PNF
Abk. für: Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation,
physiotherapeutische Behandlungsmethode; bedeutet frei übersetzt das
"Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur". Gemeint ist damit in der Physiologie
die Reizbildung und -leitung im nervalen und muskulären System für ein
sinnvolles Zusammenspiel aller Muskeln und Gelenke des Körpers.
alternative Behandlungsmethoden
Pogonion
Pog; Kinnhöcker, Kinnvorsprung,
Mentalpunkt, engl.: do.; vorderster (ventralste) Punkt des
Kinns in der
Median-Sagittal-Ebene;
mit Unterteilung in Knochenpogonion und Hautpogonion
("Weichteilkinn").
A-Pog-Ebnene,
Ästhetiklinie,
E-Linie,
Fazialebene,
Gonion,
Kieferprofilfeld,
Mandibularlinie,
Messpunkte,
Mundtangente,
PM-Punkt,
S-Linie
(Steiner Profillinie) |

|
Point; von engl. = Spitze;
Schlagwortbezeichnung für eine
Guttaperchaspitze oder einen Stift im Rahmen einer
Wurzelkanalfüllung
Point Konzept, im Sinne einer
Qualitätssicherung neu eingeführtes Praxiskonzept von privater
Anbieterseite.
point centric;
Zentrik
Polihexanid
PHMB (Polyhexamethylenbiguanid), kationisches Diguanidin, Handelsname
Lavasept®; in der Medizin vielseitig eingesetztes
Antiseptikum (wirkt nicht gegen Viren u. Pilze); als
plaquehemmende Lösung (Mundspülung; 0,12 prozentig) Verwendung in der
ZHK (z.B.
Peri Care™).
Wegen der guten Gewebeverträglichkeit ist P. ein Wirkstoff erster Wahl
bei empfindlichen und schlecht heilenden chronischen Wunden. Für die Mundhöhle
liegen noch keine Langzeitergebnisse vor.
Chlorhexidin
Poliklinik
engl.: outpatients' department ; an ein Krankenhaus oder eine Klinik
angeschlossene Abteilung zur ambulanten Untersuchung und Krankenbehandlung. Als
Ambulatorium ("Ambulanz") bezeichnet man eine P. kleinerer
Größe.
Politur
Polieren, Oberflächenglättung, engl.: polish, finish;
(meist) mechanisches (maschinelles) Verfahren zum
Vergüten einer Füllungsoberfläche oder eines Zahnersatzstückes mit möglichst
geringer Rauhtiefe (im µ-Bereich; Ergebnis ist ein
Glanz der Oberfläche durch Lichtreflexion auf glatter Fläche); ebenso zur
Glättung der natürlichen Zahnoberfläche nach
Konkremententfernung.
Mit aufeinander abgestuften Polierinstrumenten wird die Oberfläche von
Unebenheiten bereinigt und bietet so der
Plaque weniger
Gelegenheit zur Anhaftung. Besonders bei
Gussfüllungen ist durch eine spezielle Poliertechnik mit sog.
Schlagpolierern ein "Überdecken" des kritischen
Füllungsrandes zum
Kavitätenrand hin möglich; Bakterien können so kaum noch unter die Füllung
wandern. Gut polierte
Amalgamfüllungen (P. frühestens nach 24 Std. möglich) behalten über
viele Jahre ihren silbrigen Glanz;
Komposites verfärben sich nach einer guten Oberflächenglättung durch
Nahrungsfarbstoffe weniger; auf gut polierten Zahnoberflächen setzen sich
weniger
Beläge
und Konkremente
an. Die P. von
Kunststofffüllungen bewirkt zusätzlich eine signifikante Reduktion von
Spalträumen
zwischen Zahn und Füllung. Dabei zeigt eine P. nach 24 Stunden den
größeren Effekt als eine sofortige P.
Karbidbohrer und Polierscheiben können ohne
Kühlung sicher
und ohne Pulparisiko verwendet werden. Gummipolierer
hingegen führen ohne Kühlung zu einem starken intrapulpalen Temperaturanstieg
und zu einer möglichen Schädigung des Zahnnervs.
In der
ZHK werden als Poliermittel eingesetzt (Größe der Partikel zwischen 2
u. 100 µm; absteigend nach ihrer Härte geordnet):
Aluminiumoxid, Siliziumcarbid
Bimsstein
Kieselgur
Schlämmkreide (Calciumcarbonat)
Poliergrün (Chromdioxid, Cr2O3)
Polierrot (auch:
Pariser Rot;
Eisenoxid, Fe2O3)
Zinkoxid (ZnO)
Gummipolierer
Anfinieren,
Ausarbeiten,
Brünieren,
Finieren,
Hochglanz,
Mikroabrasion,
Pariser Rot,
Retentionsstellen,
Schlagpolierer,
Schleifen,
Schwabbel.
Politzer-Dusche
Politzer-Luftdusche, engl.: Politzer's treatment, tympanic
inflation; diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der
Ohrtrompetenfunktion: mittels eines birnenförmigen Ballons wird Luft in ein
Nasenloch hineingepresst (das andere Nasenloch wird dabei zugedrückt). Dies
erfolgt entweder simultan beim Schlucken oder beim Sprechen eines phonetischen
Lautes ("Kuckkuck"). Dadurch strömt die Luft durch die Tuba Eustachii zum
Mittelohr. Es besteht bei dieser Methode die Gefahr der Keimverschleppung in das
Mittelohr (Cave: Erkältung).
Polyalveolyse, ungewöhnliche Bezeichnung
für eine schwere Form der
Parodontitis marginalis profunda
Osteolyse
Polyamid
engl.: polyamide; vielseitiger, thermoplastischer
Kunststoff. Grundstoffe sind Polymere, deren Monomer-Einheiten durch
Polykondensation zwischen einer Carboxylgruppe und einer Aminogruppe verknüpft
werden (Peptidbindung). Einsatz in der
ZHK u.a.
als Prothesenbasismaterial oder als
chirurgisches Nahtmaterial
Polyether
Polyäther engl.: polyether (impression material); Oberbegriff für
versch. organische Verbindungen, deren Monomere über eine Sauerstoffbrücke
("Etherbindung") miteinander verbunden sind; zu den
Elastomeren gehörende chem. Verbindungen.
In der
ZHK als
Abformmaterialien eingesetzt, sind sie - ähnlich wie die
A-Silikone - äußerst präzis und bei trockener Lagerung volumenstabil (über
mehrere Tage). Als Vorteil gegenüber den
Silikonen wird ihre relative "Wasserfreundlichkeit" gewertet - eine
Eigenschaft, die im feuchten Mundhöhlenmilieu von Bedeutung ist.
Den Silikonen ähnlich, reagieren P. empfindlich gegen Stoffe aus
Lokalanästhetika und
eisensulfathaltigen Mitteln (z.B. in das
Zahnfleisch zurückdrängenden Mitteln enthalten). Die Lagerung des Abdrucks
sollte bis zur Verarbeitung trocken und dunkel (UV-Licht zersetzt die Masse)
erfolgen.
Bekannte Handelsmarken sind im zahnärztlichen Bereich Impregum® und Permadyne®
Abdruck,
Elastomere
Polyethylenglykol
PEG; Formel: H-[-O-CH2-CH2-]n-OH, flüssige bzw. wachsartige bis feste
Kunststoffe;
sie sind ungiftig, können aber die Haut reizen und sie durchlässiger für
Schadstoffe machen. Verwendung als Bindemittel, Emulgatoren, Weichmacher oder
Trennmittel. Gelegentlicher Einsatz in
Zahnpasten um das Feststoff-Wasser-Öl-Gemisch der Cremes zu stabilisieren.
Trotz gegenteiliger pauschalierter Behauptungen über die Gefährlichkeit von P.,
ist das vielfach in
Zahnpasten
eingesetzte PEG-40 Hydrogenated Castor Oil (hydriertes, mit PEG-40 umgesetztes
Riziniusöl) einer der am besten schleimhautverträglichen und toxikologisch
geprüften Inhaltsstoffe.
Polyglas
auch Polyglass, engl.: do.; zu den zahnfarbenen Werkstoffen gehörendes
Füllungsmaterial. Im Gegensatz zu den gebräuchlichen
Komposites weist P. keine keramischen Füllkörper auf, sondern besitzt
solche auf Glasbasis (leicht modifizierte
Feinstpartikelhybrid-Kompositmaterialien). Nach Herstellerangaben soll dieser
Werkstoffe (Handelsnamen z.B. Solitaire®, Artglass®) bessere Härte- und
Schrumpfungseigenschaften besitzen. Untersuchungen an 430
Seitenzahnfüllungen zeigen gegenüber den Kompositen zwar verbesserte
Verarbeitungseigenschaften, aber keine grundsätzlich besseren
Materialeigenschaften.
Komposite
Polygnathie
äußerst seltene Missbildung in Form einer Vermehrung der Unter- oder
Oberkieferanzahl bei einem Individuum (Di- und Polygnathie bzw. Digenie).
Dadurch bedingt auch erhebliche Erhöhung der Zahnanzahl in beiden
Dentitionen.
Polyhexanid
PHX, zur Gruppe der Biguanide gehörendes kettenförmiges Polymer
mit ausgezeichneter
antimikrobieller Wirkung; in der Mitte des letzten Jhds. zusammen mit
Chlorhexidin
(CHX) von ICI im Rahmen der Suche nach einem Malariawirkstoff entwickelt.
Während CHX - gilt heute (2010) als
Standard
in der Mundhöhle - hauptsächlich
bakteriostatisch (= wachstumshemmend) wirkt, ist PHX schon in geringen
Konzentrationen
bakerizid (= abtötend), dafür aber als Reinsubstanz weniger lagerstabil. In
der Mundhöhle meist in Kombination mit Betainen (= hochwirksame
waschaktive Substanzen) angewandt
Resistenzen
sind bisher nicht bekannt; eine Beschränkung der Anwendungsdauer bei
Mundspülungen besteht nicht.
Polymere
engl.: do.; aus vielen
Monomeren
aufgebaute, meist organische Verbindungen mit einer Molekülmasse über 10.000.
Diese Verknüpfungen können durch Polymerisation, Polyaddition oder
Polykondensation entstehen.
Monomere, Polymerisation
Polymerisation
engl.: do.; chemisches Verfahren zur Herstellung von
Kunststoffen: Zusammenschluss ungesättigter
Monomere oder von Monomeren mit instabilen Ringsystemen zu
Polymerisaten. Im Gegensatz zur Polykondensation werden hierbei keine
Spaltprodukte wie Wasser frei.
Dentale Kunststoffe für Zahnersatz (
Prothesenbasis) werden überwiegend durch eine
Heißpolymerisation verarbeitet. Hierbei werden 3 versch. Techniken im
Druckkessel unterschieden:
Kurzzeitverfahren: erfolgt im Druckkessel ("Druckpolymerisation", "Kurzzeitpolymerisation"),
wo das Werkstück innerhalb 20 min auf 100° gebracht wird; diese Temperatur wird
für weitere 30 min beibehalten
Mittelzeitverfahren: Startpolymerisation für 60 min bei 75°, dann 30 min bei
100°
Langzeitverfahren: über 12 Std bei 50°, dann für 2 Std bei 120° ("Langzeitpolymerisation")
als historisch gilt inzwischen das Kochen im Wasser über 8-12 Std ("Nasspolymerisation")
Die bei der P. auftretende Temperatur - Polymerisationswärme -
infolge der Kettenwachstumsreaktion ist bei einer direkten Verarbeitung im Mund
nicht unproblematisch; man geht davon aus, dass ein Anstieg um maximal 5,5°C die
Grenze darstellt, die noch eine Erholung der Zahnpulpa von
derartigen Schäden erlaubt.
Konversionsrate, Polymerisationswärme,
Prothesenbasis,
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren,
Restmonomer
Polymerisation, lichtinduzierte
"Lichthärtung", Lichtpolymerisation,
Photopolymerisation, engl.: light-cured polymerization; u.a.
in der
ZHK angewandtes Verfahren zur Aushärtung von Füllungskunststoffen (
Komposite) und
Versiegelungsmaterialien. Dieses Verfahren hat das früher übliche "2
Pasten Verfahren" bzw. das
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren abgelöst, bei welchem einer Grundpaste
zum Abbinden eine Katalysatorpaste beigemischt wurde. Das Prinzip der
L. läuft über sog. Startermoleküle ("Initiatoren", meist das
gelbliche Kampherchinon mit einem Absorptionsmaximum von 468 nm),
welche unter dem Einfluss einer Polymerisationslampe Radikale
bilden, die den Anstoß zu einer Polymerisationsreaktion (Kettenwachstum)
geben und somit das vormals plastische Material starr werden lassen.
Dadurch ist ein zeitunabhängiges Verarbeiten des Füllungswerkstoffs
möglich: die Paste wird in die
Kavität eingebracht, entsprechend ausgeformt und dann durch
Lichtzufuhr Behandlergesteuert ausgehärtet. Da der Füllungswerkstoff
Licht absorbiert, ist die L. nur bis zu einer gewissen
Füllungsdicke (< 2-6 mm, je nach Material bei den gebräuchlichen
Halogenlampen) technisch möglich. Es wird bei dickeren Füllungen deshalb
die sog.
Sandwich-Technik angewandt.
Die Qualität von Füllungen mittels L. wird neben einer korrekten
Verarbeitung ganz wesentlich von der Lichtintensität - vor allem der
Konzentration beim Beginn ("Initiatorkonzentration") - und der
Lichtdauer beeinflusst. Dabei gilt folgende Abhängigkeit: Eine hohe
Lichtintensität wirkt sich negativ auf den
Randschluss (
Polymerisationsschrumpfung) aus, im umgekehrten Fall werden bei zu
geringer Intensität die physikalischen Eigenschaften negativ
beeinflusst;
Konversionsrate.
Die konventionelle Lichthärtung erfolgt mit 400 mW/cm2 für 20-40 Sek
(Materialabhängig). Neuere Verfahren, z.B. mittels Soft-Start ansteigend
von 100-600 mW/cm2 oder mit Unterbrechungsmodus, d.h. beginnend mit 100
mW/cm2 für 3 Sek., anschließend eine dreiminütige Pause und ansteigend
auf 600 mW/min für 37 Sek. bewirken keine Verbesserung der
Verbundfestigkeit.
Noch nicht vorhanden ist bisher eine sog. Lichtsignatur von
Seiten der Hersteller der jeweiligen Kunststoff-Füllungsmaterialien
(Komposites), welche ausdrückt, dass nach entsprechenden Testungen das
jeweilige Material mit einem bestimmten Lampentyp (s.u.) oder mit allen
Geräten ausgehärtet werden kann, da die Dauer und Art der
Lichtaktivierung entscheidend für die Materialqualität, Langlebigkeit
und Kosmetik der Füllung ist.
Bei den Lichtquellen (Polymerisationslampen) werden versch.
Systeme voneinander unterschieden:
- UV-Lampen (Ultraviolett-Polymerisation):
in der Anfangszeit der Lichtpolymerisation gebräuchlich; heute aus
prophylaktischen Gründen nicht mehr verwendet, da nur ein Teil des
UV-Spektrums zur Polymerisation nötig ist, der überwiegende Anteil
des Lichtes aber das umgebende Gewebe belastet.
- Halogenlampen:
Quarz-Wolfram-Halogenlampen, welche mit einem in das Halogen-Edelgas
(Brom o. Jod) eingebetteten Wolframfaden Strahlen erzeugen, wobei
mittels Filter Strahlung aus dem blauen Bereich mit einer
Wellenlänge von 380 - 520 nm herausgefiltert wird; Lichtintensität
>500 mW/cm2 , Lichtausbeute mit 0,7 % sehr gering. Bestrahlungszeit
mind. 20 Sek. Hohe Temperaturentwicklung.
Neuartige LED-Systeme (s.u.) sind konventionellen
Halogen-Polymerisationslampen nicht nur hinsichtlich der geringeren
Hitzeentwicklung und besseren Flexibilität überlegen, sondern
erzielen auch bessere Ergebnisse bei der Aushärtungstiefe der
Komposite.
- Plasmalampen:
"Hochdrucklampen", aus der Kfz-Technik bekannt, auf Argon-
oder Xenon-Basis mit einem schmalen Emissionsspektrum von 440-500
nm; Intensität ~ 1370 W/cm2, welche durch ihre wesentlich höhere
Intensität in kürzerer Zeit (ca. 5 Sek.) in eine Tiefe bis zu 12 mm
vordringen sollen; relativ große Abwärme (
Polymerisationswärme).
Inwieweit diese Art die Qualität der Füllung beeinflusst, wird in
der Literatur unterschiedlich angegeben; Langzeituntersuchungen
fehlen: so wird neben einer mangelnden Tiefenhärte auch die erhöhte
Tendenz zur
Spaltbildung durch die energiereiche Strahlung im Bereich der
Füllungsränder beobachtet.
Eine Genfer Studie (Werkstoffexperten Krejci) kann keine
wesentlichen Vorteile der Plasmalampe gegenüber der Halogenlampe bei
der Polymerisation von
Komposites feststellen. Beim direkten Beleuchten eines
Komposit-Testkörpers erzielte die Plasmalampe (Apollo 95 E) zwar
bereits nach 3 s Polymerisationszeit die gleiche Vickershärte wie
sie mit einer Halogenlampe erst nach 40 s Aushärtezeit erreicht
werden konnte. Allerdings: Sobald das Plasmalicht nicht direkt,
sondern indirekt auf das auszuhärtende Komposit einwirkte, nahm die
Härte deutlich ab.
- Laser-Lampen
z.B. Argon-Laser, sehr gut begrenzter Spektralbereich; wegen hoher
Anschaffungskosten und komplexer Technik kaum gebräuchlich
- LED-Lampen (Light Emitting Diodes):
relativ hoher Wirkungsgrad (ca. 7 %) bei langer Lebensdauer
(konventionelle Lampen ca. 100 Std.; LEDs ca. 10.000Std.) und
geringer Abwärme. Das LED-Prinzip basiert auf Halbleiterverbindungen
(Strahlung durch die Elektronenbewegung von Quarzen), die den Strom
direkt in Licht umwandeln; dabei ist die Wellenlänge des Lichts von
der Grundsubstanz des LEDs und dem Dotierstoff abhängig, welcher bei
blau emittierenden LEDs in der Regel auf GaN- oder SiC-Basis beruht.
Neuere Konstruktionen arbeiten mit einem Spezial-Chip mit 16
Indium-Gallium-Nitrit-Dioden auf einer Fläche von 4 mm und stellen
so eine der hellsten LED-Lampen ihrer Art dar. Da ein enges
Spektrum in der Größe des Absorptionsmaximums der
Startermoleküle erzeugt wird (ca. 450 bis 490 nm), kann mit
bedeutend weniger Energie gearbeitet werden; verbunden damit ist
eine geringere Temperaturentwicklung. Allerdings muss die
Wellenlänge der Lampe mit denen das Absorptionsspektrums von
Startermolekülen (s.o.) und Komposites übereinstimmen.
Lampen der ersten Generation konnten bestimmte Photoinitiatoren
(z.B. Phosphinoxidderivate wie Lucirin TPO, weiße Farbe,
Absorptionsbereich zwischen 350 u. 430 nm) nicht aushärten - neuere
Lampen haben dieses Problem nicht mehr; dies aber besonders deshalb,
weil auch die Hersteller von Füllungsmaterialien ihre Produkte auf
die zukunftsweisende LED-Technologie umgestellt haben.
Neuartige LED-Systeme sind konventionellen
Halogen-Polymerisationslampen nicht nur hinsichtlich der geringeren
Hitzeentwicklung und besseren Flexibilität überlegen, sondern
erzielen auch bessere Ergebnisse bei der Aushärtungstiefe der
Komposite.
- Wichtiges Kriterium bei den Lampen ist nicht die Leistung
am Austritt des Lichtleiters (so wird sie von den Anbietern
angegeben) sondern in 5mm Entfernung, hier zeigen sich - bedingt
durch die Optik - gravierende Unterschiede zwischen den
verschiedenen Modellen
- Allerdings zeigen Untersuchungen (Kubo, S et al.: The effect of
light-curing modes on the microleakage of cervical resin composite
restorations. J of Dentistry (2004) 32, 247-254), dass für die "Microleakage"
als Maßstab der Dichtigkeit keine signifikanten Unterschiede
zwischen den einzelnen Herstellern und Lichthärtungsprogrammen
gefunden werden konnten.
C-Faktor,
Komposite,
Konversionsrate,
Langzeitpolymerisation,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Lichtkeil, Poylymerisation,
Polymerisationsschrumpfung,
Polymerisationswärme,
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren,
Sandwich-Technik. |

Polymerisations-
lampe beim Legen einer
Komposit-Füllung |
Polymerisationslampe;
lichtinduzierte Polymerisation
Polymerisationsschrumpfung
engl.: polymerization shrinkage; beim Verarbeiten von
kunststoffhaltigen Füllungswerkstoffen ("weißen", stopfbaren Füllungen
wie z.B.
Komposite) auftretende negative Eigenschaft. Dabei erfolgt die P.
zum Massenzentrum des eingebrachten Füllmaterials und nicht zum Zahn hin
und beträgt - je nach eingesetztem Material zwischen 2 und 4 %. Die
dadurch verschlechterte
Randdichtigkeit der Füllung kann durch geeignete Maßnahmen (Sandwich-Technik,
adhäsive Befestigung) entgegengewirkt werden. Auch den neuartigen
Kunststoffen fehlt noch immer das von der Wissenschaft gesteckte Ziel
einer P. von unter einem Prozent. Seit jeher bestand die
Hauptstrategie zur Reduzierung der P. darin, den Anteil der
Füllstoffe zu erhöhen. Der Grund der P. liegt aber in der
Harzmatrix: Da sie während der Polymerisation unweigerlich
schrumpft, kann nur ein Wechsel dieses Materials zu einer
durchgreifenden Lösung führen (
z.B.
Silorane).
Eine
Schichttechnik und/oder das Einbringen einer ersten Lage
fließfähigen Komposits ("bond-to-flowable"-Technik) werden häufig
empfohlen, um die Auswirkungen der P. möglichst gering zu halten.
Die P. kann zu postoperativen Missempfindungen,
Spaltbildung und
Schmelzrissen führen. Bei
Kavitäten der
Klasse I und Klasse V werden meist keine messbaren Abweichungen der
Höckerspitzen festgestellt. Bei ausgedehnten Restaurationen der
Klasse II MO und
MOD finden sich deutliche Veränderungen in der Lagebeziehung der
Höckerspitzen, indem sich diese zueinander bewegen. Diese nach innen
gerichtete Bewegung der
Höcker
nimmt analog zur Größe der Kavitäten zu, was bedeutet, dass die bei
Aushärtung von Komposite auftretenden Kräfte (
Polymerisationsschrumpfungskraft) mit steigender Ausdehnung der
Kavitäten zunehmen und so zu Symptomen wie Spaltbildung und
Schmelzrissen führen können.
Adhäsivtechnik,
Haltbarkeit von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen,
Inserts,
Komposit-Inlay,
Lichtpolymerisation,
Lichtkeil, Polymerisation,
Prothesenbasis |

|
Polymerisationsschrumpfungskraft
engl.: polymerization shrinkage force; Produkt aus
Polymerisationsschrumpfung und
Elastizitätsmodul (hoher E-Modul = starres Material) des jeweiligen
Kunststoffes. So schreibt
Prof. Dr. Claus-Peter Ernst dazu:
"Ein hoher Elastizitätsmodul beschreibt ein starres Material, ein niedriger ein
eher elastisches. Reduziert man jetzt einseitig die Polymerisationsschrumpfung
über eine Erhöhung des Füllergehaltes, bleibt logischerweise ein geringerer
prozentualer Matrixanteil zurück. Da die Matrix die einzige schrumpfende
Komponente im Komposit ist, reduziert sich damit automatisch die
Polymerisationsschrumpfung. Da die Matrix aber auch die einzige elastische
Komponente darstellt, reduziert sich im gleichen Ausmaß die Elastizität – was
einen höheren E-Modul bedingt (hoher E-Modul = starres Material). Das Produkt
aus E-Modul und Polymerisationsschrumpfung bleibt demzufolge nahezu unverändert.
Da aber nicht die Polymerisationsschrumpfung, sondern die
Polymerisationsschrumpfungskraft verantwortlich für Abrisse an den
Kavitätenwänden ist, bleibt die Randintegrität entsprechend unbeeinflusst. Also
muss die Polymerisationsschrumpfungskraft reduziert werden und nicht lediglich
die Polymerisationsschrumpfung! Ein Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Ein
Mikrofüllerkomposit hat aufgrund seines reduzierten Füllergehaltes eine deutlich
höhere Polymerisationsschrumpfung als ein Hybridkomposit, weist aber eine nicht
im selben Ausmaß höhere Polymerisationsschrumpfungskraft auf, da durch den
höheren Matrixanteil natürlich auch ein stärkeres elastisches Potenzial gegeben
ist, das die höhere Schrumpfung in Hinblick auf die effektive
Polymerisationsschrumpfungskraft reduziert. Dasselbe Phänomen ist bei
Flowkompositen gegeben: Auch hier kann über die erhöhte Elastizität die höhere
Schrumpfung in gewissen Grenzen kompensiert werden."
Komposite,
Polymerisationsschrumpfung
Polymerisationswärme
engl.: heat of polymerisation; die bei einer
Polymerisationsreaktion entstehende Wärme wird an die Umgebung abgegeben,
d.h. beim Legen einer
Kunststoff-Füllung oder Herstellung eines
Kronenprovisoriums hauptsächlich auf das angrenzende
Dentin, welches
ein schlechter Wärmeleiter ist. Diese Eigenschaft bedeutet für die
Zahnpulpa einen gewissen Schutz, welcher ausreicht, die
natürlicherweise auftretenden Temperaturmaxima in der Mundhöhle (~ 60 °C bei
heißen Speisen und schützendem
Schmelzmantel)
abzufangen. Die Zahnpulpa selbst reagiert sehr empfindlich
auf direkte Temperaturerhöhungen. So werden 42 °C als biologischer Grenzwert
angegeben.
Bei der Füllungspolymerisation sind die Zeitdauer der Temperatureinwirkung, die
Dicke der Dentinschicht und die Höhe der auftretenden Temperatur entscheidend.
So können schon Temperaturen von 46 °C während des chemischen Vorgangs bei
entsprechender Höhe und Dauer zu irreversiblen Schäden am
Zahnnerv führen. So geht man davon aus, dass bei einer Dentindicke von 2 mm
eine Temperaturreduktion von etwa 44–50 % erreicht wird.
Polymethylmethacrylat
PMMA, "Plexiglas", engl.: PMMA, Acrylic; seit den 30er Jahren des
letzten Jhds. bekannter, kratzfester, durchsichtiger Kunststoff von hoher
Festig- und Mundbeständigkeit, empfindlich gegen Schlag und Spannung. In der
ZHK beliebt wegen guter Mundbeständigkeit und sehr guter Verträglichkeit bei
einfacher Verarbeitung. Grundstoffe sind Aceton, Blausäure, Methanol und
Schwefelsäure. Als
Prothesenbasismaterial wird P. mit Metallsalzen zu einer
zahnfleischähnlichen Farbe eingefärbt. Weitere Einsätze in der
ZHK sind
Aufbiss-Schienen und
Kieferorthopädische Behandlungsgeräte.
Diacrylate,
Kunststoff,
Methacrylate,
Paladon® Verfahren,
Prothesenbasis
Polyp
meist gutartiges Schleimhautgeschwulst in Form einer Vorwölbung,
häufig auf der Basis einer chronischen Entzündung; umgangssprachlich für die
Wucherungen der Rachenmandeln oder Nasenschleimhaut gebraucht.
Adenom,
Pulpapolyp
Polyphyodontie
dauernder Zahnwechsel, engl.: polyphyodontia; ständig dauernder
oder möglicher Zahnwechsel. Mit Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen
Wirbeltieren die Zähne ständig ersetzt. Bei den meisten Säugetieren und beim
Menschen werden die Zähne einmal im Leben gewechselt (Diphyodontie), wenn
das sog.
Milchgebiss gegen das bleibende Gebiss ausgewechselt wird (
Wechselgebiss).
Hautzähne,
Heterodontie,
Zahn
Polysialie, erhöhter Speichelfluss ;
Ptyalismus,
Xerostomie
Polysiloxane;
Silikone
Polysulfide
engl.: polysulfide (impression material); in der
ZHK kaum noch gebräuchliche
elastisch-irreversible Abdruckmaterialien. Gründe sind vor allem die beim
Abbindungsprozess stattfindende Verdunstung des Kondensats, welches zu nicht
mehr tolerablen Volumenveränderungen bei einer
Präzionsabformung
führt.
Abdruck,
Elastomere,
Lagerzeitkontraktion
Polyzythämie
Polycythaemia vera, engl.: do.;
erblich
bedingte Vermehrung der roten Blutkörperchen im peripheren Gewebe. Symptome u.a.
starke Gesichts- u. Zungenrötung
Pontic
von pons = Brücke; andere Bezeichnung für ein
Brückenzwischenglied. Historisch auch als Bezeichnung für
Langstift-Facetten-Zähne, welche in ein Brückenzwischenglied eingenietet (
Schlagpolierer) werden.
Pont Index
Molarenindex, Prämolarenindex, engl.: do., nach dem franz.
Zahnarzt Albéric P., 1870-1960 benannt; heute nur noch selten
benutzte Messzahl; sie gibt die Beziehung zwischen der Breite der vier
oberen Schneidezähne (SIOK) entweder zu der vorderen
Zahnbogenbreite oder zu der hinteren
Zahnbogenbreite an (s. Abb.). Dabei bestehen folgende Zusammenhänge
(aufgestellt für Südfrankreich, Werte für Mitteleuropa zu groß):
(SIOK x 100) : vordere
Zahnbogenbreite = 80
(SIOK x 100) : hintere
Zahnbogenbreite = 64
Will man nun die
Zahnbogenbreiten berechnen, so gilt:
vordere Zahnbogenbreite = (SIOK x 100) : 80 =
Prämolarenindex
hintere Zahnbogenbreite = (SIOK x 100) : 64 =
Molarenindex
Fehlen eine oder mehrere obere Schneidezähne, so kann der
Tonn-Index herangezogen werden, der die unteren Schneidezähne
mit einbezieht.
Für Mitteleuropa wurden die Werte nach Korkhaus/Schmuth modifiziert.
Zusätzlich hat Korkhaus Werte für die Zahnbogenlänge (Lo u. Lu auf
Abb.) aufgestellt.
Abweichung,
Arch Length Discrepancy (ALD),
Bolton Analyse,
Eckzahndistanz,
Kölner Sollwerte,
Neff-Verhältnis,
Platzbedarfsanalyse,
Prämolarenbreite,
Tonn Index,
Zahnbogenbreite,
Zahnbogenindex,
Zahnreihe,
Zygion-Alveolar-Index
|


Zahnbogen:
Längen, Breiten, Tiefen
|
Pontostruktor;
Parallelometer
Porion
Po, engl.: do.; kraniometrischer Messpunkt: höchster Punkt des
knöchernen Gehöreingangs (porus acusticus); nicht deckungsgleich mit dem
tastbaren Hautporion (dem obersten Punkt des Gehöreingangs am Lebenden).
Frankfurter Horizontale,
Gebisswinkel, Profilanalyse
Porphyromonas gingivalis
P.g., obligat
anaerober,
Gram-negativer
Keim, gilt
als einer der Haupterreger für eine
Parodontitis. Er verfügt über sehr viele Proteasen und baut daher stark
körpereigenes Kollagen und Antikörper ab. Der gramnegative Erreger P.g.
gilt als sog.
Leitkeim, da er häufig in bestehenden parodontalen
Läsionen,
selten aber in gesundem Gewebe vorgefunden wird. Sein Auftreten korreliert mit
Alter, Mundhygiene und Schweregrad der parodontalen Schädigung.
Markerkeime
Porzellan
engl.: (dental) porcelain; hochwertige Keramikwerkstoffe mit hoher
Dichte aus kaolinitischem Ton, Feldspat und Quarz; weiß, sehr hart und von
geringer Porosität. In der
ZHK
kommen die sog. "harten" P. (hoher Feldspatanteil) für
Zahnersatzarbeiten und
Implantate
zur Anwendung. Über eingelagerte Metalloxide lässt sich die Farbe variieren.
Die erste dokumentierte Anwendung von P. in der europäischen
ZHK wird
Nicolas Dubois de Chémant (1753-1824) zugeschrieben, der die Entdeckung des
Apothekers Alexis Duchateau aufgriff.
Keramik
Positioner
engl.: do.; kieferorthopädisches Behandlungsgerät aus weichbleibendem
Kunststoff. Zweck des P. ist die Fixierung eines regulierten
Gebisszustandes ("in Position zu halten"; unter Umständen können noch kleinere Korrekturen
der
Okklusion durchgeführt werden), besonders in der Wachstumsphase, um
Rückstellungen der regulierten Kiefersituation zu vermeiden.
Aligner,
Behandlungszeitraum,
Retainer,
Retentionsphase,
Rezidiv
Positionierungsschiene;
Repositionsschiene
Positivkinn
positives Kinnprofil, engl.: positive chin; normale
Kinnstellung und -
ausprägung des heutigen Menschen; im Gegensatz zum Negativkinn
("fliehendes Kinn") der Frühmenschen. Das P. gilt beim Europäer als am
besten ausgebildet.
Davon abzugrenzen ist das vorstehende
Kinn beim
zahnlosen Unterkiefer: durch Inaktivitätsatrophie schwindet der
Alveolarfortsatz; das Kinn erscheint dann weiter vorstehend, wenn kein
Zahnersatz getragen wird.
Positronen-Emissions-Tomographie
PET; engl.: positron emission tomography; junge
Untersuchungsmethode in der
Tumordiagnostik, besonders im Kopf-Hals-Bereich. Bei einer geringeren
Strahlenbelastung als eine Computertomographie (CT) oder
Magnetresonanztomographie (MR) ermöglicht PET, eine Aussage über die
Stoffwechsel-Aktivität von Geweben und Organen zu treffen. Eine besondere
Sensitivität und
Spezifität ergibt sich bei der Verlaufs-/Rezidivkontrolle von Tumoren. Eine
abschließende Bewertung dieser Methode besteht noch nicht (2011).
bildgebende Verfahren,
SPECT,
Tomographie
Ermittlung des patientenrelevanten Nutzens und Schadens der PET bzw. PET/CT /
Bewertung der diagnostischen und prognostischen Güte der PET bzw. PET/CT
posterior
anterior
postgraduierte Fortbildung, postgraduale
Qualifikation;
Fortbildung (postgraduierte),
Master
Postmedikation
engl.: postmedication; Bezeichnung für die Gabe von
Arzneimitteln nach einem zahnärztlichen (chirurgischen) Eingriff. Zweck ist
eine Schmerzreduzierung und eine Verbesserung der möglichen eingeschränkten
Nahrungsaufnahme; meist in Form von
Analgetika ("Schmerztablette"), auch als Infektions- oder
Schwellungsprophylaxe angewandt.
Potentialmessung, Spannungsmessung,
"Strömchenmessung";
Galvanismus
Pottasche, Kaliumkarbonat; historisches
Mittel zur
Desensibilisierung
empfindlicher Zahnhälse
Pott’s Puffy Tumor
1970 erstmalig von Sir Percival Pott beschriebene Stirnbeinosteomyelitis
mit Entwicklung eines subperiostalen Abszesses als posttraumatisches
Krankheitsbild.
Pound Linie
Poundsche Linie; engl.: Pound's line; virtuelle Linie von
der mesialen Kante der Unterkiefer-Eckzähne durch linguale Höcker der
Seitenzähne bis zur lingualen Begrenzung der Trigonen (Tuberculum
retromolare). Dabei grenzen die
lingualen
Flächen der vorderen Molaren im Idealfall an diese Flächen. |

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Power Hammer; engl.: Power's hammer;
kleines, maschinell angetriebenes Hämmerchen zur Kondensierung der Goldpellets
bei einer
Goldhämmerfüllung
ppm
Abk. des engl.: parts per million; Bezeichnung zur Angabe des Anteils
einer Substanz in 1.000.000 Teilen (10-6) der Gesamtsubstanz, z.B.
des
Fluoridgehalts in
Zahnpasten. Verständlicher ist die Angabe in Prozent. Es gilt:
1.000 ppm = 0,1 %
500 ppm = 0,05 %
Präbiotika;
Probiotika
Prädentin
Dentinoid, engl.: predentine; noch nicht verkalkte, unmittelbar an
den
Odontoblasten gelegene gallertige Dentinschicht. Zum Zahnäußeren hin
erfolgen dann Schichten mit versch.
Mineralisationssstufen = intermediäres Dentin.
Dentin, Präodontoblasten,
Raschkow-Plexus
Prädiktor
Einzelfaktor, engl.: predictor; in der Statistik gebräuchlicher
Ausdruck für die zur Vorhersage eines Merkmals herangezogene Variable. Ein
Vorhersagewert wird als prädiktiver Wert bezeichnet.
Prädisposition
engl.: predisposition; Anlage, Empfänglichkeit für eine bestimmte
Krankheit, Faktoren, die die
Disposition beeinflussen. Neben
genetischen und konstitutionellen Gegebenheiten sind dies vor allem
psychosoziale und Umwelt-Faktoren, Ernährungsgewohnheiten und überstandene
Erkrankungen, welche sich auf die Empfänglichkeit auswirken. In der
ZHK gilt die
Karies als typische "P.-Erkrankung".
Präkanzerose
"Vorkrebserkrankung", engl.: precancer; welche zwar noch
keine bösartige Erkrankung darstellt, statistisch gesehen aber gehäuft
(bei Nichtbehandlung, Ausschaltung der Reizfaktoren) in ein
Karzinom übergeht. Von Bedeutung sind in der
ZHK die
Leukoplakien und der
Lichen ruber planus. Untersuchungen zeigen, dass 80 bis 90 % der
Mundhöhlenkarzinome aus einer völlig intakten Mundschleimhaut
entstehen; bei 28 bis 43 % geht eine P. voraus.
Zur Früherkennung "Gut oder Böse" eignet sich gut der sog.
Bürstenabstrich, auch Bürstenbiopsie oder Bürstentest
Menschen mit
Parodontitis entwickeln doppelt so häufig P. und viermal so
oft
Mundhöhlenkarzinome wie Menschen ohne ernsthafte parodontale
Erkrankungen.
Bürstenabstrich - Bürstenbiopsie,
Erythroplakie,
Fibrose,
Interkalarlinie,
Leukoplakie,
Lichen ruber planus,
PDT
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Uranitis glandularis, Leukokeratosis nicotinica palati
|

"Nikotin-Stomatitis"
"nicotinic stomatitis"
Uranitis glandularis,
Leukokeratosis nicotinica palati ;
lichenartige Veränderung
der Gaumenschleimhaut
bei starkem Pfeifenraucher
(keine
histologische
Absicherung).
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Präkaries
"Vorkaries", engl.: precaries; eine jederzeit reversible
Mineralisationsstörung, bei welcher das Gleichgewicht zwischen Prozessen der
Ent- und Verkalkung zu ungunsten der
Remineralisation verschoben ist. Der Übergang zu einer
initialen
Schmelzkaries ist fließend.
White Spot
prälaktaler Zahn
angeborener Zahn, "Hexenzahn", engl.: inborn teeth;
sehr selten vorkommendes Zahngebilde (1:6.000; meist an der Stelle, wo
später einmal die mittleren unteren Schneidezähne erscheinen), welches
schon bei der Geburt besteht und aus einer versprengten
Zahnleiste entstammt. Da keine Wurzel vorhanden ist, fallen diese
Zähnchen unter der Saugfunktion bald aus und behindern so den Stillakt
kaum.
angeborener Zahn,
Dens natalis |

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Prämedikation
engl.: premedication; vorherige Gabe eines Medikaments vor einer
Narkose
oder einem chirurgischen Eingriff; z.B. zur Beruhigung oder
Infektionsprophylaxe.
Analgosedierung,
Behandlung von Milchzähnen, Narkose
Prämolar
kleiner o. vorderer Backenzahn (Molar),
dens bicuspidatus, dens praemolar; engl.: premolar
(tooth); im bleibenden Gebiss je Kieferquadrant zwei vor (= prä) den
großen (hinteren) Backenzähnen (Molaren)
stehende Zähne - im
Zahnschema die Zähne 4 und 5. Dies ergibt im bleibenden Gebiss 8
P. . Die P. folgen beim Zahnwechsel den Milch-Backenzähnen
und bestehen aus 2 Höckern und einem zentralen
Grübchen. Sie haben - mit Ausnahme des ersten oberen P.
(zweiwurzlig) - nur eine
Wurzel.
Das
Milchzahngebiss kennt keine P.
Backenzahn,
Grübchen,
Mesio-Distal-Index,
Molar, Prämolarisation,
Prämolarisierung,
Wechselgebiss,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge),
Zahnschema |

erster rechter oberer
P. aus versch. Sicht |

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Prämolarenbreite
PB, Pb, engl.: premolar size; gängige Maßzahl in der
Kieferorthopädie für den Grad einer Bissverschiebung in
sagittaler Richtung; z.B. "Distalbiss
um eine PB". Die P. - gemessen in
mesio-distaler Richtung - ist individuell sehr verschieden und bezieht sich
bei derartigen Maßangaben immer auf den individuellen
Gebiss-Befund.
Pont-Index,
Zahnbreite
Prämolarenindex;
Pont-Index
Prämolarenzange
Berten Zange, engl.: premolar forceps, Berten's forceps;
speziell für die anatomische Wurzelformen von Prämolaren geformte
Extraktionszange (Ober- und Unterkiefer verschieden aussehend) mit glatten
Backen.
Prämolarisation
engl.: premolarization; Bezeichnung für die Ausbildung eines stark
ausgebildeten
palatinalen
Höckers am oberen
Eckzahn (seltener am seitlichen Schneidezahn), welcher diesen wie einen
Prämolar aussehen lässt.
Gelegentlich auch Bez. für eine
Prämolarisierung
Präodontoblasten
engl.: preodontoblasts; aus Mesenchymzellen unter dem induktiven Einfluss
des inneren
Schmelzepithels gebildete Vorstufe der
Dentin-bildenden
Odontoblasten.
Prädentin
Präparation
Präparieren eines Zahnes zur Aufnahme einer Füllung oder von
Zahnersatz, engl.: preparation, prepare; laienhaft
auch "(Aus-)Bohren" oder "Schleifen"; Fachausdruck für das Bearbeiten
eines Zahnes mit rotierenden ("Bohrer";
Turbine),
oszillierenden oder
lichtenergetischen Instrumenten zur Aufnahme einer Füllung (
Kavitätenpräparation) bzw. einer
prothetischen Restauration (z.B.
Krone). Zum Ableiten der Wärme wird die P. in der Regel feucht -
d.h. mit einem Wasser-Luft-Gemisch ("Spray")
- und bei hochtourigen P. mit einer "tupfenden" Arbeitsweise
durchgeführt. Eine P. sollte immer nach dem Prinzip „soviel wie
nötig – so wenig wie möglich“ (=
minimal-invasiv) erfolgen. Gerade bei prothetischen Restaurationen
ist diese Forderung aus versch. Gründen nicht immer einzuhalten (s.
nebenst. Abb. "Konvergenzwinkel").
Eine P. kann nach mehreren Kriterien unterschieden werden:
- Geschwindigkeit eingesetzter konventioneller Instrumente
niedertourige P. findet bei einer Geschwindigkeit zwischen
400 u. 5.000 U/min statt und wird hauptsächlich bei der Entfernung
von kariösem
Dentin in der Nähe der Pulpa angewandt (
Caries profunda). Als Instrumente kommen übersetzungsreduzierte
Winkelstücke in Betracht
hochtourige P. findet bei einer Geschwindigkeit zwischen
40.000 und 100.000 U/min unter Kühlung (
Spray) statt. Bearbeitung von Schmelz und Dentin; als
Instrumente kommen schnellrotierende
Winkelstücke (Rotring-Winkelstück) oder
Turbinen in Betracht
höchsttourige P. mittels spezieller "Turbinen"
bei stark tupfender Arbeitsweise (Problem der Kühlung) bei
Umdrehungen bis zu 400.000/min
- Präparationsform:
bedingt durch die Form des eingesetzten Schleifkörpers unterscheidet
man:
Tangentialpräparation
Hohlkehlpräparation
Stufenpräparation
Kombinationen aus den drei Arten
ausführlich:
Kronen auf Zahnwissen.de
Untersuchungen zeigen, dass bei der
Hohlkehlpräparation oder einer abgewinkelten 135°-Stufe eine
bessere Anpassung an das marginale
Parodontium erreicht werden kann als mit der klassischen
90°-Stufe (Rechtwinkelstufe); Abformungstechnik und -material
scheinen das Ergebnis hingegen weniger stark zu beeinflussen.
-
Präparationsgrenze;
eigener Begriff
- Präparationstrauma;
eigener Begriff
Abdruckarten,
Abschrägung, "Adhäsivpräparation",
Ausblocken,
bevel
enamel,
biologische Breite, "Black-Klassen",
Bohren,
Bohrer,
Diamant,
Disparallelität,
Federrand,
Finieren,
Gingivalrandschräger,
Hohlkehlpräparation,
Isodromie,
Kariesdetektor,
Kariesdiagnostik,
Kariestherapie,
Kastenpräparation,
Kavitätenpräparation,
Kavitätendesinfektion,
Keramikschulter,
Konvergenzwinkel,
Krone,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
MDPB,
Nachpräparation, Provisorium,
oszillierende Bohrer,
Parallelometer,
Passung,
Retention,
Scheibenschliffpräparation,
Scheibenschutz,
Schleifen,
Schmierschicht,
SmartPrep,
Spray,
Stufe (Stufenpräparation),
Tunnelpräparation,
unter sich gehend,
Zahnstumpf
Kronen
(siehe unter Artikel Index - Ordner -
Z-Ersatz-Kronen)
|

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Präparationstrauma
Schleiftrauma, engl.: preparation o. grinding trauma; Schädigung
des Zahnnervs (Pulpa) oder des
Kieferknochens durch zahnärztliche
Behandlungsmaßnahmen, vor allem durch ungenügende Kühlung ("Spray"),
zu hohem Druck, einer zu geringe
Dentinstärke oder stumpfe
Präparationsinstrumente beim Bearbeiten eines Zahnes bzw. bei zu großer
Abbindhitze von im Mund hergestellten
Provisorien. Steigt die Temperatur in
diesem empfindlichen Körpergewebe über 42° C an, so kommt es zu einer
thermischen Schädigung und in der Regel zum Absterben des Gewebes durch
Proteindenaturierung
Polymerisationswärme). Da die Pulpa primär
nicht infiziert ist, kommt es meist erst nach einiger Zeit - wenn die
eigentliche Versorgung des Zahnes längst abgeschlossen ist - zu schmerzhaften
Reaktionen.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass degenerative Veränderungen am
Zahnnerv nach einer Präparation
primär nicht durch eine mikrobielle Besiedelung durch den Randspalt des
Zahnersatzes, sondern durch das Unterschreiten einer Mindestdentinstärke von 2mm
Dentin zum
Zahnnerv hin stattfinden.
Jede
restaurative Maßnahme (z.B. Überkronung, Füllung) eines vitalen Zahnes
stellt für den Zahnnerv (Pulpa) ein Risiko
dar. Nach Kerschbaum (1998) muss nach fünf Jahren in vier Prozent der Fälle mit
einer
apikalen Ostitis (d.h.: einer von 25 präparierten Zähnen ist nach 5 Jahren
abgestorben), nach zehn Jahren in 15 Prozent der Fälle mit dem Verlust der
Vitalität gerechnet werden. Durch die bis in das Dentin reichende
Präparation werden zahlreiche Dentinkanälchen eröffnet und
Odontoblastenfortsätze verletzt. Je dichter die Präparation an die Pulpa
heranreicht und je größer der Durchmesser der Dentinkanälchen ist, desto
leichter können Noxen
von der Präparationsoberfläche aus zur Pulpa vordringen. Dabei stellt nicht nur
die Präparation selbst, sondern jeder Arbeitsschritt von der Abformung über die
Herstellung des Provisoriums bis zur Eingliederung der fertigen Arbeit eine
Belastung für die Pulpa dar. Man weiß aus Erfahrung, dass bei einer ausreichend
starken Dentinbarriere das P. von der Pulpa toleriert wird.
Kavitätendesinfektion,
Konvergenzwinkel,
pink spot, Polymerisationswärme,
Präparation,
Prepometer,
Provisorium,
Pulpenhämatom,
Spray,
Temperaturempfindlichkeit,
Überkronungsrisiko
präprothetische Chirurgie
Präprothetik, engl.: preprosthetic surgery; vielfältige
chirurgische Maßnahmen - besonders beim
Total-Zahnersatz - zur Verbesserung des
Prothesenlagers; so z.B.
Extraktionen, Knochenabtragungen und -glättungen,
Alveolarkammplastik,
augmentative Verfahren,
Lippenbandexzisionen, Mundvorhofplastik. Weiter zählen dazu:
Schleimhauttransplantationen und postoperative Sicherung des
Operationsergebnisses, enossale und präepithetische
Implantate,
enossale
Implantationen in Kombination mit aufbauenden
Osteoplastiken usw.
Alveolotomie,
Edlan-Mejchar Operation,
Tuberplastik,
Vestibulumplastik
Präsenzpflicht, engl.: obligation of attendance;
Zulassung
Prävalenz
Punkt-Prävalenz, engl.: prevalence; Vorhandensein von Fällen
(in der Regel 10.000 oder eine Million) einer bestimmten Krankheit zu einem bestimmten
Zeitpunkt, bezogen auf eine definierte Einwohnerzahl (Population) ;
Inzidenz,
Screening
Prävention
engl.: prevention, (gezielte) Verhütung, Vorbeugung,
Früherkennung einer Erkrankung. Durch bestimmte Strategien wird versucht,
spezifische Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten zu vermindern oder die
verursachende Rahmenfaktoren zu beeinflussen, die Anfälligkeiten gegenüber
Krankheiten zu verringern oder zu verzögern; "Prävention bedeutet, Risiken früh
zu minimieren". P. ist neben der Akutbehandlung von Krankheiten, der
Rehabilitation und der Pflege die "4. Säule" in der Gesundheitsversorgung.
Nach Art und Zeitpunkt der P. wird unterschieden in:
- Primäre Prävention (Primärprophylaxe, Präventivmedizin)
(engl.: primary prevention, paediatric prophylactics)
im Sinne von Vorbeugung und Risikoschutz, dies bedeutet, dass es um den
Erhalt der Gesundheit geht, z.B. durch Schutzimpfungen,
Fluorid-
und Vitamin-D-Prophylaxe. Ausdruck häufig auch für prophylaktische Maßnahmen
im jungen Alter gebraucht.
- Sekundäre Prävention (Sekundärprophylaxe) (engl.:
secondary prevention)
Im Sinne einer Vorsorge. Hierunter versteht man alle Maßnahmen zur
Entdeckung von Krankheitsfrühstadien, wie z.B. Vorsorgeuntersuchungen (
Reihenuntersuchung). Durch eine derartige Früherkennung und ggf.
-behandlung soll das Fortschreiten eines noch symptomlosen Vorstadiums einer
Krankheit aufgehalten oder geheilt werden. Es wird also so früh wie möglich
in den Entstehungsprozess einer möglichen Krankheit eingegriffen
- Tertiäre Prävention (Tertiärprophylaxe) (engl.: tertiary
prevention)
im Sinne einer Rehabilitation. Sie umfasst Maßnahmen zur Verhütung einer
Verschlimmerung von bereits eingetretenen Erkrankungen und zur Verhinderung
von bleibenden Folgeerscheinungen sowie Behandlungen zur Vorbeugung von
Folgeerkrankungen, mit dem Ziel eine größtmögliche Lebensqualität zu
erhalten oder Wiederherzustellen. Ausdruck häufig auch für prophylaktische
Maßnahmen im fortgeschrittenen Alter gebraucht.
In der Zahnmedizin wird zwischen zwei grundlegenden Erkrankungen
unterschieden, die zu
Zahnverlust führen können:
Karies und
Parodontitis. Bei beiden Erkrankungen hat die P. eine
entscheidende Bedeutung. Früherkennung bedeutet auch, dass die vorliegende
Erkrankung meist durch "kleine" (minimal-invasive)
Eingriffe behandelt werden kann. Dadurch bedingt sind auch deutlich bessere
Behandlungserfolge zu erwarten. So sind z.B.
Speicheltests neben anderen wichtigen Parametern inzwischen ein probates
Mittel zur Abschätzung des
Kariesrisikos. In der präventiven Zahnheilkunde wird die Erhebung von
Kariesrisikoprofilen bereits als Standard vor Therapiebeginn angesehen.
Karies und Gingivitis sind vermeidbar und selbst die Parodontitis ist zu einem
hohen Prozentsatz zu verhindern. Seit vielen Jahren sind die wissenschaftlichen
Grundlagen bekannt. Wirksame Instrumente zur Umsetzung dieser Erkenntnisse im
Rahmen der professionellen und häuslichen
Prophylaxe sind vorhanden. Einer lebenslangen Gesunderhaltung der Zähne und
des Zahnhalteapparates steht grundsätzlich nichts im Wege.
Das Problem: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein sind nicht
ausschlaggebend für die erfolgreiche Durchsetzung der
Prophylaxe. Selbstverständlich wünscht
sich jeder ein Höchstmaß an
Mundgesundheit, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Steigerung der
Lebensqualität und Verringerung der Gefahr zusätzlicher Risikofaktoren für die
generelle Gesundheit. Dennoch sind wir von einer flächendeckenden Umsetzung des
grundsätzlich Machbaren nach wie vor weit entfernt. Die für die Mundgesundheit
des Einzelnen wesentliche Frage lautet nämlich nicht: Sind Karies, Gingivitis
und Parodontitis grundsätzlich vermeidbar, sondern: sind Karies, Gingivitis und
Parodontitis bei dem Einzelnen mit einem für ihn akzeptablen Aufwand an Zeit und
Geld vermeidbar?
In 2011 schreiben
BZÄK/KZBV in
einer
Pressemtteilung u.a. zum Zahnverlust:
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen: von über
16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr 2009 in der
gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei 29,7 Prozent und
Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich für die Extraktion. Ab
Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und erreichen bei den 66- bis
70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem Lebensalter ist Parodontitis der
Hauptgrund für Zahnverlust."
Behandlung von (geistig) behinderten Patienten,
Bonusprogramme,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Ernährungsempfehlungen,
Gerostomatologie,
Kariesprophylaxe,
Mundgesundheit,
naturgesundes Gebiss, Prophylaxe,
Screening,
T-Health
Index,
Wirtschaftlichkeitsgebot
Praxis
zahnärztliche, Zahnarztpraxis, engl.: dental office; Bez.
für die in Deutschland überwiegende Form der
zahnärztlichen Berufsausübung in sog. "freier
Niederlassung".
Nach einer Entscheidung des OLG Düsseldorf (Az.: I-8 U 110/03) ist für
gerichtliche Auseinandersetzungen (z.B. Honorarklage) eines Zahnarztes gegen
einen auswärtigen Patienten nicht der Wohnsitz des Patienten, sondern der
Praxissitz des Zahnarztes ausschlaggebend.
ausgelagerte Praxisräume,
Berufsausübungsgemeinschaft,
Einzelpraxis und
Gemeinschaftspraxis,
Gewerbesteuer,
Vertreter,
Zweigpraxis.
Praxisbegehung
Praxisüberprüfung; Schlagwortbezeichnung für das gesetzlich mögliche
Überprüfen/Kontrollieren einer zahnärztlichen Praxis durch zuständige Behörden
(Gesundheitsämter, Bezirksregierungen, LGA = Landesamt für Gesundheit und
Arbeitssicherheit), um die Einhaltung gesetzlich vorgeschriebener Maßnahmen
(z.B. die Hygiene,
das
Infektionsschutzgesetz, das
Medizinproduktegesetz, die
Medizinprodukte-Betreiberverordnung, die
berufsgenossenschaftlichen Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der
Arbeit (BGR 250/TRBA 250)) zu überprüfen.
Zweck der rechtlichen Vorschriften zur Überwachung und Begehung ist vorsorgliche
die Abwehr von Gefahren für Mitarbeiter und Patienten durch Gefahrenquellen, die
typischerweise mit der zahnärztlichen Tätigkeit und der Anwendung
medizinisch-technischer Geräten verbunden sind.
Praxiserprobt
engl.: practice-approved; Material oder Methode haben sich auf breiter
Basis im täglichen Einsatz in der Praxis bewährt; die Verwendung sollte - auch
ohne wissenschaftliche Absicherung - eine ausreichende Sicherheit bieten.
klinisch geprüft,
unbedenklich,
wissenschaftlich anerkannt
Praxisgebühr
engl.: practice fee; nach dem
GMG ab 2004 eingeführte Sonderzahlung bei der Inanspruchnahme medizinischer
Leistungen für
Gesetzlich Versicherte. Es handelt sich bei dem Begriff "Praxisgebühr" um
eine begriffliche Irreführung, da:
dieser Betrag ohne Abzug an die Krankenkasse des
Gesetzlich Versicherten weiterfließt (dem Arzt/Zahnarzt obliegt lediglich
das kostenlose Inkasso)
dieses Wort nicht im offiziellen Gesetzestext des
SGB V auftaucht.
Bei dieser Gebühr sollte man deshalb von einer "versteckten Beitragserhöhung"
oder von einer "Krankenkassengebühr" sprechen.
Ab 1.1.2013 wurde die P. wieder abgeschafft. Die KZBV schreibt hierzu in
einer Presseerklärung:
"Die Abschaffung der Praxisgebühr ist für den Bereich der
vertragszahnärztlichen Versorgung ein richtiger und überfälliger Schritt. Sie
war hier immer fehl am Platz.
Das Phänomen des doctor hopping, das man durch die Gebühr einzudämmen gehofft
hatte, hat es im zahnärztlichen Sektor nie gegeben. Die Gebühr hat außerdem eine
präventionspolitisch negative Steuerungswirkung entfaltet. Sie hat einen Teil
der Patienten von kontrollorientierten Zahnarztbesuchen abgehalten. Das ist
kontraproduktiv, denn Zahnmedizin ist Vorsorgemedizin. Wir haben uns immer für
die Abschaffung der Praxisgebühr eingesetzt. Es ist gut, dass sie ab 1. Januar
2013 Geschichte ist."
Nach §§ 28 und 43 b
SGB V musste jeder Patient ab 01.01.2004 bei der Behandlung durch einen
Vertrags(zahn-)arzt eine
Zuzahlung in Höhe von 10,- € pro Quartal und Behandlungsfall aufbringen.
Neben den Vertragsärzten wurden auch die neuen
medizinischen Versorgungszentren,
ermächtigten
Ärzte, ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen, Krankenhausambulanzen und
Notfalldienstpraxen von der P. erfasst. Hierdurch wollte der
Gesetzgeber erreichen, dass Versicherte nur dann einen Arzt aufsuchen, wenn dies
medizinisch erforderlich ist (Eindämmung des "Doctor-Hopping").
Im Jahr 2008 hatten die gesetzlich Versicherten 406 Millionen Euro Gebühr bei
den 54 780 Vertragszahnärzten in Deutschland entrichtet. "Die Gebühr sei
zumutbar und das Gleichheitsgebot nicht verletzt", urteilte das
Bundessozialgericht (BSG) im Juni 2009.
Belastungsgrenze,
Härtefall,
Zuzahlung,
Zuzahlungen_europäischer Vergleich
Praxisgemeinschaft, engl.: practice sharing;
Gemeinschaftspraxis,
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis
Praxislabor
Eigenlabor, Zahnarztlabor, engl.: office lab, practice
(dental) laboratory; eine einer Zahnarztpraxis angegliederte
Einrichtung zur Anfertigung und Reparatur von
Zahnersatz oder
kieferorthopädischen Behandlungsgeräten. Das P. unterliegt nicht der
Handwerksordnung, sondern ist Teil einer Zahnarztpraxis ("Hilfsbetrieb") unter
zahnärztlicher Leitung und darf auch nur für diese tätig sein. Die Vorschriften
des
Medizinproduktegesetzes (z.B.
Konformitätserklärung) sind ebenso einzuhalten. Ein räumlicher Bezug zur
Praxis selbst muss nicht unbedingt gegeben sein, solange nur für die eigenen
Patienten gearbeitet wird. Gesetzlich besteht z.Zt. (2009) ein Preisabschlag (
BEL II)
gegenüber gewerblichen Laboratorien ("Dentallabor")
von 5 %. In D ist das Verhältnis gewerbliche zu Praxis-angeschlossenen
Laboratorien etwa 70:30.
Das P. kennt - solange es für die eigene Praxis arbeitet - keine
Gewerbesteuer und Buchführungspflicht (2009) aber unter gewissen
Bedingungen eine
Umsatzsteuer
Das P. ist ein ständiger Kritikpunkt auf Seiten der
gewerblichen Laboratorien. Dagegen setzt die Kassenzahnärztliche
Bundesvereinbarung (KZBV)
folgende Argumente:
Die Erbringung zahntechnischer Leistungen hat sich historisch aus der
Zahnmedizin heraus entwickelt,
Neue zahntechnische Methoden wurden und werden von Zahnmedizinern entwickelt und
erprobt, darauf aufbauend von Zahntechnikern lediglich angewandt,
Die Erbringung zahntechnischer Leistungen durch den Zahnarzt im
Praxislaboratorium ist untrennbarer Teil der Zahnheilkunde und durch das
Zahnheilkundegesetz gesetzlich garantiert und als zulässiger Hilfsbetrieb in
der Handwerksordnung verankert,
Die Erbringung zahntechnischer Leistungen durch den Zahnarzt resultiert aus
seiner Gesamtverantwortung für die zahnmedizinische Behandlung insgesamt,
einschließlich der zahntechnischen Leistungen und ist sowohl verfassungs- als
auch
sozialversicherungsrechtlich anerkannt,
Dementsprechend gehörte und gehört die Erbringung zahntechnischer Leistungen
sowohl zum Ausbildungsinhalt als auch zum Berufsbild des Zahnarztes,
Eine Einschränkung der Berufsfreiheit der Zahnärzte sowie ein Eingriff in deren
eigentumsrechtlich geschützte Praxislaboratorien wäre verfassungsrechtlich nicht
zu rechtfertigen und würde zudem eine unzulässige Einschränkung der
europarechtlichen Niederlassungsfreiheit für Zahnärzte aus EU-Mitgliedsstaaten
darstellen, die in ihren Ländern ebenfalls zahntechnische Leistungen erbringen
können,
Die Rechte des gewerblichen Zahntechnikerhandwerks sind durch das geltende
Handwerksrecht geschützt,
es besteht keine Notwendigkeit zu einer so weitgehenden rechtlichen
Durchnormierung der Erbringung zahntechnischer Leistungen, wie vergleichsweise
bei der zahnmedizinischen Behandlung.
Dentallabor,
Umsatzsteuer,
Zahntechnik
Praxisvorschriften
auslegungspflichtige; Pflicht eines jeden (Zahn-)Mediziners in seiner
Praxis bestimmte Gesetze zur Einsichtnahme bereithalten - z.B. die
Hygieneverordnung oder
Röntgenverordnung. Die Nichtbeachtung dieser Pflicht zieht Bußgelder in
erheblicher Höhe nach sich, wenn Gewerbeaufsichtsämter die Praxis besichtigen.
Empfohlen sei in diesem Zusammenhang das Buch "Die auslegepflichtigen
Praxisvorschriften. Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte", von Wolf M. Nentwig
(Herausgeber), C. Pfisterer (Herausgeber).
Präzipitat, engl.: precipitate;
Niederschlag, Bodensatz; Produkt einer Ausfällung od. Ausflockung; z.B.
Calciumfluorid,
Schwammgold
predictability
Voraussagung, Wahrsagung; anglo-amerik. Schlagwortbezeichnung für
Vorhersehbarkeit, Voraussagung Kalkulierbarkeit, prognostisch (als günstig)
einzuschätzen
Prednisolon
engl.: prednisolone; synthetisches
Glucocorticoid mit
immunsuppressiver,
entzündungshemmender u.
antiallergischer Wirksamkeit; Hauptbestandteil der
Dontisolon-Salbe
Preflaring
engl. Schlagwortbez. aus der
Endodontie;
in der Regel als sog. coronal oder cervical preflaring verwendet.
Gemeint ist damit das Vorbereiten des Wurzelkanaleingangs, um so einen guten und
ungehinderten Zugang in die Tiefe des
Wurzelkanals
zu erreichen. Andere Autoren fassen diesen Begriff weiter und ziehen den Begriff
"Bestimmung der Arbeitslänge" des
Wurzelkanalsinstruments in das P. mit ein.
Wurzelkanalbehandlung
Preiswerk-Linien,
Imbrikationslinien
Prepometer™
ehem. Name "Dentometer™"; Gerät zur
elektrischen Widerstandsmessung des
Dentins (Zahnbein) und damit zur Bestimmung seiner Dicke; mit
Unterstützung des Fraunhofer-Institutes von Professor Gente,
Philipps-Universität Marburg, entwickelt und patentiert. Bisher nur
geringer Einsatz in der zahnärztlichen Praxis.
Jede zahnärztliche Präparation
stellt eine Belastung für den Zahnnerv dar, welche umso besser toleriert
wird, je dicker die verbleibende Dentinschicht über dem
Zahnnerv (Pulpa) ist (
Präparationstrauma).
Insofern ist es eine Forderung bei jeder mechanischen Zahnbearbeitung
für Kronen und auch Füllungen, eine ausreichende Dentinstärke über der
Pulpa bestehen zu lassen .- sie sollte mindestens 0,7 mm, bei
Jugendlichen möglichst 1,4 mm betragen. Da die Pulpa erst dann sichtbar
wird, wenn die geforderte Mindeststärke unterschritten wird, ist der
Behandler ausschließlich auf seine Erfahrung und mit großen
Einschränkungen auf die Werte eines Röntgenbildes angewiesen. Das P.
stellt in diesem Zusammenhang eine wertvolle Hilfe bei der
Dickenbestimmung dar, indem es den elektr. Widerstand am Zahnbein misst:
Kleine elektr. Widerstände entsprechen einer hohen Durchlässigkeit und
einer dünnen Dentinbarriere; hohe Widerstände weisen auf eine starke
Dentinschicht hin. Beim P. zeigt eine grüne Leuchtdiode auf der
Skala an, dass tiefer präpariert werden kann. Bei "orange" ist der
Grenzbereich erreicht und bei "rot" ist die Stärke des Dentins zu
gering.
Präparation,
Präparationstrauma
|
 |

©:
|
Presskeramik
engl.: pressed all-ceramic; Leucit-verstärkte
Glaskeramik, welche in eine individuell
gearbeitete Hohlform (z.B. die für ein Inlay) "gepresst" wird, z.B.
Empress™
Während ein
antagonistisches Aufeinandertreffen von "Keramik
- eigener Zahn" zur
Attrition am Schmelz führt, sind Kontakte durch "Kunststoffe - eigener Zahn"
ohne Schmelzverschleiß; moderne Presskeramiken liefern ähnliche Werte wie
natürlicher Zahnschmelz, hier sind bei beiden Stoffen annähernd gleiche
Abrasionswerte
zu erwarten. Anwendung in der
ZHK im
Frontzahnbereich
zur Herstellung von Kronen, Teilkronen, Veneers, Onlays und Inlays - für Brücken
nicht geeignet. Von Nachteil ist die geringere Druck- und Biegefestigkeit
gegenüber Metall- oder Oxidkeramiken-Restaurationen.
Mantelkrone,
Lumineers
Presspassung, engl.: press fit;
Passung
PreuGO, Abk. von Preußische Gebührenordnung;
1924 erlassen, bestehend aus
I = allgemeiner Teil
II = Gebühren für Ärzte
III = Gebühren für Zahnärzte; daraus entwickelte sich 1965 die
BuGo-Z; in der "Ex-DDR" noch bis zur Wende gültig
IV = Kassenzahnärztliche Gebührenordnung (KAZGO); daraus entwickelte sich
1965 der
BEMA
BuGo-Z,
GOZ (88)
Prevotella intermedia
P.i.,
anaerob, gilt als früher Markerkeim bei
Zahnfleischerkrankungen und ist in der Lage, die Restzucker im
Sulkus bzw. der
sich bildenden
Zahnfleischtasche zu verstoffwechseln und bereitet so durch
Sauerstoffverzehr das nötige anaerobe Milieu für die Haupt-Keime vor.
Mitverantwortlich für den schlechten
Mundgeruch.
Markerkeime
P.R.G.F - System
von Dr. Anitua, Bilbao, entwickeltes System zum Erzeugen von körpereigene
Wachstumsfaktoren, wie auch sog. "autologer
Fibrinmembranen".
Damit sollen nach Herstellerangaben beim Implantieren mehr als 50 % der bisher
verwendeten Membranen ersetzt werden können. Die Knochenregeneration und die
Wundheilung sollen mit diesem System ebenfalls schneller ablaufen. Es wird bei
dieser Methode im Gegensatz zu anderen Systemen nur eine geringe Blutmenge von
fünf bis 30 ml benötigt.
Das besondere an dieser P.R.G.F.-Technik ist, dass neben der Plättchenfraktion
mit den Wachstumshormonen auch das patienteneigene Fibrinogen zur Herstellung
einer körpereigenen Fibrinmembran genutzt wird. In Kombination mit
Wachstumshormonen beschleunigt die Anwendung einer Fibrinmembran die Wundheilung
und die Knochenregeneration sowie die
Einheilung von Implantaten.
PCCS-Sytem, PRP
PRI Index
Periapical Probability Index; von Reit u. Gröndal entwickelte, dem
PAI-Index
ähnliche 5 stufige Messzahl, z.B. zur röntgenologischen Erfolgsbeurteilung
endodontischer
Maßnahmen:
1.) Sicher keine
periapikale Veränderung
2.) Wahrscheinlich keine periapikale Veränderung
3.) Unsicher
4.) Wahrscheinlich periapikale Veränderung vorhanden
5.) Sicher periapikale Veränderung vorhanden
Prilocain
engl.: prilocaine;
Lokalanästhetikum vom Amid-Typ (abgeleitet vom
Lidocain) mit
raschem Wirkungseintritt; typischer Vertreter: Xylonest ®. Aminoamide
sind schneller, intensiver und langanhaltender wirksam, weniger toxisch und
nicht allergen im Vergleich zu Aminoestern. Methämoglobinbildung (Hemmung der
Reduktion von Met-Hb zu Hämoglobin) bei Gabe von P. möglich.
Oraqix
Primäraffekt
Ersterscheinung einer Krankheit, engl.: primary lesion; in der
ZHK auch bekannt unter Initialsklerose (harter Schanker) bei
der Infektion mit
Syphilis. Häufigste extragenitale Lokalisation ist die Unterlippe,
wo sich nach ca. 3 Wochen ein gering schmerzhaftes, derbes Geschwür,
verbunden mit einer regionären Lymphdrüsenschwellung zeigt.
Lues connata ,
Syphilis |

|
Primäranker, der Teil einer
geschiebeartigen
Verbindung, welcher fest auf einem Zahn oder Implantat verankert ist: so
z.B. ein
Innenteleskop.
primäre Verblockung, direkte
Verblockung, engl.: primary interlock;
Verblockung
Primärheilung
sanatio per primam intentionem, p. p., engl.: primary healing,
healing by first intention; (normale) Heilung einer Wunde durch direktes
(Wieder-)Zusammenwachsen der Wundränder bei nur geringer
Fibrinabscheidung
und Granulationsbildung. Daraus resultiert eine nur wenig sichtbare
Narbenbildung.
per primam,
Sekundärheilung,
Wundheilung
Primärkaries
engl.: primary caries; ungewöhnliche Bezeichnung für eine
Karies an einem Zahn, welcher noch keine
Füllung aufweist, als Differenzierung zu einer
Sekundärkaries. Fälschlicherweise auch für eine beginnende Karies (
Initialkaries) verwendet.
Primärkontakt, engl.: primary contact;
erster
okklusaler Kontakt beim Schließen der Zahnreihen in
zentrischer Position
Primärkrankenkassen
Primärkassen, "Pflichtkrankenkassen", engl.: primary funds;
historische Bezeichnung für diejenigen gesetzlichen Krankenkassen (Allgemeine
Ortskrankenkasse [AOK], Betriebskrankenkasse [BKK], Innungskrankenkasse
[IKK], See-Krankenkasse, Landwirtschaftliche Krankenkasse [LKK],
Bundesknappschaft), für welche eine gesetzliche Zuweisung für unselbstständig
Tätige bestand, im Gegensatz zu den
Ersatzkassen. Mit Einführung der freien Kassenwahl zum 1.1.1996 ist
diese Unterscheidung für Versicherte ohne Bedeutung.
Gesetzlichen Krankenversicherung
Primärkrone, Primärteleskop, engl.:
coping;
Innenteleskop
primär-primär-Prophylaxe
wissenschaftlich umstrittene Expositionsprophylaxe vor kariespathogenen
Keimen beim Säugling durch entsprechende Bezugspersonen. Derartige
Präventionsprogramme zielen darauf ab, schon den
schädlichen Bakteriengehalt (
Streptococcus mutans) der werdenden Eltern durch eine Sanierung der
Mundhöhle, Mundhygiene und Ernährungsberatung derart zu reduzieren, dass keine
Übertragung der kariesauslösenden Bakterien auf das Kleinkind erfolgt.
Primärstabilität
Lagestabilität, engl.: primary (implant) stability;
angestrebtes Ziel beim Setzen eines
Implantats zum Zweck einer optimalen
Osseointegration. Möglichkeiten dafür sind:
sog. "Presspassung", d.h., das gefräste Implantatbett ist minimal kleiner als
das einzubringende Implantat; Einsatz von aufeinander abgestimmten Teilen
Dorne,
Flügel, Gewinde oder ähnliche Konstruktionen am Implantat
zusätzliche Verschraubungen bei den (nicht mehr gebräuchlichen)
Gerüstimplantaten
als Richtwerte für eine vertretbare P. gelten Kraftanwendung von > 25
N/cm
Implantationszeitpunkt,
Sekundärstabilität
Primärverblockung;
Verblockung
Primatenlücke;
Affenlücke
Primer, "Grundierer";
Adhäsivtechnik
Primordialzyste, engl.: primordial
cyst;
Keratozyste,
Zyste
Primum non nocere
Primum nihil nocere; lat. für "vor allem nicht schaden", engl.:
first do no harm. Aus der antiken medizinischen Schule entstandener
(schwammiger) Begriff als Grundlage jeglichen ärztlichen Handelns.
Priorisierung
im Rahmen der Diskussion um die Ausgabenbegrenzung und Finanzierbarkeit in der
Gesetzlichen Krankenkasse 2009 geprägter Begriff (Prof. Hoppe
anlässlich des 111.Ärztetages). Gemeint ist mit dem Ausdruck P.
eine Abstufung in der Reihenfolge der Behandlung unter Gesichtspunkten einer
allgemeinen Finanzierbarkeit, von lebensbedrohlichen Erkrankungen und solchen,
die ohne Behandlung zu dauerhafter Invalidität führen würden, bis hin zu weniger
schweren akuten und chronischen Krankheiten:
Schwerkranke und Patienten mit sehr hohem Leidensdruck (z.B. (schwerer) Unfall,
Krebserkrankung) sollen vorrangig behandelt werden
Menschen, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind (zum Beispiel Gelenkarthrose)
müssen warten
bei Unpässlichkeiten, zum Beispiel Erkältungen, sollten die Patienten die Kosten
für die Behandlung in Teilen oder voll selbst übernehmen
medizinisch notwendig,
Wirtschaftlichkeitsgebot
Prismenzähne
Dentes coluemellares, engl.: prism teeth (?); als fossile Funde bekannte
Molaren, deren Wurzeln zu einem kantigen Gebilde verschmolzen sind.
Angeblich auch heute noch vereinzelt vorkommend.
Private
Krankenversicherung, PKV, engl.: private (health)
insurance; als ein Teil des dualen Versicherungssystems in
Deutschland (
Gesetzliche Krankenversicherung). Prinzip ist die
Kostenerstattung für medizinische Leistungen und Heil-u.
Hilfsmitteln nach vereinbarten Leistungstarifen. Im Gegensatz zur
Gesetzliche Krankenversicherung besteht primär keine Rechtsbeziehung
zwischen P. und Behandler. Das von den Gesetzlichen bekannte
strenge
Wirtschaftlichkeitsgebot besteht nicht.
Sprachgebrauch für Versicherte in der PKV ist "Privatpatient",
obwohl dieser Ausdruck nicht unbedingt an eine Versicherung gebunden
ist. Für den Personenkreis ohne jegliche Absicherung wird auch noch der
Ausdruck "Selbstzahler" ("self payer") gebraucht.
Privat krankenversichert waren 2011 13 % aller Erwerbstätigen. Knapp 9 %
der Arbeitnehmer und 45 % der Selbstständigen waren Mitglieder einer
PKV. Trotz Verpflichtungspflicht sind 0,2 % der Erwerbstätigen nicht
krankenversichert. Überdurchschnittlich hoch ist mit 1,0 % der Anteil
der Nicht-Krankenversicherten bei ausländischen Männern im Alter von 35
bis 44 Jahren.
Von den Mitgliedern der PKV sind rund die
Hälfte (Stand Ende 2009) sogenannte
beihilfeberechtigte Mitglieder: Beamte und Pensionäre des Staates
mit ihren Angehörigen). Hinzu kommt noch eine große Anzahl (~ 21
Mill.)
gesetzlich Versicherter, welche eine private Zusatzversicherung
(z.B. für Zahnersatz oder Wahl der Klasse im Krankenhaus) abgeschlossen
haben.
Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen sagt zu den Prinzipien
der PKV folgendes:
" In der privaten Krankenversicherung ist für jede versicherte Person
ein eigener Beitrag zu zahlen. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach
Alter, Geschlecht und nach dem Gesundheitszustand der versicherten
Person bei Vertragsabschluss sowie nach dem abgeschlossenen Tarif. Es
werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnete
risikogerechte Beiträge erhoben. Die altersbedingte höhere
Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen wird durch eine
Altersrückstellung berücksichtigt. Bei der Kalkulation wird unterstellt,
dass sich die Kosten im Gesundheitswesen nicht erhöhen und die Beiträge
nicht allein wegen des Älterwerdens des Versicherten steigen. Diese
Kalkulationsverfahren bezeichnet man als Anwartschaftsdeckungsverfahren
oder Kapitaldeckungsverfahren.
Ein Wechsel des privaten Krankenversicherungsnehmers ist in der Regel
zum Ablauf des Versicherungsjahres möglich. Dabei ist zu beachten, dass
für die Krankenversicherer keine Annahmeverpflichtung besteht, der neue
Versicherer wiederum eine Gesundheitsprüfung durchführt und die Beiträge
zum dann erreichten Alter erhoben werden. Die Alterungsrückstellung
verbleibt beim bisherigen Versichertenkollektiv. Eine Rückkehr in die
gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel, insbesondere im Alter,
ausgeschlossen."
Wird der Bereich des medizinisch Notwendigen überschritten
und die PKV wurde nicht vorher darauf hingewiesen, so kann der
Versicherer eine Erstattung der Kosten verweigern.
Zu dieser Frage hat am 12. März 2003 der Bundesgerichtshof (BGH, Az.: IV
ZR 278/01) entschieden, dass die PKV auch die Kosten für ehemals als „luxuriös“
bezeichnete Behandlungen übernehmen muss. Steht eine wissenschaftlich
anerkannte Behandlungsmethode zur Verfügung, die „geeignet ist, die
Krankheit zu heilen oder zu lindern“, dann ist sie medizinisch
notwendig, wenn es „nach den objektiven medizinischen Befunden und
wissenschaftlichen Erkenntnissen im Zeitpunkt der Behandlung vertretbar
war, sie als medizinisch notwendig anzusehen.“ Die Versicherung kann
sich beispw. bei einer (teureren) Versorgung mit
Implantaten nicht darauf berufen, dass eine (konventionelle) Lösung
mit
Zahnersatz ebenfalls ausgereicht hätte, die Lücke zu versorgen. Der
in den Musterbedingungen enthaltene Passus "medizinisch
notwendig" impliziert nicht automatisch die kostengünstigere
Lösung. Voraussetzung ist weiterhin, dass es sich generell um eine
medizinisch notwendige und anerkannte Heilbehandlung handelt. Auf Grund
dieses Urteils ist zu erwarten, dass die Versicherer entweder die
Musterbedingungen oder die Erstattungstarife ändern werden.
Das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz"
("Antidiskriminierungsgesetz") verpflichtet die privaten
Krankenversicherer, die Kosten für Schwangerschaft und Entbindung
gleichmäßig auf die Männer und Frauen eines Tarifs zu verteilen; eine
Umstellung auch bestehender Verträge erfolgte zum 1.1.2008.
Basistarif,
Behandlungsplan,
Bürgerversicherung, Einsicht in
Behandlungsunterlagen
Dokumentation,
Freie Heilfürsorge,
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ),
Gesetzliche Krankenversicherung,
GKV-Finanzierungsgesetz (ab 2011),
GKV-WSG,
goDentis,
Öffnungsklausel,
Privatpatient,
Selbstbehalt,
Versicherungsvertragsgesetz,
Verwandtenklausel,
Zusatzversicherung
Ratgeber:
|

Wie versichert? (Kasse / Privat)

Leistungsarten 2007

GOZ - Multiplikator 2009

Aufteilung der Liquidation 2009
|
Privatpatient
engl.: private patient; Bezeichnung für eine Person, die für
die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen einer privaten
Krankenversicherung oder keiner Versicherung ("Selbstzahler") angehört.
Im Gegensatz dazu werden Versicherte einer
Gesetzlichen Krankenversicherung auch (wertmindernd) als "Kassenpatient",
engl.: panel patient, bezeichnet.
Spätestens 2007 dürfen Gesetzlich Krankenversicherte nur dann in eine
Private wechseln, wenn sie drei statt wie bisher
nur ein Jahr die jährliche Einkommensgrenze von 42.750 Euro
überschritten haben.
Basistarif,
Behandlungsplan,
Beihilfe,
Einsicht in Behandlungsunterlagen
Dokumentation,
GKV-Finanzierungsgesetz (ab 2011),
Private Krankenversicherung,
Selbstbehalt,
Versicherungsvertragsgesetz,
Verwandtenklausel,
ZESAR
|

Wie versichert? (Kasse / Privat)
|

Zahlungsfluss
bei Privat Versicherten |
Probeeinsetzen
Probetragen, Probezementierung, engl.: test and try; versch.
Bezeichnungen für das
Eingliedern
einer
Restauration mit einem provisorischen
Zement,
welcher es erlaubt, die Arbeit wieder problemlos von den
Pfeilerzähnen
zu entfernen. Dies vor allem dann, wenn evtl. an der Arbeit noch kleinere
Korrekturen vorgenommen werden müssen/sollen (z.B. Bisshöhe, Zahnfarbe) oder
eine Pulpenreaktion in naher Zeit nicht ausgeschlossen
werden kann (der Pfeilerzahn war während der
provisorischen Versorgung ungewöhnlich empfindlich).
Tempbond
Probeexzision
PE, Biopsie,
engl.: (excisional) biopsy; Entnahme eines kleinen erkrankten
Gewebestückes mit gesundem Randgewebe zur
histologischen
Untersuchung, besonders bei Verdacht oder den Ausschluss auf ein bösartiges
Geschehen. Besonders bei bösartigen Tumoren kann eine P. eine
Metastasenbildung bewirken.
Histologie
Probetrepanation;
Vitalitätsprüfung
Probiotika
und Präbiotika, engl.: probiotics and praebiotics; werden
definiert als "lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver
Form in den Darm gelangen und hierbei positive gesundheitliche Wirkungen
erzielen" (nach dem Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin); P. werden im Bereich der Lebensmittel, der
Arzneimittel und der Futtermittel eingesetzt. Probiotische Mikroorganismen sind
zum Beispiel spezielle Arten von Milchsäurebakterien der Gattung
Lactobacillus und Bifidobacterium. Insgesamt gibt es
rund 20 bis 30 verschiedene Probiotikastämme. Ihnen gemeinsam ist es, dass sie
die Passage durch den Magen mit seiner Magensäure und die Verdauungsenzyme im
Darm unbeschadet überstehen. Sie siedeln sich dann zeitbegrenzt in der
vorhandenen Darmflora an, in der bereits über 500 verschiedene Mikroorganismen
ihre Verdauungsarbeit tun. Eingesetzt werden sie hauptsächlich, um die
Lactose-Verdauung (Verwertung von Milchzucker) zu fördern, krankheitserregende
Keime im Darm zu unterdrücken und die Dauer bestimmter Formen von Durchfall -
vor allem durch Viren verursacht - zu verkürzen. Ebenso können sie Allergien,
Neurodermitis und Infektionen bei Frühgeborenen positiv beeinflussen.
Aus medizinischer Sicht ist eine positive Wirkung bisher jedoch nur bei wenigen
Erkrankungen belegt. Neue Studien zeigen, dass P. die seit
Jahrzehnten zunehmende
Allergierate bei Kindern senken können; auch spezielle hypoallergene
Babynahrung kann Allergien weitgehend verhindern - dabei scheinen P. in
Tablettenform (z.B. "Trium Viralis" in Multibionta™) eine bessere Wirkung auf
das
Immunsystem als Milchprodukte zu besitzen. Das
Stillen mindestens bis zum sechsten Lebensmonat beugt Allergien allerdings
nach wie vor am besten vor.
Im Unterschied dazu sind Präbiotika spezifische unverdauliche Stoffe, die
das Wachstum dieser
Milchsäurebakterien in der Darmflora fördern und so die Abwehrfunktionen des
Darmes und die Stoffwechselaktivität im Darmlumen möglicherweise verbessern
können. Dazu gehören etwa Inulin, Oligofruktose, Galakto- und
Soja-Oligosaccharide.
Synbiotika sind Kombinationen von Pro- und Präbiotika, die deren Vorteile
synergistisch in sich vereinigen sollen.
Nach neuen Erkenntnissen haben Pro- und Präbiotika einen synergistischen Effekt
und stärken die Immunmodulation im Darm.
Ballaststoffe,
Functional Food,
Novel Food
Procain, engl.: procaine;
Lokalanästhetikum vom Estertyp;
Novocain,
Tetracain
Procalcitonin-Test
PCT; Bestimmung der körpereigenen Menge des Hormons Procalcitonin
(hormonell inaktives Propeptid des Calcitonins) im Rahmen des Einsatzes von
Antibiotika:
Bakterien
produzieren Giftstoffe, die im Rahmen der
Entzündungsreaktion den Körper dazu veranlassen, das Hormon Procalcitonin in
höherer Menge zu produzieren als bei
viralen Infekten. Der
Spiegel des sog. Akute-Phase-Proteins steigt bei viralen Infekten oder
nichtbakteriellen Entzündungen im Blut leicht (10-100fach), bei schweren
bakteriellen aber stark (1000-100 000fach) an. Bei einem stark erhöhten
Procalcitoninwert ist deshalb die Einnahme von Antibiotika erforderlich, bei
einem niedrigen Wert wird diese, da
viral bedingt, ohne
Erfolg sein. Der 2004 an der Universitätsklinik Basel entwickelte Bluttest gibt
ca. innerhalb einer Stunde Aufschluss darüber, ob eine bakterielle oder virale
Infektion vorliegt.
Resistenzbestimmung
Procera-System
Procera AllCeram™,
CAD/CAM-System, engl.: do.; entwickelt vom schwedischen Zahnarzt Matts
Andersson / der Firma Nobelpharma diente dieses Verfahren ursprünglich zur
computergestützten Herstellung von
Titangerüsten für
Kronen und Brücken. Durch Weiterentwicklung heute angewandt zur Herstellung von
Keramik-Kronengerüsten aus dicht gesintertem Aluminiumoxid. Zur Vermessung
wird das Gipsmodell
des präparierten
Stumpfes in einem
zahntechnischen Labor oder der Zahnarztpraxis mit einem hochauflösenden
Scanner abgetastet ("3D-Stumpfvermessung"). Eine Besonderheit des P. ist
die räumliche Trennung der Vermessung und der Fräseinheit beziehungsweise dem
Funkenerosionsgerät, die sich in der Zentrale in Schweden befinden. Die
gemessenen Daten werden per Internet oder Speichermedium aus dem Labor zur
Weiterverarbeitung an die Zentrale transferiert, welche computergesteuert unter
Berücksichtigung der Sinterschrumpfung ein Kronengerüst herstellt. Der
Zahntechniker verblendet dann später in seinem Labor dieses Keramik-Gerüst mit
zahnfarbenen Materialien.
Befestigungszement,
CAD/CAM-System
Processus; lat. für Fortsatz (meist
von einem Knochen; z.B.:
Processus alveolaris = Alveolarfortsatz)
Procheilie; vorstehende Lippen,
Lippentreppe; dabei sind die Lippen voluminös und nach außen aufgerollt;
Labium,
Prolabium
Prodontie; Vorbiss eines der beiden Kiefer;
z.B.: Progenie,
Prognathie
Produktsicherheitsrat
Kurzbez. für "Deutscher Rat für Qualität und Sicherheit von Produkten und
Systemen in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde", engl.: manufacture
(product) security council; 2002 von der
ins
Leben gerufene
qualitätssicherndes Gremium; bisher (2009) ohne in der Öffentlichkeit
bekannte Effizienz. Der P. versteht sich als Koordinationsstelle zur
Klärung anstehender Fragen im Sinne des Patientenschutzes, da sich
herausgestellt hat, dass sich die Vorschriften und die Umsetzung des
Medizinproduktegesetzes mitunter nicht als praktikabel erweisen und
irreführend im Sinne eines effektiven Verbraucherschutzes sein können. So sollen
bei Schäden durch neu eingeführte Produkte, diese nicht erst nach massiven
Protesten von Seiten der Zahnärzteschaft/Patienten vom Markt genommen werden,
sondern schon frühzeitig - ohne amtliche Wege - eine Absicherung geschaffen
werden.
Der Produktsicherheitsrat wird von der
Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), dem
Verband der Deutschen
Dentalindustrie (VDDI) und dem
Bundesverband Dentalhandel
(BVD) getragen. Es fehlt der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) in
diesem Gremium.
Über eingehende Beschwerden entscheidet der Rat unter Einbeziehung externer
Sachverständiger; er kann entsprechende Maßnahmen treffen:
Aufforderung an die Industrie oder Hersteller, die beanstandete Maßnahme in
Zukunft zu unterlassen,
Einberufung einer Sitzung zur Anhörung des Betroffenen,
Erteilung einer Rüge - diese ist zu begründen und kann veröffentlicht
(z.B. in zahnärztlichen Rundschreiben, Fachpublikationen) werden,
Einstellen des Verfahrens, wenn kein Verstoß vorliegt.
Consilium, Medizinproduktegesetz,
Qualitätssicherung
Professionelle Zahnreinigung
PZR, Schaffung hygienefähiger Verhältnisse in der Mundhöhle in einer
zahnärztlichen Praxis, engl.: professional tooth cleaning; nach einer
gründlichen Untersuchung des Gebisses werden die Beläge auf den Zahnoberflächen,
in den Zahnzwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen mit speziellen
Instrumenten entfernt und die Zahnoberflächen anschließend
poliert und/oder
fluoridiert.

Die PZR ist weder in der
amtlichen (privaten) Gebührenordnung noch in dem
Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen erwähnt, geschweige denn in
der Literatur eindeutig definiert. So versteht man einmal darunter die
vollständige Entfernung aller über dem Zahnfleisch gelegenen (supragingivalen)
harten und weichen Beläge sowie die Beseitigung aller einfach erreichbaren
(klinisch sichtbaren) in der
Zahnfleischtasche (subgingival)
befindlichen harten und weichen Beläge (Konkremente).
Diese Beseitigung kann durch besonders ausgebildetes Personal (Prophylaxe-Helferin,
Dental-Hygenist) unter Aufsicht des Zahnarztes erfolgen.
Nach anderen Definitionen gehört zu einer PZR u.a.:
Überprüfung und/oder Unterweisung in der häuslichen
Mundhygiene mit speziellen Maßnahmen (z.B.
Anfärben), Inspektion der Zähne und des Zahnfleischs.
gründliche Zahnreinigung (Zahnstein,
Beläge,
Verfärbungen) und der
Zahnzwischenräume, Politur der Zähne
(mit Pulverstrahlgeräten und
speziellen Polierern), der Füllungen und Kronenränder,
damit sich für eine gewisse Zeit auf der glatten Oberfläche keine Bakterien mehr
festsetzen können.
Fluoridierung der Zähne mit konzentrierten Präparaten.
ggf. Abgabe von
Ernährungsempfehlungen
unter Umständen Nachkontrolle/Nachbearbeitung in einer weiteren Sitzung
Entwicklung eines Zahnpflegekonzepts, das individuellen Risiken (Kariesrisiko,
Parodontitisrisiko) für die
Mundgesundheit zuverlässig entgegenwirkt
regelmäßige
Recalltermine ; u.a. zur Optimierung des Pflegekonzepts
Die PZR gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung und so verlassen
sich immer mehr Menschen bei der Zahnpflege und -reinigung nicht nur auf ihre
Zahnbürste, sondern setzen zusätzlich auf die professionelle Zahnpflege beim
Zahnarzt. Dies belegt auch eine repräsentative Umfragen
(März 2006, 974 Personen), bei der 57 % aller Befragten angab, schon einmal eine
professionelle Zahnreinigung in Anspruch genommen zu haben.
Eine professionelle Zahnreinigung muss so durchgeführt werden können, dass eine
Beschädigung der zu reinigenden Zahnhartsubstanzen, der angrenzenden und
benachbarten Weichgewebe und eventuell vorhandener zahnärztlicher
Restauration vermieden wird.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die PZR im Abstand
von ca. sechs Monaten die ideale Ergänzung zum gründlichen Putzen ist, um Zähne
und Zahnfleisch gesund zu erhalten. Je nach individuellem Erkrankungsrisiko sind
jedoch andere Zeitintervalle sinnvoll. Weiter wird empfohlen, eine PZR am
Anfang einer zahnärztlichen Untersuchung/Behandlung durchzuführen, da nur an
vollständig gereinigten Zähnen eine optimale Erkennung von Zahnerkrankungen und
eine Versorgung mit Füllungen möglich ist.
Die behauptete angebliche Schädlichkeit (Zahnabrieb)
von PZR-Maßnahmen konnte durch Untersuchungen eindeutig widerlegt
werden:
Pro PZR errechnete sich insgesamt ein
Dentinverlust
zwischen 0,24 µm und 1,48 µm. Bei einer Prophylaxe-Frequenz von ein bis sechs
Mal jährlich käme es damit zu Abrieben zwischen 1,44 µm und 8,88 µm im Jahr.
Dies würde bedeuten, dass es zwischen 11 und 69 Jahren dauert, ehe 0,1 mm Dentin
allein durch Prophylaxe abradiert wird. Damit liegt der so verursachte
Dentinverlust deutlich unter den
Abrasionswerten, die zum Beispiel durch das tägliche Zähneputzen entstehen:
Diese rangieren zwischen 4 µm und 35 µm in der Woche.
PZR-Leistung werden nicht von den
gesetzlichen Krankenkassen übernommen - vereinzelt ist sie eine
Bonusleistung; bei den Privaten Krankenkassen
erfolgt eine Erstattung nach der
GOZ '12 (GOZ Nr.
1040; unter Umständen abhängig vom gewählten Tarif).
Die Kosten sind abhängig vom Zeitaufwand, sie dürften sich bei einer
"normalen" PZR an 80 - 150 € orientieren.
Behandlung auf Verlangen,
Dentiküre,
Melanodontie,
Mundhygiene,
Raucherbelag, Zahnsteinentfernung
Profilanalyse
engl.: profile analysis; kieferorthopädische Befundung von
Seitenaufnahmen des Gesichts (Fotografien, Röntgenbildern) nach best.
Bezugspunkten; hauptsächlich erforscht von A. M. Schwarz
("(Profil-)Analyse nach A.M. Schwarz").
Es existieren unterschiedliche Methoden zur Ermittlung der
Profilwahrnehmung und Akzeptanz. Belegt ist, dass die meisten Menschen eher
konvexe Profile bevorzugen und mit "positiven Signalen", wie Intelligenz oder
soziale Akzeptanz, belegen. Möglichkeiten zur Bewertung stellen die semantische
Differentialskala, die perceptometrische Methode oder der implizierende
Assoziationstest (IAT) dar.
Analyse,
Ästhetiklinie,
ästhetische Zahnmedizin,
E-Linie,
en
face,
Fazialebene,
Fernröntgenbild,
Fotostataufnahme,
Frankfurter Horizontale,
Gebisswinkel,
Kennlinien,
Kieferprofilfeld,
Lippentreppe,
Merrifield-Winkel,
Messpunkte,
Mundtangente,
Nasolabialwinkel, Porion,
Retrognathie,
Vorgesicht
Profilometrie
berührungsloses Messen, z.B. mit einem
Laserstrahl.
Durch eine schnelle, berührungslose und hochauflösende Erfassung und
Digitalisierung von Profilen können sich in Verbindung mit dem Einsatz moderner
elektronischer Bildverarbeitungstechniken neue Perspektiven für Diagnostik und
Therapie eröffnen. Laser mit einer veränderten Frequenz von etwa 700 Hertz
stellten vor allem Risse an der Zahnoberfläche dar, dagegen bildeten kleinere
Frequenzen eher Schäden im Zahninneren ab.
Diagnodent,
Kariesdiagnostik,
Laser,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
Profilsenkrechte;
Kieferprofilfeld
Profilwinkel, alveolärer; Winkel
zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie der Nasenwurzel mit dem
Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene;
Eugnathie,
Merrifield Winkel
Progenie
umgekehrter Frontzahnüberbiss, mandibuläre
Prognathie, Makrogenie,
Prodontie, Habsburger Lippe, engl.: progenia,
prognathism; dreidimensionale Überentwicklung des Unterkiefers.
Dadurch bedingt: die unteren Zähne beißen über die oberen (besonders im
Frontzahnbereich), das
Kinn und die Unterlippe sind im Profil prominent ("Habsburgerlippe",
"Habsburgerkinn"),
positive Lippentreppe,
Kreuzbiss-Stellung. Weitere Symptome sind ein abgeflachter
Kieferwinkel und eine ausgeprägte
Nasolabialfalte.
Bei der P. wird zwischen der echten Progenie - welche
vererbt ist - und der unechten Progenie (Pseudoprogenie)
unterschieden. Letztere wird z.B. durch einen zu kleinen Oberkiefer (Retrognathie,
Mikrognathie) bei normalem Unterkiefer verursacht. Weitere Ursachen
können eine Fehlstellung der Oberkieferfrontzähne, eine
Oberkieferzahnunterzahl und Zustände nach
LKG-Behandlungen sein.
Daneben kennt man noch den sog. progenen
Zwangsbiss, bei welchem einzelne oder alle unteren Schneidezähne
durch Zahnfehlstellungen vor die oberen Zähne beißen. Häufig lassen sich
echte und unechte P. diagnostisch nur durch eine
Fernröntgenbildanalyse unterscheiden.
Eine Behandlung der echten P. gehört zu den schwierigsten
kieferorthopädischen Behandlungen, da diese häufig zu Rückfällen
(Rezidiven) neigt. Bei Erfolglosigkeit der klassischen
kieferorthopädischen Behandlungsmethoden, wird eine kombinierte
chirurgisch-kieferorthopädische Beseitigung der P. in
Betracht gezogen:
Für diesen schwierigen Eingriff gibt es versch. Operationsarten (nach
Babcock, Dingmann, Köle, Obwegeser, Dal Pont, e.a.;
sagittale Spaltung), welche - je nach individueller Lage - ein Stück
Knochen aus dem Unterkiefer sägen bzw. den Knochen durchtrennen und
zurückversetzen, und den so operierten (verkleinerten) Unterkiefer durch
eine sog. "intermaxilläre
Verschnürung" bis zur endgültigen Abheilung an den Oberkiefer
fixieren. Der Knochen wird bei den meisten Operationsarten zur Schonung
von Gefäßen und Nerven (z.B. des
N.
trigeminus) im aufsteigenden Unterkieferast oberhalb des Foramen
mandibulae durchtrennt.
Akromegalie,
Delaire-Maske,
Dysgnathie,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Gelenkwinkel,
Kopf-Kinn-Kappe,
Kreuzbiss,
Mikrogenie, Profilanalyse,
Retrogenie,
Retrognathie,
sagittale Spaltung,
Schlüsselschiene,
SNA-Winkel,
SNB-Winkel,
Zwangsbiss |

prominentes Kinn
und markante
Unterlippe

echte P. mit Zahnunterzahl (fehlende seitliche
Schneidezähne
im Oberkiefer)
|

ausgeprägte P. bei einem älteren Patienten
mit problematischen Zahnersatz;
"Umgekehrter
Deckbiss" |
Proglissement
Vorverlagerung, Vorschieben der
UK-Vollprothese bei Belastung des aufsteigenden Anteils des
Kieferkammes. Auftreffende Kräfte werden nach
anterior weitergeleitet. Auslösender Faktor ist eine fehlerhafte
Okklusion im Molarenbereich (Vorkontakt in diesem Gebiet), welche nach
unbewusstem Kompensieren des Unterkiefers durch Vorschieben eine regelrechte
Okklusion vortäuscht. Eine verkürzte Zahnreihe nur im horizontalen und nicht
aufsteigenden Kieferast kann einem P. vorbeugen
Prognathie
Vorbiss, Makrognathie, Prodontie, engl.:
prognathism; früher ausschließlich für einen vergrößerten
Oberkiefer bzw. relative Vorlage des OK und die damit
verbundenen Folgen gebraucht. In der jüngeren Literatur und im
angelsächsischen Sprachgebrauch sowohl für den Ober-, wie auch für den
Unterkiefer verwendet:
Maxilläre Prognathie (Vorgesicht)
für den vergrößerten Oberkiefer; meist infolge knöcherner
Überentwicklung des Oberkiefers/Mittelgesichtes (Makrognathie).
Durch ein Vorstehen der Oberkiefer-Frontzähne ist die Oberlippe
vorgewölbt; es besteht ein erschwerter Lippenschluss (
Lippentreppe)
Mandibuläre Prognathie für den vergrößerten Unterkiefer (
Progenie)
eine bignathe Prognathie bezeichnet das gleichzeitige Vorstehen
beider Kiefer - besonders der
Frontzähne - zum übrigen Gesichtsschädel
Biss,
Eugnathie,
Dysgnathie,
Frontzahnstufe, Protrusion,
SNA-Winkel,
SNB-Winkel |

|
Projektion
bei
Röntgenaufnahmen, Projektionslehre;
laterale Zahnaufnahme
Projektionsschmerz
Ausstrahlungsschmerz, Schmerzverlagerung, engl.: pain
projected into other regions; Bez. für
Schmerzen, wobei der
empfundene Schmerzort unabhängig vom Entstehungsort der Schmerzen ist. Bekanntes
Phänomen sind die Schmerzen im linken Arm bei einem Herzinfarkt.
Proklination;
Inklination
Prolabium
engl.: do., Lippenwulst; Lippenanteil vor der
Prämaxilla,
unterhalb des
Philtrum, vom "Lippenmuskel"
orbicularis oris gebildet; beim Säugling stärker als beim Erwachsenen
ausgeprägt.
Lippentreppe,
Mundtangente,
Stomion
Promotion,
engl.: doctorate, Verleihung der Doktorwürde als Folge einer
wissenschaftlichen Arbeit durch eine (medizinische) Fakultät ggf. verbunden mit
einer Prüfung (sog.
Rigorosum)
Doktor,
Zahnarzt
Pronasale, engl.: do.; der am weitesten
vorstehende Punkt der Nasenspitze.
E-Linie,
Messpunkte,
Nasion
Propädeutik
engl.: propedeutics; Einführung in die Vorkenntnisse zu einem
wissenschaftlichen Studium, Unterricht mit vorbereitendem Charakter. In der
ZHK bekannt bei den sog. Propädeutik-Kursen, wo an Modellen oder
"Kopf-Phantomen" Grundkenntnisse vermittelt werden (z.B. "Propädeutik und
Werkstoffkunde") bevor die Behandlung am Patienten erfolgt.
Prophylaxe
Verhütung, engl.: prophylaxis; medizinische und sozialhygienische
Maßnahmen zur Verhütung, Vorbeugung oder Vorsorge von Krankheiten (z.B.:
Impfungen,
Fluoridierung, Medikamentengabe vor chirurgischen Eingriffen). In der
ZHK gilt für die P. besonders:
Karies und
Gingivitis sind vermeidbar und selbst die
Parodontitis kann zu einem hohen Prozentsatz verhindert werden. Seit vielen
Jahren sind die wissenschaftlichen Grundlagen bekannt, wie zum Beispiel: ein
sauberer Zahn wird selten krank! Wirksame Instrumente zur Umsetzung dieser
Erkenntnisse im Rahmen der professionellen und häuslichen P. sind
vorhanden. Einer lebenslangen Gesunderhaltung der Zähne und des
Zahnhalteapparates steht grundsätzlich nichts im Wege.
Das Problem: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein sind nicht
ausschlaggebend für die erfolgreiche Durchsetzung der P..
Selbstverständlich wünscht sich jeder ein Höchstmaß an
Mundgesundheit, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Steigerung der
Lebensqualität und Verringerung der Gefahr zusätzlicher
Risikofaktoren für die generelle Gesundheit. Dennoch sind wir von einer
flächendeckenden Umsetzung des grundsätzlich Machbaren nach wie vor weit
entfernt. Die für die Mundgesundheit des Einzelnen wesentliche Frage lautet
nämlich nicht: sind Karies, Gingivitis und Parodontitis grundsätzlich
vermeidbar, sondern: sind Karies, Gingivitis und Parodontitis bei dem Einzelnen
mit einem für ihn akzeptablen Aufwand an Zeit und Geld vermeidbar? (
Compliance)
Im Jahr 2007 haben die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt 466 Mio. Euro für
die zahnmedizinische
Individual- und Gruppenprophylaxe sowie die zahnärztlichen
Kinder-Früherkennungsuntersuchungen ausgegeben.
Der
DMF-Index wird international als Kriterium für die Zahngesundheit
eines Staates herangezogen. So formulierte die
WHO
in den 90er Jahren als ein Fernziel der Prophylaxe die Zahl "22-77-99",
was heißen soll, dass bei 99% der Bevölkerung die 77jährigen noch mindestens 22%
der eigenen Zähne in Gebrauch haben sollten.
Die mittlere
dmf-t-Werte (Milchgebiss) bei 6-7-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,89; 1997: 2,39; 2000: 2,21; 2004: 2,16
Die mittlere
DMF-T-Werte bei 12-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,44; 1997: 1,75; 2000: 1,21; 2004: 0,98
Naturgesunde
Wechselgebisse bei 6-7-Jaehrigen:
1994/95: zwischen 19,6% und 45,9%
2004: zwischen 34,9% und 59,6%
Kariesfreie Zähne bei 12-Jaehrigen:
2004: zwischen 50,9% und 68,6%

europäischer Vergleich der
DMF-T-Werte
Bonusprogramme,
Dentiküre,
FU-Positionen,
Behandlung von (geistig) behinderten Patienten,
Implantatprophylaxe,
Mundhygiene, Prävention,
Prophylaxeshop,
Tertiärprophylaxe
Prophylaxeshop
in einer zahnärztlichen Praxis, engl.: Prophylaxis-Shop in a dental
practice; Schlagwortbezeichnung für den
gewerblichen Verkauf von Mundhygieneartikeln in einer
Zahnarztpraxis. Wenn auch von
berufsrechtlicher Seite gegen diese gewerbliche
Tätigkeit keine Bedenken bestehen, so sind trotzdem Besonderheiten zu
beachten (Stand 2009):
-
Werbung
die Werbung für einen derartigen Shop innerhalb des Praxisbereiches darf
nicht der allgemeinen, kommerziellen Werbung dienen. Es ist also nicht
statthaft, für diese Verkaufsstelle in irgendeiner Form zu werben. Weiter
muss diese gewerbliche Tätigkeit im zahnärztlichen Verantwortungsbereich
liegen. Es geht demnach nicht an, dass z.B. eine
Prophylaxehelferin
eigenverantwortlich diesen Shop betreibt und/oder entsprechend dafür wirbt.
- steuerliche Aspekte
es muss eine strikte Trennung der Einnahmen erfolgen, will man nicht
riskieren, dass alle Einnahmen aus zahnärztlicher Tätigkeit der
Gewerbesteuer unterliegen. Nach der Unerheblichkeitsgrenze
ist dies bei über 1,25 % der gesamten Praxisumsätze der Fall (zum aktuellen
Stand stets eine steuerrechtliche Beratung einholen!).
Der Shop kann in die unterschiedlichsten
Rechtsformen einer Praxis eingebettet sein. Für die saubere Trennung
wird die Gründung einer BGB-Gesellschaft angeraten. Dabei muss der Vertrag
so gestaltet sein, dass die BGB-Gesellschaft wirtschaftlich, organisatorisch
und finanziell von einer zahnärztlichen Praxis unabhängig ist.
Weiter wird die Gewerbeanmeldung bei einer Einzelpraxis empfohlen; bei
Sozietäten ist diese sogar zwingend vorgeschrieben.
Die
Gewerbesteuer an sich dürfte nur eine untergeordnete Rolle spielen,
da bei ihr ein Freibetrag von 24.500 € (Stand 2009) besteht - ein derartiger
Umfang dürfte in einer Zahnarztpraxis kaum zu erreichen sein. Hinzu kommt
eine
Umsatzsteuerpflicht, egal in welcher Organisationsform der Shop
betrieben wird. Die Grenze der Befreiung davon liegt bei 17.500 € (2009).
- Image
mit einem Prophylaxeshop sind in der Regel keine großen materiellen Gewinne zu
erwirtschaften. Allerdings ist er als Instrument der
Motivation und des Patientenservices in einer auf
Prophylaxe ausgerichteten Praxis
von erheblicher Bedeutung.
Mundhygiene, Prophylaxe,
Umsatzsteuer
Prophylaxehelferin
Mundhygienikerin, engl.: oral hygienist.
Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP)
Propolis
"heilendes Naturpräparat" auf wissenschaftlich umstrittener
Grundlage: Bienen betreiben für Ihre Stock einen "vorbeugenden
Infektionsschutz", indem sie das Harz von bestimmten Koniferen mit ihrem
Speichel vermischen und damit die Waben "überziehen". Schon im Altertum bekannt,
wird P. auch als "natürliches
Antibiotikum" bezeichnet. Eine nachgewiesene Besserung von
Zahnfleischerkrankungen ist bisher wissenschaftlich in größeren
Patientenstudien nicht belegt worden.
Proptosis
Diapneusia, engl.: do.; mit den Unterbezeichnungen Proptosis buccalis,
Proptosis labialis und Proptosis lingualis. Bezeichnung für eine
geschwulstartige Vorwölbung der Wangen-, Lippen- und Zungenschleimhaut an den
Stellen, welche mit
Zahnlücken in Kontakt stehen und durch
habituelles Ansaugen entstehen; können
Fribrom-artig entarten.
Propulsion,
Protrusion
Propulsor
engl.: Mühlemann appliance;
Aktivator-ähnliche
Mundvorhofplatte mit Vorbissebene zur Frühbehandlung eines in der Front
offenen Vorbisses (Angle
II/1); dadurch auch Unterdrückung einer Mundatmung
Prosodontie; "vorstehende Zähne";
wenig gebräuchliche Bez. für eine
alveoläre Prognathie
prospektive Studie
prospektiv = die Weiterentwicklung betreffend, vorausschauend, "WAS wird
passieren, WENN?" engl.: prospective study; prospektiv meint dabei, dass
mit der Datenerhebung (Studie) begonnen wird, bevor die hypothetischen
Ereignisse eingetreten sind. So ist z.B. ein Experiment immer prospektiv. Eine
Erhebung kann prospektiv oder retrospektiv (Einbeziehung vorhandenen
Datenmaterials) sein.
Blindversuch,
Gerostomatologie,
Kohortenstudie,
Langzeitstudie
Prosthion
Pr, Schnittpunkt der
Raphe-Median-Ebene mit dem am weitesten vorn liegenden Punkt des
Oberkiefer-Alveolarrandes (zwischen den beiden Schneidezähnen); nach Simon auch
die vordere Spitze der
Papilla incisiva
Französische Horizontalebene,
Rivet Winkel
Protein
Eiweiß, engl.: do.; zu den Grundbausteinen jeder Zelle gehörende
Makromoleküle, welche hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff,
Sauerstoff, Stickstoff und unter Umständen auch Schwefel bestehen. Grundlage der P.
sind die Aminosäuren, welche durch Peptidbindungen zu Aminosäureketten
verbunden werden. Bei Ketten, welche weniger als 100 Aminosäuren enthalten,
spricht man auch von Peptiden.
Protemp ™
Protemp™ 4, Kunststoffmaterial auf
Komposite-Basis zur Herstellung
provisorischer Kronen- und Brücken. Während des Abbindevorgangs wird nur
eine geringe Temperaturentwicklung im
Pulpenkavum und im Material selbst erzeugt. Hieraus resultiert sehr hohe
Verträglichkeit in Bezug auf Pulpa,
Gingiva und
Parodont.
Polymerisationswärme,
Scutan
Prothese
zahnärztliche, engl.: dental prosthesis; Hilfsmittel zum
Ersatz (einiger oder aller) fehlender Zähne; laienmäßig häufig mit einer
Vollprothese ("Gebiss") gleichgesetzt. Die P. besteht aus der
Prothesenbasis
(heute fast ausschließlich aus Kunststoff) und den daran befestigten
künstlichen Zähnen, welche in der
Farbe den evtl. noch vorhandenen Zähnen angepasst sind. Die
Anfertigung von P. unterscheidet sich grundsätzlich in eine
zahnärztliche und eine zahntechnische Tätigkeit:
Abdrucknahme,
Bissbestimmung,
Farbauswahl und
Eingliederung einer P. sind nach dem
Zahnheilkundegesetz ausschließlich zahnärztliche Maßnahmen und
unterliegen den Bestimmungen des
Dienstvertrages, während die (technische) Anfertigung einer P.
auf Weisung eines Zahnarztes in sog.
Dental-Labors (=
Werkvertrag) erfolgt. Nach Schätzungen werden in Deutschland
jährlich 2 Millionen Zahnprothesen (Teil-
oder
Vollprothesen) angefertigt.
Eine grobe Einteilung (und damit auch Bezeichnung) erfolgt nach
unterschiedlichen Kriterien:
- Anzahl der noch vorhandenen Zähne:
Teilprothese bzw.
Vollprothese
- Herausnehmbarkeit durch den Patienten: herausnehmbar,
festsitzend (nur vom Zahnarzt zu entfernen; selten) und kombiniert
herausnehmbar-festsitzend ("Kombiprothese"),
d.h. ein Teil befindet sich als festsitzender Zahnersatz nicht
herausnehmbar auf den
Pfeilerzähnen, der andere Teil (die eigentliche P.) kann
vom Patienten entfernt werden
- Art der
Abstützung im Restgebiss/Kiefer: schleimhautgetragene (P.
stützt sich nur auf der Kieferschleimhaut ab, wie z.B. bei
Vollprothesen und
provisorischen Prothesen), parodontalgestützte (
Parodontium; P. stützt sich nur auf den noch vorhandenen
Zähnen ab) und einer Kombination beider Abstützungen (ist der
Regelfall bei
Teilprothesen)
Eine andere Einteilung kann nach dem Verwendungszweck erfolgen:
-
Interimsprothese (auch als
Provisorium bezeichnet):
P. wird nur für einen best. Zeitraum getragen, solange, bis
die endgültige Versorgung nach
Abheilung erfolgen kann.
-
Immediatersatz (Sofortprothese): Prothese wird unmittelbar
nach dem Entfernen von Zähnen eingesetzt und nach Knochenabheilung
durch eine
Unterfütterung zum endgültigen Zahnersatz umgestaltet (häufiges
Vorgehen beim Anfertigen der ersten
Vollprothese)
-
Resektionsprothese nach umfangreichen
Kieferknochenentfernungen (selten)
-
Epithesen zur Defektdeckung im sichtbaren Bereich (Gesicht,
Zahnfleisch; selten)
Kunstzahn,
Perioprothetik,
präprothetische Chirurgie,
Prothesenbasis,
Prothesenbruch,
Prothesenlager,
Prothesenstomatitis,
Prothesenunverträglichkeit,
schleimhautgelagert,
senkbare Prothese,
Vollprothese,
Zahnaufstellung,
Zahnersatz,
Zahnfarbe,
Zahnfleischmaske,
Zahnform |
|
|
Prothese
abgestützte, auch zahngetragene o. dental getragene
o. zahngestützte Prothese, engl.: tooth-borne prosthesis;
mit (Ab-)Stützelementen am Restgebiss (eigene Zähne,
Implantate) abgestützter Zahnersatz, um ein Einsinken der Prothese
in die Schleimhaut zu verhindern und ein "natürliches" Beißgefühl zu
geben. Dadurch dass die eigenen Zähne mit ihrer "federnden
Verankerung" zur Abstützung dienen, ist ein größerer
Kaudruck
und eine physiologischere Belastung möglich. Erreicht wird dies durch
Klammern mit Auflage auf den Kauflächen der Zähne ("Auflageklammer"),
Teleskopkronen oder
Geschieben.
Abstützelemente,
Abstützung, Prothese,
schleimhautgelagert,
senkbare Prothese,
Stützelement,
Stützfeld,
Unterfütterung,
Verbinder |

|

Stützlinie

Stützfeld |
Prothesenbasis
engl.: denture base; die der
Mundschleimhaut anliegende Unterseite und der künstliche Zähne
tragende Teil einer Prothese
unterschiedlicher Ausdehnung, wobei zur optimalen Verteilung von
Kaukräften - besonders bei
Vollprothesen - möglichst viel von der Mundschleimhaut einbezogen
werden sollte (
Prothesenlager). Aus hygienischen Gründen
ist eine Politur der
Prothesenbasis beidseitig angeraten.
Als Material werden hauptsächlich (> 90 %) sog. "Prothesenkunststoffe"
auf Methylmethacrylat/Polymethylmethacrylat-Basis
(PMMA) eingesetzt.
In der
Teilprothetik ist die P. im nicht sichtbaren Bereich
häufig aus Metall (
Metallbasis) bzw. in den Gebieten, wo mit einem Kieferschwund zu
rechnen ist, mit einer dünnen (unterfütterbaren)
Kunststoffschicht belegt - bei
Vollprothesen ist dies nur selten der Fall; die früher
gebräuchlichen
Netzeinlagen gelten heute als
obsolet.
Die
biologische Verträglichkeit dieser Kunststoffe ist von einem hohen
Polymerisationsgrad abhängig; allergiebedingte
Unverträglichkeiten durch
Restmonomere werden auf nur 0,3 % geschätzt. Dabei ist nicht der
Kunststoff selbst, sondern
unpolymerisierte Ausgangs- und Begleitstoffe (Benzoylperoxid als
Initiator,
Hydrochinon als
Inhibitor,
Methylmetacrylat (MMA)) für
Allergien verantwortlich. Aufgrund der chemischen
Gleichgewichtsprozesse ist ein gewisser Anteil an Restmonomer in der
fertigen Prothese unvermeidbar. Durch geeignete
Polymerisationsbedingungen lässt sich dieser auf ein Mindestmaß
reduzieren aber nicht eliminieren. Als Optimum hierfür wird die
Langzeit-Aushärtung (10-15 Stunden) bei 95°C angegeben.
Prothesenkunststoffe werden nach der chemischen Zusammensetzung
und den eingesetzten Materialien unterschieden:
- heißhärtende Kunststoffe, welche nur außerhalb des Mundes
bei mindestens 65° über einige Stunden verarbeitet (polymerisiert,
"ausgehärtet") werden
- selbsthärtende ("kalthärtende") Kunststoffe,
welche keine erhöhte Verarbeitungstemperatur benötigen, sondern
direkt durch eine chemische Reaktion aushärten. Die direkte
Verarbeitung im Mund ist umstritten (
Restmonomer,
Unterfütterung)
- thermoplastisches Material (Polyplaste) in Kartuschen
oder Pulverform
- lichthärtende Kunststoffe (
Polymerisation,
lichtinduzierte)
- mikrowellenhärtende Kunststoffe
- flexible Kunststoffe ,
Nylon Kunststoffe (incl. Klammerkonstruktion; z.B.
,
Sunflex™
Partials)
Verarbeitungstechnisch werden unterschieden:
- Stopf-Press-Verfahren
chemoplastische Methode, bei welcher eine teigartige Mischung aus
Monomer und pulverförmigem Polymer (
Paladon® Verfahren) in eine Gipshohlform gestopft und
anschließend gepresst wird. Nachteilig sind das Entstehen von
Pressfahnen nach dem Zusammenfügen der beiden
Kuvettenhälften und eine dadurch zwangsläufig entstehende
Bisserhöhung. Weiter wird bei diesem Verfahren die
Polymerisationsschrumpfung des Kunststoffs nicht kompensiert
- Injektionsverfahren
es erfolgt ein apparatives Einbringen ("Injektion") eines Heiß- oder
Kaltpolymerisates (s.o.) in eine geschlossene
Küvettenhohlform. Maschinelles Anmischen von
Kapselpräparaten bewirken eine optimale Polymerisation. Die
Schrumpfung wird durch Nachpressen von nicht-polymerisiertem
Material kompensiert. Nachteilig ist der hohe technologische Aufwand
- Gießverfahren
es werden meistflüssige Kaltpolymerisate (s.o.) in eine Gießküvette
gegossen und unter Druck bei ~ 50° im Wasserbad polymerisiert.
Relativ hohe Schrumpfung und apparativer Aufwand bei mäßiger
Zeitersparnis
- Spritz-Guss-verfahren
ein auspolymerisiertes Thermoplast (meist
PMMA) wird durch Erwärmung
verflüssigt und unter hohem Druck in eine Spritzküvette
eingebracht. Da bei diesem Verfahren keine Anpolymerisation der
Prothesenzähne erfolgt, müssen diese mit mechanischen
Retentionen versehen werden. Einem hohen technologischem Aufwand
stehen eine fehlende
Polymerisationsschrumpfung und ein äußerst geringer
Restmonomergehalt gegenüber
- Schmelz-Press-Verfahren (z.B. Luxene®)
Kombination aus Stopf-Press und Injektions-Technik. Es wird
vorpolymerisiertes, erwärmtes Gel in eine offene
Küvette gestopft und nach Verschließen dieses Material gepresst
und verdichtet. Die endgültige Polymerisation erfolgt im Wasserbad.
Im Oberkiefer hat die Ausgestaltung des Gaumenbasis Einfluss
auf die Sprachfunktion, da besonders "S"-Laute als sog. Reibelaute von
der Ausdehnung und Oberfläche des Gaumenreliefs abhängig sind.
Palatogramm
Acrylate,
Allergie,
Allergietestung,
Denture-Hygiene-Index,
Druckstelle,
Goldknopfzähne,
Kunststoff,
Kunstzahn,
Langzeitpolymerisation,
Lochplatte,
Metallbasis,
Netzeinlage,
Paladon®
Verfahren, Polyamid,
Polymerisation,
Prothesenlager,
Prothesenreinigung,
Prothesensattel,
Prothesenstomatitis,
Prothesenunfähigkeit,
Prothesenunverträglichkeit,
rationierte Prothese,
Sauger,
Überextension,
Unterfütterung,
Vollprothesen,
Zinn |

versch. Basisformen im
Oberkiefer

die
P. einer Vollprothese

flexible Basis incl.
Klammern |
Prothesendruckstelle, engl.: pressure or denture sore;
Druckstelle
Prothesenhalt
Prothesenretention, Prothesensitz, engl.: denture or
prothesis retention; von vielen Faktoren abhängige Eigenschaft eines
herausnehmbaren Zahnersatzes, besonders bei einer
Vollprothese.
Während bei Teilprothesen durch entsprechende Halteelemente und
Prothesengestaltung in der Regel ein befriedigender bis ausgezeichneter P.
erzielt werden kann, sind bei
Vollprothesen
folgende Faktoren zusätzlich von individuell wichtiger Bedeutung:
Anatomie: Prothesenlager, Speichel (Adhäsion:
Speichel - Prothese, Speichel - Gaumen, Kohäsion: Speichel - Speichel),
Muskelanlagerung
Prothetisch: Prothesenausdehnung, Reliefgriffigkeit (Kongruenz Basis/Lager),
Ventilrand (physikalischer Saugeffekt: Innenventil durch Saugnapf der
beweglichen Schleimhaut an der Prothesenbasis und Aussenventil durch luftdichten
Abschluss am Prothesenrand im Vestibulum), Okklusion/Aufstellung,
Muskelgriffigkeit der Prothesenfläche (ant. Lippenschilde, vestibuläre
Randwülste, Lippen- und Wangenpassage, Lippen- und Wangenkontakt).
zusätzliche Gestaltungen:
Sublingualrolle (linguale Rille um den M. genioglossus), Paralinguale
Flügel, Retromolarer Flügel (Unterschnitte hinter dem M. mylohyoideus),
akzessorische Haftlinien (Hohllegen wenig resilienter Gaumenbereiche,
Frankfurter Radierung, Radieren der AH-Linie)
Haftmittel,
Halteelement,
Prothesenlager,
Sauger,
Speichel,
Unterzungenbügel,
Unterzungenflügel,
Vollprothese
Prothesenkunststoff, engl.: denture resin, denture base polymer;
Prothesenbasis
Prothesenplaque,
engl.: denture plaque;
Prothesenreinigung
Prothesenreinigung
Prothesenpflege, Prothesenhygiene, engl.: denture cleaning;
herausnehmbarer Zahnersatz sollte - wie die eigenen Zähne - zwei- bis
dreimal täglich nach dem Essen gründlich außerhalb des Mundes gereinigt werden,
da sich auf dem Ersatz Bakterien, Essensreste und abgestorbene Schleimhautzellen
(= Prothesenplaque) festsetzen können und Entzündungen oder
Mundgeruch hervorrufen. Zur Reinigung gibt es grundsätzlich zwei Methoden:
- mechanisches Putzen, ähnlich dem Zähneputzen der eigenen Zähne:
mit einer normalen Zahnbürste oder - noch wirkungsvoller - mit speziellen
Prothesenbürsten und einem Tropfen Spülmittel (kein Haushaltsreiniger!)
lässt sich der Zahnersatz gut reinigen. Auf keinen Fall zur Pflege normale
Zahnpasta verwenden, denn die darin enthaltenen Schmirgelstoffe sind auf die
Härte des Zahnschmelzes eingestellt und zerstören die hochglanzpolierte
Oberfläche des Zahnersatzes.
Hilfreich können spez. Bürsten (z.B.
Trioblanc™ -Prothesenbürste)
zur gründlichen und komfortablen Reinigung sein.
- "chemisches Reinigen" mit Sprudeltabletten oder
Pulverkonzentraten auf Peroxyd-Basis:
über eine Verringerung der Oberflächenspannung werden
Plaque und
Verfärbungen
bei regelmäßiger Anwendung beseitigt; gleichzeitig freigesetzter Sauerstoff
wirkt
antibakteriell. Moderne Reinigungstabletten bedienen sich zusätzlich
noch der "Plaqueblock-Technologie", indem sie den Zahnersatz mit einer
mikrofeinen Silikonschicht überziehen. Die Reinigungswirkung tritt etwa nach
15 Minuten ein. Wegen der Gefahr einer unerwünschten Bleichung des
Prothesen-Kunststoffes sollte das Reinigungsbad nicht länger als eine Stunde
einwirken; Sprudeltabletten lassen sich zudem exakter dosieren als
Reinigungskonzentrate.
Denture-Hygiene-Index,
Prothesenstomatitis,
Vollprothese,
Zahnersatz
Prothesensattel
engl.: denture base saddle; der Teil einer
(Teil-)Prothese, welcher dem Kiefer (Alveolarfortsatz)
"sattelförmig" aufliegt.
Prothesenbasis,
Sattel
Prothesenstomatitis
PS, engl.: denture injury o. denture stomatitis;
Oberbegriff für eine Vielzahl von
Mundschleimhaut-Entzündungen unter einer
Prothesenbasis. Klinisch ist meist
als großflächige (der Ausdehnung der Prothesenbasis entsprechend), scharf
begrenzte Rötung sichtbar, ohne besondere Schmerzen ("Mundbrennen")
zu verursachen. Ursachen können
schlecht gepflegte Prothesen
und dadurch bedingte bakterielle oder pilzartige (meist
Candida-Infektion) Erkrankungen, Ausdruck einer
Allergie auf den
Prothesenkunststoff oder ein nicht mehr dem Prothesenlager angepasster (
Unterfütterung) Zahnersatz sein.
Eine PS wird im Oberkiefer häufiger als im Unterkiefer angetroffen.
Raucher und Patienten mit Vitamin-A-Mangel zeigen öfter derartige Symptome.
Prothesenunverträglichkeit,
Schleimhautbrennen
Prothesenträger, engl.: denture
wearer; Schlagwortbezeichnung für eine Person mit
herausnehmbarem Zahnersatz
Prothesenunfähigkeit
engl.: denture-disability; anatomischer Zustand des Kiefers, der das
Tragen einer Prothese unmöglich macht. Dieser Zustand wird in der Regel durch das
Fehlen von ausreichendem Kieferknochenangebot (fortgeschrittene
Alveolarkammatrophie) bedingt. Mit herkömmlichen prothetischen Techniken ist
keine befriedigende Funktion des Ersatzes zu erzielen. Abhilfe schaffen meist
aufwendige
augmentative Verfahren mit anschließender
Implantation.
Nicht zu verwechseln mit einer
Prothesenunverträglichkeit
Prothesenunterfütterung,
engl.: denture relining;
Unterfütterung
Prothesenunverträglichkeit
Prothesenintoleranz, engl.: denture-intolerance; mit folgender
Unterscheidung:
-
iatrogene Prothesenunverträglichkeit
neben lokal reizenden Faktoren (
Druckstelle)
versteht man hierunter Mängel in der Anfertigung und eine fehlerhafte
Inkorporation (falsche Randgestaltung, fehlerhafte
Funktionsränder, zu dicke bzw. dünne
Prothesenbasis, falsche
Bisshöhe,
Reizung durch Prothesenmaterialien usw.), welche den Gebrauch des Ersatzes
einschränken oder unmöglich machen. Eine Besserung der P. tritt nach
Beseitigung der Störfaktoren fast unverzüglich auf.
- somatogene Prothesenunverträglichkeit
hier handelt es sich bei den Ursachen um Faktoren, welche im organischen
Bereich des Patienten liegen:
Allergien,
extremer
Würgereiz, Gastritis, Stoffwechselerkrankungen, erheblicher
Alveolarkammabbau, eine zu
große
Zunge,
Mundtrockenheit,
Parafunktionen, schlechte Prothesenhygiene
usw.. Nach Behandlung der Grundstörungen ist auch hier mit einer baldigen
Besserung zu rechnen.
- psychogene Prothesenunverträglichkeit
Krankheitsbilder (bei einer fachlich korrekten Prothese!) wie
Mundbrennen,
Geschmacksstörungen, Druck- und Wundgefühl und
Parästhesien bis hin zu Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche und
weiteren allgemein-körperlichen Beschwerden werden nur selten von dem Ersatz
selbst, z.B. in Form einer
Allergie, ausgelöst (allergiebedingte Unverträglichkeiten werden auf nur
0,3 % geschätzt), sondern sind häufig Ausdruck einer Erkrankung aus dem
psychosomatischen Formenkreis,
wie Depressionen, Psychosen und einer generellen Abneigung gegen die
Tatsache eines herausnehmbaren Zahnersatzes (Assoziation mit einem
"Altsein").
Die Tatsache, dass sich im Kieferbereich im Vergleich zu anderen
Körperregionen eine außerordentlich hohe Anzahl von Empfindungsnerven
konzentriert, macht diesen Bereich "störanfälliger" bei Veränderungen als
andere Körperzonen. Etwa 85% der Betroffenen sind weiblichen Geschlechts.
Typisch für den Formenkreis dieser Unverträglichkeit sind eine Vielzahl von
Vorbehandlern, die nach Patientenaussagen "nichts von ihrem Fach verstehen".
Eine erfolgversprechende Therapie der psychogenen Grunderkrankung ist
langwierig und schwierig - sie gehört keinesfalls in eine zahnärztliche
Praxis.
Prothesenstomatitis,
Prothesenunfähigkeit,
Schleimhautbrennen,
Sicherheitsdatenblätter
Prothetik
zahnärztliche, Zahnersatzkunde, engl.: prosthodontics,
prosthetic dentistry, prosthodontia; zahnärztliches Fachgebiet von
der funktionellen Wiederherstellung fehlender Zähne, fehlendem Knochengewebe und
der damit verbundenen kosmetischen Beeinträchtigung. P. umfasst in der
Hauptsache die
Planung,
das Anfertigen/Herstellen, die
Eingliederung
und das Überwachen von
Zahnersatz
Fachgebiete,
Implantatprothetik,
Perioprothetik,
präprothetische Chirurgie,
Vollprothese
Prothetik-Einigungsausschuss
PEA, engl.: prosthetic agreement committee; nach dem
Bundesmantelvertrag (Zahnärzte, BMV-Z) vorgeschriebenes, paritätisch
besetztes Gremium (Kassenvertreter, Zahnärzte) mit folgender Bedeutung:
Sind Krankenkassen, Zahnärzte oder Patienten mit einem
Gutachten (Vor- oder Nachbegutachtung) nicht einverstanden, so haben
diese die Möglichkeit, einen Obergutachter bei Mitgliedern von
Ersatzkassen oder den PEA bei
Primärkrankenkassen
einzuschalten. Der PEA gilt also nur für Primärkassen.
Der PEA entscheidet über:
-- Einsprüche des Vertragszahnarztes oder der Krankenkassen gegen die
Stellungnahme des Gutachters nach § 3 Anlage 12 zum BMV-Z
-- Mängelansprüche (innerhalb von 24 Monaten) gemäß § 4 Abs. 1 Anlage 12 zum
BMV-Z sowie
-- die Kosten der Begutachtung ausgeführter Leistungen (Anhang gemäß § 3 Abs. 4
der Anlage 12 zum BMV-Z)
Bei Nachbegutachtungen durch den PEA gilt: Wenn eine
Zahnersatzarbeit nicht zur Zufriedenheit ausfällt, ist zusätzlich zu prüfen, ob
der negative Erfolg auf einem Ausführungs- oder Planungsverschulden des
Zahnarztes beruht. Ist das nicht mit letzter Sicherheit feststellbar, ist der
Anspruch der Krankenkasse gegen die bereits gezahlte Vergütung nicht gegeben.
Gewährleistung,
Mängelgutachten ("Mängelrüge")
prothetischer Äquator;
Äquator (prothetischer)
prothetische Wertigkeit, engl.:
prosthetic importance;
Pfeilerzahn
Prothrombin
engl.: do.; in der Leber unter Mitwirkung von Vitamin K gebildeter Faktor II
der Blutgerinnungsfördernden Faktoren. P. wird durch Prothrombobinase
(Thromboplastin) in Thrombin umgewandelt. Zur Prothrombinzeit s.u.
Quick-Wert
Blutgerinnungsstörungen,
Quick-Wert,
Thrombin
Protokonus;
Metakonus
Protomer;
Odontomere
protrahiert, engl.: protracted;
verzögert bzw. über eine längere Zeit hinweg anhaltend
Protraktoren
"Mundvorzieher", engl.: protractors; Bezeichnung für eine
Muskelgruppe, die den Unterkiefer nach vorn ziehen. Im Wesentlichen ist dies der
paarige M. pterygoideus lateralis;
Kaumuskulatur
Protrusion
protrudiert, (veraltet: Propulsion) nach vorn stehend,
engl.: do., protruding, protrusive; bezeichnet
normalerweise eine
sagittale
Biss-
und/oder Kieferfehlstellung im Sinne einer zu großen Länge des
Oberkiefers. Ursache ist neben (seltenen)
genetischen Veranlagungsformen vor allem das
Lutschen (Lutschprotrusion). Man unterscheidet in:
- koronale Protrusion
Kippung der
Frontzahn-Zahnkronen zur Lippe hin (Labialkippung)
- alveoläre Protrusion
Aufbiegung des
Alveolarfortsatzes mit den Zähnen nach vorn
- maxilläre Protrusion
der Oberkiefer ist im Ganzen nach vorn hin zu groß
Unter einer
Protrusionsbewegung
(protrusive movement) versteht man das Bewegen des
Unterkiefers nach vorn (in
ventraler Richtung, sog. Vorschubbewegung;
Protraktoren): beide
Kondylen bewegen sich gleichzeitig nach "vorn-unten" (ventral).
Eine geringfügige Protrusion der OK-Frontzähne wird im Vergleich
zu anderen Stellungen der Schneidezähne von Vielen als ästhetisch
ansprechender beurteilt.
Habits,
Interinzisalwinkel,
Le Fort,
Lutschen, Prognathie,
Protrusionsbahn,
Retrusion,
SNA-Winkel,
SNB-Winkel |


|

alveoläre P.
durch
Lutschen |
Protrusionsbahn
sagittale
Kondylenbahn, engl.: condylar pathways; Weg der
Condylen bei
der Vorschubbewegung projiziert auf die
Sagittalebene.
Bei einer
Registrierung mit der Bewegung der
Scharnierachse gleichgesetzt. Als ideal wird bei einem gesunden Gelenk eine
glatte, linienartige Kurve angesehen mit einem
anterior
konkaven Verlauf, verbunden mit einer Links-/Rechtssymmetrie (sog.
"Bahnqualität"). Als Bahnlängen werden im Normbereich Werte zwischen 7,5 u. 12
mm angegeben. Werte darüber bezeichnet man als Hypermobilität, Werte darunter
als Hypomobilität des
Kiefergelenks.
Bennet-Bewegung,
Gelenkbahn,
Unterkiefergrenzbewegungen
Protrusionsbewegung
Vorschubbewegung, engl.: protrusive movement; das Bewegen des
Unterkiefers nach vorn durch die sog.
Protraktoren: Beide
Kondylen bewegen sich gleichzeitig nach vorn (ventral).
Im Laufe der Zeit bilden sich durch
antagonistischen
Zahnkontakt (sog. Protrusionskontakt)
okklusale
Schliff-Flächen, welche als Protrusionsfacetten bezeichnet werden
Bei
Störungen im Kiefergelenk und/oder der
Protraktoren kann die P. ein-
oder beidseitig behindert sein, was bei ersterer zu einer seitlichen V.
führt.
Bennet-Bewegung,
Christensensche Phänomen,
Gelenkbahn, Protrusion,
Retrusionsfacette
Unterkiefergrenzbewegungen,
Zahnbewegungen
Protuberantia,
höckerförmiger Vorsprung; in der
ZHK meist
mit der Protuberantia mentalis = Kinnvorsprung gleich gesetzt.
Kinn,
Pogonion
provisorischer Zement;
Verschlusszement
provisorisches Implantat,
engl.: temporary implant;
Implantat, temporäres
Provisorium
Oberbegriff für: provisorische
Füllung, provisorische
Krone/Brücke,
provisorische Prothese, engl.: temporary appliance;
vorübergehende schützende, und/oder funktionelle und/oder kosmetische
Versorgung von präparierten
Zähnen (für eine
Füllung oder
Krone) oder
Zahnlücken. Je nach Art und Konstruktion herausnehmbar (
Interimsprothese s. Abb.) oder festsitzend.
Ein P. soll die fertig gestellte
Präparation und den Zahn
selbst vor mechanischen, chemischen und thermischen Einwirkungen
schützen; dabei müssen der Zusammenbiss (
Okklusion) durch das P. statisch und dynamisch stabilisiert
und die
Kontaktpunkte zu den Nachbarzähnen erhalten/hergestellt werden, um
ein problemloses
Eingliedern der fertigen Versorgung zu gewährleisten. Meist aus
Kostengründen stellen fest mit
Zement eingesetzte
Langzeitprovisorien eine Ausnahme dar.
Bei den festsitzenden Provisorien wurden früher Materialien auf
Poly-Methylmethacrylat-Basis (PMMA)
angewandt ("Pulver-Flüssigkeit-Produkte", z.B. Temdent™, Interim™,
Trim™); ihr Anteil liegt heute (2008) unter 10%. Moderne Materialien
sind die sog. Bis-Acrylat-Komposites auf der Basis von bis-GMA,
UDMA, TEGDMA, welche deutlich bessere werkstoffliche Eigenschaften
aufweisen (z.B. Prevision CB™, tempofit™, Protemp 4 Garant™, Structur
2™, CronMix T™,
™, Systemp.c&b™ usw.) und meist als
"Zweikomponenten-Systeme" in Kanülen/Kartuschen angeboten werden.
Polyethyl/Polymethyl-methacrylathaltige Kunststoffe zeigen im
Langzeittest eine bessere Farbstabilität als solche auf
Bis-Acryl-Methacrylat-Basis. Letztere sind aber im Vergleich
unempfindlicher gegen Verfärbungen z.B. durch Kaffee.
Es werden versch. Arten der Provisorienart und -herstellung bei der
Herstellung von festsitzendem Zahnersatz unterschieden:
1. Direkt im Mund
Indikation: kurze Tragedauer (~ 8-21 Tage bis zur Fertigstellung des
endgültigen Zahnersatzes)
a)
-- konfektioniert mittels
Frasaco-Krone o.
ION-Krone: vorgefertigte durchsichtige Kunststoffkronenhülse; die
Frasaco-Krone dient lediglich der Formgebung und muss nach der P.-Herstellung
entfernt werden
-- konfektioniert mittels Imitatkrone: vorgefertigte zahnfarbene
Kunststoffkronen, Imitatkrone wird mit Kunststoff aufgefüttert, die
Kronenhülse verbleibt
-- aus Metall,
konfektionierte Krone,
Zinnkrone (nur noch wenig gebräuchlich)
b) Protemp–Methode:
Abformung des Zahnes vor der Präparation;
Präparation; Einfüllen eines nur wenig erwärmenden Kunststoffes in den
Ausgangsabdruck und Einsetzen dieses über die präparierten Zähne; nach
Abbinden: Ausarbeitung des Kunststoffprovisoriums. Für Einzelkronen und
Brücken anwendbar. Standard bei der Herstellung von P. (2009)
c) Umarbeiten der alten Krone/Brücke zum Provisorium:
- Auffüllen der zur Abnahme geschlitzten Restauration mit einem
Kunststoff oder provisorischem Zement
d) Verwendung von dünnen Polyäthylenfolien (auf Gipsmodellen im
Labor tiefgezogen;
Miniplast-Schiene) als Träger für einen einzufüllenden Kunststoff
wie z.B. unter b)
e) Verwendung eines im Labor über ein Wax–up bzw. eine
Zahnaufstellung hergestellten Silikonschlüssels als Träger für einen
einzufüllenden Kunststoff wie z.B. unter b)
2. Indirekt im Labor
- Herstellung von
Langzeitprovisorien, diese bleiben über einen längeren Zeitraum
im Mund, bis entsprechende Abheilungs-/Regenerationsvorgänge
abgeschlossen sind. Die P. können aus
Kunststoff allein oder mit einer preiswerten
Metall-Legierung kombiniert werden
3. Kombiniert
Anwendung zur Herstellung von Brückenprovisorien mit großer Spannweite
Patient: - vor Präparation: Alginatabformung
Labor: - Modellherstellung, in Schaltlücke werden Prothesenzähne
eingesetzt und
festgewachst. Abformung über diese Zahnreihe. Anfertigung des P.
selbst dann im Mund oder im Labor
Calessco,
Cavit,
Frasaco-Krone,
Frontzahnbrücke,
Füllungsmaterialien (provisorische, temporäre),
Immediatprothese,
Konfektionskrone,
Krone, Kunststoffkrone,
Langzeitprovisorium,
Perioprothetik,
Polymerisationswärme,
Präparation, Protemp,
Prothese,
Richwil Crown and Bridge Remover
Kronen
auf Zahnwissen.de |

provisorische
Brücke im Frontzahn-
gebiet

vierzähniges herausnehmbares
P. zur
temporären Versorgung
der
Schneidezähne; einfache
Haltemente (Knopfanker, Ruschanker)
|
proximal; anatomische Lage- und
Richtungsbezeichnung: zum Körper hin gelegen bzw. zur Körpermitte hin verlaufend
PRP
autologes Thrombozytenkonzentrat, engl. Abk. von Platelet-Rich-Plasma
= (patienteneigenes) angereichertes plättchen- oder
thrombozytenreiches Plasma; Konzentrat von Thrombozyten in einem
kleinen Restvolumen Blutplasma, das durch Zentrifugation von
Patientenblut hergestellt werden kann. Die in den a-Granula der
Thrombozyten enthaltenen Wachstumsfaktoren sind jedoch die eigentlich
wirksamen Bestandteile des PRPs, die bei der Aktivierung der
Thrombozyten freigesetzt werden. Zu ihnen gehören PDGF (platelet-derived
growth factor), TGF-b 1+2 (transforming growth factor b 1+2), IGF
(insulin-like growth factor), bFGF (basic fibroblast growth factor),
EGF(epidermal growth factor) und VEGF (vascular endothelial growth
factor).
Seit den 70er Jahren ist bekannt, dass im Blut Bestandteile enthalten
sind, die die Regenerationsfähigkeit von Knochen und Gewebe unterstützen
(schnellere Reifung und die bessere Qualität des gebildeten Knochens).
Dieses spezielle Plasma wird meist in Blutbanken im Rahmen der
Transfusionsmedizin aus Spenderblut gewonnen (mittels
Vollblutzentrifugation oder maschineller Pherese); es ist neuerdings
auch während der Operation in einer (zahn-)ärztlichen Praxis aus dem
Eigenblut des Patienten gewinnbar. PRP bewirkt eine verbesserte
Knochenregeneration als auch eine deutlich schnellere
Weichgewebsheilung. Um das regenerative Potential des PRPs voll
ausschöpfen zu können, wird dem Konzentrat zumindest in geringen Mengen
autologer Knochen zugesetzt. In der
Parodontologie konnte durch eine Kombination von synthetischem PDGF
und IGF, die beide im PRP enthalten sind, eine signifikante
Förderung der Knochenregeneration nachgewiesen werden. In jüngster Zeit
wurde der Einsatz von aktiviertem Plättchen-Gel (AGP,
ähnlich der
Fibrinmembran aus Platelet Poor Plasma) als autologer
Fibrinkleber und für den Wundverschluss entdeckt; es lassen sich für
die Zukunft vielleicht neben der Knochenregeneration eine Vielzahl neuer
Indikationen für den PRP-Einsatz erwarten.
Allerdings darf PRP - wie in publikumswirksamen Laienmedien
häufig geschehen - nicht als "Wundermittel" angesehen werden. Der
Zeitraum bis zum Beginn der Knochenbildung wird nicht verkürzt, sondern
die Knochenreifung vom Geflechtknochen zum Lamellenknochen beschleunigt
und dabei sowohl
Knochendichte als auch Knochenqualität deutlich verbessert. Dadurch
besteht die Möglichkeit, früher zu implantieren oder
Implantate früher zu belasten, keinesfalls aber diese durch PRP-Techniken
sofort voll zu belasten. Weiter sind z.Zt. (2008) unter
Evidenzaspekten noch keine gesicherten Aussagen über einen
zusätzlichen Nutzen in der Knochenregeneration möglich.
Cerasorb,
Knochenersatzmaterialien,
parodontale Regeneration,
PCCS-Sytem, P.R.G.F - System |


©:
|
Prüfkörper
engl.: test piece; nach der
Röntgenverordnung vorgeschriebener Gegenstand zur Prüfung von
Röntgengeräten bei der Erstinbetriebnahme (u.a. dabei Anfertigung einer sog.
Referenzaufnahme) und bei der regelmäßigen
Konstanzprüfung. Überprüft wird die Größe des Strahlenfeldes
("Feldgröße"), eine Kontrolle der Belichtung, die Filmverarbeitung (Entwicklung)
und bei
digitalen Systemen Mindestauflösung und Kontrast.
Röntgenverordnung (Stand 2002)
Prüfungsausschuss
engl.: audit commitee; nach dem
SGB V, § 106
Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgeschriebenes,
paritätisch besetztes Gremium (1 unparteiischer Vorsitzender, 4
Krankenkassenvertreter, 4 Zahnärzte) zur Überprüfung der
vertragszahnärztlichen Tätigkeit nach dem gesetzlich vorgeschriebenen
Wirtschaftlichkeitsgebot. Das
SGB V, § 106 nennt Auffälligkeitsprüfungen und
Zufälligkeitsprüfungen. Auffälligkeitsprüfungen werden dann durchgeführt,
wenn die (zahn-)ärztlich durchgeführten/verordneten Leistungen festgelegte
Richtgrößen überschreiten. Bei Zufälligkeitsprüfungen werden pro Quartal bei
zwei Prozent der (Zahn-)Ärzte arzt- und versichertenbezogene Stichproben
genommen.
Als Sanktionen können Belehrungen oder Kürzungen der schon ausbezahlten
Vergütungen angeordnet werden (
Regress). Gegen die Entscheidungen der P. können die betroffenen
(Zahn-)Ärzte und ärztlich geleiteten Einrichtungen, die Krankenkasse, die
betroffenen Landesverbände der Krankenkassen sowie die Kassenärztlichen
Vereinigungen die Beschwerdeausschüsse - mit aufschiebender Wirkung - anrufen.
Das Verfahren vor dem
Beschwerdeausschuss gilt als Vorverfahren (§ 78 des
Sozialgerichtsgesetzes). Die Klage gegen eine vom Beschwerdeausschuss
festgesetzte Honorarkürzung hat keine aufschiebende Wirkung. Gehört der
"unparteiische Vorsitzende" im P. dem Kassenumfeld an, so ist der
Vorsitzende beim Beschwerdeausschuss aus den Reihen der Zahnärzte und umgekehrt.
Ab 2002 sind Sozialgerichts-Verfahren, bei denen gesetzlich Versicherte nicht
unmittelbar beteiligt sind, von den Kosten her ähnlich wie Zivilprozesse; der
Streitwert ist auf 2,5 Mill. € begrenzt. Für einen sozial "schützenswerten"
Personenkreis (Versicherte, Leistungsempfänger, Behinderte oder
Rechtsnachfolger) besteht grundsätzlich Kostenfreiheit. "Schwammig" geregelt ist
die sonst grundsätzlich aufschiebende Wirkung bei einem Verfahren vor dem
Sozialgericht: Diese entfällt u.a., wenn die sofortige Vollziehung des
Verwaltungsaktes im öffentlichen Interesse oder im überwiegenden Interesse eines
Beteiligten steht. Keine aufschiebende Wirkung besteht Kraft Gesetz bei einem
Widerspruch gegen die Honorarfestsetzung oder eine Honorarkürzung durch den
Prüfungsbeschwerdeausschuss.
Wirtschaftlichkeitsgebot
PSA; Abk. von
PanoramaSchichtAufnahme
Pseudoarthrose
Pseudarthrose, Falschgelenkbildung, engl.: pseud(o)arthrosis,
fracture non-union; fehlende Verknöcherung einer Fraktur nach > 4-6
Monaten durch Infektion während der
Knochenheilung oder unzweckmäßige Ruhigstellung bzw. Versorgung der
Frakturstücke beim Heilungsprozess. Ähnlich einem Gelenk lassen sich die
Frakturstücke gegeneinander bewegen. In der
ZHK meist im Unterkiefer als Folge eines
Kieferbruchs auftretend.
Arthrose,
Bruchspaltabszess,
Knochenheilung
Pseudoprogenie;
Progenie
Pseudotasche
Pseudozahnfleischtasche, gingivale Tasche, engl.: pseudopocket,
false (periodontal) pocket; Zahnfleischtasche (> 2 mm), deren
Zustandekommen nicht durch einen Verlust
parodontaler Strukturen (tieferer
Epithelansatz), sondern durch eine Entzündungs-bedingte Schwellung
entstanden ist. Typische Erscheinung bei einer
akuten Gingivitis oder
Zahnfleischwucherungen.
Hydantoin,
Pubertätsgingivitis,
Zahnfleischtasche
Pseudozyste
zystenähnliche Hohlräume, engl.: cystoid, adventitious
cyst; nicht mit
Epithel ausgekleidete Hohlräume unterschiedlicher Herkunft oder
röntgenologisch fälschlicherweise als
Zyste
dargestellte Knochenveränderungen (siehe Abb.). Diese selten
vorkommenden Gebilde werden unterteilt in:
-
Solitäre Knochenzyste
meist im
Unterkiefer vorkommend und mit
seröser Flüssigkeit oder Luft gefüllt. In der Literatur auch als
juvenile oder traumatische Knochenzyste
bezeichnet. Bevorzugt in den ersten beiden Lebensjahrzehnten
auftretend. Die Entstehung ist ungewiss,
traumatische Vorkommnisse werden diskutiert. Da diese Zystenart
über viele Jahre symptomlos ist, erfolgt ihre Entdeckung in der Regel
zufällig als Nebenfund in einem
OPG.
Die mediane Unterkieferzyste befindet als scharf
abgegrenzter, mit
Epithel ausgekleideter Hohlraum unter den (vitalen)
Schneidezähnen und wird zu den
Keratozysten gerechnet.
-
aneurysmatische Zyste
mehrkammerige, blutgefüllte Zystenart in den Metaphysen der
großen Röhrenknochen ohne die "klassische" Epithelauskleidung, mit
untereinander verbundenen bluterfüllten Räumen ausgefüllt.
- statische Knochenhöhle, Knochendefekte, die sich
röntgenologisch als Zyste darstellen (
Stafne-Zyste)
- radikuläre Pseudozyste (apikales
Epithelgranulom)
Zyste |
|
PSI,
parodontaler Screening-Index, engl.: parodontal Screening-Index;
CPINT
Psilosis linguae
Psilosis = Kahlheit; "Lackzunge",
engl.: psilosis of the tongue; glatte rote Zunge als ein Ausdruck der
Autoimmunerkrankung
Sprue, meist im Zusammenhang mit
Aphthen ("tropische Aphthen") auftretend.
Psychopharmaka
psychotrophe Medikamente, engl.: psychotherapeutics; Stoffe, die
das zentrale und das vegetative Nervensystem beeinflussen. Nach ihrer Wirkung
unterscheidet man Neuroleptika, Antidepressiva, Stimulanzien und Tranquilizer.
In der
ZHK bei der "Behandlungsangst",
als
Analgosedierung und bei schweren
Funktionsstörungen des
Kauorgans
eingesetzt.
Verkehrsfähigkeit
Psychosomatik
engl.: psychosomatic medicine; Bez. für wechselseitige Abhängigkeiten
zwischen Seele (Psyche) und
Körper (Soma)
bei der
Ursache,
Pathogenese, Verlauf und Behandlung von Krankheiten. Gerade in der
überwiegend mechanistisch geprägten
ZHK hat die P. bisher noch keine große Bedeutung erlangt.
Unterschieden werden folgende Gruppen:
- Psychosomatik bei Bezahnten
mit den Hauptgebieten
Angst (bewusst oder unbewusst),
Schmerzverarbeitung,
orofazialen Parafunktionen,
Burning-Mouth-Syndrom, "psychogene
Amalgamintoleranz"
- Psychosomatik des Zahnverlustes
Die Zähne gelten als Sinnbild von Aggressivität, Vitalität, Kraft und
Potenz, besonders dann, wenn es sich um
Frontzähne handelt. Gerade dann, wenn schon altersbedingte psychische
Störungen bestehen ("Midlife-Crisis") kann ein zusätzlicher Zahnverlust unter Umständen
zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes führen.
Zahnersatzmaßnahmen werden dabei durch festsitzenden Zahnersatz ("Brücke")
sehr viel positiver als durch herausnehmbaren Ersatz ("Prothese")
angenommen.
Weiter kann es bei Neurotikern zu einer Projektion von psychischen Störungen
auf die Mundregion kommen ("psychodentales Begleitsymptom"), wie qualitative
und quantitative Speichelveränderungen, Parafunktionen,
Prothesenunverträglichkeit usw.
- Psychosomatik des Zahnlosen
mit den beiden Krankheitsbildern:
psychogene Prothesen-Unverträglichkeit: Patienten kommen mit ihrem
Zahnersatz nicht zurecht, obwohl dieser fachlich funktionstüchtig ist. Mit
ca. 85 % sind Frauen hauptbeteiligt; starke Beteiligung von phasischen
Depressionen, sowie abnorme Erlebnisreaktionen und
Persönlichkeitsentwicklungen.
psychogene Prothesen-Verträglichkeit: zahnmedizinisch untauglicher
Zahnersatz wird oft jahrelang problemlos toleriert, obwohl es schon zu
umfangreichen Schäden (chronische
Druckstellen,
Kiefergelenkserkrankungen,
Präkanzerosen) gekommen ist. Geschlechterverteilung in etwa gleich;
starke arteriosklerotische und senile Demenzeinflüsse.
PTC Geschmackstest
Testung auf die Tatsache, dass z.B. ca. 70% der Europäer die
genetisch
(Gen TAS2R38) fixierte Fähigkeit besitzen, den giftigen Bitterstoff
Phenylthiocarbamid (PTC; wird je nach Erbanlage als bitter oder geschmacklos
empfunden) auch als "bitter" zu schmecken.
Geschmack,
Saporimetrie
PTD, engl. Abk. von probably toxic dose =
wahrscheinliche toxische (tödliche) Dosis;
letale Dosis
Ptyalismus
Hypersalivation, Hypersialie, engl.: ptyalism,
sialorrhea; übermäßige Speichelproduktion. Wird natürlicherweise
kurzzeitig beim Anblick von Nahrung bzw. deren Kauen oder Manipulationen in der
Mundhöhle ausgelöst; ebenso durch Medikamente (Parasymphathomimetika
wie Muskarin, Pilocarpin). Begleiterscheinung bei Erkrankungen wie einer
Stomatitis,
Störungen des Magen-Darmtraktes, bei weiblichen Hormonumstellungen
(Schwangerschaft, Klimakterium),
, Metallvergiftungen (Quecksilber, Arsen, Wismut) usw..
Häufig mit einer
Sialorrhö
gleichgesetzt.
Speichel,
Speichelmenge,
Xerostomie
Pubertätsgingivitis
engl.: hormonal changes of the gingival tissues during puberty;
während der Pubertät können bei weiblichen Personen durch
Mikroorganismen ausgelöste Veränderungen in der Zahnfleischflora
beobachtet werden. Diese sind meist auf die hormonal bedingten
Veränderungen des Zahnfleischgewebes zurückzuführen, aber auch auf die
Fähigkeit einiger Bakterien, aus den höheren Bluthormonspiegeln einen
Nutzen zu ziehen; es kommt dabei zu
lokalen Zahnfleischentzündungen und Schwellungen mit
Pseudotaschenbildungen.
Ähnliche Erscheinungen werden während der Schwangerschaft (
Schwangerschaftsgingivitis)
beobachtet. Derartige Erkrankungen müssen nicht zwangsläufig entstehen,
sondern sind meist mit einer unzureichenden
Mundhygiene vergesellschaftet.
Gingivitis |

|
Puffs
Puffs = Beulen, Aufblähungen; med.-engl. Ausdruck für eine (röntgenologisch
sichtbare)
Wurzelfüllungsmaterial-Überpressung in den
periapikalen Raum;
Überfüllung
Pulpa
Zahnmark, laienhaft: "Nerv", "Zahnnerv", engl.:
(dental) pulp; mit den Eigenschaften:
unterteilt in
Kronenpulpa und Wurzelpulpa; letztere besitzt
Seitenkanälchen (Ramifikation
mit einem Netz
anastomosierender Zellen), welche Pulpenausläufer darstellen und
eine Verbindung mit dem
Zement
der Wurzel herstellen
das Grundgewebe ist ein gallertiges
Bindegewebe, mit einem Netz aus Blut- und Nervgefäßen
(Nervengeflecht = Raschhowscher Plexus, welcher mit den
Odontoblasten in Verbindung steht)
weiter sind
Odontoblasten vorhanden, welche das Pulpencavum ("Nervhöhle")
auskleiden; deren Fortsätze ziehen in das
Dentin
hinein (= Odontoblastenfortsätze)
an die Odontoblastenschicht schließt sich die Weilsche Zone als
zellarmes Gewebe an
die engste Stelle der P. befindet sich am
Foramen apicale: Es ist die Zufluss- und Versorgungsöffnung des
Zahnes für die P.
ihre Aufgabe besteht in der lebenslangen Bildung von
Dentin, der Ernährung von Teilen des Zahnes und einer
Schmerzempfindung auf thermische, chemische, osmotische und mechanische
Reize (
Vitalität)
Das Pulpengewebe ist außerordentlich empfindlich gegen thermische Reize:
Steigt die Temperatur in diesem empfindlichen Körpergewebe an, so kommt
es zu einer thermischen Schädigung und in der Regel zum Absterben des Gewebes.
So werden 42 °C als biologischer Grenzwert angegeben. Da die P.
bei dieser Schädigung primär nicht infiziert ist, kommt es meist erst
nach einiger Zeit (Wochen/Monaten) zu schmerzhaften Reaktionen.
Polymerisationswärme
Die Größe bzw. Ausdehnung der Kronenpulpa ist mit
herkömmlichen Methoden (z.B.
Bissflügelaufnahmen) nur schwer festzustellen - dies wäre von
besonderem Interesse bei der
Präparation eines Zahnes, um die P. nicht unbeabsichtigt zu
eröffnen. In der radiologischen Darstellung werden die realen
Dimensionen der Pulpa häufig nicht korrekt wiedergegeben; besonders im
Molarenbereich werden die wahren Größenverhältnisse meist unterschätzt.
Dentikel,
Hyperämie,
Kronenpulpa,
Odontium,
Polymerisationswärme,
Präparationstrauma,
Pulpitis,
Raschkow-Plexus,
Zahn |



|
|
Pulpagangrän,
Pulpennekrose, engl.: pulpal necrosis;
Gangrän
Pulpapolyp
Pulpenpolyp, Pulpitis chronica aperta granulomatosa, engl.:
pulp polyp; meist bei tief kariösen, unbehandelten
Milchzähnen auftretende Wucherung aus der
offenen Pulpenkammer hinaus. Meist schmerzlos; Schmerzen und Blutungen
nur bei Berührung (z.B.
Kauen)
Pulpa, Pulpitis |

|
Pulpaprüfer, Pulpenprüfer,
Pulpentester, engl.: pulp-tester;
Vitalitätsprüfung
Pulpatot, Pulpentod ;
devital
Pulpektomie
Pulpaektomie, vollständige Entfernung des Zahnnervs, engl.:
pulpectomy, pulp exstirpation;
Behandlung von Milchzähnen,
Exstirpation,
Pulpotomie,
Vitalexstirpation
Pulpenexstirpation,
Exstirpation
Pulpenhämatom
engl.: dentin blush; feine Einblutungen in das dem
Zahnnerv umgebende Hartgewebe, das
Dentin, welche dieses rötlich verfärbt erscheinen lassen. Als Ursachen
kommen traumatische Verletzungen oder ein Präparationstrauma in Frage. Die
Verfärbungen können sich unter Umständen wieder zurückbilden, ansonsten führen sie zu einer
gräulichen Verfärbung durch die Blutzerfallsprodukte.
pink spot, Präparationstrauma
Pulpitis
Zahnmarkentzündung, Zahnnerventzündung, engl.: endodontitis,
pulpitis, (tooth) pulp inflammation; welche akut (verbunden
mit starken Schmerzen),
subakut
(intermittierende Schmerzen, unklare Beschwerden) oder chronisch (häufig vom
Patienten unbemerkt) auftreten kann; häufigste Ursache von
Zahnschmerzen als Folge unterschiedlicher Reize (Noxen) auf die
Pulpa:
- mit Abstand am häufigsten durch Bakterien (= infektiöse Pulpitis),
welche durch eine
tiefe, unbehandelte Karies oder unter alten bzw. "undichten"
Füllungen/Kronen sich neu entwickelnder Karies (Kronenrandkaries,
Sekundärkaries) - in das Zahnmark vordringen
können. Dabei kommt es in der Regel zu einer ersten Reaktion auf die
Stoffwechselprodukte der Bakterien, wenn die Karies die Dentinkanälchen
erreicht hat und somit ein direkter Zugang zum Zahnmark vorliegt. Bei einem
weiteren Fortschreiten der Karies können dann die Bakterien selbst die
Ursache der P. sein.
Dabei kommt es wie bei jeder
Entzündung zu einer verstärkten Blutzufuhr (Hyperämie).
Da aber die allseitig vom Zahnhartgewebe fest umschlossene Höhle
(Pulpencavum) des Zahnnervs im Gegensatz zu Entzündungen beispielsweise auf
der Haut oder in der Muskulatur durch ein Anschwellen nicht nachgeben kann,
führt der entstehende Überdruck zu einer typischen (klopfend,
pochend, pulsierend) Reizung an den Nervenendigungen, welche auch
durch Gabe starker Schmerzmittel kaum gelindert werden kann
- durch chemisch-physikalische Reize (Wärme, Kälte, starke Vibrationen; =
iatrogene Pulpitis), wie sie vor allen Dingen beim
Präparieren des Zahnes -
wenn z.B. ohne den kühlenden
Spray
gearbeitet wird - auftreten können oder durch chemische Reize als Folge von
Adhäsiven,
Kunststofffüllungen,
Kavitätenreinigungsmitteln, eiweißfällenden
Desinfektionsmitteln,
Unterfüllungsmaterialien oder
Befestigungszementen
- durch
Gewalteinwirkung in Folge eines Unfalls (= traumatische Pulpitis):
bei einer
äußeren Gewalteinwirkung auf den Zahn können die blutversorgenden Gefäße
an der
Wurzelspitze des Zahnes abgerissen oder beschädigt werden bzw. kann die
Zahnkrone derart beschädigt (
Zahnfraktur) sein, dass der Zahnnerv frei liegt
Eine schmerzhafte Pulpitis entsteht selten aus "heiterem
Himmel", sondern deutet sich immer - mehr oder weniger stark - vorher durch
eine Empfindlichkeit auf Kalt und/oder Warm bzw. Süß oder Sauer an. Werden diese
Warnsymptome nicht beachtet, und treten in der Pulpa eitrige Entzündungen (sog.
Pulpaabszess) auf, so können irgendwann äußerst starke Schmerzen
auftreten, welche sich allein mit Medikamenten kaum behandeln lassen. Die
Pulpa stirbt
ab und kann bei Nichtbehandlung an der Wurzelspitze weitere Eiterungen
verursachen (
Parodontitis apicalis).
Eine Diagnose dahingehend, wieweit der Zahnnerv schon entzündet ist und ob die
Entzündung ohne Folgeschäden wieder verschwinden kann ("Pulpitisdiagnostik"),
ist sehr schwierig und kann sicher (aber nicht praktikabel) nur
histologisch
gestellt werden. Vorsichtig lässt sich sagen, dass eine Reaktion bei Kälte auf
eine leichtere Erkrankung hindeutet, welche bei einer baldigen zahnärztlichen
Behandlung wieder ausheilt (reversible Schädigung), während Schmerzen auf
Warm bedeuten, dass sich schon eine Eiterung gebildet hat (irreversible
Schädigung), die eine
Wurzelkanalbehandlung nach sich zieht, da eine Ausheilung (Vitalerhaltung)
des Zahnnervs nicht mehr gegeben ist.
Folgende 6 Punkte können helfen, die Diagnostik "reversible oder irreversible
Schädigung des Zahnnervs" zu untermauern und eine entsprechende Therapie (Vitalerhaltung
oder
Entfernung des Zahnnervs) einzuleiten:
Was löst den Schmerz aus?
bei „kalt, süß, sauer“, liegt eine reversible, bei „Wärme“ eine irreversible
Pulpitis vor.
Wie lange hält der Schmerz an?
Bei „ungefähr so lange, wie der Reiz besteht“ ist die Pulpitis reversibel, bei
„Schmerz überdauert den Reiz“ irreversibel.
Tritt Schmerz spontan auf?
Nie = reversible Pulpitis, JA = irreversible Pulpitis.
Ist der Schlaf nachts wegen Zahnschmerzen gestört?
Falls JA = irreversible Pulpitis.
Lindert Kälte den Schmerz?
Falls JA = irreversible Pulpitis in den meisten Fällen.
Wie lange bestehen die Schmerzen schon?
Bei „1–3 Tage“ liegt eine reversible, bei längerem Schmerz oder Schmerzen
gefolgt von schmerzfreien Intervallen liegt in der Regel eine irreversible Pulpitis
vor.
Die Behandlung der P. erfolgt primär durch Entfernung der die Entzündung
hervorrufenden Ursachen, meist in einer Entfernung der
tiefen Karies. Sollte sich in der Pulpa noch kein Eiterherd befinden, so
kann die P. durch lokales Aufbringen von entzündungshemmenden
Medikamenten (z.B.
Calxyl,
Ledermix) noch
vital gehalten werden (
Vitalerhaltung); sonst ist zur Schmerzbeseitigung und endgültigen
Behandlung eine
Wurzelkanalbehandlung nach
vorheriger
Entfernung des Zahnnervs unumgänglich.

Erfolgsraten bei versch. Nerv-Erkrankungen
Caries profunda,
Ledermix,
Heilanästhesie,
Hyperämie,
Irradiation,
Polymerisationswärme,
Präparationstrauma,
Pulpapolyp,
Reaktionsdiagnostik,
Spontanschmerz,
Temperaturempfindlichkeit,
Überkappung
Pulpotomie
Amputation der Kronenpulpa,
Vitalamputation, engl.: pulpotomy; Abtragung der Kronenpulpa mit
dem Versuch einer Vitalerhaltung der Wurzelpulpa. Gelegentliche Anwendung in der
Kinderzahnheilkunde, oder wenn aus ökonomischen Gründen eine
Wurzelkanalbehandlung akut nicht in Frage kommt und primär Schmerzen
beseitigt werden sollen - ohne dabei den Weg der
Extraktion zu beschreiten.
Behandlung von Milchzähnen,
Exstirpation,
Pulpektomie,
Vitalamputation
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren
Schlagwortbez. bei der Verarbeitung von Kunststoffen: bereits polymerisierte
Partikel ("Pulver") werden mit einem
Monomer
("Flüssigkeit") zu einem "Brei" o. "Teig" vermischt, welcher dann durch
Polymerisation zu einer gewünschten Form
aushärtet. Ausdruck üblich zur Unterscheidung anderer Verfahren, z.B.
Polymerisation, lichtinduzierte
Langzeitpolymerisation,
Polymerisation
Pulverstrahlgeräte
Luft-Pulver-Wasserstrahl-Instrumentierung, LPW,
Abrasionsstrahlgeräte, engl.: powderblaster, air-abrasive
instruments; auf dem Prinzip der kinetischen Energie eingesetzte
Apparaturen. Dabei werden kleinste Pulverpartikel versch. Stoffe (Salze,
Metalle) von einem starken Luftstrom transportiert und
konstruktionsbedingt an der Austrittsdüse beschleunigt. Beim Auftreffen
dieser aktivierten Teilchen auf die Oberfläche des Zahnes führt diese
Bewegungsenergie - je nach Beschaffenheit des Pulvers - zu einem
Substanzabtrag von
Belägen
auf dem Zahn oder von Zahnhartsubstanz. Welche und wie viel Substanz
abgetragen wird, hängt ganz entscheidend von der Art des Pulvers und der
korrespondierenden Oberfläche ab.
Neben den "echten" P. , die in der Regel mit Aluminiumoxid
arbeiten, gibt es die weit verbreiteten Pulver-Wasserstrahl-Geräte,
PWS, welche mit Natriumbicarbonatkristallen (über 250mµ
Korngröße) strahlen und bei der
Professionellen Zahnreinigung
(PZR) eingesetzt werden.
- Geräte auf Salzbasis (Natriumbicarbonatkristalle):
Pulver-Wasserstrahl-Geräte, PWS, auch
Air-Flow-System, "air polishing", "Airpolishing".
Es befinden sich ca. 20 versch. Systeme auf dem Markt, welche
entweder als "stand alone" oder als Aufsatz an eine
Turbine angeboten werden.
Haupteinsatzgebiet ist die
Professionelle Zahnreinigung, wie z.B. die Entfernung von
Genuss- und Nahrungsmittelverfärbungen (Nikotin,
Kaffee, Tee, Rotwein) auf den sichtbaren Zahnflächen (siehe Abb.).
Das aus der Düse geblasene Pulver-Wasser-Luft-Gemisch mit einer
Korngröße von etwa 45 Mikron wird aus einer geringen Distanz im
Winkel von 60 bis 90° auf die Zahnoberflächen (nicht das
Zahnfleisch!) gebracht und kann so auch hartnäckige Verfärbungen
von der Zahnoberfläche entfernen, wobei Luftdruck und Wassermenge je
nach gewünschter Strahlkraft individuell einstellbar sind. Die
Pulver bestehen zu etwa 95 Prozent aus
Natriumhydrogencarbonat-Partikeln ("Backpulver", NaHCO3);
um den salzigen Geschmack zu kaschieren und Verklumpungen zu
vermeiden, werden noch Hilfsstoffe beigemischt. Daneben können auch
Silikapartikel enthalten sein; Natrium-Bikarbonat- wie auch
Silikapartikel sind seit langem wegen ihrer effizienten
Reinigungswirkung als Schleifkörper in Zahnpasten enthalten. Im
Gegensatz zu Ultraschallgeräten sind Pulver-Wasser-Strahlgeräte für
die
Zahnstein-Entfernung nicht geeignet.
Nach der Reinigung ist eine
lokale Fluoridierung unbedingt zu empfehlen (s.u.).
Aus REM-Untersuchungen geht hervor, dass die Bearbeitung von
kariesfreiem, gesundem
Zahnschmelz mit Wasser-Pulverstrahlgeräten zu keinen
Beschädigungen der Schmelzoberfläche führt. Bei Patienten mit hohem
Plaqueaufkommen und erhöhtem
Kariesrisiko sollte die
Plaque nicht primär mit einem Wasser-Pulverstrahlgerät entfernt
werden, da der meist oberflächlich schon geschädigte Schmelz durch
die Bearbeitung derart beschädigt wird, dass eine
Remineralisation nicht mehr möglich ist.
Vorsicht ist vor allem am
Zahnhals oder freiliegenden
Wurzelabschnitten geboten, da Dentin und Zement wegen ihrer
geringeren Härte schnell
abgetragen werden. Hier bewegen sich die gemessenen
Rauheitswerte nach der Behandlung um den Faktor 10. Durch einen über
30 s punktförmig applizierten Pulverstrahl können bereits
kraterförmige Dentindefekte entstehen. Ebenso ist bei zahnärztlichen
Restaurationen aus Kunststoffen (GIZ,
Kompomere,
Komposite) Vorsicht angebracht; bei
Amalgam und Gold sind nach Einsatz mikroskopische
Oberflächenveränderungen festgestellt worden, die es anraten lassen,
bei der Belagsentfernung auf derartigen Materialien besser
Polierpasten einzusetzen bzw. anschließend eine
Politur durchzuführen. Im
Gegensatz dazu bewirkt die Bearbeitung von heißgepresster
Glaskeramik oder von
gesinterter Verblendkeramik mit Pulverstrahlgeräten keine
Zunahme der Oberflächenrauheit: Unter klinischen Bedingungen zeigen
diese Materialien nach der Pulverstrahlreinigung keine Rauheitswerte
und auch der Oberflächenglanz bleibt erhalten.
Meist wird nach dem Einsatz derartiger Techniken eine
Fluoridierung ("Schmelzhärtung") durchgeführt. Dabei ist zu
beachten, dass Fluoride im sauren Milieu ihre beste Wirkung
entfalten, der Natriumbicarbonat-Einsatz aber eine basische Umgebung
bewirkt. Ein vorheriges gründliches Ausspülen der Mundhöhle ist
deshalb notwendig.
Als Einsatzgebiete derartiger Geräten kommen hauptsächlich in Frage:
Entfernung hartnäckiger, nicht
plaquebedingter
Beläge (verursacht z. B. durch den Genuss von Tee, Kaffee,
Nikotin oder Rotwein).
-
Entfernung von hartnäckigen
Black-Stain-Auflagerungen im sichtbaren Bereich.
-
Reinigung der Zahnoberflächen vor Befestigung von
Brackets und nach Entfernung von Brackets.
-
Entfernung von
Plaque bei Patienten, die im Rahmen von
kieferorthopädischen Behandlungen
bebändert worden sind und keine optimale
Mundhygiene ausüben können.
-
Reinigung des Fissurensystems von
Molaren und Prämolaren
vor einer
Fissurenversiegelung.
die Reinigung von den (sichtbaren)
Implantathälsen durch Pulver mit reduzierter Korngröße wird
heute zugunsten von Glyzin-Pulver nicht mehr empfohlen.
Anwendung an oberflächlich zugänglichen verunreinigten
Zahnfleischtaschen (
Perio-polishing)
- Geräte auf Glyzin-Basis, sog. Perio-polishing:
Wissenschaftler haben den Nutzen eines schwach
abrasiven Zahnreinigungspulvers (Clinpro™
Prophypowder, 3M
Espe AG auf der Basis der Aminosäure Glyzin, Korngröße < 63mµ)
zur Reinigung der Wurzeloberflächen in
Zahnfleischtaschen nachgewiesen. Es besteht aus einem
biokompatiblen organischen Salz, dessen Kristalle sich langsam in
Wasser auflösen. Zu einer nennenswerten Schädigung der
Gingiva kam es nicht. Zudem ist die neue Methode mit 15 Minuten
für eine komplette Behandlung weniger zeitaufwändig als eine
Kurretage. Da in dieser Studie Zähne mit einer Taschentiefe von
mehr als fünf Millimetern nicht berücksichtig wurden, fordern die
Wissenschaftler weitere klinische Langzeitstudien. Erst dann könnte
die Verwendung von schwach
abrasivem Zahnreinigungspulver als Methode zur
Plaqueentfernung im Rahmen einer parodontalen
Erhaltungstherapie die herkömmlichen zeitaufwändigeren Methoden
ablösen.
Airflow mit Glycinpulver kann im Vergleich zu
Natriumbicarbonatpulver als überlegene Methode, um Plaque an
Zahnimplantaten zu entfernen, angesehen werden, weil Glycin weniger
aggressiv ist. Darüber hinaus scheint die Verwendung von
Glycinpulver eine aktive Rolle bei der Hemmung der bakteriellen
Wiederbesiedlung von Implantaten in einer kurzen Testphase (24 h) zu
besitzen.
- Geräte auf Aluminiumoxidbasis -
kinetische Kavitätenpräparation (KCP):
Aluminiumoxid-Strahlgeräte sind für die normale Zahnreinigung nicht
geeignet, da sie viel
abrasiver arbeiten. Der Indikationsbereich dieser Geräte
unterscheidet sich je nach Leistungsfähigkeit und umfasst z.B. die
Mattierung von Kronenoberflächen zur
Okklussionsprüfung und das Aufrauen von Zahnoberflächen zum
verbesserten Haftverbund mit Füllungsmaterialien. Eine alleinige
derartige Vorbehandlung reicht aber nicht aus - die Anwendung der
Säure-Ätz-Technik ist weiterhin (zusätzlich) notwendig.
Daneben gibt es größere Geräte, die eigene Kompressoren enthalten
oder mit dem Druck des Praxiskompressors arbeiten. In dieser Gruppe
zeigen sich Leistungsunterschiede meist in längeren
Bearbeitungszeiten, vor allem beim Präparieren oder beim Abtragen
von Schmelz und Dentin, wenn z. B. eine beginnende
Fissurenkaries behandelt wird (kinetische
Kavitätenpräparation). Zum Abtragen von erweichten Substanzen
(bestehende
Karies) sind die Geräte allerdings nicht geeignet.
Aluminumoxid-Pulver wird meist in 27 µm und 50 µm Körnung angeboten.
Feinere Partikel, wie sie beispielsweise in zahntechnischen
Strahlmitteln enthalten sind, können lungengängig sein und dürfen
daher nicht eingesetzt werden; Spezialpulver für den
intraoralen Gebrauch gelten jedoch als unbedenklich. Doch ist
grundsätzlich der Einsatz von
Kofferdam zu empfehlen.
Der Gebrauch derartiger Geräte setzt vom Anwender besondere Sorgfalt
voraus, um nicht die umliegenden Gewebe zu verletzen. Im Hinblick auf
den Schutz des Patienten und des Behandlers/Personals ist die bei P.
bislang unvermeidliche Bildung einer Aerosolwolke zu bedenken. Deshalb
muss auf eine gute
Absaugung,
die gegebenenfalls durch spezielle Absaugkanülen ergänzt werden kann,
besonderer Wert gelegt werden. Weiter ist an die seltene Möglichkeit
eines
Luftemphysems bei unsachgemäßer/zu forcierter Anwendung zu
denken.
Abstrahlen,
ART-Technik,
alternative Behandlungsmethoden,
Fissurenversiegelung,
Melanodontie,
Multiband-Apparatur,
Mundhygiene,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Raucherbelag |

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Perio-polishing
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Punktwert,
engl.: point value; Verrechnungswert bei zahnärztlichen Leistungen,
welchem ein entsprechender Cent/Euro-Betrag als Multiplikator zugeordnet wird.
BEMA,
Degression,
Festzuschuss,
GOZ
Punktzentrik;
Zentrik
Pus, lat.;
Eiter
Putztechnik,
Zahnbürstmethoden
Pyämie
Pyohämie, engl.: pyemia; metastasierende Allgemeininfektion,
bei welcher sich die Keime - in der Regel Eiterkeime aus der
Staphylokokken-Spezies - vom ursprünglichen Herd entfernt auf dem Blutweg in
andere Organe und Körperhöhlen ausbreiten ("Metastasen" bilden).
Blutvergiftung
pyogen,
Eiter
bildend
Pyorrhö
Pyorrhoe, reichliche Absonderung von
Eiter, starker
Eiterabfluss (ohne vorherigen chirurgischen Eingriff). In der
ZHK
ungebräuchlicher Ausdruck in Form der "Alveolarpyorrhö"
für eine ausgeprägte
Parodontitis marginalis
pyrogen, Fieber erzeugend o.
verursachend
Pyrophosphorsäure
Diphosphorsäure, H4P2O7, in
Zahnpasta
anzutreffender Zusatz in Form des Natriumsalzes dieser Säure (z.B. blend-a-med™
Zahnsteinschutz). Soll kalkige Zahnbeläge (Zahnstein)
entfernen können.
PZR, Abk. für
professionelle
Zahnreinigung
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