Damit der Mund den speziellen
Anforderungen gerecht wird, ist die
Mundhöhle im ganzen Mundraum mit
Schleimhaut ausgekleidet.

Die Mundschleimhaut umfasst die
Zungenschleimhaut, die
Schleimhaut
des Mundbodens, der Wangen, der Lippen und
des Gaumens sowie auch das Zahnfleisch
(Gingiva).
Der Mund ist verschiedenen
Einflüssen wie heissen Speisen, kalte
Speisen, harter Nahrung oder Mikroorganismen
ausgesetzt, die in der warmen und feuchten
Höhle ein ideales Klima findet.
Die
Mundschleimhaut ist gut
durchblutet und die Zellen teilen sich rasch
und häufig, damit Wunden im Mundbereich
rasch heilen, schneller als in anderen
Körperteilen. Es kann aber trotz der
schützenden Mundschleimhaut durch
verschiedene Reize zu entzündlichen
Veränderungen der
Mundschleimhaut
(Stomatitis) kommen. Abgegrenzt werden
Entzündungen des Zahnfleisches (Gingivitis)
und entzündliche Erkrankungen des
Zahnhalteapparates (Parodontitis).
Mundschleimhaut und deren Aufgaben
Die Mundschleimhaut hat eine
Sinnesfunktion mit Geschmacksempfinden,
Temperaturempfinden und Tastempfinden.
Die Aufgaben der Mundschleimhaut (Mukosa)
ist der Schutz vor mechanischen, chemischen
und thermischen Einflüssen sowie
Sekretabsonderung, um die Mundhöhle
anzufeuchten, die Nahrung gleitfähig zu
machen und ihre chemische Aufspaltung
einzuleiten. Der Begriff
Schleimhaut
bzw. Mukosa bezeichnet die Schutzschicht,
die das Innere von Hohlorganen auskleidet.
Schleimhaut (Mucosa)
Als
Schleimhaut (Mukosa) wird
die zarte, gefässreiche Auskleidung der
innerer Hohlräume und Hohlorganen vom
Organismus bezeichnet die im Normalfall
unverhornt ist und Oberfläche der
Schleimhaut von einer
Schleimschicht aus Muzinen bedeckt ist.

Die Auskleidung der Hohlorgane mit
Schleimhaut hat die gleiche
gesundheitliche Bedeutung wie die Haut, denn
die Schleimhaut (lat.-med. Tunica
mucosa) als Schleim absondernde
Auskleidung ist in den Hohlorganen wie
Nase und Mund sowie im ganzen
Verdauungsapparat und Verdauungstrakt als
Verdauungskanal zu finden, die der Aufnahme,
der Verkleinerung, dem Weitertransport und
der Resorption der Nahrung dienen.
Mucosa
Die
Schleimhaut (Mucosa)
ist eine meist Schleim absondernde innere
Auskleidung von Hohlorganen, so auch in der
Mundhöhle die Mundschleimhaut.
Die Aufgaben der
Schleimhaut (Mucosa)
sind Schutz, Gleitfähigkeit, Resorption oder
Ausscheidung, je nach der Funktion vom
schleimhauttragenden Organ. Schleimhaut "Tunica
mucosa" bezeichnet die Schutzschicht,
die das Innere von Hohlorganen auskleidet.
Die Schleimhaut hat die
Eigenschaft, durch aktive
Transportmechanismen an der
Schleimhautoberfläche Sekrete wie den
Mundspeichel als
Sekret in eine bestimmte Richtung
zu transportieren, und ermöglichen somit
Sekretionsprozesse wie auch
Resorptionsprozesse. Als Verdauungsapparat
oder Verdauungstrakt werden alle Organe
zusammengefasst, die der Aufnahme, der
Zerkleinerung und dem Weitertransport der
Nahrung dienen, um die Speisen verdauen zu
können und die darin enthaltenen Nährstoffe
für den Körper verwertbar zu machen. Der
ganze Verdauungskanal enthält aber zum
Schutz und der Gleitfähigkeit eine
Schleimhaut. Eine Schleimhaut besteht aus
einem Epithel, das mehrschichtig wie im Mund
bzw. in der Mundhöhle sein kann oder
einschichtig wie im Darm. Eine spezifische
Verhornung zeigt das Epithel oberflächlich
nur bei einigen Organen. Im Gegensatz zur
normalen Haut besitzt sie keine echte
Hornschicht und keine Haare. Viele
Schleimhäute haben die Eigenschaft,
durch aktive Transportmechanismen an der
Schleimhautoberfläche Sekrete in eine
bestimmte Richtung zu transportieren, und
ermöglichen somit Hypersekretion und
Resorptionsprozesse.
Schleimhaut
Schleimhäute dienen der
mechanischen Abgrenzung der Organoberfläche.
Die menschliche Haut und die Schleimhaut
ist das Schutzorgan und Grenzorgan zur
mikrobiologischen Umwelt. In der
Eigenschicht finden sich häufig
Lymphknötchen.
Schleimhäute können
Immunglobuline absondern und haben so eine
wichtige Schutzfunktion gegen eindringende
Krankheitserreger. Die
Schleimhaut
besteht aus einem der jeweiligen
Organfunktion angepasstes Epithel. Das
Epithel kann einschichtig oder wie die
Mundhöhle mehrschichtig sein. Durch die in
der Schleimhaut enthaltenen
Schleimdrüsen, Flimmerepithelhärchen mit zur
Körperöffnung gerichteter Bewegung und durch
eine dünne Muskelschicht wird die Funktion
des schleimhauttragenden Organs ermöglicht.
Die Feuchtigkeit und die Schleimigkeit durch
Muzin wird durch Absonderungen der eigenen
Epithelzellen oder durch grössere Drüsen
erreicht. Adstringentien ist ein Mittel, das
die Schleimhaut zusammenzieht. Die
Eigenschicht enthält zumeist Drüsen
(Drüsenschleimhaut), die die
Schleimhaut
feucht halten. Teilweise wird die
Schleimhautoberfläche durch Papillen,
Zotten, Faltenbildung oder Lakunen
vergrössert. Lymphozyten und Lysozyme im
Schleimhautsekret sorgen für
antibakteriellen Effekt und der
unterschiedliche pH-Milieu für das Gedeihen
organspezifischer mikrobieller Symbionten
Mundflora.
Veränderung Schleimhaut
Viele Allgemeinerkrankungen und
Hauterkrankungen machen sich als Veränderung
auf der Mundschleimhaut bemerkbar, weshalb
dem Zahnarzt bei der Diagnose von
Mundschleimhauterkrankungen eine grosse
Bedeutung zukommt.

In Zusammenarbeit mit Hautärzten kann der
Zahnarzt zu frühzeitigen Erkennung von
Erkrankungen beitragen, denn
Mundschleimhaut-Erkrankungen dürfen nicht
auf die leichte Schulter genommen werden.
Erkrankung Mundschleimhaut
Je früher eine
Mundschleimhaut-Erkrankung erkannt
wird, desto einfacher ist die Behandlung.
Bei einer grossen Mehrzahl von
Mundschleimhauterkrankungen ist jedoch
die Ursache der bakterielle Zahnbelag. Seit
längerer Zeit wurden bisherigen
chirurgischen und medikamentösen Therapien
durch den Einsatz von Lasern bei
Schleimhautveränderungen erweitert
worden.

Alle chronischen
Mundschleimhautveränderungen die nicht
nur einige Tage bestehen, können
Krebsvorstufen (Präkanzerosen) sein, sodass
sie in der Regel vorsorglich entfernt werden
müssen.
Gefährlichen
Veränderungen
der Mundschleimhaut sind vielfach
unauffällig, schmerzlos und entstehen über
einen längeren Zeitraum.
Veränderungen der Schleimhaut
können eine warzenähnliche bis glatte oder
netzförmig Oberfläche oder eine flache
ausgeprägte Form haben. Farblich können sie
weisslich rötlich bis zu bläulich oder braun
sein. Wenn die Veränderung der Schleimhaut
rasch erfolgt, ist es vielfach gutartig,
denn gefährlich bzw. akut sind langsam
entstehende Veränderungen im Mundraum.
Mundschleimhaut und
Allgemeinerkrankungen
Die Mundschleimhaut umfasst die
Zungenschleimhaut, die Schleimhaut des
Mundbodens, der Wangen, der Lippen und des
Gaumens sowie evt. auch das Zahnfleisch
(Gingiva).
Viele Allgemeinerkrankungen machen sich
als Veränderung in der Mundschleimhaut
bemerkbar. Bei Kindern können sich Röteln,
Scharlach, Masern, Windpocken oder
Pfeiffer'sches Drüsenfieber auf der
Mundschleimhaut als Krankheitsbilde zeigen.
Dem Zahnarzt kommt bei der Diagnose von
Mundschleimhauterkrankungen eine grosse
Bedeutung zu, denn sie können verschiedene
Ursachen haben wie: Auswirkungen von
Allgemeinerkrankungen auf die
Mundschleimhaut, Infektion durch Pilze,
Viren oder Bakterien sowie Bakterielle
Zahnbeläge. Reaktionen sind möglich auf
aggressive Substanzen wie Medikamente,
Laugen oder Säuren. Möglich sind auch
Mechanische Einflüsse durch den
Prothesendruck bzw. Reizungen durch die
Prothese, Zahnbürste, scharfen Zahnkanten
oder Thermische Einflüsse durch
Verbrennungen (heisse Getränke und Speisen).
Die chirurgischen und medikamentösen
Therapien sind heute meistens nicht mehr
nötig, denn es werden Laser eingesetzt.
Schleimhautentzündung
Schleimhautentzündung ist eine
katarrhalische Entzündung Katarrh. Die
Stomatitis ist eine Entzündung der
Mundschleimhaut. Die Ursachen können
vielfältig sen. Sie kann infektiös durch
Viren, Bakterien oder Pilze, aber auch durch
physikalische Irritationen, allergische oder
toxische Reaktionen, als Folge von
systemischen Erkrankungen, bei
Vitaminmangel, als Nebenwirkung von
Arzneimitteln oder durch Substanzen wie zum
Beispiel Alkohol und Nicotin ausgelöst
werden. Die Behandlung erfolgt nach Ursache
meist lokal mit desinfizierenden,
entzündungshemmenden und schmerzhemmenden
Mundspüllösungen oder Gels.
Mundschleimhautentzündung
Eine Mundschleimhautentzündung kann aber
auch als Begleitsymptom von Hautkrankheiten
oder schweren Infektionskrankheiten wie
Lungenentzündung, Masern oder AIDS
auftreten. Die Mundschleimhaut ist dann
lediglich mitbetroffen, die Krankheit spielt
sich hauptsächlich an anderen Körperstellen
ab. Der Mund kann als Spiegel des Körpers
bezeichnet werden, an dessen empfindlicher
Schleimhaut allgemeine Probleme des Körpers
wie Mangelzustände und Krankheiten deutlich
werden. Ist die Entzündung der
Mundschleimhaut infektiöser Art, kann sich
die Erkrankung ausbreiten und den gesamten
Organismus befallen. Folgeerkrankungen
können Zahnfleischschwund, Appetitlosigkeit
und dadurch starker Gewichtsverlust sein.
Verletzungen der Mundschleimhaut durch
schlecht sitzende Zahnprothesen
(Prothesenstomatitis), Bisswunden und
Verletzungen durch zu heisse Speisen sind
ebenfalls häufig Ausgangspunkt einer
Entzündung. Allergisierende Stoffe im Mund,
enthalten in Zahnprothesen
(Prothesen-Verträglichkeit) oder
Mundpflegeartikeln, können die
Mundschleimhaut durch die ausgelöste
allergische Reaktion schädigen.
Mundschleimhautentzündungen sind vor allem
bei Patienten mit Störungen des Immunsystems
ein häufiges Problem, können aber auch ein
Zeichen eines Mangelzustands oder Symptom
einer Allgemeinerkrankung sein. Wenn die
Entzündung im Mund nach einigen Tagen nicht
zurückgeht sollte man zum Zahnarzt gehen.
Der Zahnarzt oder auch Hautarzt untersucht
die Mundhöhle um zu klären, ob es eine
einfach zu beseitigende Ursache für die
Mundschleimhautveränderung gibt wie eine
Aphthe oder Druckstelle.
Bei unklaren Veränderungen der
Mundschleimhaut oder Verdacht auf eine
bösartigkeit wird eine Gewebeprobe
entnommen, die histologisch unter dem
Mikroskop untersucht wird.

Der Histologe oder Pathologe untersucht
dann die Gewebeproben.
Gegebenenfalls überweist der Zahnarzt den
Patienten zur Untersuchung an einen
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, denn
Präkanzerosen werden in der Regel
vorsorglich wegoperiert.
Beschwerden sind vielfach Brennen und
Schmerz der geröteten Schleimhaut, sowie
Eiter an betroffenen Stellen.
Pilzinfektionen des Mundes Candida albicans
(Soor) zeigen sich in weisslichen Belägen.
Eine Infektion ist der häufigste Grund für
Stomatitis. Als Erreger kommen Pilze, Viren
und Bakterien in Frage, doch meist besteht
eine Grunderkrankung, die das Immunsystem
geschwächt hat, wodurch sich die Infektion
ausbreiten konnte. Der Mundraum und
Rachenraum ist im gesunden Zustand dicht mit
symbiotischen Bakterien besiedelt, die auf
der Schleimhaut eine Schutzschicht bilden.
Entzündung Mundschleimhaut
Gefährdet von Stomatitis sind
Menschen, die keine Nahrung zu sich nehmen
dürfen und ältere Menschen mit
Zahnprothesen.
Mundschleimhäute unterliegen mit
zunehmendem Lebensalter einem grösseren
Risiko, denn die Immunabwehr reduziert sich
und die Mundschleimhaut wird trockener.
Vielfach entsteht auch durch Medikamente ein
geringerer Speichelfluss, sodass der
Speichel fehlt, der wichtig für die
Selbstreinigung der Zähne und vom Mundraum
ist. Die Speicheldrüsen produzieren normal
ca. eineinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag.
Die darin enthaltenen Stoffe sorgen für
einen neutralen pH-Wert und damit für ein
Keimfeindliches Mundmilieu. Zudem können
Zahnersatz und Prothesen Probleme
verursachen. Entzündungen der
Mundschleimhaut (Stomatitis resp.
Prothesenstomatitis) treten im Besonderen
bei geschwächtem Allgemeinzustand und bei
mangelnder Mundhygiene auf.
Ursachen für
Entzündung
der Mundschleimhaut nebst
Infektionen:
♦ Plaque, Zahnstein, Karies
♦ Verbrennungen durch zu heisse Speisen oder
Getränke
♦ Schlecht sitzende Zahnprothesen oder
Zahnspangen
♦ Trockene Mundschleimhaut (ältere Menschen)
♦ Vitaminmangel bzw. Vitamin A, B und C
♦ Eisenmangel oder Folsäuremangel
♦ Vergiftungen und Schädigungen (Metalle
Nikotin, Alkohol)
♦ Hormonschwankungen (Pubertät,
Schwangerschaft, Wechseljahre)
♦ Reizungen und Bissverletzung beim Kauen
oder harter Zahnbürste
♦ Stomatitis als Begleiterkrankung bei
Hautkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten und
Blutkrankheiten oder als Nebenwirkung einer
Chemotherapie bei Krebs.
♦ Allergische Reaktionen gegen bestimmte
Speisen, Prothesenmaterial,
Mundpflegemittel, Medikamente oder
Arzneimittel im Mundbereich (Stomatitis
medicamentosa), vielfach bei Penicillinen
als Überempfindlichkeitsreaktion.
Stomatitis
Unter einer
Stomatitis
(Mundkatarrh) versteht man eine Entzündung
der Mundschleimhaut.
Stomatitis ist
eine eigene Krankheit die auch ein
Begleitsymptom einer anderen Krankheit oder
Nebenwirkung einer Therapie sein. Eine
Mundschleimhautentzündung kann sich durch
Schmerzen, Schwellungen, Rötung, Brennen,
Juckreiz, Geschwüre, Zahnfleischbluten
(Zahnfleischentzündung) oder vermehrtem
Speichelfluss äussern.
Stomatitis
(griech. Stoma = Mund) ist eine Entzündung
der gesamten Mundschleimhaut, meist auf dem
Boden einer Gingivitis oder Parodontitis.
Mundschleimhautentzündungen gehen mit
Veränderungen der
Schleimhaut bzw.
des Zungenbelages einher, wobei die Gründe
dafür weit gefächert sein können. Somit
können neben Stress, Viren und Pilzen auch
Zähne d.h. scharfkantige Schneidezähne und
Eckzähne sowie eine schlecht sitzende
Zahnprothese der Auslöser sein.
Charakteristisch bei einer
Stomatitis
ist ein weisser Belag auf der
Mundschleimhaut.
Symptome von Stomatitis
Mögliche
Symptome einer
Stomatitis sind Rötungen der
Mundschleimhaut bzw. sichtbar entzündlich
veränderte Entzündungszeichen wie
Schwellungen, Brennen und Schmerzen,
besonders bei heissen, scharfen oder sauren
Speisen. Weitere Begleiterscheinungen sind
Mundgeruch, Appetitlosigkeit oder auch
Essverweigerung und Trinkverweigerung bei
Kleinkindern. Beläge können zu sehen sein
und vielfach tritt Mundgeruch auf, wenn eine
Stomatitis vorliegt. Bei der
Zahnreinigung kann es mit harter Zahnbürste
zur Mundschleimhautblutung kommen. Auch
vermehrte Speichelbildung oder umgekehrt
trockene Schleimhäute sind unangenehme
Nebenwirkungen einer
Stomatitis. Es
können auch Aphthen entstehen, was
schmerzhafte Defekte der Mundschleimhaut
sind. Aphthen können vereinzelt oder in
Gruppen auftreten. Eine Aphthe ist eine
weiss belegte von einem entzündlichen
Randsaum umgebene Erosion der
Mundschleimhaut des Zahnfleischs, der
Mundhöhle oder der Zunge.
Symptome von Stomatitis:
♦ Rötung
♦ Schwellung
♦ Entzündung
♦ Fleckenförmiger oder grossflächiger Belag
♦ Schleimhautblutungen
♦ Mundgeruch
♦ Schmerzen
♦ Brennen
♦ Taubheitsgefühl
♦ Geschmacksverlust
♦ Eingeschränkte Kaufunktion und
Schluckfunktion
♦ Läsionen in der Mundhöhle in Form von
Aphthen, Erosionen, Ulzerationen und
Nekroseherden
♦ Schluckbeschwerden und damit verbundene
Einschränkung der Nahrungsaufnahme
♦ Aphthen
♦ Bläschenbildung
Prothesenstomatitis
Prothesenstomatitis
bedeutet, Entzündung der Mundschleimhaut die
durch schlecht sitzende Zahnprothesen
hervorgerufen werden.
Unter einer
Prothesenstomatitis
versteht man Mundschleimhautentzündungen
(Stomatitis) und andere Beschwerden, die
nach dem Einsatz eines herausnehmbaren
Zahnersatzs auftreten. Die
Prothesenstomatitis ist im Oberkiefer
häufiger anzutreffen als im Unterkiefer. Bei
der Prothesenstomatitis treten
häufig punktförmige Veränderungen des
Gaumens bzw. der Kieferkämme auf, die als
papillare Hyperplasien bezeichnet werden und
von den Patienten als störend empfunden
werden. Sie können grossflächig auftreten
und granulare oder nodulare Strukturen
aufweisen. Prothesenstomatitis
entsteht vielfach durch Infektion mit dem
Pilzerreger der Gattung Candida-albicans in
kausalem Zusammenhang mit schlechter
Mundhygiene, mangelhafte
Prothesenstabilität, Verabreichung von
Antibiotika und Cortison sowie
Radiotherapien. Allergisierende Stoffe im
Mund, enthalten in Zahnprothesen
(Prothesen-Verträglichkeit) oder
Mundpflegeartikeln, können die
Mundschleimhaut durch die ausgelöste
allergische Reaktion schädigen. Die
Candida-albicans-Infektion verhindert ein
Abheilen befallener Wunden wie sie durch
Prothesen bei Druckstellen oder Reibung
entstehen können. Die hyperplastischen
Gaumenveränderungen rufen vielfach eine
Prothesenbeweglichkeit hervor, die eine
wiederholende Reinfektion bewirkt, was eine
nachträglich vollständige Abheilung der
Prothesenstomatitis verhindert. Damit
kann der Erreger tieferer in die
Schleimhautschichten eindringen und neue
Infektionsherde bilden. Bei vorhandenen
Druckstellen sollte der Zahnarzt aufgesucht
werden, denn nebst dem Prothesenbereich
können Mundwinkel, Zunge oder
Wangenschleimhaut befallen werden. Der Pilz
kann über die Speiseröhre zu Infektionen des
Magen-Darm-Traktes führen. Die
symptomatische Prothesenstomatitis
(Burning-Mouth-Syndrom) erzeugt keine
erkennbaren Schleimhautveränderungen und
äussert sich vielfach durch Hitzegefühl,
Mundtrockenheit, Mundbrennen, Zungenbrennen,
und vereinzelten Sensibilitätsstörungen.
Krankheiten, wie Mangel anVitamin-B,
Eisenmangelanämie,
Magenschleimhautentzündung, Leberstörungen
oder Kreislaufstörungen, können eine
Stomatitis bedingen. Abzugrenzen davon ist
die autonome Prothesenstomatitis,
die sich auf den Schleimhautarealen
befindet, die der Zahnprothese anliegen und
entsteht durch mechanische, chemische oder
Wärmereize.
Ursachen einer Stomatitis
Die Ursachen einer
Stomatitis
sind sehr vielfältig, geht aber meist von
einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
aus. Vielfach sind Infektionen mit
Bakterien, Viren oder Hefepilzen
verantwortlich, im Besonderen der Hefepilz
Candida albicans der sehr häufig ist und zum
Mundsoor führt. Als Ursachen kommen
mangelnde Mundhygiene, ein reduzierter
Allgemeinzustand bzw. bei Infektionen,
Erkrankungen des Immunsystems, chemische
oder physikalische Reize und Vergiftungen in
Frage. Vitaminmangel resp. Vitamin B und C
sowie Unterernährung können für Stomatitis
verantwortlich sein, wie auch Allgemeine
Erkrankungen d.h. Blutkrankheiten,
Vergiftungen (Schwermetalle, Laugendämpfe)
und bestimmte Hautkrankheiten. Vielfach
besteht aber eine Grunderkrankung, die zur
Schwächung des Immunsystems führt, das eine
Infektion erst möglich macht. Bei
vorgeschädigter Mundschleimhaut oder bei
geschwächtem Allgemeinzustand siedeln sich
auch gerne Bakterien an. Ist diese Mundflora
gestört, kann es zu Entzündungen, Aphthen
(Aphthose), Mundfäule oder Soor kommen. Beim
"ansonsten" gesunden Mensch verheilen
Mundschleimhautentzündungen automatisch
rasch von selbst. Eine antibiotische oder
antivirale Therapie mit Tabletten ist
vielfach nur bei schwerem Verlauf oder bei
Pilzinfektionen mit Antimyotika
erforderlich. Entzündungen sind
Abwehrreaktionen des Körpers auf schädigende
Einflüsse. Eine
Mundschleimhautentzündung geht meist
auf örtliche Reizungen oder Infektionen mit
Viren zurück und tritt häufig gemeinsam mit
einer Zahnfleischentzündung auf. Durch
Entzündungen versucht der Körper,
schädigende Reize durch stärkere
Durchblutung des betroffenen Gewebes zu
beseitigen, wodurch es sich rötet und
anschwillt und die Temperatur steigt. Häufig
treten Schmerzen auf und der Speichelfluss
verstärkt sich. Sind Viren die Verursacher,
entstehen auf der Schleimhaut kleine
Bläschen, die rasch platzen und flache,
runde Wundflächen hinterlassen. Bei
schwererem Verlauf von
Herpes
können sich Mundgeschwüre bilden.
Herpes
Bei den Viren führt der
Erstkontakt mit dem Herpes simplex-Virus zu
einer schmerzhaften Entzündung der
Mundschleimhaut.
Unter Herpes simplex (lat. einfach)
versteht man Virusinfektionen, die durch
Herpes-simplex-Viren hervorgerufen werden.
Herpes-simplex-Viren sind weltweit
verbreitet, wobei der Mensch für diese Viren
als Reservoir der einzige natürliche Wirt
sind.

Bei Herpes-simplex-Viren spricht somit
von einer Gingivastomatitis herpetica oder
auch Mundfäule (Stomatitis aphthosa).
Bei solchen Infektionen kommt es
meist bei Kindern zu kleinen, schmerzhaften
Bläschen in der gesamten Mundhöhle, die
jucken, brennen oder spannen, begleitet von
vermehrtem Speichelfluss.
Geschwollene Halslymphknoten und hohes
Fieber sind Symptome von
Stomatitis.
Mundschleimhauttumore
Mundschleimhauttumore sind sehr schnell
wachsen Karzinome in bösartigen Formen, d.h.
Karzinom ist ein bösartiges Geschwulst,
Krebs oder Tumor. Karzinogene sind
Substanzen mit krebserregender oder
krebsauslösender Wirkung.