N.
-- Abk. für Nasion
-- Abk. für das lat. Wort Nervus = Nerv,
engl.: nerve, z.B. N. Trigeminus =
Trigeminusnerv
-- Abk. für therapiegerechte Packungsgrößen bei
Arzneimitteln; N1 = Kleine Packung, kurze Anwendungsdauer, N2 =
Mittlere Packung, mittlere Anwendungsdauer, N3 = Große Packung, lange
Anwendungsdauer
-- weiter u.a. für: Nano, Newton, Neutron,
Normallösung
N2 ®
Wurzelkanal-Füllzement ("Wurzelfüllpaste") auf
Zinkoxyd-Eugenol
Basis, engl.: do.; mit einer
antimikrobiellen Wirkung durch einen (umstrittenen)
Formaldehydzusatz (Formaldehydgase besitzen ein Penetrationsvermögen bis
tief in die Dentinkanälchen hinein) zum Pulver. Ausgehärtet ergibt N2
eine definitive, nicht resorbierbare
Wurzelkanalfüllung mit kreideartiger Härte bei einem guten Adhäsionsvermögen
an den Kanalwänden. Anzuwenden alleine oder als
Sealer in Verbindung mit
Guttapercha Stiften.
Der Wurzelkanal
ist in Wirklichkeit ein Wurzelkanalsystem mit Haupt- und Seitenkanälen und
Ramifikationen.
Aufbereitet und mit herkömmlichen Wurzelfüllmitteln gefüllt werden können aber
nur die Hauptkanäle. Die Idee des N2-Entwicklers
Sargenti war es, dass nur ein Gas in der Lage wäre, dieses ganze System
vollständig zu erreichen. Die
antiseptische Komponente in N2 ist
Paraformaldehyd. Während der Abbindephase wird Formaldehyd aus dem N2
als Gas freigesetzt. Dieses diffundiert in die Pulpa und in die Dentintubuli.
Formaldehyd wirkt stark
antibakteriell.
Zur Frage des umstrittenen Zusatzes von
Formaldehyd erklärt der Hersteller: Ob ein Präparat Gift oder Heilmittel
ist, hängt bekanntlich von der Dosierung ab. Eine systematische
Toxizität wird nachgewiesen im LD 50 Test (LD =
letale (tödliche) Dosis). Bei N2 wird die 50 % Grenze erreicht bei
10.720 gefüllten Wurzelkanälen bei einem 90 kg schweren Mann.
Formaldehyd kommt in vielen Naturprodukten vor (siehe unten). Ein Wurzelkanal
der Stärke 50 (mit N2 gefüllt) enthält 2,5 mg Formaldehyd. Damit enthält er
weniger dieses Stoffes als ein Liter Milch, dazu noch chemisch-physikalisch
gebunden und nicht freigesetzt. Nach Grossmann ist bei N2 die
antiseptische Wirkung nach 5 Tagen halbiert und nach 10 Tagen nicht mehr
feststellbar.
Formaldehyd in Nahrungsmitteln:
Äpfel 17,3 mg/kg
Schwein 20 mg/kg
Schalentiere bis 98 mg/kg
Milch 3,3 mg/Liter
N2 ist wahrscheinlich der bekannteste und wohl meistverbreitete
Wurzelkanalzement der Welt. Es wird geschätzt, dass allein in den USA 30.000
Zahnärzte N2 benutzen und dass weltweit über 400 Millionen Zähne mit N2
wurzelgefüllt wurden.
Hinweis: N2 hat, bedingt durch das Nachzulassungsverfahren für
Arzneimittel eine Kontraindikation für die Behandlung an Kindern.
Wurzelfüllpaste,
Zauberpaste
N. lingualis
Lingualis-Nerv
Nabers Sonde, engl.: Naber's probe;
Kuhhornsonde
Nachbarzahn, engl.: adjacent teeth;
der im selben Kiefer
mesial oder
distal stehende
Zahn. Bei den Zähnen im Gegenkiefer spricht man von
Antagonisten
Nachbehandlung , engl.: aftercare,
aftertreatment, followup; Oberbegriff für eine Vielzahl von
Maßnahmen nach chirurgischen Eingriffen, wie Wundkontrolle, Wundtamponade,
Nahtentfernung.
Extraktion,
Osteotomie
Nachbesserung
Recht zur Nachbesserung, engl.: (right to) repair at a later stage,
retouching; Begriff, welcher besonders bei der Behandlung mit
Zahnersatz
auftritt: Der Patient behauptet, dass der ihm eingegliederte Zahnersatz
unbrauchbar sei und weigert sich, entsprechende Zahlungen zu leisten.
Grundsätzlich ist zu bemerken, dass jede zahnärztliche Tätigkeit dem
Dienstvertragsrecht nach §§ 611 BGB unterliegt und kein Erfolg geschuldet
wird. Ein Behandlungsmisserfolg bedeutet deshalb nicht automatisch eine
fehlerhafte ärztliche Behandlung. Allerdings muss diese den Kriterien der
(zahn-)ärztlichen Kunst entsprechen. Dies muss notfalls durch ein
entsprechendes
Gutachten abgeklärt werden.
Von Patientenseite aus ist dem Zahnarzt immer das ausreichende Recht zur
Nachbesserung (bis hin zur Neuanfertigung!) zu geben, es sei denn das
Vertrauensverhältnis ist erheblich gestört. Ohne diese Störung ist es nicht
möglich, dass sich der Patient direkt an einen anderen Behandler wendet, um dem
vermeintlichen Mangel abzuhelfen bzw. die Arbeit neu anfertigen zu lassen - es
sei denn, er will bei einem für ihn negativen Gutachten/Gerichtsurteil zweimal
bezahlen.
Über die Anzahl der Nachbesserungsversuche wird in der Literatur nichts
Konkretes ausgesagt. Gerichtsentscheidung nehmen hierzu häufig die Komplexität
des Einzelfalles als Grundlage (Einzelkrone vs. komplette Gebiss-Sanierung); 3-5
Nachbesserungsversuche dürften hierbei realistische Zahlen sein.
Gewährleistung,
Honorar,
Mängelgutachten ("Mängelrüge")
Nachbestrahlung, postoperative
Strahlentherapie, engl.: postoperative irradiation;
Strahlentherapie, die nach der operativen Entfernung von bösartigen
Tumoren durchgeführt wird.
Nachblutung
postoperative Blutung, zeitlich vom eigentlichen Eingriff versetzt,
engl.: secondary bleeding, secondary hemorrhage;
Komplikation nach einem zahnärztlich-chirurgischen Eingriff; erneutes
Auftreten einer Blutung nach Beendigung eines operativen Eingriffs.
Liegen keine allgemeinen Störungen vor oder wurden während der Operation keine
entsprechenden Blutgefäße unversorgt gelassen, so tritt eine N. meist
nach Abklingen der örtlichen Betäubung auf: Den
Betäubungsmitteln sind zur tieferen Wirkung und wegen einer gewünschten
Blutleere im Operationsgebiet
blutgefäßverengende Substanzen beigemischt, welche nach einer gewissen Zeit
vom Organismus abgebaut werden und dadurch zu einer vermehrten Durchblutung
(reaktive Hyperämie) führen.
Sofortmaßnahme (als Notfallbehandlung) ist jede Art von Kompression
(Druck) auf die Wunde: z.B. mehrere Mulltupfer oder notfalls ein zerknülltes
Stofftaschentuch (kein Papier!) auf die Wunde legen und fest zubeißen (
Drucktamponade); der Zusammenbiss kann durch Anlegen einer Kopf-Kinn-Binde
verstärkt werden. Der Kopf sollte nicht flach liegen; kalte Wangenumschläge zur
Kompensierung der reaktiven Mehrdurchblutung sind angeraten. Sollte mit diesen
Maßnahmen sich nach ca. ½ Stunde kein Stehen der Blutung einstellen, unbedingt
zahnärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Zahnärztliche Behandlung der N. durch dichtes Vernähen der Wunde
unter
örtlicher Betäubung und/oder
Tamponieren der Wunde mit Gazestreifen, die mit blutstillenden Mitteln (Thrombin-Präparate)
getränkt sein können. Bei zu erwartenden N. (
Blutgerinnungsstörungen) vorherige Anfertigung einer
Abdeckplatte
Von diesen im zeitlichen Zusammenhang stehenden N. sind die sog.
Spätnachblutungen zu unterscheiden. Durch eine
Infektion der Wunde oder eine anderweitige Zerstörung des sich in der Wunde
befindlichen
Blutpfropfes (Zahnbürste, harte Speisen), geht der natürliche Wundverschluss
verloren und es können lokale Nachblutungen auftreten.
Das Risiko einer N. wird deutlich erhöht durch angeborene ("Bluter";
Häufigkeit etwa 1:20.000) oder medikamentös bedingte
Störungen der Blutgerinnung (z.B. Infarktprophylaxe durch
Marcumar) sowie bei schweren Lebererkrankungen.
Bei Blutgerinnungsstörungen zusätzliche Gabe von
Hämostyptika; evtl. Krankenhauseinweisung.
Acetylsalicylsäure,
Angiotripsie,
Arterienklemme,
Blutgerinnungsstörungen,
Drucktamponade,
Fibrintherapie,
Hämatom,
Heparin,
Knochenbolzung,
Kollagenschwamm,
Kumarin,
Quick-Wert,
Sickerblutung,
Tamponade,
Umstechnungsnaht
Verhalten nach einer Extraktion
Nachpräparation, definitive
Präparation, engl.: repreparation; Verfeinerung/Vervollständigung einer
früher durchgeführten
Präparation.
Nachschmerzen, engl.: afterpain;
Zustände im Anschluss an eine zahnärztliche Behandlung; z.B.
Alveolitis,
Wundinfektion
Nadelaufnahme
Röntgen-Nadelaufnahme, Schlagwortbez. für eine Form der
intraoralen Messaufnahme zur Längenbestimmung/Durchgängigkeit eines
Wurzelkanals. Mittels dünner, flexibler Metallnadeln (unter Umständen auch mittels
Guttaperchastift), deren Länge bekannt ist, wird röntgenologisch die Länge
des
Wurzelkanals bestimmt. Auch zur Darstellung einer
Via falsa
angewandt.
Wurzelkanalbehandlung,
Wurzelkanallänge,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)
Nadelbruch
Injektionsnadelbruch, engl.:
(dental) needle fracture; heute extrem seltene Komplikation beim
Setzen einer
Lokalanästhesie, vornehmlich einer
Leitungsanästhesie im Unterkiefer (Mandibularanästhesie).
Unverzügliche Einweisung in eine Fachklinik nötig, da das Frakturstück
in die Halsregion wandern kann. Prophylaktisch sollten nur Einmalkanülen
und keine vorher abgebogenen Kanülen angewandt werden. |

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Nadelhalter
engl.: needle holder, suture forceps; chirurgisches Instrument
zum Legen einer Wundnaht. Gebräuchlich ist der
Nadelhalter nach Mathieu, welcher die Branchen durch eine leicht wieder
auflösbare Druckarretierung fixiert und so die Nadel sicher festhält.
Naht
Nadelimplantat
engl.: (endosteal) needle implant;
aus der Frühzeit der jüngeren
Implantologie stammende Art der
enossalen Implantation; angespitzte Tantalnadeln wurden mit
Hammerschlägen in den Knochen eingetrieben. Wegen häufiger Misserfolge
bei der Verwendung der tantalhaltigen N. (sog. "Nadelstraßen")
ist diese Art heute
obsolet.
Implantat |

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Nadelstichverletzung,
Stichverletzung
Naevus
Nävus, Muttermal, engl.: nevus; häufig angeborene oder im
Kindsalter entstehende, umschriebene, gutartige Fehlbildung der Haut oder
Schleimhaut (Schleimhaut-Naevus; white spongy nevus). Am häufigsten sind die
bräunlich eingefärbten Naevi der pigmentbildenden Zellen, welche auch als "Leberfleck"
bezeichnet werden.
Nahrungsstoffe
Nährstoffe, Nahrung; engl.: nutrients; Bestandteile der
Nahrung von Lebewesen, wie Kohlenhydrate (Zucker), Fette, Eiweiß, essentielle
Amino- u. Fettsäuren, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, sowie Wasser. N.
können in der Nahrungszufuhr allein oder an
Ballaststoffe gebunden vorkommen.
100 Tonnen Nahrungsmittel verzehrt ein Mensch durchschnittlich im Leben. Fünf
bis 33 Prozent der Bevölkerung geben an, bestimmte Nahrungsmittel (NM) nicht zu
vertragen; und nennen das dann gern eine "Allergie". Doch echte NM-Allergien
betreffen wohl weniger als fünf Prozent.
Naht
Wundnaht, Sutur(a) engl.: (wound) suture;
chirurgische Wiedervereinigung vorher getrennter (chirurgisch- oder
Unfall-bedingt) Gewebe mittels Nahtmaterial versch. Art
resorbierbar, wie
Catgut, PGA-Material (PGA = Polyglykolsäure); nicht
resorbierbar, wie Kunstfasern, Seide, Drähte; Nahtmaterial
biologischen Ursprungs). Heute meist als atraumatische Naht
mittels spezieller Nadel-Faden-Kombinationen (
atraumatisch) durchgeführt. Eine Nahtentfernung erfolgt bei den
nicht
resorbierbaren Stoffen in der Regel nach 7 - 10 Tagen.
Von den Nahttechniken her unterscheidet man hauptsächlich die (Einzel-)Knopfnaht
(Umschlingungsnaht, wird am meisten angewandt), die
Rückstichnaht (Donati- o. Achternaht), die
Matratzennaht, die fortlaufende Intrakutannaht und die
Umstechnungsnaht.
Die Stärke des Nahtmaterials ist genormt und umfasst die Stärken
0 = 0,350 -0,399 mm bis hin zu 10-0 = 0,020 - 0,029 mm.
Herkömmliches chirurgisches Nahtmaterial spielt bei den
Wundinfektionen eine nicht unwesentliche Rolle: Zwar verursacht es
selbst keine Infektionen - aber an "normalen" Fäden können Bakterien
anhaften, wie auf einer Leiter "klettern", sich einnisten, vermehren und
dann im Wundbereich Infektionen verursachen. Seit einigen Jahren auf dem
Markt (2003) ist "Vicryl® Plus" (aus der Gruppe der
Triclosan-Produkte;
Fa. Ethicon),
ein beschichtetes Nahtmaterial, welches verhindert, dass sich die
Bakterien auf dem Faden ansiedeln. Zudem bildet der beschichtete Faden
im Umfeld von etwa 20 Millimetern eine bakterielle Hemmzone.
Im weitestem Sinn zählen zum Nahtmaterial auch
Gewebekleber, Wundklammern und sog. "Nahtpflaster".
Ein "Aufgehen" der Wunde trotz Naht - sog. Nahtdehiszenz (engl.:
wound dehiscence) - kann durch eine falsche Nahttechnik, als
Folge von postoperativen Schwellungen oder zu frühem Gebrauch des
Wundgebietes (z.B. Kauen, Sprechen) bedingt sein.
Dehiszenz,
Langenbeck,
Laurell Naht, Nadelhalter,
Osteotomie,
Papillennaht,
Situationsnaht,
Tabakbeutelnaht,
Wunddehiszenz
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Matratzennaht |
Nance-Apparatur
festsitzendes
kieferorthopädisches Behandlungsgerät. Mittels einer
Kunststoffpelotte, die sich am Gaumen abstützt und über einen Drahtbügel
an zwei festzementierten Bändern gehalten wird, können Seitenzähne von
einem Vorwandern gehindert werden. Dies ist z.B. dann sinnvoll, wenn
Eckzähne zurückbewegt werden sollen oder
Lücken
offen gehalten werden müssen. |

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Nanofüllerkomposite,
Nanotechnologie,
Komposite
Nanoleakage
Nanoleckrate engl.: do.; Begriff aus der
Adhäsivtechnik, hier speziell für die Dichtigkeit (nicht nur
Spaltfreiheit)
des Verbundes zwischen der
Restauration
(Komposite-Füllung)
und der Zahnhartsubstanzoberfläche im Nanometer-Bereich ( 1 Nanometer = 1/1 000
000 000 m oder 10-9m ).
Leakage,
Randschluss
Nanotechnologie
Nanomedizin, von Nano = Zwerg, engl.: nano-technology;
Untersuchung, Herstellung und Anwendung von funktionalen Strukturen, deren
Abmessungen im Bereich unter 100 Nanometer (100 nm) liegen; 1 Nanometer = 1
milliardstel Meter (10-9) ; zum Vergleich: 1 Nanometer = etwa dem
Zehntausendstel vom Durchmesser eines menschlichen Haares. Nanokörper zeichnen
sich durch eine enorm große Oberfläche im Vergleich zu ihrem Volumen aus -
Nanokörper sind deshalb besonders "Molekülaktiv".
Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die N. als zukunftsweisender
Forschungszweig in den verschiedensten Branchen entwickelt. Im Bereich der
Nanomedizin bestehen folgende vielversprechende Entwicklungen wie z. B.
Targeted Drug Delivery, kontrollierte Wirkstoff-Freisetzung, neue Konzepte der
Tumortherapie, innovative Dentalmaterialien, Nanobioananlytik und diagnostische
Techniken, Nanomaterialien für Implantate und die regenerative Medizin,
mikrobizide Beschichtungen für Hygiene und pharmazeutische Verpackungen,
neuartige Kontrastmittel und die Miniaturisierung von Biochips.
Einsatz in der
ZHK besonders auf dem Gebiet der
adhäsiv verarbeitenden
Kunststoffe ("Nanofüller"; die organische Matrix wird mit anorganischen
Nanofüllstoffen "armiert"),
Versiegelungsmaterialien, da diese Stoffe u.a. eine optimale
Dispersionsfähigkeit besitzen, Nanowirkstoffe in
Mundspüllösungen und
Zahnpasten
und der Oberflächenbeschichtung von
Implantaten
(z.B. der positive Einfluss von nano-strukturiertem Titan, Tantaloxid (Ta2O5)
oder von Albumin auf das periimplantäre Gewebe). In Entwicklung befindet sich
(2009) z.B. ein Verfahren, mittels N. und
Lasereinsatz
eine abrasions- und korrosionsbeständige Zahnoberflächenbeschichtung
("Schmelzähnlicher Schutzfilm") zu schaffen;
easy
to clean effect.
Nanotechnologisch basierte
Komposites sind viel stärker belastbar, sehr
abrasionsbeständig und erfüllen hohe Ansprüche bei
Ästhetik,
Transparenz,
Politurbeständigkeit und Handling-Eigenschaften. Sie werden als
Universalkomposite im Front- und Seitenzahnbereich eingesetzt.
2007 kam eine spezielle
Zahnpasta auf den Markt, welche durch eine sog. "Neomineralisation"
(Aufwachsung von Calcium und Phosphat aus dem Speichel auf der Zahnoberfläche)
die Dentintubuli
des Zahnes dauerhaft verschließen soll und so das Problem der
überempfindlichen Zahnhälse dauerhaft beseitigen kann.
NAP; Abk. für
Nervenaustrittspunkt
Narkose
Vollnarkose, Allgemeinanästhesie, engl.: general anaesthesia,
narcosis; mit Unterscheidung in
Inhalationsnarkose- und Injektionsnarkose, welche neben dem
Schmerzempfinden auch das Bewusstsein ausschalten. Merkmale einer (Voll-)Narkose
sind Bewusstlosigkeit ("Schlaf"), Schmerzlosigkeit, Ausschaltung der
Muskelfunktion (Muskelrelaxation) und Ausschaltung der Reflexe. Nach neuerer
Nomenklatur gilt eine Vollnarkose nicht mehr als induzierter "Schlaf", sondern
als ein "reversibles Koma".
Eine N. gilt in der zahnärztlichen Praxis als die "große Ausnahme" bei
nur wenigen ambulanten Eingriffen. Besonders bei behandlungsunwilligen Kindern,
unter starken Angstzuständen leidenden Patienten und geistig Behinderten sollte
generell sorgfältig abgewogen werden, ob u.a. wegen des Narkoserisikos nicht
eine Behandlung unter
Prämedikation von
sedierenden
Medikamenten (
Analgosedierung) in Kombination mit einer
Lokalanästhesie erfolgen kann. Allerdings: Trotz der insgesamt rückläufigen
Anzahl kariöser
Läsionen bei Kindern gibt es eine Gruppe von Kindern mit
überdurchschnittlich hohem Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder"
muss innerhalb mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig nicht
toleriert wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt die umfassende,
einzeitige Therapie in Allgemeinnarkose dar. Anschließend müssen aber
unbedingt andere Therapiemaßnahmen ergriffen werden (Ernährungslenkung,
Mundhygiene,
Angstabbau), da zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in
Allgemeinanästhesie erfolgen können.
Die Kombination des Opioids Remifentanil mit dem modernen
Inhalationsanästhetikum Desfluran gilt derzeit (2008) als am besten steuerbare
Anästhesie-Alternative, für kurze, lange und besonders auch sehr lange
Operationen.
Eine Übernahme der Anästhesiekosten durch die
Gesetzlichen Krankenkassen ist bei behandlungsunwilligen Kindern bis zum
vollendeten 12. Lebensjahr dann gegeben, wenn eine andere Art der
Schmerzausschaltung nicht möglich ist; über dieses Alter hinaus nur dann, wenn
es sich um eine Phobie handelt, die vom Anästhesisten einem ICD-10-Schlüssel
zugeordnet werden kann.
Analgesie,
Analgosedierung,
Anästhesie,
Barbiturate,
Beißblock,
Down-Syndrom,
Geschichte der Lokalanästhesie,
Halothan,
Inhalationsnarkose,
Intubationsnarkose,
Lachgas,
Lokalanästhesie,
Morton,
Mundkeil,
Schmerz,
Sedierung,
Verkehrsfähigkeit
Nasallinie
Nasalebene, NL,
Spinagerade, engl.: spinal plane;
virtuelle Schädellinie; gedachte Gerade durch die Spina nasalis
anterior (Spna) und die Spina nasalis posterior (Spnp). Sie ist eine
Bezugsebene für den Nasenboden und repräsentiert die
Oberkieferbasis. |

|
Nasalpunkt;
Nasion
Nasenblaslinie
engl.: ?; sich im Gaumensegel abzeichnende Linie, welche dadurch entsteht, dass
versucht wird, bei geöffnetem Mund und zugehaltener Nase durch die Nase
auszuatmen. Sie ist
leicht nach
ventral
zur
Ah-Linie hin versetzt. Bedeutung für den hinteren Abschluss von
Oberkiefer-Vollprothesen
Vibrationszone
Nasenblasversuch
Valsalva-Pressdruck(-versuch), engl.: testing of nasal patency;
umstrittene diagnostische Methode zum Aufspüren einer
Mund-Antrum-Verbindung: Der Patient wird aufgefordert, bei zugehaltener Nase
Luft in diese zu pressen. Entweicht dabei Luft in die
Mundhöhle, so ist dies ein Zeichen für eine eröffnete
Kieferhöhle (
Alveolarbucht).
Der Nasenblasversuch kann allerdings bei
Polypen der
Kieferhöhlenschleimhaut - trotz eröffneter Kieferhöhle - negativ sein, da sich
diese beim Durchpressen der Luft ventilartig vor die Perforation legen können.
Nicht angewendet werden sollte der N. nach
Zahnextraktionen, da unter Umständen eine dünne, trennende Schleimhaut dadurch
einreißen kann - vorsichtiges(!) Sondieren mit einer
Knopfsonde ist eher anzuraten.
Kieferhöhlenperforation,
Sinusitis,
Valsalva-Manöver
Nasenbluten
Epistaxis, engl.: nasal bleeding; kann örtlich verursacht sein
durch Verletzung der Schleimhaut, Geschwüre oder Geschwülste der Nase; tritt
aber auch bei Allgemeinerkrankungen wie hoher Blutdruck, Arterienverkalkung,
Blutgerinnungsstörungen, fieberhaften Erkrankungen auf, aber auch ohne
erkennbaren Grund als sog. habituelle o. essentielle E. . Meist bluten
dabei kleinste Gefäße am vorderen Teil der Nasenscheidewand bzw. aus dem
Locus
Kiesselbachii.
Nasenfenster
engl.: (bony) nasal window; im Rahmen der radikalen
Kieferhöhlenoperation nach Caldwell-Luc zusätzlich durchgeführte großzügige
chirurgische Öffnung ("Fensterung") der Kieferhöhlenwand zur Nase
hin im unteren Nasengang.
Nasennebenhöhlen, engl.: paranasal
sinuses, accessory nasal sinuses;
Kieferhöhle
Nasennebenhöhlenentzündung,
Sinusitis
Nasensenkrechte,
Nasionsenkrechte, NS; Linie vom
Weichteilnasion senkrecht auf die
Frankfurter Horizontale;
Kieferprofilfeld
Nasenwinkel ;
Subnasale
Nasenzahn, engl.: nasal tooth; abartig
in den Nasenboden durchgebrochener Zahnkeim; in der Regel als überzähliger Zahn ;
Mesiodens ;
Nasion
N, engl.: do.; Messpunkt bei der
Schädelvermessung: unpaariger, am weitesten
anterior gelegene Punkt der Sutura nasofrontalis; der ventrokranialste Punkt
der Sutura nasofrontalis in der
Median-Sagittal-Ebene;
Abb. unter
SNA-Winkel
Bolton Linie,
Dentalindex,
Fazialebene,
Gesichtshorizontale - Gesichtsvertikale,
Kieferprofilfeld,
Medianebene,
Messpunkte,
Pronasale,
Rivet Winkel,
Sattelwinkel,
Subnasale
Nasoaurikularebene, engl.: Camper's
plane;
Camper-Ebene
Nasolabialfalte
Sulcus nasolabialis, "Lachfalte", engl.: nasolabial fold; paarige,
markante Weichteilfalte vom Außenrand des Nasenflügels zum Mundwinkel
ziehend; bei älteren Menschen über diesen hinaus verlaufend. Gebildet
aus den Gesichtsmuskeln risorius, zygomaticus und buccinator. Als Folge
eines altersbedingten Absinkens der Wangen und einer ausgeprägten Mimik
können die N. sich vertiefen; eine zu
tiefe
Bisshöhe verstärkt diesen Effekt. Die N. erscheint allmählich
ausgeprägter etwa zwischen dem 3. und 4. Lebensjahrzehnt durch ein
Absinken der Wangenpartie. Eine tiefe N. lässt das Gesicht
älter, müde, und abgearbeitet aussehen. |

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Nasspolymerisation; engl.: wet polymerisation,
Langzeitpolymerisation
nativ
engl.: native; angeboren, natürlich, "von Haus aus". So bezeichnet der
Ausdruck "Nativaufnahme" in der darstellenden Röntgenologie eine sog.
"Leeraufnahme", in welcher die Körperregion ohne ein Kontrastmittel
durchleuchtet wird.
Natriumchlorid
Kochsalz, NaCl, Natrium chloratum, engl.: sodium
chloride, salt; lebensnotwendiges Mineralsalz, meist verwandt als
Speisewürze oder in Kombination mit einem Fluorsalz (
Fluoride) in der
Kariesprophylaxe. Vorkommen hauptsächlich als Steinsalz (Bergbau) und im
Meerwasser.
Physiologische Kochsalzlösung (korrekter: isotonische Kochsalzlösung)
ist eine 0,9%ige wässrige N.-lösung und entspricht nur osmotisch dem
Blutserum. In der
ZHK gebräuchlich zur Kühlung und Spülung während chirurgischer Eingriffe
Ringer Lösung
Natriumhydrogencarbonat
NaHCO3, auch bekannt unter doppeltkohlensaures Natron,
Natriumbicarbonat oder Bikarbonat; zusammen mit einem sauren Salz
(Dinatriumdiphosphat, Monocalciumorthophosphat) ist es der wesentliche
Bestandteil des Backpulvers ("Natron", "Triebmittel") und von
Brausepulver. Mit Säuren erfolgt eine schäumende Reaktion unter Bildung von
Kohlenstoffdioxid und Wasser.
Backpulver gilt als (wirkungsloses) Hausmittelchen zum Aufhellen ("Bleichen")
der Zähne und wird auch vereinzelt Zahnpasten zugesetzt. Wenn auch eine
theoretische Wirkung möglich ist, so wird der meiste Teil des Backpulvers bei
Speichelzutritt neutralisiert, sodass eine Wirkung an den Zähnen als gering
einzustufen ist.
Natriumhydrogensulfit
NaHSO3, Natriumbisulfit; auch bekannt als Lebensmittelzusatzstoff
E 222. Antioxidationsmittel- und Stabilisatorzusatz. In der Medizin
Verwendung als Haltbarkeits- und
pH-Stabilisationszusatz
von
Lokalanästhetika.
Natriumhypochlorit
NaOCl, Chlorbleichlauge, Wurzelkanal-Spülflüssigkeit,
(Javel®-Wasser) engl.: sodium hypochlorite; Natriumsalz der
unterchlorigen Säure (HOCl); Vorkommen in einigen Bleichmitteln und
desinfizierenden WC-Reinigern. Es reagiert mit Wasser zu Hydroxid-Ionen und ist
deshalb alkalisch (pH
11-12). Es besitzt in Abhängigkeit von der Konzentration und Einwirkzeit eine
bakterizide, viruzide, tuberkulozide, fungizide und sporizide Wirksamkeit und
zeigt eine gute antimikrobielle Wirksamkeit gegen
gram-negative und
gram-positive Bakterien, inklusive Viren, sowie eine mäßige Wirksamkeit bei
Mykobakterien, Schimmelpilzen und Hefen. NaOCL reagiert mit den Zellproteinen
sowie mit den Nukleinsäuren von Mikroorganismen. Rascher Zerfall der Lösung bei
Erwärmung; eine Erwärmung begünstigt den gewebeauflösenden Effekt, ist aber
nicht stärker antimikrobiell.
Die Expositionszeit von NaOCl im Wurzelkanal muss zwischen 30 und 60 min liegen.
Standard-Lösung zur Spülung der
Wurzelkanäle in der Konzentration von 0,5 - 3, 0 % NaOCl; auch Anwendung als
Antiseptikum bei offenen, infizierten Wunden in 0,5 - 0,6-prozentiger Lösung
(Dakin-Lösung). Neben den bakteriziden Effekten hat die Lösung einen besonderen
gewebsauflösenden Effekt; dies bei erhöhter Temperatur stärker, allerdings mit
einer deutlichen Verringerung der Lösungsstabilität. Generell sind die Lösungen
nicht lagerstabil: 5%iges behält seine Eigenschaften ~ 10 Wochen, während
niedrigere Konzentrationen sich meist schon nach zwei Wochen als unwirksam
erweisen. Zu beachten ist dabei, dass vom therapeutischen Nutzen her
Konzentrationen über 1% wenig zusätzlichen Nutzen bringen, sich die Gefahr einer
periakipalen
Reizung/Schädigung aber erheblich steigert. Das Bundesamt für Arzneimittel hat
in D eine Kontraindikation für die Anwendung von NaOCl in einer Konzentration
von 4% und darüber bei offenem
Foramen apikale
verfügt.
Der früher angewandte kombinierte Gebrauch mit
H2O2
wird heute nicht mehr empfohlen, da dadurch die gewebeauflösende Eigenschaft
stark verringert wird; ebenso wirken proteinkoagulierende Mittel (z.B.
Formokresol) auf N. negativ.
Achtung:
Nickel-Titaninstrumente zur Wurzelkanalaufbereitung können in einer Lösung
von N.
korrodieren mit der Folge, dass es zu einem vermehrten Auftreten von
Ermüdungsbrüchen kommt.
Carisolv,
Dakin Lösung,
EDTA,
Wurzelkanalbehandlung,
Wurzelkanalspülung
Natriumlaurylsulfat
NLS, Benetzungsmittel, engl.: sodium lauryl (o. dodecyl)
sulphate, SDS; anionisches Tensid, als Detergens verwendet. N.
besitzt ein gutes Schaum-, Netz- und Waschvermögen und wird in Kläranlagen rasch
und fast vollständig abgebaut; es lässt die Haut aufquellen und macht sie damit
anfälliger für Verletzungen.
Umstrittener Zusatz in Zahnpasten, da dieser "Schaumbildner" die
Mundschleimhäute reizen kann; verstärkte
Aphthenbildung
wird beobachtet. N. ist klinisch und toxikologisch gut untersucht.
Konzentrationen bis zu 2 % gelten als unbedenklich.
CHX kann durch
Natriumlaurylsulfat, das in den meisten
Zahnpasten als Tensid dient, und durch
Natriummonofluorphosphat in seiner Wirkung gehemmt werden.
Chlorhexidin,
Zahnpasta
Natrium(mono)fluorphosphat,
NaMFP, Na2FPO3;
Fluoride
Natriumperborat
NaBO3 · 4 H2O, Natriumperoxoborat; starkes
Oxidationsmittel; wegen seiner atomaren (nascierenden) Sauerstoffabgabe
früher zugesetzter Stoff bei Mundspüllösungen (Bocasan®, in D nicht
zugelassen), heute noch gelegentlich beim
internen Bleichen eingesetzt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist N.
das wichtigste Bleichmittel in Waschmitteln (1907 kam Persil (= Abk. von
Perborat-Silikat) auf den Markt, es enthielt Perborat und Silicat).
Peroxid
Natriumperoxicarbonat,
Natriumpercarbonat,
Kavosan
Natriumsalicylat
Natriumsalz der Salicylsäure; dient als synthetische Vorstufe von
Acetylsalicylsäure (ASS). Gelegentliche zur Anwendung in der Mundhöhle durch
Mundwässerzusatz bzw. zur symptomatischen Therapie des
Burning-Mouth-Syndrome.
Natriumsulfit
Na2SO3, Natriumsalz der Schwefligen Säure. eine Lösung von N. reagiert
alkalisch, wirkt reduzierend und ist keimtötend. Verwendung als
Oxidationsschutzmittel; in der
ZHK
Stabilisatorzusatz zu
Lokalanästhesielösungen (Stabilisierung des sauerstoffempfindlichen
Adrenalins);
Überempfindlichkeitsreaktionen darauf sind bekannt
Naturborsten
aus Tierhaaren, engl.: natural bristles; früher verwendet als
Hauptbestandteil des Bürstenkopfes einer Zahnbürste. Heute vor allem wegen ihrer
Markkanäle, in welche sich eine Vielzahl von Bakterien ansiedeln, aus
hygienischen Gründen nur noch selten in Gebrauch.
Zahnbürste, Mundhygiene
(siehe unter Artikel Index -
Ordner - Mundhygiene/Zahnpflege)
naturgesundes Gebiss
engl.: nature-healthy teeth; kariesfreies Gebiss, ohne
dabei den Zustand des
Zahnhalteapparates zu berücksichtigen; Gebiss ohne kariösen Zahn
bzw. die Folgen einer
Karies (Füllung, Extraktion).
Von relativer
Kariesfreiheit spricht man, wenn sich höchstens zwei Füllungen
in der Mundhöhle befinden. Angegeben wird, dass fast die Hälfte der
Sechs- bis Zwölfjährigen ein naturgesundes Gebiss haben. Ausgewählte
Zahlen:
Die mittlere
dmf-t-Werte (Milchgebiss) bei 6-7-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,89; 1997: 2,39; 2000: 2,21; 2004: 2,16
Die mittlere
DMF-T-Werte bei 12-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,44; 1997: 1,75; 2000: 1,21; 2004: 0,98
Naturgesunde
Wechselgebisse bei 6-7-Jaehrigen:
1994/95: zwischen 19,6% und 45,9%
2004: zwischen 34,9% und 59,6%
Kariesfreie Zähne bei 12-Jaehrigen:
2004: zwischen 50,9% und 68,6%
Club der Cariesfreien,
DMF-Index,
Mundgesundheit |

Rückgang des
DMF-T in D
|
Naturheilverfahren
engl.: naturopathy, physiatrics; in der
ZHK nur schwammig definierte Therapien mit hauptsächlicher Konzentration auf
eine gesunde Lebensweise und einer natürlichen Stärkung des
Immunsystems. Zum Oberbegriff der
alternativen Behandlungsmethoden gehörend. Häufig auch mit dem Ausdruck "Ganzheitliche
Zahnmedizin" verbunden. Als unterstützende Indikationen wird meist ein
Querschnitt durch die gesamte Zahnheilkunde angeboten (sog. "Indikationslyrik"):
Kariesanfälligkeit, Zahnfleischerkrankungen, Kiefergelenksschmerzen,
Kopfschmerzen, Migräne, Missempfindungen der Mundschleimhaut und der Zunge,
Mundtrockenheit, Kieferfehlentwicklungen bei Kindern, Gesichtslähmung
(Fazialisparese), rezidivierende Aphthen, Schmerzen der Kaumuskulatur,
Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Schwäche der Immunfunktion,
Trigeminusneuralgie, Zahnschmerzen, Komplikation (Wundschmerzen, Blutungen u.ä.)
nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen.
integrative Medizin,
Therapiefreiheit,
Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Navigationssysteme in der Implantologie ;
Computergestützte Navigation
Nearthrose;
Arthrose
Neck dissection
zervikale Lymphadenektomie, RND, "Halsausräumung",
"Halspräparation", 1906 erstmals beschrieben; Schlagwortbezeichnung für die
radikale Ausräumung aller relevanten Halslymphknoten, z.B. als unterstützende
Therapie bei einem
Mundhöhlenkrebs; Ziel ist dabei, Metastasen des Tumors zu entfernen, um so
eine weitere Streuung von Tumorzellen im Körper zu verhindern. Von den etwa
1.000 Lymphknoten des menschlichen Körpers ist beim jugendlichen Erwachsenen
etwa ein Drittel im so genannten pharyngozervikalen Bereich anzunehmen.
Neff Verhältnis
engl.: Neff's comparison; von Neff
und Bolton aufgestellte Vergleiche zwischen der
Zahnbreitensumme des Ober- und Unterkiefers und den Auswirkungen auf die
Länge/Breite der entsprechenden
Zahnbögen und eines dadurch bedingten
Überbisses.
Platzbedarfsanalyse
Arch Length Discrepancy (ALD),
Bolton
Analyse,
Moyers Analyse,
Platzmangel,
Retrognathie,
Zahnbogenindex
Nekrose
Gewebstod, engl.: necrosis; durch äußere Einwirkung
(physikalischer oder chemischer Natur) gewaltsam herbeigeführtes Zellsterben,
z.B. durch Verbrennungen, Vergiftungen, Sauerstoffmangel oder mechanische
Beschädigungen (z.B.
Prothesendruckstelle, nach
Injektion).
Erfolgt das Absterben langsam, spricht man von Nekrobiose. Die
abgestorbenen Zellen werden nach dem Aufplatzen der Zellmembran wie Fremdkörper
behandelt; sie locken sog. Fresszellen an, die das nun körperfremde Gewebe,
meist von einer Entzündungsreaktion begleitet, "entsorgen".
Davon abgeleitet bedeuten die Begriffe:
nekrotisch, engl.: necrotic; den Zustand des betroffenen Gewebes
nach einer Nekrose
nekrotisierend, engl.: necrotizing; Vorgänge, die eine Nekrose
auslösen (können) bzw. diese begleiten
Apoptose,
Injektionsnekrose
Nelkenöl;
Eugenol
NEM
NEM-Legierung, NichtEdelMetall, engl.: non
high-noble (alloy); hauptsächlich aus Kostengründen eingesetzte
Materialien für Zahnersatzarbeiten auf Eisen-, Cobalt- oder
Nickelbasis, besonders im Bereich des herausnehmbaren Zahnersatzes (Metallbasis,
Modellguss). NEM-Legierungen sind härter, fester und haben einen höheren
Schmelzpunkt als
edelmetallhaltige. Im Hinblick auf die
Korrosionsfestigkeit sind NEM-Legierungen stärker löslich als
Edelmetall-Legierungen.
Eine Sonderstellung nimmt das
Titan ein,
da es eine ausgezeichnete Korrosionsfestigkeit aufweist.
Gelegentlich wird auch der Ausdruck EMF = Edelmetall-frei (EMF-Legierung)
verwandt.
Edelmetalle,
Legierung,
V2A-Stahl,
Vitallium
Neomineralisation
"dental repair"; Bezeichnung für die Wirkungsweise von bioaktiven
Substanzen (z.B.: Nanit®active), bei der eine Schicht von neuem, zahnanalogen Material
gebildet wird. Diese Substanzen wirken als Keimbildner für die Aufwachsung von
Mineralien (z.B. Calcium und Phosphat) aus dem Speichel auf der Zahnoberfläche.
Mineralisation
Neomycin
gegen
gram-negative Keime lokal angewandtes Aminiglycosid-Antibiotikum.
In der ZHK
vereinzelt lokale Anwendung von Neomycin B (= Framycetin) in Salben oder
Pastenform, da dieser Komplex nicht resorbiert wird. Kontaktallergien werden
beobachtet.
Neonatallinie, Geburtsstreifen,
engl.: neonatal line;
Geburtslinie
Neoplasma
Neoplasie, Blastom, Tumor, engl.: neoplasm; Oberbegriff
für eine (krankhafte) Neubildung von Körpergeweben, ohne dabei primäre in
gutartiges (benignes), bösartiges (malignes) und bedingt bösartiges Gewebe
(semimalignes) zu differenzieren. Betroffen werden kann von einer Neoplasie
jedes Körpergewebe.
Nerv
N., engl.: nerve; aus parallel angeordneten Fasern bestehender, in
einer Bindegewebshülle liegender Strang, der der Reizleitung zwischen Gehirn,
Rückenmark und Körperorganen dient; unterteilt in motorische (Drüsen,
Gefäße, Muskeln bewegende) und sensible bzw. sensorische
(Empfindungen übertragene) Nerven. Im Nervensystem meist als gemischter
Nerv (motorisch und sensorisch) vorkommend.
Nervenzellen sind elektrisch erregbare Zellen. Informationen werden von
Neuronen entlang des Axons, dem langen Fortsatz von Nervenzellen, in Form
von Aktionspotentialen weitergeleitet. An der Membran des Axons herrscht im
Ruhezustand ein Ladungsunterschied, wobei die Innenseite gegenüber dem
Extrazellulärraum negativ geladen ist. Wird ein Signal von dieser Nervenzelle
weitergeleitet, erfolgt eine kurzzeitige Änderung dieses Membranpotentials, das
sich entlang der Axonmembran fortpflanzt.
Auslöser dieser Ladungsumkehr ist vor allem der Einstrom positiv geladener
Natrium-Ionen in die Zelle. Spezifische Natrium-durchlässige Kanäle in der
Membran öffnen sich für den Import der Ionen für kurze Zeit und schließen sich
dann wieder. Das Ausgangspotential wird wieder erreicht, indem positiv geladene
Kalium-Ionen durch spezifische Kalium-durchlässige Kanäle aus der Zelle
ausströmen. Ein Aktionspotential wird innerhalb weniger Millisekunden aufgebaut
und entlang der Axonmembran weitergeleitet, wenn die Nervenzelle "feuert".
Axonotmesis,
Lokalanästhesie,
Lokalanästhetika,
Nervenschädigung, neural,
Neuralgie,
Neuritis,
Synapse,
Trigeminusnerv
Nervenaustrittspunkte
NAP, engl.: nerve exit points; eng umschriebene Gebiete, aus
welchen der Nerv aus seiner
knöchernen Umhüllung durch sog.
Foramina in die Weichgewebe austritt. Im Gesichtsbereich sind
dies die tastbaren N. aus dem
Foramen supraorbitale,
infraorbitale und
mentale des
Trigeminusnervs.
Derartige N. werden z.B. auch zur
Diagnose herangezogen, da sie bei Erkrankungen des betreffenden
Nervs wegen einer herabgesetzten Reizschwelle auf Druck empfindlicher
reagieren. Man bezeichnet diese Stellen als Nervendruckpunkte
oder Valleix Punkte (engl.: (nerve) pressure points) |

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Nervenschädigung
Nerverletzung, Neurotrosis, engl.: nerve damage o.
injury; mit vielfältigen Ursachen und Erscheinungsbildern, hauptsächlich
durch Verletzungen (traumatisch) bedingt, wie z.B.
chirurgische Eingriffe
Leitungsanästhesien
Unfälle
aber auch durch Überdehnungen und Quetschungen, als Folge von inneren
Erkrankungen (z.B. diabetische Neuropathie) oder Medikamenten (z.B.
Überdosierung mit Vitamin B6). Hinzu kommen direkte toxische Schädigungen
als Folge von Reaktionen mit chemischen Substanzen, die direkt in den Nerv
gebracht werden (z.B. Überstopfen einer
Wurzelkanalfüllung in den
Mandibularkanal hinein).
Unterteilt wird nach Seddon in Neurapraxie,
Axonotmesis
und Neurotmesis. Es können die drei genannten
Verletzungsarten zu einer
kompletten
Anästhesie im Ausbreitungsgebiet sensibler Nerven führen.
Bei der Neurapraxie, die durch den Untergang der Nervenfasern umgebenen
Markscheiden gekennzeichnet ist und der Axonotmesis, der
Degeneration
der Markscheiden und der Axone, kann mit einer spontanen Wiederkehr der
Sensibilität gerechnet werden.
Demgegenüber ist die Neurotmesis definiert als eine komplette
Kontinuitätsdurchtrennung des Nervs.
Eine Differenzierung der verschiedenen Schweregrade einer Nervverletzung ist mit
den üblichen klinischen Untersuchungsmethoden, wie etwa Spitz-Stumpf-Test und
Zwei-Punkt-Diskriminierung, nicht möglich. Als objektive Verfahren zur
Verifizierung von Sensibilitätsstörungen stehen neurologische Verfahren zur
Verfügung, beispielsweise die Ableitung von somato-sensorisch evozierten
Trigeminuspotenzialen (SSEP) und der Pain-and-Thermal-Sensitivity-Test
(Path-Test). (Text teilweise übernommen aus einer
Veröffentlichung von Brauer u. Foernzler in "Dental Tribune" 20/2008)
Axonotmesis,
Lingualis-Nerv, Nerv,
Neuralgie,
Neurapraxie,
Neurolyse,
Neurotisation, Neurotmesis,
Parästhesie,
Sölder-Linien,
Vincent-Symptom
Nervnadel
Exstirpationsnadel, "Pulpaextraktor", Exstirpator, Instrument
zur Entfernung der
Pulpa,
engl.: nerve boarch;

Exstirpation,
Wurzelkanalinstrumente
Netzeinlage
Netzarmierung, "Goldnetz", engl.: net-reinforcement;
früher gebräuchliche Hilfsmittel zur Verstärkung ("Verstärkungsnetz")
der
Prothesenbasis; beliebt waren vergoldete Drahtnetze. Sind bei
den gebräuchlichen Prothesenkunststoffen heute nicht mehr nötig - im
Gegenteil: sie schwächen deren Eigenschaften; gelten als
obsolet |

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Neugeborenenrücklage
mandibuläre
Retrognathie; Bez. für die embryonal bedingte Rücklage des Unterkiefers.
Mit dem Zeitpunkt der Geburt beträgt die
sagittale Stufe ca.
4 mm. Diese Stufe gleicht sich durch ein verstärktes Unterkieferwachstum in der
Nutzungsperiode des
Milchgebisses
wieder aus.
neural, engl.. do.; die
Nerven (den Nerv) betreffend, vom
Nervensystem ausgehend/betreffend
Neuralgie
Nervenschmerz, engl.: neuralgia; quälender, ohne "Vorwarnung" in
kurzen Anfällen auftretender Schmerz im Versorgungsgebiet eines
sensiblen Nervs, bei vielfach nur geringem
objektiven Befund; beschränkt auf das Ausbreitungsgebiet des betroffenen Nerven
(z.B. Ischias,
Trigeminusneuralgie). Die bei einer echten N. ohne Vorwarnung
auftretenden Anfälle werden von schmerzfreien Intervallen abgelöst. Die
Auslösung einer N. erfolgt meist durch Berühren bestimmter Hautareale
(sog. "Triggerzonen") im Versorgungsbereich
Ursachen können
Entzündungen, mechanische
Schädigungen und
Allergien sein - kausale Zusammenhänge sind wenig bekannt. Entsprechend sind
die Behandlungen unterschiedlich (
Trigeminusneuralgie).
Im Gegensatz dazu treten neuralgiforme
Beschwerden oder Schmerzen besonders im Kiefer- und Gesichtsbereich
bei grippalen Infekten, Kieferhöhlenentzündungen und Zahnnerventzündungen auf,
und täuschen z.B. eine echte
Pulpitis vor. Die Schmerzen äußern sich meist in einem kurz andauernden
Schmerzanfall von starker Intensität - meist ohne "Vorwarnung" - und mit
längeren schmerzfreien Intervallen.
Die Geniculatum-Neuralgie (Neuralgia geniculata; Begleiterkrankung beim
Ohr-Zoster und dem
Melkersson-Rosenthal-Syndrom) nimmt ihren Ausgang meist im Ohrbereich und
breitet sich in das
Gaumendach und den Oberkiefer aus. Verbunden damit kann neben Tränen- und
Speichelfluss eine Störung der
Geschmacksempfindungen sein.
Gesichtsschmerz,
Irradiation,
Nervenschädigung,
Neurexhärese,
Odontalgie,
atypische,
TENS,
Trigeminusneuralgie
neuralgiform, engl: do.;
Neuralgie-artig, Neuralgie-ähnlich
Neuraltherapie
engl.: neural therapy; umstrittene, von Huneke 1925 eingeführte
Behandlungsmethode zur Beseitigung von sog. "Störfeldern" im Körper. Sie ist
eine Form der Regulationstherapie und will entgleiste körperliche Regelvorgänge
auf verschiedene physiologische Ebenen normalisieren. Insbesondere sollen
chronisch belastete übergeordnete Faktoren ausgeschaltet werden. Dazu setzt man
in erster Linie
Lokalanästhetika (
Novocain) nach bestimmten Techniken ein.
Heilanästhesie,
Komplementärmedizin
Neurapraxie
engl.: neuropraxia; meist nur kurz andauernder, vollständiger aber
reversibler Ausfall der Nervfunktion; in der Regel durch Kompression, Dehnung oder
Quetschung ("Nervenkommotion") des betreffenden
Nervs bedingt (Zerstörung der die Nervfasern
umgebenden Markscheide), so wie dies beispielsweise bei der komplizierten
Entfernung unterer
Weisheitszähne vorkommen kann (Quetschung oder Überdehnung des
Mandibularnervs). unter Umständen Durchführung einer
Neurolyse, um keine dauerhaften
Schäden entstehen zu lassen.
Axonotmesis,
Nervenschädigung,
Parästhesie
Neurexhärese
Neurexhairese, Neurektomie, Nervenextraktion, engl.:
neurexeresis; operative Teilentfernung eines peripheren
Nervens unter Sicht: Durch Auspulen auf ein
spez. Instrument ("Nervenklemme") wird solange gedreht, bis der Nerv zerreißt.
Selten angewandte Methode, besonders dann, wenn bei einer
Trigeminusneuralgie andere Behandlungsmethoden versagen. Erfolge sind im
Kieferbereich nur vorübergehend (~ 6-12 Monate), da durch Nervregeneration die
Funktion wieder hergestellt wird.
Exhärese,
Neurotomie,
Trigeminusneuralgie
Neuritis
Nervenentzündung, engl.: do.; entzündliche und auch mit Rückbildung
einhergehende Veränderungen eines Nerven. Entstehung:
infektiös, nach äußerer Gewalteinwirkung oder Vergiftung. Eine Behandlung
erfolgt unter Beseitigung der Reizfaktoren, kombiniert mit lokaler Wärme und
einem Vitamin-B12-Komplex, neuerdings auch mit
Cortison. In besonders schweren Fällen kann die Durchtrennung des Nerven
oder seine (vorübergehende) Blockade mit
Procain nötig sein.
Eine Neuronitis (engl.: do.) beschreibt die Entzündung einer einzelnen
Nervenzelle.
Nerv,
Nervenschädigung,
Parästhesie
Neurolyse
Nervendekompression, engl.: neurolysis; u.a. für: Lösung intakter
Nervenfaserbündel aus einer verengten Umgebung. Dabei mikrochirurgische
Freilegung des gequetschten Nervs und Platzschaffung, unter Umständen Schaffung eines neuen
Nervenbettes.
Unterschieden werden zwei Arten der N.:
- äußere Neurolyse oder Exoneurolyse = operative Entfernung
von Verwachsungen um einen Nerv.
- innere Neurolyse oder Endoneurolyse oder
interfaszikuläre Neurolyse = Freipräparierung einzelner
Nervenfaserbündel eines peripheren Nervs.
Nervschädigung
Neurotisation
engl.: neurotization; 1.) Nervregeneration, Wiedererlangung der
Nervfunktion, auch VANLAIR Regeneration
2.) operative Wiederherstellung einer Nervenfunktion; meist durch
Transplantation oder Nervanastomosierung
Neurotmesis, engl.: do.; gravierende
Nervschädigung mit einer kompletten Kontinuitätsdurchtrennung des Nerven;
Nervschädigung
Neurotomie
engl.: neurotomy; operative Durchtrennung eines Nervs; in der Regel zur
Schmerzausschaltung des betreffenden Versorgungsgebietes bei starken Schmerzen.
Neurexhärese,
Trigeminusneuralgie
Neutralbiss
Regelbiss, Normalbiss, "eugnather
Scherenbiss", engl.: neutroc(c)lusion, normal
bite,
Biss
Der Zahnkontakt bei einem N. wird als Neutralokklusion oder
Regelverzahnung (engl.: neutrocclusion) bezeichnet.
Okklusion
new attachment
"neue Befestigung o. Verbundenheit"; angestrebtes (Ideal-)Ziel
jeglicher
Parodontalbehandlung. Gemeint ist damit ein "Wiederanwachsen"
("reattachment") der losgelösten Zahnfleischstrukturen an die gereinigte (
Scaling,
Root planing) Wurzeloberfläche und eine echte Knochenneubildung, verbunden
mit einer Verkleinerung der
Zahnfleischtasche (im Zeitraum von 1-2 Jahren) =
parodontale Regeneration. Herkömmliche Methoden führen nur zu einer
bedingten Ausheilung; mit der Einführung der
gesteuerten Geweberegeneration kann das Idealziel unter Umständen erreicht werden. Da
die Ausbildung eines new attachment erst endgültig über einen Zeitraum von 2
Jahren erfolgt, sind in dieser Zeit
Zahnfleischtaschen-Tiefenmessungen nur äußerst vorsichtig durchzuführen, da
das neu gebildete Gewebe äußerst empfindlich auf Reizungen reagiert und so die
Heilungsvorgänge beeinträchtigt werden könnten.
gesteuerten Geweberegeneration,
Parodontalbehandlung,
parodontale Regeneration,
Wurzelzement,
Zementoblasten
Ney-Klammersystem
engl.: Ney® dental surveyor; Klassifizierung von
Gussklammern mit Auflagen als Halte- und Stützelemente nach Vermessung
mittels Messteller in 5 Klammergrundformen. Mit Hilfe eines
Parallelometers werden die günstigste Aufschubrichtung und der
Retentionsteil der Klammer für die Gesamtkonstruktion festgelegt. Mit der
Entwicklung des Ney-Systems wurden - historisch gesehen - die drei notwendigen
Wirkungen der Klammerabstützung, -umfassung und - retention erarbeitet und
umgesetzt.
Nichtanlage,
von Zähnen, Fehlen von Zahnkeimen, Agenesie; engl.:
agenesia. Zur Kostenübernahme
Gesetzlicher Krankenkassen für eine
Implantatversorgung (Implantate selbst werden von den Gesetzlichen
Kassen nicht vergütet, sondern sind Privatleistungen, 2010) definiert
das Bundessozialgericht:
In einem grundsätzlichen Urteil (BSG, AZ.: B 1 KR 37/02 R) verneint es
die genetische Nichtanlage von 8 Zähnen im Ober- und 5 Zähnen im
Unterkiefer als einen derartigen Ausnahmefall („... Mit diesem zur
Eingrenzung des Phänomens der Zahnlosigkeit verwendeten Begriff wird zum
Ausdruck gebracht, dass ein Stadium mit einem ausgeprägten Fehlen von
Zähnen ausreichen soll, das allerdings der vollständigen Zahnlosigkeit
eher nahekommen muss, als dem Fehlen nur einzelner Zähne bei ansonsten
noch regelrecht anzusehenden Gebissverhältnissen. ...", ©
.
Anodontie, Aplasie,
Ausgleichsextraktion,
Hypodontie,
Zahnunterzahl |


Nichtanlage der 2. unteren Prämolaren |
Nichtbehandlung
im Sinne einer "Unterlassenen Behandlung", engl.: no treatment
(failure to treatment); wird als sog. "Behandlungsfehler"
gewertet, wenn eine medizinisch indizierte Behandlung vorsätzlich oder
fahrlässig unterlassen wurde.
Nichtedelmetalle,
Nichtedelmetall-Legierungen ;
Edelmetalle,
Legierung, NEM,
Titan
Nickel
Ni, Nickellegierung, Nickelallergie, engl.:
nickel (-alloy), ; früher häufig in den Bändern, Drähten u.
Schrauben von
kieferorthopädischen Regulierungen, in
zahntechnischen Loten und in
Legierungen (Stahl,
Aufbrennlegierungen als kostengünstige Alternative zu
aufbrennfähigen
Goldlegierungen) vorkommend.
Von N. ist bekannt, dass es häufig (in Europa werden 60 Mill.
Kranke vermutet)
Allergien ("Nickelallergie, engl.: nickel allergy")
auslösen kann. Damit ist N. nach wie vor das mit Abstand
häufigste Kontaktallergen in Mitteleuropa. Frauen sind wesentlich
häufiger sensibilisiert als Männer.
Die Entstehung von Nickelallergien hat u.a.
Prof.
Goebeler 2010 so beschrieben<:
"... Die Forscher konnten nun zeigen, dass Nickel
einen Rezeptor der so genannten „natürlichen Immunität“ aktiviert und so
intrazelluläre Signalübertragungswege in Gang setzt, die zur Bildung von
entzündungsfördernden Botenstoffen führen. In der Folge kann das
spezifische Immunsystem aktiviert werden und über Vermittlung von
T-Lymphozyten ein Ekzem entstehen. Der jetzt identifizierte Rezeptor,
toll-like receptor 4 (TLR4), wurde bereits 1998 entdeckt, ist aber
bislang nur als Erkennungsstruktur für bestimmte von Bakterien
freigesetzte entzündungsfördernde Substanzen, die so genannten
Lipopolysaccharide, bekannt. Natürlicherweise spielt TLR4 eine
Schlüsselrolle bei der Abwehr von Bakterien und verhindert durch
Aktivierung des angeborenen Immunsystems bei bakteriellen Infektionen
deren übermäßige Vermehrung. Die Gießener Forscher, die bis vor kurzem
an der Medizinischen Faktultät Mannheim der Universität Heidelberg tätig
waren, beobachteten erstmals, dass Nickel seine entzündungsfördernden
Eigenschaften im Menschen entscheidend über TLR4 vermittelt, dass aber
die Zielstruktur für Nickel eine andere ist als jene, die von
bakteriellen Lipopolysacchariden benutzt wird. Diese Beobachtung könnte
einen Durchbruch bei der Therapie der bislang nur schwer behandelbaren
Nicklallergie bedeuten, da es prinzipiell möglich erscheint, spezifische
TLR4-Hemmstoffe zu entwickeln, welche die Aktivierung des Rezeptors
durch Nickel blockieren, ohne damit die wichtige natürliche
Abwehrfunktion von TLR4 bei bakteriellen Infektionen zu beeinträchtigen.
..."
Nach dem
Medizinproduktegesetz fallen zahnärztliche N.-Legierungen in
die Gruppe IIa; hierin sind keine Grenzwerte für die Freisetzungsrate
festgelegt. Gleichwohl bemerkt der
Gemeinsame Bundesausschuss in den
Zahnersatz-Richtlinien 2004 zu den
Dentallegierungen: "... Es dürfen nur solche Werkstoffe
verwendet werden, die den Anforderungen des Medizinproduktegesetz
entsprechen. Bei nachgewiesener
Allergie gegen einen Werkstoff ist ein als verträglich ermittelter
Werkstoff zu wählen. Der Nachweis einer Allergie ist gemäß den Kriterien
der Kontaktallergiegruppe der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie zu
erbringen. Die Erprobung von Werkstoffen auf Kosten der Krankenkassen
ist unzulässig. Bei der Auswahl der Dentallegierungen im Rahmen der
vertragszahnärztlichen Versorgung soll beachtet werden, dass
Nichtedelmetall und NEM-Legierungen
ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein können ..." .
Allergie,
Allergietestung,
Legierung
|

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NICO
engl.: maxillofacial osteonecrosis, Abk. von "Neuralgia Inducing
Cavitational Osteonecrosis" (vom US-amerikanische Pathologe Prof. G. Bouquot
geprägter Begriff); mit Schmerzen verbundene fettig-löchrige
Osteolyse des
Kieferknochens als Folge einer chronischen Kieferostitis, mit dem chirurgischen
Bild eines "ausgehöhlten, innen matschigen Knochens". Histologisch handelt es
sich hierbei um ein ostitisch-osteolytisches Kieferareal, welches
röntgenologisch häufig nicht eindeutig erkennbar ist. Prädilektionsstellen sind
das Gebiet hinter dem
Weisheitszahn
im Unterkiefer ("9er-Gebiet"), zahnlose Kieferabschnitte und Bezirke um
avitale oder
apikal veränderte Zähne. Das zu den "Zahnstörfeldern" zählende
Krankheitsgeschehen hat besondere Aufmerksamkeit in der
alternativen Medizin und der
Ganzheitlichen Zahnmedizin erlangt.
Zur Behandlung werden die chirurgische Entfernung dieses Areals und/oder
Procaininjektionen
mit einer anschließenden
Ozon-Therapie vorgeschlagen.
Niederlassung
in einer Zahnarztpraxis, engl.: establishment (in a dental
practice); Beginn der Aufnahme der zahnärztlichen Tätigkeit in eigener
Praxis (Einzelpraxis
oder
Berufsausübungsgemeinschaft) als sog.
Freiberufler. Seit 1961 besteht durch höchstrichterliche
Rechtssprechung in D Niederlassungsfreiheit (freedom of
establishment), wenn es darum geht, die Zulassung zu den
gesetzlichen Krankenkassen - in D eine existentielle Notwendigkeit -
zu erhalten. Dieses Recht wurde Anfang der 90er Jahre bis 2007 (für
den zahnärztlichen Bereich sind jegliche Beschränkungen im Sinne einer "Überversorgung"
ab dem 1.4.2007 entfallen:
GKV-WSG
(Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen
Krankenversicherung)) im Rahmen einer
Bedarfsplanung derart eingeengt, dass in "gesperrten Gebieten"
(
Zulassung) - dies waren in der Regel Großstätte oder landschaftlich
reizvolle Gegenden - eine N. nur noch dann möglich war, wenn ein
anderer
Vertragszahnarzt seine Tätigkeit beendete oder so reduzierte, dass
der neu hinzukommende den Praxisumfang nur geringfügig (bis zu ca. 5 %)
erweiterte.
Die N. ist gesetzlich geregelt (Approbation,
Vorbereitungszeit, Kenntlichmachung durch ein Praxisschild,
Sprechstundenzeiten, Mächtigkeit der deutschen Sprache, usw.
Berufsordnung) und ist in der Regel eine der Bedingungen für die
Versorgung von
gesetzlich versicherten Patienten (
Zulassung, Ausnahme:
Versorgungszentren).
Ein Arzt mit Kassenzulassung (sog.
Vertragszahnarzt) muss seinen Patienten ”in üblichem Umfang”
bzw. ”regelmäßig zu den üblichen Sprechzeiten” zur Verfügung stehen.
Nach einem Urteil (Az.: B 6 KA 20/01 R) darf eine Nebentätigkeit ”ein
Drittel der üblichen Arbeitszeit abhängiger Beschäftigungsverhältnisse
nicht überschreiten”.
Für das Jahr 2011 gibt das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ-Köln)
folgende zentrale Ergebnisse an:
"- Die Übernahme einer Einzelpraxis war mit 52 Prozent in den alten wie
in den neuen Bundesländern die häufigste Form der zahnärztlichen
Existenzgründung.
- 34 Prozent der Existenzgründer wählten die Berufsausübungsgemeinschaft
(Gemeinschaftspraxis); bei den Jüngeren (bis 30 Jahre) in den alten
Bundesländern sogar 49 Prozent. Je nach Praxislage betrug der Anteil der
Berufsausübungsgemeinschaften zwischen 30 Prozent im ländlichen Umfeld
und 39 Prozent in mittelstädtischen Gebieten.
- Während in den alten Bundesländern 58 Prozent der Existenzgründungen
von Männern und 42 Prozent von Frauen realisiert wurden, war die
Geschlechterverteilung mit je 50 Prozent in den neuen Bundesländern
ausgeglichen.
- Das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer westdeutschen
Einzelpraxis betrug 429.000 Euro und lag etwa 7 Prozent über dem
Vorjahreswert. Hingegen sank das durchschnittliche Finanzierungsvolumen
einer Einzelpraxisübernahme in den alten Bundesländern um 3 Prozent auf
299.000 Euro. Hier stieg der ideelle Wert deutlich an, der Substanzwert
fiel allerdings."
Die Zahl der Zahnärzte, die nicht in eigener
Niederlassung, sondern als Angestellte in Praxen arbeiten, ist in
den letzten Jahren ständig gestiegen; Ende Juni 2009 waren es 3705.
Viele junge Zahnärzte und vor allem Zahnärztinnen scheuen die
hohen Investitionskosten von über 360.000 EURO (2008) einer
Praxisgründung und sehen die
Arbeit in Anstellung als attraktive Alternative an. Mit dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz sind Anstellungsverhältnisse
einfacher geworden, und viele Berufseinsteiger bzw. Praxen nutzen diesen
Weg. Damit bilden sich größere
Behandlungseinheiten. 1991 waren 7,5
Prozent der Praxen
Gemeinschaftspraxen, 2007 waren es 19 Prozent. Zusätzlich sind die
Berufsausübungsgemeinschaften in ihrer einzelnen Größe gewachsen.
Beschäftigungsverbot für schwangere angestellte Zahnärztinnen:
das Bundesverwaltungsgerichtsurteil vom 27.05.1993 bestätigt eine
Anordnung des Gewerbeaufsichtsamtes, "dass eine schwangere Zahnärztin
keine invasiv-operativen Tätigkeiten wie dentalchirurgische Eingriffe,
Zahnextraktionen, Injektionen ausführen darf und alle übrigen
Behandlungen wie konservierende Arbeiten nur dann ausgeführt werden
dürfen, wenn eine Verletzungs- und damit Infektionsgefahr damit
ausgeschlossen wird."
ausgelagerte Praxisräume,
Aufbewahrungsfrist,
Behandlungspflicht,
Bestellpraxis,
Einzel/Gemeinschaftspraxis,
Ermächtigung,
INKO,
Konkurrenzschutzklausel,
Kündigungsschutz,
Praxis,
Praxisbegehung,
Residenzpflicht,
Teilgemeinschaftspraxis,
Umsatzsteuer,
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz,
Vertreter,
Wert einer Zahnarztpraxis,
Zahnarzt,
Zulassung,
Zweigpraxis.
Buchtipps: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur
zahnärztlichen Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010; ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt
für Medizinrecht.
QuickCheck: Fit für die Praxisbegehung Sofort umsetzbare
Handlungsanleitungen und Prüflisten |

Art der Existenzgründung 2006 - 20100

Kosten einer Niederlassung 2001-2010 alte Bundesl.

Investitions-
vergleich: Praxisneugründung vs. - übernahme

sachliche und finanzielle Ressourcen bei einer Neugründung
(IDZ 2007)

Arbeitszeiten 2009

Veränderung: berufstätige Zahnärztinnen
1988-2009
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Kooperationsformen 2009

Investitionen versch. Arztgruppen bei einer N.

Steigerung des Finanzierungsbedarfs zahnärztliche
Einzelpraxis bei einer Neugründung 1985 - 2009

Steigerung des
Finanzierungsbedarf zahnärztliche Einzelpraxis bei einer
Praxisübernahme 1985 - 2009

Zahnärztezahlen 2009 - nach Art der Berufsausübung

an der
vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmende Zahnärzte Deutschland
(1992 - 2009)

Beschäftigungs-
zahlen ZÄ im Vergleich mit anderen Berufen (2009)
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allgemeine Preissteigerungen
seit 1988


Einwohner je behandelnd tätigen Zahnarzt (mit Prognose bis 2030) |
niedrigschmelzend
engl.: low-fusing; Bezeichnung für
Legierungen/Metalle
bzw. Materialien (z.B.
Wachse),
welche einen relativ niedrigen Schmelzpunkt innerhalb ihrer Gruppe aufweisen.
Insofern lässt sich kein absoluter Wert angeben. Grob ausgedrückt spricht man
bei Keramiken unter 800 °C, bei
Legierungen/Metallen
unter 700 °C und bei Loten unter 500 °C von n.
Nietrad; engl.: riveting wheel;
Schlagpolierer
Nifedipin
Antihypertensivum, Kalzium-Kanal-Blocker, Dihydropyridin-Derivat; zur
Behandlung von arterieller Hypertonie, koronarer Herzkrankheit und Angina
pectoris. Gravierende Nebenwirkung sind
Gingivahyperplasien (Zahnfleischwucherungen). Diese Begleiterscheinung tritt
meist mehrere Monate nach Beginn der Medikamentenzufuhr auf, fängt zwischen den
Zähnen an und dehnt sich dann über die gesamte Zahnkrone aus. Oft sind die
Wucherungen entzündlich verändert und sie bluten leicht.
Nikolski Phänomen
engl.: Nikolsky's sign; Blasen-bildendes Verhalten einer scheinbar
gesunden Haut durch seitlich Schiebedruck. Eines der diagnostischen Merkmale bei
Pemphigus
vulgaris
Nikotingenuss
engl.: nicotine benefit; Der Gesundheitszustand der Mundhöhle eines
Rauchers ist vergleichbar mit dem eines zehn Jahre älteren Nichtrauchers. Dabei
sind die Zusammenhänge der Auswirkungen bisher nicht bekannt - bekannte
Erklärungen sind hoch-spekulativ.
Definition: leichter Raucher = < 10 Zigaretten/Tag; starker Raucher = >
20 Zigaretten/Tag
Für ehemalige und aktuelle Raucher ergibt sich im
Vergleich zu den Personen, die nie geraucht hatten, ein höheres Risiko für
Schmerzen.
Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei "Schmerzen, die normale Aktivitäten
verhindern". Das Geschlecht und die Art der Arbeit haben keinen Einfluss auf das
Ergebnis. Die Autoren dieser Studie haben zwei Erklärungen für diese Ergebnisse.
Zum einen könnten die pharmakologischen Effekte einiger Inhaltsstoffe von
Zigaretten zu Grunde liegen. So könnte beispielsweise das Nikotin die
Schmerzverarbeitung im Gehirn verändern oder die Blutversorgung der Muskeln
stören. Ein anderer, ganz banaler Grund könnte darin liegen, dass Menschen mit
einer niedrigeren Schmerzschwelle schneller zur Zigarette greifen als
Schmerzunempfindliche.
Doxycyclin,
Ernährungsempfehlungen,
Implantat: Risikofaktoren,
Implantatverlust,
Osseointegration,
Parodontitisrisikofaktoren,
Periimplantitis
Nitinol-Draht
Abk. von Nickel Titanium Naval Ordnance Laboratory,
einer Forschungsstätte in den USA, wo dieser hoch-elastische kieferorthopädische
Draht entwickelt wurde.
NNH; Abk. von
NasenNebenHöhlen
Nocebo Effekt
lateinisch für "ich schädige", engl.: "I will harm"; ablehnende
Haltung eines Patienten gegenüber einem Medikament, geprägt durch den Glauben,
dass der Stoff einen schädlichen Einfluss ausübt oder zumindest einen
Risikofaktor darstellt. Im Prinzip das Gegenteil von
Placebo. Typisches Beispiel in der
ZHK ist das
Amalgam. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss haben in diesem
Zusammenhang die Beipackzettel von
Medikamenten.
Noma
cancer aquaticus, cancrum oris, griech. nome, wörtlich
übersetzt "Weide", sinngemäß (in Anlehnung an eine abgegraste
Weide) "um sich fressendes Geschwür", in Deutschland unter den
Ausdrücken: Wasserkrebs oder Wangenbrand bekannt, engl.:
gangrenous stomatitis, noma;
bakterielle Infektionserkrankung (Bakterien: Fusobakterien und
Spirochäten) - meist auf der Basis einer
akut
nekrotisierenden
Gingivitis (ANUG) - , die fast ausschließlich unterernährte Kinder
in Entwicklungsländern betrifft. Die geschwürige Erkrankung geht von der
Wangenschleimhaut aus und befällt auch tiefere Gewebeschichten wie
Muskulatur und Knochen und breitet sich schließlich über das gesamte
Gesicht aus. Sie führt im Spätstadium zum Gewebetod im erkrankten
Gebiet.
Behandlung:
primär:
Antibiotika; später: operative Therapie mit plastischen Operationen
(aus finanziellen Gründen häufig nicht möglich, dadurch entstellend
narbig verheilend). Ohne Primärbehandlung endet N. durch eine
Sepsis meist tödlich. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass
zwischen 80.000 und 90.000 Kinder jährlich an N. sterben. Etwa
10.000 überleben die Krankheit mit verheerenden und entstellenden
Folgen.
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Nomenklatur
Fachausdruck, engl.: Zusammenstellung der Namen und Bezeichnungen,
die für ein bestimmtes Fachgebiet Gültigkeit haben. Die Gesamtheit dieser
Benennungen bilden eine Terminologie.
Non-Arcon-Artikulator ,
Arcon Artikulato
Non-Gamma-2-Amalgame,
Gamma-2-Phase;
Nonokklusion
engl.: nonocclusion; teilweises (
Infraokklusion) oder vollständiges Nichtzusammentreffen (Malokklusion)
der Zahnreihen oder einzelner Zähne, z.B. beim
lutschoffenen Biss
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Malokklusion,
Okklusion,
Okklusionsstörung,
Vestibulookklusion
Noradrenalin
NOR, Norepinephrin, Arterenol, zur Gruppe der
Katecholamine gehörend, engl.: noradrenalin(e); ebenso wie das
Adrenalin zu den Neurotransmittern (Sympathikusüberträgersubstanz)
gehörendes Hormon der Nebennierenrinde; unterscheidet sich chem. durch Fehlen
einer Methylgruppe vom
Adrenalin. Teilweise hat es gegensätzliche, teilweise nur schwächere
Wirkungen als das Adrenalin: Blutdrucksteigernd (Vasokonstriktor,
Gefäßverenger), Pulsfrequenzsenkend. Ebenso wie das Adrenalin Zusatz in
lokal betäubenden Medikamenten; meist in Konzentrationen von 0,04 mg/ml.
Adrenalin,
Vasokonstriktoren
Nord Schraube
engl.: Nord screw; historische kieferorthopädische
Dehnschraube
mit einseitigem Gewinde (wirkt nur monodirektional) für eine
Aktive Platte
Norderval Winkel
N-Winkel; Neigung der
Mandibular-Symphyse im UK-Frontzahnbereich; Normwert ~ 58°. Nach
kaudal
geneigte, kleine Winkel deuten auf vertikales, waagerecht ausgerichtete,
größere Winkel auf horizontales Wachstum hin. |

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Normästhesie
engl.: normesthesia; Bezeichnung für den Zustand nach vollständigem
Wiedereintritt des Gefühls nach einer Anästhesie.
Lokalanästhesie,
Parästhesie
Normalbiss ;
Eugnathie,
Neutralbiss,
Okklusion
Normalwert
Referenzwert, engl.: standard value ; klinischer Erfahrungswert
aus einer Vielzahl von Befunden, welcher nicht als krankhaft gilt. Kann
individuell stark schwanken (= "individueller Normalwert")
Normenausschuss Dental
NADENT, engl.: Dentistry Standards Committee; Normung der
Terminologie, der Prüfmethoden und Anforderungen für Produkte, Werkstoffe,
Instrumente und Ausrüstungen, die in allen Fachgebieten der
ZHK verwendet werden.
Der NADENT erstellt Normen, die auf internationaler Ebene im ISO/TC 106
„Zahnheilkunde“ entwickelt und im Rahmen der Wiener Vereinbarung gleichzeitig im
CEN/TC 55 „Zahnheilkunde“ als Europäische Normen angenommen werden.
Die Dentalnormung trägt wesentlich zur
Qualitätssicherung im Dentalbereich bei. Durch die Entwicklung von 125
Europäischen Normen wurde die Gesamtzahl der unterschiedlichen nationalen
Dentalnormen in Europa von etwa 1000 verschiedenen nationalen Normen (Stand
1990) auf etwa 150 Normen (Stand 2007) reduziert. Insgesamt sind über 330
Experten an der Normung im Arbeitsfeld Zahnheilkunde beteiligt.
Normgesicht;
Biomet-Gesicht
nosokomiale Infektion
"Nosokomien" = Heilstätten-Räumlichkeiten im alten Griechenland, "infektiöser
Hospitalismus", engl.: nosokomial Infection; Bez. für jegliche durch
Mikroorganismen verursachte
Infektion,
welche in einem zeitlich Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt steht.
Beatmungs-assoziierte Pneumonien sowie Katheter-assoziierte Harnwegs- oder
Veneninfektionen gelten als die häufigste nosokomiale Infektionsart in den
Krankenhäusern.
Notfall
akute Behandlung, Notfallbehandlung, engl.: emergency (case);
juristisch nicht näher definierte Bezeichnung für eine
akute
Erkrankung oder ein plötzlich eintretendes Ereignis, welche einer
baldigen/unmittelbaren Hilfeleistung bedürfen, um (schwere) gesundheitliche
(Spät-)Folgen auszuschließen. Unterliegt der ärztlichen
Behandlungspflicht und kann bei Nichtversorgung als
unterlassene Hilfeleistung gewertet werden.
Zahnärztlicherseits werden insbesondere zu den N. gerechnet:
Zahn- und
Kieferbrüche, akute Entzündungen (Abszess,
Phlegmone),
akute apicale Parodontitis,
Nachblutungen,
Luxationen des Kiefergelenks,
akute Pulpitis,
akute Zahnfleischentzündungen (wie z.B.
erschwerter Weisheitszahndurchbruch).
Nicht zu den N. gehört z.B. eine herausgefallene Füllung/Krone, sofern
dieser Zustand keine erheblichen Schmerzen bereitet, oder lediglich der Kosmetik
dienende Verrichtungen. Eine Abgrenzung ist hier zuweilen schwierig.
Eine Nofallbehandlung beschränkt sich immer nur auf die notfallmäßige Behandlung
der auslösenden Erkrankung und umfasst nicht den Umfang einer regulären Therapie. So genügt es z.B. bei einer herausgefallenen Füllung,
welche durch Freiliegen empfindlicher Strukturen erhebliche (!) Schmerzen
bereiten kann, diesen Zahn durch ein Provisorium zu versorgen und zu einem
späteren Zeitpunkt einer regelrechten (umfangreicheren) Behandlung zuzuführen.
Erfolgt die N.-Behandlung durch einen fremden Arzt, so ist der Patient
aufzufordern, die definitive Behandlung nicht bei ihm, sondern bei seinem
"Hauszahnarzt" abschließen zu lassen, da sonst Regelungen des
Berufsrechts verletzt würden.
Grundsätzlich ist jeder Arzt/Zahnarzt verpflichtet, eine seiner Kenntnis und
Ausrüstung angemessene Notfallbehandlung zu jeder Zeit durchzuführen. Um ihn von
dieser - allein schon ethischen - Pflicht zu bestimmten Zeiten zu entlasten
(Wochenenden, Feierabend, fortgeschrittenes Alter, usw.) wird in D von den
Zahnärztekammern und
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen ein Notfalldienst organisiert, der
primär für alle Mitglieder verpflichtend ist. Ausnahmeregelungen bestehen (nach
vorheriger Genehmigung) bei Alter/Krankheit oder mangelnder
Kenntnis/Praxisausrüstung.
Aufklärung,
Sicherstellungsauftrag
Novel Food
Schlagwortbez. für "neuere Lebensmittel": seit 1997 muss für Lebensmittel, die
bis zu diesem Zeitpunkt nicht in nennenswerten Mengen in Europa verzehrt wurden,
bewiesen werden, dass sie die Gesundheit nicht schädigen. Erst dann dürfen sie
auf den europäischen Markt. Das bestimmt die "Novel Food-Verordnung".
Mittlerweile wurden rund 35 solcher neuartigen Lebensmittel von der Europäischen
Kommission genehmigt. 170 weitere sind als Novel Food notifiziert, das heißt sie
sind geprüften Produkten so ähnlich, dass sie ebenfalls als sicher gelten.
Händler und Hersteller sind von der Novel Food-Verordnung nicht begeistert, denn
das Zulassungsverfahren ist zeitaufwändig, bürokratisch und teuer.
Functional
Food
Novocain ®
Procainhydrochlorid, erstes, 1905 von Einhorn (1857-1917) synthetisch
hergestelltes Mittel zur
örtlichen Betäubung; löste das bis dahin gebräuchliche
Kokain wegen seiner hohen Giftigkeit als Betäubungsmittel in der
ZHK ab. Heute durch bedeutend verträglichere Mittel abgelöst. Es besitzt
aber auch noch nach über 100 Jahren immer noch die geringste Giftigkeit aller
Lokalanästhetika; schlechte Gewebe-Durchdringungs-Eigenschaften, eine lange
Wartedauer bis zur Wirkung, eine kurze Betäubungs-Dauer und gelegentliche
allergische Reaktionen führten zum Wechsel auf andere örtliche Betäubungsmittel;
noch gelegentliche Verwendung des N. in der
Neuraltherapie und
alternativen Medizin.
Geschichte der Lokalanästhesie,
Huneke-Sekundenphänomen,
Lokalanästhetika,
Tetracain
Noxe
lat. noxa = Schaden; mediz. Bez. für Stoffe oder Ereignisse, die eine
schädigende, krankheitserzeugende Wirkung auf einen Organismus oder auf ein
Körperorgan ausüben.
NTI-tss
"Front-Jig" (kleine)
Aufbissschiene, NTI = Nociceptive Trigeminal Inhibition, tss = tension suppression system, engl.: anterior bite stop;
in der Herstellung modifizierte (Fertigteile) Reflex-Schiene nach Boyd (
. Wesentliches Merkmal von NTI ist
das „diskludierendes Element“, welches nur einen einzigen Kontaktpunkt
ausschließlich zwischen den Schneidezähnen hat und damit den sog.
"Inhibitionsreflex" auslöst. Dieser wirkt dann, wenn die nozizeptiven
Rezeptoren eine übermäßige Belastung der Schneidezähne registrieren. Es
wird dann eine Reduktion der Kontraktionsintensität der
Unterkieferelevatoren eingeleitet.
Haupteinsatz bei
Knirschern und Migräne. In der Anwendung - obwohl von der strengen
amerikanischen
FDA zugelassen - wegen der Größe nicht unumstritten: NTI bedeckt nur
die Frontzähne als Aufbissbehelf. Dies bedeutet zwar ein angenehmes
Tragen, birgt aber die Gefahr eines unbeabsichtigten
Aspirieren/Verschluckens der
kleinen
Schiene in sich.
palatinale Plateaus
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NUB - Richtlinien
Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, engl.: new
inspection and treatment methods; Begriff aus der
Gesetzlichen Krankenversicherung. Zahnärztliche Behandlungsmethoden
unterliegen dem sog.
Wirtschaftlichkeitsgebot; neue Behandlungsarten müssen
wissenschaftlich-klinisch erprobt und ausreichend wirtschaftlich sein um in den
Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen zu werden.
Entscheidungsgremium ist der
Gemeinsame Bundesausschuss Krankenkassen/Zahnärzte.
Der Umfang des zu überprüfenden Katalogs war bei einer bestehenden
Budgetierung sehr umstritten; die ab 1999 auf dem Papier bestehenden
Richtlinien wurden am 1. April 2006 außer Kraft gesetzt.
Nuckelflaschenkaries, NFK ;
Nursing-Bottle-Syndrom
Nuckeln, engl.: suck on;
Lutschen
Nuhn Zyste
engl.: Nuhn's cyst; nach dem Heidelberger Anatom (1814-1889) benannte
Mundbodenzyste. Sie gehört zu der Gruppe der Extravasationszysten, da sie
von den unter der Zunge liegenden Schleimdrüsen ausgeht.
Zyste
NUK-Sauger, NUK-Beruhingungssauger,
NUK-Kieferformer;
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Null-Linie
Null-Punkt-Linie, engl.: zero point line; eine
Gerade durch die "Nullpunkte" der Schneidezähne (s. Abb.). An den
Palatinalflächen der oberen Schneidezähne kann man sog. Wendepunkte
in der Wölbung ausmachen: Die Fläche verläuft (von der Zahnwurzel her
kommend) erst konvex und geht dann zur Schneidekante hin in eine
Konkavität über. Bei idealen Bissverhältnissen (
Eugnathie) treffen die Schneidekanten der unteren Frontzähne auf
diese Linie.
Schneidezahn |

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numerus clausus, Auswahlverfahren,
engl.: do.;
Approbation
Nummerierung der Zähne; engl.:
numbering of the teeth
Zahnschema
Nursing-Bottle-Syndrom
NBS, im neueren Sprachgebrauch: early childhood caries (ECC),
Nuckelflaschenkaries, NFK baby-bottle-syndrom, "Honig-Schnuller-Syndrom";
mit noch weiteren Namen wie "Honig-Schnuller-Karies",
"Zuckertee-Karies". Hierbei handelt es sich um eine
(fehl-)ernährungsbedingte, ausgeprägte,
Glattflächen-Karies, besonders der Oberkiefer-Schneidezähne bis
hin zur völligen Zerstörung dieser (s. Abb.). Es hat sich
herausgestellt, dass die unteren
Frontzähne dem Säureangriff am längsten widerstehen. Die
Puffer-
und Remineralisationswirkung des Speichels wird hier ganz deutlich:
Die Zähne profitieren vom unverdünnten Sekret der unmittelbar dahinter
liegenden sublingualen Speicheldrüsen. Man geht davon aus, dass bei etwa
6 % der Kleinkinder ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes NBS zu
finden ist.
Ursachen sind eine ständige Zufuhr von gesüßter oder säurehaltiger
Flaschennahrung (zuckerhaltige Tees bzw. Säfte, gesüßte Milch in Form
des "Beruhigungsfläschchen", mit Honig benetzte Schnuller,
Apfelsaft oder andere säurehaltige Fruchtsaftgetränke) besonders
während der Nacht oder in Ruhephasen, wo der schützende
Speichelfluss stark vermindert ist. Auch allein das
Dauernuckeln/-saugen an Flascheninhalten aus reinem Wasser kann
schädlich sein, da das Fortspülen des
remineralisierenden Speichels schon genügt, um eine Zahnzerstörung
einzuleiten.
Nuckelflaschen aus Plastik begünstigen die Entstehung des N., da
diese im Gegensatz zu Glasflaschen von den Kleinen leicht und über
Stunden gehalten werden können.
Neben den massiven Schäden am Gebiss hat die unkontrollierte Zucker-
oder auch (Obst-)Säurezufuhr aber auch noch allgemein-körperliche
Auswirkungen wie Babydicksucht, aber auch Essensunlust; hinzu kommt -
bedingt durch
Eiterherde an den zerstörten Zähnen - eine Störung des allgemeinen
Wohlbefindens und eine Belastung des
Immunsystems.
Ähnlich negative Effekte werden auch beim falschen Stillen
beobachtet und als
Stillkaries bezeichnet: Durch das Einschlafen an der Mutterbrust
oder längere nächtliche Stillphasen werden die Zähnchen ähnlich wie bei
der Nuckelflaschenkaries ständig Kohlenhydraten und/oder Säuren
ausgesetzt und mit der Zeit schwer geschädigt. So sehr das Stillen
generell aus ärztlicher und zahnärztlicher Sicht befürwortet wird, so
schlecht sind länger dauernde Zufuhren von
Nahrungsmittel! Mahlzeiten
sollten wie bei Erwachsenen in einem relativ kurzen Zeitraum aufgenommen
werden und nie während der Nacht, wo in einer körperlichen Ruhephase der
Speichelfluss - und damit die natürlich schützende Wirkung - stark
herabgesetzt ist.
In Deutschland sind nach Schätzungen aus 1993 (Prof. Wetzel) ca.
200.000 Kinder betroffen, für die Schweiz wird ein Wert von 0,9 % und
für die USA ein Wert zwischen 3 u. 6 Prozent der Bevölkerung angegeben.
Besonders betroffen sind Kinder zwischen dem 1. u. 3. Lebensjahr. Dabei
dient die Nuckelflasche - unabhängig von der sozialen Schicht der Eltern
- zur Beruhigung, Ablenkung, als Einschlafhilfe, zur Angstbewältigung
oder aber nur zur Beschäftigung des Kindes.
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Ernährungsempfehlungen,
Kariesrisiko,
kariogen,
versteckter Zucker |

4 jähriges Kind mit NBS; Flascheninhalt: Apfelsaft

5 jähriges Kind mit NBS; wird überwiegend gestillt

4 jähriges Kind mit ausgeprägtem N. im Oberkiefer. Die unteren
Zähne sind unversehrt (s. Text)

tief zerstörte Backenzähne im Milchgebiss |
Nutzungsperiode
Gebrauchsperiode; Bez. für einen Zustand des natürlichen Gebisses, bei
welchem alle Zähne (bis auf die Weisheitszähne) durchgebrochen / vorhanden sind.
Beim Milchgebiss ist dies die Zeit zwischen dem 3. und 6. Lbj.; beim bleibenden
Gebiss nach dem Durchbruch der zweiten Backenzähne etwa ab dem 13. Lbj.
Dentition,
Gebiss
Nylon Kunststoff
als Prothesenbasismaterial , "Nylonprothese"; in jüngerer Zeit
vereinzelt auf dem Dentalmarkt befindlicher Werkstoffe (in den USA etabliert,
2009) für die
Basis
von Teil-
und Vollprothesen.
Die DGZPW (neu:
DGPro) schreibt dazu u.a.:
Nylon ist ein hydrophiles Polyamid, welches je nach Konfiguration zwischen
200 und 350°C plastisch wird und bei etwa 6 Bar Druck in eine Hohlform injiziert
werden kann
Unter dem für den deutschen Dentalmarkt gewählten Namen „Flexonon“ stand ein
solches verbessertes Polyamid schon in den 1980er Jahren zur Verfügung, welches
unter dem Originalnamen „Valplast“
in den USA produziert wurde
Die Verbindung zu den
Prothesenzähnen
beruht allein auf mechanischen Effekten, zwischen Polyamiden und PMMA kommt es
zu keiner chemischen Reaktion
Aufgrund der fehlenden chemischen Reaktionsfähigkeit werden für Reparaturen (die
wegen der Elastizität allerdings kaum eine Rolle spielen!), für Unterfütterungen
und Erweiterungen Heißluftschweißgeräte bzw. spezielle Haftvermittler mit
fraglichem Erfolg benötigt.
und gibt als Indikation 3 Gruppen an, welche durch andere Materialien nur schwer
abzudecken sind:
1) Sie sind eine echte Materialalternative bei nachgewiesener
MMA-Allergie. Chemisch gibt es keine Verwandtschaft mit PMMA und als Thermoplast
enthalten sie deutlich weniger eluierbare Substanzen. Da die in einem Stück aus
Nylon mitgepressten Halteelemente ausreichend elastisch sind, können
Teilprothesen ohne Metallklammern angefertigt werden. Patienten mit unklaren
Intoleranzerscheinungen und insbesondere Metallphobikern und ihren Zahnärzten
eröffnet sich damit eine weitere Alternative für eine Therapie im Sinne des
Grundsatzes primum nil nocere.
2) Sie sind wegen der hohen Bruchfestigkeit bei großer Elastizität
(kleines E-Modul) mechanisch wesentlich widerstandsfähiger als alle derzeit
benutzten Prothesenbasismaterialien.
3) Sie sind durch ihre Flexibilität auch in kleine Mundhöhlen relativ
einfach eingliederbar, was z.B. bei Kindern oder Sklerodermikern oft die einzige
Möglichkeit für einen akzeptablen herausnehmbaren Zahnersatz darstellt
Retentionsprothese,
Prothesenbasis
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Aktualisierung der Artikel 2012