P, u.a. Kurzschreibweise
für
Prämolar ; p für die
Zahnfläche palatinal
PA, PAR,
Pa; Kurzbezeichnungen für Parodontal...: z.B.
PA-Plan = parodontaler
Heil- und Kostenplan,
Parodontalbehandlung
Pachycheilie
engl.: pachycheilia; angeborene Vergrößerung der
Lippen;
gelegentlich auch mit einer
Makrocheilie
gleichgesetzt:
Labium,
Procheilie
Paddelfeder
engl.: paddle spring; zu den
Protrusionsfedern gehörende, gebogene Drahtkonstruktion bei
kieferorthopädischen Geräten zum bewegen (meist) einzelner Zähne. Im
Gegensatz zu einer normalen Protrusionsfeder hat die P. einen
flächigeren Ansatz an der
oralen Seite
des Zahnes; dies besonders dann, wenn die Innenflächen der Zähne
dreieckig geformt sind.
Aktive Platte,
Zahnbewegungen |

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Paget Syndrom
Paget Krankheit, Morbus Paget, Knochenverdickung,
Ostitis deformans, Osteodystrophia deformans, engl.: Paget's disease
(of bone); zu den gutartigen Osteopathien (Knochenerkrankungen)
gehörende, meist schmerzlose Knochenverdickungen und -verkrümmungen,
bedingt durch einen lokalen
Knochenumbau, besonders bei Männern jenseits des 4. Lebensjahrzehnts
auftretend. Die Krankheit befällt beim Menschen hauptsächlich den
Schädel, die Wirbelsäule und die Beckenknochen. Vermutet wird eine
genetische bedingte Prädisposition in Kombination mit masernähnliche
Viren als Ursache. Das neugebildete Knochengewebe ist funktionell
minderwertig. Da keine kausale Therapie möglich ist, symptomatische
Behandlung durch
modellierende Eingriffe an den betroffenen Knochen, Calcitonin und
Vitamin-D-Gabe.
Seltene Entartung zu einem
Osteosarkom
Exostose |

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PAI-Index
periapical index, engl.: do.; Messzahl - von 1 bis 5 reichend - für das
röntgenologisch-histologische
Ausmaß einer periapikalen Läsion (
Granulom). Meist angewandt zur (Folge-)Qualität einer
Wurzelkanalbehandlung. PAI-Werte von 1 oder von 2
(Normalbefund bzw. geringgradige Veränderung der Knochenstruktur) gelten als
"gut", während 3 (Knochenstrukturveränderung mit geringer
Dichteverminderung), 4 (gut abgegrenzte periapikale
Osteolyse) oder
5 (schwere apicale Parodontitis mit
Zeichen der
Exazerbation) einen "schlechten" Erfolg widerspiegeln.
Der P.-Index gilt im Gegensatz zum
PRI Index
als genauer, da eine röntgenologisch-apikale Aufhellung keine sichere Aussage
darüber zulässt, ob es sich um ein
Granulom oder
eine Zyste
handelt.
Granulom,
Index,
PRI Index,
Wurzelkanalbehandlung
Paladon®
Verfahren
von der Fa. Kulzer 1936 auf den Markt gebrachtes Verfahren zur Herstellung von
Prothesen
aus
Polymethylmethacrylat (PMMA). Sog. 2-K-Prothesenwerkstoffe (K = Komponenten
= Pulver und Flüssigkeit) werden im Wasserbad bei 100° C
polymerisiert ("gekocht").
Paladur®; Kaltpolymerisat; Autopolymerisat auf Amin-Peroxid Basis; schnelle Aushärtung
auch ohne Polymerisationsgefäß
palatinal, engl.: palatal
or do.; Innenseite der Zähne im Oberkiefer / zum
Gaumen
hinweisend / den Gaumen betreffend;
Zahnflächen
palatinale Plateaus
engl.: Dahl concept; Schlagwortbez. u.a. für das Auftragen von
Komposite-Material auf die Rückseite (Palatinalfläche)
der Oberkiefer-Schneidezähne (meist nur der mittleren). Als Folge werden
die Seitenzähne außer Kontakt gestellt. Da jeder Zahn die Eigenschaft
hat, sich zu seinem
Antagonisten hin zu verlängern, soll dadurch nach einer gewissen
Zeit eine
Bisshebung erfolgen. Das Verfahren ist in der Praxis wenig bekannt;
einer der Anwender schreibt dazu in einer Mail u.a. "Ich schlage
diese Plateaus ja nicht als als Nti-tss oder Interzeptorersatz für CMD
Patienten vor, sondern viel mehr auch und vor allem als
Behandlungsmittel für prothetische Fälle mit tiefem Biss. Hier z.Bsp. um
mit einfachsten Mitteln von der Ausgangslage zu einer hinnehmbaren
Lösung zu kommen.".
Kritiker dieser Methode bezweifeln, dass sich die außer Kontakt
gestellten Seitenzähne "therapiegewünscht" gleichmäßig in überschaubaren
Zeiträumen aufeinander zu bewegen und die Gefahr einer
dorso-kranialen
Verlagerung des
Condylus
besteht.
Interzeptor,
NTI-tss
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Erhöhung des Bisses (etwaige
Wiederherstellung des
Urzustands) mittels
Bisshebung |
Palatogramm
engl.: palatogram; Aufzeichnungs-/Messverfahren der Gaumenfläche,
die während einer Lautbildung von der Zunge berührt wird. Veränderungen
(meist vorübergehend) des natürlichen P. besonders nach
Eingliederung von Zahnersatz (
Lispeln).
CPC-Linie,
Prothesenbasis |

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Palatoskopie
Gaumenfaltenaufzeichnung, engl.: palatoscopia;
Indentifizierungsverfahren bei Leichen auf Grund der individuellen
Faltenbildung im harten
Gaumen (rugae
palatina). Ähnlich den Fingerbeeren haben auch die Gaumenfalten
charakteristische Züge, die in 4 Gruppen eingeteilt werden können (s.
Abb.). Dieses genaue, aber sehr aufwendige Identifizierungsverfahren
wird in D kriminalistisch wenig eingesetzt.
Plica
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Palatum, engl.: do. or
palate;
Gaumen
Palladium
Pd, vom lat. pallidus = blass; sehr hartes, silbrig-weißes
Edelmetall
aus der Gruppe der Platin-Elemente. Wegen einer Steigerung der Korrosions-,
Anlauf- und Mundbeständigkeit häufiger (mengenmäßig geringer) Bestandteil von
Legierungen,
so auch für
Zahnersatz.
Eine gemeinsame Stellungnahme zu P. als Legierungsbestandteil haben
(2001) die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde (DGZMK) und
die Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW)
durch Herrn Prof. Dr. Heinrich F. Kappert, Freiburg, abgegeben:
"... Der frühere Preisvorteil palladiumhaltiger Legierungen (mehr als 90 Prozent
aller Dentallegierungen enthalten P.) sei durch die drastische
Preissteigerung für P. entfallen. Palladiumlegierungen seien im
Allgemeinen weiterhin als nicht toxisch anzusehen und könnten bei sachgerechter
Verarbeitung verwendet werden, hier sei insbesondere auf das Problem der
verminderten Korrosionsfestigkeit an überbrannten Kronenrändern und anderen
nicht keramisch verblendeten Kronen- und Brückenbereichen zu achten. Generelle
Allergietests seien nicht zu empfehlen. Bei einer bekannten
Sensibilisierung auf P. sollte auf eine andere Legierung ausgewichen
werden. Wegen der günstigeren Gefügestruktur sollten
Palladium-Silber-Legierungen bevorzugt werden. ..."
Legierung, Palliag
Palliag ®
Handelsname; für festsitzenden Zahnersatz gebrauchte
Silber-Palladium-Legierung
(Sparmetall); die Verwendung ist heute wegen möglicher Gesundheitsrisiken
umstritten.
Legierung,
Randolf,
Wiegold
palliativ
engl.: palliative (treatment); die Beschwerden einer Erkrankung lindernd;
symptomatische Therapie (meist) bei
infausten
Erkrankungen.
Als Palliativa (engl.: palliatives) werden
symptomatisch
wirkende Arzneimittel bezeichnet, die einen
Krankheitsverlauf nicht ändern, aber lindern können.
Palpation
Untersuchung mittels Abtasten, Fühlen, Palpieren, engl.:
palpation; in der
ZHK vielfältig eingesetzte Methode um Veränderungen an den Zähnen (z.B.
Beweglichkeit bei
Zahnbetterkrankungen), am umliegenden Gewebe (z.B. Ertasten der Größe und
"Reife" (Fluktuation)
eines
Abszesses), am Kieferknochen (z.B. um einen
Kieferbruch zu diagnostizieren), an der
Kaumuskulatur, den abführenden Lymphgefäßen und -knoten (ergibt Rückschlüsse
auf
Vereiterungen) und am
Kiefergelenk festzustellen.
Diagnose,
Emphysem,
Funktionsanalyse, klinische,
Inspektion, Perkussion,
Perkussionstest,
Untersuchung
Panaritium
Fingerentzündung, Zehenentzündung, engl.: panaris; sich
phlegmonös ausbreitende eitrige
Entzündung
der Finger oder Zehen, verbunden mit starken, klopfenden Schmerzen; Entstehung
häufig aus einer Bagatellverletzung
Panazee
die, nach der griech. Göttin Panakeia gebrauchter Ausdruck für ein angebliches
Allheil- oder Wundermittel,
alternative Behandlungsmethoden
Pandemie
"Weltvolksseuche", engl.: pandemia;
Epidemie, die sich über große Gebiete - unter Umständen die ganze Welt -ausbreitet und
große Bevölkerungsteile betrifft.
Karies und Parodontitis zählt zu
dieser Epidemieart.
Tröpfcheninfektion
Panorama-Aufnahme
Panorama-Röntgengerät; Schlagwortbezeichnungen für Röntgenverfahren, bei
welchen ein gesamter Kiefer (
Panorama-Vergrößerungsaufnahme) oder beide Kiefer (
Panorama-Schichtaufnahme)
dargestellt werden; erstere Aufnahmetechnik ist heute aus
Strahlenschutzgründen
obsolet.
bildgebende Verfahren
Panoramaröntgenaufnahme
Panoramaschichtaufnahme , PSA, "Panorama Tomographie",
"Verwischungstomographie", "Übersichtsaufnahme"; nach
einem der ersten Gerätehersteller auch als "Orthopan"
bezeichnet; engl.: (dental) panoramic o. panoral
radiograph; Oberbegriff für versch. diagnostische Röntgenverfahren,
bei welchem neben den Zähnen auch die gesamten Kieferbezirke (einschl.
Kiefergelenk) auf einem Bild ("Panorama") dargestellt werden. Das
Verfahren wurde erstmals 1946 vorgestellt und ist seit 1961 im
klinischen Einsatz; es gilt heute (2009) in D als das am häufigsten
angewandte Verfahren bei der
Röntgendiagnostik. Die Aufnahme (Röntgenquelle und Film) befinden
sich bei dieser Technik außerhalb des Mundes; Schädelbezugslinien sind
die
Eckzahnlinie und die
Frankfurter Horizontale. Von der Projektion her handelt es sich um
eine angenäherte
Paralleltechnik.
Durch eine koordinierte Bewegung von Röntgenröhre und Bildempfänger
(Filmkassette) um den Kopf des Patienten wird eine dem
Zahnbogen
entsprechende gekrümmte Schicht als Fläche (2D) abgebildet. Die Objekte,
die hinter oder vor dieser Schicht liegen, werden verwischt und damit
unscharf dargestellt.
Das Ergebnis liefert eine "Schicht" als gute Übersicht (sog.
"Groborientierung") zum Erkennen krankhafter Prozesse (tiefe
Karies,
Vereiterungen im Kiefer, verlagerte oder
nicht angelegte Zähne) ohne dabei allerdings die Detailgenauigkeit
einzelner, direkt von den Zähnen genommener Röntgenaufnahmen (sog.
Einzelaufnahmen oder Zahnfilme) zu erreichen.
Vorteile der P. sind der geringere Zeitaufwand, die
standardisierte Projektion, das größere Aufnahmegebiet und ein
geringeres
Strahlendosisrisiko. Im Dosisrisiko entspricht eine P. mit
400er Film-Folien-System vier
E-speed-Zahnfilm-Einzelaufnahmen; das bedeutet:
Die Ganzkörper-Strahlenbelastung
ist bei der P. - bedingt durch technisch mögliche effektivere
Verstärkerfolien - nur etwa ein Drittel so hoch, wie bei
einzelnen kleinen Zahnfilmaufnahmen und liegt etwa bei 7
µSv
effektive Dosis oder der natürlichen
Strahlenbelastung in Meereshöhe an einem Tag.
Bei der Einstellung (Position des Kopfes im Röntgengerät) und der
Verwendung einer Filmkassette ergeben sich hauptsächlich 3
Fehlerquellen:
Kopf zu weit nach vorn:
besonders die Schneidezähne sind verschmälert; die Zahnreihen wirken
"zusammen geschoben"
Kopf zu weit nach hinten:
besonders die Schneidezähne sind verbreitert; die Zahnreihen wirken
"auseinander gezogen"
Unschärfe des gesamten Bildes:
Der Film liegt in der Kassette der Verstärkerfolie nicht fest an
bildgebende Verfahren,
Fernröntgenbild,
Funktionsorthopantomogramm,
Kiefergelenkaufnahme,
Osteoporose,
Panoramavergrößerungsaufnahme,
Röntgendiagnostik,
Röntgenfilm,
Röntgenstatus,
SCANORA,
Tomographie,
Transversale Schichtaufnahme (TSA),
Unterkieferaufnahme,
Zonographie
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P. eines 8-Jährigen.
Deutlich sieht man die noch
nicht durchgebrochenen
Zähne mit den darüber liegenden Milchzähnen.
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Panoramavergrößerungsaufnahme
PVA, "Status-X™-Gerät",
STATUS X (Siemens), engl.: intraoral source of panoramic radiography;
wegen der hohen
Strahlenbelastung seit 1980 nicht mehr hergestellte Geräte; ab
2004 nicht mehr zugelassen (Altgeräte können umgerüstet werden). Der
Strahler, eine Weitwinkel-Hohlanodenröhre, liegt im Mund; der
Strahlengang verläuft von intra- nach extraoral. Der Film, welcher sich
extraoral in einer flexiblen Filmtasche befindet, wird direkt dem
Gesicht des Patienten aufgelegt. Das Untersuchungsgebiet wird dadurch
vergrößert dargestellt. Weiter verbessert wurde das Verfahren durch die
Einführung eines Aluminiummantels. Durch Reduktion des Röhrenstroms und
Einsatz empfindlicherer Film-Folien-Kombinationen konnte die PVA weiter
aufgewertet werden.
Es handelt es sich bei der PVA nicht um eine
Schicht-, sondern um eine vergrößernde
Summationsaufnahme.
Vorteil: ideale, überlagerungsfreie (keine Wirbelsäule!)
Darstellung der Frontbereiche von OK und UK.
bildgebende Verfahren,
Panoramaröntgenaufnahme,
Unterkieferaufnahme
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Pansinusitis; engl.: do.;
Sinusitis
Papierspitze; engl.: (absorbent)
point; im Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung eingesetztes Hilfsmittel zur "löschpapierartigen"
Trocknung der
Wurzelkanäle; gelegentlich auch als
Abstrichträger
benutzt.
Papillenklammer, engl.: interdental retained clasp;
Haller-Papillenklammer
Papillennaht
engl.: interdental ligation; Nahttechnik durch die
Interdentalpapillen nach chirurgischen Eingriffen.
Die gekreuzte Papillennaht (nach Schuchardt; Schuchardt-Naht) ist eine
spezielle Nahttechnik, besonders nach
Reihenextraktionen im Frontzahnbereich: die
Nähte
werden so gelegt, dass jeweils eine ehemalige
Interdentalpapille die benachbarte
Alveole überdeckt.
Papillenverlust - Klassifikation
engl.: papilla presence index, PI; mach Tarnow ist das
Vorhandensein der
interdentalen Papille von der vertikalen Entfernung zwischen dem
Kontaktpunkt und dem darunter liegenden
Knochenrand
(
Interdentalraum) abhängig. Ist diese Distanz kleiner als 5 mm, so
ist die Papille meist zu 100 % vorhanden. Bei größeren Abständen fehlt
die Papille mehr oder weniger. 1998 nahmen Norland und Tarnow eine
Klassifikation vor, welche auf den anatomischen Bezugspunkten
("landmarks") basiert: Lage des interdentalen
Kontaktpunktes, Ausdehnung der
Schmelz-Zement-Grenze nach
fazial,
apical und
interproximal. Danach wird in 4 Klassen eingeteilt:
Normal Die Papille füllt den gesamten
Approximalraum bis zum
Kontaktpunkt der Zähne aus
Klasse 1 Die Papillenspitze liegt zwischen dem
approximalen Kontaktpunkt und dem koronalsten Bereich der
Schmelz-Zement-Grenze (Anmerkung: Diese Grenze verläuft nicht in
einer Höhe um den Zahn herum, sondern ist im Zahnzwischenraum zur
Zahnkrone (nach koronal) hin verschoben;
Schmelz-Zement-Grenze)
Klasse 2 Die Papillenspitze befindet sich auf der Höhe oder
apical
der
Schmelz-Zement-Grenze des Zahnzwischenraums, aber noch
koronal
der
fazialen Schmelz-Zement-Grenze
Klasse 3 Die Papillenspitze befindet sich auf der Höhe oder
oberhalb der
fazialen
Schmelz-Zement-Grenze
Interdentalpapille,
Miller-Klassen,
Sattel (Col),
Schwarzes Dreieck |

Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates

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Papillom
Zottengewächs, fibroepithelialer Tumor, "Feigwarze", engl.:
papilloma, papillary tumor; meist gutartige
Schleimhautwucherung, die vom
Epithel der Schleimhaut ausgeht; kann breitbasig oder gestielt der
Oberfläche aufsitzen. Z.T. durch Papova-Viren ausgelöst.
Cowden-Krankheit,
Zahnfleischpolyp
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Plattenepithel P. |

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Papillon-Léage-Psaume Syndrom
orofaziodigitale Dysostose, OFD-Syndrom, Mohr-Syndrom, engl.:
orofaciodigital syndrome, Papillon-Léage and Psaume syndrome;
seltene
genetische Fehlbildungserkrankung; in der Erscheinung multiples
Krankheitsbild, u.a. mit verengter Nase, in der Mitte verkürzter
Oberlippe, Lappenzunge (s. Abb.),
Gaumenspalte, Einkerbungen im Ober- und Unterkiefer. |

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Papillon-Lefèvre
Syndrom
engl.: Papillon-Lefevre disease; seltene,
erbliche,
autosomal-rezessive Fehlbildung, u.a. mit aggressiver
Gingivitis,
aggressiver Parodontitis und umfangreicher
Gingivahyperplasie, sich ausbildend zwischen dem 1. und 5.
Lebensjahr. Typisch sind die flächigen Verhornungsstörungen (Keratose)
an Füßen und Händen. |

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PAR; Abk. für Parodontal...; z.B.
PAR-Behandlung = Parodontalbehandlung
Parabene
Umgangsbezeichnung für "para-Benzoesäureester"; Konservierungsmittelzusatz für
Lokalanästhetika in sog. Durchstechflaschen (Ampullen sind heute
"Parabene-frei"). Können bei entsprechend empfindlichen Patienten
allergische Reaktionen auslösen. P.-ähnliche Stoffe kommen in der
Natur u.a. in fast allen Gewürzen vor.
Lokalanästhetika
Paracetamol (Acetaminophen) ;
Analgetika
Paraformaldehyd, Paraformal,
Formaldehyd
Parafunktion
"unnatürliche Funktion", engl.: parafunction; Fehlfunktionen des
Kausystems wie z.B.
Pressen,
Knirschen,
Lippen- u. Wangenbeißen, Bleistift- u. Nägelkauen meist als Folge
psychischer Belastung. Diese auch
Habits genannten und dem Patienten oft nicht bewusst werdenden
"Unarten" können im parodontal vorgeschädigtem
Gebiss schwere Schäden bis hin zum Zahnverlust anrichten oder sind für
eine Parodontalerkrankung mit
verantwortlich. Direkte Kontakte zwischen Zähnen des Ober- und
Unterkiefers sind normalerweise auf den
Schluckakt beschränkt (~ 2 Min./Tag) und werden mit geringer Kraft
ausgeführt; beim Kauen (~ 45 Min./Tag) sind die Kräfte etwa bei 20-30
Newton. Bei P. können diese Kräfte wesentlich höher sein und bis
zu 950 Newton betragen. Im
Gebiss sind P. deutlich durch
Abrasionen der
Okklusalflächen der Zähne (
Schlifffacette), an Schmelzsprüngen,
Zahnhalsdefekten und -empfindlichkeiten
zu erkennen. Behandlung zahnärztlicherseits meist durch eine
Aufbiss-Schiene unterschiedlicher Modifikation; eine
Ursachenausschaltung der psychischen Belastung ist für den Dauererfolg
unabdingbar.
Aufbiss-Schiene,
Bruxismus,
Einschleifen,
Habits,
Interzeptor,
Knirschen,
Psychosomatik,
Reflexschiene,
Schmelzsprung,
TMD,
Zahnimpressionen,
Zungenpressen
|

starke Abrasionen als folge ausgeprägter
Parafunktionen |
Parageusie;
Geschmacksstörung
Parakonus;
Metakonus
parallaktisch verschobene Projektion
parallaktisch verschobener Strahlengang, "Röntgenstereographie",
engl.: two film procedure, "stereoradiography"; Methode, um auf
einem (zweidimensionalen) Röntgenbild dreidimensionale Zusammenhänge
darstellen zu können. So ergibt sich z.B. bei einem
verlagerten Zahn die Frage, ob er im Kiefer vor oder hinter den
Wurzeln der normal stehenden Zähne liegt, da ein einzelnes Röntgenbild
alle Strukturen auf eine Ebene (2D) projiziert. Mit nur zwei
entsprechend eingestellten Röntgenaufnahmen (Zahnfilm,
exzentrische Projektion) kann man sich nach dem Prinzip der
Parallaxe einen groben Überblick über die Lage "oral
oder
vestibulär" machen (s. Abb.). Dabei gilt: Wandert der verlagerte
Zahn in gleicher Weise wie die regulären Zahnwurzeln mit (nach
mesial
bzw. distal),
so liegt er oral;
ist die Wanderung relativ verschieden, so befindet er sich
vestibulär.
exzentrische Projektion,
laterale Zahnaufnahme,
Röntgendiagnostik |

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Parallelometer
engl.: do. o. allg.: surveyor; sowohl in der Zahntechnik, wie
auch im Mund ("Mundparallelometer") bei der
Präparation gebrauchtes Hilfsmittel: Während im Mund angewandte
Verfahren dazu dienen, bei der
Präparation mehrerer Pfeiler
aus Gründen der
Einschubrichtung parallel zueinander gestalten, werden in der
Zahntechnik
Modellvermessungen zur Bestimmung des
prothetischen
Äquators bei
Klammern oder zur Bestimmung der Einschubrichtung bei
Kombinationsarbeiten mit einem P. durchgeführt.
Während die zahntechnischen Geräte ("Klammerzeichner") aus einem
schwenkbaren Modelltisch mit einem nur parallel verschiebbaren Gestänge
arbeiten, bestehen P. im Mund im Prinzip aus einem Spiegel, in
welchen parallele Linien markiert sind. Aufwendige Verfahren spannen das
Präparationswinkelstück in ein P. ein und befestigen dieses an
einem nicht zu präparierenden Kieferabschnitt.
Als Pontostruktor wird ein Gerät bezeichnet, welches im Mund
parallele Bohrungen in die Zahnkronen erlaubt.
Isodromie,
Präparation |

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Paralleltechnik
engl.: parallel angle technic; röntgenologische
Untersuchungsmethode, bei der Zahn- wie auch Filmebene parallel
zueinander stehen.
Bei der Le Master Aufnahme wird noch zusätzlich eine Watterolle
zwischen Zahnkrone und Film gelegt, um diesen im Gaumenbereich noch
weiter aufzurichten. Dadurch können störende Einflüsse des Jochbogens
auf die Wurzelspitzen oberer Molaren vermieden werden.
Halbwinkeltechnik,
laterale Zahnaufnahme,
Rechtwinkeltechnik,
Summationseffekt,
Tubus |

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Paramedizin;
Komplementärmedizin
Paramolar, engl.:
do. or supernumerary molar;
Distomolar
Parant Skala
Parant Index, eine von mehreren Beschreibungen über die operative
Vorgehensweise im Zusammenhang mit einer
Weisheitszahnentfernung; in der Regel auf die Entfernung unterer Weisheitszähne
bezogen. Wegen der Komplexität der Skala kommt heute meist die modifizierte
Parant Skala zum Einsatz. Sie unterscheidet vier mögliche Situationen:
die einfache Zangenextraktion, die
Osteotomie, die
Osteotomie mit Kronenabtrennung und die komplexe Osteotomie.
Pederson Skala
Paraplasie,
Missbildung;
Schmelzperle
parapulpär; engl.:
parapulpar; Lagebezeichnung für neben der
Pulpa
(Zahnnerv) gelegen;
Zahnflächen
Parästhesie
engl.: paresthesia; anormale sensible Empfindung, "Pelzigsein" wie
z.B. Kribbeln, Einschlafen der Arme/Beine; in der
ZHK hauptsächlich gebraucht für das gelegentliche Auftreten von
Missempfindungen nach
kieferchirurgischen Eingriffen, Auswirkung von Entzündungen (Neuritis)
oder Folgen einer
Lokalanästhesie, hier spez. der
Leitungsanästhesie. Die durch eine Irritation des
N. trigeminus hervorgerufene Störungen äußern sich meist in einer teilweisen
Taubheit oder Kribbeln bzw. "Nadelstichen"
in diesem Gebiet. Eine Regeneration kommt in der Regel von allein zustande; systemisch
verabreichten Steroiden (z.B.
Prednisolon)
wird ein hohes Potenzial zur Beschleunigung der nervalen Regeneration
zugesprochen.
Akanthästhesie,
Axonotmesis,
Hypästhesie,
Lingualis-Nerv,
Neurapraxie,
Neurotmesis,
Normästhesie,
Nervenschädigung,
Vincent-Symptom
Parasympathikus,
engl.: parasympathicus;
Sympathikus
Parazentese;engl.:
paracentesis; Stichinzision; kleiner Schnitt in die Wand eines
Hohlorganes zur entlastenden
Drainage
Stichinzision
Pareitis, engl.: do.;
Wangenentzündung
parenteral
"am Darm vorbei"; Begriff hauptsächlich bei der Verabreichung von
Medikamenten gebraucht: diese werden unter Umgehung des
Magen-Darm-Traktes dem Körper zugeführt (z.B. in die Muskulatur = i.m., in die
Blutvene = i.v.)
Parese
engl.: paresis, incomplete paralysis; teilweise Lähmung bestimmter
Muskelgruppen durch Ausfall der sie versorgenden (motorischen) Nerven;
Fazialisparese. Im Gegensatz dazu besagt die Paralyse den
vollständigen Ausfall der Muskelgruppen.
PAR-Index
Peer Assessment Rating Index; Messzahl, welche von einer Gruppe
erfahrener Kieferorthopäden um Dr. Richmond (Manchester, 1992) in 6
Arbeitssitzungen formuliert wurde. Nach verschiedenen Kriterien werden
Punktzahlen vergeben, deren Summe den Grad einer
Dysgnathie beschreibt. Je höher diese Punkzahl, desto stärker ist die
Ausprägung der
Malokklusion.
Punktzahl '0' orthognathe Situation; Punktzahl 50 (selten über 50) hoher Grad
der
Dysgnathie.
Die Differenz zwischen den Punktzahlen vor und nach der Behandlung zeigt den
Grad der Verbesserung durch die kieferorthopädische Behandlung an. Komponenten
des PAR-Index sind:
1. Oberes- und unteres
anteriores
Segment
2. Linke und rechte
bukkale Okklusion
3. Sagittaler
Überbiss (overjet)
4. Vertikaler
Überbiss (overbite)
5. Mittellinie
Auswertung dieser Werte mit einer Rechenhilfe ("PAR-Calculator")
Pariser Rot,
Hochglanz-Polierpaste, neben speziellen Wachsen enthält die Paste Eisenoxide;
Einsatz zur Hochglanzpolitur bei Metallarbeiten.
Politur
Parma - Röntgenaufnahme;
Kiefergelenkaufnahme
ParoCheck
™
DNA-Chip zur mikrobiologischen Diagnostik von Parodontitis assoziierten Keimen.
Dabei handelt sich um einen DNS-Sondentest zum Nachweis des
keim-spezifischen 16S rRNA Gens (Schlüssel-Schloß-Prinzip), wobei die Verwendung
von Biochips eine extrem sensitive und schnelle Hybridisierung ermöglicht. Die
Analyse der Biochips erfolgt in Computer gesteuerten optisch hochauflösenden
Biochip-Scannern, die eine objektive Messung der Proben gewährleisten.
Der Einsatz von ParoCheck für die
mikrobiologische Diagnostik als Grundlage für den Einsatz von
Antibiotika
wird bei besonders aggressiven Verlaufsformen der
marginalen Parodontiden
und bei schweren systemischen Grundkrankheiten empfohlen. Der Test bietet eine
Analyse der bakteriellen Flora in der subgingivalen
Zahnfleischtasche über die
klassischen
4 Leitkeime hinaus (je nach Testdurchführung werden 10 oder 20 Keimarten
bestimmt). Mit diesen Leitkeimen sind oft Gruppen weiterer Bakterienspezies
assoziiert, die ein kompliziertes Netzwerk von Stoffwechselprodukten miteinander
verbindet und erst im Zusammenspiel zu einer Erhöhung der
Pathogenität führen. Die Erfassung eines breiteren Spektrums
parodontalpathogener Bakterien ermöglicht den Einsatz von
Antibiotika gezielt auf das individuelle Keimspektrum des Patienten
abzustimmen.
Der hochspezifische Nachweis von
Markerkeimen mittels des P. erlaubt es weiter, alternative
Therapiemethoden wie z.B. eine individuelle Vaccine herzustellen.
Antibiotika,
lokale Antibiotikazufuhr,
Markerkeime
parodontal, den
Zahnhalteapparat (
Parodontium) betreffend, engl.:
parodontal, periodontal;
Parodontalabszess
Taschenabszess, marginaler Abszess,
"Zahnfleischtaschenvereiterung", engl.: peridontal abscess; als
Folge einer infizierten, vertieften
Zahnfleischtasche. Da die
Gingiva
in diesem Bereich dem Knochen eng anliegt und so eine Spontanentleerung
über die
Tasche selten möglich ist, kann ein P. bis zu seinem
Durchbruch in die Mundhöhle äußerst schmerzhaft sein.
Therapie mittels
Inzision; später Säuberung der Tasche und evtl.
Parodontalbehandlung
Abszess |

|
Parodontalanästhesie,
intraligamentäre Anästhesie
Parodontalbehandlung
"Zahnfleischbehandlung", Parodontaltherapie, "Parodontosebehandlung",
engl.: periodontal treatment; komplexe Maßnahmen zur Behandlung
des erkrankten Zahnhalteapparates.
Im Vordergrund steht dabei die Schaffung einer biologisch akzeptablen
Wurzeloberfläche (Zerstörung des
Biofilms in der
Zahnfleischtasche und Wurzeloberfläche) bei Erhaltung der gesunden
Anteile des
Wurzelzements, da aus diesem regenerative Prozesse ausgehen können.
Die Verursacher parodontaler Erkrankungen sind neben den
Markerkeimen wie z.B. Bacteroides, Prevotella, Porphyromonas und
Actinobacillus auch Pilze (z.B. Hefen wie
Candida), atypische Keime wie Enterokokken und pyogene Keime bei
Superinfektionen.
Hauptsächlich zwei
Prädiktoren bestimmen
Prävention und Krankheitsverlauf bei Patienten mit
chronischer
Parodontitis: Die
Immunantwort des Patienten sowie die begleitende
antimikrobielle Therapie.
Von der Nomenklatur her wird unterschieden in:
- systematische Parodontalbehandlung
welche aus der
Initialbehandlung, der
Parodontalchirurgie
und der
Erhaltungstherapie besteht.
Nach den
PAR-Richtlinien (S. 12) gilt für
GKV-Versicherte u.a.:
Bei der Parodontitistherapie ist es unverzichtbar, die
Wurzeloberflächen zu reinigen und Mikroorganismen aus parodontalen
Taschen zu entfernen.
Die systematische Parodontitistherapie kann umfassen:
geschlossenes Vorgehen =
geschlossene Parodontalbehandlung; häufigste
Therapiemaßnahme
offenes Vorgehen
antibiotische Therapie
Maßnahmen zur Sicherung des Behandlungserfolges nach Maßgabe von Nr.
7
- weiterführende Parodontalbehandlung
gemeint ist hiermit, dass nach abgeschlossener
Initialbehandlung geprüft wird, welche Maßnahmen erforderlich
sind, um die Erkrankung auf Dauer "in den Griff" zu bekommen bzw.,
ob eine Weiterbehandlung überhaupt erforderlich bzw. sinnvoll ist,
da die
Mitarbeit des Patienten eine entscheidende Rolle für den
Dauererfolg ist. (
Erhaltungstherapie)
Die Behandlung selbst wird unterschieden in:
- konventionelle Parodontalbehandlung
hierbei kommen nicht-chirurgische (Scaling
und
Wurzelglättung =
geschlossene Parodontalbehandlung) und chirurgische
Maßnahmen (Gingivektomie
und versch. Arten von chirurgischen Techniken) zum Einsatz. Die
Heilungsform läuft bei einem derartigen Vorgehen überwiegend nur
reparativ ab und ist durch die Bildung eines (nicht gewünschten)
langen
Saumepithels charakterisiert. Röntgenologisch kann unter Umständen auch
eine Knochenneubildung beobachtet werden. Dieser neue Knochen
verfügt aber nicht über ein biologisches
Attachment, da dieses von dem langen
Saumepithel verhindert wird.
- Einsatz regenerativer Maßnahmen und Techniken
Wiederherstellungsmaßnahmen am
Zahnhalteapparat durch den Einsatz verschiedener Verfahren;
parodontale Regeneration
Als Erfolgskriterien (sog "Surrogatvariablen") gelten:
Attachmentgewinn
knöcherne Auffüllung (Regeneration von in der Hauptsache
vertikalen Defekten)
Die Resultate der derzeit angewandten Behandlungsmethoden sind nicht
verlässlich vorhersagbar und daher zuweilen enttäuschend. Grund dafür
ist zum einen die große individuelle Varianz der Regenerationsfähigkeit
des parodontalen Gewebes und die häusliche Durchführung von optimalen
Mundhygienemaßnahmen, zum anderen die Vielzahl der am
Heilungsprozess beteiligten Zellen und Moleküle (z.B.
Amelogenine,
bone morphogenetic proteins, Phosphate als Signalmoleküle). P.
bei normalen Krankheitsbildern sind in der zahnärztlichen Praxis bei
guter
Compliance des Patienten (
unterstützende
Parodontitistherapie) gut durchzuführen und in der Regel über Jahre
erfolgreich.
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Deep Scaling,
Emdogain,
Full Mouth Desinfection,
gesteuerte Geweberegeneration,
Gingivektomie,
Gracey Kürette,
Hyaluronsäure-Gel,
Initialbehandlung,
Knochentasche,
Kürettage,
Lappenoperation,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Leichttherapie,
new attachment,
Oraqix,
Parodontalchirurgie,
parodontale
Regeneration,
Parodontalstatus,
Parodontitis,
Parodontitis und Schwangerschaft,
Parodontalchirurgie,
Plaquekontrolle (chemische), PMIK
("antiinfektiöse Therapie"),
Reattachment,
unterstützende Parodontitistherapie,
Weski. |

parodontaler Behandlungsplan, sog. "PA-Plan"

therapierte
Parodontitis
marginalis
profunda - 6
Jahre nach
Behandlungsabschluss
© der Grafik:
Prof. Roth / intervox
|
Parodontalchirurgie
engl.: periodontal surgery; Oberbegriff für eine Vielzahl von Maßnahmen -
besonders bei einer
Parodontitis marginalis -, die dann zum Einsatz kommen, wenn - bedingt durch
die Schwere der Erkrankung - mit konventionellen Methoden
Leichttherapie,
Parodontalbehandlung keine erfolgsversprechende Behandlung möglich ist.
Edlan-Mejchar Operation,
Gesteuerte Geweberegeneration,
Gingivektomie,
Knochendefektfüllung,
offene Kürettage,
Lappenoperation,
plastische Parodontalchirurgie
Parodontalchirurgie,
plastische, engl.: (plastic) periodontal surgery; meist
eingesetzt zur Deckung von Gingivarezessionen (
"freiliegende
Zahnhälse") mittels
gesteuerter Geweberegeneration (GTR),
Bindegewebstransplantat, freiem Schleimhauttransplantat oder
Verschiebelappentechniken. Dabei scheinen das Bindegewebstransplantat und die
Verschiebelappentechniken auf Dauer die besten Ergebnisse zu bringen.
Eine Rekonstruktion von verloren gegangenen Zahnfleischpapillen in den
Interdentalräumen im Sinne einer "roten Ästhetik" erscheint bisher auf Dauer
problematisch; hier könnte das sog. "Papillenlifting" mittels
Bindegewebstransplantat einen therapeutischen Ansatz darstellen.
Emdogain,
gesteuerte Geweberegeneration,
Gingivektomie,
Gingivoplastik,
Gummy smile,
HF-Chirurgie,
Keilexzision,
Kirkland,
Knochentasche,
Kürettage,
Lappenoperation,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
new attachment, Parodontitis,
Parodontalbehandlung,
Parodontalverband,
VY-Plastik,
Z-Plastik,
Zahnfleischverband.
parodontale Abstützung, engl.:
periodontal or tooth supported;
Abstützung
parodontale Indizes
Messzahlen zur Bestimmung des Schweregrades eines Zahnfleischerkrankung. Neben
der Art und Stärke der Entzündung sollte auch durch einen derartigen
Index
der Schweregrad des
Attachmentverlustes bestimmt werden können. Weltweit durchgesetzt hat sich
der von Ramfjord entwickelte
Periodontal Disease
Index.
Community Periodontal
Index of Treatment Needs (CPITN),
Index,
PMA-Index
parodontaler Biotyp
gingivaler Biotyp, Dicke und Erscheinungsbild der
marginalen Gingiva
mit grober Unterteilung in (Mischformen vorhanden, aus
:
- Dünner parodontaler Biotyp
* Dünnes girlandenförmiges Parodontium
* Geringer Anteil an befestigter Gingiva Dreieckige klinische Kronen mit
schmalen interdentalen Kontaktzonen
* Reaktion auf chirurgische/prothetische Interventionen mit
Weichteilrezessionen
* Prädisposition zur Ausbildung von Defekten aufgrund von
Resorptionsvorgängen nach Zahnextraktionen mit Kollaps der
Interdentalpapillen
* Durchschimmern der Parodontalsonde beim Sondieren
- Dicker parodontaler Biotyp
* Gleichförmige Weichgewebe- und Knochenarchitektur
* Geringe Unterschiede zwischen bukkalen, marginalen und approximalen
Weichgewebe- und Knochenhöhen
* Kurze Interdentalpapillen
* Fibröser Charakter des Weichgewebes
* Tendenz zur Narbenbildung
* Rechteckige anatomische Kronen mit bauchigen Konvexitäten
* Flächiger Kontakt zwischen den klinischen Kronen
* Geringere Tendenz zur Rezessionsbildung
* Kein Durchschimmern der Parodontalsonde
beim Sondieren
parodontale Regeneration
regenerative Parodontaltherapie; (teilweise) Wiederherstellung des
Aufbaus und der Funktion des
Zahnhalteapparates, engl.: parodontal regeneration; durch
vielfältige Methoden, so z.B. durch chirurgisches Einbringen von
Knochenersatzmaterialien oder Flüssigkeiten bzw. Gelen und/oder
gesteuerter Geweberegeneration (GTR /
GBR) mittels Membranen (resorbierbar / nicht resorbierbar) zur Beseitigung
von tiefen Zahnfleisch- und Knochentaschen (
new attachment).
Wenn auch bisher ermutigende Einzelergebnisse vorliegen, so bleibt bisher die
chte
Regeneration ein Wunschtraum. Eine erfolgreiche
systematische
Parodontalbehandlung bewirkt aber eine relative p. R. , d.h. sie
erreicht wieder gesunde parodontale Verhältnisse auf einem niedrigerem Niveau,
welche bei einer guten
Mundhygiene des Patienten über viele Jahre/Jahrzehnte Bestand haben können.
Es können zur Anwendung (einzeln oder in Kombination) kommen, wobei keine
individuelle Vorhersage der Wirkung möglich ist:
-
Knochenersatzmaterialien
Einsatz von eigenem oder fremden Knochen bzw.
alloplastischer Stoffe; diese Materialien sollen die Neubildung von
Alveolarknochen und
Wurzelzement fördern als/durch:
Leitschiene für Knochenneubildung (sog. Osteokonduktion)
Zufuhr von knochenbildenden Zellen (Osteogenese)
Zufuhr von knocheninduzierenden Substanzen (Osteoinduktion)
-
Gesteuerte Geweberegeneration (GTR) -
Gesteuerte Knochenregeneration (GBR)
durch eine mechanische Barriere (resorbierbare/nicht resorbierbare Folien)
werden die sehr schnell regenerierenden Epithelzellen daran gehindert, die
nur langsam regenerierenden Zellen aus dem
Desmodont,
Alveolarknochen zu überwuchern bzw. die Einheilung eines
Knochentransplantats ungestört ablaufen zu lassen
- Wachstumsfaktoren
noch junge, meist im klinischen Versuchsstadium befindliche Verfahren,
welche durch Zufuhr von "anregenden Stoffen" (z.B. Polypeptidhormonen) eine
Steuerung vielfältiger zellulärer Abläufe bewirken sollen:
Schmelz-Matrix-Proteine beruhen auf der Annahme, dass das Protein
des Amelogenin, das vom menschl. Körper (von den Zellen der Hertwigschen
Epithelzellen) während der natürlichen Zahnentwicklung produziert wird, die
Differenzierung von
Wurzelzement bildenden Zellen bewirkt. Dieses Eiweiß wird bei erkrankten
Zähnen auf die gereinigte Wurzeloberfläche aufgebracht und soll zu einer
Wiederherstellung von
Wurzelzement,
parodontalem Ligament und
Alveolarknochen führen.
BMPs (bone
morphogenetic proteins) besitzen
osteoinduktive Faktoren, welche das Potential besitzen, die Umwandlung
von mesenchymalen Zellen in knochenproduzierende Zellen zu stimulieren
Platelet-Derived
Growhth Factors (PDGF) und ähnliche Stoffe (z.B. IGF) können
die Proliferation und Migration von
Desmodontalzellen und die Differenzierung der
Osteoblasten
und
Zementoblasten unterstützen
- Bearbeitung (Konditionierung) der Wurzeloberfläche
man diskutiert, ob eine Entkalkung der Wurzeloberfläche zu einem
Herauswachsen und Modifizieren von Faserstrukturen aus den Dentinkanälchen
heraus führen kann
regenerative
Medizin, Parodontalbehandlung
Parodontalerkrankung
engl.: periodontal disease; zunächst
nicht näher bezeichnete Erkrankung des Zahnhalteapparates.
Im Sprachgebrauch wird meist darunter eine "chronisch-entzündliche Erkrankung
von Zahnfleisch und Kieferknochen" verstanden. In der Gruppe der 35 –
44-Jährigen sind in 2010 ca. 20 Prozent, in der Gruppe der 65 – 74-Jährigen ca.
40 Prozent von einer schwereren, behandlungsbedürftigen Form der Erkrankung an
mindestens einem Zahn betroffen.
Parodontitis,
Parodontitis marginalis
Parodontalligament
Desmodont, engl.: (periodontal) ligament;
spezialisiertes
Bindegewebe, welches den Zahn im
Knochenfach des
Alveolarknochens federnd aufhängt
Wurzelhaut
Parodontalschiene
"Parodontoseschiene",
Stabilisierungsschiene, engl.: periodontal splint; mit
dem Ziel einer Verblockung von gelockerten Zähnen. Unterscheidung in:
- temporäre Parodontalschiene
abnehmbare
Kunststoffschiene, welche bis zu mehreren Wochen getragen wird
- semipermanente Parodontalschiene
meist abnehmbare Kunststoffschiene (z.B.
Miniplastschiene), welche bis zu mehreren Jahren getragen werden
kann
- permanente Parodontalschiene
festsitzende Schiene - in der Regel aus Metall (z.B.
Elbrecht Schiene, auch "Krallenschiene") bzw. hochwertigem,
dünnem Kunststoff (z.B.
Miniplastschiene) oder in Form von miteinander verblockten
Kronen/Brücken -, welche bis zum Zahnverlust getragen wird (s. Abb.)
Über den Erfolg derartiger Therapien als alleinige Maßnahme wird
unterschiedlich diskutiert, da es zwar durch
Verblockung zu einem scheinbaren Verfestigen der Zähne
untereinander kommt, aber in der Regel keine
parodontale
Regeneration eintritt. |

Befestigung eines
gelockerten Zahnes
mittels
Komposite
an den Nachbarzähnen
|
Parodontalsonde
Parodontometer, engl.: periodontal probe; an der Spitze stumpfe, mit
einer Mess-Skala versehene Sonde zur Messung der
Taschentiefe ("Sondierungstiefe") in Millimetern. Bekanntestes
Instrument ist die
WHO-Sonde.
Zum exakten Krafteinsatz bei der Messung (jeder Untersucher misst mit einer
anderen Kraft) gibt es druckkalibrierte Parodontalsonden (TPS-Sonde
= True Pressure Sensitive (periodontal probe)) oder elektronische
Parodontalsonden (z.B. Peri-Probe®,
PerioControl™ ;
Ergebnisse werden auf einem Drucker ausgegeben).
In jüngerer Zeit wird eine Messung der Taschentiefe erst nach einer parodontalen
Vorbehandlung (Initialtherapie:
symptomatische Therapie,
Mundhygiene, Ultraschall) empfohlen, da sonst die Ergebnisse verfälscht sein
könnten: Entweder stößt die Sonde in der
Zahnfleischtasche auf
Konkremente, oder sie touchiert entzündetes Gewebe und verletzt dieses.
Dadurch sind Fehlmessungen bis zu 2 mm nicht ausgeschlossen.
FloridaProbe,
Hauer Parodontometer,
Kryptometer,
Rolltest, PerioControl,
Taschenboden,
Taschentiefe
Parodontalspalt
Desmodontalspalt, Periodontalspalt, engl.: periodontal
space; gelenkartiger Spalt zwischen der
knöchernen Alveole und der Zahnwurzel. Dadurch, dass die Zahnwurzel
nicht mit dem Kieferknochen fest verwachsen ist, sondern im Knochenfach
an Fasern (
Sharpeysche Fasern) elastisch aufgehängt ist, werden von außen auf
den Zahn einwirkenden Kräfte federnd auf die Umgebung übertragen; die
Eigenbeweglichkeit des Zahnes in dieser "federnden" Aufhängung beträgt
maximal 20 µ. Bei entzündlichen Prozessen oder Überbelastungen eines
Zahnes ist der P. röntgenologisch sichtbar verbreitert und die
Eigenbeweglichkeit unter Umständen erheblich vergrößert (
Lockerungsgrad).
Ankylodontie,
Desmodont,
intraligamentär,
Wurzelhaut |

|
Parodontalsprechstunde, "Recallstunde",
engl.: periodontal consultation hour;
parodontale Erhaltungstherapie
Parodontalstatus
PA - Status, engl.: periodontal chart (portrait); vor
Beginn einer
systematischen Parodontalbehandlung vorgeschriebene Befunderhebung
(klinisch u. röntgenologisch) des gesamten
Zahnhalteapparates kombiniert
mit der geplanten Therapie bei den Gesetzlichen Krankenkassen. Aus
Dokumentationsgründen auch bei
privat Versicherten empfohlen.
Die Dokumentation des klinischen Befunds ("Parodontalstatus") umfasst:
-
Taschentiefen und Blutung der Zahnfleischtaschen auf
Sondieren
- parodontale
Rezessionen, um einen Ausgangswert für die Beurteilung einer
möglichen Progression der Parodontitis zu erheben; fakultativ und
alternativ kann auch der klinische
Attachmentverlust aufgezeichnet werden.
-
Furkationsbefall:
Grad 1 = bis 3 mm in horizontaler Richtung; Grad 2 = mehr als 3 mm in
horizontaler Richtung; Grad 3 = durchgängig
-
Zahnlockerung (Lockerungsgrad):
Grad I = gering horizontal (0,2 mm – 1 mm); Grad II = moderat horizontal
(mehr als 1 mm); Grad III = ausgeprägt horizontal (mehr als 2 mm) und in
vertikaler Richtung
FloridaProbe,
Lockerungsgrad,
Parodontalbehandlung,
Röntgenstatus,
Reevaluation,
Röntgendiagnostik,
Status,
Zahnstatus |


amtliches
Formblatt bei gesetzlich Versicherten
|
Parodontaltherapie,
Parodontalbehandlung
Parodontitis
Zahnbettentzündung,
Periodontitis, griech. Kunstwort, umgangsspr. "Parodontose"
engl.: periodontitis, paradentitis, parodontitis; mit
(historischer) Unterscheidung in
Parodontitis apicalis
und
Parodontitis
marginalis. Nach der neuen Nomenklatur (
Einteilung der Zahnfleischerkrankungen) entfällt das Wort
"marginalis" bei der Abgrenzung zur
Parodontitis apicalis. Daneben existiert noch das Krankheitsbild
einer entzündeten
Bifurkation = Parodontitis interradicularis
Für die P. ist noch eine andere Klassifizierung von Bedeutung und
in der Praxis üblich (
Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen):
(siehe unter
Artikel Index - Ordner - Zahnfleisch Erkrankungen)
AP - langsam verlaufende Erwachsenen-Parodontitis (häufigste
Form, gut therapierbar)
PP - im Milchgebiss sehr schnell verlaufende präpubertäre
Parodontitis (beim Durchbruch der Milchzähne zwischen dem 2. u. 4.
Lebensjahr entweder lokalisiert an einzelnen Zähnen oder generalisiert
auftretend)
(L)JP - (lokale) schnell verlaufende juvenile Parodontitis
(meist in Schüben verlaufend und rasch fortschreitend, besonders an
Frontzähnen und ersten Molaren vorkommend. Beginn in der Pubertät, dabei
Vorkommen beim weiblichen Geschlecht viermal häufiger als beim
männlichen)
RPP (rapidly progressive periodontitis), früher:
Parodontitis marginalis progressiva - schnell fortschreitende P.
des jungen Erwachsenen (Auftreten im 3. Lebensjahrzehnt, prognostisch
ungünstig, s. Abb. oben)
(A)NUG - (akut)
nekrotisierende
ulzerierende
Gingivitis/Parodontitis
RP - refraktäre Parodontitis
Es handelt sich bei allen entzündlichen Formen der P. um eine
chronisch bakterielle Entzündung (biofilminduzierte
entzündliche Erkrankung), die Zahnfleisch und Stützgewebe (
Parodontium) angreift und so
den Zahn in seiner Verankerung (
Parodontium) schwächt bzw. aus
dieser löst (
Lockerungsgrad). Die Verursacher dieser Erkrankung sind neben den
Markerkeimen wie z.B. Bacteroides, Prevotella, Porphyromonas und
Actinobacillus auch Pilze (z.B. Hefen wie
Candida) und atypische Keime wie Enterokokken und
pyogene Keime bei
Superinfektionen. Ausgelöst wird die P. dann durch im
Mundraum befindliche Enzyme, die so genannten
MMP-8-Enzyme (Neutrophilen-Kollagenasen), die im aktiven Zustand die
Kollagenfasern des Zahnfleisches abbauen. Dieser Abbau ist wiederum
abhängig von einer verringerten Bildung des körpereigenen Glykoproteins
Del-1. Der Krankheitsverlauf ist jedoch nicht zwingend vorgegeben,
sondern neben sorgfältiger
Mundhygiene abhängig von der Veranlagung (Disposition) des
Patienten. So kann die gleiche Bakterienmenge - je nach
Entzündungsneigung bzw.
Immunsystem des Patienten - ganz unterschiedliche Schweregrade einer
P. hervorrufen, wobei auch hier dem Glykoprotein Del-1 eine große
Bedeutung zugemessen wird.
Die P. ist Ausdruck einer gestörten Wechselbeziehung zwischen der
natürlichen Keimbesiedlung der Mundhöhle ("orale Flora") und der
angeborenen (unspezifischen)
Immunität des Organismus, da bekannt ist, dass z.B. auch bei
gesunden Patienten (fast) alle eine P. verursachenden Keime
vorhanden sein können, ohne dass eine Zahnbettentzündung entsteht.
Äußere Einflüsse - z.B.
Stress,
Nikotinabusus, Medikamente - verstärken die Möglichkeit der
Verschlimmerung (
Parodontitisrisikofaktoren).
Über die Ursachen und den Verlauf der P. ist bis heute
noch vieles unbekannt: Bekannt ist, dass Zahnbetterkrankungen
unterschiedlich schnell verlaufen, auch der Zahnverlust ist individuell
verschieden - okklusale Störungen scheinen für eine P. so gut wie
keine Bedeutung zu haben - lediglich kann eine Progression verstärkt
werden. Nicht bekannt sind die exakten Gründe dafür, obwohl einige
biologische Zusammenhänge bereits festgestellt wurden und weiter
erforscht werden. Ein weiteres
Risiko neben
fehlendem Wissen um Ursachen und Entwicklungen ist der versteckte
Verlauf parodontaler Erkrankungen: Viele Entzündungen entziehen sich der
visuellen Betrachtung.
Eine immer wieder behauptete Beziehung zwischen Herz/Gefäß-Erkrankungen
und einer P. konnte bisher nicht bestätigt werden.
Eine exakte und sichere parodontale Untersuchung muss mit einer
Sonde erfolgen und gegebenenfalls durch eine
Röntgenaufnahme unterstützt werden. Die früher vertretene These,
dass
Mundhygiene und Plaque entscheidend für eine
P. sind ("einsauberer Zahn wird nicht krank"), wird heute nicht
mehr bejaht. Derartige Faktoren haben lediglich einen Einfluss auf die
Ausprägung einer
Gingivitis.
Parodontitisrisikofaktoren
Die P.-Infektion betrifft alle Gewebe des
Zahnhalteapparates: Die
Gingiva, das
Wurzelzement, das
Desmodont und den
Alveolarknochen. Zur Feststellung der Erkrankung wird eine visuelle
Untersuchung durchgeführt, welche normalerweise durch eine
radiologische ergänzt wird. Dabei ist festzuhalten, dass die
Untersuchung der
Sondierungswerte und des
Attachmentniveaus empfindliche und verlässliche Parameter für die
Diagnostik darstellen, während die konventionelle radiologische
Beurteilung des Knochenniveaus mehr einen verifizierenden Charakter hat.
Bei Patienten mit aggressiver P. ist eine mikrobiologische
Untersuchung (z.B.
PCR) der in der
Zahnfleischtasche liegenden Plaque
notwendig. Zukunftsweisende biochemische, immunologische und genetische
Methoden - z.B. die Bestimmung von
Markerkeimen im
Speichel und der
Sulkusflüssigkeit haben heute (2009) noch keine allgemein-praktische
Bedeutung. Weitere diagnostische Hilfsmittel - z.B.
druckkalibrierte Messsonden oder
Periodontometer - tragen zur Objektivierung und zum
Screening der Befunde bei.
Supragingivaler Zahnstein spielt im Rahmen der
Ätiologie einer Parodontitis
eine entscheidende Rolle. Probleme verursacht er hauptsächlich als
Hygienehindernis aufgrund seiner plaque-retentiven
porösen Oberfläche und der Verblockung
interdentaler Schmutznischen. Sein direkter Kontakt mit dem
Zahnfleischsaum scheint Entzündung und gingivale
Rezession zu fördern. Supragingivaler Zahnstein ist aber auch von
Lakunen und Kanälen durchzogen. In diesen unmineralisierten Bereichen
besteht ein großes Reservoir für Bakterien, welche darin ideale
Wachstumsbedingungen finden: feucht, warm und Nahrung im Überfluss.
Durch gute
Mundhygiene, insbesondere den häufigen Einsatz von
Zahnseide oder
Zwischenraumbürstchen zur Reinigung der
Zahnzwischenräume, lässt sich das Risiko einer Parodontitis deutlich
verringern. Bei Grunderkrankungen wie Diabetes, aber auch in Phasen
reduzierter Immunabwehr, etwa bei einem Schnupfen, ist das Risiko, dass
sich einige der rund 500 bisher identifizierten Bakterienarten der
Mundhöhle massiv vermehren, besonders groß. Rauchen begünstigt ebenfalls
den Plaquebefall und damit eine Parodontitis (
Parodontisrisikofaktoren).
Der Zustand des Parodontiums verändert sich unter dem Regelzyklus der
Frau. So ist z.B. der
Gingiva-Index zum Zeitpunkt der Ovulation signifikant erhöht. Viele
Frauen berichten auch von Beschwerden und Reizzuständen des Parodonts
innerhalb des Menstruationszyklus.
Zur
Dokumentation - vor allem der klinischen Untersuchungsbefunde - wird
eine
Indizierung vorgenommen, wobei der abgewandelte
CPITN -Index - der
PSI-Index (Parodontale Screening-Index; PSI) - heute weltweit am
meisten angewandt wird.
In Deutschland gebräuchlich ist nachfolgende grobe
Klassifizierung:
International ab 1999 eingeführt ist eine wesentlich
differenziertere Klassifikation, welche auch von der Deutschen
Gesellschaft für Parodontologie anerkannt ist.
Näheres durch Anklicken dieses Textes
Leichte Formen der Entzündungen des Zahnbettes sind heute bei der
Mehrzahl der Erwachsenen festzustellen; man schätzt, dass in Europa etwa
45 % der Bevölkerung an
Parodontalerkrankungen leiden. Etwa 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung
sind von schwereren Formen betroffen. Mit einem frühzeitigeren
Eingreifen durch den Zahnarzt, der Motivation und Anleitung des
Patienten zu gründlicherer
Mundhygiene und einer langfristigen Betreuung durch das
zahnärztliche Team könnten Folgeerscheinungen der P. wie
Gewebeschäden, Knochenabbau und
Zahnverlust in den meisten Fällen verhindert werden.
P. ist keine auf den Zahn-, Mund- und Kieferbereich beschränkte
Erkrankung. Vielmehr können sich die Folgen einer bakteriellen
Entzündung vom Mundraum in den ganzen Körper ausbreiten. Zahlreiche
Studien zeigen bei unbehandelter Parodontitis ein zweifach erhöhtes
Risiko für Herzinfarkt und Kreislauferkrankungen, ein erhöhtes Vorkommen
für Frühgeburten, niedrigeres Geburtsgewicht bei Babys und Auswirkungen
auf Diabetes, Atemwegserkrankungen und cerebrale Infektionen, obwohl die
Zusammenhänge im Einzelnen noch nicht erklärt werden können.
Eine Behandlung der P. erfolgt konservativ durch
mechanische Säuberung der (in der
Zahnfleischtasche) frei liegenden Wurzeloberfläche, entweder mit
Handinstrumenten (
Scaler) oder mit Geräten auf
Ultraschallbasis. unter Umständen ist bei tiefen
Zahnfleischtaschen ein chirurgischer Eingriff unter direkter Sicht
nötig. Dabei erfolgt eine schonende Zahnfleischlappenbildung unter
Erhaltung des bestehenden
Attachments. Da in der Hauptsache der krankheitsverursachende
Biofilm beseitigt werden soll, ist bei allen Techniken eine
rigorose Bearbeitung/Entfernung der Hart- und Weichgewebe weder
erforderlich noch sinnvoll. Bei schwereren Erkrankungen kommt die
"gesteuerte
Geweberegeneration" - sog. Membran-Technik - zum Einsatz: Bei
diesem Verfahren wird eine Membran aus resorbierbarem Kollagen oder
Kunststoff (z.B. Teflon) zwischen das Zahnfleisch einschließlich des
darunter liegenden Bindegewebes und den angegriffenen Knochen
eingebracht. Die Membran bildet nun eine Barriere für das schnell
wachsende Zahnfleischepithel, das sonst in die entstandene Tasche
hineinwuchern, dem Zahn aber keine Festigkeit geben würde. Die deutlich
langsamer wachsenden Bindegewebe des Zahnhalteapparates erhalten auf
diese Weise die Gelegenheit, die gereinigte Wurzeloberfläche neu zu
besiedeln, eine neue Wurzelzementschicht und neue Haltefasern zu bilden.
Auch der zerstörte Knochen hat ausreichend Zeit für den Wiederaufbau.
Diese regenerative Therapie ist teuer (ca. 500-700 €/Zahn) und wird von
den
Gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.
Prinzip der gesteuerten Geweberegeneration:

Der Wiederaufbau des Zahn-Halteapparates lässt sich
durch gezielte Gabe von speziellen Eiweißen weiter unterstützen: Das
künstliche Protein
Amelogenin, das bei der Zahnschmelzbildung des Fötus eine
entscheidende Rolle spielt, stimuliert den Wiederaufbau von
Wurzelzement. Zum Auffüllen großer Knochendefekte werden
patienteneigener Knochen oder Knochenersatzmaterialien verwendet.
Als Erfolgskriterien (sog "Surrogatvariablen") gelten:
Attachmentgewinn
knöcherne Auffüllung (Regeneration von in der Hauptsache
vertikalen Defekten)
Zum dauerhaften Erfolg jeglicher Parodontitis-Behandlung gehört
eine Langzeitbetreuung mit regelmäßigen (3-6 monatigen; risikoabhängig)
Recall-Intervallen. Bei diesen Sitzungen erfolgt eine
supra- und
subgingivale Belagsentfernung mit anschließender
Politur und
Fluoridierung der Zahnoberflächen, eine Patientenremotivation
zu optimaler
Mundhygiene. Zusätzlich werden in dieser Sitzung im Sinne eines
"Monitorings" die Parameter Blutung (
BOP), Plaqueindex
(PI) und
Attachmentverlust (CAL) überprüft.
Die Grundlagenforschung hat in den vergangenen Jahren auch in der
Zahnmedizin erstaunliche Einblicke geliefert. Besonders anschaulich
zeigt sich dies im Bereich der Parodontologie.
Neue Forschungsergebnisse haben die Relevanz
genetischer Faktoren belegt, die Prognose des Krankheitsverlaufs
präzisiert und Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen aufgezeigt. Bei
der Parodontitis regt die Plaque mit zunehmender
Verweildauer die Zellen des Immunsystems zur Produktion von
Entzündungsmediatoren an. Dabei spielt das Cytokin Interleukin-1 (IL-1,
"Polymorphismus") eine zentrale Rolle für den weiteren Verlauf der
Parodontitis. US-amerikanischen Forschern gelang es, verschiedene
Variationen des Gens auszumachen, das die Expressionsmuster des
Parodontitis-spezifischen IL-1 beeinflusst. Eine dieser Variationen
verursacht die starke, Plaque-induzierte IL-1 Expression. So wundert man
sich nun nicht mehr, warum einige Patienten auf wenig Plaque mit
heftigen Entzündungen reagieren, während andere von ihren dicken
Plaqueschichten nahezu unberührt bleiben. Neben den Erkenntnissen um die
Zusammenhänge erblicher Faktoren mit schweren Verläufen einer
Parodontitis hat die Interleukin-Forschung auch den Blick für
Assoziationen zwischen chronischen parodontalen Entzündungen und
allgemeinen Erkrankungen geschärft. So können Bakteriämien vor allem bei
Patienten mit einer geschwächten Abwehrlage, vorgeschädigtem Myokard
oder Klappenersatz schwerwiegende
Komplikationen verursachen. Diesen Erkenntnissen wird schon seit
vielen Jahren durch prophylaktische Maßnahmen im Rahmen zahnärztlicher
Eingriffe Rechnung getragen. Neben einem erhöhten Parodontitis-Risiko
bei schlecht eingestelltem Diabetes, beeinflusst umgekehrt auch eine
unbehandelte Parodontitis den Glukosemetabolismus. So wird vermutlich
aufgrund von Interaktionen zwischen Entzündungsmediatoren und
Insulinrezeptoren eine Erhöhung des glykolysierten Hämoglobins
ausgelöst. Interventionsstudien konnten die Zusammenhänge eindrücklich
bestätigen: Geht man erfolgreich gegen die Parodontitis vor, sinken die
Werte des glykolysierten Hämoglobins ebenso wie der Insulinbedarf. Auch
bei schwangeren Frauen können Entzündungsmediatoren, die durch eine
marginale Parodontitis freigesetzt werden, nachteilige Wirkung erzielen.
Erreichen die Mediatoren die Plazenta, kann sich das für andere Faktoren
adjustierte Risiko einer Frühgeburt mit niedrigem Geburtsgewicht fast um
ein Achtfaches erhöhen. Nach diesen Erkenntnissen sollen rund 18 Prozent
aller untergewichtigen Frühgeburten auf eine Parodontalerkrankung der
Mutter zurückzuführen sein. Die Therapie der Parodontitis bei einer
schwangeren Patientin sollte demnach bestenfalls in Absprache mit dem
Gynäkologen erfolgen.
Menschen mit P. entwickeln doppelt so häufig
Präkanzerosen und viermal so oft
Mundhöhlenkarzinome wie Menschen ohne ernsthafte parodontale
Erkrankungen.
Attachmentverlust,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Deep Scaling,
Emdogain,
Engstand,
Erhaltungstherapie,
Full Mouth Desinfection,
Gingivitis,
Gingivitis (Parodontitis) als Begleitsymptom,
Höhenabbau,
Hyaluronsäure-Gel,
Kirkland,
Knochentasche,
Kürettage, ,
Lappenoperation,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Leichttherapie,
Leukämie,
Markerkeime,
Matrix-Metalloproteinasen - MMP,
Osteolyse,
Parodontitisdiagnose,
Parodontalbehandlung,
Parodontalchirurgie,
Parodontitis und
Schwangerschaft,
Periimplantitis,
Reevaluation,
Sulkusflüssigkeits-Fließrate - SFFR,
unterstützende
Parodontitistherapie,
Zahnverlust
Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen (siehe
unter Artikel Index - Ordner - Zahnfleisch Erkrankungen)
|



bewiesene/vermutete Auswirkungen
einer P. auf den
übrigen
Organismus
|
Parodontitis
apicalis
apikale Parodontitis, apicale Ostitis,
Wurzelspitzenentzündung, engl.: apical periodontitis; mit
einer akuten oder chronischen Entzündung des
Desmodonts und umgebenden Knochens um die
Wurzelspitze
eines Zahnes herum, in der Regel als Folge einer
Gangrän oder eines nicht durch eine fachgerechte
Wurzelkanalbehandlung versorgten
nervtoten Zahnes.
Unterteilung in:
Veränderungen der Knochendichte im Zahnwurzelbereich ("dunkle
Stellen", s. Abb.) sind im 2D Röntgenbild erst erkennbar, wenn mindesten
30% der anorganischen Knochenstrukturen abgebaut sind. Derartige
Resorptionen dauern in der Regel einige Wochen.
Einlage,
Gangrän,
Granulom,
periapikale Läsionen,
Perkussionstest,
PRI Index,
Vitalitätsprüfung |

Ausheilung einer Parodontitis apicalis chronica
(mittels ChKM)

konservative Behandlung eines
apicalen
Granuloms mittels
CaOH-Einlage |
Parodontitisdiagnose
Verfahren zur Parodontitiserkennung, engl.. periodontal diagnosis;
vielfältige Möglichkeiten der (Früh-)Erkennung einer
Parodontitis sind vorhanden und werden unterschieden in:
Als neuere Methoden gelten:
- Elektronische Sonden
messen meist auf der Basis einer druckkalibrierten Sondierung, um
individuelle Fehlerquellen durch zu starken Druck (ergibt eine größere
Taschentiefe als tatsächlich vorliegend) bei der Sondierung auszuschließen.
Die Befunde werden elektronisch auf ein Gerät übertragen und liefern neben
reinen Zahlenwerten auch grafische Resultate, welche auch für den
unwissenden Patienten leicht verständlich sind. Wegen der Umständlichkeit
der Handhabung haben sich derartige Systeme bisher (2009) nicht in der
Praxis durchgesetzt.
- Messung der dynamischen Zahnbeweglichkeit
elektronisch wird der Widerstand des Parodontiums gegen leichte, senkrecht
auftreffende Schläge von einem
Periotest®-Gerät ausgelöst sowie gemessen und akustisch wie auch
zahlenmäßig dargestellt oder berührungslos mit dem
Ostell mentor-System bestimmt. Aussagen über die Schwere einer
Zahnfleischerkrankung sind mit diesem Verfahren nicht sicher möglich; obwohl
schon vor Jahrzehnten entwickelt, hat sich dieses Gerät in der Praxis nicht
durchgesetzt.
- bakteriologische / molekularbiologische Untersuchungsmethoden
zählen nicht zu den primären Diagnosemitteln, sondern werden meist erst dann
eingesetzt, wenn eine bestehende Zahnfleischerkrankung auf herkömmliche
Methoden nicht anspricht. Sie beruhen auf dem Nachweis von Bakterien oder
sog. Markern in der
Sulkusflüssigkeit. Wegen der z.Zt. noch relativ langwierigen
Aufbereitung und teuren Anwendung ist diesen Verfahren bisher kein
allgemeiner Durchbruch gelungen; Verbesserungen in der Anwendung und
Preissenkungen werden diese Methoden in Zukunft zu einem festen Bestandteil
in der Parodontitis-Erkennung werden lassen
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Markerkeime
- radiologische Untersuchungsmethoden
Schon bei der herkömmlichen Diagnostik spielen Röntgenaufnahmen (Zahnfilme,
Panorama-Aufnahmen,
Bissflügel-Aufnahmen) eine bedeutende Rolle zur Erkennung des
Alveolarknochenabbaus.
Tomogramme und Computertomographie werden zur Diagnostik als zu
aufwendig und manchmal auch als zu aussageschwach angesehen.
- digitale Röntgendiagnose
ist sehr gut in der Lage, graduelle Werte zur
Knochendichte und eventueller Umbauvorgänge - einem
Beurteilungskriterium zur Qualität des
Zahnhalteapparates - zu liefern. Eine Praxisreife dieses in der
Wissenschaft schon angewandten Verfahrens ist ebenso wie die
3D-Rekonstruktionen (z.B. nach dem TACT-Verfahren) noch nicht allgemein
gegeben
- Durchfluss-Zytometer
Die Zellen werden in einem komplizierten Verfahren mit farbig markierten,
fluoreszierenden Antikörpern versehen und fließen in einer Lösung durch den
Zytometer hindurch. Da die leuchtenden Antikörper nur an den passenden
Zellen andocken, kann das Gerät mit Hilfe von Lasern die Zellen farblich
sortieren und analysieren. Auf Computer-Bildschirmen bekommen die Forscher
dann ein genaues Abbild der Proben präsentiert. Durchfluss-Zytometer, mit
denen Zelleigenschaften gemessen werden können, werden schon lange in
anderen Bereichen wie etwa der Hämatologie eingesetzt. Der in der Gießener
Poliklinik für Parodontologie eingesetzte Durchfluss-Zytometer ist in
Deutschland zurzeit (2005) der kleinste und gleichzeitig leistungsstärkste
seiner Art.
Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen (siehe
unter Artikel Index - Ordner - Zahnfleisch Erkrankungen)
Parodontitis
marginalis
Zahnbettentzündung, früher: Alveolarpyorrhö, laienhaft
(und falsch) "Parodontose", engl.: primary periodontitis,
pyorrhoea alveolaris; bakteriell hervorgerufene Entzündung der
marginalen
Bereiche des
Zahnbettes,
die unbehandelt zu einer progressiven, irreversiblen Destruktion des
Zahnhalteapparates führt.
Ursache für eine P. m. sind bakterielle Beläge (
Plaque), aber auch
genetische Faktoren und Allgemeinerkrankungen (z.B. nicht
eingestellter
Diabetes mellitus). Der P. m. geht fast immer eine
Gingivitis (Zahnfleischentzündung) voraus. Unterteilung in:
- Parodontitis marginalis superficialis
Entzündung aller Anteile des marginalen Parodontiums mit einem
Knochenabbau, der auf maximal ein Drittel der Wurzellänge beschränkt
ist.
- Parodontitis marginalis profunda
Entzündung aller Anteile des marginalen Parodontiums mit
Knochenabbau von mehr als zwei Drittel der Wurzellänge (s. Abb.
rechts außen). In D leiden etwa 10-20% der Bevölkerung (2008) an
einer schweren Form der P. .
Als häufigste Symptome sind zu beobachten:
Zahnfleischentzündungen mit fortschreitendem Knochenverlust
Zahnfleischblutung und
Abszesse
Zahnlockerungen und -wanderungen
Zahnverlust durch starke Lockerung
Die dabei bestehende Zahnfleischtasche ("parodontale Tasche")
weist im Gegensatz zur physiologischen,
gingivalen Tasche einen
Attachmentverlust auf. Der größte Teil der parodontalen Tasche ist
von
Wurzelzement und Taschenepithel begrenzt; am Boden der Tasche
besteht, wie in der
Gingivatasche, ein reißverschlussartiger Epitheleinriss, so dass der
Taschenboden allseits von Epithel ausgekleidet ist.
Attachmentverlust, Gingivektomie,
Höhenabbau,
lokale Antibiotikazufuhr,
Kollagenase,
Kürettage,
Lappenoperation,
Leichttherapie,
Leitkeime,
Markerkeime,
Osteolyse,
Propolis Parodontalbehandlung,
Parodontitis,
Perkussionstest,
Polyalveolyse,
Stabilisierungsschiene
Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen (siehe
unter Artikel Index - Ordner - Zahnfleisch Erkrankungen)
|

parodontale Tasche

|


obige Bilder:
Endstadium einer Parod. marg. profunda.
Die Zähne werden nur
noch durch den Zahnersatz
im Kiefer gehalten.
Auch unter dem
Begriff "eliminatio dentis"
(völlige Umfließung der Wurzel mit Taschenepithel) bekannt |
Parodontitis marginalis
progressiva,
Parodontitis
Parodontitisrisikofaktor
engl.: periodontitis risk factor; das früher vertretene Dogma, dass ein
gesunder Zahn nicht an einer Parodontitis erkranken kann ("ein gesunder Zahn
wird niemals krank") hat heute keine Gültigkeit mehr, da selbst bei bester
Mundhygiene
Erkrankungen auftreten können, wie umgekehrt ungepflegte Gebissverhältnisse
nicht automatisch zu einer Erkrankung führen müssen. So schreibt U. Schlagenhauf (in Parodontologie 2007; 18(2):119-127; aus Wissenschaftlicher
Infodienst 4/2007) u.a.:
"Heutiges Modell für die Entstehung parodontaler Erkrankung:
Normalerweise wird der bakterielle Mikrofilm im Bereich des gingivalen
Sulkus durch die
neutrophilen Granulozyten, Antikörper der
Sulkusflüssigkeit und andere lokale Maßnahmen kontrolliert. Gelangen dennoch
Bakterien in das darunter gelegene Bindegewebe, so kommt es infolge der
lokalisierten Entzündung zu einer Elimination der bakteriellen Antigene durch
die Zellen des Immunsystems. Das geht bei den meisten Menschen mit einer
(reversiblen)
Gingivitis einher.
Dagegen kommt es bei Patienten mit ausgeprägtem Risiko für parodontale
Erkrankungen durch die bakteriellen Antigene im subepithelialen Bindegewebe zu
einer übersteigerten, nicht entzündigungsadäquaten Entzündungsreaktion mit der
Freisetzung von gewebeauflösenden Entzündungsmediatoren. Die Summation vieler
solcher Entzündungsereignisse führt zu irreversiblen Schäden am
Parodont. Diese Fehlregulation kann angeboren sein
oder durch externe Faktoren wie Rauchen, psychosozialen Stress oder
Allgemeinerkrankungen modifiziert werden.
Die Stärke des parodontalen Entzündungsprozesses wird nicht primär durch die
bakterielle Plaque, sondern von systemisch determinierten Einflussgrößen auf das
orale
Immunsystem beeinflusst."
zur Bestimmung des individuellen Parodontitisrisikos hat sich der von
Lang u. Tonetti stammende Parodontitisrisikobogen als einfaches und
brauchbares Hilfsmittel erwiesen.
Gewerbliche Parodontitisrisikotests können eine Bereicherung der
diagnostischen Möglichkeiten
darstellen, wenn sie im Rahmen einer erweiterten Diagnostik sinnvoll angewendet,
kombiniert und interpretiert werden. Allein sind sie wenig aussagekräftig und
individuell sehr unterschiedlich zu werten.
ohne eine gute Mundhygiene und dem Vorhandensein von einer gut
sanierten
Mundhöhle (einwandfreie zahnärztliche Arbeiten, keine hygienisch nur
schwer zu erreichende Stellen, ist das Risiko, an einer infektiösen parodontalen
Veränderung zu erkranken, groß. Allerdings werden bei diesem Risikofaktor starke
individuelle Unterschiede beobachtet, die sicherlich mit einer genetischen
Disposition (s.o. und s.u.) um Zusammenhang stehen.
bekannt ist, dass
Raucher eine wesentlich höhere Erkrankungsrate haben - der
Gesundheitszustand der Mundhöhle eines Rauchers ist vergleichbar mit dem eines
zehn Jahre älteren Nichtrauchers. Unklar ist allerdings bisher, weshalb dies so
ist.
Schlecht eingestellte Blutzuckerwerte führen bei
Typ-II-Diabetikern
zu erhöhten
Interleukin-1ß-Werten in der
Sulkusflüssigkeit. Als Folge besteht ein erhöhtes Risiko, an
Parodontitiden zu erkranken.
Genetische
Disposition:
neben den bekannten Risikofaktoren, wie dem Vorhandensein einer spezifischen
parodontopathogenen Flora, Rauchen oder Stress, bestimmt die genetische
Disposition zu einem großen Teil die Wirtsreaktion und damit die
Erkrankungsanfälligkeit des Patienten. So ist erwiesen, dass das Risiko einer
parodontalen Erkrankung eng an das Auftreten einer bestimmten genetischen
Konstellation (Interleukin-Gencluster, sog. Interleukin-1-Polymorphismus)
gekoppelt ist (bei ca. 30% der Erkrankten). Dieses genetische Geschehen bewirkt
eine Überproduktion von Interleukin-1 (alpha, beta) und hat damit eine extreme
Immunreaktion (Entzündung) zur Folge. Dabei scheint dieser Einfluss in der Regel nur
bei Rauchern relevant anzutreffen zu sein. Ebenso ist erwiesen, dass z.B. Stress
die Interleukin-Produktion signifikant ansteigen lässt. Durch seine
knochenresorbierende Wirkung kommt dem Interleukin-1 eine zentrale Rolle im
Verlauf einer Parodontitis zu; man bezeichnet es als einen genetischen
Risikomarker oder als einen wenig beeinflussbaren Hintergrundfaktor.
Die chronische Parodontitis als komplexe Erkrankung wird nicht durch ein
einzelnes Gen beeinflusst, sondern durch eine Vielzahl verschiedener Gene, die
Erkrankungsschwere und Verlauf modifizieren. Derzeit (2004) gibt es dabei zwei
Strategien zur Identifizierung dieser Gene: Es sollen die Zusammenhänge zwischen
potenziellen Kandidatengenen und dem Parodontitisrisiko ermittelt werden, zum
anderen wird eine genomweite Suche mittels Linkage-Analysen bei bestimmten
Phänotypen, wie der aggressiven Parodontitis, durchgeführt. Als potenziell mit
der Parodontitis assoziierte Kandidatengene kommen all jene in Betracht, die
Proteine codieren, die in die parodontitispathogenese involviert sind oder für
die eine Assoziation mit anderen entzündlichen Erkrankungen bekannt sind.
Bei Vorliegen eines positiven Genotyps ist das Risiko - trotz entsprechender
Zahnfleischbehandlung - die
Erkrankung nicht zum Stillstand zu bringen, um das 2,7fache erhöht. Zusammen mit
einem weiteren Risikofaktor (besonders Nikotingenuss) steigt dieser Wert sogar
auf das 7,7fache an. Gerade bei umfangreichen Sanierungen des Gebisses mit
festsitzendem Zahnersatz oder vor einer Implantation können entsprechende
Testverfahren in Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren eine Einschätzung des
Behandlungsergebnisses vorhersagen bzw. bei der Indikation zu derartigen
Behandlungen Vorsicht walten lassen oder unter Umständen diese ganz in Frage stellen.
Eine immer wieder behauptete Beziehung zwischen Herz/Gefäß-Erkrankungen und
einer P. konnte bisher (2013) nicht schlüssig bestätigt werden.
Patienten mit einer profunden
Parodontitis, die auch unter
Osteoporose leiden, haben ein zusätzliches Risiko bei der Beurteilung
von Verläufen des Knochenabbaus, sowohl allgemein, wie auch am
Alveolarfortsatz.
Schwere und Ausmaß der
Parodontitits hängen auch vom
Versorgungsgrad mit Magnesium ab. Eine mangelnde Magnesium-Versorgung
geht mit schwereren Symptomen von Zahnfleischerkrankungen einher. Daher könnte
eine langfristige nahrungsbasierte Verbesserung der Magnesiumzufuhr das
Auftreten dieser Volkskrankheit senken, so das Ergebnis einer Studie an der Uni
Greifswald auf Grund einer Zufallsstichprobe der Allgemeinbevölkerung, in der
nach Risikofaktoren für Parodontitis gesucht wurde.
Alkohol-Abusus fördert Parodontitis
Alkoholismus per se beeinflusst nicht zwangsläufig die Schwere einer
Parodontitis. Doch chronischer Alkohol-Missbrauch wirkt sich negativ auf das
Attachment Level aus. Bei Alkoholikern besteht eine Korrelation zwischen dem
Grad des Missbrauchs, gemessen anhand der Konzentration des Leberenzyms Gamma
Glutamyl Transpeptidase (GGTP), und dem Attachment Verlust (p<0,05). Alkoholiker
weisen im Vergleich zu Nicht-Alkoholikern zudem stärkere Rezessionen der
marginalen Gingiva (p<0,07) auf. Schwerer Alkohol-Missbrauch (GGTP>51 iu/l)
wirkt sich zudem negativ auf den Plaque-Index aus (p<0,07) und damit auch auf
den Gingivalen Index (GI), die Taschentiefe (PD). Bei Kokain-Abhängigen konnte
kein entsprechender Einfluss auf das Attachment Level beobachtet werden. An der
Studie nahmen 40 Alkoholiker teil, von denen 30 zusätzlich Kokain-abhängig
waren. Alle Probanden wiesen daneben keine weiteren Erkrankungen auf. Als
Kontroll-Gruppe dienten 25 hinsichtlich Alter, Geschlecht und sozialem Status
gematchte Probanden, von denen 14 Kokain nahmen. Als Mass für einen chronischen
Alkohol-Missbrauch bestimmten die Forscher die Menge des Leberenzyms Gamma
Glutamyl Transpeptidase (GGTP) im Blut. Eine vergleichende Analyse des Parodonts
wurde an sechs Stellen pro Zahn durchgeführt. Die Wissenschaftler erhoben Daten
zum Gingivalen Index (GI), Plaque-Index (PI). Die Atachment Level (AL)
errechneten sich aus der Taschentiefe (PD) und dem Level der marginalen Gingiva
(GM). Zwischen den beiden Gruppen gab es keine statistisch signifikanten
Unterschiede hinsichtlich der durchschnittlichen Werte für AL, PD, GM, GI und
PI. Dennoch zeigt eine Reihe von Regressionsanalysen einen eindeutigen Einfluss
von chronischem Alkohol-Missbrauch auf den parodontalen Status. So gehen hohe
GGTP-Level mit einem Attachment-Verlust einher.
Quelle: Khocht A. et al.: The Influence of Gingival Margin Resession on Loss of
Clinical Attachment in Alcohol-Dependent Patients without Medical Disorders.
Journal of Periodontology 2003; 74(4):485-493.
Die Wirkung wird zurückgeführt auf eine Funktionsbeeinträchtigung der
Neutrophilen, Makrophagen und der T-Zellen - mit der Folge einer höheren
Infektionsneigung. Die Ergebnisse legen nahe, dass Alkoholkonsum ein
unabhängiger variabler Risikofaktor für Parodontitis sein könnte
Was bereits für die japanische Bevölkerung festgestellt werden konnte, hat sich
auch für die US-amerikanische Bevölkerung bestätigt: Junge Menschen mit
starkem Übergewicht haben eine höhere
Prävalenz
für parodontale Erkrankungen. Die signifikante Korrelation zwischen Adipositas
und parodontaler Erkrankungen zeigte sich in der Auswertung der 3. National
Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III). Über 13.600 Teilnehmer im
Alter über 18 Jahren wurden im Rahmen der Studie auf ihre parodontale Gesundheit
untersucht. Als Parameter dienten Taschentiefe (>4 mm) und Attachment-Verlust
(>3 mm). Parallel erfassten die Forscher Daten zum Taillenumfang und zum Body
Mass Index (BMI). Als übergewichtig wurden Teilnehmer mit einem BMI zwischen 25
und 29.9 kg/m² eingestuft, adipös galten Teilnehmer mit einem BMI über 30 kg/m².
Die Auswertungen zeigten eine signifikante positive Korrelation zwischen
Adipositas und parodontaler Erkrankung, allerdings nur in der Gruppe der 18- bis
34-jährigen. Die Prävalenz für parodontale Erkrankungen liegt bei jungen
adipösen Menschen rund 76% höher als bei Normalgewichtigen ihrer Altersklasse.
Allein ein bereits großer Taillenumfang (>102 cm Männer; >88 cm Frauen) ging mit
einer 2,27-fach größeren Odds-Ratio für eine parodontale Erkrankung einher.
Gleichzeitig nahm die Prävalenz einer PA-Erkrankung in der Gruppe der
untergewichtigen Teilnehmer (BMI <18,5 kg/m²) ab. Für höhere Altergruppen (über
35 Jahre) konnte keine signifikante Korrelation zwischen einem deutlichen
Übergewicht und dem verstärkten Auftreten einer PA-Erkrankung festgestellt
werden. Die Autoren diskutieren verschiedene Erklärungen für diesen
Zusammenhang, der per se ja keine Kausalität aufzeigt. Sie vermuten einerseits,
das Ernährungsverhalten übergewichtiger Jugendlicher stünde für eine Kalzium-
und Vitamin-C-arme Kost, die bekanntlich die Entstehung einer Parodontitis
begünstigt. Zudem könne Übergewicht in jungen Jahren zu einer stärkeren
Stigmatisierung als im Alter führen. Die Folge seien chronische Stresszustände,
die ebenfalls die Genese einer Parodontitis förderten. "Parodontitis ist lange
Zeit als eine "Alte-Leute-Krankheit" betrachtet worden", so Studienleiter
Al-Zahrani der Case Western Reserve University. "Nun wissen wir, dass
weitverbreitete Risikofaktoren wie Adipositas die parodontale Gesundheit in der
jungen Bevölkerungsschicht gefährden können."
Quelle: Al-Zahrani M.S. et al.:Obesity and Periodontal Disease in Young,
Middle-Aged, and Older Adults. Journal of Periodontolgy 2003;74:610-615 und
EurekAltert! (Zitat)
Attachmentverlust,
Diabetes,
Gingivitis (Parodontitis) als Begleitsymptom,
HIV,
Implantat: Risikofaktoren,
Implantatverlust,
Matrix-Metalloproteinasen - MMP,
Nikotingenuss, Parodontitis,
Parodontitisdiagnose,
Parodontitis und
Schwangerschaft,
unterstützende Parodontitistherapie
Parodontitistherapie ,
unterstützende
UPT, "parodontologisches Recall" engl.: supportive periodontal therapy
(periodontal maintenance), SPT; beruhend auf der Tatsache, dass jeder
Dauererfolg einer Parodontalbehandlung
weniger von der im Einzelfall angewendeten parodontalchirugischen Maßnahme oder
den eingesetzten Hilfsmitteln abhängt, sondern vielmehr von der Sorgfalt der
häuslichen und zahnärztlichen Nachsorge und dem exakten Einhalten der
Recall-Termine,
welche bei Parodontitis-anfälligen Patienten
praktisch lebenslang besteht (Kontrolle und Remotivation). Die Recallintervalle
werden entsprechend einer individuellen
Parodontitisrisikoabschätzung festgelegt.
parodontale Erhaltungstherapie ("Parodontal-Recall")
Parodontitis
und Schwangerschaft; engl.:
parodontitis and pregnancy;
es gibt zunehmend Hinweise, dass eine orale Infektion und Entzündungen
im Mundbereich körperlichen Stress auslösen und damit den Fetus bedrohen
können. Der mütterliche Stress scheint einherzugehen mit der Verbreitung
von oralen Mikroben und mit der Auslösung von Gefäß- und
Leberentzündungen. Der Mechanismus, durch welchen eine orale Infektion
mütterlicher- und kindlicherseits Stress hervorruft, scheint ein völlig
anderer zu sein als der, der bei der lokalen Parodontalgewebszerstörung
abläuft - genauere Zusammenhänge sind aber (noch) nicht bekannt. Darüber
hinaus scheint sich bei vielen Schwangeren der Zustand des Zahnfleisches
zu verschlechtern. Das macht sich bemerkbar als Veränderungen in oralen
Entzündungen, insbesondere einem Anstieg in der Tendenz zu
Zahnfleischbluten und Taschenbildung. Es kommt zu einem Überwuchern von
Mikroorganismen und diese können auf dem Blutweg transuteral in den
Fetus gelangen. Daher glauben die Wissenschafter mittlerweile, dass
orale Infektionen der Mutter und speziell die Verschlechterung einer
Parodontalerkrankung während der Schwangerschaft direkt den Fetus
bedrohen.
Behandlung in der Schwangerschaft,
BOP,
CPITN,
Leichttherapie,
Mukositis, PCR,
Pubertätsgingivitis,
Schwangerschaft,
Schwangerschaftsepulis,
Schwangerschaftsgingivitis |

Schwanger-schaftsrisiko
durch eine P.
|
Parodontium
Parodont; Zahnhalteapparat, Zahnbett, engl.: do.,
paradentium, periodontic apparatus; Oberbegriff für ein
funktionelles Zusammenspielen der Elemente (Gewebestrukturen, die den
Zahn ernähren, im Kiefer (Alveole)
halten und bei Belastung abfedern) des Zahnhalteapparates. Es sind dies
im wesentlichen:
Erkrankungen des P. werden unter dem Oberbegriff
Parodontitis
zusammengefasst, welcher sich häufig auf den Begriff
Parodontitis marginals
bezieht. Altersbedingte Abbauvorgänge des P. haben die
Bezeichnung Parodontose.
BOP,
CPITN,
Gesteuerte Geweberegeneration,
Vorkontakt,
Überbelastung |

|

Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates |
Parodontologie
Lehre von der Funktionsweise (Physiologie) und den Erkrankungen des
Zahnhalteapparats (Parodontium),
engl.: periodontology. Relativ junge zahnärztliche
Fachrichtung mit einer starken Vernetzung in alle übrigen
zahnärztlichen Fachbereiche - traditionell als Untergruppierung
("Sektion") in der
konservierenden Zahnheilkunde angesiedelt, werden zusehends für
dieses zentrale Fach eigene Lehrstühle eingerichtet. Der "Fachzahnarzt
für Parodontologie" ist nur im Kammerbereich Westfalen/Lippe
(Münster) nach der
Weiterbildungsordnung gültig.
Fachgebiete,
|

normales (o.) und erkranktes Zahnfleisch
|
Parodontolyse; nicht mehr gebr. Bez. für
eine
Parodontitis
Parodontometer; engl.: periodontal
pocket marker; Zahnfleischtaschen-Tiefen-Messgerät;
Parodontalsonde,
Hauer Parodontometer
Parodontopathien
Zahnbetterkrankungen, engl.: periodontal diseases;
Sammelbezeichnung für jegliche Erkrankungen des
Parodontium
Zahnfleischerkrankungen (siehe unter Artikel Index
- Ordner - Zahnfleisch Erkrankungen)
Markerkeime ,
Parodontalbehandlung
Attachmentverlust,
Parodontitisdiagnose
Parodontose
auch: Paradentose (Begriff veraltet, 1921 von Weski
eingeführt), Zahnbettschwund, "Zahnausfall", engl.:
periodontosis; entzündungsfreier Rückgang des
Zahnhalteapparates, ohne
Zahnfleischtaschenbildung, mit oder ohne
Lockerung
der Zähne, meist altersbedingt durch Abbau des
Kieferknochens. Begriff wird von Laien (fachlich falsch!) häufig für
jegliche Formen der
Zahnfleischerkrankungen - vornehmlich der entzündlichen
Parodontitis - gebraucht.
Wie sehr sich die medizinische Vorstellung von parodontalen Erkrankungen bereits
in den letzten Jahrzehnten verändert hat, zeigt sich an der heute gültigen
Krankheitsbezeichnung "Parodontitis": Das Suffix "-itis" bezeichnet in der
Medizin allgemein Entzündungen. Verschleißerscheinungen enden dagegen auf "-ose"
- Beispiel Arthrose. P. galt bis Mitte des letzten Jahrhunderts als ganz
normale Alterserscheinung. Erst später erkannte man, dass der Zahnverlust durch
chronische Entzündungen hervorgerufen wird, die sich durchaus behandeln lassen.
Höhenabbau, Parodontium,
Parodontopathien
"Parodontosebehandlung",
Parodontalbehandlung
Parotis
Ohrspeicheldrüse, engl: parotis(c); von par =
neben, otis = Ohr; größte der
Speicheldrüsen; ihr Ausführungsgang mündet etwa in der Höhe zwischen
dem 1. und 2. oberen Backenzahn in die Mundhöhle. Eine ihrer
Entzündungen (virale
Parotitis) wird im Volksmund
Mumps genannt. Davon zu unterscheiden ist die
bakterielle, eitrige Entzündung der P. (eitrige Parotitis),
welche in der Regel durch einen Sekretstau (z.B.
Speichelstein) ausgelöst wird.
Mögliche Differenzialdiagnosen bei Schwellungen der P. sind z.B.
Speicheldrüsensteine, eine
Speicheldrüsenentzündung sowie gut- oder bösartige Tumore.
Strahlenschäden nach Bestrahlung maligner Tumoren, verbunden mit
einer
Speichelminderproduktion, werden als Strahlenparotitis
bezeichnet.
Basalzellenadenom,
Hatchcock Zeichen,
Mumps,
Sialadenitis,
Sialographie,
Speichel,
Strahlenkaries,
Zahnstein
|

Hauptspeicheldrüsen
des Kopfes
|
Parotis-
Ausführungsgang
|
Parotismischtumor, pleomorphes Adenom,
Adenom
Parrot Furchen;
Lues connata
Partnerschaft
Sozietät, engl.: cooperation; zur gemeinschaftlichen
Berufsausübung gebildete Gesellschaft vor allem bei den
Freien Berufen. In der
ZHK
gebräuchlich als
Gemeinschaftspraxis,
Praxisgemeinschaft und
Partnerschaftsgesellschaft. Nach dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz neuerdings als
Berufsausübungsgemeinschaft tituliert.
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis
Partnerschaftsgesellschaftsgesetz
(PartGG); § 1 des Gesetzes sagt: "Die Partnerschaft ist eine Gesellschaft,
in der sich Angehörige
Freier Berufe zur Ausübung ihrer Berufe zusammenschließen. Sie übt kein
Handelsgewerbe aus. Angehörige einer Partnerschaft können nur natürliche
Personen sein".
Am 1.Juli 1995 trat für
Freiberufler
eine neue Rechtsform, das P. (PartGG) in Kraft. Sie ist eine neue
Alternative zur weniger flexiblen Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Durch die
Möglichkeit zur Haftungsbeschränkung auf den behandelnden Zahnarzt, die
Zulassung interdisziplinärer Partnerschaften (Ärzte, Juristen...) sowie die
erweiterte Rechtsklarheit ist die PartGG eine geeignete Koorperationsform, sie
hat sich jedoch bislang (2005) noch nicht durchgesetzt. Allerdings gilt bei der
Partnerschaft: „Berufsrecht geht vor Gesellschaftsrecht“. 2005 hat der Vorstand
der Bundeszahnärztekammer in einer für die Länder unverbindlichen
Musterberufsordnung im §17 festgelegt:
"(1) Zahnärzte können sich auch mit selbstständig tätigen und zur
eigenverantwortlichen Berufsausübung berechtigten Angehörigen anderer Heilberufe
oder staatlicher Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen in den rechtlich
zulässigen Gesellschaftsformen zusammenschließen, wenn ihre
eigenverantwortliche, medizinisch unabhängige sowie nicht gewerbliche
Berufsausübung gewährleistet ist. Die Regelung in § 9 Abs. 4 gilt entsprechend.
(2) Einem Zahnarzt ist gestattet, in Partnerschaften gemäß §1 Abs. 1 und 2
PartGG mit Angehörigen anderer Berufe als den in Abs. 1 beschriebenen zusammen
zu arbeiten, wenn er in der Partnerschaft nicht die Zahnheilkunde am Menschen
ausübt."
Berufsausübungsgemeinschaft,
Gemeinschaftspraxis,
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis,
Partnerschaften
Partsch
bekannter Breslauer Kieferchirurg (1855-1932), welcher u.a. zwei versch.
Methoden der
Zystenoperation beschrieben hat:
- Partsch I; auch Zysteneröffnung o.
Zystostomie:
angewandt bei großen und entzündeten Zysten. Die Zyste wird nach Möglichkeit
bis zu ihrem größten Durchmesser hin eröffnet ("gefenstert") und als
Nebenbucht der
Mundhöhle gestaltet. Dabei wird der verbliebene Zystenbalg belassen.
Damit die Mundschleimhaut an der Öffnungsstelle nicht wieder zuwächst, wird
die Zyste
austamponierte (sog. Zystentamponade) - solange, bis sich die
Nebenbucht durch neues Knochenwachstum verflacht. Das Zystenepithel wird mit
der Zeit durch normale
Mundschleimhaut ersetzt. Andere Verfahren verwenden zur Vermeidung einer
Tamponade sog. Zystenobturatoren,
welche entsprechend dem ablaufenden Heilungsverlauf (Knochenregeneration)
kleiner gearbeitet werden.
Umliegende Gewebe (Nerven, Blutgefäße, Kieferhöhle) bleiben unberührt,
relativ geringer chirurgischer Eingriff
sehr langwierige Behandlung (Tamponade,
unter Umständen mit
Mundgeruch verbunden) - je nach Größe bis zu einem Jahr
- Partsch II; auch Zystenausschneidung o.
Zystektomie:
Die Zyste wird im Ganzen entfernt und die ehem. Zystenhöhle dicht vernäht.
Einfließendes oder zugesetztes Blut ("Eigenblut") bildet ein
Koagulum aus welchem heraus - wie bei einer normalen
Zahnentfernung - eine Knochenneubildung erfolgt.
Marsupialisation
Der im Knochen bestehende Hohlraum kann/muss zur Beschleunigung der
Knochenheilung und zur Vermeidung von Infektionen mit unterschiedlichen
Materialien gefüllt werde.
Goldstandard ist dabei nach wie vor das
autogene Knochentransplantat: Aufgrund seiner guten
osteokonduktiven und -induktiven Eigenschaften gewährleistet es im
ehemaligen Zystengebiet gute Knochenqualität und -quantität. Autogene
Knochentransplantate, vorzugsweise aus dem Hüftknochen entnommen, haben
jedoch gewisse Nachteile. Sie sind nur begrenzt verfügbar, für die Entnahme
ist eine
Vollnarkose erforderlich und es kommt häufig zu Beschwerden im
Spendergebiet. Neuere Therapieansätze verwenden deshalb die Kombination von
geeigneten Biomaterialien mit autogenen
Osteoblasten
und
Wachstumsfaktoren (Entnahme von Osteoblasten mittels Biopsie, die auf
einer resorbierbaren bovinen Kollagenmatrix (Osteovit) kultiviert und nach
acht bis zwölf Wochen Wachstumszeit als Füllmaterial eingesetzt werden).
kurze Nachbehandlung, keine "lästigen" Tamponaden
nur bei kleineren bis mittelgroßen Zysten anwendbar - bei größeren Zysten
muss unbedingt eine Infektionsfreiheit bestehen.
- Weiter ist noch die
chronisch granulierende Entzündung nach Partsch nach diesem
Chirurgen benannt
Bogenschnitt,
Obturator,
Osteotomie,
Zyste
Passavant-Ringwulst, engl.:
Passavant's pad;
Schluckreflex
Passgenauigkeit, engl.:
accuracy of fit;
Randschluss
Passivschicht
engl.: passive layer; eine die
Korrosion
behindernde Deckschicht bei Metallen oder
Legierungen.
Meist handelt es sich dabei um Sauerstoff (Luft), welcher eine Passivierung
(passivation) der oberflächlichen Metallteile bewirkt und - je nach
Metall/Legierung - die Oberfläche schützt (z.B. Chrom) oder das weitere
Fortschreiten der Korrosion nicht aufhalten kann (z.B. Eisen)
Passung
engl.: fit; Beziehung zwischen zwei zusammengefügten Formelementen, z.B.
zwischen einer
künstlichen Krone und dem
Zahnstumpf, einer
Innen- und Außenteleskopkrone und der
Matrize und Patrize eines
Geschiebes. Durch die Wahl der Toleranzklassen von dem einen Teil zum
Anderen ergeben sich beim Zusammenbau entweder Spiel, Übereinstimmung oder
Übermaß. Man unterscheidet:
- Presspassung, Übermaßpassung, wenn eine definierte oder
einstellbare Kraft erforderlich ist. Z.B.
Konuskrone, bei welcher im Prinzip das Innenteleskop „größer“ als
das Außenteleskop ist. Haltefunktion durch Klemmwirkung ("Verkeilung")! Bei
metallischen Restaurationen im Mund kann eine Presspassung nur bei
Goldhämmerfüllungen erzielt werden; Gusstechniken erreichen eine
derartige Präzision nicht
- Spielpassung, wenn die Teile ohne Kraftaufwand zusammengefügt und
wieder getrennt werden können, wobei zwischen den beiden Teilen immer ein
"Spiel" verbleibt. Ist das Spiel gering, so kann in Abhängigkeit von den
Oberflächen bei der Passteile, eine geringe
Friktion auftreten. Bei gegossenen Restaurationen (Gussfüllungen,
Krone) ist diese Passung für den Großteil die Regel; lediglich am Rand
ist eine Übergangspassung anzustreben.
Ist das Spiel groß, so kommt es lediglich zu einer sehr lockeren Passung
ohne jegliche Haftung,
Resilienzteleskop
- Parallelpassung zwischen den zueinander parallelen Wänden von
Innen- und Außenteleskopkrone oder den
Geschiebeteilen (s. Übergangspassung)
- Übergangspassung (engl.: transition fit). Durch Präzisionsfräsung
entstehende Passgenauigkeit beider Teile. Z.B.
Teleskopkrone, durch Parallelwandigkeit (Patrizenaußenseite ist
annähernd gleich groß wie Matritzeninnenseite) entsteht eine
Friktion durch Parallelität. Die Übergangspassung tritt ein, wenn sich
die Flächen zweier konischer Passteile leicht anlagern. Ein glattes,
druckloses Einführen erfolgt ohne Friktion. Erst beim Erreichen des
definitiven Sitzes tritt eine geringe Friktionshaftung auf
Pa-Status;
Parodontalstatus
Patency-Feile
engl.: patency = Durchgängigkeit; sehr feines Wurzelkanalinstrument (z.B.
Hedström-Feile), welches zwischen den einzelnen
Wurzelkanalaufbereitungsgängen bis zum
Apex
in den Kanal geschoben wird, um ein Zusetzen am Kanalende mit Dentinspänen (sog.
"Verbolzung") zu verhindern. Im Gegensatz dazu verwenden andere Techniken den
Effekt der Verbolzung mittels
Wurzeldentin
("Dentinplastik)
zum Verschluss des
Apex.
Wurzelkanalbehandlung,
Wurzelkanalinstrumente
Patentgeschiebe;
Geschiebe
pathogen
engl.: pathogen(et)ic; Krankheiten erregend o.
verursachend. So spricht man von "pathogenen
Bakterien", wenn diese eine Infektionserkrankung auslösen;
Pathogenese
Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit, engl.:
pathogenesis; im Gegensatz zur
Ätiologie (= Ursache) bezeichnet die P. die Gesamtheit der an der
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit beteiligten Faktoren, wobei die
kausale Pathogenese die Ursachen zwischen auslösenden Faktoren bzw.
individueller Bereitschaft zur Erkrankung für die Entstehung der Erkrankung
untersucht, während die formale Pathogenese die Veränderungen beschreibt,
die während des Verlaufs der Erkrankung auftreten.
Ätiologie,
Salutogenese
pathognomonisch; engl.:
pathognomonic, für die Diagnose einer Krankheit richtungweisend bzw. typisch
für eine Krankheit.
pathologisch; krank, krankhaft,
krankheitsbezogen,
physiologisch
Patientenbeauftragter
Patientenbeauftragte, "Patientenvertreter", engl.: patients
mandatory; durch das
GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG) 2004 neu geschaffene Institution. Damit
verfügen Patienten neben den Behinderten über einen eigenen Ansprechpartner im
Bundesgesundheitsministerium. Ein P. soll helfen, Rechte der Patienten
auf Information und Beteiligung an Entscheidungen der gesetzlichen
Krankenversicherung (
Gemeinsamer Bundesausschuss) durchzusetzen. Die Folgen einer Beteiligung von
Patienten an Entscheidungsprozessen in der
GKV ist derzeit (2009) nur zum Teil absehbar. Auf jeden Fall gewinnt der
Gemeinsame Bundesausschuss an Erfahrungskompetenz, die durch eine
professionelle Expertise allein bisher nicht ausreichend berücksichtigt worden
ist. Wie sich das auf Kosten, Qualität und Strukturen im Gesundheitswesen
auswirken wird, bleibt abzuwarten.
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz,
Gemeinsamer Bundesausschuss,
Patientenberatungsstellen
Patientenberatungsstellen
engl.: patient advisories; Einrichtungen, um Patienten zusätzliche (meist
kostenlose) Informationen und Entscheidungshilfen im Rahmen einer Behandlung zu
geben. Im zahnärztlichen Bereich hauptsächlich angesiedelt bei den
Zahnärztekammern /
KZVen, aber auch bei Krankenkassen und Verbraucherschutzverbänden zu finden
(2011). Bei den P. der
KZVen haben im
ersten Halbjahr 2010 annähernd 20.000 Patienten Rat zu zahnmedizinischen Fragen
gesucht.
Von 2006-2010 lief ein vom
GKV Spitzenverband
geförderter Modellversuch, welcher ab 2011 gesetzlich durch das
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz verankert wurde. Diese Stelle hat eine
Mittlerfunktion zwischen den vielfältigen Beratungsangeboten von Körperschaften,
Selbsthilfeorganisationen und Verbraucherverbänden. Im Januar 2011 wurde
entschieden, welcher die
Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) zum regulären Träger
für die Zukunft macht; ab dem 15. 2.2011 wurde eine kostenlose Beratungshotline
freigeschaltet, die unter 0800 011 77 22 zu erreichen ist. Weiter bietet in 21
über das Bundesgebiet verteilten Filialen die UPD Hilfe zu allen Fragen der
Gesundheitsversorgung an.

Patientenbeauftragter,
Zweitmeinung
Bund für soziales und
ziviles Rechtsbewußtsein e.V. (BSZ e.V.): „Patientenschutz- und Patientenrechte“
Patientenquittung
engl.: etwa patient's receipt; Schlagwortbezeichnung im Zusammenhang mit
der Behandlung
Gesetzlich Versicherter. Die Patientenquittung soll nach den Vorstellungen
des Gesetzgebers für mehr Kostentransparenz sorgen und das Abrechnungsgebaren
von (Zahn-)Ärzten kontrollieren helfen. Allerdings: Solange eine
Budgetierung besteht, kann dem Patienten nichts Definitives zu den Kosten
mitgeteilt werden, da die tatsächliche Abrechnung nicht zum Zeitpunkt der
Inanspruchnahme bekannt ist - lediglich die Nennung der
BEMA-Punkte ist möglich, nicht aber deren Wert. In der Praxis bisher (2009)
ohne wesentliche Inanspruchnahme.
Das
GMG sagt zur P. aus:
Versicherte können ab 01.01.2004 vom Vertragsarzt (zugelassene Ärzte und
Zahnärzte, ermächtigte Ärzte und ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen,
medizinische Versorgungszentren) und Krankenhäusern eine schriftliche, in
verständlicher Form abgefasste Aufstellung über die erbrachten Leistungen und
deren vorläufige Kosten verlangen (sog. Patientenquittung, § 305 Abs. 2
SGB V). Dies hat direkt im Anschluss an die Behandlung, mindestens
Quartalsweise spätestens vier Wochen nach Ablauf des Quartals zu erfolgen. Für
die Krankenhäuser gilt dies entsprechend, allerdings innerhalb von vier Wochen
nach Abschluss der Krankenhausbehandlung. Der Versicherte hat hierfür eine
Aufwandspauschale von EUR 1,-- zuzüglich Versandkosten zu zahlen. Wenn dennoch
Fragen auftreten, können die Patienten ihren Arzt ansprechen oder eine
kostenlose KV-Hotline anrufen. Bei Zweifeln an der Richtigkeit der Quittung
prüfe die Kassenärztliche Vereinigung (KV) diese auf ihre Korrektheit.
Chip-Karte,
Gesetzliche Krankenversicherung,
Kostenerstattung,
Sachleistung
Patientenrechtegesetz
(PatRG), engl.: Patient Rights Act; 2013 in Kraft getretenes Gesetz,
welches überwiegend bisher entwickelte richterliche Grundsätze des
Arzthaftungs-
und
Behandlungsrecht in den neu geschaffenen §§ 630a – 630h BGB kodifiziert
(Rechte von Patienten werden transparenter, der
Aufklärung
kommt eine zentrale Bedeutung zu), sowie eine patientenfreundliche Änderung in
Teilen des
Sozialgesetzbuches (SGB V) beinhaltet. Wegen einer neu geschaffenen
Beweislastumkehr bei groben fachlichen Verstößen (schwere
Behandlungsfehler wie z.B. Hygienemängel, erhebliche Organisationsfehler)
kommt einer lückenlosen
Dokumentation
eine noch größere Bedeutung zu.
Rechtsanwältin Martina Winkhart-Martis legt diese Änderungen ausführlich dar und
nimmt besonders zu folgenden Kernpunkten Stellung:
1. Der Behandlungsvertrag als Dienstvertrag
2. Informationspflichten
3. Aufklärung und Einwilligung
4. Dokumentation
5. Einsichtnahme in die Patientenakte
6. Beweislastumkehr und Beweiserleichterungen
7. Änderungen im 5. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V)
>
Praxisbroschüre "Patientenrechtegesetz"
Patientenrechterichtlinie
vormals „Gesundheitsdienstleistungsrichtlinie“; vom EU-Parlament 2009
eingebrachte
Richtlinie zur Behandlung von Erkrankungen und deren
Kostenerstattung bei EU-Bürgern in einem außerhalb des Heimatlandes
liegenden EU-Landes. Intention dieser parlarmentarischen Initiative ist die
Verstärkung der grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von
Gesundheitsdienstleistungen innerhalb der Europäischen Union, z. B. durch eine
europaweite Sicherstellung der Kostenerstattung für Patienten und die freie Wahl
der Gesundheitsdienstleister im europäischen Gesundheitsmarkt. Danach unterliegt
künftig der Patient dem Recht des Landes, in dem er behandelt wird (sog.
Behandlungsmitgliedstaatsprinzip). Zu den wichtigsten Neuerungen gehört, dass
Patienten im Grundsatz künftig ambulante und auch stationäre Leistungen im
EU-Ausland ohne vorherige Genehmigung ihrer Krankenkasse in Höhe der
Inlandssätze erstattet bekommen sollen. Die Mitgliedstaaten können aber von den
Patienten verlangen, sich eine Vorabgenehmigung für die Rückerstattung der
Kosten von Krankenhausleistungen und Spezialbehandlungen einzuholen.
Behandlung
im EU-Ausland
Patientenunterlagen; engl.: patient records, medical data;
Dokumentation
Pauschalhonorar, engl.: flat-rate
fee, overall fee;
GOZ
Pay-for-Performance,
Managed care
Pb =
Prämolarenbreite
PBI,
Papillenblutungsindex
PCCS-System
Abk. von Platelet Concentrate Collection System; neue Technik in der
Implantologie und bei der Erneuerung von körpereigenem Knochen, basierend
auf der PRP- Methode;
PRP,
P.R.G.F - System
PCP-Sonde
engl.: color-calibrated periodontal probe; farbcodierte
parodontologische Mess-Sonde;
mittels farbiger Markierungen kann die
Taschentiefe leichter bestimmt werden. Die farbcodierten Millimeterangaben
entsprechen den Farben einer Verkehrsampel: grün - gelb - rot.
PCR
mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Polymerase-Ketten-Reaktion,
vom engl.: polymerase chain reaction, Methode zum Nachweis von sog.
Markerkeimen. PCR ist eine molekularbiologische Untersuchungsmethode, bei
der kleinste DNA-Mengen aus einer oder mehreren
Zahnfleischtaschen durch Vervielfältigung nachgewiesen werden. Dabei
multipliziert ein spezielles Enzym (Taq-Polymerase) die artspezifischen
Genfragmente der gesuchten Parodontitiserreger, die so genannten Zielsequenzen.
Für jede Zielsequenz werden 2 spezifische Primer, kurze DNA-Fragmente,
verwendet. Zusätzlich zur Bestimmung der Art und Anzahl der
Zahnfleischerkrankungen auslösenden Keime lässt sich die Gesamtkeimzahl der
entnommenen Probe ermitteln. Diese Bestimmung erlaubt eine Einschätzung der
mikrobiologischen Gesamtbelastung in der Zahnfleischtasche und dient so als
Entscheidungshilfe für die
Therapieplanung und zur Wahl geeigneter
Antibiotika.
Der neu entwickelte (2003) Test "meridol
Paro Diagnostik™" verwendet erstmals in der zahnmedizinischen Diagnostik
die neue Real-Time-PCR-Technologie. Ein Verfahren, bei dem zusätzlich ein
weiteres spezies-spezifisches DNA-Fragment (TaqMan-Sonde) eingesetzt wird.
Während der Vervielfältigung der Zielsequenz wird dieses Fragment abgespalten
und zerstört. Zugleich wird ein Fluoreszenzsignal freigesetzt, das durch
automatische Laserdetektion online gemessen und direkt aufgezeichnet wird. Die
Intensität des Fluoreszenzsignals ist ein Maß für die Menge des gebildeten
Produktes und direkt proportional zur Ausgangsmenge des gesuchten Erregers in
den Patientenproben. Das Verfahren reagiert auf die 6 Markerkeime Actinobacillus
actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythensis,
Treponema denticola, Fusobacterium nucleatum ssp., Prevotella intermedia.
Antibiotika bei Zahnfleischerkrankungen,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Markerkeime
PCR-Wert (Abk. von Pellicle Cleaning
Ratio);
RDA-Wert
PDA,
PDT
, aPDT
(antimikrobielle) photodynamische Therapie,
photoaktivierte Desinfektion (PDA), auch:
photodynamisch-aktivierte antibakterielle Therapie (PACT),
engl.: PhotoDynamic Therapy; lichtinduzierte Inaktivierung von Zellen,
Mikroorganismen oder Molekülen. Junges Verfahren, dass in der Lage sein kann,
u.a. entsprechend abgeschirmte Zahnflächen im Mund bis hin zur
Sterilität zu
desinfizieren. Das Prinzip beruht auf der Tatsache, dass Bakterien dann
abgetötet werden können, wenn sie vorher eine gewisse Zeit einer photosensiblen
Flüssigkeit ausgesetzt wurden und anschließend mit einem Licht bestimmter
Wellenlänge (
(Soft-)Laser)
bestrahlt werden. Die
antibakterielle Wirkung einer photodynamischen Therapie auf
Zahnplaque-Biofilme
ist dagegen nur gering.
Im Gegensatz zu bisher bekannten Laser-Methoden tritt bei diesem Verfahren nur
eine sehr geringe Hitzeentwicklung auf. Allein entfaltet weder die Flüssigkeit,
noch der Laser eine
bakterizide Wirkung. Bei der Desinfektion von Zahnoberflächen kommt nach
heutigem Stand (2010) z.B. ein Softlaser mit einer Wellenlänge von ~
λ = 633-635 nm über 60 Sek. zum Einsatz, der auf die zuvor
mit Toloniumchlorid (12,7 µg/ml/60s) behandelten
Zahnflächen gerichtet ist. Mit Hilfe des an die Bakterienmembran gebundenen
Photosensitizers "Phenothiazinchlorid" wird atomarer Sauerstoff frei gesetzt,
welcher Bakterien um zwei bis drei 10er-Potenzen reduziert. Als Nebenwirkung
wird eine temporäre Blauverfärbung der bestrahlten Strukturen angegeben.
Dokumentiert sind bisher (2009) Anwendungen auf durch
Kariesbakterien infiziertes
Dentin, Wurzelkanaldesinfektionen, parodontale Eingriffe (siehe Abb.) und
die Unterstützung bei einer
Periimplantitis-Behandlung.

Auf dem deutschen Markt ist z.B. ein kleines Gerät (PACT™
cumdente) mit vielfältiger Indikationsstellung (bei Kariesentfernung,
Wurzelkanalbehandlung, PA-Therapie) :
Bisherige chem. Techniken (Carisolv,
Wasserstoffperoxid,
Natriumhyperchlorid usw.) könnten dadurch abgelöst werden, ersetzen aber
keinesfalls ein vorheriges konventionelles
Präparieren mit entsprechenden
Instrumenten. Größere Praxiserfahrungen des 2004 in D
eingeführten Systems (Fa. HELBO, Grieskirchen, A) liegen bisher (2009) nicht
vor.
PDT im Rahmen der "Photodynamischen Diagnostik" mittels
5-Aminolävulinsäure (5-ALA) stellt eine viel versprechende Option auch bei der
Erkennung und Behandlung von
Tumoren der Mundhöhle dar, ist aber wegen des hohen Zeitaufwandes (noch,
2008) nicht
Screening-tauglich.
Ein bekanntes Einsatzgebiet von PDT ist die Augenheilkunde: Bei
der photodynamischen Therapie wird das Medikament Verteporfin durch Laserlicht
bestimmter Wellenlänge am zentralen Augenhintergrund aktiviert, um so krankhafte
Gefäßneubildungen zu zerstören und einer weiteren Verschlechterung der
Sehfähigkeit entgegen zu wirken.
Auch bei Karzinomen im Frühstadium erzielte PDT Erfolge. Besonders
geeignet sind dafür oberflächlich gelegene Tumore, da der Laserstrahl nur etwa
einen halben Zentimeter in die Tiefe eindringt. Nebenwirkungen reichen von
Schmerzen bis zur Rötung der bestrahlten Hautabschnitte. Auch die Sensitivität
gegenüber direkter Sonneneinstrahlung ist erhöht. Die Betroffenen müssen etwa
sechs Wochen nach der Therapie das Sonnenlicht meiden. Bevor die eigentliche
Lasertherapie beginnt, wird dem Patienten intravenös ein lichtsensibler
Wirkstoff injiziert. Dieser passiert die gesunden Zellen und reichert sich in
den kanzerösen sowie präkanzerösen Zellen an. Zwei bis drei Tage nach Injektion
werden die betroffenen Stellen mit
Laserlicht bestrahlt. Dabei bilden sich Sauerstoffradikale, die den Zelltod
herbeiführen. Zur Durchführung des Eingriffs, der etwa neun Minuten dauert,
erhalten die Patienten eine
Anästhesie.
APT,
Desinfektion,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Präkanzerose,
Sterilisation,
Strahlentherapie
PDI,
Periodontal-Disease-Index (nach Ramfjord),
parodontale
Indices
PDT, aPDT,
PDA
Pederson Skala
engl.: Pederson scale; "Einschätzungsskala" über zu erwartende
Schwierigkeiten (
Parant Skala) bei der Entfernung unterer
Weisheitszähne aufgrund eines Röntgenbildes. Dabei wird die Lage des
Zahnes, die relative Tiefe im Knochen und die Relation zum
aufsteigenden Ast mit einem Punktsystem bewertet. Anhand der Summe
kann zwischen den Klassifikationen leicht, mittel und schwer entfernbar
unterschieden werden. Die Aussagekraft der P. S. ist
umstritten.
Pell-Gregory Klassifikation |

|
Peeso Krone
historischer Vorläufer der heute gängigen
Teleskopkrone nach dem amerik. Zahnarzt Frederic Peeso (1853 - 1929). Da
zu dieser Zeit noch keine
Gusskronen üblich waren, bestanden Innen- und Außenteleskop aus zwei
aufeinander passend gearbeiteten
Bandkronen ("Ring-Deckel-Kronen")
Pelikan
engl.: pelican; eines der ältesten "Kralleninstrumente"
zur Entfernung von tief zerstörten Zähnen oder
Wurzelresten. Obwohl er in sehr unterschiedlichen Formen vorliegt,
geht sein Name auf die Ähnlichkeit der Extraktionsklaue mit dem Schnabel
des Vogels gleichen Namens zurück. Der P. wurde benutzt, um einen
Zahn seitwärts mit großer Kraft zu entfernen. Dabei verkrallte sich die
Klaue am Zahn, eine Abstützung erfolgte am Kieferknochen. Bei
unsachgemäßer Anwendung waren
Kieferbrüche oder eine Abriss von Kieferknochen nicht selten.
Im Verlauf des 19. Jhds wurde der P. bedeutungslos; er besitzt
heute nur noch einen bedeutenden Sammlerwert.
Arbeitskreis Geschichte der Zahnheilkunde,
Extraktion,
Hebel,
Zahnschlüssel
|
 |
Pellet, engl. für Kügelchen: meist
im Zusammenhang mit kleinen "Wattekügelchen" zur Reinigung von
Kavitäten gebraucht
Pell-Gregory Klassifikation
engl.: Pell-Gregory classification, "difficulty prediction scales"
; Einteilung von im Mund/Kiefer befindlichen
Weisheitszähne vor deren Entfernung hinsichtlich zu erwartender
Schwierigkeiten/Komplikationen vor deren Entfernung; aufgestellt 1933. Es
existieren 2 Skalen: Werte von A-C beziehen sich auf die Lage der
Kaufläche zur
Okklusionsebene; Skala 1-3 auf die Lage des gesamten Zahnes im Kiefer
(aufsteigender Ast). Der Aussagewert dieser Einteilung ist wissenschaftlich
umstritten.
Pederson Skala
Pellicle
Pellikel, Pellicula, engl.:
pellicle; sog. "erworbenes
Schmelzoberhäutchen". Ca. 1µ starkes Häutchen aus organischen
Bestandteilen auf der Zahnkrone ("erworben" deshalb, weil es zu dem während des
Zahnbildungsprozesses bestehendem primären Schmelzoberhäutchen keine
Verbindung hat). Sie stellt eine gewissen Schutzfunktion für den Zahn ("vom
Speichel gebildeter Bioschutzfilm") dar. So ist die P. ein Schutz vor
Säureangriffen auf den Zahn und ein Reservoir für speichelbedingte
Reparaturfunktionen. Durch zu starkes Zähneputzen oder Zufuhr von Säuren
(vornehmlich aus der Nahrung) wird dieses Häutchen rasch zerstört. Bei einer
Produktion von zuwenig Speichel (Xerostomie)
bildet sich nur eine unvollständige P.. Besonders empfindlich reagieren
freiliegende Zahnhälse auf ein Fehlen der P., da ohne diesen
schützenden Film die Dentinkanälchen offen liegen und die sich in ihnen
befindlichen feinen Nervenendigungen des
Zahnnervs
chemischen und thermischen Einflüssen schutzlos ausgeliefert sind.
Eine (eher negative) Eigenschaft der P. ist die Tatsache, dass Bakterien
darauf einen guten Nährboden finden; ebenso ist der P. durch Einlagerung
von Farbstoffen für viele
extrinsische Zahnverfärbungen verantwortlich.
PCR-Wert, Plaque,
Schmelzoberhäutchen
Pemphigus
Blasenausschlag, Pemphix: griech. = Blase, engl.: do.;
Sammelbezeichnung für eine sehr seltene (~ 2:1.000.000)
(Schleim-)Hauterkrankungen mit Blasenbildung bei meist unbekannter
Ursache, eine Veranlagung zu dieser Erkrankung ist wahrscheinlich
vererbbar;
Auftreten bevorzugt zwischen dem 40. u. 70. Lebensjahr. Sie wird in den
Formenkreis der
Autoimmunerkrankungen eingeordnet und beginnt - bei jahrelangem
Fortbestehen - häufig im Mund (
Gingivitis
desquamativa). Dabei Erschwerung bis hin zur Unmöglichkeit bei der
Nahrungsaufnahme und sekundäre bakterielle Entzündung der Bläschen.
Therapie mittels
Cortison oder Immunglobulinen.
Beim Pemphigus vulgaris richtet sich die Autoimmunreaktion gegen
Zellstrukturen (Desmoglein III auf Keratinozyten) in der obersten
Hautschicht (Epidermis). Der normalerweise feste Verbund der Zellen in
der Epidermis untereinander wird gelöst (Akantholyse). Sie wird leicht
zerreißbar. Es können sich dabei Blasen (
Nikolski Phänomen).
In der Schwangerschaft können
Antikörper auf das Ungeborene übertragen werden, so dass dieses
ebenfalls erkrankt.
"Die von Tzanck (1947) beschriebene akantholytische Pemphiguszelle (Tzanck-Zelle)
ist typisch (aber nicht spezifisch) für den Pemphigus vulgaris. Im
Ausstrichpräparat finden sich charakteristische, plaqueförmig
gruppierte, rundlich aufgeblähte, akantholytische Epithelzellen mit
Degenerationszeichen wie basophilem, strukturlosem Kern,
perinukleärer Plasmaaufhellung, die sich deutlich von dem peripheren
basophilen Zytoplasma abhebt, und wenigen oder vollständig fehlenden
interzellulären Verbindungen. Der Nachweis von Tzanck-Zellen kann
histologische, immunhistologische und immunologische Untersuchungen
nicht ersetzen."
|



Bilder unten:
Versch. Ausprägungen eines
P. vulgaris der Zunge |
Penicillin
Penizillin, klassisches
Antibiotikum, Betalaktamantibiotikum, engl.: do.; 1942 Einführung
in die Medizin, heute therapeutisch in versch. Formen (Derivate) vorliegend.
Wurde früher in der
ZHK meist die sog. Schmalspektrum-Oral-Penicilline wie Penicillin V (z.B.
Isocillin™) oder Propicillin (z.B. Baycillin™) eingesetzt, treten heute aus
Gründen der
Resistenz Breispektrumantibiotika - wie die Aminopenicilline
(Ampicillin, typischer Vertreter: Binotal™) oder Amoxicillin (typischer
Vertreter: Amoxypen™, Clamoxyl™) in den Vordergrund. Zur empfohlenen
Anwendung/Dosierung siehe unter
Antibiotika; zur
Antibiotikaprophylaxe
Endokarditisprophylaxe.
Seit der Entdeckung des P. durch Alexander Fleming im Jahr 1928 wurde
eine Vielzahl weiterer Antibiotika entdeckt. Dabei sind Naturstoffe aus
Mikroorganismen die wichtigste Quelle für die therapeutische Anwendung am
Menschen.
Allen P.-Derivaten ist gemeinsam:
bakterizide Wirkung durch Veränderung (Destruktion) der
Bakterienzellwand
Wirkung besonders auf
Gram-positive Keime
rascher Wirkungseintritt bei guter Verteilung im gesamten Körper
geringe Giftigkeit (Toxizität),
deshalb breiter Dosierungsspielraum
Empfindlich gegen die von Bakterien gebildete Penicillinase.
relativ langsame
Resistenz-Entwicklung
Nebenwirkung:
Penicillinallergie; so wird für Penicillin V eine Inzidenz von 4,3 %
angegeben, allerdings sind schwere Verlaufsformen selten. Untersuchungen aus dem
Jahr 2004 geben ein neues Bild zur Penicillinallergie: Wer einmal
überempfindlich auf P. reagiert, verträgt das
Antibiotikum bei einer späteren, erneuten Einnahme meist gut. Eine
Penicillinallergie ist damit weit seltener als bisher angenommen. Das ist
das Ergebnis einer Studie von Ärzten aus den USA. Es wurden Daten von 6.000
Patienten analysiert, die bereits einmal mit allergischen Symptomen auf eine
P.-Therapie reagiert hatten. 48 Prozent der Patienten erhielten bei einer
später auftretenden Infektionskrankheit erneut P.. Nur bei zwei Prozent
traten dabei allergische Reaktionen auf.
in bis zu 15 % der Verordnungen Auftreten eines masernartigen
Exanthems auf
der Haut
Wechselwirkungen (Interaktionen) mit anderen
Medikamenten (z.B.
Acetylsalicylsäure,
Marcumar, best. Kontrazeptiva ("Pille").
Aerob-anaerobe Mischinfektionen sind die häufigste Ursache
odontogener Infektionen, allerdings steigt die Zahl reiner anaerober
Entzündungen an, worauf jüngere Studienergebnisse hindeuten. Die
Resistenzrate gegenüber P. ist dabei eher niedrig, Ausnahme stellen
anaerobe
gramnegative Erreger dar.
Das klassische Antibiotikum P. erweist sich wegen einer weltweit zu
beobachteten
Resistenz zunehmend als wirkungslos. Schätzungen gehen davon aus, dass bei
Infektionen im Kiefer-Gesichts-Bereich nur noch 44% der festgestellten Keime
auf die klassischen P. ansprechen. Hauptgründe für eine Resistenz sind
ungenügende Dosierung und Medizin-fremde Verwendung (z.B. Futtermittel).
In 2005 wurde bekannt, dass Amoxicillin - Kleinkindern verabreicht - vielleicht
zu einer Schädigung des Zahnschmelzes im Sinne einer
Fluorose führen kann.
Antibiotika,
Antibiotikaprophylaxe,
Clindamycin,
MHK,
Resistenz
perakut
engl.: peracute; Bez. für eine Erkrankung, welche durch einen besonders
heftigen Beginn und auch Verlauf gekennzeichnet ist (z.B. Herzinfarkt).
akut,
subakut
Perfusion
Durchströmung, Umspülung, engl.: do.; z.B. mit einer Nährlösung
oder
Antibiotika. Im weiteren Sinne auch für "Durchblutung" in geschlossenen
Höhlen gebraucht.
Pergamentknistern
Pergamentknittern, auch: Schneeballknirschen, engl.: parchment
crackling, "snowball crunching"; Beschreibung eines Geräusches, welches
durch Palpation an sehr dünnen Knochenstrukturen
entsteht. Typisches Zeichen für eine größere
Kieferzyste bzw. eines
Emphysems, so
wie es z.B. beim Einblasen von Luft oder extensiven Spülungen des
aufbereitenden Wurzelkanals mit
Wasserstoffperoxid entstehen kann.
peri; Vorsilbe mit der Bedeutung "um etwas herum";
z.B. periapikal = um eine Wurzelspitze herum
(befindlich, gelegen)
periapikal
periapical, Periapex; engl.: do.; Lage-, Gebietsbezeichnung für
"die
Wurzelspitze umgebend", "um die Wurzelspitze herum". Dieses Gebiet besteht
aus dem
Ligament,
Wurzelzement und
Alveolarknochen.
periapikale Läsionen
engl.: periapical lesion; Oberbegriff für knochenauflösende Veränderungen
"um die Wurzelspitze herum"; in der Regel
zuerst als radiologische
Transluzenzen erkennbar. Hierzu gehören
apicale Parodontitiden (
Granulom),
radikuläre Zysten und osteolytische Tumore
PRI Index
Periimplantitis
Peri-Implantitis,
Implantatentzündung, engl.: do.; Bezeichnung für krankhafte
Veränderungen des Implantat-umgebenden Gewebes, mit Unterteilung in:
- periimplantäre Mukositis bei Vorliegen einer
Entzündung des Weichgewebes um das Implantat herum, welche
in der Regel
reversibel ist
- Periimplantitis marginalis bei zusätzlich vorhandenem und
fortschreitendem Knochenabbau, welche in der Regel nicht reversibel und
durch chirurgische Interventionen nur bedingt zu beherrschen ist
- retrograde Periimplantitis bedingt durch verbliebenes
Narben- und
Granulationsgewebe an der Empfängerstelle (Implantatbett). Diese
seltene Komplikation ist in der Regel gut durch eine
Kürettage des betroffenen Gebietes (evtl. unter zusätzl.
Verwendung von
Knochenersatzmaterialien) zu beherrschen
- behandlungsbedürftige Entzündungen des umgebenden Gewebes wurden
nach einem Bericht des "Tübinger
Implantatregisters" (2010) bei 20 Prozent der Implantate
festgestellt.
Die Fortschritte in der Entwicklung enossaler
Implantate haben lange Überlebenszeiten der Implantatversorgungen
möglich gemacht. Dennoch führen entzündliche Veränderung des umgebenden
Gewebes und Knochenabbau bei der marginalen P. zum Verlust dieser
künstlichen Zahnwurzeln. Unbehandelt führt die P. zum Verlust des
Implantats; die dadurch entstandenen Knochendefekte (manchmal erheblich)
machen eine Neu-Implantation ohne knochenaufbauende Maßnahmen (
Augmentation) meist unmöglich.
Zu den auslösenden Faktoren (Ätiologie)
bestehen noch Unsicherheiten. Die P. wird als ein
multifaktorielles Geschehen angesehen, wobei neben bakteriellen
Infektionen bei verminderter
Abwehrlage und unzureichender
Implantatpflege, vor allem biomechanische Faktoren bei
ungünstigen Knochenverhältnissen ("Implantatbett"), ungünstiger
(statischer) Anzahl und Platzierung, schlechter Passung der
Suprakonstruktion und
Parafunktionen als Ursachen angesehen werden.
Als zusätzliche Risikofaktoren einer P. gelten eine
bestehende bzw. nicht kontrollierte
Parodontitis,
Nikotingenuss, nicht eingestellter
Diabetes, Fehlen von
befestigter Gingiva und mangelnde
Mundhygiene.
Das wichtigste Ziel bei der Behandlung einer P. ist die
Beseitigung der Erreger, welche die Oberfläche des Implantats und
umliegende Gewebe besiedelt haben. Hierzu werden meist mechanisches
Debridement und antiseptische Maßnahmen (Spülungen, lokale
Chemotherapeutika) eingesetzt. Ebenso werden
CO2- oder Er:YAG-Laser, welche aufgrund der spezifischen Wellenlänge
das Implantat nur geringfügig erhitzen, oder UV-Strahlung mit einer
Intensität von 49 µW cm-2 zur Stimulation der Implantatoberfläche
angewendet.
Untersuchungen zeigen, dass die Applikation von
Doxycyclin in Form resorbierbarer Depot-Präparate (z.B.
Atridox®) zusätzlich zu einer lokalen
Debridment-Entfernung bei einer P. einen verbesserten
Attachmentlevel und geringere
Sondierungstiefen der betroffenen Gewebe bewirkt.
.
Explantation,
Implantat,
Implantatprophylaxe,
Implantatverlust,
Mukositis,
Osseointegration,
Peripilastrium,
Tübinger Implantatregister,
Vector
|

P. mit Eiteraustritt


ausgeprägte
P. bei einem ungepflegten Gebisszustand

2
Implantate mit
sequestiertem Kieferknochen |
Perikoronitis,
Pericoronitis;
Dentitio difficilis
Perikymatien, Preiswerk Linien,
engl.: perikymata;
Imbrikationslinien
Periochip ™
Chlorhexidin-Chip; kleiner rechteckiger und an einer Seite
abgerundeter resorbierbarer Medikamententräger für die Platzierung in
Zahnfleischtaschen. P. enthält 2,5 mg Chlorhexidinbis
(D-gluconat) in einer biologisch abbaubaren Matrix aus hydrolysierter
Gelatine. Diese Gelatine-Matrix ist mit
Glutaraldehyd unter Einschluss von Glyzerin und gereinigtem Wasser
vernetzt. Die Abmessungen des P. betragen 4 mm x 5 mm x 0,35 mm.
Chlorhexidin, der wirksame Bestandteil des P., liegt als
Bisbiguanidin vor und wirkt als kationisches Detergens.
Das sich nach 7-10 Tagen vollständig auflösende Präparat soll nach
Herstellerangaben eine Keimfreiheit der Zahnfleischtasche bis zu 11
Wochen gewährleisten.
Chlorhexidin,
lokale Antibiotikazufuhr
|

Periochip-Einbringung.
©: der Grafik:
Dexcel
Pharma
|
PerioControl ™ ;
"elektronische PA-Sonde"; elektronische,
druckkontrollierte Parodontalsonde
zur
Zahnfleischtaschen-Tiefenmessung.
Periodontal Disease Index
PDI, engl.: do.; 1959 von Ramfjord vorgestellte Messzahl zur Bestimmung der
Schwere einer Zahnbetterkrankung (Parodontitis).
Dabei werden 6 definierte Zähne - sog. Ramfjord-Zähne - , dies sind die
Zähne 16, 21, 24, 36, 41, 44 (
Zahnschema) ausgewählt und auf Entzündungen (
Gingivitis) wie auch eine Erkrankung des
Zahnhalteapparates (Attachment-Verlust)
untersucht. Zusätzlich kann der
Index
noch ein Vorkommen von Plaque und
Zahnstein an diesen Zähnen darstellen:
Die versch. Ramfjord-Indices
Community Periodontal
Index of Treatment Needs (CPITN),
Russel Parodontalindex
Periodontitis
Begriff mit unterschiedlicher Bedeutung:
Wurzelhautentzündung mit parodontalen
Folgeerscheinungen bis hin zu einer Parulis
andere (überholte) Bezeichnung für
Parodontitis
eine Periodontitis luxurians bezeichnet
Wurzelresorptionen, welche ohne erkennbaren Grund vom
Zahnhalteapparat ausgehen
Periodontium; im engl. Sprachgebrauch
hauptsächlich verwendete Bezeichnung für die
Wurzelhaut.
PerioGlas ®
resorbierbares, synthetisches
Knochenersatzmaterial aus SiO2, CaO, Na2O, P2O5 auf Granulatbasis ("bioaktives
Glas"). Zusätzlich werden dem P. eine Anregung der natürlichen
Knochenneubildung und eine bakterienhemmende Wirkung zugeschrieben.
Periodontometrie
Desmodontometrie, Messung der Zahnbeweglichkeit, engl.: tooth
mobility test; in den 50er Jahren des letzten Jhds. von Mühlemann
eingeführte Methode zur Messung einer statischen Zahnbeweglichkeit bei
konstanter Kraft. Jeder gesunde Zahn hat aufgrund seiner "federnden
Aufhängung" eine fühlbare Eigenbeweglichkeit von ca. 0,5 mm.
Heute auch Anwendung in der
Implantologie
Auslenkung,
Lockerungsgrad,
Ostel mentor,
Parodontitisdiagnose, Periotest,
Resonanzfrequenzanalyse
Perio-Pack ®, Handelsname für einen
gängigen
Zahnfleischverband auf
Zinkoxid-Eugenol-Basis;
Peripac
Perioprophylaxe
Wortschöpfung aus dem Bereich der
Ganzheitlichen Zahnmedizin; gemeint ist damit: "... eine Vernetzung mit
anderen zahnärztlichen Fachgebieten, gekoppelt mit ganzheitlichen Auffassungen"
Perioprothetik
Perio-Prothetik; Schlagwortbezeichnung für
prothetische Maßnahmen in einem parodontal
geschädigtem Gebiss nach einer
Parodontalbehandlung; so z.B. zur Stabilisierung parodontal vorgeschädigter
Zähne mittels Zahnersatz. Auch gebraucht für
provisorische prothetische Maßnahmen während einer
Parodontalbehandlung.
Periost
Knochenhaut, Beinhaut, engl.: do.; als äußeres, den
Knochen
umkleidendes, stark durchblutete und mit Nerven versehene Gewebe,
versorgt es große Teile davon mit Nährstoffen. Da im Inneren des
Knochens selten spezifische Knochennerven und wenig Blutgefäße
anzutreffen sind, bereiten z.B. eitrige Kieferknochenprozesse (Granulom)
erst dann
Schmerzen, wenn sie zum P. hin durchbrechen und dieses
entzünden (= Periostitis)
Elevatorium,
Grünholzfraktur,
Kambium,
Knochen,
Mukoperiostlappen,
Osteotomie,
Periostschlitzung,
Raspatorium |
|
Periostar
® , motorgetriebenes Gerät zum
Schleifen von Parodontalinstrumenten, wie
Scalern und
Küretten;
Periostat®,
Doxycyclin,
Kollagenase;
Periostschlitzung
"Rehrmann-Lappen",
engl.: periost-slitting; chirurgischer "Trick" zur Verlängerung
eines
Schleimhaut-Periost-Lappens: Während das
Periost als straffe, wenig
dehnbare Unterlage dieses Lappens eine Vergrößerung durch Zug kaum
zulässt, verhält es sich mit der Mundschleimhaut gegenteilig. Es wird
daher dieser Lappen an der Unterseite im Periost eingeschlitzt (nicht
durchtrennt!); eine Vergrößerung durch Zug ist nun bis zu einem gewissen
Grad möglich. Der derartig vergrößerte Lappen dient zur plastischen
Deckung von Wunddefekten (große Extraktionswunden,
Kieferhöhlenperforation usw.)
Mukoperiostlappen,
Verschiebelappen |

|
Periotest
®
Spitzname: "Tübinger Specht"; Gerät zum Messen der Festigkeit von Zähnen im
Alveolarknochen ("dynamische Beweglichkeit"). Es werden kurze, dosierte Schläge
auf die Zahnkrone abgegeben und deren Zurückweichen elektronisch registriert.
Einsatz in der Parodontologie (
Zahnlockerung); hier reagiert das Gerät empfindlicher, als es mit
röntgenologischen Methoden möglich ist. Weiter zur Überprüfung des
Heilungserfolgs nach periradikulären Eingriffen (z.B.
Wurzelspitzenresektion) oder als Vorhersaginstrument der
Osseointegration anhand der gewonnenen Werte für die Einheilung eines
Implantates
angewandt.
Lockerungsgrad,
Parodontitisdiagnose,
Periodontometrie
Periotom; chirurgisches Instrument zur
Trennung der
Wurzelhaut (Sharpey'schen
Fasern) vor einer gewebeschonenden
Zahnextraktion
Peripac
® ;
Eugenol-freier
Zahnfleischverband, welcher unter Speichelzutritt aushärtet.
Perio-Pack
Peripilastrium
engl.: do.; Weichgewebe, welches ein Implantat umgibt und bei idealer Einheilung
des Implantates vom P. bewachsen o. durchwachsen wird. Eine Entzündung
dieses Gewebes als Folge einer Infektion durch die Mundhöhle, wird in Anlehnung
an die Erkrankung des Zahnhalteapparates eines eigenen Zahnes (= Parodontitis)
mit Periimplantitis bezeichnet
Implantat,
Knochenlager,
Osseointegration
Peri-Probe
® ; elektronische,
druckkontrollierte Parodontalsonde
zur Zahnfleischtaschen-Tiefenmessung;
PerioControl
periradikulär; engl.: periradicular;
die Zahnwurzel
umgebend, um die Zahnwurzel herum.
Perkussion
engl.: percussion; Untersuchung durch Beklopfen der Körper- o.
Zahnoberfläche und anschließender Deutung des Klopfschalls. In der
ZHK in waagerechter und senkrechter Richtung angewandetes Abklopfen mit
einem stumpfen Gegenstand (z.B. Handgriff einer
Sonde,
Perkussionstest"). Unterschiedliche
Schallerlebnisse lassen Rückschlüsse über das
Zahnbett zu, bzw. deuten
Schmerzempfindungen auf entzündliche Prozesse (Parodontitis
apicalis; Parodontitis
marginalis) an der Zahnwurzel hin. Neben der
Inspektion, Palpation,
Sensibilitätsprobe, und
radiologischer Untersuchung gehört die P. mit Auswertung des
Klopfschalls und dabei evtl. auftretender Schmerzen zu den Grundlagen einer
ausführlichen
Untersuchung.
Konkussion, Palpation,
Perkussionstest,
Resonanzfrequenzanalyse
Perkussionstest
Perkussionsempfindlichkeit, Perkussionsschmerz,
Perkussionsprobe, engl.: percussion test; diagnostisches Verfahren:
Beklopfen (Perkussion) mit einem
zahnärztlichen Instrument - gewöhnlich mit dem Handgriff einer Sonde.
Treten an einem im Wurzelbereich erkrankten Zahn Schmerzen oder andersartige
Schallgeräusche als an den Nachbarzähnen auf, können Rückschlüsse über die Art
einer etwaigen Erkrankung gezogen werden. Dabei spricht ein "heller" Klopfschall
meist für einen gesunden, ein "dumpfer" Schall eher für einen erkrankten Zahn.
Besonders
klopfempfindlich sind Zähne mit einem
(sub-)akuten Eiterherd an
der Wurzelspitze oder von einer akuten Zahnfleischerkrankung befallene Zähne;
gelegentlich lassen sich auch Rückschlüsse auf defekte Füllungen oder Risse im
Zahn ziehen. Ist der P. in axialer Richtung (von oben auf die Zahnkrone)
positiv, so deutet dies eher auf ein Geschehen an der Wurzelspitze hin, während
Reaktionen auf horizontale Kräfte (Perkussion von der Seite her) meist auf eine
Zahnbettentzündungen oder
einen Bruch des Zahnes (
traumatische Zahnverletzungen) hindeuten. Zur weiteren Differenzierung kann
noch eine Vitalitätsprüfung durchgeführt werden, welche beispielsweise bei
Zahnbettentzündungen positiv, bei Geschehen an der Wurzelspitze negativ
ausfällt.
Reagiert der Zahn schon auf eine Berührung (Palpation),
so wird von einer Berührungsempfindlichkeit gesprochen.
perkutan
engl.: trough the skin; im Zusammenhang mit
Injektionen
von Medikamenten oder bei Punktionen gebrauchter Ausdruck: durch die Haut
hindurch; im Gegensatz zu "subkutan"
= direkt unter die Haut (in die der Haut folgende Bindegewebsschicht). Bei der
Mundschleimhaut spricht man von permukös und submukös
Perlèche, Faulecke, Angulus
infectiosus, engl.: do. or putrid corner;
Rhagade
perlingual
engl.: do.; über die Zunge. Gemeint ist damit in der Regel eine
Medikamentenaufnahme direkt über die
Zunge. Nicht zu verwechseln mit peroral,
wo die Aufnahme auch über den Mund erfolgt, die Resorption aber im
Verdauungstrakt stattfindet
permanent
dauernd, ständig, engl.: do.; z.B. gebraucht im Zusammenhang mit
dem
Gebiss oder Zähnen. Im Gegensatz zum
Milchgebiss bezeichnet man das "bleibende Gebiss" auch als permanente
Dentition (permanent dentition)
permukös;
perkutan
Permutatio dentium
seltene Platzvertauschung (topographische Lage) zweier Zähne: Anstelle
des Eckzahns steht ein Prämolar und umgekehrt in der Zahnreihe.
perniziös; bösartig, gefährlich,
vernichtend
peroral, engl.: do. or trough the mouth;
durch/über die
Mundhöhle;
perlingual
Peroxyd
Peroxid, "-Superoxyd" engl.: peroxide; Bezeichnung für
chem. Verbindungen, welche unter Sauerstoffabspaltung zerfallen (sog.
Oxidantien). Einsatz hauptsächlich zur
Desinfektion oder als
Bleichmittel. Hauptvertreter in der
ZHK ist das
Wasserstoffperoxid ("Wasserstoffsuperoxyd"). Eine ähnliche Wirkung wird
durch
Percarbonate und
Perborate erzielt.
per primam, per
secundam
Begriffe aus dem Gebiet der chirurgischen Wundheilung:
per primam (p. p.) auch: per primam intentionem: "Primärheilung";
direkte, glatte, komplikationslose Wundheilung (z.B. normales Abheilen von
Extraktionswunden; nach chirurgischen Eingriffen durch exaktes Vernähen der
Wundränder erreichbar),
per secundam (p. s.) auch: per secundam intentionem: "Sekundärheilung";
die Wunde heilt über die Bildung von Granulationsgewebe aus der Tiefe heraus.
Dehiszenz,
Extraktion,
Primärheilung,
Wundheilung,
Wundheilungsstörung
Persistenz
Beharrlichkeit, Ausdauer, engl.: persistence; Bestehen bleiben
eines Zustandes über einen längeren Zeitraum
Milchzahnpersistenz ("persistierender Milchzahn")
Personendosis
Äquivalentdosis, gemessen an einer für die
Strahlenexposition repräsentativen Stelle der Körperoberfläche,
engl.: personal dose, (bodily dose); Messgröße für
strahlenexponierte Personen nach DIN 6814 (die an der Körperoberfläche
gemessene Betastrahlung und niederenergetische Photonenstrahlung). Im
Gegensatz zur Ortsdosis (Messung in der Luft) wird diese am
Körper gemessen. Während Ortsdosismessgrößen geeignet sind, die zu
erwartende Strahlenexposition zu ermitteln, haben
Personendosismessgrößen den Zweck, diese Schätzung zu verifizieren.
Messgröße ist die Äquivalentdosis (als Einheit für die Äquivalentdosis
wird das
Sievert, 1 Sv = 1 J/kg verwendet) HP(d) in d mm Tiefe an der
Tragestelle des
Personendosimeters.
Im Zusammenhang mit der P. taucht auch der Begriff "Effektive
Dosis" auf. Hierbei handelt es sich um eine spezielle
Äquivalentdosis, welche ein Maß für die biologische Strahlenauswirkung
("stochastische Strahlenschädigung", "Strahlenrisiko";
Radioaktivität) beschreibt. Es hat sich eingebürgert, dass die
effektive Dosis auch zur Beschreibung der
Patientenexposition herangezogen wird. Daraus leitet sich dann das
Gesamtrisiko der
exponierten Person ab.
Im Gegensatz dazu bezieht sich der Begriff "Bildempfängerdosis"
auf die Strahlenmenge, welche am Bildempfänger (z.B. Röntgenfilm)
auftritt. Sie ist eine "technische Dosisgröße" und wird in der Einheit
Gray (Gy) gemessen.
Dosimeter,
Radioaktivität,
Strahlenbelastung,
Strahlenrisiko,
Strahlenschutz |

|
Perubalsam
engl.: Balsamum Peruvianum; Pflanzenextrakt, der aus den geschwelten
Stämmen von Myroxylon balsamum gewonnen wird. Er besitzt
antibakterielle und granulationsfördernde Eigenschaften; gehört zu den
häufigsten Auslösern von
Kontaktallergien, die sich allerdings selten klinisch zeigen. In der
ZHK gelegentlicher Einsatz als Beimischung zu
Wurzelkanalfüllmaterialien. Eine Allergie konnte in dieser Anwendungsform
bisher nicht nachgewiesen werden.
Wurzelkanalfüllung
PET;
Positronen-Emissions-Tomographie
Petechien
Vielzahl von kleinen, punktförmigen Blutungen aus den Kapillaren in die Haut
oder Schleimhäute (sog. "Einblutungen"). Sie erscheinen in der Regel an solchen
Körperstellen, die längere Zeit stark gedrückt wurden oder wenn eine
Thrombopenie
vorliegt.
Petrik Sporn
engl.: Petrik spur; an einem
Aktivator
angebrachter kurzer Führungssporn aus festem Draht zur Bewegung einzelner
Frontzähne
PEX-DMAE (Phenolic Epoxine Monomer
DimethAcrylic Ester; cross-linkable polyethylene);
Bisphenol A,
Komposit
Pexie; chirurgische Fixierung bzw. Anheftung
mittels Naht eines Organs an anderen Körperstrukturen
Pfahlwurzel
engl.: tap root; Schlagwortbez. für Wurzeln von großen
Backenzähnen (Molaren),
bei welchen einzelne Wurzeln zu einer Hauptwurzel zusammengewachsen sind
bzw. nur eine, stark ausgeprägte Wurzel besitzen. Dieses äußere
Erscheinungsbild sagt nichts darüber aus, ob die betreffenden Zähne nur
einen oder mehrere
Wurzelkanäle aufweisen, P. sind besonders bei oberen
Weisheitszähnen anzutreffen.
Zahnwurzel |

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Pfeilerzahn
Brückenpfeiler, Pfeilerkrone, Ankerzahn, Pfeiler,
engl.: tooth abutment; einer der Zähne, an welchem ein (festsitzender)
Zahnersatz befestigt ist, wobei der Begriff "Pfeilerkrone" für eine der
prothetischen Kronen einer
Brücke steht. Im weiteren Sinn auch für die Zähne in Zusammenhang mit einem
herausnehmbaren Zahnersatz gebraucht, die eine
Halte-/Stützfunktion (
Klammerzahn) für eine
Teilprothese haben.
Von der Verankerung im Kiefer und der Zahngröße her spricht man auch von einer
Pfeilerzahnwertigkeit (engl.: tooth abutment significance o.
importance) der einzelnen Zähne (= anatomische Pfeilerwertigkeit).
Diese sind in absteigender Reihenfolge die Zähne (
Zahnschema):
Oberkiefer: 6, 3, 7, 5, 4, 1, 2
Unterkiefer: 6, 7, 3, 5, 4, 1, 2
Ebenso spielt für die Wertigkeit auch das
Kronen-Wurzelverhältnis eine bedeutende Rolle, das Verhältnis
"Zahnanteil im Kieferknochen" zu "Zahnanteil ohne Kieferknochen" sollte nicht
kleiner als 1 sein.
Weitere klinische Faktoren der Wertigkeit sind
parodontaler Zustand,
Vitalität,
Zahnbeweglichkeit,
Wurzelkonfiguration
(Länge,
Anzahl der Wurzeln),
Okklusion,
Kippungsgrad,
Klopfschall und
funktionelle Gegebenheiten.
Ankerelement,
Brücke,
erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig,
Festzuschüsse
ab 2005,
kombiniert festsitzende Versorgung,
Krone,
Modellguss
Special Brücken
Pfeilerzahnwertigkeit,
Pfeilerwertigkeit;
Pfeilerzahn
Pfeilwinkel-Aufzeichnung,
Pfeilwinkel-Registrat ;
Registrat,
Unterkiefergrenzbewegungen
PFRI, Plaquebildungsindex;
Plaqueindex
pH
pH-Wert, Wasserstoffkraft, engl.: pH-factor; abgeleitet von
dem französischen Ausdruck pouvoir hydrogène. Er wird als der
negative, dekadische Logarithmus der Konzentration an H+-Ionen in
einer Lösung definiert. Fügt man dem Wasser eine Säure hinzu, dann sind mehr H+-Ionen
als Hydroxidionen OH- in der Lösung vorhanden. Je nach der
Konzentration der Säure liegt die H+-Ionenkonzentration meist
zwischen 10-6 und 0,10 mol pro Liter, entsprechend einem
pH-Wert-Bereich von 6 bis 1. Wird dem Wasser eine Base zugegeben, dann ist die
Konzentration an H+-Ionen geringer als die an OH--Ionen,
und der pH-Wert liegt etwa zwischen 8 und 14. (Definition auszugsweise nach
Microsoft Encarta 2003).

Der Delta-pH Sättigungsindex (eine der Messgrößen bei
Trinkwasseruntersuchungen) definiert die Differenz des gemessenen pH-Werts zu
dem bei der vorhandenen Härte und Hydrogencarbonatgehalt im
Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht zu erwartendem pH-Wert, der berechnet oder über
das Calcitlösevermögen (Marmorlöseversuch) experimentell bestimmt werden kann.
Der Delta-pH eines Wassers im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht ist dementsprechend
gleich 0; aggressives Wasser (kalkauflösend) ergibt negative Werte.
Nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) soll der pH-Wert nicht unter 6,5
und nicht über 9,5 (Grenzwerte) liegen.
Die kritische Grenze für die
Kariesentstehung liegt für
Schmelz bei pH 5,5–5,7 und
Dentin pH 6,3–6,5 - Schmelz ist also widerstandsfähiger als Dentin.
Erosion,
Karies, Plaque,
Stephan-Kurve,
Speichel (pH-Wert),
Speicheltest,
Streptococcus mutans
Phantomkopf
Nachbildung eines menschlichen Kopfes einschließlich Mundhöhle und
voll-bezahntem Kiefer zur praxisähnlichen Aus- und Weiterbildung von
angehenden Zahnmedizinern, Zahntechnikern und Zahnarzthelferinnen in
Universitäten, Schulen und Instituten. |

|
Phantommetall, Sparlegierung;
Legierung
Phantomschmerz
Deafferenzierungsschmerz, Amputationstäuschung, auch: atypische
Odontalgie, engl.: ghost pain, phantom limb pain;
Schmerzen (messerstichartige, elektrisierende Wahrnehmungen oder Kribbeln) in
nicht mehr vorhandenen Körperorganen als Folge einer Durchtrennung von
peripheren Nerven oder Nervenwurzeln, mit unklarer Entstehung: diskutiert wird
ein Modell, wonach der den P. zeigende Zahn bei seinem früheren
Vorhandensein schon starke Schmerzen verursacht hat, bevor er entfernt wurde.
Dieses Schmerzmuster wurde dann im Gehirn nicht vollständig gelöscht. So soll
z.B. bei
Amputationen irgendwelcher Körperteile in
Intubationsnarkose (ITN) zusätzlich eine
Leitungsanästhesie gelegt werden, damit ein möglicher P. wesentlich
geringer ausfällt.
Andere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein bestimmtes
Molekül in den Nervenzellen des Rückenmarks, der sogenannte AMPA-Rezeptor,
wesentlich zur Entwicklung chronischer Schmerzen durch Aktivierung des
Schmerzgedächtnisses beiträgt.
Projektionsschmerz,
Schmerz,
Tinnitus
Pharmakologie
Arzneimittellehre, engl.: pharmacology; Lehre von der Wirkung
chemischer Substanzen auf Lebewesen.
Arzneimittel spielen in der
ZHK - sieht man einmal von den
Stoffen zur örtlichen Betäubung ab - im Gegensatz zur Allgemeinmedizin nur
eine untergeordnete Rolle:
Fluoride zur Kariesprophylaxe
Chlorhexidin und ähnliche Präparate in der Parodontitisprophylaxe (
Mundspüllösungen)
Antibiotika bei eitrigen Entzündungen (odontogenen Infektionen und bei
entzündlichen Formen von
Zahnfleischerkrankungen
Schmerzmittel bei akuten Zuständen, nach operativen Eingriffen
Pharmakon
Pharmakon
Arzneimittel, Medikament, engl.: drug, pharmacon;
unterscheiden sich grundsätzlich in verschreibungspflichtige
und solche ohne diese Einschränkung ("Rezept-frei").
Im Arzneimittelgesetz (§ 48, ) heißt es sinngemäß, dass die Arzneimittel unter
Verschreibungspflicht gesetzt werden, die als gefährlich eingestuft worden sind,
weil sie die Gesundheit auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch unmittelbar oder
mittelbar gefährden können.
Verschrieben wird dabei auf einem
Rezept. Versicherungstechnisch ist ein
Rezept eine Urkunde mit beschränkter Gültigkeit. Unterschiede gibt es dabei
zwischen gesetzlich und privat Versicherten:
Gesetzlich Versicherte haben nur einen Monat lang Anspruch auf Übernahme der
Kosten.
Privatkassen lassen ihren Mitgliedern ein halbes Jahr lang Zeit. Eine
Einschränkung gilt für alle: Rezepte für
Betäubungsmittel,
z.B. starke Schmerzmedikamente wie
Opiate, haben grundsätzlich eine Gültigkeit von nur sieben Tagen. Der Arzt
muss dafür ein gesondertes Rezeptformular benutzen.
Auf dem deutschen Pharmamarkt tauchen - meist im Zusammenhang mit der
GKV - folgende Begriffe auf:
- Analogpräparate:
Bei den Analog- oder auch Me-too-Präparaten handelt es sich um
chemisch abgewandelte Stoffe bekannter und bewährter Arzneimittel. Sie haben
nach landläufiger Meinung meist nur einen geringen therapeutischen Vorteil
gegenüber den bewährten Arzneimitteln, verursachen aber häufig viel höhere
Kosten. Dagegen behaupten die Hersteller derartiger Präparate:
Innovationssprünge sind in der Arzneimittelforschung selten.
Therapiefortschritte sind weit häufiger das Ergebnis schrittweiser
Weiterentwicklungen bereits bestehender Substanzen. Die erste Substanz einer
neuen Wirkstoffklasse ist dabei nicht zwingend die Beste. Parallelforschung
im Wettlauf um das bessere Produkt für den Patienten ist deshalb
unverzichtbar.
-
Aut-idem
lateinisch "oder das gleiche". Danach können Ärzte nicht mehr bestimmte
Präparate (Handelsnamen), sondern nur noch Wirkstoffe verschreiben; die
Auswahl des jeweiligen Präparates bleibt dann dem Apotheker unter
finanziellen Aspekten vorbehalten. Die Präparate müssen identisch sein, was
den Wirkstoff, die Wirkstärke, die Darreichungsform und die Packungsgröße
angeht. Als preisgünstig gilt ein Arzneimittel, dessen Preis im unteren
Drittel der Spanne zwischen dem Durchschnitt der drei niedrigsten Preise und
dem Durchschnitt der drei höchsten Preise liegt.
Allerdings: wenn das Medikament, das infolge der Aut-idem-Regelung an den
Patienten abgegeben wird, zwar denselben Wirkstoff hat, die Substitution
aber dazu führt, dass andere Risiken entstehen als die, über die der Arzt
zuvor aufgeklärt hat, haftet er für Schäden beim Patienten.
- Generika
sind Präparate, die einen Wirkstoff enthalten, dessen Patentschutz
abgelaufen ist. Sie werden meist unter dem Arzneistoffnamen (Inhaltsprodukt)
von versch. Herstellern auf den Markt gebracht.
Generika haben in der ärztlichen Verordnung über die Jahre immer mehr an
Bedeutung gewonnen. In Deutschland ist beinahe jedes zweite verkaufte
Arzneimittel ein Generikum. Als Faustregel gilt, dass Originalpräparate etwa
dreimal so teuer sind wie Generika.
- Phytopharmaka
Arzneimittel, die ausschließlich oder überwiegend aus Pflanzen,
Pflanzenteilen oder deren
galenischen
Zubereitungen bestehen; meist eine risikoarme Alternative zu synthetischen
Medikamenten. Die EU vereinheitlicht europaweit in 2010 die
Verordnungsvorschriften. Der Fachausschuss "Herbal Medicines Product
Committee" empfiehlt für viele pflanzliche Präparate, sie erst ab 12 oder 18
Jahren einzusetzen, weil Daten zur Anwendung bei Kindern fehlen. Die meisten
Hersteller können sich die geforderten wissenschaftlichen Untersuchungen aus
Kostengründen nicht leisten, die für eine Zulassung nötig wären. Der Markt
ist zu klein, denn die Pflanzenmedizin ist zwar in Deutschland populär,
spielt in anderen europäischen Ländern nur eine untergeordnete Rolle.
- Importarzneimittel
Häufig sind Medikamente im europäischen Ausland aus markt- und
steuertechnischen Gründen (erheblich) preiswerter als in Deutschland. So
haben sich einige Firmen darauf spezialisiert, in Deutschland zugelassene -
und evtl. auch sogar hergestellte (s.u.) - Handelspräparate in einem anderen
EU-Land einzukaufen. Diese werden entsprechend den deutschen Vorschriften
ausgestattet (Kennzeichnung, Packungsbeilage) und dann in den Handel
gebracht.
Unterschieden werden zwei Formen: Parallelimport = Präparat wurde im
Ausland hergestellt; Re-Import = in Deutschland hergestellt,
exportiert und re-importiert.
- Innovationen
Neuerungen auf dem Pharmamarkt; oft mit schwieriger Abgrenzung zu den
Analogpräparaten (s.o.); sie sollten nur dort eingesetzt werden, wo andere
Medikamente mit gesichertem therapeutischen Nutzen nicht helfen.
Eine Scheininnovationen (Analogpräparat, s.o.) fällt zwar unter den
Patentschutz, hat aber gegenüber herkömmlichen Mitteln angeblich keinen
nachweisbaren therapeutischen Zusatznutzen.
Arzneimittelneuordnungsgesetz ;
- Biopharmaceuticals
Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel; Schlagwortbez. für
Biopharmazeutika wie Interferone, Wachstumsfaktoren und Antikörperfragmente.
Sie sind aufgrund ihres Ursprungs aus der lebenden Zelle und ihres
hochkomplexen, langwierigen und kostenintensiven Produktionsprozesses
äußerst empfindlich und sensibel gegenüber chemischen (z. B. pH-Wert) und
physikalischen (z. B. Temperatur) Einflüssen.
- Orphan-Drugs
Medikamente zur Behandlung seltener Erkrankungen;
Orphan
Diseases
- Versandhandel
meist in Form einer Einfuhr von Medikamenten aus dem EU-Ausland. Bekannter
erster Anbieter war die niederländische.
Der ehemals umstrittene Versandhandel mit Medikamenten wurde im
Dezember 2003 vom Europäischen Gerichtshof (EUGH) positiv entschieden.
Zusätzlich lässt der Gerichtshof den Mitgliedsstaaten die Wahlfreiheit, den
Versandhandel auch mit verschreibungspflichtigen Medikamenten
zuzulassen - in Deutschland ist dies nicht gestattet.
-
Grünes Rezept
Bewirkt durch das
GKV-Modernisierungsgesetz werden in den meisten Fällen
nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel nicht mehr von den
Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt (s.u.). Diese primär unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffene Entscheidung grenzt Arzneimittel
aus, die sich bisher in der Therapie bewährt haben - und die, auch nach
Willen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung,
weiterhin wichtiger Bestandteil der Therapie sein sollen. Mit diesem Rezept
dokumentiert der Arzt auch, dass er das Medikament für medizinisch sinnvoll
hält. So lassen sich die Ausgaben steuerlich geltend machen, wenn die
"zumutbaren Belastungen" überschritten werden. Das Grüne Rezept wird den
Vertragsärzten zur Verfügung gestellt. Seine Ausgestaltung orientiert
sich an den Rezeptvordrucken, mit einem wesentlichen Unterschied: Es ist
GRÜN.
Grünes Rezept
- Rezeptfreie Arzneimittel
2010 wurden 6,8 Milliarden Euro für rezeptfreie Arzneimittel ausgegeben.
Auf Platz eins standen mit gut 1,5 Milliarden Euro Erkältungsmittel. Direkt
dahinter auf Platz zwei: Arzneien gegen Schmerzen, Gelenk- und
Muskelbeschwerden mit 1,1 Milliarden Euro.
Die
Gesetzlichen Krankenkassen werden Patienten weiter die Kosten für
bestimmte rezeptfreie und auch homöopathische Medikamente erstatten. Dazu
zählen etwa Aspirin zur Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall bei
Herzerkrankungen sowie Jodid bei Schilddrüsenerkrankungen.
Arzneimittel zur Steigerung der sexuellen Potenz oder Appetitzügler zur
Diät, Mittel zur Raucherentwöhnung oder gegen Glatze und Falten werden
definitiv nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Für solche so
genannten Life-Style-Präparate beschloss der
Gemeinsame Bundesausschuss eine konkrete Tabuliste. Ausnahmen gelten für
Kinder bis zum 12. Lebensjahr und für Heranwachsende bis zum 18. Lebensjahr,
wenn bei ihnen Entwicklungsstörungen vorliegen. Für
homöopathische oder antroposophische (z.B. Misteltherapie in der
Krebsheilkunde) Mittel gilt, dass sie in all den Indikationen, die in Liste
bei den allopathischen und phytotherapeutischen (pflanzlichen) Mitteln
genannt sind, ebenfalls von den Kassen bezahlt werden.
- Apothekenpflichtige Medikamente
Die Präparate sind zwar Rezept-frei, müssen aber in einer Apotheke verkauft
werden;
OTC-Präparate
- Off Label (Use)
Einsatz eines Arzneimittels außerhalb seiner zugelassenen Indikation bzw.
Einsatz bei einer nicht getesteten Personengruppe (Kinder, Schwangere)
- Lifestyle-Präparate
dienen hauptsächlich zur Erhöhung der Lebensqualität des Patienten, sie
können nicht zu Lasten der
GKV verordnet werden. Probleme bestehen dann, wenn derartige Präparate
neu auf den Markt kommen, aber noch nicht in den
Arzneimittel-Richtlinien gelistet sind.
- Gefälschte Arzneimittel
sind aus Sicht von Experten für Kunden kaum zu erkennen. Die Höhe des
Risikos hängt ganz entscheidend von der Bezugsquelle ab. Am meisten
gefälschte Medikamente gibt es auf dem Schwarzmarkt, gefolgt vom Internet.
Neben dem Schwarzmarkt gibt es einen "grauen Markt". Diese Medikamente
werden zwar regulär produziert, aber nicht ordnungsgemäß vermarktet. Daran
verdienen illegale Zwischenhändler zum Schaden der Käufer. So werden z. B.
für Krisengebiete gespendete Medikamente oder verbilligte Exportware
umetikettiert und auf den deutschen Markt zurückgeschleust.
- E-prescribing ("papierloses Rezept")
elektronisches Verschreiben von Medikamenten als eine der Möglichkeiten, das
konventionelle Rezeptformular abzulösen: Ärzte sollen ihre Rezepte mit einem
Handheld erstellen, der drahtlos über das Internet mit einem abonnierten
"E-prescribing service" verbunden ist. Von dort aus wird das Rezept direkt
an die gewünschte Apotheke weitergeleitet.
eHealth
-
klinische Studien
Alle laufenden und neuen klinischen Studien mit Arzneimitteln werden ab dem
1. Juli 2005 in einem frei zugänglichen Register transparent gemacht. Auch
die Ergebnisse dieser Studien werden - unabhängig davon, ob sie für das
getestete Arzneimittel positiv oder negativ waren - abrufbar sein.
- individuelle Dosisbestimmung
- Fachinformationen
die Fachinformation oder "Summary of Product Characteristics" (SPC) ist ein
gesetzlich vorgeschriebener und haftungsrechtlich bindender Bestandteil der
Zulassungsunterlagen für jedes neue Medikament, aus der auch der
Beipackzettel abgeleitet wird. Sie ist für Ärzte und Apotheker in
Deutschland frei über das Internet zugänglich
und wird besonders häufig von Allgemeinmedizinern als Entscheidungshilfe
beim Verschreiben von Arzneimitteln konsultiert.
- Zulassung
Die Zulassung und Registrierung von Arzneimitteln soll von 2006 an viermal
so schnell erfolgen wie bisher - die durchschnittliche Bearbeitungszeit
einer Zulassung betrug 2005 27 Monate, das Arzneimittelgesetz schreibt 7
Monate vor.
- Rabatte für Beihilfeberechtigte und Private Versicherte:
ZESAR
- Zuzahlungen
Gesetzlich Versicherte haben in 2010 1,8 Milliarden Euro für
Arzneimittel aus eigener Tasche
zugezahlt.
- Kinder
für Kinder gilt nach der
ABDA - Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverbände:
"Säuglinge oder Kleinkinder bekommen neben Zäpfchen meist flüssige
Medikamente. Diese sollten nicht mit einem Tee- oder Esslöffel abgemessen
werden. Genauer ist ein Dosierlöffel oder ein Messbecher. Für Säuglinge gibt
es Medikamentensauger. Eine weitere Hilfe sind Dosierspritzen, mit denen die
Flüssigkeit in kleinen Mengen gegeben werden kann. Strampelt das Kind oder
spuckt es einen Teil der Flüssigkeit wieder aus, kann dies problematisch
sein. Es darf dann nicht nochmals die gesamte Menge des Arzneimittels
gegeben werden, sonst kann es zu Überdosierungen kommen. Nicht selten gibt
es für den selben Arzneistoff auch kinderfreundliche Darreichungsformen und
Säfte mit angenehmem Geschmack. Mischt man Arzneimittel mit (abgepumpter)
Muttermilch, Säuglingsnahrung, Brei oder anderen Lebensmitteln, müssen
vorher mögliche Wechselwirkungen ausgeschlossen sein. Das Kind muss die
gesamte Menge der Flüssigkeit oder des Breis zu sich nehmen, sonst kann es
zu Unterdosierungen kommen. Zäpfchen sind leicht angewärmt einfacher und
schmerzfrei einzuführen."
Die Entwicklung spezieller Medikamente für Kinder liegt nach Meinung
von Experten weiter im Argen. Weniger als die Hälfte der in Deutschland
zugelassenen Medikamente sind auch für Kinder geprüft (2010) - obwohl die
EU-Arzneimittelverordnung seit 2007 vorsieht, dass Pharmakonzerne jedes neue
Medikament auch in Studien mit Kindern testen müssen.
Für jedes neu entwickelte Medikament forschen die Unternehmen im Schnitt
zwölf Jahre und wenden rund 800 Millionen US-Dollar (etwa 556 Millionen Euro)
für die Entwicklung auf (2009). Der
Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
(IQWiG), Jürgen Windeler, hält einen Großteil der auf dem deutschen Markt
erhältlichen Medikamente (~90%) für überflüssig.
Tabletteneinnahme:
Die meisten Fehler werden bei der Wahl der Flüssigkeit gemacht, mit der
beispielsweise Tabletten eingenommen werden. So vertragen sich viele
Medikamente, wie etwa
Antibiotika, nicht mit Fruchtsaft (s. z.B.:
Grapefruit - Saft mit Wechselwirkung). Durch die Säure verlieren sie ihre
Stabilität und werden nicht mehr ausreichend vom Körper aufgenommen. Auch Milch
ist denkbar ungeeignet. Denn manche Arzneien (z.B.
Doxycyclin) bilden mit dem Kalzium der Milch unlösliche Salze. Eisenhaltige
Medikamente sollten nie gleichzeitig mit Tee oder Kaffee eingenommen werden -
solche Getränke behindern die Aufnahme des Eisens aus dem Darm. Dasselbe gilt
auch für Fertigsuppen, Marmelade, Pudding oder Eis. Der Grund: Diese Produkte
enthalten meist Eindickungsmittel (Pektine), die mit dem Eisen im Darm eine
feste chemische Verbindung eingehen können. Arzneimittel, die gegen Depressionen
und psychische Erkrankungen verordnet werden, sollten nicht mit schwarzem Tee
eingenommen werden. Die Gerbstoffe des Tees binden die Medikamente, so dass sie
schlecht aus dem Darm aufgenommen werden können. Dies kann die Wirksamkeit um
bis zu 50 Prozent verringern.
Daher sollten Tabletten nur mit Wasser oder Mineralwasser hinuntergeschluckt
werden. Je mehr Flüssigkeit, desto besser. Denn so wird das Medikament leichter
gelöst und bleibt beim Schlucken nicht in der Speiseröhre stecken. Sehr oft wird
auch die Empfehlung, ein Mittel "vor dem Essen" oder "auf nüchternen Magen" zu
nehmen, missverstanden. Denn gemeint ist nicht die Einnahme unmittelbar vor der
Mahlzeit, sondern 30 bis 60 Minuten vorher. Das gilt primär für Medikamente, die
schnell und konzentriert wirken müssen, wie Antibiotika oder Schmerzmittel.
Dabei sind Fette, heiße Speisen sowie eiskalte Getränke auf dem Weg vom Magen
zum Darm besonders hinderlich. Umgekehrt sieht es mit Arzneimitteln aus, bei
denen eine langsame Aufnahme erwünscht ist. Sie sollten zum oder direkt nach dem
Essen eingenommen werden. Hierzu gehören Mittel gegen Gicht, zur
Durchblutungsförderung, viele Herzmedikamente, Blutdruck- und Rheumamittel sowie
Psychopharmaka.
Bei der Einnahme von pulver- oder flüssigförmigen Medikamenten kommt es
besonders auf die exakte Dosis an. Zum Dosieren dieser Arzneimittel sollten
deshalb keine Tee- oder Esslöffel verwendet werden (Norm:
"ein Teelöffel" = 5 Milliliter, "ein Esslöffel" = 15
Milliliter). Diese sind oft unterschiedlich groß und damit ungeeignet.
Bei Tests wurde festgestellt, dass es zu Unterdosierungen bis zu 40 Prozent und
Überdosierungen bis zu 67 Prozent kommen kann. Stark wirksamen Medikamenten in
Saftform liegt deshalb immer eine Dosierhilfe bei, meistens ein Messlöffel oder
-becher.
Arzneimittelunverträglichkeiten stehen an fünfter Stelle der häufigsten
Todesursachen in Industrieländern. Verantwortlich sind oft Varianten in Genen,
die an der Umsetzung eines Medikaments beteiligt sind. Besonders bei
Medikamenten mit geringer therapeutischer Breite (z. B. Chemotherapeutika) haben
Varianten in diesen Genen gravierende Auswirkungen. Die
DrugProfiler(TM)-Datenbank gibt Ärzten und Apothekern sowie Pharma- und
Biotechunternehmen die Möglichkeit, Informationen über die am Stoffwechsel von
Medikamenten beteiligten Genen zu erhalten. Dadurch kann bereits vor
Verabreichung eines Medikaments mittels einer Laboruntersuchung geklärt werden,
ob Nebenwirkungen zu erwarten sind, ob das Präparat gewechselt werden sollte und
wie die Dosierung angepasst werden kann.
Studien haben ergeben (2008), dass pro Jahr deutschlandweit rund 15 000
Patienten an unerwünschten Medikamentenwirkungen sterben - dabei sei jede zweite
Nebenwirkung vermeidbar, da 50 Prozent der Nebenwirkungen auf Verordnungs- oder
Anwendungsfehler zurückzuführen sind. Kritische
Wissenschaftler vermuten, dass etwa die Hälfte der Daten aus
Medikamenten-Studien nicht veröffentlicht werden. Dies kann im
schlimmsten Fall zur Folge haben, dass schwerwiegende Mängel eines Präparates
nicht bekannt werden. In den USA gilt seit 2008 ein Gesetz, nach dem alle
Medikamentenstudien auf der Internetseite
>
Analgetika,
Apothekenspanne,
Arzneimittelgesetz,
Arzneimittelkommission (AKZ),
Aut-Idem-Regelung,
Behandlung in der Schwangerschaft,
Deutschen
Arzneimittel-Codex,
Doxycyclin,
Festbeträge
von Arzneimittelpreisen,
Galenik,
Good
Clinical Practice (GCP),
Grünes Rezept,
letale Dosis,
Medizinproduktegesetz,
N,
Nocebo-Effekt,
OTC-Präparate, Panazee,
perlingual,
peroral,
Pharmakologie,
Placebo,
Postmedikation,
Psychopharmaka,
Rabattverträge,
Rezept,
Sprechstundenbedarf,
Stomatikum,
Tagesdosis,
Verkehrsfähigkeit
PHC-Syndrom, Abk. von Prämolarenunterzahl
(Unterzahl der
kleinen Backenzähne), Hyperhidrosis (übermäßige Schweißproduktion),
Canites praematura (vorzeitiger Pigmentschwund in den Haaren)
Böök-Syndrom
Phenazetin
Phenacetin; historisches, 1887 auf den Markt gekommenes
Schmerzmittel
mit starken Nebenwirkungen (bes. Nierenschädigungen). Dadurch seit 1986 in D
verboten und durch den Metaboliten
Paracetamol
ersetzt.
Phenol
Karbolsäure, Phenolderivate, engl: dito o. carbolic acid;
stark ätzende Säure; durch Substitution ("Phenole") mit Methylgruppen
entsteht Kresol, durch Substitution mit Halogenen Chlorphenol
(sog. Phenolderivate). In der
ZHK gelegentlich zur
Desinfektion von infizierten
Wurzelkanälen benutzt ("Einlage").
Phenole sind sehr flüchtig, diffundieren sehr gut auch in feinste Spalten und
bergen am Zahn die Gefahr einer
Zahnbettschädigung.
Formokresole (Kresolformalin) gelten als
kanzerogen und haben ein hohes
Allergisierungspotential
ChKM,
TDI,
Thymol,
Trikresol
Philtrum
Grübchen in der Mitte der
Oberlippe,
vom griech. phíltron = „Liebeszauber“, „Liebesmittel“, „Liebestrank“
engl.: do. or infranasal depression o. Cupid’s bow.
Amorbogen o. Kupidobogen ist eine Bezeichnung des individuell
sehr unterschiedlich ausgeprägten, doppelt geschwungenen P. und
seiner „bogenförmigen“ Grenzlinie. Astrologen sehen einen schwellenden
und sinnlich geformten Amorbogen gerne als oberen Teil des
„Lippenherzens“; die kosmetische Industrie empfiehlt, den Konturen des
Kupidobogens beim Schminken allerhöchste Aufmerksamkeit zuzuwenden, um
dadurch dem herrschenden Schönheitsideal zu genügen.
Prolabium
|

|
Phlebitis; Bez. für eine - meist schmerzhafte
- Entzündung von venösen Gefäßen.
Phobie
krankhafte
Angst,
engl.: phobia; Neurose mit unangemessener Furcht vor spezifischen
Situationen oder Objekten (z.B. einer Zahnbehandlung, Injektionsspritze, Blut;
Iatrophobie).
Nach psychoanalytischer Auffassung liegt eine innere Angst vor verdrängten
Wünschen zugrunde, die mit dem Inhalt der P. oft symbolhaft assoziiert
werden; andere Theorien gehen von fehlerhaften Lernprozessen des die P.
auslösenden Umstandes aus.
Angst
Phoenix-Abszess, wieder aufbrechender
Abszess
Phosphatzement
Zinkoxid-Phosphatzement; eine der Handelnamen: "Harvard
Zement™", "Fleck's
Zement™", engl.: phosphate cement;
Einsatz für
Unterfüllungen, als
Befestigungsmaterial für Kronen, Brücken und Inlays, als
Deckfüllung
(bedingt) und als provisorischer
Kavitätenverschluss.
| Pulver: |
|
Flüssigkeit: |
|
| ZnO |
80-90 % |
H3PO4
|
52-56 % |
| MgO |
10 % |
Al (Puffer) |
2 % |
| CaF2 |
6 % |
Zn (Puffer) |
7-10 % |
| SiO2 |
4 % |
H2O |
32-36 % |
| Al2O3
|
1 % |
|
|
Je dünner angemischt wird, desto länger dauert die Neutralisierung der
nervschädigenden Säure. Ein niedriger pH-Wert
kann zu
Pulpenschädigung führen. Die Abbindezeit liegt zwischen 5-9 Minuten; es wird
aber noch über Stunden in geringen Mengen Phosphorsäure abgegeben, was ebenfalls
zu
Nervirritationen führen kann. Die Löslichkeit der P. ist sehr hoch,
als Dauerfüllung sind sie ungeeignet. Eine leichte Abbindeschrumpfung ist zu
verzeichnen (erst bei größerer Schichtdicke bemerkbar). Die thermische Isolation
ist schlecht, die chemische Isolation gut.
Befestigungszement,
Harvard Zement,
Phosphorsäure,
Steinzement
Phosphorsäure
H3PO4, Acidum phosphoricum, normale oder
Ortho-Phosphorsäure, engl.: phosphoric acid; ist die wichtigste,
dreibasige, schwache Säure des Phosphors, von der sich die Diphosphorsäuren und
die kondensierten Meta- und Polyphosphorsäuren ableiten. Hauptbestandteil des
flüssigen Anteils von Phosphatzementen
und als
Ätzgel (30-40%ig) in der
Adhäsivtechnik
photoaktivierte Desinfektion
(PDA), photodynamische Therapie,
PDT
Photoanalyse;
Profilanalyse
Photo-Polymerisation,
Polymerisation mit Licht
Phylogenese
Stammesentwicklung, engl.: phylogeny; Lehre von der
Weiterentwicklung und Anpassung der Arten im Laufe der Evolution. Ein Beispiel
dafür ist in der
ZHK die
Gebissreduktion als Anpassung an veränderte Kau- und Lebensgewohnheiten.
Physiologie
Wissenschaft und Lehre von den normalen bzw. den krankheitsbedingten (Pathophysiologie)
Lebensvorgängen und Lebensäußerungen der Menschen, Tiere und Pflanzen.
physiologisch; die
Lebensvorgänge im (gesunden) Organismus betreffend; "normal" im Gegensatz zu
"krankhaft" = pathologisch
physiologische Kochsalzlösung, engl.:
physiological saline solution;
Natriumchlorid
Physiotherapie
physikalische Therapie, Oberbegriff für eine Vielzahl von Therapiemaßnahmen
mittels "physikalischer Elemente". Hierzu zählen z.B. die
Wärme-
und Kältetherapie, aber auch Bewegungstherapien ("Krankengymnastik").
Phytotherapie
engl.: phytotherapy; Wissenschaft von der Heilbehandlung mit
Substanzen, die aus Pflanzen gewonnen werden (sog. Phytopharmaka).
Pharmakon
Pica
lat. für Elster; schlagwortartiger Oberbegriff für Essstörungen,
besonders dem regelmäßigem Verzehr von ungenießbaren Substanzen. Betroffen
können alle Bevölkerungsschichten (geistig normal oder geistig behindert) sein.
Zu den Hochrisikogruppen gehören Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter
ebenso wie hirngeschädigte Personen. Dabei zählen zu den P.-Vorlieben
u.a. Aas, Erde, Haare, Würmer, Zahnpasta bis hin zu Exkrementen; Unterteilung in
"Food-Pica" und "Non-Food-Pica". Von P. spricht man, wenn eines der
folgenden Symptome vorliegt:
Mindestens einen Monat lang ständig eine ungenießbare Substanz verzehrt wird,
Dieses Verhalten nicht altersgemäß ist (Kleinkinder probieren oft kurzfristig
ungenießbare Gegenstände);
Im Rahmen einer anderen psychischen Störung dieses abartige Essverhalten eine
herausragende Stellung einnimmt.
Bulimie
Pichler Schnittführung;
Bogenschnitt
Pieper-Sonde
engl.: Pieper's probe; von Piper 1987 vorgestellte Apparatur zur
Kariesdiagnostik.
Sie basiert nach dem
FOTI-Prinzip auf
der Tatsache, dass kariöse Bereiche vergrößerte Poren in der Zahnhartsubstanz
aufweisen. Dadurch wirken entkalkte und/oder kariöse Areale bei der
Durchleuchtung mit Kaltlicht durch Streuung dunkler als gesunde Bezirke.
Kariesdiagnostik
Piercing
"Durchstechung, Durchbohrung"; schon aus alten Kulturen
bekannt, hat sich P. heute wieder zum Trendsetter entwickelt und
wird an vielen Körperstellen eingesetzt.
Der zahnärztlich interessante Teil beim P. - die Mundhöhle - ist
reichlich mit
Bakterien versehen und stark durchblutet; Tatsachen, die gerade in
diesem Bereich das P. nicht ungefährlich machen. So wird von
starken Schwellungen bis hin zur akuten Atemnot und erheblichen
Nachblutungen unmittelbar nach dem P. der Zunge ("Der
Erotik-Kick - Besonders beim Küssen", "")
berichtet. P. im Mundbereich, mit der dort natürlicherweise
zahlreichen und zum Teil infektiösen Mikroflora, können demnach nicht
als harmlos betrachtet werden; Komplikationsraten liegen in der
Literatur zwischen 17 und 70% und reichen bis zu lebensbedrohlichen
Erstickungsanfällen. In Einzelfällen ist es durch schwere Entzündungen
von Gesichts-Piercings sogar zu Todesfällen gekommen, nachdem sich
Infektionen bis ins Gehirn des Patienten ausgebreitet hatten.
Auch beim späteren Tragen kann der Schmuck durch das ständige Anschlagen
an die Zähne beim Sprechen und beim Kau-/Schluckakt die Zähne durch
feine Mikrofrakturen schädigen - so können Kälte, Hitze oder auch
Nahrungsbestandteile den
Zahnnerv reizen.
Zahnersatz aus Keramik ("Jacketkronen")
kann leicht dauerhaft beschädigt werden und ist bei gepiercten Patienten
nicht indiziert. Ein Piercen der Lippe oder des Lippenbändchens (s. Abb.
unten) kann durch den ständigen Zug am Zahnfleisch bei den Frontzähnen
zu erheblichen Zahnfleischverletzungen und -rückgängen (
Rezessionen) führen.
Ein Rückgang des Zahnfleischs wurde auch bei mehreren Patienten
nachgewiesen, die sich die Unterlippe mit einem Metallstift piercen
ließen. Die
Läsionen traten dort auf, wo das Metall auf das
Zahnfleisch traf.
P. birgt nicht nur Infektionsgefahren. Bei einer
Kernspintomographie sind Magnetfelder so groß, dass sie
magnetische Metallteile aus der Haut reißen können. Da nicht immer der
Metallanteil in den Schmuckstücken bekannt ist, sollten Patienten alle
Piercingteile sicherheitshalber vor der Untersuchung entfernen. Das gilt
auch vor der Nutzung von
Hochfrequenzgeräten in der Chirurgie und bei
Kurzwellenbehandlungen.
In jüngerer Zeit werden auch P. aus Kunststoff
angeboten (s. Abb. re.). Hierdurch sollen sich Zahnschäden vermeiden
lassen. Ungeklärt ist bisher, inwieweit derartige Materialien
Allergien auslösen können, bzw. wie hoch die
Plaquebesiedlungsrate ist.
P. findet häufig unter völlig unzureichenden Bedingungen -
illegal - in Hinterzimmern statt (nach einem Gerichtsurteil dürfen nur
(Zahn-)Ärzte und zugelassene Heilpraktiker ein P. durchführen);
die Gefahr schwerer Allgemeininfektionen, bis hin zur Hepatitis und
HIV-Übertragung ist bei einem derartigen Vorgehen nicht ausgeschlossen.
Ein fachlich korrektes P. wird von vielen (Zahn-)Ärzten aus
ethischen Gründen abgelehnt, da derartige Eingriffe mit einem
Heilgedanken nicht vereinbar sind; versch. Ärztekammern sehen derartige
Eingriffe mit der medizinischen Berufsethik als nicht vereinbar, was
unter Umständen
berufsgerichtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.
Um im
Notfall ein gepierctes Stück rasch entfernen zu können, sind
Kenntnisse der 3 Hauptverschlussvarianten hilfreich:
- Stäbchen (häufigste Anwendung:
Zunge), an deren herausragenden Enden je ein Kügelchen oder eine
andere Verzierung geschraubt ist. Die Kügelchen können abgeschraubt
und die Stange herausgezogen werden.
- kleine Stangen (häufigste Anwendung: Unterlippe),
die auf der einen Seite eine festsitzende Deckplatte haben (wie bei
einem Nagel), auf der anderen Seite ein abschraubbares Kügelchen
besitzen.
- Ringe, die nicht geschlossen sind, sondern ein Kügelchen
"festklammern", welches dafür zwei flache
Retentions-Mulden besitzt. Durch Spreizung des Ringes mittels
spezieller Zange (notfalls mit einer Teleskop-Zange) kann das
Kügelchen entnommen werden.
Dazzler,
Zahnschmuck
|

an der Zungenunter-
seite ist ein Kügelchen angeschraubt

Lippenband-P.
mit chronischer
Entzündung bei
18-jähriger

erhebliche Zahnschäden durch einen Unterlippenring
|

um metallbedingte Zahnschäden zu vermeiden, sind
seit ca. 2000 P. aus Kunststoff im Handel
|
Pietrantoni Syndrom
engl.: Pietrantoni's syndrome; im Oberkiefer auftretende
Trigeminusneuralgie-ähnliche Beschwerden und
Hypästhesien, welche durch chronischen Druck eines Oberkiefertumors auf
diesen
Nerv ausgelöst werden
Nervschädigung,
Vincent-Symptom
Piezochirurgie
engl.: piezo-based (bone) surgery; welche das Bearbeiten von
Knochen auf schonende Art und Weise ermöglichen soll.
Der piezoelektrische Effekt beruht auf Oszillationen, die in Kristallen und
keramischen Materialien nach Anlegen einer Spannung (Wechelspannung höherer
Frequenz) hervorgerufen werden. Das Gerät besteht aus einem Handstück mit
mehreren diamantierten oder titanbeschichteten Aufsätzen sowie einer
Peristaltikpumpe für Kühlflüssigkeit und kann in verschiedenen Frequenzbereichen
(die P. arbeitet mit Frequenzen von 25-32,5 kHz und einer
Schwingungsamplitude von 60-200µm) betrieben
werden. Vorteile sollen die äußerst schonende und "dünne" Knochenbearbeitung
ohne Verletzung von Weichgeweben sein.
Ultraschallgeräte
Pilotbohrer
Primärbohrer, engl.: pilot drill; an der Stirnseite und seitlich
schneidender Knochenbohrer (Knochenfräse) für die initiale Präparation im Rahmen
einer zahnärztlichen
Implantation.
Der P. hat einen kleineren Durchmesser als das spätere Implantat und soll
primär (evtl. unter Röntgenkontrolle) den Winkel und die Tiefe für das zu
inserierende Implantat festlegen. Eine
Führungsschablone kann dabei hilfreich sein, die gewünschte
Implantatposition während des Eingriffs auf das Operationsgebiet zu übertragen.
Pilotbohrung
Pilotbohrung
Primärbohrung, Markierungsbohrung, engl.: pilot hole
preparation; Begriff im Zusammenhang mit dem
Setzen eines
enossalen Implantats: unter Anwendung einer im Labor hergestellten
Führungsschablone (guide template) zur Festlegung der Position
und Achsrichtung wird mittels eines Vorbohrers ein Führungskanal ("Pilotkanal")
für die spätere Implantatbohrung geschaffen, welcher nach Röntgenbildkontrolle
noch ggfs. korrigiert werden kann.
Implantat, Pilotbohrer
Pilotstudie
Machbarkeitsstudie, engl.: pilot study; vorbereitende Studie; u.a.
zur Klärung weiterer Details für eine sich anschließende Regelstudie, vor allem,
ob und unter welchen Bedingungen eine geplante aufwändige Erhebung erfolgreich
sein kann.
Pinzette
engl.: cotton forceps, tweezer; leicht federndes
Behandlungsinstrument/Werkzeug zum Greifen feiner Gegenstände oder Festhalten
von Gewebeteilen in verschiedenen Ausführungen.
In der ZHK
Einsatz einer an der Spitze sehr feinen, abgebogenen P. (sog.
College-Pinzette, "verlängerter Finger des Zahnarztes") als
Standardinstrument bei der Untersuchung und diversen Verrichtungen. Weiter
werden noch verwendet:
anatomische Pinzette: flaches, quer-geriffeltes Maul
chirurgische Pinzette: drei ineinander greifende Zähnchen (eine Branche
mit einem, die andere mit zwei spitzen Zähnchen) zum minimal-traumatischen
Ergreifen von Körpergewebe
Pitting, Korrosion, Lochfraß;
Fluorose
Pivotierungsschiene
Pivotschiene, Distraktionsschiene, engl.: occlusal distraction
splint (dorsal pivot); Unterkiefer-Aufbiss-Schiene,
welche ein- oder beidseitig im Molarenbereich eine Erhöhung besitzt, welche beim
Zubeißen als
Hypomochlion wirkt. Das Hauptziel dieses Schienentyps liegt in der
Vergrößerung des Gelenkspaltes und somit des vertikalen Abstandes zwischen
Condylus und
Tuberkulum bzw. Gelenkfossa. Erreicht wird dadurch eine Dekompression der
Gelenkflächen als auch des
Discus.
PKT-Instrument
Abkürzungsbez. für ein im Rahmen der
Aufwachstechnik eingesetztes Modellierinstrument, welche von dem bekannten
Gnathologen
Peter K. Thomas entwickelt wurden
Placebo
Scheinarznei, Leerpräparat, vom lat.: "ich werde gefallen",
nachgebildete Pseudo-Arzneimittel,
welche in Form, Farbe und
Geschmack dem echten (wirkenden) Pharmakon
entsprechen, jedoch keine pharmakologisch wirksamen Stoffe enthalten, um die
Unterscheidung zwischen subjektiver (Einbildung) und objektiver Wirksamkeit zu
bestimmen.
Unter einem Placebo-Effekt versteht man die Erfüllung einer
Erwartung.
Dabei treten zuweilen erstaunliche Effekte auf:
Sehr kleine und sehr große Tabletten wirken besser als mittelgroße. Rote
Tabletten helfen besser als weiße. Spritzen wirken besser als Tabletten. Wenn
die Spritzen von Ärzten gesetzt sind, zeigen sie zudem mehr Wirkung als die von
Krankenschwestern verabreichten. Je wichtiger der Name des Präparats klingt und
je komplizierter die Anweisungen sind, desto größer ist der "Heilerfolg". Die
Ansprechrate lässt sich dadurch von 20 % bis auf 70 % steigern. Auch
Nebenwirkungen treten unter der Einnahme von P. auf, darunter
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit, Verstopfungen, Erbrechen und
Hautausschläge. Durch P.-Experimente weiß man auch, dass die
Beziehung des
Arztes zu seinen Patienten die Genesung stark beeinflussen kann.
Forschungen zum Placebo-Effekt haben gezeigt, dass dieser durch aktive Prozesse
im zentralen Nervensystem (ZNS) gesteuert wird. Dabei sind die Erwartungshaltung
und Lernprozesse wesentlich. Jüngste Forschungen deuten darauf hin, dass P.
biochemische Reaktionen in Gang setzen können, die bestimmte Gehirnareale
(Hirnstamm, anteriorem cingulären Cortex (ACC)), welche besonders mit
"Opioidrezeptoren" ausgestattet sind, stärker durchbluten lassen. Nach dieser
Spekulation verfügen Personen, die besonders auf den P.-Effekt
ansprechen, über ein effizienteres "Opioid-System". Andere Forschungen lassen
vermuten, dass der Placebo-Effekt durch das Freisetzen von körpereigenen
Endorphinen erfolgt.
Die "Konditionierung" spielt wahrscheinlich weiterhin beim P.-Effekt eine
wichtige Rolle. Damit ist gemeint, dass der Körper selbstständig bestimmte
Funktionen ausführt, die vorher gelernt und mit einem Reiz, der Verabreichung
eines Medikaments zum Beispiel, verbunden wurden.
Bei
Schmerzmittel-Placebos liegen inzwischen folgende Erkenntnisse vor:
Grundvoraussetzung für den Effekt ist, dass einmal die Erwartung einer
Schmerzlinderung besteht und dass zum anderen schon eine gewisse Verarbeitung
des
Schmerzerlebnisses stattgefunden hat. So haben etwa plötzlich auftretende
Schmerzen wie der Clusterkopfschmerz eine nur geringe Placebowirksamkeit.
Blindversuch,
Homöopathie,
Kinesiologie,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Nocebo-Effekt, Panazee
)
Placebo-Studie: Schon Beipackzettel machen Patienten krank
Plafond,
Budget
Plak-Lite® System
Plak-Lite® disclosing system; aus Speziallampe (UV-Bereich) und einer
fluoreszierenden Lösung (ACIDE(HYDROXY-6 OXO-3 XANTHENYL-9)-2 BENZOIQUE DERIVE
DISODIQUE) bestehendes System zur Sichtbarmachung von
Zahnbelägen. Nach Anfärbung mit dem
Natriumfluorescin ist der Belag nur unter der speziellen Lampe sichtbar; bei
normalem Licht behalten die verunreinigten Zähne ihre natürliche Farbe. In D
2009 nicht auf dem Markt.
Färbetabletten
Planstopfer; engl.: flat packer,
finishing or plane-shaped plugger;
Amalgamstopfer
Plaque
dentale, "Zahnbelag", Plak, aus dem Französischen
für Fleck, engl.: (dental) plaque; als Bezeichnung für einen
primär fast unsichtbaren
Zahnbelag, auf/in welchen sich die verschiedenartigen Ansammlungen
von Mikroorganismen und anderen Verunreinigungen ansammeln. In der
jüngeren Nomenklatur präziser mit oraler
Biofilm bezeichnet.
Die P. gehört primär zur natürlichen Mikroflora der
Mundhöhle
und ist Teil der
Immunabwehr, indem sie die Kolonisation besonders von
pathogenen Keimen verhindert. Die
Zusammensetzung der P. kann wegen unterschiedlicher biologischer
und ökologischer Voraussetzungen sehr verschieden sein, ebenfalls treten
bei einer Verminderung des Immunsystems Veränderungen auf.
Eine der wichtigsten Stoffwechselaktivitäten der
Bakterien in der P. ist die Fermentation von
Zuckern;
daraus folgert ein Absinken des pH-Wertes
verbunden mit einer
Demineralisation (Entkalkung) der Zahnoberfläche (
Karies).
Weiter wird von den Bakterien Nitrat (-NO3) umgesetzt mit einem
Entstehen von Stickstoffmonoxid (NO),
Lachgas (N2O) und Stickstoff (N2).
Die P.-Entwicklung erfolgt in mehreren Stufen (frische
P., junge P., ausgereifte P., alte P.):
Erste Anlagerungen von Bakterien erfolgen durch schwache
elektrostatische Bindungen zwischen der auf der Zahnoberfläche liegenden
Pellikel ("Zahnhäutchen") und dem
Bakterium, wobei Moleküle als Haftvermittler dienen
Werden die Bindungsmechanismen komplexer, kommt es zu einer
irreversiblen Bakterienanhaftung - die P. besteht nun vor allem
aus Glykoprotein (Kohlenhydrat-Eiweiß-Makromoleküle)
Es erfolgt eine weitere Kolonisation mit sog. Pionierkeimen, welche sich
auf die vorhandene Bakterienschicht auflagern. Man bezeichnet diesen
Zustand als Plaquereifung - das Gleichgewicht wird zugunsten
anaerober Bakterien verschoben
Es erfolgt während der Reifung ein weiteres Wachstum mit der Ausbildung
ökologischer Nischen (sog. Mikromilieus). In diesen Räumen
herrschen optimale Wachstums- und Überlebensbedingungen - es erfolgt
eine zusätzliche Besiedlung mit spiralförmigen Bakterien
Die Plaque ist in diesem Stadium als "Teil des oralen
Biofilms" anzusehen (
Biofilm)
Bleibt diese P. unbehandelt durch fehlende
Mundhygienemaßnahmen, entwickelt sich relativ rasch eine
girlandenförmige
Gingivitis am Übergang Zahn zum Zahnfleisch ("Schmutzgingivitis")
mit der Tendenz zum Übergang in eine
Parodontitis
Es erfolgt schließlich eine
Mineralisierung der P. , u.a. mit einem sich bildenden
Zahnstein
Folgende Faktoren begünstigen die Anlagerung von P. auf
den Zähnen:
mangelnde
Mundhygiene
Zahnstein
als Grundlage für die Anlagerung weiterer P.
zu geringer
Speichelfluss. Speichel ist neben dem Kauakt in der Mundhöhle der
Hauptfaktor der natürlichen Selbstreinigung der Zähne
anatomische Fehlstellungen führen zu Nischen ("Schmutznischen"),
welche weder durch die natürliche Selbstreinigung, wie auch durch die
häusliche Zahnpflege gesäubert werden können.
mangelhafte zahnärztliche Restaurationen, besonders überstehende
Kronen-
und
Füllungsränder, sind Retentionsstellen für P.
Zu den Auswirkungen der P. auf den Organismus existieren drei
Plaquehypothesen:
Die spezifische Plaquehypothese geht davon aus, dass Karies im
Sinne einer Infektion von spezifischen Mikroorganismen der P.
verursacht wird. Diese sind
S. mutans, S. sobrinus und
Laktobazillen. Je nach Konzentration dieser Mikroorganismen
innerhalb der P. liegt eine mehr oder weniger starke
Pathogenität vor. Entscheidend ist nach dieser
Theorie eher die Qualität als die Quantität der Plaque.
Die unspezifische Plaquehypothese davon aus, dass eine gemischte
Bakterienflora in der P. besteht und lediglich eine kritische
Menge erreichet werden muss, um pathogen zu wirken. Unterhalb der
kritischen Masse liegende Plaquemengen können durch die
Wirtsabwehrfaktoren kompensiert werden. Diese Theorie berücksichtigt das
Konzept, dass Plaque eine Lebensgemeinschaft darstellt und ihre
Pathogenität ein Ergebnis der Interaktionen zwischen den Mitgliedern der
Gemeinschaft ist. Entscheidend ist nach dieser Hypothese eher die
Quantität und nicht die Qualität der Plaque
In jüngerer Zeit taucht vermehrt der Begriff "ökologische
Plaquehypothese" in der Literatur auf. Gemeint ist damit, dass die
Zahnplaque als physiologisch (ökologische
Balance zwischen unspezifischer und spezifischer Plaqueflora) für den
gesunden Organismus ist. Erst eine sog. "Ökologische Katastrophe"
(komplexen Interaktionen der Bakterien untereinander) macht die P.
pathogen.
Mundspüllösungen sind in frühen Stadien der Plaquereifung in der
Lage, die Mikroorganismen abzutöten - hier werden der ätherischen Lösung
Listerine® besondere Eigenschaften nachgesagt, während
Chlorhexidin die höhere
Substantivität besitzt.
In der
Karies auslösenden P. spielen besonders
Streptococcus mutans und Streptococcus sobrinus, aber auch
Laktobazillen und
Aktinomyzeten eine entscheidende Rolle.
Die mechanische Entfernung von P. (
Mundhygiene) ist die wichtigste häusliche Maßnahmen zu Vermeidung
von
Gingivitis,
Karies und Parodontitis.
Antiseptikum,
API,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Belag,
Färbetabletten,
Gingivitis,
Helicobacter pylori,
Irritationsindex,Karies,
Kariesaktivität,
Kariesanfälligkeit,
Kariesbakterien,
Kariesrisiko,
Konkremente,
Laktobazillen,
Materia alba,
Mundhygiene, Parodontitis,
Periodontal Disease
Index, Plaquehemmung,
Plaque-Index,
Plaquekontrolle (chemische),
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Prothesenreinigung,
Pulverstrahlgeräte,
Retentionsstellen,
Schmutznische,
Streptococcus mutans,
Teebaumöl,
Xylitol,
Zahnbelag,
Zungenbelag
|

|
Plaquehemmung
Antiplaquemittel, "Anti-Plaque-Wirkung" engl.: plaque
inhibiting (agents); Medikamente oder Stoffe (meist auf pflanzlicher
Basis), die eine übermäßige Plaquebildung unterdrücken
sollen (sog.
Plaquekontrolle (chemische)); mitunter
auch als "chemische Zahnbürste" bezeichnet. Da mit derartigen chemischen
Maßnahmen auch die gesunde, für die Körperabwehr wichtige
Plaque zerstört wird, gelten solche Mittel nur als vorübergehende
Notfallmaßnahme, wenn eine mechanische
Mundhygiene
mit der
Zahnbürste nicht möglich ist (z.B. nach
Zahnfleischbehandlungen). Als
Goldstandard
gilt (2011) die Anwendung von
Chlorhexidin
(z.B. 2 x 10 ml 0,2-prozentig = 40 mg Tagesdosis); daneben kommen noch
Zinnfluorid und
Triclosan in Betracht.
Naturheilkundliche Verfahren setzen auf Gallotannine (enthalten z.B. im
Nelkenwurz (geum urbanum) oder der Virginischen Zaubernuss (hamamelis
virginiana)), wie auch die Verwendung von Triterpensaponinen aus der Wurzel des
Süßholzes (gycyrrhiza glabra) oder den Blättern des Grünen (Schwarzen) Tees
(camellia sinensis).
Ausblick: beim Andocken an den Zahnschmelz nutzen die
Kariesbakterien sogenannte Alpha-Glucane. Schaltet man diese Substanzen aus,
verhindert man auch deren Anlagerung. Ein Teil der Glucane gleicht einem
Verdauungsenzym des Speichels, das Stärke zersetzt. Wird der Hilfsstoff der
Plaquebakterien blockiert, wäre auch die Stärkezersetzung gestoppt. Deshalb
versuchen die Forscher vermehrt, nur die Alpha-Glucane zu hemmen.
Antiseptikum,
Full Mouth Disinfection,
Mundspüllösungen, Plaque,
Plaquekontrolle (chemische)
Plaqueindex
PI, engl.: plaque index; Angabe der Menge an
Plaque (Zahnbelag), welche sich auf
vorher gründlich gereinigten Zähnen innerhalb von 24 Stunden ohne
Mundhygienemaßnahmen wieder neu bildet.
Gebräuchlich ist der 1962 publizierte P. nach Quigley und
Hein, welcher den Plaque-Befall (Sichtbarmachung durch Anfärben
der Verunreinigungen) in 6 Stufen einteilt (0 = keine Plaque; 5 =
2/3 oder mehr der Zahnkrone sind davon bedeckt).
Ebenso gebräuchlich ist der P. nach Silness und Löe;
diese Messzahl unterscheidet vier Stufen (0 = keine sichtbare und
mit einer speziellen Sonde feststellbare Plaque vorhanden; 3 = dicke,
ins Auge stechende Beläge, welche auch die
Zahnzwischenräume ausfüllen).
Dichotomer P. nach O'Leary; einfache Messzahl, welche
auf einer JA-NEIN-Entscheidung fußt. Es wird nach
Plaque an 4 Stellen jedes Zahnes (distal,
bukkal,
mesial,
oral) gesucht
und mit JA o. NEIN bewertet. Daraus ergibt sich:
PI = (Anzahl der plaquebelegten Flächen) : (Anzahl der gesamten
Flächen) x 100%
In D ist auch der
Approximal-Plaque-Index (nach Lange) gebräuchlich.
PFRI (Plaque Formation Rate Index) bezeichnet den
Plaquebildungsindex, d. h. die Menge an Plaque, die innerhalb von 24
Std. neu gebildet wurde. Im Zusammenhang mit einem
Streptococcus Mutans-Test gilt diese Kombination z.Zt. (2009) mit
als sehr sichere Methode zur Bestimmung des
individuellen Kariesrisikos.
Cervical
Plaque Index (CPI; CPI probe): wenig gebräuchliche Messzahl zur
Klassifizierung von Belägen am
Zahnhals
API,
Belagsindex,
Denture-Hygiene-Index,
Distal-Mesial-Plaque-Index,
Gingiva-Index,
Irritationsindex (O'Leary),
Mundhygiene-Status, Plaquehemmung. |

überarbeitet nach ©
WHO
|
Plaqueindikatoren;
Plaquerevelatoren, engl.: plaque indikators; Farbstoffe zur
Sichtbarmachung von Verunreinigungen auf der Zahnoberfläche.
Färbetabletten
Plaquekontrolle , chemische
engl.: chemical plaque
control; Schlagwortbezeichnung im Zusammenhang nach
parodontalchirurgischen Maßnahmen, welche
eine schnelle Wiederbesiedlung von gereinigten Zahnfleischtaschen und
Wurzeloberflächen durch in der Mundhöhle verbliebene parodontalschädigende
Bakterien verhindern. Dadurch soll eine normale, mit einer "parodontalen
Gesundheit" vereinbare Bakterienflora als Neubesiedlung in den
subgingivalen
Bezirken erreicht werden. Als
Goldstandard
gilt heute nach derartigen Eingriffen, dass der Patient angewiesen wird, für 2-6
Wochen den Zungenrücken und die Zähne mit einem
Chlohexidin-Gel zu reinigen und zusätzlich 2mal täglich eine 0,1-0,2%ige
Chlorhexidin-Spüllösung zu verwenden.
Full Mouth Disinfection, Plaquehemmung
plastische Deckung
"Plastik", Begriff für einen (vollständigen) chirurgischen
Verschluss einer Wunde durch spezielle Techniken;
Lappenoperation,
Mukoperiostlappen,
Trapezlappen,
Zungenlappenplastik
Plasma
"Plasmamedizin", Plasmatechnik in der Medizin, engl.: plasma
technology in medicine; noch junge medizinische Therapierichtung mittels
Niedertemperaturplasmen bzw. sogenannter TTPs (= Tissue Tolerables
Plasma) zur Abtötung von
Mikroorganismen.
"Plasma" ist eine Bez. für den 4. Aggregatzustand (fest, flüssig, gasförmig)
einer Materie und ist ein leuchtendes Konglomerat aus angeregten Teilchen:
Ionen, freie Elektronen, Radikalen, Atomen und Molekülen. Ohne die genauen
Wirkungsmechanismen und Nebenwirkungen sicher zu kennen, hat ein derartiges
Plasma bei körperverträglichen Temperaturen ("tissue tolerable") durch seine
hochenergetischen Bestandteile (z.B. freie Radikale) die Eigenschaft, unter
anderem sonst
resistente Bakterien abzutöten bei gleichzeitiger Schonung des gesunden Gewebes.
Weiter sollen dadurch Wachstums- und Regenerationsprozesse angeregt werden.
Noch wird geforscht in der ZHK (2010) zur Zerstörung von
Biofilmen, in
der Parodontologie und zur Oberflächenbehandlung von
Implantaten.
Sterilisation
plastische Füllungen
Zahnfüllungen aus Werkstoffen, welche zum Zeitpunkt des Einbringens in die
Kavität noch
verformbar sind und erst nach einer bestimmten Dauer in dieser erhärten; im
Gegensatz zu den schon beim Einbringen festen Füllungen (z.B.
Gussfüllungen,
Keramik-Inlay), welche nach einem Abdruck der Kavität außerhalb des Mundes
hergestellt werden. Die p. F. stellen den Hauptanteil an den
gelegten Füllungen im Mund; typische Vertreter sind die
Amalgame und
Komposites.
Füllung
Platin;
Legierung
Platte, Plattenbehelf, Plattengerät,
engl.: plate; einfachste Form des herausnehmbaren Zahnersatzes, meist nur
als
Provisorium in Gebrauch. Eine Abstützung der
Halteklammern
erfolgt nicht; unter Umständen wird auf jegliche
Halteelemente
verzichtet ("Plattenprothese"); die Kaukräfte werden ausschließlich auf
die Kieferschleimhaut übertragen (tegumentale Lagerung). Auch gebraucht für ein
kieferorthopädisches Behandlungsgerät
aktive Platte
Provisorium
Plattenepithelkarzinom;
Mundhöhlenkarzinom
Plattenosteosynthese
engl.: plate fixation, plating; Versorgung von
Knochenbrüchen mittel speziell ausgebildeter (metallischer) "Platten"
(Kompressionsplatten, Rekonstruktionsplatten). In der
ZHK meist mit Miniplatten (
Osteosynthese) durchgeführt. Nachteilig können hierbei eine Behinderung
des Wachstums, Temperaturempfindlichkeit, Wanderung der Platten, sowie die
Notwendigkeit eines zweiten Eingriffs sein. In jüngerer Zeit auch mittels
resorbierbaren Materialien auf Polylactidbasis (BiosorbFX®, Bionx Implants®),
die diese Nachteile nicht mehr aufweisen sollen. Obwohl Titan-Miniplatten seit
über 40 Jahren in der Osteosynthesetechnik eingesetzt werden, besteht nach wie
vor Uneinigkeit darüber, ob diese postoperativ routinemäßig entfernt werden
sollten oder im komplikationslos abgeheilten Kiefer belassen werden können.
Champy-Platte,
Kompressionsosteosynthese,
Osteosynthese,
Zuggurtung
Platzbedarfsanalyse
kieferorthopädische; Analyse des Platzbedarfs in den Stützzonen oder im
Frontzahngebiet im Zusammenhang mit kieferorthopädischen Maßnahmen, besonders
bei Fällen mit einem
Engstand bzw.
bei der Entscheidung zur Behandlung mittels
Extraktionstherapie. Die bekannteste Methode stellt die P. nach
Moyers
dar.
Abweichung,
Bolton
Analyse,
Engstand,
Fehlstellung von Zähnen,
Mesialdrift,
Moyers
Analyse,
Neff-Verhältnis, Platzhalter,
Stützzone,
Tonn-Index,
Zahnbreite
Platzhalter
Lückenhalter, Platzhalterfunktion, engl.: space
maintainer (funktion), spacer; Maßnahmen zur
Offenhaltung eines entstandenen Zahnlücke durch
vorzeitigen Milchzahnverlust, um dem bleibenden Zahn genügend
Raum zum Durchbrechen zu lassen. Da sich durch einen Milchzahnverlust -
besonders im Backenzahnbereich - ein Verfall der
Stützzone ergibt, ist das Eingliedern eines P. unabdingbar,
sollen nicht im bleibenden Gebiss nur schwer zu korrigierende (und
teure) Schäden entstehen. Prophylaktisch sollte auf einen möglichst
langen Milchzahnerhalt geachtet werden.
Beim Verlust von Milchfrontzähnen ist ein P. aus
Platzgründen selten indiziert. Auch wenn bei fehlenden Milchfrontzähnen
eine Umverteilung der Platzverhältnisse bei den verbleibenden
Frontzähnen zu beobachten ist, kommt es meistens nicht zu einem
echten Platzverlust. Jedoch können hier andere Überlegungen (Ästhetik,
Sprache) den Wunsch nach einem prothetischen Ersatz aufkommen lassen.
Der beste P. ist der natürliche Zahn selbst. Es sollen daher alle
endodontischen und
konservierenden Maßnahmen zu seiner Erhaltung gegen einen
künstlichen P. abgewogen werden.
Behandlung von Milchzähnen,
Erhaltung von Milchzähnen,
Fehlstellung von Zähnen,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Kinderprothese,
konfektionierte Krone ("Kinderkrone"),
Milchzahnverlust vorzeitiger,
Nance-Apparatur,
ortho-circ,
Stützzone,
Zahnbewegungen,
Zahnwanderung |

|

zwei
Kinderkronen als P. |
Platzmangel
Platzdiskrepanz, engl.: shortage of space (in the dental arch);
Missverhältnis zwischen der Größe eines
Zahnbogens und dem Platzbedarf für einen oder mehrere Zähne.
Abweichung,
Bolton
Analyse,
Engstand,
Fehlstellung von Zähnen,
Mesialdrift,
Moyers
Analyse,
Neff-Verhältnis, Platzbedarfsanalyse,
Staffelstellung,
Stützzone,
Tonn-Index,
Zahnbreite
Plausibilitätsprüfung; engl.:
plausibility check;
Tagesprofile,
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz
Plazebo,
Placebo
Plica
Falte, engl.: do.; Ausdruck u.a. für die Schleimhautfaltungen des
harten Gaumens: Plicae palatinae transversus. Die ähnlich dem
Fingerabdruck äußerst individuelle Faltung des Gaumens kann in der
Kriminologie Anwendung zur Identifizierung (
Palatoskopie) finden.
Gaumenfalten,
Rugae |

|
Plombe
Plombieren, engl.: filling, restoration; laienhafter,
falscher Ausdruck für eine Füllung bzw. "eine Füllung legen"; der Ausdruck
leitet sich von der französischen Bezeichnung plomb = Blei ab, ein früher
gebräuchliches Füllungsmaterial.
Füllung
PMA-Index
engl.: PMA of Schour-Massler; in D wenig gebräuchlicher
Parodontalindex. Gemessen
werden die Entzündungsgrade der
Interdentalpapillen (P), der marginalen (M) und der atteched (A)
Gingiva.
Parodontale Indizes
PMIK
Pharmakomechanische Infektionskontrolle; relativ junges Konzept als
antiinfektiöse Therapie bei der Behandlung von Zahnfleischentzündungen (
Parodontitis) als Kombination von
mechanischer Instrumentierung (Reinigung,
Politur) der Wurzeloberflächen und anschließender lokaler,
subgingivaler Applikation eines
Doxycyclin-Gels. Die Behandlung erfolgt in 2 Phasen:
- Grobe maschinelle Reinigung der Zahnwurzeloberfläche (ohne
Betäubung) in allen erkrankten Taschen (Taschentiefen > 5 mm);
anschließend Applikation eines
Doxycyclin-Gels
- Nach 3 Monaten: Neubewertung (Reevaluation); gründliche mechanische
Instrumentierung (Reinigung,
Politur) der Wurzeloberflächen unter örtlicher
Betäubung
lokale Antibiotikazufuhr,
Matrix-Metalloproteinasen - MMP,
Parodontalbehandlung
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