (Ablenkung,
Hypnose,
Narkose) herbeigeführt
werden.
Aerodontalgie,
Akupunktur,
Analgetika,
Angst,
Druckschmerz,
kognitive Verhaltenstherapie,
Lokalanästhesie,
(Voll-)Narkose,
Projektionsschmerz,
Spontanschmerz,
Zahnschmerz
Schmerzensgeld, engl.: compensation
for personal suffering, smart-money; geldwerte Entschädigung für
einen immateriellen Schaden bei der Verletzung des Körpers oder der Gesundheit
oder im Falle einer unberechtigten Freiheitsentziehung.
Behandlungsfehler,
Haftung,
Verjährung
Schmerzmittel,
engl.: painkiller;
Analgetika,
Zahnschmerz
Schmierinfektion
engl.: smear infection;
Kontaktinfektion mit Krankheitserregern, die durch Berühren von
kontaminierten Gegenständen (indirekte Kontaktinfektion) oder durch Berühren von
infizierten Lebewesen (direkte Kontaktinfektion) indirekt oder direkt übertragen
wird.
Tröpfcheninfektion
Schmierschicht
engl.: Smearlayer; Gemisch aus
Dentinpartikeln,
Speichel und
Dentinliquor, welches nach
Präparation oder
Wurzelkanalbehandlung an
den
Kavitätenwänden haften bleibt. Über die Notwendigkeit einer Entfernung
dieses Films (z.B. mittels alkoholischer Lösungen,
Wasserstoffperoxid,
EDTA oder
CHX) gibt
es unterschiedliche Auffassungen; versch. Präparate bei der Anwendung der
Säure-Ätztechnik fordern eine vorherige Entfernung der S.
Adhäsivtechnik,
Dentinhaftung,
EDTA,
Kavitätendesinfektion,
MTAD,
smearplug,
Wurzelkanalbehandlung,
Wurzelkanalspülung
Schmuth
Professor Gottfried,
Kieferorthopäde, Bonn (* 1926). bekannt durch die sog.
Schmuth-Messmethode basierend auf der sog. Schmuth-Platte (mit einem
Visiermesskreuz versehene Modell-Messplatte für
sagittale und
transversale
Modellanalysen).
Raphe-Median-Ebene,
Raphe-Papillen-Transversale
Schmutzgingivitis
Schmutzpyorrhoe, engl: marginal gingivitis; durch mangelhafte
Mundhygiene bedingte Zahnfleischentzündung, die nach Beseitigung der
entsprechenden Beläge in der Regel ohne eine ärztliche Therapie wieder verschwindet:
Gingivitis
Schnarchen
schlafbezogene Atemstörung, engl.: snoring; durch stoßweises
Flattern des Gaumensegels im Schlaf entstehendes Atemgeräusch: Es wird das im
Ruhezustand ("erschlafft") befindliche Gaumensegel durch den Atemstrom in
stoßweise Schwingungen versetzt (
Vibrationszone); gelegentlich ist auch
zusätzlich die erschlaffte Zunge an den Lauten mitbeteiligt. Dieses vornehmlich
bei Rückenlage und/oder vorangegangenem Alkoholgenuss (s.u.) störende Geräusch
führt häufig zu partnerschaftlichen Sozialkonflikten. Zusätzlich wird kontrovers
diskutiert ob ausgeprägtes S. zu dem lebensbedrohlichen Zustand einer
sog.
Schlaf-Apnoe führen
kann.
Normalerweise ist das S. einfach nur lästig. In manchen Fällen, bei der
so genannten
Apnoe (griechisch =
Windstille) , kann es sogar gesundheitsgefährdend sein. Dabei - handelt es sich
um vorübergehende Atemstillstände, die im Schlaf auftreten. Ereignen sich diese
Atempausen mehr als zehn Mal pro Stunde und dauern jeweils länger als zehn
Sekunden an, spricht man von einer
Schlaf-Apnoe. Am Ende
dieser Atempausen steht ein lauter Schnarchton. Die Atempause wird im Gehirn des
Schlafenden bemerkt und durch eine Weckreaktion überwunden. In schweren Fällen
setzt die Atmung in einer Stunde zwanzig- bis dreißigmal aus. Durch die
Atempausen wird den Organen und auch dem Gehirn zu wenig Sauerstoff zugeführt.
Es können schwere Beatmungsprobleme mit lebensbedrohlichen Zuständen entstehen.
Typisch für das S. ist ein Absinken des Unterkiefers nach unten und eine
Verlagerung der Zunge nach hinten. Es wird angegeben, dass 60 % aller Männer und
40 % aller Frauen über 60 Jahre schnarchen; bei den 30-jährigen sollen es 10 %
der Männer und 5 % der Frauen sein. Laut neuerer Studien (2005) sind bis
zu 4% der Männer und 2% der Frauen von der Schlaf-Apnoe betroffen.
Bei jedem Schluckvorgang wird der Zungengrund in festen Kontakt mit dem
Gaumensegel gebracht, hierdurch wird das Schnarchen unterbrochen und der Rachen
erweitert, willkürliches Schnarchen wird unmöglich. Der Kontakt zwischen
Gaumensegel und Zungengrund wirkt dabei wie eine Art Ventil, so dass ähnlich wie
beim Tragen einer Vollprothese die Zunge am harten Gaumen anhaftet. Dieser
Vorgang wiederholt sich reflexartig bei jedem Schlucken, auch unbewusst während
der Nacht. Die Mundhöhle stellt beim Schlucken ein hydraulisches System dar. Nur
bei geschlossenen Lippen kann ein Unterdruck entstehen, der die Zunge und das
Gaumensegel stabilisiert. Wie lange der Ventilmechanismus nach dem Schlucken
wirkt, nur wenige Sekunden oder viele Minuten, hängt davon ab, ob das
hydraulische System Mundhöhle geschlossen oder geöffnet ist.
Als begünstigende Schnarchfaktoren gelten:
das Alter wegen einer nachlassenden Muskelspannung
das Körper(über)gewicht wegen Fetteinlagerungen im Gaumen-Rachen-Raum und
dadurch bedingter Einengung des Atemweges
Kieferfehlstellungen, wie z.B. Rücklage des Unterkiefers (Distalbiss,
Rückbiss) o. zu kleiner Unterkiefer (Mikrogenie)
Schlafposition, wobei die Rückenlage besonders ungünstig ist
eingeschränkte Nasenatmung, große Mandeln
Alkoholkonsum u. Medikamente beeinflusst die automatische Regelung zwischen
Gehirn und Atemmuskulatur
Zur Abhilfe des S. sind eine Vielzahl - meist unbefriedigender -
Therapien bekannt: So wird zahnärztlicherseits mit versch. Geräten (z.B.
IST-Gerätversucht, den Unterkiefer nach vorn zu verlagern und die Zunge aus
dem Luftstrom zu nehmen. Wenn auch diesen Geräten eine Wirkung nicht
abgesprochen werden soll, so wird das ständige Tragen von den Schnarchern als
lästig empfunden und deshalb auf Dauer eingestellt (mangelnde Therapie-Compliance).
Patienten, denen selbst
progenierende
Aufbiss-Schienen nicht
gegen Schnarchen helfen, haben eine weitere Therapieoption. Per Laser-Op (CO2-Laser)
können
Uvula und Gaumensegel
erfolgreich modifiziert werden durch:
Koagulation der unteren
Nasenmuschel zur Beseitigung einer Nasenatmungsbehinderung,
laserassistierte Uvulapalatoplastik (LAUP), die bei primärem Schnarchen und
Patienten mit kleinen Tonsillen angewandt wird.
Ein neuer Therapieansatz kommt aus Schweden: Je nach Lautstärke des S.
hebt sich - durch eine Elektronik gesteuert - der Oberteil des "Motor-Bettes"
;-)
Apnoe,
DGSZ,
Konstruktionsbiss
Schneidekante
Inzisalkante,
engl.: (cutting) incisal edge; horizontaler Abschluss der
Schneidezähne aus
Schmelz. Sie dient
zum zum Abtrennen ("Abbeißen") von Nahrung und kann im jugendlichen
Alter durch zwei Einschnitte unterteilt sein (sog. "Randtuberkel"
o. "Schmelzdivertikel"), welche durch Gebrauch (Abrasion)
zu einer glatten Schneide eingeebnet werden (siehe Abb.: mittlerer
Zahn).
Incisale,
Kantenmerkmal,
Krümmungsmerkmal,
Null-Linie,
Pont Index,
Schneidekantenaufbau,
Schneidekantenschutz,
Schneidezahn,
Usur |

|
Schneidekantendistanz
engl.: incisal edge distance; vertikaler Abstand der
Schneidekanten von Ober- und Unterkiefer. Normalerweise besteht eine Bandbreite
der Mobilität des Unterkiefers bei der
Mundöffnung zwischen 40 und 52 Millimetern und der
Seitwärtsbewegung zwischen 10 und 13 Millimetern. Bei der physiologischen
Mobilität ist das Verhältnis zwischen Seitwärtsbewegung und S. etwa 1 :
4.
Schneidekantenmerkmal, Schneidekantenwinkel,
Kantenmerkmal,
Winkelmerkmal
Schneidekantenschutz
Kantenschutz, engl.: incisal
edge protection; Schutzmaßnahme bei
Verblendkronen im Schneidezahnbereich: Der Bereich der
Schneidekante wird in den
metallischen Teil der Rückseite mit einbezogen, um einer übermäßigen
Abrasion bei Kunststoffverblendungen bzw. einem Absplittern von
Porzellanfacetten vorzubeugen. |

|
Schneidersche Membran, engl.:
Schneider's membrane;
Sinuslift
Schneidezahn
Dens incisivus, I, "Schaufelzahn", engl.:
incisor; mit scharfen Schneiden (
Schneidekante) versehene
Frontzähne zum Abbeißen der Nahrung. Jeweils 4 S. befinden
sich in den Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers, sowohl im
bleibenden,
wie auch im
Milchgebiss, stets mit nur einer Zahnwurzel. Die mittleren oberen
sind die breitesten, die mittleren unteren die schmalsten aller
Frontzähne; dabei ist der Größenunterschied zu den seitlichen S.
im
Oberkiefer erheblich stärker ausgeprägt als im
Unterkiefer. Im normal ausgebildeten Gebiss beißen die oberen S.
ca. 1-2 mm über die unteren ("Schneidezahnstufe",
"Schneidezahnüberbiss",
Frontzahnstufe). Ihrem Zweck - dem Abbeißen von Nahrung -
entsprechend, sind die S. von meißel- oder schaufelartiger Form.
Dens in Dente,
Einser,
Foramen caecum (coecum),
Frontzahn,
Inzisivenpunkt,
Jaeckel Formel,
Kantenmerkmal,
Mesiodens,
Null-Linie,
Os incisivum,
Pont Index,
Schaufel(zah),
Schneidekante,
Sichelzahn,
Tuberculum dentis,
Wechselgebiss,
Zahn,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge) |

rechter oberer S. aus
versch. Sicht
|
Schneidezahnbreite, Schneidezahnbreitensumme, engl.: incisal size;
SI
Schneidezahnführung,
incisal guidance;
Frontzahnführung
Schneidezahnstufe,
Schneidezahnüberbiss,
Frontzahnstufe
Schnellübertragungsbogen, Quick-mount;
Übertragungsbogen mit Ohroliven
Schock
engl.: shock; akutes Kreislaufversagen mit ungenügender
Sauerstoffversorgung lebenswichtiger Organe. Davon abzugrenzen ist die
(harmlosere)
Ohnmacht, welche vom
Laien gern einem S. gleichgesetzt wird.
Nach den Entstehungsursachen wird unterschieden:
anaphylaktischen Schock (allergisch
bedingt)
kardialer Schock (durch akutes Herzversagen)
Volumenschock (plötzlicher, hoher Flüssigkeitsverlust des Körpers, meist
unfallbedingt)
hypoglykämischer Schock (meist Folge einer schlecht eingestellten
Zuckerkrankheit)
Nervenschock (durch gravierende, die Psyche überfordernde Ereignisse
ausgelöst)
Allergie,
Kollaps
Schraube
engl.: screw; Oberbegriff/Schlagwortbezeichnung für:
1.) kieferchirurgisches Verankerungselement, z.B. in Form der
Bikortikalschraube;
Osteosynthese
2.) Verankerungselement im Wurzelkanal;
Schraubenaufbau
3.) aktives Element bei der herausnehmbaren
kieferorthopädischen Behandlung;
Aktive
Platte,
Dehnschraube
Schraubenaufbau
engl.: (endodontic) screw mounting filling;
Verankerung von Kronen oder Füllungen mittels
Schraube(n):
Bei
devitalen Zähnen durch im Wurzelkanal befestigten Schrauben (
Stiftaufbau); bei
vitalen Zähnen durch kleine Dentinschräubchen (
parapulpäre Schrauben o. Stifte). In jüngerer Zeit werden Schraubenaufbauten
vermehrt kritisch gesehen, da an den Gewindegängen der Schraube große
Spannungsspitzen entstehen, welche zu sog. "Crack-Frakturen" (vertikale
Infraktur im Wurzeldentin) führen können.
Stiftaufbau
Schreger Streifen; engl.: (Hunter-)Schreger
bands;
Schmelz
Schreinemakers
- Methode
Josephus S., geb. 1921, Zahnarzt, Eindhoven;
spezielle Methode bei der
Abdruck- und
Bissnahme für die Anfertigung von
Vollprothesen. Charakteristisch sind:
Halbindividuell angepasste, konfektionierte Abformlöffel
("Border-Lock-Löffel") für die Erstabformung (Clan-Tray), spezielle Abformmassen
u. spezielle
Artikulatoren.
Occlusal-Rim-Inklinator®
Schrotkugeleffekt
engl.: etwa: shot effect; Trivialbezeichnung für einen reflektorischen
Schutzmechanismus, welcher beim Auftreffen der
Kauflächen auf einen harten Gegenstand (z.B. Schrotkugel beim Wild-Essen)
kurz vor Kieferschluss einsetzt: Die Mundöffner-Muskulatur (
Kaumuskulatur) tritt reflexartig in Aktion und kompensiert so die Kraft der
Mundschließer-Muskeln, um Schäden an den Zähnen zu vermeiden.
Schrott Abdruckverfahren
engl.: Schrott's impression method; nach seinem Anwender (Joh. Jos.
Schrott, Zahnarzt aus Mühlhausen/Elsaß, 1822-1899) benanntes Abdruckverfahren
für
Vollprothesen. 1864 beschrieben gilt es als Vorläufer des heute üblichen
Funktionsabdrucks.
Schrunde, engl.: crack;
Rhagade
Schubverteilungsarm
Schubverteiler, Ausgleichselement, "Kippermeiderfunktion",
engl.: load distribution (clasp), stress-breaking connector;
Konstruktions(hilfs-)mittel bei
Verbindungselementen (Geschieben,
Klammern bei Teilprothesen) um horizontal bzw. vertikal einwirkende Kräfte
auf mehrere Zähne zu verteilen, besonders dann, wenn diese Elemente große
rotatorische Freiheitsgrade aufweisen (z.B.
Ceka-Anker). Wird aus parodontalprophylaktischen Gründen häufig abgelehnt.
fortlaufende Klammer,
Torsionsbügel,
Verbindungselement
Schuchardt-Naht;
Papillennaht
Schuchardt Schiene
Kombinationsschiene nach Schuchardt, engl.: Schuchardt's splint;
hauptsächlich bei der
Kieferbruchbehandlung angewandter direkter Schienenverband, indem die Zähne
des betroffenen Kiefers mit einer gebogenen Drahtschiene
ligiert werden. Diese Fixation wird dann mit selbstaushärtendem Kunststoff
verkleidet.
Aus
"Die S. S. wird aus einer Sprossenschiene aus halbrundem weichem
Stahldraht mit 8 Quersprossen hergestellt. Die Schiene wird den vestibulären
Flächen der Zähne angebogen. Die okklusalen Enden der Querstreben werden den
Kauflächen adaptiert, so daß die Schiene okklusal abgestützt ist. Die angepaßte
Schiene wird mit dentalen Drahtligaturen eingebunden. Die Enden der
Drahtligaturen werden dem Drahtbogen adaptiert, der dann mit selbsthärtendem
Kunststoff überzogen wird. Dabei soll der Kunststoff bis in die Interdentalräume
hineinlaufen, ohne das marginale Parodontium zu tangieren. Nach Abhärten des
Kunststoffs werden die okklusalen Häkchen entfernt. Die Schiene sitzt dann
infolge der Retention in den Interdentalräumen absolut fest."
Schüller Aufnahme
Kiefergelenkaufnahme nach Schüller, engl.: Schüller's mandibular joint
, temporomandibular radiograph;
Kiefergelenkaufnahme
Schulmedizin
engl.: orthodox o. scientific medicine; wissenschaftlich
begründete
(Zahn-)Heilkunde, die auf objektivierbaren Untersuchungsergebnissen und
Therapien aufgebaut ist (
Evidenzbasierte Medizin).
Gelegentlich wird auch der Ausdruck
Allopathie
gebraucht, um die S. von der
Homöopathie abzugrenzen.
Allopathie,
alternative Behandlungsmethoden,
Ganzheitliche Zahnmedizin,
Heilpraktiker,
integrative Medizin,
Komplementärmedizin,
Naturheilverfahren,
regenerative Medizin,
Therapiefreiheit,
Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Schulter, Schulterkrone,
Schulterpräparation; engl.: shoulder;
Stufe,
Stufenpräparation
Schulzahnklinik
engl.: School Dental Clinic; öffentliche/staatliche Institutionen zur
Betreuung und Behandlung von Kindern/Jugendlichen. Traditionsgemäß erfolgt eine
Behandlung für diesen Personenkreis meist kostenlos in eigenen Behandlungsräumen
bzw. mobilen Stationen durch sog. Schulzahnärzte und entsprechendes
Fachpersonal.
Historisch wurden S. meist zu Beginn des vorigen Jhds. gegründet (1902
Gründung der ersten S. in Straßburg/Elsass), da in dieser Zeit die
Krankenkassen nur mangelhaft für diesen Personenkreis Leistungen bezahlten.
S. im eigentlichen Sinne sind in D nicht mehr anzutreffen, da hier die
Betreuung durch den
Öffentlichen Gesundheitsdienst und die niedergelassene Zahnärzteschaft
übernommen wird (
Gruppenprophylaxe). S. sind weit verbreitet in den skandinavischen
Ländern und der Schweiz , da hier andere
Versicherungsstrukturen bestehen.
DAJ,
Jugendzahnpflege
Schulzahnpflege
engl.: dental school service; Maßnahmen zur Erhaltung einer gesunden
Mundhöhle in Schulen;
Jugendzahnpflege,
Schulzahnklinik
Schüsselgesicht
engl.: dish face, concave face; unterentwickeltes
Mittelgesicht mit konkavem
Gesichtsprofil oder auch für: Verlagerung des Oberkiefers nach
dorsal und
kaudal mit
offenem Biss und
Pseudoprogenie, gelegentlich als Folge einer schlecht versorgten
Oberkieferfraktur auftretend
Mikrognathie
Schutzdentin, engl.: protective dentin,
tertiary dentin;
Tertiärdentin
Schwabbel
Polierschwabbel, engl.: buff, wobble (polishing wheel); mit
Textil- oder Lederfasern bestücktes Polierinstrument (Rad o. Scheibe) auf einem
Poliermotor zur
Hochglanzpolitur.
Schwalbenschwanz; "okklusales Schloss", engl.: dovetail ;
Kavitätenpräparation
Schwammgold,
Kristallgold, engl.: (crystalline) sponge; poröses Feingold
(elektrolytisch hergestellt) in Schwämmchenform
Goldhämmerfüllung
Schwangerschaft
engl.: gravidity, pregnancy; die hormonelle Veränderung am
Beginn der S. bewirkt u.a. auch eine Auflockerung des
Mundschleimhaut. Das Zahnfleisch kann dadurch anschwellen und die
schädigenden Bakterienstoffwechselprodukte können so diesen wichtigen Schutzwall
des Körpers leichter passieren; zusätzlich können besonders im zweiten
Schwangerschafts-Drittel auch ein hormonell bedingtes Wachsen von bestimmten
Bakterien gefördert werden. Ein vermehrtes Auftreten von Zahnfleischbluten ist
die Folge (
Schwangerschaftsgingivitis); die Zähne werden aus Angst vor weiterem
Bluten weniger geputzt, es siedelt sich vermehrt
Plaque an - die
Grundlagen für Karies und Zahnfleischerkrankungen sind geschaffen. Neuere
Untersuchungen belegen eindeutig einen engen Zusammenhang zwischen
Zahnfleischentzündungen und Frühgeburten.
Ebenso ist die werdende Mutter in den ersten Schwangerschaftswochen häufig von
Übelkeit (Emesis) befallen. Eine gründliche Zahnreinigung wird als unangenehm
empfunden. Wiederholtes Erbrechen greift ebenfalls den Zahnschmelz an.
Unterstützt wird dieser
erosive Vorgang noch zusätzlich durch einen verstärkt "sauren" Speichel zu
Beginn der Schwangerschaft.
Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch sollte in der S. alle 2-3 Monate
erfolgen, so können krankhafte Veränderungen an den Zähnen und dem Zahnfleisch
frühzeitig erkannt und behandelt werden. Umfangreichere Behandlungen sollten
allerdings bis nach der Geburt zurückgestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist gerade in der Schwangerschaft eine richtige
Ernährung, da sich vermehrte Zwischenmahlzeiten und eine Änderung der
Nahrungsgewohnheiten ("Lust auf was Saures") bei unverändertem
Mundhygieneverhalten kariesbegünstigend auswirken.
Behandlung in der Schwangerschaft,
Gingivahyperplasie,
Gingivitis ("Schwangerschaftsgingivitis"),
Parodontitis u. Schwangerschaft,
Pubertätsgingivitis,
Schwangerschaftsepulis,
Schwangerschaftskaries
Special
"Schwangerschaft"
Schwangerschaftsgingivitis
engl.: pregnancy gingivitis; durch hormonelle Einflüsse ausgelöste
Zahnfleischveränderungen oder auch hormonell bedingte überschießende
entzündliche Reaktion auf lokale Reize; Geschlechtshormone wie z.B. Androgene,
Östrogene, Progesteron oder Glucocorticoide lösen Reaktionen im weiblichen
Körper aus, die auch einen Einfluss auf Zahnfleischerkrankungen haben. Neben dem
Auftreten der ersten natürlichen Erhöhung während der Pubertät (
Pubertätsgingivitis) und bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva, treten
besonders im zweiten Trimenon (ab dem 4. Monat) Erhöhungen von Östrogenen und
Progesteron im Zahnfleischgewebe und der Sulkusflüssigkeit auf, welche die
Bakterienflora, die Blutzirkulation, das Immunsystem und die
Zellwanddurchlässigkeit negativ beeinflussen und zu Entzündungen führen; dabei
können extreme Schwellungen örtlich zu einer
Epulis gravidarum
führen.
Eintretende Erkrankungen (mit einer Häufigkeit zwischen 10 und 70%) breiten sich
immer auf Grund einer vorhandenen
Plaque oder
anderer Reizfaktoren aus. Mit Beendigung der Schwangerschaft verschwindet diese
Zahnfleischerkrankung meist sofort; ein Übergang in eine
Parodontitis
wird nur selten beobachtet.
Eine
Behandlung besteht vor allem in einer verbesserten häuslichen
Mundhygiene, einer
Professionellen Zahnreinigung und Spülungen bzw. Touchierungen (Lacke) mit
Chlorhexidin.
/span>
Schwangerschaftskaries
engl.: pregnancy caries; nicht belegte Behauptung aus dem Volksmund
("jedes Kind ein Zahn"), dass durch eine Schwangerschaft eine erhöhter
Kariesbefall ausgelöst werde. Kariesbegünstigend sind allerdings die
Begleitumstände in der Schwangerschaft, wie falsche Ernährung, vernachlässigte
Mundhygiene usw.
Schwangerschaft
Schwarz Platte
Schwarz'sche Platte, engl.: Schwarz plate; nach seinem
Konstrukteur, dem Kieferorthopäden Arthur Martin S. (Österreich,
1887-1963) benannte
Aktive Platte
Schwebetisch
engl.: suspension plate; Jargonbez. für den Teil der
Behandlungseinheit, auf welchem die zahnärztlichen Instrumente u. Materialien
abgelegt werden. Während der Behandlung "schwebt" dieser Tisch über dem Körper
des Patienten in Griff-Reichweite des Behandlers.
Schweigepflicht
ärztliche, Arztgeheimnis, Berufsgeheimnis, engl.:
medical confidentiality, professional secret; für Angehörige
bestimmter Berufe (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte; meist
Freie Berufe) bestehende
Verpflichtung, Geheimnisse, die ihnen in Ausübung ihres Berufes oder Amtes
anvertraut wurden, nicht von sich aus zu offenbaren. Die S. betrifft auch
die Mitarbeiter(innen) dieser Berufe. Ein Verstoß gegen die S. ist kein
Antragsdelikt, sondern zieht nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs (§ 203
StGB: "Verletzung von Privatgeheimnissen") immer staatsanwaltschaftliche
Ermittlungen nach sich. Werden medizinische Daten ohne Einverständnis der
Patienten weitergegeben, liegt ein Straftatbestand nach Paragraph 203
Strafgesetzbuch vor, das eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu
einem Jahr vorsieht. Es bestehen folgende Ausnahmen bzw. Verpflichtungen ("Offenbarungspflicht"):
Schriftliche(!) Entbindung durch den Patienten (z.B. bei Rückfragen
privater Versicherer). Die
bei Abschluss privater Krankenversicherungsverträge routinemäßig abzugebende
ärztliche Schweigepflichtentbindung ist mit Vorsicht zu betrachten und
juristisch umstritten.
Gerichtliche Befreiung
Gesetzliche Meldepflicht von Krankheiten nach dem
Infektionsschutzgesetz (ehem. Bundesseuchengesetz),
Wahrnehmung eigener Interessen des Arztes (z.B. bei einer
Schadensersatzforderung wegen angeblich
falscher Behandlung)
Umgang mit
gesetzlichen Versicherungsträgern
und
ärztlichen Körperschaften
(genaueres im
Sozialgesetzbuch geregelt).
Seit 1. Januar 2004 müssen die niedergelassenen Ärzte Patientendaten mit
Diagnosen und ärztlichen Leistungen an die Krankenkassen melden. Grundlage dafür
ist der mit der Gesundheitsreform geänderte Paragraf 295 Absatz 2
SGB V, demzufolge die
bisherige anonymisierte fallbezogene Abrechnung in eine versichertenbezogene
geändert wurde. Im Klartext heißt dies, dass Krankenkassen ihren Versicherten
die entsprechenden Diagnosen und ärztlichen Leistungen direkt zuordnen können. Bis 2004 erfolgte die Abrechnung anonymisiert fallbezogen
auf zwei getrennten Datenbändern.
Berufsordnung
Schweineschwanzligatur; Schlagwortbez. für eine
obsolete
kieferorthopädische Häkchen-Bandapparatur, in welche
(intermaxilläre) Gummizüge eingehängt wurden.
Schweizer Paste
Paste zur Behandlung septischer
Wurzelkanäle;
in der
Endodontie wenig gebräuchliche medikamentöse Wurzelkanal-Einlage
aus einer Mischung von
Ledermix und
Asphaline (1 g Asphaline®
A II Paste enthält als Wirkstoffe: camphora racemica 111 mg, thymolum 111 mg,
polyoxymethylenum 111 mg, zinci oxidum 222 mg; Excip. ad pastam pro 1 g.)
Schwellenwert,
engl.: threshold value;
GOZ
Schwellung
"Tumor", engl.: swelling; zu den
5 klassischen
Entzündungszeichen gehörende, umschriebene Größenzunahme (Masse, Umfang)
eines Körperorgans oder eines Gewebes. Die Schwellung ist der sichtbare Ausdruck
einer gesteigerten Flüssigkeitsmenge (z.B.
Ödem) im
entsprechenden Organ oder Gewebe. In der
ZHK meist
entzündlich oder
traumatisch bedingt.
Schwenklappen
engl.: interpolated flap, Indian flap; um einen Basispunkt
geschwenkter, zufallsversorgter
Muko-Periost-Lappen ("geschwenkter Nahlappen") zur
plastisch-chirurgischen Deckung eines Defektes. Ein einfacher S. wird
selten ausschließlich benutzt. in der Regel kommt er in der Kombination mit einer
Rotationskomponente zu Anwendung.
Arterienlappen,
Stiellappen,
Verschiebelappen.
Schwermetallausleitung,
engl.: heavy metal mobilisation;
Mobilisationstest
Schwermetalle
engl.: heavy metals; Metalle, deren relative Dichte größer oder gleich 5
g/cm³ ist. Obwohl damit auch die Edelmetalle zu den S. gehören,
bezeichnet man in der Medizin meist nur die Metalle als S., welche einen
toxischen
Effekt auf den Körper haben, wie etwa Blei, Cadmium und
Quecksilber, da
diese nicht abgebaut werden können. Zuweilen werden auch bestimmte
Legierungen
als S. bezeichnet (z.B.
Amalgam).
Schwermetallsaum
Metallsaum, engl.: heavy metal line; durch chronische
Zufuhr bestimmter Metalle bedingte Einlagerungen in das Zahnfleisch,
bevorzugt am Übergang zum Zahn (Zahnfleischrand), auch wenn diese nicht
unbedingt von einem echten Schwermetall stammen müssen (=Metallsaum).
Nach der Art der
metalltypischen Einlagerung unterscheidet man:
Antimonsaum (orange-rot bis gelblich-braun),
Bleisaum (blau-schwarze Verfärbung), Cadmiumsaum (gelbliche
Verfärbung), Quecksilbersaum (blau-graue Verfärbung),
Silbersaum
(graue oder grau-blaue Verfärbung),
Wismutsaum (schiefergraue-schwarze Verfärbung), Kupfersaum (Clapton
Linie, türkisgrüne Verfärbung) usw.
Antimonzähne,
Bleisaum,
Melanodontie,
Quecksilbervergiftung
|

|
Schwermetallvergiftung;
engl.: heavy
metal poisoning; Vergiftungen durch das
Metall
selbst oder seine Salze
schwerwiegende Erkrankung ,engl.:
serious illness;
chronische krank
schwingender Kondylus,
Mediotrusionskondylus, engl.: swinging condyle; das
Gelenkköpfchen der
Balanceseite ("Nicht-Arbeitsseite"); führt eine "schwingende Bewegung" nach
anterior,
kaudal und
medial gerichtet
aus; derjenige der
Arbeitsseite wird als "ruhender Kondylus" bezeichnet.
Bennet-Bewegung,
Bennet-Winkel
Schwund
engl.: atrophy, shrinkage;
1.) Rückbildung/Verlust von Gewebe
Atrophie oder der Größe eines Gegenstandes (Volumenschwund, z.B.
beim Ausgießen einer
Legierung,
Brennen von Keramikmassen)
2.) Abgang: zahntechnischer Begriff für den Schwund von
Edelmetall bei der Herstellung von Zahnersatz (Gusskegel, Feilungen oder
Schnittabfälle). Dieser Verlust entsteht bei der Wärmebehandlung (Schmelzen,
Gießen) des Metalls durch Verbrennen, Verspritzen oder beim Übergang in die
Tiegelwand oder die Gussform. Durch das Erhitzen und das Abkühlen entstehen
Abgase, die Abgang mit sich führen, ebenso durch die chemischen Prozesse beim
Beizen des Gussobjektes. Hinzu kommt noch ein Ausarbeitungsschwund, welcher
durch Feinkorrekturen am Gussobjekt entsteht. Seriöse Zahlen über die Höhe des
S. sind nicht bekannt.
Screening
"Durchleuchtung", "Siebtest", "Herausfiltern", eng.: do.;
Verfahren zur
Reihenuntersuchung auf bestimmte Krankheiten, z.B. einer größeren Gruppe
von Jugendlichen auf symptomlose Krankheitsträger - z.B.
Kariesbakterien -
(möglichst im Frühstadium), diese zu erkennen und sie einer effektiven
Behandlung (»Intervention«) zuzuleiten. Der Test darf nur mit einem
geringfügigen bzw. gefahrlosen körperlichen Eingriff verbunden sein. Bekannte
S.-Verfahren sind: Röntgenreihenuntersuchungen, Harnuntersuchung mit
Teststäbchen auf
Zucker, Vorsorgeuntersuchungen
Photodynamischen
Diagnostik,
Prävention,
Toluidinblau
Scutan ®
1968 eingeführtes Kunststoffmaterial (Komposite
mit organischen
PMMA
Füllstoffen) zur Herstellung provisorischer Brücken und Kronen (Provisorium)
direkt im Mund. Neben einer guten Mundverträglichkeit, einer ausreichenden
Belastbarkeit und befriedigenden kosmetischen Kriterien entwickelt das Präparat
beim Abbinden nur eine geringe Wärme (
Polymerisationswärme). Das viele Jahre in D als
Standard geltende Material wurde Mitte der 80er Jahre u.a. durch
Protemp® abgelöst.
Polymerisationswärme,
Provisorium.
SDA
Abk. v. "Schmelz-Dentin-Adhäsiv" (Technik); die
Kunststoff-Füllungen werden sowohl mit dem Zahnschmelz wie auch mit dem Dentin
chemisch verbunden.
Adhäsivtechnik
Sealer
Sealant, Versiegler, Dichtzement, engl.: do.; mit der
Eigenschaft, eine bestehende Fläche luft- und wasserdicht zu versiegeln.
Gebräuchlich in der
ZHK bei der
Fissurenversiegelung und
zum
Abfüllen von
Wurzelkanälen.
Bei den herkömmlichen Wurzelkanalsealern gilt der Grundsatz, dass die
Schichtstärke des verwendeten S. möglichst gering sein sollte, um
Undichtigkeiten infolge der Abbindeschrumpfung zu begegnen.
Folgende Eigenschaften werden an einen S. gestellt:
leichte Einbringbarkeit
leichte Entfernbarkeit
nachhaltige desinfektorische Wirksamkeit
Dichtigkeit
Verträglichkeit mit dem angrenzenden Gewebe
Resorbierbarkeit beim Überpressen
Historische S. basieren auf einer
Zinkoxid-Eugenol-Verbindung;
später folgten
Calciumsalicylat-basierte (z.B. Apexit™, Sealapex™) oder
Calciumhydroxidbasierte S. (z.B. CRCS™) sowie
Glasionomerzemente (z.B. Ketac-Endo™). Weiter wurden kunstharzbasierte S.
(Diaket™ und
AH 26™)
eingeführt, welche eine deutlich reduzierte Löslichkeit gegenüber
Gewebsflüssigkeiten haben, aber schwer wieder zu entfernen sind und beim
Überstopfen das umliegende Gewebe beträchtlich reizen können. Als einer der
Goldstandards gilt das kunstharzbasierte
AH Plus™
(additionsvernetzt, keine Freisetzung von
Formaldehyd) welches sehr dicht abschließt, da es besonders gut an der
Wurzelkanalwand haftet. Dagegen weisen
Komposite-basierte S. (z.B. EndoREZ™, Ultradent) hauptsächlich
schrumpfungsbedingte negative Eigenschaften auf und haben sich nicht durchsetzen
können; ebenso kann die antimikrobielle Wirkung nicht überzeugen.
Als eine Neuentwicklung gilt
Gutta-Flow™ ):
Der Silikonmatrix wurden mikrofeine, kugelförmige Guttapercha-Partikel
beigemischt; weiter wurde mit Nanosilber ein antibakterieller Zusatz
verarbeitet. Wegen der guten Fließeigenschaften und der hohen Wandhaftung kann
unter Umständen auf die Verwendung eines
Guttaperchastiftes verzichtet werden (sog.
Single-cone-Technik).
Kondensation,
AH 26,
Wurzelkanalfüllpaste,
Wurzelkanalfüllung
Sechsjahrmolar
6-Jahr-Molar, erster großer
Backenzahn, "Sechser",
engl.: sixth-year molar, first molar; Bezeichnung für den
jeweils ersten bleibenden Backenzahn im Ober- und Unterkiefer (das
Zahnschema weist
ihnen die Zahlen 16, 26, 36 und 46 zu). Die Bezeichnung entstammt der
Tatsache, dass diese Zähne als erste bleibenden Backenzähne etwa im
Alter von 6 Jahren hinter den noch vorhandenen Milch-Backenzähnen
durchbrechen. Auf Grund des relativ frühen Durchbruchs und einer damit
verbundenen längeren Aussetzung gegenüber
kariogenen
Nahrungsmitteln und unter Umständen kariösen Milchzähnen in der Nachbarschaft, sind
die S. kariesanfälliger als
später durchbrechende Zähne
(s. Abb.). So ist er auch im jugendlichen Gebiss der am ehesten fehlende
Zahn. Eine Nichtversorgung dieser Lücke mit
Zahnersatz (Brücke
o.
Implantat) führt
häufig zu einer Kippung der Nachbarzähne und einer Verlängerung des
Gegenzahns in die Zahnlücke - und somit bleibenden Schäden im gesamten
Gebiss.
Eine weitere Besonderheit: in der Regel haben die S. 3, in ca.
1/3 der Fälle 4
Wurzelkanäle
Zum Durchbruch im Kiefer ("Sechsjahrmolaren-Einstellung") s.u.
Postlaktealebene
Autotransplantation,
Bisshebung,
Dentition,
Einser,
Geburtslinie,
Molar,
Postlaktealebene |

tief zerstörter
S. in einem sonst kariesarmen Gebiss
|
Sedierung,
engl.: sedation; medikamentöse oder verbale Beruhigung eines
Patienten vor zahnärztlichen Eingriffen. Die ASA unterscheidet folgende Stadien
- Oberflächliche Sedierung - (minimal
Sedation, Anxiolysis)
medikamentös kontrollierter Zustand mit vermindertem, aber erhaltenem
Bewusstsein
Pat. bleibt ansprechbar und kooperativ, zeigt adäquate Reaktion auf
physische (verbale Reize)
Schutzreflexe bleiben erhalten
Selbstständige Kontrolle der Atemwege
- Moderate Sedierung/
Analgesia
- (conscious Sedation)
adäquate Reaktion auf verbale oder taktile Reize
Spontanatmung und Kreislauf sind nicht gestört
- Tiefe Sedierung - (deep Sedation / Analgesia)
medikamentös kontrollierter Zustand mit reduziertem oder verlorenem
Bewusstsein, aus dem der Patient nicht einfach zu erwecken ist
keine gezielten Reaktionen auf physische Reize oder Ansprechen Schutzreflexe
sind teilweise oder komplett unterdrückt
ausreichende Kontrolle der Atemwege ist nicht sicher gewährleistet
-
Anästhesie - (general Anaesthesia)
medikamentös kontrollierter Zustand von Bewusstlosigkeit
keine Reaktion auf physische Reize oder Ansprechen
Schutzreflexe sind verloren,
Patient hat keine Kontrolle über die Atmung
Analgosedierung,
Anästhesie,
QuickTimeTrance
Segmentbogentechnik
nach Burstone, modifiziertes "Zwei-Zahn-Konzept", Burstone Technik,
engl.: segmented arche technique; spezielle
kieferorthopädische Behandlungsmethode. Der sonst bei
festsitzenden Behandlungen übliche Gesamtbogen wird zur schonenderen
Regulierung in versch. Segmente (Sektionsbogen) unterteilt, welche an
Brackets
befestigt werden und auch durch vorgefertigte Federn untereinander verbunden
sein können. Dadurch wird nicht mit den unbestimmbaren Kräftesystemen wie z.B.
bei der
Straight-wire-Technik gearbeitet (Vermeidung von Überlastungsschäden); so
sind z.B. auch Behandlungen stark parodontal geschädigter Gebisse möglich.
Seitbiss
engl.: lateral bite; seitlich verschobene Lage der
Unterkiefermittellinie (
Mittellinienverschiebung) im Bezug auf die Schädelmitte
Lateralbiss,
Mittellinienverschiebung
Seitenabbau;
Knochentasche
Seitenschneider
engl.: side-cutting pliers; der Kneifzange ähnliches Gerät, welches
seitlich schneidet und zum Durchtrennen von Drähten (z.B.
Ligaturen) gebraucht wird
Seitenwand
Zahnseitenwand, engl.: lateral wall; Bezeichnung für eine gesamte
Zahnfläche im
Molaren/Prämolarenbereich
einschließlich deren
Höcker. Es existieren in der Regel vier Seitenwände (oral,
vestibulär, mesial, distal).
Seitenzahnkomposite
engl.: posterior tooth (teeth) composite;
Bezeichnung für direkt in den Mund eingebrachte
Komposites,
welche den besonderen mechanischen Belastungen im Seitenzahnbereich gewachsen
sind. Hierbei wird besonders bei
okklusionstragenden Füllungen auf eine niedrige
Abrasion und hohe Formstabilität Wert gelegt -
kosmetische Aspekte haben nicht mehr den Stellenwert wie im
Frontzahnbereich.
Seit Jahrzehnten werden
Komposites
von der Industrie als
Amalgamalternative für den Seitenzahnbereich angeboten und auch mit
unterschiedlichem Erfolg im Mund verarbeitet. Allerdings waren die Erfolge in
den Anfangsjahren bei Langzeituntersuchungen bescheiden, da aufgrund
ungeeigneter
Adhäsivtechnik und mangelnder Abrasionsbeständigkeit (die Komposite hatten
große Makrofiller, die
Silanisierung war
ungenügend, usw.) häufig und frühzeitig Misserfolge und
Sekundärkaries auftraten. Durch
eine konsequente Weiterentwicklung der Techniken ist es heute (2010) möglich,
klinisch akzeptable Ergebnisse auch bei Belastung zu erzielen und bei
Klasse-I- u. Klasse-II-Kavitäten anzuwenden. Allerdings ist der Aufwand bei
derartigen Techniken im Vergleich zum "gutmütig" zu verarbeitendem
Amalgam um ein Vielfaches höher, was sich entsprechend im Preis ausdrückt -
eine Kostenübernahme durch die
Gesetzlichen Krankenkassen ist auf Ausnahmefälle beschränkt.
Bessere Ergebnisse weisen indirekt gelegte Kompositefüllungen (Herstellung oder
Aushärtung außerhalb des Mundes;
Komposite-Inlay) auf.
Haltbarkeit
verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Komposite
seitliche Schädelaufnahme;
Fernröntgenbild
Sekundärdentin
"Ersatzdentin", engl.: secondary dentin (e); nach Abschluss der
Zahnausreifung (Abschluss des Wurzelwachstums) von den Zellen der
Zahnpulpa
physiologisch
gebildetes neues Dentin, welches die Nervhöhle im weiteren Menschenleben ständig
verkleinern lässt. Ist das S. an der Grenzschicht zum
Zahnnerv noch mit
Resten von
pulpalen Gefäßen versehen, spricht man von
Vasodentin.
Im Gegensatz zum S. stellt das
Tertiärdentin das
Ergebnis einer Reparaturmaßnahme des Organismus dar (z.B. bei einer
Caries profunda).
Dentin
sekundäre
Verblockung, indirekte Verblockung, engl.: secondary interlock;
Verblockung
Sekundärheilung
sanation per secundam intentionem, p. s., engl.: healing
by second intention; unter Bildung von Granulationsgewebe - und nicht durch
den direkten Kontakt der Wundränder (
per primam) - erfolgende
Wundheilung. Im Mund auftretend bei großen, nicht
deckbaren Schleimhautdefekten oder als Folge einer
Wundinfektion bzw. einer zu frühen mechanischen Belastung.
Wundheilung
Sekundärkaries
"Randkaries", engl.: secondary caries; an den Rändern von
Füllungen oder
Kronen auftretende
Karies, meist bedingt durch einen nicht befriedigenden
Randschluss der zahnärztlichen Arbeit, mangelnder
Mundhygiene, besonders des
Zahnzwischenraums,
falscher
Kavitätengestaltung
oder nicht vollständigem Entfernen der
Karies in diesem
Gebiet bei der Erst-Präparation.
Davon abzugrenzen ist das
Kariesrezidiv.
Black ("extension for prevention"),
Kariesaktivität,
Kariesarten,
Kariesprophylaxe,
Kavitätendesinfektion,
Klammer,
minimal-invasiv,
Primärkaries |

|
Sekundärstabilität
engl.: secundary stability, Begriff aus der
Implantologie, welcher das definitive Einwachsen des Implantats im Knochen
bezeichnet und als DER klinische Erfolg beim Einheilen (
Osseointegration) gewertet wird. Eintritt der S. nach ca. 4-6
Monaten.
Primärstabilität
Sekundärteleskop, Außenteleskop,
engl.: telescopic coping;
Teleskopkrone
Sekundärverblockung;
Verblockung
Selbstbehalt
engl.: co-payment, percentage excess; aus dem
privaten Krankenversichertenbereich lange bekannte Form der Eigenbeteiligung
an den Kosten für medizinische Leistungen. In die
GKV mit
GKV-Modernisierungsgesetz (§
53 SGB V, 2004) als Beitrag zur Entlastung der Kassenfinanzen eingeführt. So
können die Krankenkassen in ihrer Satzung vorsehen, dass freiwillige Mitglieder,
welche
Kostenerstattung in Anspruch nehmen, jeweils für ein Kalenderjahr einen
S. übernehmen. Als Ausgleich erhalten die Versicherten eine
Beitragsermäßigung, welche direkt zwischen Versichertem und Krankenkasse
abzurechnen ist.
Zuzahlung
Selbstbestimmungsrecht
im Rahmen der Eingriffsaufklärung, engl.: right of
self-determination; das jedem Patienten eigene Recht über Dinge, die mit
seinem Körper geschehen sollen - und somit auch bei einem ärztlichen Eingriff -
zuzustimmen oder abzulehnen. Dieses Recht kann er nur dann fundiert ausüben,
wenn er vor einem Eingriff entsprechend aufgeklärt worden ist.
An die Eingriffsaufklärung werden besonders bei kosmetischen Behandlungen
(z.B.
Bleaching)
strenge Maßstäbe gesetzt nach dem Merksatz: "Über das "Für" und "Wider" ist
schonungslos (vorbehaltlos, mit all den damit verbundenen Nachteilen) sowie über
die entstehenden Kosten (wirtschaftliche Aufklärung) ausführlich aufzuklären"
Aufklärung
Selbstbeteiligung,
Eigenbeteiligung , engl.: co-payment,
Selbstbehalt,
Zuzahlung
Selbstreinigung
auch "biologische (Selbst)Reinigung", engl.: self purification;
Reinigung der Mundhöhle oder Teilen davon ohne zusätzliche Maßnahmen von
Außen (Mundhygiene,
zahnärztliche Eingriffe). Eine wichtige Funktion haben dabei die Art und
Menge des Speichels und der Nahrung sowie die Form und Stellung der
Zähne. Ein besonders wichtiger Aspekt der S. ist die natürliche
Verhinderung oder Entfernung von
Plaque als karies- und parodontal vorbeugende Maßnahme. So
mindert ein verringerter Speichelfluss oder eine weiche Nahrung den S.-Effekt
z.T. beträchtlich. Ebenso bilden sich durch unregelmäßig stehende Zähne
(s. Abb.) sog.
"Schmutznischen",
welche der S. nicht mehr zugänglich sind. Durch
Kaugummikauen kann der S.-Effekt bei entsprechend günstiger
Zahnstellung positiv beeinflusst werden. Weiter tragen zur S. die
Aktivitäten von Lippen, Wangen und der Zunge bei. |

durch
Engstand bedingte Schmutznischen, die einer S. nur schwer
zugänglich sind
|
Selbstverwaltung
engl.: self-government; eigenverantwortliche Verwaltung öffentlicher
Aufgaben durch (öffentlich-rechtliche)
Körperschaften. Im
Gesundheitswesen dreifach besetzt:
- Selbstverwaltung der (Zahn-)Ärzte (engl.:
medical self-government)
bis 2005 meist auf ehrenamtlicher Basis durch sog. Selbstverwaltungsorgane
(Vertreterversammlung, Vorstand) kombiniert mit einer hauptamtlichen
Geschäftsführung (
Kammern,
KZV); ab 1.1.2005
wurde
gesetzlich eine
Professionalisierung der S. im
vertrags(zahn-)ärztlichen Bereich
durch einen hauptamtlichen Vorstand aus bis zu drei Vorstandsmitgliedern und
eine verkleinerte Vertreterversammlung als Selbstverwaltungsorgan bestimmt
(Übergangsfristen bestehen bis 2010). Aufsichtsbehörden sind in der Regel die
betreffenden Länderministerien
- Selbstverwaltung der Krankenkassen (engl.:
self-government of health insurance funds)
als Träger der gesetzlichen Krankenversicherung wird die Selbstverwaltung
durch gewählte Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber (Ausnahme
Ersatzkassen: nur Arbeitnehmer) ebenfalls ehrenamtlich ausgeübt. Seit 1996
besteht bei jeder Krankenkasse ein Verwaltungsrat (ehemals
Vertreterversammlung und Vorstand) und ein hauptamtlicher Vorstand. Die
Krankenkassen unterstehen der Aufsicht der Länder bzw. des Bundes.
- Gemeinsame Selbstverwaltung (engl.: joint
self-government)
Begriff aus der gesetzlichen Krankenversicherung: gemeinsam üben
Vertrags(zahn-)ärzte und gesetzl. Krankenkassen ihnen übertragene Aufgaben
aus. Gremien der gemeinsamen S. sind vor allem der
Gemeinsame Bundesausschuss,
die Bewertungsausschüsse,
Zulassungsausschüsse,
Schiedsämter und Prüfungsausschüsse im
Rahmen der
Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Der überwiegende Teil der ärztlichen, zahnärztlichen und
stationären Versorgung werden durch die S. geregelt, z.B.
Bundesmantelverträge, Gesamtverträge, Vereinbarungen mit Heil- und
Hilfsmittelerbringern. Dabei gilt der
Gemeinsame Bundesausschuss
als entscheidendes Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung, der u.a.
Detailentscheidungen über den Leistungskatalog der gesetzlichen
Krankenversicherung trifft oder sich - unter fachlicher Kompetenz des
Qualitätsinstituts - zu
medizinischen Verfahren hinsichtlich ihres Nutzens äußert.
AS-Akademie,
Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen,
Disziplinarausschuss,
Gesetzliche Krankenkassen,
Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV),
Sicherstellungsauftrag
Selbstzahler,
engl.: "self payer";
Private Krankenversicherung
Selektivvertrag
"Direktvertrag", engl.: selective contract (?); Versorgungsvertrag
zwischen einer Krankenkasse und Leistungserbringern im Gesundheitswesen (z.B.
(Zahn-)Ärzten, Krankenhäusern,
gewerblichen
Labors usw.). Die
Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen sind in der Regel bei dieser Vertragsform
nicht mitbeteiligt ("Direktvertrag"). Basis dieser Verträge sind § 73c u.
§ 140 a u. b
SGB V im Rahmen der sog. "integrierten
Versorgung". Die
Gesamtvergütung der an die
KZV ausgezahlten
Beträge der einzelnen Kassen wird um den Betrag, der für den Versorgungsauftrag
eines Selektivvertrages aufgewendet wird, bereinigt.
Krankenkassen sind bei S. nicht mehr verpflichtet, mit jedem
kassenzugelassenen Arzt, Krankenhaus oder Arzneimittelhersteller abzurechnen.
Sie können sich Anbieter heraussuchen, die eine Leistung (mit guter Qualität) zu
günstigen Preisen anbieten. Hat sich z.B. eine Klinik auf eine Operation
spezialisiert und sind deshalb weniger Nachbehandlungen nötig oder weil Ärzte
eng kooperieren und so Doppeluntersuchungen vermeiden oder weil ein
Pharmahersteller auf Medikamente Rabatt gewährt. Die Versicherten werden dadurch
bei der Wahl von Ärzten und Kliniken eingeschränkt. "Allerdings drohen auch
Nebenwirkungen: Was medizinisch notwendig ist, das können Laien kaum und selbst
viele Fachleute nur schwer erkennen. Unter dem Vorwand, das Verhältnis von Preis
und Leistung zu verbessern, ließe sich daher auch ein simpler Sparkurs
verfolgen. Ein Selektivvertrag könnte so "zu einem Geschäft zu Lasten Dritter,
nämlich der Patienten werden", schreiben die IGES-Forscher um Dr. Martin
Albrecht."
Über einen S. erbrachte Leistungen kollidieren mit der
Gesamtvergütung, da die entsprechenden
Budgets um die
Ausgaben für die S. gekürzt werden - zusätzliche Mittel seitens der
KK sind bei S. nicht vorgesehen..
Nach geltender Gebührenordnung (GOZ(88))
sind Selektivverträge im privatzahnärztlichen Bereich nicht möglich. Gleichwohl
werden diese von Seiten der
privaten
Versicherer bei einer Neuorientierung der GOZ gefordert (
Öffnungsklausel)
Einkaufsmodell,
Integrierte Versorgung
Selenodont
engl.: do.; halbmondförmige Schmelzfalten auf den Kauflächen von
Rindern. Entwicklungsgeschichtlich als eine Art der Erhöhung der
Schnittoberflächen gedeutet.
|

|
Semikritische Produkte;
Hygiene
semipermanent
"halbdauerhaft"; in der
ZHK
Bezeichnung im Zusammenhang mit
Langzeitprovisorien, d.h. die
Restauration
wird über einen längeren Zeitraum (Monate bis einige Jahre) getragen und dann
(nach Abschluss der Heilungsvorgänge) durch eine endgültige Versorgung ersetzt.
senkbare Prothese
Prothese mit
gingivaler Lagerung, engl.: class I (partial) denture; wenig
gebräuchlicher Ausdruck für eine
nicht abgestützte Prothese,
welche allein auf der
Mundschleimhaut ruht. So ist jede
Totalprothese auch eine s. P.
Abstützung,
Resilienz,
Prothese
Senkbiss
engl.: etwa secondary deep overbite;
sekundärer Tiefbiss, welcher durch Verlust der Abstützung im
Seitenzahnbereich (Verlust der
Stützzone) entsteht.
Sensibilisierung
engl: sensitization; Erzeugung einer Immunantwort; Stimulierung des
Immunsystems beim Erstkontakt mit einem Stoff (Allergen), welcher (noch)
keine allergische Reaktion zur Folge hatte, aber dazu führt, dass das Allergen
"als Feind" vorgemerkt wird, so dass beim nächsten Kontakt eine allergische
Reaktion ablaufen kann. Ungeklärt ist bisher (2010) warum auf bestimmte Stoffe
reagiert wird und auf andere nicht und weshalb individuell starke Unterschiede
bei einer Reaktion entstehen
Allergie
Sensibilitätsprüfung, engl.: pulp
testing;
Vitalitätsprüfung
Sensibilitätsstörung,
Nervenschädigung,
Parästhesie
Sensitivität
Empfindlichkeit, Empfindsamkeit, engl.: sensitivity;
angegeben als Prozentsatz richtiger, positiver Ergebnisse eines
Untersuchungs-Testverfahrens beim Vorhandensein der gesuchten Erkrankung, d.h.
werden von 100 Erkrankten 90 mittels des Verfahrens erkannt, so hat das
Verfahren eine Sensitivität von 90%.: z.B. im Rahmen der
Kariesdiagnostik hat eine
Methode die Fähigkeit, erkrankte Zähne mit Dentinkaries bei makroskopisch
intakter Schmelzoberfläche (
Hidden caries) als krank
mit einer S. von xx% zu erkennen.
Kariesdiagnostik,
Spezifität,
Validität
Separation
Separieren; engl.: separation of teeth; Auseinanderdrängen
oder Entfernen der Berührungspunkte (Kontaktpunkte)
von Zähnen um z.B. einen Engstand zu beseitigen oder kurzfristig
kieferorthopädische Bänder eingliedern oder eine
Approximalfüllung legen zu können.
Zum Auseinanderdrängen werden
Separatoren, Draht- oder Seidenligaturen,
Guttapercha und
Holzkeile eingesetzt. Muss zur S. Zahnsubstanz entfernt
werden, erfolgt dies mit (ein- oder doppelseitig belegten)
Separierscheiben, Separierstreifen oder anderen Techniken .
Stripping |

kieferorthopädische S. |
Separator; engl.
dito o. separating module; Hilfsmittel zum vorübergehenden
Auseinanderdrängen von einzelnen Zähnen.
Separation
Sepsis
Allgemeininfektion, Blutvergiftung, engl.: do.; Überschwemmung des
Blutes mit von Eitererregern produzierten Giften, meist als Ausdruck einer
verminderten Abwehrreaktion. Ursache ist eine so hohe LPS-Konzentration (LPS =
Lipopolysaccharide, die bei der Zellteilung der Bakterien, bei Angriffen auf das
Immunsystem oder bei der Behandlung mit Antibiotika freigesetzt werden), dass
der Körper eine verheerende Entzündungsreaktion in Gang setzt;
Blutvergiftung
Septikämie;
Bakteriämie
Septum
pl.: Septa, engl.: do.; Trenn- oder Scheidewand: in der
ZHK bekannt im Zusammenhang mit:
- Septa interalveolaria
auch: interdentale Knochensepten; knöcherne Trennung zwischen
den einzelnen Zahnfächern im
Alveolarfortsatz. Die Septumspitze (Septumkuppe) wird
auch als Crista alveolaris bezeichnet (
Arcus alveolaris,
crestal)
- Septa interradicularia
knöcherne Trennung zwischen den Wurzeln bei mehrwurzligen Zähnen
- Septum linguae
die Mittellinie der Zunge, welche sagittal in der Mitte der Zunge
verläuft und aus einem Sehnenbündel besteht
|

|
Sequester
Knochensequester, engl.: (bone) sequester;
abgestorbenes, durch
Granulationsgewebe abgegrenztes, demarkiertes Knochenstück, häufig bei einer
Osteomyelitis auftretend. Der den S. umgebende gesunde Knochen
wird als
Totenlade bezeichnet. Andererseits kann der nekrotische Knochen aber
auch über eine
Fistelbildung durch die
Kortikalis, das angrenzende Weichgewebe und die Haut hindurch nach außen
sequestriert werden.
Der kieferchirurgische Eingriff zur Entfernung eines S. wird als
Sequesterotomie (engl.: sequestrotomy, sequestrectomy)
bezeichnet.
Osteomyelitis
serös vom Blutserum
abstammend, engl.: serous;
Serotonin
Enteramin, 5-Hydroxytryptamin, Neurohormon, engl.: do.; als
Neurotransmitter (chemische Botenstoffe, die die Verbindung zwischen zwei
Nervenzellen herstellen) wirkendes Gewebshormon. Bedeutung für die Regulation
des "Gemütshaushalts": So dämpft es die Reaktion auf einlaufende Reize und hat
seine Wirkung dann, wenn es einen übermäßigen Reizeinfall zu
verhindern/abzuschwächen gilt.
Serres Perlen
Serres Körperchen, engl.: dental lamina rests of Serres; nests
of Serres; aus
Ameloblasten,
Zementoblasten und
Odontoblasten bestehende, perlenförmige Epithelkomplexe als Reste der
Zahnleiste.
Bohn
Perlen
Set up
engl. für Aufstellen, Errichten; in etwa zu übersetzen mit
"Anfertigen eines Simulationsmodells". Schlagwortbezeichnung für:
1.) umgeändertes Gipsmodell ("Set-up-Modell"; Zähne oder ganze
Kieferabschnitte werden zu einer angestrebten Position hin verändert/umgesetzt),
welches dann als Arbeits-Grundlage für darauf anzufertigende (meist
kieferorthopädische) Behandlungsgeräte (z.B. eines
Positioners) dient.
2.) diagnostisches Set up: Auf einem Modell werden künstliche
Zähne in Wachs (Wax
up) so aufgestellt, wie das spätere Behandlungsziel einmal aussehen
soll, um so Art und Umfang der nötigen Behandlungsmaßnahmen darzustellen.
Wachsaufstellung,
Wax
up
SGB,
SGB V;
Sozialgesetzbuch
Sham-Akupunktur,
engl.: sham = falsch, Scheinakupunktur, Placeboakupunktur;
Akupunktur
Shared Decision Making
etwa "partizipative Entscheidungsfindung" (PEF); gemeint ist damit
"der Patient als Partner des (zahn-)medizinischen Entscheidungsprozesses",
welcher auf einem aktiven Mitspracherecht des Patienten bei seiner Therapie
beruht. In Forschungsvorhaben wird derzeit (2006) untersucht, ob die PEF
positive Effekte auf die Therapietreue (Compliance),
auf den Behandlungserfolg und die Patientenzufriedenheit hat.
Sharpey-Fasern
auch: Sharpeysche Fasern, Parodontalfasern, engl.:
Sharpey's fibres; Bindegewebsfasern des
Desmodont. Die in Büscheln angeordneten kollagenen S. F.
sind einerseits mit dem Zement der Zahnwurzel (
Faserzement), andererseits mit dem
Periost
des
Alveolarknochens verwachsen (sog.
Syndesmose) und federn so den Zahn bei Belastungen elastisch ab.
Deshalb sind die Büschel bei Nichtgebrauch wellenförmig angeordnet; bei
Belastung straffen sie sich entsprechend. Ohne diese biologische
Abfederung würden sich der
Alveolarknochen und die
Zahnwurzel
bei Belastung auf Dauer abbauen (sog. Druckresorption).
Desmodont,
Faserzement,
Gomphosis,
Konnektor,
Ligament,
Periotom,
Thekodontie,
Wurzelhaut,
Zahn,
Zylinderimplantat,intramobiles |

|

Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates |
Shimbashi Norm
Shimbashi Messwert; engl.: Shimbashi measurement; Messzahl für
den vertikalen Abstand der Schmelz-Zement-Grenze der mittleren
Schneidezähne des Oberkiefers zu denjenigen des Unterkiefers bei
geschlossener Zahnreihen. Als ideale Werte gelten 18-20 mm. Niedrige
S.-Werte gehen in der Regel mit einer durch
Abrasionen
hervorgerufenen Biss-Senkung einher.
ästhetische Zahnmedizin,
Bisshöhe,
Tiefer
Biss |

|
Shimstock Folie;
Okklusionsfolie, sehr dünne (~ 5-12 µm) metallene oder metallisierten
Polyesterfolie zur Prüfung der
Okklusion oder
des
Kontaktpunkts.
Shore Härteprüfung
nach Albret S. benannte Kenngröße zur
Prüfung der
Härte vornehmlich von
Elastomeren
und
Kunststoffen.
Es wird die Eindringtiefe eines federbelasteten Stiftes in das Material gemessen
und auf der Shore Skale von 0 bis 100 registriert. Dabei gilt: geringe
Eindringtiefe = hohe Shore Härte.
Shore Platte
"Kaupfadplatte", "Kaupfadschiene", engl: Shore plate;
Aufbissbehelf im Oberkiefer zur Prätherapie stomatognather Funktionsstörungen;
AufbissSchiene
SI
kieferorthopädische Messzahl; Abk. von "Summa Incisivi"; gemeint
ist damit die Summe der Breiten der 4
Schneidezähne eines Kiefers. Als
Durchschnitt gilt im Oberkiefer eine SI von etwa 32 mm, zusammengesetzt
aus 7+9+9+7 mm. Dabei ist eine geringere SI kieferorthopädisch
günstiger, bei einer größeren SI ist im normalen Gesichtsschädel mit
Platzproblemen zu rechnen. Aufgrund der SI kann in einer
Tabelle die erforderliche Kieferbreite zwischen den ersten kleinen und
den ersten großen Backenzähnen abgelesen werden, ebenso die nötige
Kieferlänge. Die Differenz zwischen der vorhandenen und der notwendigen
Kieferbreite sind mitentscheidend für "Schwierigkeit und Aufwand" einer
kieferorthopädischen Behandlung.
Das Verhältnis "Breite der oberen Schneidezähne" (SI-OK) zu denen
der unteren (SI-UK) richtet sich in etwa nach der
Jaekel-Formel.
Pont-Index,
Schneidezahn,
SI-Einheit,
Tanaka-Formel,
Tonn Index |

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Sialadenitis
Sialoadenitis, Speicheldrüsenentzündung; Entzündung der beiden
großen Unterkieferspeicheldrüsen; eine Entzündung der Oberkieferspeicheldrüse
wird als
Parotitis bezeichnet. Als Befund werden lokalisierte, schmerzende
Schwellungen und eine
Verminderung des
Speichelflusses bis hin zum völligen
Einstellen der
Drüsenfunktion beobachtet. Die Ursachen können
infektiöser
oder nicht infektiöser Natur sein:
-
Staphylokokken oder
Streptokokken, eingewandert durch die Drüsenausführungsgänge,
verursachen als "aufsteigender Infekt" eine eitrige Entzündung. Als
Begleiterscheinung sind häufig
Speichelsteine anzutreffen. Diese können andererseits, da sie einen
Sekretstau bewirken, ursächlich für die Entzündung sein
- als
virale
Erreger kommen vor allem das
Mumps-Virus
und Influenza-Viren (Grippe) in Betracht. Hiervon ist besonders die
Ohrspeicheldrüse betroffen
- strahlenbedingte S. aufgrund einer
Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich
- systemische
Autoimmunerkrankungen (z.B.
Sjögren-Syndrom)
können ebenfalls durch mangelnden Speichelfluss eine Entzündung bewirken.
Sialadenose
alt: Sialose, nichtentzündliche Erkrankung des Drüsenparenchyms als
Folge einer Stoffwechsel- oder Sekretionsstörung, kombiniert mit schmerzlosen
wiederholten Schwellungen der betroffenen Speicheldrüsen. Bei der meist
symmetrisch verlaufenden Erkrankung sind vor allem die
Ohrspeicheldrüsen
betroffen (sog. „Parotidose“). Ursachen sind meist endokrine oder
hormonellen Funktionsstörungen, eine gezielte Therapie ist nicht bekannt.
Sialom, Tumor im Bereich des Parenchyms
einer
Speicheldrüse;
Adenom
Sialometrie; Bestimmung, Messung der
Speichelmenge
Sialoloth,
Sialolith, engl.: sialolith,
Speichelstein
Sialolithiasis,
in der Regel durch entzündliche Vorgänge bedingte
Speichelsteinbildung in
den Ausführungsgängen der Drüsen;
Sialoadenitis
Sialorrhö, "Sabbern",
engl.: sialorrhea;
übermäßige
Speichelbildung versch. Ursache (z.B. Parkinson, frühe Schwangerschaft,
Vergiftungen); auch: unwillkürlichen Abfluss von Speichel aus dem Mund,
unabhängig von der Menge der Speichelsekretion;
Ptyalismus
Sialozele
Speicheldrüsenzyste; engl.: do.; hauptsächlich in den sublingualen
(Unterzungen-) und submandibulären (Unterkiefer-) Speicheldrüsen auftretend; die
Parotis ist
selten betroffen.
Speicheldrüsen,
Zyste
Sicard Syndrom
Collet-Sicard Syndrom, Tic douloureux, Glossopharyngeusneuralgie;
eine Berührung in der Gaumengegend (z.B. Gaumenzäpfchen, -mandel, Zungengrund,
Schlucken fester Speisen, bei lautem Sprechen, intensivem Kauen oder Gähnen)
treten messerstichartige Schmerzen auf, welche von einer Gaumenbogenhälfte
ausgehend in die Zunge, Kieferwinkel, Hals u. Ohr ausstrahlen. Die plötzlich
auftretenden Schmerzen können bis zu 2 Minuten andauern und werden durch eine schmerzrefraktäre
Phase abgelöst.
Trigeminusneuralgie
SiC-Index
Significant Caries Index; von Bratthall ursprünglich für die Anwendung
bei 12-Jährigen beschriebene Messzahl – fokussiert auf das Drittel einer
Population mit den höchsten
DMF-T-Werten. Für diese Gruppe wird ein gesonderter Mittelwert
berechnet. Bratthall schlug zusätzlich vor, auch einen Mittelwert für die zwei
Drittel einer Population zu berechnen, die die niedrigsten DMF-T-Werte
aufweisen. Auf diese Weise lässt sich im Zeitverlauf sehr gut abbilden, ob sich
die Karieswerte in beiden Subpopulationen annähernd gleichförmig verändern.
aus
Sicherheitsdatenblatt
Sicherheitsdatenblätter, engl.: material safety data sheet(s); nach der
TRGS 220 4(1) ist ein S. dazu bestimmt, dem berufsmäßigen Verwender die
beim Umgang mit Stoffen und Zubereitungen notwendigen Daten und
Umgangsempfehlungen zu vermitteln, um die für den Gesundheitsschutz, die
Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz der Umwelt erforderlichen Maßnahmen
treffen zu können.
Sicherstellungsauftrag
engl.: service guarantee;
gesetzlich festgeschriebene Verpflichtung der
Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen die ärztliche Versorgung
Gesetzlich Versicherter nach Vertrag sicherzustellen, indem sie ein
qualitativ angemessenes, in zumutbarer Entfernung gelegenes und jederzeit
bedarfsdeckendes und wirtschaftliches Versorgungsangebot einschließlich eines
Notfalldienstes bereithalten.
Diese Verpflichtung kann nach
§72a SGB V an die
Krankenkassen übergehen: "Haben mehr als 50 vom Hundert aller in einem
Zulassungsbezirk oder einem regionalen Planungsbereich niedergelassenen
Vertragsärzte auf ihre Zulassung nach § 95b Abs. 1 verzichtet oder die
vertragsärztliche Versorgung verweigert und hat die Aufsichtsbehörde nach
Anhörung der Landesverbände der Krankenkassen, der Verbände der Ersatzkassen und
der Kassenärztlichen Vereinigung festgestellt, daß dadurch die vertragsärztliche
Versorgung nicht mehr sichergestellt ist, erfüllen insoweit die Krankenkassen
und ihre Verbände den Sicherstellungsauftrag."
Nach § 140a "Integrierte
Versorgung" können die Krankenkassen Verträge über eine verschiedene
Leistungssektoren übergreifende Versorgung der Versicherten oder eine
interdisziplinär-fachübergreifende Versorgung abschließen. Soweit die Versorgung
der Versicherten nach diesen Verträgen durchgeführt wird, ist der
Sicherstellungsauftrag nach § 75 Abs. 1 eingeschränkt.
Versorgungsauftrag
Sicherungskettchen
Sicherungskette, engl.: safety chain; besonders in der
Endodontie
(manuelle
Wurzelkanalbehandlung, kein
Kofferdam)
vorgeschriebene Maßnahme der Sicherung von
kleinen, spitzen Behandlungsinstrumenten gegen ein unbeabsichtigtes
Aspirieren
oder
Verschlucken.
Fremdkörperaspiration
Sickerblutung
Blutung Forrest Ib, engl.: seeping o. oozing hemorrhage;
ständige, stundenlange (bis Tage lange), leichte diffuse Blutung aus einer
Extraktions-
oder Operationswunde, ohne dass ein größeres Blutgefäß verletzt sein muss. Die
mit einer
Drucktamponade meist gut zu beherrschende Komplikation hat ihre Ursache
entweder in einer Blutgerinnungsstörung oder einer Gewebsentzündung im
Operationsgebiet.
Blutgerinnungsstörungen
side shift, Seitwärtsbewegung des
Unterkiefers als Teil der
Bennet-Bewegung
SI-Einheit
engl.: SI-unit; in D gesetzlich vorgeschriebene Maßeinheiten nach dem
Système International d'Unités mit den Grundeinheiten:
Ampere (Stromstärke), Candela (Lichtstärke), Kelvin (thermodynamische
Temperatur), Kilogramm (Gewicht), Mol (Stoffmenge) und Sekunde (Zeit). Hiervon
können die meisten in der Naturwissenschaft üblichen Maßeinheiten ohne
unterschiedliche Umrechnungsfaktoren abgeleitet werden. Z.B.: Becquerel (Bq) = 1
Sekunde-1;
Sievert (Sv) = 1 Joule x kg-1.
Gray,
Ionendosis,
Gonadendosis,
Radioaktivität,
Sievert
Sievert
Abk.: Sv, engl.: do.; Joule/kg, Äquivalentdosis für die
biologische Aktivität einer Strahlenart (RBW = relative biologische
Wirksamkeit); sie hat in der
Strahlenschutzmessung
die alte Maßeinheit "Rem"
(engl. Abkürzung für Radiation equivalent man; 1 Rem = 0,01
Joule/kg = 0,01Sv) nach der Gleichung 1 Sv = 100 rem abgelöst. Identisch
mit der Maßeinheit
Gray.
Da bei der Anfertigung von zahnärztlichen Röntgenaufnahmen Werte im
µ-Sievert-Bereich auftreten, hier eine Umrechnung:
1µ = 1Mikro , Zehnerpotenz: -6 , Dezimal= 0,000 001 , Name: 1
Millionstel.
Curie,
Gonadendosis,
Langzeitdosis,
Personendosis,
Radioaktivität,
Röntgen,
Röntgenstrahlen,
Strahlenrisiko |

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Sigmatismus
Lispeln, Stammeln, engl.: sigmatism;
isolierte Sprachstörung der Aussprache von S-Lauten und deren Lautverbindungen
(z.B. sp, st, spr). Neben anderen Ursachen kommen zahnärztlicherseits u.a. eine
falsche Zungenlage, Fremdkörper in der Mundhöhle (kieferorthopädische Geräte,
Zahnersatz) in Betracht. Bis zum abgeschlossenen Durchbruch der bleibenden
oberen Schneidezähne gilt der S. als noch nicht unbedingt
behandlungsbedürftig.
Weitere Bezeichnungen für Laut-Sprachstörungen sind:
K =
Kappazismus,
R = Rhotazismus, Ch = Chitismus, Sch = Schetismus
Palatogramm
Signifikanz
Bedeutsamkeit, Wesentlichkeit, engl.: significance;
statistisches Maß für die Wahrscheinlichkeit eines Irrtums
("Irrtumswahrscheinlichkeit"), ausgedrückt als "p". In der klinischen
Medizin bezeichnet man p-Werte von p < 0,05 (= 5%) als signifikant; p-Werte von
p < 0,001 (= 0,1%) als hochsignifikant
Silane
Siliziumwasserstoffe, engl.: do.; überwiegend in der
Zahntechnik finden sog.
funktionelle Organosilane als
Haftvermittler zwischen
anorganischen/mineralischen Oberflächen (Legierungen/Keramik),
Kunststoffen (z.B.
Komposites) und
Befestigungszementen Verwendung (sog. Silanisierung). Die so entstandene
Haftbrücke ist gegen Feuchtigkeit, Temperatur und Chemikalien weitgehend
resistent. Bei mechanischer Beanspruchung sollte jedoch nicht auf eine
zusätzliche mechanische
Retention (
Retentionsperlen) und/oder eine zusätzliche chemische Vorbehandlung
verzichtet werden. S. mit niedrigem
pH
(4,0 und 4,5) zeigen etwas stärkere Verbundkräfte als solche mit höherem
pH
(5,5 und 6,0).
1975 wurden erstmals Versuche zur Silanisierung von Metalloberflächen mit
Gamma-Methacryloxy-Propyl-Trimethoxysilan durchgeführt, die aber durch
Wasseranlagerung aus der Mundhöhle keine befriedigenden Werte ergaben. !984
wurden dann durch das spezielle Silicoater-Verfahren (Fa. Kulzer) ein echter
chemischer Haftverbund möglich.
Ormocere,
Verblendkrone
Silber
Argentum, Ag, engl.: silver; wegen seiner hohen Affinität
zum Schwefel im Dentalbereich nicht zu den
Edelmetallen gehörendes Element; Bestandteil von vielen
Dentallegierungen
auf Gold- und Palladiumbasis.
Kolloidales Silber (elektrisch geladene Silberteilchen in Wasser gelöst)
wird therapeutisch in der Medizin dazu benutzt, um Krankheitserreger abzutöten.
Legierung,
Silbernitrat,
Silbersaum
Silberamalgam
engl.: silver amalgam; Vermischung einer "Feilung" aus Silber und Zinn
mit
Quecksilber;
in der
ZHK allgemein als
"Amalgam"
bezeichnet, im Unterschied zum
Kupferamalgam
Silberbromid
"Bromsilber", AgBr, engl.: silver bromide; licht- u.
röntgenempfindliche chem. Verbindung und Hauptinhaltsstoff des
Beschichtungsmaterials von Röntgenfilmen. Je nach
Strahlungsintensität wird
die Kristall-Struktur der Verbindung unterschiedlich stark gelockert. Das so
veränderte S. wird durch
Entwickeln
in Silber verschiedener Graustufen überführt.
Röntgenfilm
Silbernitrat
Höllenstein, Argentum nitricum, salpetersaures Silberoxyd, AgNO3,
engl.: silver nitrate; früher gebräuchliches Ätzmittel gegen Warzen,
überempfindliche Zähne und gutartige Zahnfleischwucherungen. Heute gilt S.
als
obsolet, da es die
betreffenden Partien durch Silberausfällung stark schwarz verfärbt. Gelegentlich
noch Anwendung zum Desensibilisieren ("Imprägnierung", "Unempfindlich machen")
von
überempfindlichen Zahnhälsen im nicht sichtbaren Bereich und als
Notbehandlung
stark zerstörter Milchzähne bei behandlungsunwilligen Kindern.
Howe Verfahren,
überempfindliche Zähne
Silbersaum
Argyrie,
"Perlmuttstomatitis", engl.: argyric line; graue oder
grau-blaue Verfärbung aus Silbersulfid (Ag2S), vornehmlich nach
langfristiger Einnahme silberhaltiger Stoffe (z.B. Brandsalben,
silberhaltige Raucherentwöhnungstabletten, Trinkwasserentkeimung,
Arbeiter in Silberminen; metallisches Silber, Silberstaub, kolloidales
Silber / Silberwasser oder Silbersalze). Gilt als "kosmetische
Verfärbung" und soll medizinisch unbedenklich sein.
Bleisaum,
Schwermetallsaum,
Silber |

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Silberstifte
engl.: silver pins; früher vereinzelt angewandte
Methode der
Wurzelkanalfüllung: Dünne, schmiegsame Silberstiftchen wurden - allein oder
in Kombination mit einer
Wurzelkanalfüllpaste - in den
aufbereiteten Wurzelkanal eingepresst. Dabei erhoffte man sich eine
dauerhafte Keimfreiheit durch ständige Abgabe von (bakterienabtötenden)
Silberionen.
Silensor ® ;
"Schnarcherschutz"
Schnarchen
Silginat
Wortschöpfung aus den Abdruckmaterialien "Silikon"
und "Alginat";
Handelname Kettosil®. Es soll die Vorteile von A-Silikonen und
Alginaten vereinen und somit niedrige Reißfestigkeit mit hoher
Dimensionsstabilität verbinden. Verwendung für die Abformung zur Erstellung
provisorischer Kronen und
Brücken für
einfache herausnehmbare
prothetische Arbeiten oder für die
Kieferorthopädie.
Abdruck
Siliciumcarbid;
Karborund
Silikate
engl.: silicate; Salze der unbeständigen Orthokieselsäure mit Silizium,
welche unter Wasserabspaltung u.a. zu großen Agglomeraten kondensieren können
(Quarz ist das Resultat einer vollständigen Polykondensation). Verwendung in der
ZHK u.a. gemahlen als Ausgangsstoff für
keramische Massen oder Füllkörper bei
zahnfarbenen Füllungen
Silikatzement
Silikatzement
"Silikatfüllung", engl.: silicate cement; erste, kosmetisch
befriedigende "weiße Füllungsmaterialien" der Neuzeit; heute durch modernere
Stoffe (
Füllungsmaterialien) abgelöst. Zusammensetzung:
Pulver: Siliciumdioxid; Aluminiumhydroxid; Calciumoxid; Natriumoxid
Flüssigkeit: Aluminium und Zink in Phosphorsäure
Für Seitenzahnfüllungen und Eckenaufbauten im Frontzahnbereich nicht geeignet.
Weiter kann ein Austrocknen der Füllungen, z.B. durch
Trockenlegen
während einer zahnärztlichen Behandlung sowie durch Mundatmung des Patienten zu
Strukturdefekten (Haarrissbildung) und damit zur
Opazität der Füllung führen.
Steinzement
Silikone
Silicone, Polysiloxane, engl.: silicon; siliziumhaltige
Kunststoffe von großer Wärme- u. Wasserbeständigkeit; chem. als eine
Verknüpfung von Silikonketten mittels Sauerstoffatomen (Si-O- Bindung;
"-Si-O-Si-" = "Siloxan"). In der
ZHK werden diese, zu den
Elastomeren gehörenden
Stoffe, seit 1954 bei der
Abformung eingesetzt. Sie
sind lösungsmittelresistent, biologisch gut verträglich,
wasserabweisend (meist von Nachteil, s.u.) und weitgehend
temperaturunempfindlich.
Beim Einsatz in der
ZHK werden die S. unterteilt in:
- kondensationsvernetzende Silikone
auch: C-Silikone oder K-Silikone; von relativ geringerer
Präzision (bedingt durch Verdunstung von Alkohol), besonders wenn sie nicht
innerhalb von 6-8 Std. zu einem
Modell verarbeitet
werden. Aus diesem Grund heute in der
ZHK bei Präzisionsabdrücken bedeutungslos (
Lagerzeitkontraktion).
- additionsvernetzende Silikone
auch: A-Silikone o. Polyvinylsiloxan; mit einer sehr hohen
Dimensionsstabilität (unter 0,05 Prozent Veränderung; auch bei längerer
Lagerung). Da diese Art durch beigemischte Edelmetallkatalysatoren zum
Abbinden gebracht wird, können Störungen im chemischen Prozess durch
Kontakte zu sog. "Katalysatorgiften" wie z.B.
Latexhandschuhen,
Retraktionsflüssigkeiten oder
Lokalanästhetika
auftreten und die Präzision unter Umständen entscheidend beeinflussen. Auf Grund einer
Verzögerung des an sich guten
Rückstellungsvermögens bis zur endgültigen Abbindung, sollten Abdrücke
erst nach 1-3 Stunden mit einem entsprechenden Material (Modellgips)
ausgegossen werden.
Die Qualität der S.-Abformmaterialien hat heute einen so hohen
Standard erreicht, dass Passungenauigkeiten des daraus gewonnenen Werkstücks
in der Regel auf Verarbeitungsmängel (z.B.
Modellherstellung) zurückzuführen sind.
S. sind von Natur aus wasserabweisend (hydrophob),
was im feuchten Mundhöhlenmilieu häufig sehr nachteilig ist und die Genauigkeit,
besonders im Gebiet des
Sulkus, entsprechend negativ beeinflusst. Aus diesem Grund beziehen sich
Fortentwicklungen dieser Materialien dahin, dass sie durch entsprechende Zusätze
(oberflächenaktive Substanzen wie z.B. Tenside) "hydrophilisiert"
("wasserfreundlich" gemacht) werden.
Eine Neuentwicklung innerhalb der Silikongruppe stellt das Präparat "Silginat"
dar, welches die Eigenschaften von
Alginaten
(feuchtigkeitsfreundlich) und mit denen von S. (präzise) kombinieren
soll.
Abformung,
Elastomere,
Lagerzeitkontraktion,
Latex
Silikophosphat-Zement;
Steinzement
Siliziumkarbid,
Karborund
Silness-Löe-Index,
Belagsindex
Silorane™
neuartiges, schrumpfreduziertes Füllungsmaterial mit Verzicht auf die
herkömmlichen Methacrylate; stattdessen ist eine gänzlich neue Silorane-Matrix
(ringförmige Moleküle) Basis dieses Produktes, welche bei Vernetzung unter
Ringöffnung polymerisiert. Hierdurch soll ein wesentlicher Teil der
konventionell bekannten Schrumpfvorgänge ausgeglichen werden. Bekanntes
Präparat:
Filtek Silorane™ (3M/Espe); das Silorane
System Adhäsiv ist ein selbstätzendes
Zwei-Schritt-Adhäsiv der 6. Generation.
Komposite
>
Simon Aug-Punkt
"Weichteilorbitale", engl.: Simon's aug-dot; Weichteilmesspunkt
zur
kephalometrischen Vermessung: Bei geradeaus blickendem Auge wird der untere
Rand der knöchernen Augenhöhle ertastet und der Hautpunkt bestimmt. Eine
Senkrechte nach unten - die sog. Simon Senkrechte - soll nach Simon im
Normalgebiss durch das mittlere Drittel des oberen
Eckzahns verlaufen.
Simplex-Artikulator;
Gysi,
Truebyte-Artikulator
Single-Point-Technik;
Zentralstiftfüllung
Singultus;
Schluckauf
Sinographie , veraltet: Antrographie,
engl.: sinography, out of use: antrography; diagnostische
Kontrastdarstellung der Nasennebenhöhlen (
Kierferhöhle)
Sinterkeramik;
Keramik
Sintermetalle
Bezeichnung für Stoffe, welche durch eine
Verpressung von
Metallpulvern bei hohen Temperaturen (jedoch unter dem Schmelzpunkt des Metalls)
entstanden sind. Daraus ergeben sich andere metallurgische Eigenschaften (Härte,
Zähigkeit), als wenn das Metall gegossen würde. Zur Verwendung kommen in der
Regel
pulverisierte
Legierungen aus hochschmelzenden, schwierig zu vergießenden Metallen.
Sintern
"Zusammenbacken", engl.: sintering; Verfestigung kristalliner,
körniger oder pulvriger Stoffe durch Zusammenwachsen der Kristallite bei
entsprechender Erhitzung, ohne dass alle Komponenten in eine Schmelze übergehen;
meist im
Vakuum oder unter bestimmten Gasglocken durchgeführt. Geht mit einem (meist
vorhersehbaren) Volumenschwund ("Sinterschwindung") einher - die
Porosität nimmt ab. Spezielle Verfahren ("Sintern an Luft") sollen diese
Nachteile kompensieren.
Keramik,
Sintermetalle,
SLM
(Selective Laser Melting)
Sinusitis
eigentlich: Entzündung der Nasennebenhöhlen, in der
ZHK häufig mit einer Kieferhöhlenentzündung gleichgesetzt, engl.:
(maxillar) sinusitis, sinus infection; Nasennebenhöhlenerkrankung,
bei der die (Kieferhöhlen-)Sinus-Schleimhaut allergisch oder infektiös bedingt
entzündet ist. Die Erreger sind in der Regel Viren, Bakterien wie
Streptokokken und Pilze
("Pilzball", invasive sinunasale
Mykose,
allergische Pilzsinusitis), die meist aus dem Nasenraum - seltener durch eine
offene Verbindung zur Mundhöhle (
Kieferhöhlenperforation)
eingedrungen sind. Unterschieden werden die am häufigsten vorkommenden
rhinogenen (von der Nase ausgehend, meist beidseitig) von den odontogenen
(von den Zähnen abstammend, meist einseitig, ca. 30%-Anteil) und den
hämatogenen (aus dem Blut stammend) Erkrankungen, wobei letztere Form nur
äußerst selten bei schweren Allgemeinerkrankungen zu beobachtet ist. Schmerzen
bedingt durch eine S. strahlen häufig auf die Oberkieferbackenzähne und
den Alveolarfortsatz aus und können zu einer Fehl-Diagnose "Zahnschmerzen"
führen.
In einer amerikanischen Studie wurde bei Patienten, die über ungeklärte
Erschöpfungszustände und Schmerzen klagten, überdurchschnittlich oft eine S.
diagnostiziert. Ursache der odontogenen S. - welche in der Regel nur auf
eine der beidseitigen Kieferhöhlen lokalisiert ist - sind vorwiegend
entzündliche Prozesse an den Wurzelspitzen,
Zysten oder (selten) tiefe
Zahnfleischerkrankungen der oberen Backenzähne. Weiter können nicht regulär
verlaufende zahnärztliche Maßnahmen, z.B. nach Zahnentfernung oder -operation,
Hineinstoßen von Wurzelteilen oder Einbringen von Fremdkörpern (z.B.
Wurzelkanalfüllungsmaterial ("Überstopfen"),
Implantate,
Knochenersatzmaterial), zu einer
iatrogen S.
führen, wobei die sog. Mund-Antrum-Verbindung ("Antrumperforation")
nach einer Zahnextraktion die häufigste Ursache darstellt.
Eine weitere Unterscheidung wird getroffen in:
- akute Sinusitis
begleitet von heftigen
neuralgiformen Schmerzen der betroffenen Gesichtshälfte
und dünnflüssigem Sekretabfluss aus der jeweiligen Nasenhälfte.
Röntgenologisch kaum Veränderungen darstellbar
- chronische Sinusitis
meist schmerzloser Verlauf und unter Umständen wieder in den Zustand einer akuten
Erkrankung bei reduziertem
Immunsystem übergehend.
Ausbildung von Polypen; röntgenologisch gut sichtbare Verschattungen
- eitrige Sinusitis (Antrumempyem,
oroantral empyema)
sich aus einer akuten o. chronischen S. entwickelnde eitrige
Ansammlung mit Sekretabfluss über die Nase oder eine Mundhöhlenverbindung (
Antrumperforation); stinkig riechend; röntgenologisch als totale
Verschattung erkennbar. Sehr schmerzhaftes Druckgefühl mit Schwellung der
betreffenden Gesichtshälfte. Gefahr der Ausbreitung in benachbarte Bezirke
(z.B. Augenhöhle; Orbitaphlegmone). Akute Behandlung mittels Spülungen und
Antibiotika, später meist Kieferhöhlenoperation (
Caldwell-Luc)
unumgänglich
Weitet sich die auf eine Nasennebenhöhle beschränkte
S. auf andere Nasennebenhöhlen (Stirn-, Siebbein- und Keilbeinhöhle) aus, so
bezeichnet man das Krankheitsbild als Pansinusitis. Ausweitungen zur
Augenhöhle hin erfordern eine rasche Behandlung, da sonst die Gefahr einer
Erblindung besteht.
Alveolarbucht,
Heryng
Zeichen,
Mikrodiathermie,
Radix relicta (Wurzelrest),
Sinographie
Sinus maxillaris,
Kieferhöhle
Sinuslift
Sinus-lift-Operation, Sinusbodenaugmentation, Anhebung
des Kieferhöhlenbogens,
Augmentation oder
Elevation des Kieferhöhlenbodens, engl.: (maxillary) sinus
lift(ing); Schlagwortbezeichnung für eine
Augmentationsmethode
im unmittelbaren Bereich unterhalb der
Kieferhöhle bei
einem zurückgebildeten (atrophischen)
Oberkiefer (posteriorer
Alveolarfortsatz):
Implantate
benötigen einen ausreichenden Halt im Kieferknochen und somit ein
bestimmtes Knochenangebot in vertikaler Richtung. Gerade im Oberkiefer-Seitenzahngebiet
ist diese Dicke häufig nicht (mehr) vorhanden. Hinzu kommt, dass der
Oberkieferknochen - im Vergleich zum Unterkiefer - generell von
schlechterer Qualität (spongiös)
ist und im zahnlosen Backenzahnbereich sich die Kieferhöhle bis zum
Alveolarkamm
ausdehnen kann; das Einbringen eines Implantates an dieser Stelle würde
zwangsläufig zur (nicht gewünschten) Eröffnung der Kieferhöhle führen.
Mehrere operative Verfahren werden hauptsächlich angewandt:
Beim zweizeitigem Sinuslift wird zunächst die
Schneidersche Membran
- dieses Häutchen trennt die Kieferhöhle vom Kieferknochen, hat eine
wichtige Schutzfunktion und sollte möglichst unverletzt bleiben - vom
Knochen abgelöst und angehoben ("Sinus lift") und in den entstandenen
Hohlraum
autologer
Knochen (z.B. vom Tuber maxillae, der Linea obliqua, der Kinnregion oder
aus dem Beckenkamm (
Knochenersatzmaterialien,
Knochenspan)) bzw.
ein synthetisches
Knochersatzmaterial hälftig
vermischt mit
autologem Knochen,
eingebracht. Diese Stoffe werden innerhalb von Monaten (6 - 8 Monate, da
die Kalzifikationsrate ca. 1 mm/Monat beträgt) durch körpereigen Knochen
ersetzt. Nach dieser Phase wird implantiert.
Um einen erneuten Eingriff zu vermeiden, wird beim einzeitigem
Sinuslift (sofortige Implantation) in der Regel gleichzeitig das (die)
Implantat(e) eingesetzt. Hierfür müssen mindestens 5 mm Restknochenhöhe
vorhanden sein.
Da das Operationsgebiet seitlich von der Mundhöhle her eröffnet wird,
spricht man bei den oben beschriebenen Op-Methoden auch vom offenen
o. klassischen Sinuslift.
Beim internen Sinuslift wird der Knochen im Implantatbett
nach oben in Richtung Kieferhöhle verdrängt; eine eingebrachte
resorbierbare Membran ("Sperrfolie") schütz die empfindliche
Kieferhöhlenschleimhaut vor Verletzungen. Eine Kombination beider
Op-Methoden ist möglich.
Als Infektionsprophylaxe wird beim S. von versch. Autoren eine
ausreichende
antibiotische
Abdeckung vor dem Eingriff empfohlen.
Beim S. handelt es sich um eine
anerkannte Operationsmethode. Als häufige chirurgische
Komplikation tritt
beim S. eine Perforation der
Schneider´schen Membran auf. In der Literatur werden bis zu 44 % der
behandelten Fälle erwähnt, wobei bei etwa 10 % der Patienten davon
postoperative Beschwerden auftreten. Die Implantat-Überlebensdauer
erweist sich allerdings nicht von dieser Komplikation abhängig. Beträgt
der Winkel zwischen
buccaler und
palatinaler
Knochenwand 60° und mehr, ist das Risiko einer Membranverletzung gering.
Augmentation,
CCARD,
Einlagerungsosteoplastik,
Implantat,
Knochenersatzmaterialien,
Prothesenunfähigkeit
|

Prinzip einer geschlossenen
Sinusboden-Elevation

interner S. im Gebiet der Zähne 15,17 unmittelbar nach
Implantation und klinischer Zustand gut 1 Jahr später
|
Situationsabdruck
Situationsabformung, Erstabdruck, Situationsmodell,
Orientierungsabdruck, engl.: anatomic impression, anatomic cast; auf
Grund eines Abdrucks des (anatomischen) Kiefers hergestelltes
Modell zu
Dokumentations-, Planungs- und Studienzwecken und zur Herstellung eines
individuellen Abdrucklöffels. Im Gegensatz zum
Funktionsabdruck werden
keine Muskelfunktionen mit abgebildet, auf aufwendige
Abdruckmassen
kann verzichtet werden.
Abdruck,
Abdruckarten,
Funktionsabdruck,
Modell.
Situationsnaht
engl.: retention suture; grobe, großzügige Vereinigung der
Wundränder, wenn z.B. ein reguläres, schlüssiges Zusammenfügen der
Wundränder nicht möglich ist (in der Regel nach jeder
Zahnextraktion) oder um nach einer Versorgung durch S. bei
größeren Wunden anschließend einen spannungsfreien Verschluss mittels
Subkutan- und/oder Hautnähten zu ermöglichen.
Naht |

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Siwak
Miswaak, engl.: do., name for chewing sticks to clean teeth;
arabisch für Zahnbürste oder Zahnholz; meist aus Zweigen des Arakbaumes
(Salvadora Perscia), des
Neem tree (Azadirecta indica) oder anderer aromatischer Hölzer mit
antimikrobiellen Eigenschaften (
Zahnbürstenbaum)
bestehend. Durch Untersuchungen in jüngster Zeit wurde festgestellt,
dass die benutzten Hölzer teilweise einen hohen
Fluoridgehalt von 8
bis 22
ppm
(das sind 8 bis 20 tausendstel Promille) aufweisen - offensichtlich war
indirekt die Bedeutung einer
Fluoridierung der Zähne schon im Altertum bekannt.
Zahnbürste,
Zahnbürstenbaum
|

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Sjögren-Syndrom
chronisch-systemische
Autoimmunerkrankung (rheumatoide Erkrankung), engl.:
Sjoergren's syndrome; das zu den häufigsten Erkrankungen des
Immunsystems zählende Syndrom hat folgendes Bild: Die Tränen- und
Speicheldrüsen stellen schleichend ihre Funktion ein, die
Ohrspeicheldrüse
(Parotis) schwillt an und produziert nur noch einen zähfließenden
Schleim (s. Abb.). Die
Zunge
zeigt einen zunehmenden Papillenverlust (Papillenatrophie), wobei die
Oberfläche glatt und gelappt wird (s. Abb. unten).
Histologisch typisch sind eine progressive
Infiltration und schließlich die Verdrängung der Epithelzellen
exokriner Drüsen durch mononukleäre Lymphozyten.
Die Patienten klagen über ein starkes Augenbrennen,
Bindehaut-Entzündungen,
Geschmacksstörungen und
Mundtrockenheit. Es
kann aber auch zu schweren Problemen kommen wie Entzündungen von Nerven,
Taubheitsgefühl, Gelenkrheumatismus oder brennenden Schmerzen - in
seltenen Fällen ähneln die Symptome denen der Multiplen Sklerose. Das
S. betrifft vornehmlich weibliche (90%) Personen. Die Krankheit
tritt meist postmenopausal mit einem Auftretensmaximum im Alter zwischen
40 und 50 Jahren auf; es werden immunologische, genetische, hormonelle
und infektiöse (Viren) auslösende Faktoren diskutiert.
Die Therapie umfasst u.a. außer einer guten
Mundhygiene und lokaler
Fluoridzufuhr, die
Prävention von oralen Infektionen, einen
Speichelersatz sowie die lokale und systemische Anregung der
Speichelproduktion. Bei Patienten, deren Speichelproduktion noch nicht
vollkommen versiegt ist, können Cholinergika (Medikamente, die eine
parasympathomimetische Wirkung hervorrufen) eingesetzt werden.
Autoimmunerkrankungen,
Geschmacksstörung,
Sialadenitis,
Xerostomie
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Skalpell
scharfes chirurgisches Messer, engl.: scalpel; in
unterschiedlichen Größen und Formen, heute meist als Einmalskalpell oder mit
"Einmal-Wechselklinge" gebräuchlich.
Elektrochirurgie,
Inzision,
Lanzette,
Stichinzision
S-Kanal, Lautbildungskanal; der Raum
zwischen Zunge und Gaumen, der bei Phonation von "S" und Zisch-Lauten gebildet
wird.
skelettal
das Skelett (Knochengerüst des Körpers) betreffend. Ausdruck in der
ZHK vor
allem bei
Fehlstellungen der Zähne gebräuchlich: nicht regelrecht stehende Zähne oder
Bisslagen können ihre Ursache einmal in einer Fehlstellung des Zahnes (der
Zähne) (= dentoalveoläre Abweichung) oder einer falschen Bisslage haben. Sie
können aber auch durch ein Missverhältnis des Skeletts (Kopfes) bedingt sein (=
skelettale Abweichung). Bekanntes Beispiel hierfür ist die
Progenie
als skelettale Fehlbildung: die Unterkieferzähne beißen deshalb über die
Oberkieferzähne, weil der Unterkieferknochen zu groß oder der Oberkieferknochen
zu klein ist.
Abweichung,
dentoalveoläre Kompensation,
Fehlstellung
skelettale Reife;
Handröntgenaufnahme
skelettierte Prothese,
Lochplatte
Skorbut
Scharbock, engl.: scurvy; chronische
Vitamin-C-Mangelerkrankung (nach ~ 6 Monaten ohne Zufuhr). Durch
diesen Mangel bedingt, löst der Körper das Material zwischen den
einzelnen Zellen auf; zusätzlich wird dieses Material auch nicht mehr in
ausreichender Menge nachproduziert. Zahnärztlicherseits werden bei der
heute praktisch nicht mehr vorkommenden Erkrankung starke Blutungen des
Zahnfleischs verbunden mit Schwellungen und Zahnlockerungen
beobachtet. |

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Skyces;
Zahnschmuck
S-Linie
Steiner Profillinie, Ästhetische Ebene nach Steiner; Linie,
welche den Mittelpunkt des unteren Nasenrandes mit dem
Hautpogonion verbindet. Liegen die Lippen hinter der Linie, ist das
Lippenprofil zu flach, liegen sie davor erscheint das Profil zu
protrusiv.
Ästhetiklinie,
Steiner Analyse |

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SLM
Abk. von Selective Laser Melting; Gemeinschaftsentwicklung (in 2003) des
Aachener Fraunhofer-Institut und der Firma
zur Herstellung von zahntechnischen
Metallgerüsten.
Üblicherweise stellen Zahntechniker manuell metallische Gerüste für
Brücken und
Kronen her, die als
Unterbau für die keramische Verblendung dienen. Der aufwändige
Herstellungsprozess mit den Arbeitsschritten
Gipsmodell,
Artikulator,
Wachsmodellation, Einbetten bis hin zum Guss dauert mehrere Tage. Bei dem neuen
Verfahren erstellt das
Labor mit einem
optischen Scanner ein
digitales, dreidimensionales Bild, auf welches am Bildschirm eine virtuelle
Brücke/Krone "modelliert" wird. Diese Daten werden an spezielle Zahnlabors
weitergeleitet, wo mittels SLM-Verfahren des Fraunhofer ILT dreidimensionale
metallische Gerüste in wenigen Stunden aus Metallpulver in hunderten von
Schichten mit dem Laser aufgebaut werden. Diese gehen dann wieder in das
Dentallabor zur weiteren Verarbeitung (Fertigstellung).
CAD/CAM-Systeme,
Laser,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
SLPI
engl. für Secretory Leukocyte Protease Inhibitor;
Eiweißverbindung, welche in verschiedenen Körperflüssigkeiten - so besonders
auch im
Speichel - vorkommt und vor Viren und Bakterien schützt. Bei Verletzungen
reguliert SLPI die Mechanismen, die für die Heilung und Desinfektion der Wunde
sorgen. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass bei Entzug des für die
SLPI-Bildung zuständigen Gens die Wunden nicht mehr heilten oder sich stark
entzündeten. Trug man SLPI auf die Wunden auf, so setzte der Heilungsprozess
spontan ein.
Speichel
SmartPrep
™
SmartBurs; rotierende (Einmal-)Instrumente
("Bohrer")
zur
Kariesentfernung,
welche aufgrund ihrer Konstruktion zwischen gesundem und kariösem
Dentin
unterscheiden können (nach Hersteller
,
Lakewood, USA) sollen. Das Arbeitsteil des SmartPrepTM-Instruments
besteht aus einem neuartigen, selbstlimitierenden Polymerkunststoff.
Behandlung von Milchzähnen,
Bohrer,
Präparation |
Smearlayer,
smear layer, "Schmierschicht";
Adhäsivtechnik
Smearplug,
smear plug; bei der
Wurzelkanalaufbereitung auftretende "Abfälle" aus gelösten Dentinteilchen,
Pulpenrestgewebe und Mikroben, welche die angrenzenden Dentin- und
Seitenkanälchen verschließen; es werden Eindringtiefen bis zu 40µm beobachtet.
Schmierschicht,
Wurzelkanalspülung
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