Das Zahn Medizin Wissen -
Q-Implant _bis_ Quincke Ödem-
es wird der Versuch unternommen, typische und
häufige Behandlungsformen in einer zahnärztlichen Praxis allgemeinverständlich
zu erläutern und Fragen dazu zu beantworten. Bilder die beim Überfahren mit
der Maus -aus dem "Pfeil" eine "Hand" entstehen lässt-; können per Doppelklick
vergrößert werden.
Suchen Sie bei unklaren und heftigen Beschwerden unbedingt
einen Arzt auf! Es wird ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass diese Webseite, kein Ersatz für einen Arztbesuch ist.
Auf die Ausführungen im
Disclaimer
wird zusätzlich hingewiesen.
Q-Implant
einphasiges
Implantatsystem, welches entweder direkt durch das Zahnfleisch oder
nach Aufklappung der
Schleimhaut in den
Kieferknochen eingedreht wird (selbst schneidendes Gewinde). Die
Oberfläche des Schraubenteils ist säuregeätzt und mit Aluminiumoxid
abgestrahlt, was eine bessere
Osseointegration bewirken soll. Gedacht ist diese Art nach
Herstellerangaben sowohl für eine Sofort-, wie auch Spätversorgung.
Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor.
Implantat
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QLF, engl. Abk. von quantitative
light-induced laser fluorescense,
Kariesdiagnostik,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
Quaddel
Urtika, engl.: wheal or urtica; rosafarbene bis weißliche
beetartige (Schleim-)Hauterhebung. Kann in der
ZHK Folge
einer lokalen Überempfindlichkeitsreaktion nach
Infiltrationsanästhesie auftreten bzw. als Test auf eine etwaige
Empfindlichkeit gegen lokale Betäubungsmittel durchgeführt werden, indem eine
kleine Menge des
Medikamentes direkt unter die Schleimhaut injiziert wird (sog. "Quaddeln").
Quadrant
Kieferquadrant, "Kieferviertel", engl.: do.; in der
ZHK übliche Einteilung des gesamten Kiefers (Ober- und Unterkiefer) in 4
Quadranten (Zählung im Uhrzeigersinn verlaufend, beginnend mit dem rechten
Oberkiefer). Begrenzungspunkte sind jeweils die Mitte der mittleren
Schneidezähne.
Zahnschema
Qualität
Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer
Tätigkeit bzw.
Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Kriterien
beziehen.
Qualitätsmanagement
Zahnmedizin und Qualität
Qualitätsinstitut
engl.: "quality institution"; Schlagwortbezeichnung für das nach der
Gesundheitsreform (2004) gegründete
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
mit empfehlenden Charakter.
Die Aufgaben des Instituts sind:
- Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen medizinischen
Wissensstandes zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren bei
ausgewählten Krankheiten.
- Erstellung von wissenschaftlichen Ausarbeitungen, Gutachten und
Stellungnahmen zu Fragen der Qualität und Wirtschaftlichkeit der im Rahmen
der Gesetzlichen Krankenversicherung erbrachten Leistungen. Dabei sollen
alters-, geschlechts- und lebenslagenspezifische Besonderheiten
berücksichtigt werden.
- Bewertung evidenzbasierter Leitlinien für die epidemiologisch
wichtigsten Erkrankungen, Abgabe von Empfehlungen zu
Disease-Management-Programmen.
- Weiter soll das geplante Institut objektive Kriterien entwickeln, so
dass therapeutische Verfahren verglichen werden können.
- Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln.
- Bereitstellung von für alle Bürgerinnen verständlichen allgemeinen
Informationen zur Qualität und Effizienz der Gesundheitsversorgung.
Gesundheitsreform 2004,
Produktsicherheitsrat,
Qualitätssicherung,
Selbstverwaltung,
Zertifizierung
Qualitätsmanagement
QM, engl.: quality assurance and control; Oberbegriff für alle
organisierten Maßnahmen, die der Verbesserung von Produkten, Prozessen oder
Leistungen jeglicher Art dienen und diese für die Zukunft sichern; bisher keine
einheitliche Definition für die Medizinberufe: Die DIN Vorschrift ISO 9000
schreibt einleitend zum Qualitätsmanagement: "Ein Qualitätsmanagementsystem
(QM-System) soll dazu dienen, dass ein Kunde (Patient) Vertrauen in die
Fähigkeiten des Lieferanten (Arztes) findet". Juristisch wird definiert: "Qualität
ist Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte
und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen."
In diesen Definitionen fehlen allerdings für die Medizin so wichtige Dinge wie
Ethik und Persönlichkeit des Individuums "Patient" - deshalb sind derartige
Definitionen und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen in der Medizin
umstritten und häufig nicht praktikabel. Hinzu kommt, dass häufig die Begriffe
Q. und
Qualitätssicherung verwechselt oder miteinander vermischt werden.
Im Rahmen des Q. tauchen verschiedene Begriffe auf, die zuweilen nicht
klar getrennt werden:
Die Strukturqualität umfasst die Voraussetzungen, die für die
Erbringung einer hohen Leistungsqualität erforderlich sind. Grundvoraussetzungen
für diese Qualitätsdimension sind: Qualität der Ausbildung (Praxisinhaber,
Mitarbeiter usw.) und Ausrüstung. Grundfrage: WER macht es
Die Prozessqualität bezieht sich auf alle Handlungen, die
notwendig erscheinen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Grundfrage: WIE
machen wir es?
In diesen Bereich gehören die diskutierten QM-Systeme
Die Ergebnisqualität bezieht sich auf den Grad des erreichten
Erfolges, z.B. anhand eines Vorher-Nachher-Vergleichs. Grundfrage: WAS soll
dabei herauskommen.
Für das zahnärztlichen QM lässt sich der Begriff eher als eine gezielte
qualitative Überprüfung und Leistungserbringung in allen Bereichen (Behandlung,
Hygiene, Röntgen, Labor, Verwaltung, Rezeption usw.) definieren, um die Qualität
der angebotenen Dienstleistung - der Abläufe in der Praxis insgesamt - zu
verbessern. Zahnarztpraxen waren verpflichtet, bis Ende 2010 ein praxisinternes
QM-System eingeführt zu haben. Dies beruht auf der sog. "Richtlinie des
Gemeinsamen Bundesausschusses über grundsätzliche Anforderungen an ein
einrichtungsinternes Qualitätsmanagement in der vertragszahnärztlichen
Versorgung (Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragszahnärztliche Versorgung)"
auch "QM-RiLi", welche am 31.12.2006 in Kraft trat.
"
Die QM-Richtlinie für Vertragszahnärzte beschreibt die Grundelemente, die
in bei der Umsetzung von QM in den Praxen zu berücksichtigen sind. Sie stellt
eine Mindestanforderung dar.
Das QM ist an die Bedürfnisse der jeweiligen Praxis anzupassen.
Vorgabe zur Umsetzung ist ein Zeitraum von vier Jahren.
Die Grundelemente und Instrumente sind vom Vertragszahnarzt zu dokumentieren.
Die Einführung des einrichtungsinternen QM wird von den
KZVen begleitet:
vier Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie fordern sie jährlich zwei Prozent
der Vertragszahnärzte per Stichprobe auf, Dokumentationen vorzulegen.
Die Ergebnisse des Stands der Umsetzung meldet die
KZBV, die von den
KZVen informiert wird, an den
Gemeinsamen Bundesausschuss.
Grundelemente eines einrichtungsinternen QM
sind: die Erhebung und Bewertung des Ist-Zustandes, die Definition von Zielen,
die Beschreibung von Prozessen und Verantwortlichkeiten, die Ausbildung und
Anleitung aller Beteiligten, die Durchführung von Änderungsmaßnahmen, die
erneute Erhebung des Ist-Zustandes, die praxisinternen Rückmeldungen über die
Wirksamkeit von QM-Maßnahmen. Dem zugrunde liegt die Methodik des
Qualitätskreislaufs.
Die
Vertragszahnärzte können auf vorhandene QM-Systeme zurückgreifen oder
ein eigenes QM-System einsetzen. Die KZVen stehen ihnen dabei beratend
zur Seite. QM muss dabei individuell auf die spezifischen und aktuellen
Gegebenheiten und Bedürfnisse der Patienten, der Praxisleitung und der
Praxismitarbeiter bezogen sein."
Auf dieser Grundlage können grob drei
versch. QM-Systeme vom Typ her
unterschieden werden (Stand 2011):
Kammer- bzw. KZV-Systeme
Systeme, die von den Vertreibern von Praxissoftware angeboten werden
Frei auf dem Markt erhältliche Systeme von einer Vielzahl von Anbietern mehr
oder weniger guter Qualität.
Bei allen Managementmaßnahmen ist zu beachten, dass die oben erwähnte QM-RiLi
zwar ein Vorhandensein eines QM-Systems in
der Praxis vorschreibt, nicht aber eine Zertifizierung! Die in
diesem Zusammenhang häufig erwähnte DIN EN ISO 9000 mag zwar sinnvoll sein, wird
aber nicht gefordert.
Zur Überprüfung eines funktionierenden QM-Systems
werden ab 2011 zufällig zwei Prozent der Praxen jährlich ausgewählt. Sollten die
Kriterien der Richtlinie (s.o.) nicht eingeführt sein, so werden entsprechende
Beratungsgespräche von den
KZVen durchgeführt;
Sanktionen sind z.Zt. nicht geplant bzw. vorhanden.
Assessment,
Benchmarking,
Disease-Management,
Gemeinsamer Bundesausschuss,
Gesundheitsmangement,
Normenausschuss Dental,
Qualitätssicherung,
Qualitätswettbewerb,
Telematik,
Zahnärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (ZZQ),
Zertifizierung
Qualitätssicherung
qualitätssichernde Maßnahmen, Sammelbegriff für unterschiedliche Ansätze
und Maßnahmen zur Sicherstellung festgelegter Qualitätsanforderungen; Gesamtheit
der Umsetzung von Maßnahmen, die der Sicherung eines definierten Qualitätsniveau
führen, engl.: quality assurance, quality protection;
Im medizinischen Bereich im
Sozialgesetzbuch V vorgeschriebene Maßnahmen bei der Versorgung
Gesetzlich Versicherter. So heißt es u.a.:
"Bei der Festlegung von Qualitätskriterien für
Zahnersatz ist der Bundesinnungsverband der Zahntechniker zu beteiligen; die
Stellungnahmen sind in die Entscheidung einzubeziehen.
Der Zahnarzt übernimmt für
Füllungen und die Versorgung mit Zahnersatz eine zweijährige Gewähr.
Identische und Teilwiederholungen von Füllungen sowie die Erneuerung von
Zahnersatz einschließlich
Zahnkronen sind in diesem Zeitraum kostenfrei vom Zahnarzt vorzunehmen......
Längere Gewährleistungsfristen ... können vereinbart werden.... Die Zahnärzte,
die ihren Patienten eine längere Gewährleistungspflicht einräumen, können dies
ihren Patienten bekannt machen."
Mit dem
Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) wurden neu Qualitätskriterien bei
gesetzlich Versicherten eingeführt:
§§ 135a Abs. 2, 136 Abs.2, 136b
SGB V:
Verpflichtung zur Einführung und Weiterentwicklung von "einrichtungsinternen"
und "einrichtungsübergreifenden Maßnahmen des
Qualitätsmanagements"
K(Z)Ven
müssen "fördern", kontrollieren (Stichproben) und Ergebnisse dokumentieren
Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA) legt "Kriterien zur Qualitätsbeurteilung"
fest
Darüber hinaus finanziert jeder
Vertrags(zahn)arzt über Honorarabschläge bzw. über seinen K(Z)V-Beitrag das
nach §§ 139a-c
SGB V zu gründende
"Institut für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen".
Entsprechende Richtlinien sind vom GBA aber noch nicht beschlossen worden
(Stand: Juni 2005), es ist auch keine Terminsetzung seitens des Gesetzgebers
dafür vorgesehen. So ist auf den
Internetseiten des GBA zu lesen: "Beschlüsse zu diesen Bereichen (§ 135 a
und b) werden für die vertragsärztliche Versorgung vom Unterausschuss
‚Qualitätsbeurteilung und -sicherung' vorbereitet. Ein entsprechender
Unterausschuss für den Bereich der vertragszahnärztlichen Behandlung ist noch in
Gründung". Dieser Sachverhalt wird auch von der
bestätigt, der Erlass von
Richtlinien zum einrichtungsinternen Qualitätsmanagement steht weiterhin nicht
auf der Tagesordnung des GBA.
Benchmarking,
Degression,
Fortbildung,
Gemeinsamer Bundesausschuss,
Leitlinie,
Normenausschuss Dental,
Produktsicherheitsrat,
Qualitätsmanagement,
,
Qualitätswettbewerb,
Qualitätszirkel,
Zahnärztliche Stelle,
Zahnärztliche
Zentralstelle Qualitätssicherung (ZZQ),
Zertifizierung
FDA,
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ),
Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz
Qualitätswettbewerb
im Gesundheitswesen (ab 2004); durch das
Gesundheitsreformgesetz geforderter, auf drei Säulen beruhender
Qualitätswettbewerb:
- auf der Basis eines zwischen
Kassen und
KVen
vereinbarten Versorgungsauftrages, der auch Qualitätsanforderungen
beschreibt;
- auf der Basis von
Disease-Management-Programmen, an denen Ärzte und Versicherte freiwillig
teilnehmen;
- alternativ dazu im Rahmen von Direktverträgen zwischen Ärzten, anderen
Leistungserbringern und einzelnen Kassen, um die
integrierte Versorgung zu fördern.
Qualitätsinstitut,
Qualitätszirkel,
Röntgenverordnung
Qualitätszirkel
engl.: quality circle; als freiwilliger Zusammenschluss von
(Zahn-)Ärzten, welche untereinander in kleinen Gruppen ihr eigenes Handeln
kritisch diskutieren, Verbesserungsvorschläge erarbeiten und versuchen - daraus
folgernd - eine Verhaltensänderung zu erreichen. Folgende Kriterien gelten für
einen Q.:
- Leitung durch einen zahnärztlichen Moderator
- Themen und Arbeitsweise werden selbst bestimmt (= autonom)
- hauptsächlich praxisbezogene interkollegiale Diskussionen
- regelmäßiges Treffen mit fester Teilnehmergruppe
Fortbildung,
Qualitätssicherung
Quartalsabrechnung;
Kassenabrechnung
Quecksilber
lat.: hydrargyrum, etwa: „flüssiges Silber", engl.: mercurial,
mercury, quicksilver; chem. Element, welches bei normaler
Temperatur flüssig ist und bei Raumtemperatur - für den Organismus giftig -
durch Verdampfung in die Atemluft übergeht; Aufbewahrung deshalb immer in
geschlossenen Behältern oder unter Wasser. Seine (ungiftigen) Legierungen mit
anderen Metallen (bis auf Eisen und Platin legiert sich Q. mit jedem
Metall) werden als
Amalgame bezeichnet.
Wie giftig Q. ist, hängt sehr stark davon ab, in welcher Art chemischer
Verbindung es vorliegt. In der Natur entsteht aus vielen Quecksilberverbindungen
das besonders gefährliche Methylquecksilber, das sich in der
Nahrungskette anreichert und vor allem Meerestiere belastet.
Hauptzufuhr in der menschl. Nahrung erfolgt durch Fisch, ohne dass bisher aus
Ländern mit traditionell hohem Fisch-Nahrungs-Anteil (z.B. Japan) eine
Vergiftung der Bevölkerung eingetreten ist. Daneben spielt der Q.-gehalt
der Atemluft durch Industrie, Regenwaldrodungen, Vulkane, Chlorproduktion,
Müllverbrennungsanlagen und Kohlekraftwerke eine nicht zu unterschätzende Rolle;
dagegen wird die Aufnahme aus korrekt verarbeitenden Amalgamfüllungen (
Quecksilberfreisetzung aus
Amalgamfüllungen) von Fachleuten als äußerst gering und unbedenklich
angesehen.
Zum Vergleich: Der weltweite jährliche Vulkanausstoß enthält geschätzte
50.000 Tonnen und die Verdampfung aus den Weltmeeren ~ 9.000 Tonnen Q.
Das meiste menschlich beeinflussbare Q. wird von
Fabriken ins Abwasser abgegeben, wo es anschließend Fische aufnehmen. So gehören
die Inuit in Grönland, die sich zum Großteil von Fisch ernähren, zu den weltweit
am meisten belasteten Völkern, wenn man einmal von den Anwohnern der Goldminen
in den Entwicklungsländern absieht, wo das Q. zur Gewinnung des
Edelmetalls benutzt und danach meist ins Wasser abgelassen wird.
Die weltweite Produktion und Verarbeitung von Q. ist in den letzten 20
Jahren gesunken. Dieser Trend ist auch in der
ZHK zu beobachten: So sank der Verbrauch in den USA von 44 t (1990) auf 31 t
(1996) und in Dänemark von 3,1 t (1982) auf 1,2 t (2001). In der zahnärztlichen
Praxis kann Untersuchungen zufolge durch konsequenten Einsatz von Filtersystemen
("Amalgamabscheider")
der Quecksilberanteil im Abwasser um 91-99% reduziert werden.
Verhalten nach einem Quecksilber-Unfall (aus
Ärztezeitung):
Schritt 1: Kontakt mit quecksilberhaltigem Material vermeiden, Handschuhe
verwenden, Plastiküberzieher für Schuhe nutzen, alle Fenster öffnen.
Schritt 2: Absichern des kontaminierten Bereichs, nicht über den verseuchten
Boden laufen, verhindern, dass Material verschleppt wird.
Schritt 3: Material vorsichtig aufnehmen, nicht mit Staubsauger - dessen Abluft
verbreitet das Quecksilber im ganzen Raum -, wenn vorhanden, Absorbermaterialien
benutzen.
Schritt 4: Bereich kontrollieren, mit Taschenlampe kontaminierte Stellen
absuchen, Handschuhe, kontaminierte Gegenstände (auch Plastiküberzieher) in
sicheren Behälter geben.
Schritt 5: Kontaminierte Materialien bei Recyclinghöfen oder ähnlichem
entsorgen.
Amalgam,
Edelmetalle,
Feilung, Kaugummitest,
Quecksilberallergie,
Quecksilberfreisetzung,
Quecksilbervergiftung,
Trituration
Quecksilberallergie
sehr seltene allergische Reaktion (
Kontaktallergie) vom Typ IV auf das Schwermetall
Quecksilber (
Quecksilberfreisetzung). Klinische
Symptome können
Ekzeme
im Mundbereich, Mundschleimhautgeschwüre,
lichenoide Veränderungen und
chronisch
rezidivierende Aphthen sein. Nachweis mittels
LTT
(LymphozytenTransformations-Test).
Im Laienvokabular werden häufig subjektive, schwer verifizierbare
Unverträglichkeiten auf Quecksilberverbindungen (z.B.
Amalgam) mit
einer Q. oder "Quecksilbervergiftung"
gleich gesetzt. Die
Gesetzlichen Krankenkassen verlangen den fachärztlichen Nachweis einer Q.,
wenn sie eine amalgamfreie Füllungsbehandlung bezahlen sollen.
Quecksilberfreisetzung
aus Amalgamfüllungen, mercury release out of amalgam fillings;
z.B. beim Kauen oder Knirschen erfolgender
Abrieb des Füllungsmaterials und damit einer Freisetzung von
Quecksilber in Spuren und Nachweis im
Speichel ("Speichel-Quecksilberbestimmung").
Wissenschaftliche Untersuchungen (Prof. Schiele, Jena, ZM 89,2000) zu diesem
Thema zeigen folgende Ergebnisse:
- Direkt nach dem
Zähneputzen bzw.
Kaugummikauen kommt es vereinzelt kurzfristig zu einem Anstieg der
Quecksilber-Werte auf bis zu 1200µg/l (Vergleich: "Ruhespeichel"
ca. 5µg/l) in Abhängigkeit von der
Abrasivität der
Zahnpasta. Davon sind über 90% an Partikel gebunden und werden auf dem
kürzesten Weg - als ohne Körperbelastung - wieder ausgeschieden.
- Unter "giftigen" (toxikologischen) Aspekten von größerer Bedeutung sind
die freigesetzten Quecksilberdampfwerte, welche zu ~80% vom Körper
aufgenommen werden. Sie fallen mit mittleren Steigerungsraten um den Faktor
2-3 wesentlich geringer aus und sind zeitlich eng begrenzt und erhöhen die
natürliche Quecksilberbelastung (Atemluft, Nahrungsverzehr) um etwa 10%.
- Es wird festgestellt, "...dass Zähneputzen und gelegentliches
Kaugummikauen nur einen geringen Einfluss auf die Atemluft haben können und
auch eine intensive
Mundhygiene zu keiner toxikologisch relevanten Mehrbelastung des
Menschen mit Quecksilber führt".
- Insgesamt besteht keine Veranlassung, die bewährten Mundhygienemaßnahmen
und Produkte aus Sorge vor einer erhöhten Quecksilberbelastung zu verlassen.
Eine Bestimmung der Quecksilberfreisetzung durch sog. "Speicheltests" oder
"Kaugummitests" gilt heute als
obsolet, da
derartige Methoden die Oxydationsstufe des Quecksilbers nicht ermitteln und so
zu völlig falschen Schlussfolgerungen führen. Es besteht nur eine geringe, nicht
eindeutige und individuell unterschiedliche Abhängigkeit zwischen der Zahl der
vorhandenen Amalgamfüllungen und den gefundenen Quecksilberwerten.
Speicheltest
Amalgam,
Amalgamabscheider,
Amalgamentfernung,
Bleichen,
Galvanismus im Mund,
Kaugummitest,
Kondensation,
Mobilisationstest, Quecksilberallergie,
Quecksilbervergiftung
Quecksilber-Exposition beim Entfernen von Amalgamfüllungen
Quecksilberstomatitis
Stomatitis mercurialis, Kussmaul-Lackrachen, engl.: mercurial
stomatitis; als Folge einer
chronischen
Quecksilbervergiftung. Im Erscheinungsbild ähnlich einer
Stomatitis
ulcerosa.
Quecksilbervergiftung
Quecksilberintoxikation, Merkurialismus, Mercuriosis,
Hydrargyrie, Hydrargyrose, engl.: mercury poisoning; durch
Quecksilberdämpfe oder chem. Verbindungen mit dem Metall
Quecksilber hervorgerufene Gesundheitsschäden. Äußerst selten vorkommende,
anerkannte Berufskrankheit bei Personen, welche in quecksilberverarbeitenden
Betrieben die erforderlichen Schutzmaßnahmen nicht einhalten. In der
Zahnarztpraxis könnte bei nicht eingehaltenen Lüftungs- und
Verarbeitungsvorschriften vornehmlich das Praxispersonal gefährdet sein, da
dieses in der Regel - je nach Praxisstruktur - mehrmals am Tag mit diesen Stoffen
umgeht. Eine Patientengefährdung gilt als ausgeschlossen, da die
Luftkonzentration des Quecksilbers weit unter der Menge der Quecksilberaufnahme
aus der täglichen Nahrung (Fisch, Salate usw.) liegt.
Man unterscheidet die akute von der chronischen Q.:
akute Q.: vermehrter Speichelfluss, Metallgeschmack,
Magenschmerzen, Geschwüre in der Mundhöhle, blutige Durchfälle,
Nierenschädigungen.
chronische Q. (Mercuriosis): dunkler Zahnfleischsaum (Quecksilbersaum;
nicht identisch mit sog.
Amalgamtätovierung), Schädigung von Leber, Niere und zentralem Nervensystem,
Haarausfall, zittrige Handschrift; im Mund und Rachenbereich in Form einer
Quecksilberstomatitis.
Mobilisationstest, Quecksilberallergie,
Quecksilberfreisetzung aus
Amalgamfüllungen,
Schwermetallsaum,
Speicheltest,
Trituration
Quengeln
langsames passives Mobilisieren eines zusammengezogen Gelenkes. Dabei wird ein
langsam zunehmender Dauerzug bis zur Schmerzgrenze mittels "Quengelapparat"
(Schienen, Gipsverbände mit Gelenken usw.) angewandt.
QEP = Qualität und Entwicklung in Praxen;
Qualitätsmanagement
Querschnittsstudie
Querschnittsuntersuchung, engl.: cross-sectional study; relativ
einfache, praxisorientierte statistische Untersuchungsmethode; z.B. zur
Verweildauer ("Haltbarkeit") von Zahnersatz:
Man (nach-)untersucht nach einem festgelegtem Zeitraum (oder Zeiträumen)
eingegliederte
Kronen
und
Brücken und bewertet deren Qualität (z.B.
Randschluss), ohne dass das Präparieren und Einsetzen (wie?, von wem?, unter
welchen Bedingungen?) des
Zahnersatzes auch schon Inhalt der Studie war. Ein Nachteil von Q.
ist die Unsicherheit über die zeitliche Abfolge des Risikofaktors und der daraus
entstehenden Erkrankung.
Beginnt eine bestimmte Studie bereits beim Eingliedern des Zahnersatzes und wird
dieser nach einem bestimmten Zeitraum nachuntersucht, so spricht man von einer
Longitudinalstudie (L.; engl.: longitudinal study). Diese
Untersuchungsart gibt korrekter die Haltbarkeit eines bestimmten Zahnersatzes
wieder als die Q.; ist allerdings aufwendiger in der Durchführung und ist
mit dem Problem behaftet, dass es sehr schwierig ist, einen best. Patienten
lückenlos zu überprüfen.
Bei Veröffentlichungen zu einem bestimmten Material oder Verfahren werden häufig
beide Studienmethoden - wissenschaftlich nicht korrekt - miteinander vermischt
und verfälschte Ergebnisse (werbewirksam?) wiedergegeben.
Blindversuch,
Evidenz,
klinische Studie,
Odds,
repräsentative Studie
Quetschbiss
"Quetscher", engl.: mushbite; einfache Form einer
Biss-Registrierung: Der Pat. beißt in
habitueller
Okklusion meist auf eine vorher plastisch gemachte Wachsplatte (in
neuerer Zeit auch Kunststoff-/Silikon-Behelfe), welche an den Berührungspunkten
der Ober- mit den Unterkieferzähnen (
Okklusion) von den
Antagonisten
durchbissen wird; ansonsten zeigen die Impressionen eine ungefähre Form der
Kauflächen.
Häufig kann ein Q. zur genauen Verschlüsselung der Kieferrelation auf dem
Modell ausreichen. In unklaren Fällen und Situationen sollte auf
beständigere bzw. stabilere Materialien und Methoden zurückgegriffen werden (
Registrat,
Registrierung).
Quick-mount,
Schnellübertragungsbogen,
Übertragungsbogen mit Ohroliven
QuickTimeTrance
"Kinderhypnose", engl. Schlagwortbez. für eine spezielle
Hypnosezahnbehandlung von Kindern und Grundschulkindern. Der kleine Patient
wird bei dieser besonderen Form der Bewusstseinseinengung durch kurze, schnell
wechselnde und angenehme Trance-Erlebnisse (Trance = begrenzte Aufmerksamkeit)
in einen Zustand versetzt, der das Aufbauen und Ausbreiten kindlicher
Angstzustände
verhindert und dadurch die Behandlungsbereitschaft fördert. Trancezustände sind
bei Kindern leichter als bei Heranwachsenden zu erreichen, ebenso ist die
Rückkehr ins "Normale" schneller. Bekanntes Beispiel ist das häufig beobachtete
"mit offenen Augen träumen" bei Kindern. Erreicht werden derartige Zustände z.B.
durch entsprechende Geschichten, Traumreisen, Zaubern oder auch Singen.
Analgosedierung,
Erhaltung von Milchzähnen,
Hypnose,
Sedierung
Quick-Wert
Quick-Test, Blutgerinnungstest, Abk.: Qu.-Wert, Qu.-Test,
"Prothrombin-Thromboplastin-Zeit",
engl.: Quick's (blood coagulation) test; von dem
Arzt und Biochemiker A. J. Quick wurde im Jahr 1935 zum ersten Mal ein
Labortest zur Kontrolle der Gerinnungsfähigkeit des Blutes beschrieben.
Hierbei wird Zitratplasma mit einem Überschuss an Gewebsthrombokinase
und Calciumionen inkubiert; die Dauer bis zum Eintritt der Gerinnung ist
von der Aktivität der
Blutgerinnungs-Faktoren I, II, V, VII und X im Plasma abhängig. Als
normal gelten Werte von 70 bis 130 Prozent; dies entspricht einem INR
(s.u.) zwischen 0,9 und 1,2.
Hauptsächlich angewandt bei Patienten, welche als
Infarkt/Embolie-Prophylaxe
blutgerinnende Medikamente einnehmen müssen (Überwachung einer
Antikoagulantienten-Therapie). Dabei orientiert sich der sog. Q.
an der Blutgerinnungszeit von Gesunden: Deren Blutplasmagerinnungswerte
zwischen 11 und 16 Sekunden werden als 100% angesehen. Kleinere
zahnärztliche Eingriffe (z.B.
Extraktionen) sind ab einem Q. von etwa 30 % ohne größere
Nachblutungsgefahr möglich.
In neuerer Zeit wird verstärkt der von der
WHO empfohlene INR-Wert (engl.: International Normalized
Ratio) angewandt. Der INR-Wert gibt das Verhältnis zwischen der
Gerinnungszeit des Patientenplasmas und der Gerinnungszeit eines so
genannten Normalplasmas unter Berücksichtigung des
Empfindlichkeitsfaktors (ISI = International Sensitivity Index,
der Bezug zum Standardthromboplastin der Weltgesundheitsorganisiation
(WHO) herstellt) an. Hiernach sind kleinere chirurgische Eingriffe bei
Werten um 2,5 möglich.
Der Bestimmung des Q. wird eine weniger große Aussagekraft
nachgesagt, weil die Abweichungen von Labor zu Labor viel zu groß sei,
bedingt durch Art und der Charge des bei der Messung verwendeten
Thromboplastins. Verlässlich sei nur der INR-Wert, weil dieser
immer zu einem standardisierten Referenzplasma bestimmt wird. Man kann
dann daraus wieder den Q. ableiten:
Der INR-Wert verhält sich umgekehrt wie der Quick-Wert (siehe Grafik):
Mit abnehmendem Quick-Wert wird die INR größer, das heißt, die
Gerinnungszeit verlängert sich, die Blutungsgefahr nimmt zu. Mit
zunehmendem Q. wird die INR kleiner, das heißt, die
Gerinnungszeit verkürzt sich, die Thrombosegefahr nimmt zu. Eine feste
Formel zur Umrechnung des Q.-Wertes in den INR-Wert ist auch
näherungsweise nicht möglich.
Bei zahnmedizinischen Eingriffen unter oraler Antikoagulation stellt
sich die Frage, ob man diese pausiert und ob sie durch eine andere
Antikoagulation (in der Regel niedermolekulares, subkutan verabreichtes
Heparin) ersetzt werden muss. Hierbei muss das Risiko für perioperative
Blutungen gegen das Risiko für thrombembolische Ereignisse abgewogen
werden.
Acetylsalicylsäure,
Blutgerinnungsstörungen,
Hämatom,
Heparin,
Kumarin,
Nachblutung,
Thrombin. |

© der Grafik:
Christa Meyszner in
www.venenpraxis-kamen.de/
|
Quigley-Hein-Index,
Plaqueindex;
Quincke Ödem
angioneurotisches
Ödem, engl.: Quincke's (o)edema;
subkutane (allergiebedingte) Schwellungen, welche sich bevorzugt an
Lippen, Augenlidern und im Genitalbereich entwickeln; in der Mundhöhle
können der Rachen und die Zunge ebenfalls betroffen sein. Ursachen
können Medikamente (z.B.
Antibiotika,
Acetylsalicylsäure), Infektionen und Nahrungsmittel sein, wobei bei
sensibilisierten Patienten lebensbedrohliche
anaphylaktische Reaktionen auftreten können.
Davon abzugrenzen ist das autosomal-dominant vererbte (hereditäre)
angioneurotische Ödem (Angioödem), welches sich - ohne
Quaddelbildung - schon meist in der Kindheit
manifestiert.
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ausgeprägtes Lippenödem beim
Melkersson-Rosenthal-Syndrom |
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Aktualisierung der Artikel 2012