Mobilisationsplatte
engl.: mobilization plate; herausnehmbares kieferorthopädisches
Gerät, um einen
retinierten Zahn auf nahezu
Okklusionsebene
zu bringen. Dies hat den Vorteil, dass die reziproken "Herauszugskräfte" nicht
unmittelbar auf einen Zahn, sondern auf die ganze Zahnreihe und den Gaumen
übertragen werden.
Mobilisationstest
Mobilisationstherapie, "Amalgam-/Quecksilberausleitung",
Schwermetallausleitung, engl.: mobilization test o. therapy;
umstrittenes Verfahren zum Ausleiten von Schwermetalldepots aus dem menschl.
Organismus; hauptsächlich in
ganzheitlich orientierten Zahnarztpraxen durchgeführt. In der
ZHK von gewissen Gruppierungen ("Ausleitungstherapie nach Daunderer") dazu
gebraucht, um behauptete
Schäden durch das
Quecksilber in
Amalgamfüllungen zu kurieren.
Wenig tauglich ist der bei Amalgamgegner beliebte
DMPS-Test. Naturheilkundliche Verfahren (z.B. Selen D6;
Derivato H, Süßwasseralge Chlorella) sollen den Organismus weniger belasten,
dauern aber länger (bis zu einem Monat) und sind wissenschaftlich wenig
dokumentiert. Neuerdings werden auch "Optimierungen" der Ausleitung durch einen
Softlaser Cepes
Laser angeboten. Hierbei sollen die "Kopfganglien" "entblockiert" werden.
Amalgamentfernung,
Amalgamunverträglichkeit,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Quecksilberallergie,
Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen,
Mock-up
Attrappe; Schlagwortbez. für eine (meist) auf Kunststoffbasis
hergestellte zahntechnische Arbeit, um im Mund des Patienten das angestrebte
Ergebnis zu visualisieren, und ihm gleichzeitig die Möglichkeit zu geben,
Ästhetik, Phonetik und Wirkung auf seine Umwelt zu testen.
Wax-up
mod; Abk. von
mesial-okklusal-distal;
gängige Bezeichnung in der
Füllungstherapie für große
Kavitäten;
MOD-Füllung
Modell
auch: Gipsmodell, engl.: dental cast, model; durch
eine
Abformung und nach
Ausgießen gewonnene (positive) Form eines Kiefers (außerhalb des
Mundes) oder einer
Zahnreihe bzw. Teilen davon.
M. bestehen in der Regel aus speziellen
Hartgipsen ("Stone"), gelegentlich sind auch
Kunststoffe und Metalle im Einsatz.
M. finden Verwendung bei der Herstellung von
Zahnersatz (sog. "Arbeitsmodell", "Meistermodell")
und
kieferorthopädischen Apparaturen, sowie bei der
diagnostischen Auswertung und
Dokumentation der Mundsituation (Modellanalyse).
Abformung,
Doublieren,
Galvanostegie,
Gegenbiss,
Gips,
Lagerzeitkontraktion,
Modellanalyse,
Parallelometer,
Quetschbiss,
Sägemodell,
Situationsabdruck,
Splitcast-Sockel,
Sockeln |

|
Modellanalyse
Auswertung von Kiefermodellen, engl.: dental cast analysis; hauptsächlich
in der
Kieferorthopädie angewandtes dreidimensionales Analyse-/Messverfahren
außerhalb des Mundes auf der Basis von Modellen
der Kiefer und ihrer Lage zueinander. Aufgrund der festgestellten Werte werden
die
Fehlstellungen (Dysgnathien)
beschrieben und eine entsprechende Therapie eingeleitet.
Angle-Klassen,
Eismann Index,
Gebissanalyse,
Messpunkte,
Raphe-Median-Ebene,
Tuberebene,
Sockeln
Modellguss
Modellgussprothese, "MoGu", Einstückguss-Prothese,
"Stahlgerüst, Stahlprothese", engl.: model casting;
zahntechnische Bezeichnung für aus
Edelmetall (selten) oder aus einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung
(standard) hergestellte
Teilprothese "in einem Guss" (Prothesenbasis incl.
Halte- und Stützelementen). In einem aufwendigen Laborverfahren wird
die Einschubrichtung der
Klammern vermessen, das gesamte Werkstück in Wachs modelliert und
daraus ein Gussobjekt hergestellt ("Einstückguss"). Nach Ausarbeitung
wird der M. mit
Prothesenkunststoff im Bereich der Prothesensättel versehen, auf
welche die Ersatzzähne eingearbeitet werden. M. gilt heute als
Standardversorgung (
Zahnwissen-Festzuschüsse
ab 2005) dann, wenn mehrere Zähne fehlen oder die individuelle
Wertigkeit des
Restgebisses nicht sicher abzuschätzen ist.
Als Vorteile des M. gelten:
praktisch kein Beschleifen natürlicher Zähne
nach Herausnahme ist eine optimale
Mundhygiene möglich
relativ preiswert in der Herstellung (Stahl auf der Basis von
Kobalt-Chrom-Legierungen)
Erweiterbar bei Verlust eines oder mehrerer eigener Zähne
Nachteile sind:
Klammern im sichtbaren Bereich beeinträchtigen die Ästhetik stark
Geringerer "Tragekomfort" als bei festsitzendem Zahnersatz
psychologischer Effekt des herausnehmbaren Zahnersatz: "keine eigenen
Zähne mehr"
keine so gutes "Kaugefühl" wie mit festsitzendem Zahnersatz.
Einschubrichtung,
Haltbarkeit von Zahnersatz,
Klammer,
Kragenplatte,
Palatinalbügel,
Rückenschutzplatte,
Teilprothese,
Verbindungselement,
Vitallium,
Zahnersatz |

Nomenklatur
beim
M.

Modellgussklammer mit den entspr. Bezeichnungen
|
Modellmontage
engl.: mount, mounting; Einsetzen von
Gipsmodellen in einen
Artikulator/Fixator/Okkludator.
Neben einer "einfachen Montage" der Modelle, so wie sie auch als Kiefer im Mund
zueinander stehen (
Bissnahme), stellt die schädelbezügliche Montage nach entsprechender
Registrierung der Schädelbezugsebenen eine gute Kopie der individuellen
Gebissbewegungen dar, wenn die M. in einem entsprechend
adjustierbaren Artikulator erfolgt. Eine weitere Montage-Technik ist die
gelenkbezogene Montage.
Ästhetikschablone,
Artikulator,
Gesichtsbogen, Montageplatte,
Remontage,
Sockeln,
Übertragungsbogen
Modellstumpf; engl.: die;
Sägemodell
Modellvermessung, engl.: (dental) cast measuring;
Äquator,
Klammer, Modellanalyse,
Ney-Klammersystem,
Parallelometer
Molar
Molaren, Dentes molares, M, hinterer
Backenzahn, Mahlzahn, Multicuspidatus, engl.:
molar (tooth); lat. Bezeichnung für die Mahlzähne des menschl. Ober-
und Unterkiefers. Diese sind die am weitesten hinten (distal)
stehenden Zähne im Kiefer und weisen - funktionsbedingt - die größten
Kau(Mahl-)flächen auf. Sie sind im
Milchgebiss 8mal und im
bleibenden Gebiss 12mal (incl.
Weisheitszähnen) vorhanden. Sie sind in der Regel im Oberkiefer 3-wurzlig
(s. Abb.), im Unterkiefer 2-wurzlig; die Kaufläche wird meist durch vier
(seltener 5)
Höcker gebildet. Der erste Molar der bleibenden Gebisses trägt auch
die Bezeichnung
Sechsjahrmolar
Backenzahn,
Cingulum,
Grübchen,
Prämolar,
Wechselgebiss,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge) |

1. oberer M. ("6er")
aus
versch. Sicht
|
 |
Molare
Molarpunkt,
kephalometrischer Begrenzungspunkt mit Unterteilung in:
Molare superior, Ms =
laterale
Begrenzung des endständigen Oberkiefermolaren
Molare inferior, Mi =
laterale
Begrenzung des endständigen Unterkiefermolaren
Molarendistanz
1.)
sagittaler Abstand des ersten Oberkiefermolaren ("6er")
und der Pterygoidvertikalen.
2.)
transversaler Abstand der ersten Molaren ("6er")
eines Kiefers zueinander
Molarenindex, engl.: molar index;
Pont Index
Molarenrelation
von Andrews 1972 beschriebene
Okklusionsverhältnisse für den Seitenzahnbereich im Sinne einer
"okklusalen Stabilität":
der mesiobukkaler Höcker des 1. Oberkiefer-Molaren liegt in der Grube
zwischen mesialem und mittleren Höcker des 1. Unterkiefer-Molaren
die distale Fläche der distalen Randleiste des 1. Oberkiefer-Molaren
okkludiert mit der mesialen Fläche der mesialen
Randleiste des 2. Unterkiefer-Molaren
der mesiolinguale Höcker des 1. Oberkiefer-Molaren liegt in der
mittleren
Fossa des 1. Unterkiefer-Molaren
die M. kann um die Eckzahnrelation erweitert werden: der
obere Eckzahn okkludiert zwischen dem unteren Eckzahn und 1. Prämolaren
Eugnathie,
Kaueinheit,
Okklusion |

|
Monat der Zahngesundheit;
Tag
der Zahngesundheit
Mongolismus; veraltet für
Down
Syndrom
Monokelhämatom,
engl.: monocular periorbital hematoma;
Brillenhämatom
Monoliasis; veraltete Bez. für
Soor
Monomere
engl.: do.; niedermolekulare Verbindungen, die sich durch Polyaddition,
Polykondensation oder Polymerisation in hochmolekulare Verbindungen - sog.
Polymere - überführen lassen.
Langzeitpolymerisation,
Polymerisation,
Pulver-Flüssigkeits-Verfahren
Monophyodontie; einmalige Zahnung; Bez.
für die nur einmal im Leben (bei einem Teil der Tiere) vorkommende Zahnung;
Diphyodontie
Monoreduktor
engl.: do.; einseitige
Freiendprothese an mindestens zwei endständigen Kronen zur
Versorgung der einseitig verkürzten Zahnreihe. Aus prophylaktischer
Sicht (Aspirationsgefahr)
muss eine derartige Konstruktion sehr sicher mit dem Restgebiss
verbunden sein (z.B. durch einen
Riegel). Wegen anderer Techniken zur Versorgung derartiger
Freiendlücken - z.B. durch
Implantate - heute kaum noch gebräuchlich; gilt aber, im Gegensatz
zur
"Spinne",
nicht als
obsolet. |

|
Monson; George S. ,
DDS;
Kalottenartikulation,
Spee Kurve
Montageplatte
engl.: mounting plate o. ring; Hilfswerkzeug aus Kunststoff
oder Metall, welches mittels verstellbarer Schrauben an einem Artikulator
befestigt wird. Dient als Unterlage/Bezugsfläche für die einzubringenden
Modelle, welche mit der M. reversibel verbunden sind. Man unterscheidet
die obere M. von der unteren M.
Artikulator,
Modellmontage
Morbidität
Erkrankungsrate, engl.: morbidity; Maß für die Häufigkeit von
Erkrankungen in der Bevölkerung ohne dabei zwischen
Inzidenz und
Prävalenz zu unterscheiden.
Morbus
Krankheit, engl.: do.; Erkrankung mit einheitlichen, bekannten Symptomen
und abschätzbarem Krankheitsverlauf. Im Gegensatz zum M. steht das
Syndrom,
welches aus einer Vielzahl bekannter oder vermuteter Krankheitsbilder bestehen
und einen vielfältigen Krankheitsverlauf nehmen kann ("multifaktorielles
Geschehen").
Morbus Crohn
Crohn Krankheit, Enteritis regionalis Crohn, engl.:
Crohn's disease; chronische entzündliche Erkrankung des
Verdauungstrakts, die hauptsächlich den unteren Dünndarm (Ileum) und den
Dickdarm betrifft. Symptome sind anhaltender Durchfall, zum Teil mit
Blut, und Bauchschmerzen. Die Ursachen der Erkrankung sind nicht
bekannt; man nimmt an, dass
genetische und Umweltfaktoren beteiligt sind. Vermutet wird weiter
ein Fehlen von Bakterien der Species Faecalibacterium prausnitzii,
welche Substanzen ausscheiden, die auf Darmzellen anti-entzündlich
wirken. 2008 ergibt sich folgender Wissensstand: "Genetisch bedingter
Stress im Epithel, jener dünnen Zellschicht, die die Grenze darstellt
zwischen Darmbakterien und dem Immunsystem, ist als eine Ursache für die
entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
bekannt. Danach sind Veränderungen im Gen XBP1 Grund für den Zellstress.
Veränderungen im XBP1-Gen führen zu Stress in der
Eiweiß-Produktionsstelle der Zelle, dem so genannten endoplasmatischen
Retikulum. Die Schleimhaut kann dann nicht mehr richtig mit
Darmbakterien und entzündlichen Signalen umgehen." Das stellten Teams um
Professor Arthur Kaser von der Harvard Universität Boston und um
Professor Stefan Schreiber aus Kiel fest.
Im Mund kann sich der Morbus Crohn in ca. 8 % der Fälle als
orofaziale Granulomatose (OFG) mit
Ulzerationen
und
aphthoiden Läsionen (s. Abb.) manifestieren. Weiter treten meist
eine Schwellung der Lippen und der unteren Gesichtshälfte mit einer
Lymphadenitis sowie einer
hyperplastischen Gingivitis auf.
An der schubweise verlaufenden Erkrankung, die nach dem amerikanischen
Arzt Dr. Burrill Bernhard Crohn benannt ist, leiden in Deutschland
schätzungsweise 150.000 Menschen, die Neuerkrankungsrate liegt bei rund
5 pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Die Erkrankungshäufigkeit ist in den
letzten Jahren stark gestiegen. Die Patienten haben auch ein erhöhtes
Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. |

|
Morbus Menière
Menière-Krankheit, "Drehschwindel", engl.: Meniere's disease;
Erkrankung des Innenohrs unbekannter Genese. Als Symptome gelten: schubweise
Anfälle von Drehschwindel, einseitigem Hörverlust und
Tinnitus
(Ohrensausen). Die meist zwischen dem 40. u. 60. LJ auftretende Erkrankung
betrifft Männer häufiger als Frauen.
Morelli Index
engl.: Morelli's (caries) index; einfacher, ältester (1924)
Kariesindex: Die Summe der vorhandenen Zähne wird durch die Summe gefüllter
und/oder kariöser Zähne geteilt.
DMF-Index,
Index
Morquio Syndrom
erbliche Mukopolysaccharidose, von Dr. Morquio, einem Kinderarzt aus Uruguay,
1929 erstmals beschrieben. Kinder mit M. haben häufig kleine und spitze
Zähne, der Zahnschmelz ist weniger widerstandsfähig. So kann es sehr schnell zu
Kariesbefall der Zähne kommen.
)
Morsus
Morsicatio, engl.: morsication, cheek (lip)
biting; unbeabsichtigte Schleimhautverletzungen durch
versehentliches Beißen auf Lippe oder Wangenweichteile (Morsus buccarum)
oder Verbrennungen durch heiße Getränke während der Wirkungsdauer einer
örtlichen Betäubung; besonders nach
Leitungsanästhesie im Unterkiefer (Lippe, lip biting) auftretend.
Kinder haben gern die Angewohnheit, auf der "tauben Lippe" herumzukauen
und können dabei - mangels vorhandener Empfindung - die Lippe regelrecht
zerbeißen. Es empfiehlt sich bei entsprechenden Personen für die Dauer
der Begleitwirkung (~3 Stunden) eine eindringliche Aufklärung über die
Folgen und/oder einen feuchten Mulltupfer in dieses Gebiet zu legen.
Leitungsanästhesie |

drei Tage alte Aufbissverletzung im
Lippenbereich |
Mortalamputation
MoA, engl.: mortal amputation;
bis auf wenige Ausnahmefälle
obsolete, gelegentlich angewandte chemische Abtötung (
Devitalisation) und spätere (in einer Folgesitzung) Entfernung des
Kronenteils einer
Pulpa. Die zurückbelassene Wurzel-Pulpa
soll sich nach Durchtränkung mit eiweißfällenden Mitteln in plastisches,
vom Körper toleriertes Gewebe umwandeln. Die im angelsächsischen Raum
sehr verbreiteten
formaldehydhaltigen Substanzen (Amputationspasten)
zur Abtötung stehen wegen ihrer
Toxizität immer heftiger im Kreuzfeuer der Kritik, so dass vermehrt
nach aldehydfreien Alternativen gesucht wird.
Eisensulfat, eventuell in Kombination mit neuartigen Zementen,
konnte sich hier als Ersatz etablieren.
Indikation: Milchzahnbehandlung bei schwer zugänglichen Kindern,
um bei einer allfälligen Wurzelkanalbehandlung der möglichen Gefährdung
der Zahnkeime der bleibenden Zähne vorzubeugen. Wenn möglich, sollte
besser eine
Vitalamputation unter
örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Behandlung von Milchzähnen,
Mortalexstirpation,
Vitalamputation |

links: normaler Zahn
rechts:
Entfernung der Kronen-Pulpa
und Versorgung
mit einer hohen
Wurzelfüllung (blau); darüber normale Kaufüllung
(grau)
|
mortale Dosis
engl.: mortal dose; die Menge eines Stoffes (Pharmakons),
welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Tod führt. Ausdruck
wenig gebräuchlich, dafür besser Dosis letalis (DL) oder letale Dosis (LD)
letale Dosis,
PTD
Mortalität
Sterblichkeitsziffer, (-rate), engl.: death rate,
mortality; Verhältnis der Zahl der Todesfälle innerhalb eines bestimmten
Zeitraums zur Gesamtheit der berücksichtigten Personen (Gesamtbevölkerung,
Population).
Letalität,
Toxizität
Morton
William Thomas Green, Zahnarzt und Anästhesist (1819-1868), gilt als einer der
Vorbereiter der schmerzfreien Zahnbehandlung heutiger Prägung. Er eröffnete am
30. September 1846 das Zeitalter der modernen
Anästhesie. Der Zahnmediziner entfernte zum ersten Mal einen Backenzahn,
ohne dass der Patient starke Schmerzen hatte. Morton hatte ihn mit
äthergetränkten Tüchern betäubt - eine Methode, die er in Selbstversuchen
getestet hatte. Dennoch dauerte es einige Jahre, bis sich derartige Betäubungen
etablierten. William T. G. Morton wurde in Charlton/USA geboren und studierte
Zahnmedizin in Baltimore, wo er zudem Wissen im Bereich Chemie erwarb. Dieses
brachte ihn auf die Spur des Schwefeläthers, den er 1846 als Betäubungsmittel
zum Patent anmeldete. Viele waren damit nicht einverstanden - der Streit um die
Urheberrechte dauerte bis zu Mortons Tod. Der mehrfach international
ausgezeichnete Mediziner starb verarmt in den Slums von New York.
Anästhesie,
Geschichte der Lokalanästhesie,
Lachgas
Mottling,
Fluorose
Mottling-Index nach Dean,
Fluorose-Index
Moyers-Analyse
engl.: Moyers analysis; nach Untersuchungen von Moyers
ergibt sich, dass die Summe der mesiodistalen Durchmesser der bleibenden
unteren Schneidezähne zu dem Platzbedarf in den
Stützzonen (das heißt zu der Summe der mesiodistalen Durchmesser
der Zähne 3, 4, 5) in einer festen Beziehung steht. Diese Relation kann
anhand einer Tabelle (Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle; s. Abb.)
abgelesen werden. Der Vorhersagewert der Tabelle von M. liegt
nach Baugut auf einem 75%-Niveau.
Bolton Analyse,
Neff-Verhältnis,
Platzbedarfsanalyse,
Zahnbreite |

|
Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle,
engl.: Moyers probability
table;
Moyers-Analyse,
Zahnbreite
MRT;
Magnetfeldresonanztomographie
MTAD
engl.: mixture of a tetracycline, an acid and a detergent (Tetrazyclin-isomer (Doxycyclin),
Zitronensäure, Detergentium (Tween 80) und Phosphorsäure); Verwendung als
Spüllösung eines infizierten
Wurzelkanals oder zur Entfernung des sog. "smear
layers" nach Füllungspräparation. Noch keine Langzeiterfahrungen (2007)
EDTA,
Schmierschicht,
Wurzelkanalbehandlung
MT-Komponente;
Karieslast
Muco-Seal®
Abformung
Extensionsabformung, mukostatische Abformung, engl.:
muco-seal impression; im zahnlosen Unterkiefer selten angewandtes
Abdruckverfahren. Dieses fast drucklose Verfahren (Entlastungsabformung)
mit einem
Methacrylat-Material extendiert besonders in die vordere
Unterzungentasche hinein.
Abformung,
Funktionsabdruck |

|
Müller Zeichen
engl.: Müller's sign; rhythmische pulssynchrone Bewegung (Kapillarpuls) der
Uvula und Teilen des
weichen Gaumens als Begleiterscheinung bei einer Aorteninsuffizienz.
Muffel
Gussmuffel, Gießküvette, engl.: muffle; in
unterschiedlicher Größe vorgeformte, feuerfeste Stahlringe zur Aufnahme von aus
Wachs modellierten Gussobjekten und deren
Einbettmasse
in der Zahntechnik im Rahmen des sog.
"Einbettens".
mukodynamische Abformung ;
Abformung,
Funktionsabdruck
Mukoperiostlappen
Schleimhaut-Periost-Lappen, engl.: mucoperiosteal flap;
Mundschleimhautlappen, welcher mit dem darunter liegenden
Periost (Knochenhaut) fest verbunden ist. Wird gewöhnlich bei
kieferchirurgischen Eingriffen im Rahmen der sog. "Aufklappung"
mittels Skalpell und
Raspatorium von der knöchernen Unterlage abpräpariert und dient nach
dem eigentlichen Eingriff zum Wundverschluss ("Deckung") mittels
Nähten oder anderen
Fixationsmitteln. Im Gegensatz dazu wird beim sog.
"Spaltlappen"
nur die Schleimhaut - nach trennender Präparation vom
Periost - mobilisiert.
Der Mukoperiostlappen nach
Rehrmann
(engl.: Rehrmann's mucoperiosteal flap) ist ein zur
Umschlagfalte hin breit gestielter M. (
Trapezlappen), welcher - meist in der Mitte
geschlitzt (das Periost wir an dieser Stelle von der Unterseite des
Lappens her durchgeschnitten) - als plastischer Verschluss einer
Mund-Antrum-Verbindung dient.
Lappenoperation,
Osteotomie,
Periost,
Periostschlitzung,
Schwenklappen,
Spaltlappen,
Stiellappen,
Trapezlappen,
Verschiebelappen,
VY-Plastik,
Z-Plastik
|


Trapezlappen |
mukös, muzinös, engl.: mucous;
schleimig, Schleim absondernd, von schleimartiger Beschaffenheit
Mukosa
Mucosa, Schleimhaut, engl.: mucosa; Schleimabsondernde
innere Auskleidung von Hohlorganen mit einer der jeweiligen Funktion angepassten
Deckschicht. Die Deckschicht (
Epithel) der M. ist unverhornt. Das sich häufig unter der M.
befindliche lockere
Bindegewebe
(
Mundschleimhaut) wird als
Submukosa bezeichnet.
In der Mundhöhle wird die Feuchtigkeit ("Schleimigkeit") der
Mundschleimhaut durch Sekretion
der in ihr eingelagerten kleinsten Speicheldrüsen oder durch die großen
Speicheldrüsen erreicht.
Alveolarmukosa,
Katarrh, Mukositis,
Mundschleimhaut,
Polyp
Mukosatransplantat, engl.:
mucosal, perodontal graft, "freies Schleimhauttransplantat",
Schleimhauttransplantat
Mukositis
Schleimhautentzündung, engl.: do.; im Gegensatz zur um den Zahn
beschränkten
Gingivitis, drückt die M. eine generell
Entzündung der Mundschleimhaut
aus. Begriff hauptsächlich gebraucht für entzündliche Schleimhautreaktionen nach
Strahlentherapie und bei der
Periimplantitis
Gingivitis,
Katarrh, Mukosa,
Mundschleimhaut,
Strahlentherapie
Mukotom
"Schleimhauthobel", engl.: mucotome; hobelartiges
Gerät zur Gewinnung von Schleimhauttransplantaten. Vom Prinzip her
manuell oder angetrieben-mechanisch wirkende Modelle auf dem Markt.
Schleimhauttransplantat |

|
Multiband - Apparatur
MB - Apparatur, Multibandtechnik, engl.: multibanded
appliance; (bedingt) festsitzende kieferorthopädische
Behandlungsapparatur, welche die durch versch. geformte, aktive
Drähte entstehenden Kräfte mittels Bändern oder
Brackets auf die Zähne überträgt und so vornehmlich gesteuerte
Zahnbewegungen bewirkt (
Vierkantbogen).
Nach den Entwicklern versch. Verfahren wird unterschieden in:
Begg-Technik (Segmentbogen-Technik, Abb. oben)
Edgewise-Technik
Light-wire-Technik
Ricketts-Technik (Abb. Mitte)
Straight-wire-Technik
Die Entwicklung der festsitzenden Apparaturen geht auf den historischen
französischen "Universal-Zahnarzt" Fauchard zurück, welcher in seinem
Werk "Le chirurgien Dentiste ou traité des dents" das sog. "Fauchard-Band"
vorstellte.
Eine gute Mundhygiene
ist bei einer M. unabdingbar, da die natürliche Selbstreinigung
durch
Mastkation erheblich eingeschränkt ist. Weiter entstehen durch das
Bebändern schwer zugängliche Räume - durch
Plaque in den Nischen kommt es rasch zu Karies und
Zahnfleischentzündungen (
White Spot) - das
Kariesrisiko ist erheblich erhöht. Weiter wurde festgestellt, dass
der Mineralverlust um die
Brackets herum bei Verwendung von
Glasionomerzement als
Befestigungsmaterial deutlich geringer ist als bei
Komposite.
Gut bewährt haben sich - neben der peniblen häuslichen Pflege -
regelmäßige gründliche Reinigungen mit
Pulverstrahlgeräten in der Zahnarztpraxis. Empfehlungen nach sollte
der routinemäßigen Einsatz von
Fluoridlacken begleitend zur Multibandtherapie vor allem bei
Patienten mit dürftiger
Mundhygiene und mangelnder
Compliance erwogen werden.
Begg
Technik,
Bracket (Abbildungen),
Glattflächenversiegelung,
Ligatur,
Light-wire-Technik,
Lingualtechnik,
Mundhygiene bei einer kieferorthopädischen Behandlung,
Orthodontie,
QuadHelix,
Retraktionsbogen,
Segmentbogentechnik nach Burstone,
Separation,
Torque Bewegung,
Weingart-Zange,
Zahnbewegungen
|



engl. Fachausdrücke
|

Fauchard-Band als Vorläufer der M. |
Mumps
Parotitis epidemica, Ziegenpeter, engl.: do.; virusbedingte
Infektionskrankheit, welche sich äußerlich z.B. in einer Entzündung (Parotitis
epidemica; meist einseitig beginnend) der Ohrspeicheldrüsen (
Parotis) zeigt. Wird im Anfangsstadium unter Umständen mit einer
odontogenen
Ursache ("Dicken
Backe") verwechselt.
Hatchcock Zeichen,
Sialadenitis
Mund
besser: Mundhöhle, Mundraum, engl.: mouth, oral
cavity; mit der Hauptfunktion der Nahrungsaufnahme und der
Herstellung von Lauten. Durch Muskeln (Lippen)
verschließbar.
Unterscheidung in cavum oris proprium (Mundhöhle im eigentlichen
Sinn) und Vestibulum oris (Mundvorhof).
Beide sind durch die
Zahnreihen voneinander getrennt. Die Mundhöhle wird durch die
Lippen,
Wangen,
Gaumen, Mundboden
(Diaphragma oris) und Gaumenbögen begrenzt.
Die Mundhöhle beherbergt ca. 700 unterschiedliche Mikroorganismen,
sodass eine Wunde in diesem Bereich immer als infiziert gilt. Besonders
für Eingriffe im Mund ist es kaum möglich, die
Asepsis, die in anderen chirurgischen Disziplinen gefordert wird,
zumindest für die in einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis
durchgeführten Eingriffe einzuhalten. Ohnehin ist die Heilungstendenz
von Wunden in der Mundhöhle sehr gut.
Alveolarmukosa, Gaumen,
Mundboden, Mundflora,
Mundflüssigkeit,
Mundgesundheit,
Mundhygiene,
Mundschleimhaut,
Rachen,
Umschlagfalte |


|
Mund-Antrum-Verbindung, MAV ,
Mund-Antrum-Perforation , MAP
Kieferhöhlenperforation
Mundarzt
engl.: literal "mouth doctor"; 1994 eingeführter Sprachgebrauch an der
Universität Witten/Herdecke für einen
Zahnarzt. Diese Bezeichnung wird dort als ein Wandel des
"Berufbildes Zahnarzt" verstanden und soll dem Aspekt der Vernetzung mit anderen
medizinischen Disziplinen - besonders in den Bereichen Innere Medizin,
Rehabilitationsmedizin, Dermatologie, Chirurgie sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
- Rechnung tragen.
Mundatmung
engl.: mouth or oral breathing; Weg des Atemstroms mit Unterscheidung in
eine anatomische und
habituelle Mundatmung. Typische Folgen einer
chronischen M. sind ein
Offner Biss und eine Hemmung des Oberkieferwachstums in
transversaler Richtung ("Schmalkiefer").
Adenoidenkiefer,
Lippenkompetenz
Mundbehandlung
engl.: etwa oral mucosa treatment; schlagwortartige, im
BEMA
verankerte Bezeichnung für das Aufbringen von heilenden oder schmerzlindernden
Medikamenten auf die erkrankte
Mundschleimhaut.
Mundboden
Diaphragma oris, engl.: floor of the mouth; mehrschichtiger
unterer Abschluss der Mundhöhle mit
den Weichteilen zwischen
Unterkieferkörper
und Zungenbein:
Mundschleimhaut und beidseitige
Unterzungendrüse
Zungenbeinmuskeln bestehend aus den Muskeln Genioglossus, Geniohyoideus,
Mylohyoideus, Digastricus
Alveolarmukosa
Mundbodenaufnahme
engl.: floor of the mouth radiogram; eine der
Okklusalaufnahme ähnliche Röntgentechnik zur Darstellung von
Erkrankungen des Mundbodens (z.B. Fremdkörper,
Speichelsteine)
Mundbodenphlegmone
Angina Ludovici, engl.: Ludwig's angina;
gefürchtete, diffus und sich "schrankenlos" ausbreitende eitrig-phlegmonöse
Entzündung im Mundboden und der vorderen bzw. seitlichen Halsregion (die
Bez. Angina Ludovici bezog sich ursprünglich nur auf den
Halsbereich) - auch heute noch, trotz
Antibiotika, mit der Gefahr eines tödlichen Verlaufs.
Ursächlich sind meist Vereiterungen von Zähnen im hinteren
Unterkieferbereich ausgehend, unbehandelte Kieferfrakturen und
chronische Knochenvereiterungen. Die rasche
Eröffnung des Abszesses erfolgt von außerhalb des Mundes (extraorale
Inzidierung mit Einlage einer
Drainage).
Abszess,
Phlegmone |

|
Mundbodenplastik,
Vestibulumplastik
Mundbodenzyste, engl.: floor of the
mouth cyst;
Ranula
Mundbrennen,
Burning Mouth Syndrome
Munddusche
Wasserstrahlgerät, engl.: jet irrigator, water jet;
Hilfsmittel zur Grobhygiene der Mundhöhle, besonders der Zähne; erstmals 1962
von Moyér u. Mattingly vorgestellt. Dabei entfernt ein pulsierender Wasserstrahl
Speisereste oder durch andere Zahnreinigungstechniken teilweise abgelöste
Plaque (Materia
alba) aus den Zahnzwischenräumen oder unter festsitzendem
Zahnersatz/kieferorthopädischen Geräten. Es wird berichtet, dass bei
unsachgemäßer Anwendung durch den Wasserstrahl Erreger in die Tiefe der
Zahnfleischtasche
und in den Blutkreislauf gespült werden sollen (
Bakteriämie) ohne bisher einen wissenschaftlichen Beweis zu erbringen.
Keinesfalls kann eine M. eine Erstreinigung der
Zahnzwischenräume bewirken; hier muss auf geeignete Hilfsmittel (Zahnseide,
Interdentalraumbürstchen) zurückgegriffen werden.
Mundhygiene,
Weissenfluh
Mundfäule, Mundentzündung, engl.:
(necrotizing) stomatitis;
Stomatitis
Mundflora
engl.: mouth o. oral flora; natürliche Ansiedlung vielzähliger (106/ml
Speichel) und -fältiger
Mikroorganismen (oftmals ausschließlicher Standort zahlreicher spezifisch
angepasster
Bakterienarten) auf den Zähnen, in der Mund-
und vorderen Rachenhöhle. Sie weist eine sehr große Artenvielfalt auf, die
mindestens 500 - nach neusten Schätzungen sogar 700 - verschiedene
Bakterienarten umfasst. Der
Speichel
enthält etwa 108 Bakterien pro Milliliter, der dentale
Biofilm
zwischen 108 und 1011 Bakterien pro Milligramm.
Hauptfunktion der M. ist der Schutz des Körper vor Krankheitserregern.
Zwischen den einzelnen Keimen der Mundflora herrscht in einer gesunden Mundhöhle
ein biologisches Gleichgewicht. Häufig haben die Bakterien der M. an
ihrer Oberfläche Strukturen, die sie befähigen, sich einerseits mit Rezeptoren
an Zellen und Zähnen festzuheften (
Streptococcus mutans) oder andererseits mit Oberflächenstrukturen von
diversen Bakterien zu interagieren (Zucker-Protein- oder Protein-Protein-
Interaktion). Auf diese Weise werden sie immobilisiert und können als
Mischpopulation
Biofilme und Mikrokolonien bilden.
Eine sorgfältige Kontrolle der M. ist eine wichtige Grundlage für
Prophylaxe
und Behandlung von
Karies und
Zahnfleischerkrankungen. Am Zahn selbst werden hierfür im Wesentlichen
mechanische Mittel eingesetzt, die auf die Beseitigung der Bakterien von der
Zahnoberfläche abzielen. Die Tatsache, dass
Schleimhäute und
Zunge, die rund 80% der Oberfläche der Mundhöhle
ausmachen, damit nicht erfasst werden und so potenzielle Quellen von
Krankheitskeimen darstellen, muss deshalb chemisch behandelt werden. In diesem
Zusammenhang sind Mundspüllösungen ein ideales
Mittel zur lokalen Applikation von Wirkstoffen und aktiven Substanzen, die in
der Lage sind, die Zusammensetzung der M. zu kontrollieren und positiv zu
verändern.
Die M. dient u. a. zur Verdauung, dem Gewebeschutz sowie der Stimulierung
unspezifischer Abwehrfaktoren (
Immunsystem). Die normalerweise nicht krankheitserregenden
Mikroorganismen können bei Störungen des biologischen Gleichgewichts, z. B.
bei
Antibiotikazufuhr, übertriebenen
Mundhygienemaßnahmen oder
Schwächung des
Organismus durch Krankheit, Erkrankungen hervorrufen, welche ihren Verlauf
meist in der Mundhöhle nehmen.
Mikroorganismen
Mundflüssigkeit
engl.: oral fluid; in der Hauptsache von den großen, paarig
angeordneten Kopfspeicheldrüsen Glandula parotis, Glandula
submandibularis und Glandula sublingualis, sowie von vielen Tausend
kleinen Speicheldrüsen gebildetes Sekret in der Mundhöhle mit
vielfältigen Funktionen. Die M. setzt sich zusammen aus dem
Gesamtspeichel und abgeschilferten Epithelresten, Leukozyten, Speise-
und Getränkeresten, sowie geringen Mengen
Sulkusflüssigkeit und Bronchialsekret.
Speichel,
Speichelmenge,
Xerostomie |

Hauptspeicheldrüsen
des Kopfes
|
Mundgeruch
engl.: u.a. bad breath, halitosis, stomatodysodia ;
zahnmedizinische Unterteilung in "Foetor
ex ore" für mundhöhlenbedingten und "Halitosis"
für anderweitig verursachten M. Zunehmend wird der Begriff "Halitosis"
übergreifend für jede Art von M. gebraucht.
Obwohl Menschen mit
Halitosis sozial und psychisch stark unter dem M. leiden können,
werden in Deutschland - im Gegensatz zu den USA - von Ärzten und Zahnärzten nur
selten adäquate Therapien angeboten.
M. kann auch - bedingt durch eine spezielle Bakterienzusammensetzung in
der Mundhöhle - vererbt sein.
Bacteroides forsythus,
Foetor ex ore,
Gingivitis,
Halitosis (ausführliche Darstellung),
Prevotella intermedia,
Treponema denticola,
Zungenschaber
mundgeschlossene Abformung;
maxillomandibuläre Abformung, bimaxillärer Abdruck,
Abdruckarten
Mundgesundheit
Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ), engl.:
oral health,
Zahngesundheit; Oberbegriff für eine Kombination von physischen,
psychischen und sozialen Aspekten im Bereich der Mundhöhle ohne eine
klare internationale Definition. Dem Autor erscheint die Erklärung der
Engländer Sheiham, A. und Spencer, J. (1997) am treffendsten:
"Mundgesundheit ist die Fähigkeit, ein breites Spektrum an
Nahrungsmitteln zu kauen und zu essen, deutlich zu sprechen, ein sozial
akzeptables Lächeln sowie ein entsprechendes dentofaziales Profil zu
besitzen, sich im Mundbereich wohl zu fühlen, frei von Schmerzen zu sein
und einen frischen Atem zu haben." (
auch
WHO-Erklärung)
Man unterscheidet:
- primärer M., wobei weder eine akute noch eine bereits
behandelte Erkrankung der Zähne und des Zahnhalteapparates erkennbar
ist. Dieser Zustand ist in den zivilisierten Ländern bei Erwachsenen
nur äußerst selten anzutreffen (Karies ist z.B. eine Volkskrankheit)
- sekundärer M., wobei entstandene Schäden zahnärztlich
behandelt sind und die Funktionsfähigkeit des Gebisses
wiederhergestellt ist.
Als die 5 Zeichen für gesunde Zähne gelten:
Keine
Karies
Kein
Zahnstein, keine
Plaque
Gesundes
Zahnfleisch
Ein natürliches
Weiß
einen frischen Atem
In Deutschland findet sich vor allem bei Kindern eine deutlich
verbesserte M. sowie ein hoher zahnärztlicher Sanierungsgrad bei
Erwachsenen.
In Deutschland gehen weniger ältere Menschen regelmäßig zum Zahnarzt als
Kinder. Zahnärzte klagen häufig über ein mangelndes
Prophylaxebewusstsein bei
älteren Menschen. Weniger als 50% der 65-Jährigen kann als
Prophylaxe-geschult betrachtet werden. Weiter finden sich nur wenige
Studien über die Effektivität von
fluoridhaltiger Prophylaxe (Zahnpasta,
Mundspülungen) bei
älteren Menschen. Die meisten Daten zur Wirksamkeit fluoridhaltiger
Zahncremes basieren auf Studien mit Kindern und Jugendlichen.
Elektrische Zahnbürsten mit oszillierenden Bürstenköpfen waren in
zahlreichen klinischen Studien dem manuellen Zähneputzen überlegen: Sie
reduzierten Plaque und Zahnfleischbluten um 7% bzw. 17% effektiver und
kommen dem im Alter nachlassenden manuellen Geschick entgegen. Bei den
Kindern sind es 90 Prozent, die mindestens einmal jährlich den Zahnarzt
aufsuchen, bei den älteren Menschen dagegen weniger als 70 Prozent.
Die 4. Mundgesundheitsstudie des
IDZ (DMS
IV) - vorgestellt Ende 2006 (es wurden 4.631 deutsche
Staatsangehörige aus vier Altersgruppen befragt und zahnmedizinisch
untersucht) - kommt zu folgendem Ergebnis:
weitere Verbesserung der Zahngesundheit der Kinder, aber: der Anteil
kariöser, fehlender oder gefüllter Zähne ist bei Kindern aus sozial
schwachen Familien erheblich höher als bei den übrigen Kindern. Anders
formuliert: Ein sehr großer Teil unserer Kinder hat wenig oder keine
Karies, aber ca. 10 Prozent der Kinder aus sozialen Problemfeldern
vereinen bis zu 60 Prozent der insgesamt vorhandenen Karies ihres
Jahrgangs auf sich
Zahngesundheit der Jugendlichen besser als vermutet
Karieslast (MT-Komponente) der Erwachsenen und Senioren erstmals
deutlich gesunken
Kariessanierungsgrad und prothetisches Versorgungsniveau der Erwachsenen
und Senioren auf hohem Stand
Zunahme von Wurzelkaries bei Erwachsenen und Senioren
Erwachsenen- und Seniorenpopulation mit höherem Zahnbestand (Ø 3-4 Zähne
mehr) als zur DMS III
Anstieg der
Parodontitis, vor allem schwerer Erkrankungen, im Erwachsenen- und
Seniorenalter
Somit ist die Karies in Deutschland dank intensiver
Prophylaxe und guter zahnärztlicher Versorgung weiter auf dem
Rückzug. 12-jährige haben heute im Schnitt zwischen 0,7 u. 0,9 (je nach
Bundesland) kariöse, gefüllte oder wegen Karies fehlende Zähne. 1997 lag
der Wert noch bei 1,7. Deutschland hat sich damit eine internationale
Spitzenposition bei der Mundgesundheit von Kindern erobert.
Auch bei Erwachsenen und Senioren sind Zahnverluste deutlich rückläufig.
Anders sieht es bei den
Zahnfleischerkrankungen aus: Parodontalerkrankungen, also
chronisch-entzündliche Erkrankungen von Zahnfleisch und Kieferknochen,
sind auf dem Vormarsch. Etwa 20 Prozent der Erwachsenen und 40 Prozent
der Senioren leiden in Deutschland unter einer schweren Parodontitis.
Dies ist hauptsächlich eine direkte Konsequenz der Erfolge in der
Kariesbekämpfung. Da die Menschen heute ihre Zähne länger behalten,
steigt ihr Parodontitisrisiko.
In 2011 schreiben
BZÄK/KZBV
in einer
Pressemtteilung u.a. zum
Zahnverlust:
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen:
von über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr
2009 in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei
29,7 Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich
für die Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und
erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem
Lebensalter ist Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust."
Behandlung in 2010 (Behandlungsfrequenz usw.),
DMF-Index,
EADPH,
Gerostomatologie,
Gesundheit,
Krankheit,
naturgesundes Gebiss,
Oral Health Impact
Profil (OHIP),
Prävention,
Prophylaxe,
Salutogenese
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ)
mit zahlreichen europäischen
Informationen (in Deutsch)
Zur Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen
in Deutschland – eine systematische Übersicht (Review) auf der Grundlage
aktueller Einzelstudien (IDZ, 2000–2012) |

"positive Wirkungen" von Zähnen

Rückgang des
DMF-T in D
|
Mundhöhle, engl.: oral cavity;
Mund
Mundhöhlenkarzinom
Mundhöhlenkrebs, engl.: oral cancer; das M. zeichnet sich
durch eine hohe Mortalität und eine
schlechte Prognose aus. Zudem wird die Diagnose in vielen Fällen zu spät
gestellt. Besonders die endophytischen (nach innen wachsend) Karzinome können
lange unauffällig sein. Nach dem gegenwärtigen Stand (2013) der Forschung dürfte
es sich bei der Entstehung der Plattenepithelkarzinome (engl.:
squamous cell carcinoma, SCC) um ein multifaktorielles Geschehen
handeln. Verschiedene Risikofaktoren für ein M. werden beschrieben, im
Vordergrund stehen dabei der chronische Tabak- und Alkoholkonsum (Maligne
Trias: "Rauchen, Saufen und nicht Putzen"). Die
Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen bei jüngeren Patienten
(Bevölkerungsschicht der unter 45-Jährigen) ist deutlich gestiegen. Dabei
scheinen Alkohol- und Tabakkonsum keine so dominante
ätiologische Rolle zu spielen wie bei älteren Patienten. Jährlich erkranken
in Deutschland ca. 10.000 Menschen an einem M.


Zahl der Neuerkrankungen 2012

Wirkung des Tabakrauchs auf Mundhöhle und Zähne
Wegen der guten Durchblutung innerhalb der Mundhöhle tritt sehr früh eine
Metastasenbildung in den regionären Lymphknoten auf. Deshalb sollten alle
atypischen, innerhalb von 14 Tagen bestehen bleibende Veränderungen der
Mundhöhle durch eine
Probeexzission histologisch abgeklärt werden, da bei frühzeitiger Therapie
und konsequenter Lymphknotenausräumung - sog. neck dissection - durchaus
gute Erfolgsaussichten bestehen.

squamous cell carcinoma
Sarkome (
Osteosarkom, mit Abb.) in der Mund- und Kieferregion haben eine sehr
niedrige
Prävalenz. Die Weichgewebssarkome sind seltene
maligne Neoplasien, die von Zellen des Mesenchyms ausgehen und rund 1 bis 2
% aller Tumorpatienten im Erwachsenenalter betreffen. Noch seltner ist der
Anteil von Sarkomen im Mund- und Kieferbereich: Intraorale Sarkome haben in
Bezug auf das Gesamtauftreten dieser Tumorart nur einen Anteil von 0,14 %.
Etwa 5% aller Krebserkrankungen entfallen auf die Mundhöhle. Das M. steht
damit weltweit an 6.Stelle der am stärksten verbreiteten, bösartigen
Erkrankungen. Die Entstehung erfolgt in 80 bis 90 % der Fälle aus einer vorher
intakten Schleimhaut (ohne sog.
Präkanzerosen). Das häufigste in der Mundhöhle vorkommende Karzinom ist das
besonders bösartige verhornte Plattenepithelkarzinom. Die geschätzte Zahl der
jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland ist bei Männern mit etwa 7.800 mehr
als doppelt so hoch wie bei Frauen (etwa 3.000). Damit stehen Krebserkrankungen
der Mundhöhle und des Rachens für die Männer hinsichtlich der
Erkrankungshäufigkeit an achter Stelle. Ihr Anteil an krebsbedingten
Sterbefällen beträgt 3,5%. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei
vergleichsweise niedrigen 58, für Frauen bei 63 Jahren. Diese auf früheren
Datenbasen beruhenden Zahlen dürften sich nach Schätzungen des Autors in den
nächsten Jahren nach unten angleichen (starke Zunahme des Tabakkonsums beim
weiblichen Geschlecht). Neuere Untersuchungen aus 2003 zeigen für D einen
anderen Trend: Die Mortalitätsrate
durch orale Tumore ist in den meisten europäischen Ländern besonders bei Männern
beachtlich gestiegen. In Deutschland sind hingegen nur die Frauen von wachsender
Sterblichkeit betroffen. Den ersten Platz im europäischen Vergleich sowohl bei
den Männern als auch bei den Frauen nimmt Ungarn ein, mit einer
durchschnittlichen Oralkrebs-Sterblichkeit von 20,2 pro 100.000 männlicher
Einwohner (51,4 in der Altergruppe der 35- bis 64-Jährigen) und 2,58 bei den
Frauen. Bei den Männern folgt hinter der Slowakei und Kroatien an vierter Stelle
Frankreich mit einer Rate von 10,2 pro 100.000 Einwohner.

WHO-Klassifikation
der Mundhöhlentumore

Mundhöhlen-
und
Rachenkrebs 1984-2004
Studien zur Mortalität von M.
beschreiben, dass neben der Haupttodesursache
Rezidiv auch die Komorbidität (von mehreren Krankheiten gleichzeitig
befallen) auf das Überleben eine wesentlichen Einfluss hat. Die
Inzidenz von Zweittumoren von Patienten mit Karzinomen liegt zwischen 7 und
15%. Einer Studie der Wiener Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie (A Wutzl, C Klug, D Bezaczy et al.) stellt fest: Bei insgesamt
222 Patienten mit primären Plattenepithelkarzinomen, die an der Klinik behandelt
worden waren, wurde das Überleben mittels Abfrage der Bevölkerungsregister
überprüft und die Todesursachen retrospektiv ermittelt. Der mittlere
Beobachtungszeitraum nach der Operation war 75,3 Monate. Die
2-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug 75,8% und die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate
62,1%. An einem
Rezidiv (lokal, regionär oder Fernmetastase) verstarben 44 (19,4%), an einem
Bronchialkarzinom 9 (4,1%), an einem Zweitkarzinom des Kopfes oder des Halses 8
(3,6%), an einem Karzinom des oberen Verdauungstraktes 5 (2,2%), perioperativ
(um den Operationszeitpunkt herum) 10 (4,5%) und an anderen Ursachen 16 (7,2%).
Von allen Rezidivpatienten verstarben 93% innerhalb von 36 Monaten nach
Therapie.
Zur Behandlung des Plattenepithelkarzinoms gibt es zwei versch.
Therapieansätze:
-- adjuvanter Ansatz: primär chirurgische Entfernung und dann eine
postoperativ
Bestrahlung
-- neoadjuvanter Ansatz: primär eine kombinierte Radio-Chemo-Therapie,
dann erfolgte die eigentliche Tumorresektion
Das Risiko an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, ist im hohen Maße vom sozialen
Status der Menschen und seinen Lebensgewohnheiten abhängig: Patienten
mit Tumor im Mundraum haben im Vergleich zu Durchschnittsbürgern ein deutlich
niedrigeres Bildungsniveau, waren längere Zeit arbeitslos und sind in größerer
Zahl allein stehend. 90% der Tumorpatienten haben nur eine niedrige Schulbildung
(Hauptschulabschluss oder ähnliches). Einen Abschluss mit Abitur können dagegen
nur weniger als sechs Prozent der Untersuchungsteilnehmer vorweisen. Ebenfalls
auffällig ist die im Vergleich zur Durchschnittsquote doppelt so hohe
Arbeitslosigkeit bei den betroffenen Patienten sowie der mit einem Fünftel
bemessene Anteil an Personen im Vorruhestand.
Menschen mit
Parodontitis entwickeln doppelt so häufig
Präkanzerosen und viermal so oft
Mundhöhlenkarzinome wie
Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen.
Zum
Screening breiter Bevölkerungskreise empfiehlt der zahnärztliche Weltverband
(FDI) die
Anfärbemethode mit Toluidinblau
In jüngster Zeit stellt die
Photodynamische Therapie (PDT) eine viel versprechende Option auch bei
der Behandlung von Tumoren der Mundhöhle dar. Vor allem bei Karzinomen im
Frühstadium erzielte die PDT Erfolge von rund 88% nach einmaliger Anwendung.
Besonders geeignet zur PDT sind oberflächlich gelegene Tumore, da der
Laserstrahl nur etwa einen halben Zentimeter in die Tiefe eindringt.
Nebenwirkungen reichen von Schmerzen bis zur Rötung der bestrahlten
Hautabschnitte. Auch die Sensitivität gegenüber direkter Sonneneinstrahlung ist
erhöht. Die Betroffenen müssen etwa sechs Wochen nach der Therapie das
Sonnenlicht meiden. Bevor die eigentliche Lasertherapie beginnt, wird dem
Patienten intravenös ein lichtsensibler Wirkstoff injiziert. Dieser passiert die
gesunden Zellen und reichert sich in den kanzerösen sowie präkanzerösen Zellen
an. Zwei bis drei Tage nach Injektion werden die betroffenen Stellen mit
Laserlicht bestrahlt. Dabei bilden sich Sauerstoffradikale, die den Zelltod
herbeiführen. Zur Durchführung des Eingriffs, der etwa neun Minuten dauert,
erhalten die Patienten eine
Anästhesie.
Tumore in Mund und Rachen können zunehmend mit einem einfachen
Abstrichverfahren
oder Bürstenbiopsie,
auch: "Bürstentest"), engl.: brush biopsy;
frühzeitig erkannt werden. Die "gewöhnliche"
Zytologie mit Auswertung nach Papanicolau, wie sie in der Gynäkologie zu großen
Erfolgen in der Frühbehandlung von Zervixkarzinomen geführt hat, gelingt in der
Mundhöhle nicht mit gleicher Aussagekraft, da das Mundhöhlenepithel verhornt und
die entscheidenden Zellen mit einem einfachen Wattestab-Abstrich nicht gewonnen
werden können. Hier hilft die Verwendung von relativ harten Bürstchen weiter.
Nach Angabe deutscher Zahnmediziner der Abteilung für Oralchirurgie an der
Universität Leipzig (T. Remmerbach et al.) seien operative Eingriffe zur
Probeentnahme bei Verdacht auf das Vorliegen eines Karzinoms im Mund oder Rachen
nicht mehr nötig. Das Verfahren könne auch von Zahnärzten angewandt werden. Bei
richtiger Handhabung sei es ein sicheres Mittel zur Erkennung bösartiger
Tumoren. Die Abstriche werden mit einer DNA-Analyse im Labor untersucht. Die
Methode weise eine Treffsicherheit von 98 Prozent auf, so die Wissenschafter.
Neuerdings (2005) sollen auch Speichelbakterien
für einen einfachen Test zur Erkennung von Mundkrebs eingesetzt werden können.
Wissenschafter identifizierten drei Bakterientypen, die bei mehr als 80 Prozent
der Erkrankungen mit OSCC (Oral Squamous Cell Carcinoma) auftraten:
Capnocytophaga gingivalis, Prevotella melaninogenica und Strepococcus mitis
sagten bei mehr als 80 Prozent der Fälle eine Erkrankung korrekt voraus. Es ist
zusätzlich derzeit nicht ausgeschlossen, dass diese Bakterien die
Krebserkrankung selbst verursachen könnten.
Weiter (2006) soll sich M. auch zuverlässig und in einem frühen
Stadium durch einen
Speicheltest entdecken lassen (im Frühstadium liegen die Heilungschancen bei
80 bis 90 Prozent, im Gegensatz zu ca. 50 % bei konventioneller Diagnostik).
Vier Moleküle der Erbsubstanz RNA wurden ausfindig gemacht, die eine genaue
Diagnose ermöglichen. Nach entsprechenden klinischen Erprobungen soll ein
praktischer Einsatz erfolgen.
Metastasen von Primärtumoren in anderen
Körperregionen sind selten und betreffen vor allem ältere Patienten. Die
bevorzugte Lokalisation ist der Molarenbereich des Unterkiefers; der größte
Anteil geht dabei von von Nierenzellkarzinomen aus. Bei rund einem Drittel der
Patienten ist die Metastase der Kiefer-Gesichtsregion das erste klinische
Symptom der Tumorerkrankung.
Adenom,
Bisphosphonate,
CUP-Syndrom,
Epithese,
Ernährungsempfehlungen,
Kaposi-Sarkom,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Melanomalignom,
Neck dissection,
Neoplasma,
PDT,
Positronen-Emissions-Tomographie,
Resektionsprothese,
Speicheldrüsentumoren,
Spontanfraktur,
Strahlentherapie,
Toluidinblau,
Zahntumoren,
Zungenkarzinom
Leitlinie (2010) zur Früherkennung des
Mundhöhlenkrebses.
Mundhygiene
Mundpflege, Zahnhygiene, engl.: oral hygiene;
Oberbegriff und Sammelbezeichnung für alle hygienischen Maßnahmen
innerhalb der Mundhöhle: Das tägliche
Reinigen und Pflegen der Zähne, der
Zahnzwischenräume, des
Zahnfleisches und ggf. der
Zunge. Diese Tätigkeiten dienen zur
Vorbeugung
von Erkrankungen innerhalb der Mundhöhle sowie der
Unterstützung des Therapieerfolges zahnärztlicher Behandlungsmaßnahmen. Dabei
ist die mechanische Reinigung ("Belagskontrolle") mit entsprechenden
Hilfsmitteln durch keine andere Maßnahme zu ersetzen.
Frühmenschen nutzten vermutlich Grashalme zur Zahnpflege. Einer US-Forscherin
zufolge polierten unsere Vorfahren damit ihre Zähne und säuberten vor allem die
Zwischenräume von Essensresten. Der älteste aufgefundene Mundhygieneartikel -
ein Zahnstocher - stammt aus der Zeit um 3.500 vor Christi. Die Mundhygiene ist
damit älter als die Schrift und sehr viel älter als die Zahnmedizin. Meist waren
es Laien, die mit den eigentümlichsten Begründungen für diese Form der
Reinlichkeit warben. Mohammed betrachtete einen sauberen Mund als Voraussetzung
für das Gebet und soll noch in der Sterbestunde nach seinem Kauholz verlangt
haben. Und Schiller fand, wer sich nicht die Zähne putzt, "der gleicht in der
Tat einem Tiere".
Zahnreinigungen sollen nach aktuellem Wissensstand hinsichtlich ihrer Häufigkeit
und der eingesetzten Hilfsmittel risikoorientiert erfolgen. Für einen großen
Teil der Bevölkerung gilt eine zweimal tägliche vorgenommene effektive Reinigung
(jeweils ca. 2-3 Minuten) unter Verwendung
fluoridhaltiger
Zahnpasta als ausreichend. Vergessen wird häufig, dass eine harte, nicht
zuckerhaltige Kost den größten Teil der M. übernimmt: Die mechanische
Reinigung durch ein kräftiges Kauen reinigt die Zähne beständig während der
Nahrungsaufnahme und der Organismus selbst ist in der Lage, durch im
Speichel enthaltene
Mineralstoffe Schäden am Zahnschmelz zu reparieren.
Auch unter Experten ist die "richtige Mundhygiene" umstritten. Derzeit
herrscht diese Auffassung vor: Man nehme eine
Zahnbürste mit gerundeten, nicht zu harten Kunststoffborsten und eine
Zahncreme ohne
Weißmacher, aber mit
Fluoridzusatz. Die verteile man in sanften Kreisbewegungen auf den Zähnen.
Dann spucke man aus, unterlasse jedoch das Spülen, damit die Fluoride nachwirken
können. Ergänzend ist
Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen vor dem eigentlichen Zähneputzen
sehr zu empfehlen, da von diesen Stellen aus viele Zahnfleischerkrankungen ihren
Ursprung nehmen und dieser Bereich besonders kariesanfällig ist. Dieser Vorgang
sollte zweimal am Tag für jeweils 2-3 (je nach Technik und Effektivität) Minuten
erfolgen.
69 Prozent der Bundesbürger putzen nach eigener Auskunft wenigstens zweimal am
Tag die Zähne, weitere 25 immerhin einmal. Trotzdem leiden fast alle, 98 Prozent
nämlich, an
Karies. Dies erlaubt den Schluss, dass entweder die Selbsteinschätzungen
nicht stimmen oder eine falsche Putztechnik ausgeübt wird oder das
Ernährungsverhalten nicht stimmen kann.
Ein zu häufiges, aggressives Zähneputzen kann das Auftreten von
nicht-kariesbedingten Zahnschäden, z. B. in Form von
Abrasionen oder
Erosionen, begünstigen. Auch die
American
Dental Association (ADA) empfiehlt lediglich eine zweimalige tägliche
Zahnpflege mit einer weichen Zahnbürste.
Weiter wird ein zweiminütiges Bürsten mit einem Druck von 150 Gramm, was
dem Gewicht einer Orange entspricht (Anpressdruck auf einer Küchenwaage testen),
angeraten. Bestehender Zahnbelag wird nach mehr als zwei Minuten Putzen und/oder
einem Druck von mehr als 150 Gramm nicht mehr geringer; dafür treten unter Umständen
Schäden am Zahnschmelz und an freiliegenden Zahnhälsen auf.
Veraltete Ratschläge und Behauptungen, die in unseren Regionen noch weit
verbreitet sind (z. B. „nach jedem Essen Zähneputzen nicht vergessen“) sind in
diesen Empfehlungen nicht zu finden.
Nachfolgende Grafiken zeigen die Ergebnisse zweier Colgate-Studien (2004 u.
2009) zum Mundhygieneverhalten der Deutschen:
Mundhygiene
(siehe unter Artikel
Index - Ordner - Mundhygiene/Zahnpflege)
Erhaltungstherapie,
Gingivitis,
Kariesprädilektionsstellen,
Kariesprophylaxe, Munddusche,
OHIP,
Periimplantitis,
Plaque,
Plaquehemmung,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Prophylaxeshop,
Zahnbürste, Zahnbürstmethoden,
Zahnbürstenbaum,
Zahnhölzchen,
Zahnpflegekaugummi,
Zahnseide,
Zahnstein,
Zungenbelag,
Zungenschaber.
Mundhygiene - Status
Mundhygiene-Index, Oraler
Hygiene-Index (OHI), engl.: oral hygiene index;
zusammengesetzt aus dem
Zahnsteinindex (CI-S) und dem
Belagsindex (DI-S):
Man unterteilt das Gebiss in 6 Regionen (Backenzähne rechts, Frontzähne,
Backenzähne links; jeweils getrennt nach Ober- und Unterkiefer) und
sucht sich davon jeweils den Zahn mit der stärksten Belagsbildung,
unterteilt nach harten und weichen Belägen, aus. Dieser wird dann
wiederum an 6 Messpunkten untersucht. Dieses wissenschaftlich zwar sehr
exakte aber aufwendige Verfahren wird meist durch den OHI-S Index
("S" steht für "Simplified" = vereinfacht; nach Greene and
Vermillion, 1964) ersetzt, welcher mit einem Messpunkt pro Zahn
auskommt.
Eine Einteilung erfolgt derart:
DI-S = 0 : keine Beläge oder Verfärbungen vorhanden
DI-S = 1 : weiche Beläge unter einem Drittel der
Zahnoberfläche und/oder Verfärbungen ohne zusätzliche Beläge; dabei
spielt die Größe der Oberfläche, die bedeckt wird, keine Rolle
DI-S = 2 : weiche Beläge: auf mehr als einem Drittel,
aber weniger als zwei Dritteln der Zahnoberfläche
DI-S = 3 : alles, was über DI-S 2 geht
CI-S = 0 : kein Zahnstein
CI-S = 1 :
supragingivaler Zahnstein, der weniger als ein Drittel der
sichtbaren Zahnoberfläche bedeckt
CI-S = 2 :
supragingivaler Zahnstein, der mehr als ein Drittel aber weniger als
zwei Drittel der sichtbaren Zahnoberfläche bedeckt und/oder einzelne
Bezirke mit
subgingivalen Zahnstein
CI-S = 3 : mehr als zwei Drittel der sichtbaren
Zahnoberfläche ist mit
supragingivalen Zahnstein bedeckt und/oder ein zirkuläres Band von
subgingivalen Zahnstein
Belagsindex,
Denture-Hygiene-Index,
IP-Positionen,
Plaque-Index |

OHI-S Index (nur ein Messpunkt pro Zahn)
|
Mundkeil
Mundsperrer, Mundfinger, engl.:
mouth gag, oral screw, tooth wedge, jaw brace;
aus versch. Materialien und Formen bestehende Hilfsmittel zum
Offenhalten des Mundes, z.B. während einer
Vollnarkose, bei
behandlungsunwilligen Personen, bei vorliegender
Kieferklemme, oder bei lang dauernden zahnärztlichen Eingriffen zur
Entlastung der Kiefer(öffner)muskulatur. Die früher aus Metall
bestehenden Hilfsmittel (s. Abb.) sind heute weitgehend durch
Kunststoffmaterialien - teils individuell angepasst - ersetzt worden. |

|

Roser-König Mundsperrer
|
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
MKG, MuKi, engl.: oral and maxillofacial surgery; gilt als
ein medizinisches Fachgebiet, welches die Diagnostik, Therapie, Prävention,
funktionelle Rehabilitationen (Kauen, Schlucken, Sprechen) und ästhetische
Behandlungen von Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen der Zähne, der
Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes beinhaltet.
"Die Mund.- Kiefer- und Gesichtschirurgie ist eine vorwiegend chirurgische
Fachdisziplin, die durch eine hochspezialisierte Ausbildung der anatomischen und
funktionellen Komplexizität des Gesichtes und der Kiefer Rechnung trägt. Deshalb
basiert die Facharztausbildung nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin und
Zahnmedizin auf einer mindestens vierjährigen Weiterbildungszeit. In drei
weiteren Jahren kann die Spezialisierung für plastisch- rekonstruktive
Massnahmen im Kiefer- Gesichtsbereich erfolgen. Die Mund,- Kiefer- und
Gesichtschirurgie umfaßt die Erkennung, Behandlung, Prävention und
Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Frakturen, Fehlbildungen und
Formveränderungen der Zähne, der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes. Einen
besonderen Schwerpunkt bildet dabei die funktionelle (Kauen, Schlucken,
Sprechen) und ästhetische Rehabilitation des Patienten.." ... weiter:
BVAZ,
Oralchirurgie
mundoffene Abformung;
Abdruck
Mundöffner,
Kaumuskulatur
Mundöffnung
Auseinanderdriften der Zähne des Unter- gegen den Oberkiefer und Lippen in
unterschiedlich starkem Ausmaß.
Störungen der M. können Folge von zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen
(z.B.
Weisheitszahnoperation),
Kiefergelenkserkrankungen oder
Kieferbrüchen sein. Eine eingeschränkte M. oder Bewegungsstörungen
bei der M. (Seitenabweichungen) oder beim Mundschluss fallen häufig erst
beim
Gähnen, Kauen eines Brötchens oder beim Beißen in einen Apfel auf. Werte
zwischen 40 u. 50 mm zählen als normale M. (
Schneidekantendistanz), können aber individuell erheblich schwanken (es
werden Werte zwischen 31 u. 76 mm angegeben).
Beißblock,
Bisssperre,
Deviation,
Helkimo-Index,
Kaumuskulatur,
Kieferklemme,
Kiefergelenksgeräusche ("Knacken"),
Limitation,
Spatelübungen,
Unterkieferbewegung,
Unterkiefergrenzbewegungen,
Unterkieferreflex.
Mundschleimhaut
engl.: oral mucosa; die gesamte Mundhöhle (von den
Lippen
bis zu den
Gaumenbögen reichend) auskleidende Schleimhaut (
Mukosa). Befindet sich unter der
M. noch eine weitere Gewebeschicht (sog. Submukosa), so ist
die M. auf der Unterlage verschieblich, in den anderen
Fällen (Gebiete des harten Gaumens, der Kieferkämme und des zahnlosen
Kiefers) ist die M. fest mit der knöchernen Unterlage (Periost)
verbunden und unverschieblich darauf befestigt (attached,
s. Abb.).
Zahnärztlicherseits erfolgt noch eine Unterteilung in die
Gingiva, welche durch die
Mukogingivalgrenze (der Übergang der befestigten "attached"
Gingiva zur beweglichen, nicht verhornten M.;
Alveolarmukosa) abgegrenzt wird und keine
schleimbildenden Drüsen aufweist.
Darstellung der Mukogingivalgrenze durch Anfärben mit der
"Schiller-Jodprobe".
Allgemeinerkrankungen zeigen sich häufig durch frühzeitige und teilweise
alleinige Veränderungen der M. : z.B. die belegte Zunge bei einer
Blinddarmentzündung oder Pilzerkrankungen des Mundes (Candidiasis)
bei
Diabetes oder Formen einer
Immunschwäche z.B. bei
HIV. Ebenso gibt es eigenständige Erkrankungen der M., wie
der
Lichen ruber planus oder die
Leukoplakie.
US-Forschern ist es 2009 gelungen, aus humanen embryonalen Stammzellen
Gewebe zu züchten, das dem der Mundschleimhaut ähnelt. Für ihre
erfolgreichen Versuche nutzten sie die etablierte Zelllinie H9. Zum
einen entwickelten sie daraus Epithelzellen, zum anderen mesenchymale
Zellen, also die Zellschicht unter dem Epithel.
Alveolarmukosa,
Aphthe,
Gingiva, Mukosa,
Mukositis,
Mundschleimhauterkrankung,
Tissue Engineering |

die befestigte ("atteched")
G. ist an der hellen Farbe zu erkennen
|
Mundschleimhauterkrankung
engl.: sore mouth; Oberbegriff für alle Erkrankungen der
Mundschleimhaut - aber ohne
Erkrankungen des Zahnfleischs (Gingivitis,
Parodontitis);
Zungenerkrankungen werden nur bedingt zu den M. gerechnet. Typische
M. sind
Aphthen,
Herpes,
Noma,
Soor,
Stomatitiden,
Leukoplakien,
Lichen, geschwürige Veränderungen.
Mundschließer,
Kaumuskulatur
Mundschutz
als hygienische Maßnahme, auch chirurgischer Mundschutz; engl.:
mask; Einmalmasken aus Vlies oder Zellstoff zur Vermeidung einer
gegenseitigen Kontaminationsgefährdung durch Aerosole, Blut und Speichel,
besonders bei
invasiven Eingriffen. Der Begriff M. ist insofern nicht korrekt, als
er auch die Nasenöffnung mit einschließt.
Mundschutz
bei sportlichen Aktivitäten, auch Zahnschutz, "Boxerschutz",
engl.: mouth guard, gumshield; im Sport seit 1913
bekanntes herausnehmbares Gerät - meist aus Kunststoff - zum Schützen
der Zähne, Lippen, Zunge und Kiefer bei verletzungs-/unfallträchtigen
Sportarten. Hierbei kann die Zahn- und Kieferbruchgefahr bis zu 60 mal
höher sein. Wegen der Unbequemlichkeit beim Tragen häufig von mangelnder
Compliance begleitet.
Etwa jedes dritte Kind erleidet beim Sport eine Zahnverletzung; in drei
von vier Fällen sind dann die kosmetisch markanten oberen mittleren
Schneidezähne betroffen. Beschädigte Zähne führen oft zu lebenslangen
Folgekosten, die sehr weit über den Kosten eines M. liegen.
Zusätzlich werden durch Dämpfung und Kraftverteilung
Kiefer- und Kiefergelenksbrüche verhindert; Gehirnerschütterungen
treten 16mal seltener auf.
Ein M. muss elastisch sein, um Schläge zu dämpfen und
gleichzeitig starr genug, um Energie abzuleiten und diese auf eine
möglichst große Fläche zu verteilen. Das Dämpfungsverhalten eines M.
steht in direkter Beziehung mit der Materialstärke. Die Kraftverteilung
wird durch die Härte und Elastizität des Mundschutzbehelfs bestimmt. Als
Material wird derzeit (2008) Ethylen-Vinyl-Acetat in einer zweilagigen
Pressung (ggf. mit einem schwammartigen Mittel dazwischen) bevorzugt.
Als optimales Maß werden 4 mm Stärke empfohlen. Zusätzlich sollte er ein
unbehindertes Atmen ermöglichen und weder spannen noch drücken, also
einen akzeptablen Tragekomfort aufweisen. All diese Forderungen
können nur durch einen individuell angefertigten M. (s.u.)
erfüllt werden.
Von der Herstellung/Konstruktion her, werden versch. Arten
unterschieden:
- Konfektionierter Mundschutz: meist in Sportfachgeschäften
erhältlich vorgefertigte Behelfe aus Weichgummi oder -plastik. Ein
Halt erfolgt durch ein Beißen der Zähne darauf. Wenn auch preislich
günstig, bietet diese Art nur einen unbefriedigenden Schutz und ist
den beiden nachfolgenden Typen signifikant unterlegen. Kosten ca. 10
€
- Individuell angepasster Mundschutz: vorgefertigte,
typisierte Plastikschienen werden durch Wärme plastisch und dann an
die Kieferverhältnisse des Benutzers angepasst. Anpassung von
zahnmedizinischen Laien; Qualität des Schutzes stark von den
vorliegenden Kieferverhältnissen ("Durchschnittskiefer",
"Fehlstellungskiefers") und dem Geschick des Anpassers abhängig.
Kosten ca. 10 - 50 €; siehe Abb.
- individuell angefertigter Mundschutz: in einer
zahnärztlichen Praxis werden von den Kiefern
Abdrücke genommen und außerhalb des Mundes in einem
zahntechnischen Labor ein entsprechendes Gerät individuell
angefertigt.
Hoher Tragekomfort und ein exaktes Anpassen an die
Zahnreihen/Kiefersituation gewähren einen optimalen Schutz.
Kosten ca. 100 - 200 € .
Behandlung auf Verlangen,
Kunststoffe,
traumatische Zahnverletzungen
|

Zahnunfall - Was können
und müssen Sie tun?
Darstellung in Posterform
besonders geeignet zum
Aushang für Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder usw.
Bezugsquelle: Nur noch in CH erhältlich:

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Der anatomisch vorgeformte OrthoSafe wird durch kurzes Eintauchen in
heißes Wasser individuell angepasst und sitzt so akkurat wie eine
dentale Abformung. Die Transparenz des Materials ermöglicht dem
Behandler die visuelle Kontrolle bei der Anpassung von OrthoSafe. Die
Haltevorrichtung von OrthoSafe garantiert die optimale Materialstärke
zwischen beiden Zahnbögen.
|
Mundsperrer; Bisssperre, engl.:
mouth prop;
Mundkeil
Mundspiegel
Zahnspiegel, engl.: dental o. mouth mirror; zusammen mit
Sonde
und Pinzette
die meist verwendeten Instrumente in einer Zahnarztpraxis. Neben der
Hauptbestimmung als diagnostisches Instrument bei der Untersuchung wird er vor
allem noch zum Abhalten von Zunge und Wange eingesetzt. Die - nach Möglichkeit
beschlagfreie - Oberfläche ist plan oder zur Vergrößerung leicht konkav
gestaltet und zwischen 22 u. 26 mm im Durchmesser.
Mundspüllösungen
orale Chemoprophylaktika, engl.: mouthwash-solutions; meist bei
der
Plaque-Bekämpfung (Plaquekontrolle,
Kariesprophylaxe) und zur Behandlung bei
Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Eine sorgfältige Kontrolle der
Mundflora ist eine wichtige Grundlage für
Prophylaxe
und Behandlung von
Karies und
Zahnfleischerkrankungen. Am Zahn selbst werden hierfür im Wesentlichen
mechanische Mittel eingesetzt, die auf die Beseitigung der Bakterien von der
Zahnoberfläche abzielen. Die Tatsache, dass
Schleimhäute und
Zunge, die rund 80% der Oberfläche der Mundhöhle
ausmachen, damit nicht erfasst werden und so potenzielle Quellen von
Krankheitskeimen darstellen, muss deshalb chemisch behandelt werden. In diesem
Zusammenhang sind medizinische M. ein ideales Mittel zur lokalen
Applikation von Wirkstoffen und aktiven Substanzen, die in der Lage sind, die
Zusammensetzung der Mundflora zu kontrollieren und positiv zu verändern.
Die Ansammlung von
Plaque führt, wenn keine Gegenmaßnahmen erfolgen, zur Entzündung des
Zahnfleisches (
Gingivitis). Neben der mechanischen Plaqueentfernung (tägliche
Mundhygiene,
Professionelle Zahnreinigung) können Substanzen eingesetzt werden, welche
die Mikroorganismen chemisch bekämpfen ("Chemische Zahnbürste";
Plaquehemmung,
Plaquekontrolle (chemische)). Es sind jedoch nur wenige Stoffe bekannt, die
klinisch angewendet werden können, unter anderem
Chlorhexidin,
Zinnfluorid und
Triclosan. Probleme ergeben sich hierbei häufig durch die Färbewirkung
und den Geschmack der Lösungen. Bekannte Vertreter
antiseptisch
wirkender M. sind
Chlorhexidingluconat (CHX) (z. B. Corsodyl®, Oral B®, Hexoral®, Nur 1
Tropfen Chlorhexidin®, Curasept®), ätherische Öle (Listerine®),
Triclosan
(Colgate Total Plax®),
Cetylpyridiumchlorid (CPC) (z.B. Periogard ® Plus), jodhaltige Verbindungen
und die Kombination von
Amin- und
Zinnfluoriden (meridol®).
Die
Plaque-reduzierende und
antibakterielle Wirkung von M., die
Triclosan und
Amin-Fluoride enthalten, scheint in erster Linie durch den
Amin-Fluorid-Bestandteil gewährleistet zu werden. Als Standardpräparat hat sich
Chlorhexidin in vielen Untersuchungen bewährt. Allerdings entfalten
derartige Lösungen nur bei entsprechender Konzentration und Spülmenge (z.B. 2 x
10 ml 0,2-prozentig = 40 mg Tagesdosis) ihre echte "Anti-Plaque-Wirkung".
In geringeren Konzentrationen (z.B. 2 x 10 ml 0,06-prozentig = 12 mg Tagesdosis)
wirken derartige Lösungen nur Plaque-vermindernd und sind dann höchstens als
wertvolle Unterstützung der täglichen mechanischen Zahnpflege anzusehen.
Fluorwasserstoffperoxide (0,05%
Natriumfluorid, 1.5%
Wasserstoffperoxid) in Lösung haben eine positive Wirkung auf das
Zahnfleisch bei gleichzeitiger
Bleichaktivität, ohne dass bisher Nebenwirkungen bekannt sind.
Wissenschaftler empfehlen deshalb die Anwendung von Fluorwasserstoffperoxiden
als Zusatz zur täglichen Mundhygiene.
In M. enthaltener Alkohol kann im Mund enzymatisch zu der
toxischen Verbindung Acetaldehyd abgebaut werden.
In
vitro zeigt diese Substanz einen negativen Effekt auf Fibroblasten, die eine
Schlüsselrolle beim Aufbau und bei der Vernetzung des Bindegewebes spielen; es
wird deshalb vor einem nicht sachgemäßem Gebrauch alkoholhaltiger M.
gewarnt; aus wissenschaftlicher Sicht ist der "Lösungsvermittler" Alkohol
überflüssig.
Ohne eine (vorherige!) mechanische Reinigung (Zähneputzen,
professionelle Zahnreinigung usw.) ist die Wirkung von M. stark
eingeschränkt bzw. nutzlos. Weiter ist zu beachten, dass in der Mundhöhle eine
ausreichende Verfügbarkeit (
Substantivität) über den Tag vorhanden sein muss, da ihre eigentliche
Einbringzeit relativ kurz ist. Eine hohe Substantivität weisen vor allem
Chlorhexidin und
AZF-Verbindungen auf.
Auf bestehende
Biofilme haben die geläufigen M. nur einen geringen Einfluss;
antibakterielle Mundspüllösungen auf der Basis ätherischer Öle (z.B.
Listerine™) können dagegen in der Lage sein, den B. zu durchdringen
und die
Bakterien abzutöten.
Ein direkter Vergleich zwischen Chlorhexidin und
Listerine™erbrachte in einer Studie (Charles, C H et al.:
Comparative antiplaque and antigingivitis effectiveness of a chlorhexidine and
an essential oil mouthrinse: 6-month clinical trial. J Clin Periodontol 2004; 31)
etwa ebenbürtige Resultate mit einem leichten Vorteil für
Chlorhexidin, sodass die Empfehlung ausgesprochen wird, bei einem
Langzeitgebrauch auf ätherische Öle zurückzugreifen, um den bekannten Nachteilen
des
Chlorhexidin (bei längerem Gebrauch: Geschmacksveränderungen, Verfärbungen)
zu begegnen.
Von den medizinischen und meist ärztlich verordneten M. zu unterscheiden
sind die Mundwässer und Mundsprays, die in einer Vielzahl
angeboten werden. Diese Präparate zum
Verbessern des Atems sind nicht mehr als eine kosmetische Überdeckung
mangelnder Mundhygiene und mit einem Körper-Parfüm zu vergleichen. Von einem
regelmäßigen Gebrauch ist eher abzuraten, da eine tägliche ungezielte
"Desinfektion" der Mundhöhle mehr Schaden als Nutzen bringt: Die Qualität und
die Enzyme des Speichels werden negativ verändert; durchaus sehr nützliche
Bakterien werden ebenfalls abgetötet.
Antiseptikum,
Cetyl-Pyridin-Chlorid (CPC),
Chlorhexidin,
desquamative Gingivitis,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
Hexetidin,
Kamille,
Kavosan,
Kosmetika,
Natriumperborat,
Polyhexanid
(PHX),
Plaque,
Teebaumöl,
Thymol,
Zahnstein,
Zinkoxid
Mundtrockenheit, engl.: mouth dryness;
Oligosialie,
Xerostomie
Mundvorhofplastik,
Vestibulumplastik
Mundvorhofplatte
MVP, Lippenformer, Mundschild, Vestibularschild,
Propulsor, engl. oral o. vestibular screen;
zahnärztliches Behandlungsmittel aus Kunststoff mit gewisser Ähnlichkeit
zu einem "Schnuller"; verwendet zur Vorbeugung und Frühbehandlung (
kieferorthopädische Frühbehandlung) von
Habits, wie
Lutschgewohnheiten,
Offenem
Biss und Mundatmung im
Milchzahn- oder (bedingt) im
Wechselgebiss. Das individuell auch zusätzlich mit bestimmten
Hilfsmittel versehene Grundmodell stellt bei geringen Kosten (~ 10 €)
eine wirksame Prophylaxe bei drohenden Stellungsanomalien im bleibenden
Gebiss dar. Nur wirksam, wenn ein störungsfreies Atmen durch die Nase
möglich ist. Gelegentlich auch unterstützende Verwendung zur Umstellung
von der Mund- zur Nasenatmung.
Eine Abwandlung stellt die Mundvorhofplatte nach Dr. Berndsen ("Face-Former")
dar, die durch eine aktive Komponente ergänzt wurde und individuell
anpassungsfähig ist.
Die M. zählt als ein zahnärztliches Behandlungsgerät und ist
deshalb nicht frei verkäuflich
Habits,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Lippenschild,
LipLifter, Mundvorhof,
Propulsor
|
 |
Mundwasser, engl.: mouth wash;
Mundspüllösungen
Mundwinkelfurche, Mundwinkelrhagade,
engl.: angular cheilitis;
Rhagade
Mundwinkelpunkt;
Cheilion
Murray Syndrom
seltenes Krankheitsbild (autosomal-rezessive), bei welchem schon in den
ersten Lebensjahren überall vorkommende fibröse, hyaline Tumore in Erscheinung
treten - im Kopfbereich bekannt als Turbantumor. Diese
können später verkalken und dann Ähnlichkeit mit Osteomen haben. Im Mundbereich
wird eine Zahnfleischfibromatose
beobachtet.
Musterberufsordnung,
Berufsordnung
mutagen
Mutationen auslösend, engl.: mutagenic; d.h., es können
Veränderungen im Erbgefüge der Zelle auftreten. Bekannte Mutagene sind z.B.
ionisierende Strahlungen, best. chemische Substanzen (z.B. Zytostatika),
Viren.
Muzin
auch Mucin, sog. "Schleimstoff" als Bestandteil des
Speichels; der an Eiweiß gebundene Zucker als Hauptbestandteil des M.
macht vor allem die zerkaute Nahrung schlüpfrig für den
Schluckakt. Ebenso trägt der M.-Gehalt des Speichels bei
Vollprothesenträger zur Saugkraft dieses Ersatzes bei.
Schleim,
Speichel,
Speichelstein,
Xerostomie
MVZ,
Medizinische Versorgungszentren
Myalgie, Myago, engl.: myalgia;
örtlicher oder diffuser (Kau-)Muskelschmerz
Mykose
(Mycosis) [griech.], engl.: mycosis; eine durch Pilze (Fungi)
hervorgerufene Infektionskrankheit,
Antimykotika,
Candida albicans,
Gram Färbung,
Sinusitis
Myloptosis, engl.: myloptosia;
Herabsinken des Unterkiefers
Myoarthropathien
MAP; engl.: myoarthropathy; Oberbegriff für eine Vielzahl von
komplexen (meist schmerzhaften) Krankheitsbildern (Syndromen) mit besonderem
Bezug zu Muskeln und Gelenken, 1934 erstmals von dem HNO-Arzt Costen (
Costen-Syndrom) beschrieben. Als lokalisierte rheumatische Erkrankungsformen
angesehen, ohne dass bis heute (2008) ein allgemein angewandtes Diagnostik- und
Klassifikationssystem existiert.
Die Ursachen für M. sind multifaktoriell und lassen sich von der
Ätiologie her unterteilen in:
- prädisponierende Faktoren , wie z.B. strukturelle, systemische
oder physische Ursachen
- auslösende Faktoren , wie z.B. Mikrotraumen, Makrotraumen oder
Überbelastungen
- unterhaltende Faktoren , wie z.B. das psycho-soziale Umfeld
In der
ZHK bezeichnen M. Erkrankungen des Kiefergelenkes und seine
begleitende (Kau-)Muskulatur.
In der zahnärztlichen Fachliteratur wird
okklusalen Faktoren (z.B. vorzeitigen Zahnkontakten, Diskrepanz zwischen
der Okklusion bei retraler Unterkieferposition und der maximalen
Interkuspidation, Balance-Interferenzen) ein entscheidender Einfluss für die
Ätiologie und
Pathogenese der MAP des Kausystems - insbesondere der myofaszialen Schmerzen
der
Kaumuskulatur - zugeschrieben. Vor allem die
Okklusion scheint nach neusten Erkenntnissen nicht nicht die bedeutende
Rolle zu spielen, wie ihr bisher immer nachgesagt wurde, da Abweichungen von
einer wie auch immer definierten "idealen" oder "optimalen"
Okklusion
praktisch in jedem natürlichen Gebiss vorhanden sind (= "Anpassungsfähigkeit des
menschlichen Kausystems"). So führen denn auch therapeutische Veränderungen der
Okklusion (Einschleifmaßnahmen, Schienentherapie) durch eine Lageveränderung des
Unterkiefers zu einer diskreten Entlastung schmerzhafter Muskelregionen und
damit zu einer Linderung der Beschwerden, und nicht unbedingt das Einstellen des
Unterkiefers in eine Art "Idealposition".
Zu der schmerzhaften Problematik von M. schreiben Türk u. Hugger
(Zahnärztliche Mitteilungen) in ihrer
Schlussbemerkung:
"Im anbrechenden Zeitalter der evidenzbasierten (Zahn-)Medizin wird immer
häufiger gefordert, dass klinische Entscheidungen, egal ob diagnostischer oder
therapeutischer Art, durch wissenschaftlich abgesicherte Nachweise begründet
sein müssen. Für viele Fragen auf dem Gebiet des chronischen Schmerzes
beziehungsweise der Myoarthropathien des Kausystems stehen zum jetzigen
Zeitpunkt aber noch keine wissenschaftlich untermauerten Antworten zur
Verfügung. In diesen Fällen sollte man besonders vorsichtig vorgehen und immer
das Wohl des Kranken - "solus aegroti salus"- im Auge haben. Unnötiges
Generieren von diagnostischen Daten muss ebenso vermieden werden wie die
Durchführung von Therapiemaßnahmen, die mit unkalkulierbaren Risiken verbunden
sind. Die Tatsache, dass wir Zahnärzte täglich mit Zähnen zu tun haben, sollte
uns nicht den Blick dafür verstellen, dass es sich bei schmerzhaften
Myoarthropathien in den meisten Fällen nicht um eine okklusale, sondern um eine
muskuloskelettale Schmerzproblematik handelt, die mehr Gemeinsamkeiten mit in
anderen Körperbereichen lokalisierten Muskel-Gelenk-Schmerzen als mit dentalen
Problemen aufweist."
Äquilibrierungsschiene,
Arthrographie, CMD,
Costen-Syndrom,
Deviation,
Eminektomie,
Funktionsanalyse,
Helkimo-Index (Mobilitätsindex),
Kiefergelenkarthrose,
Kiefergelenkbeschwerden,
Michigan-Schiene,
Okklusion,
Stabilisierungsschiene,
TMD
Myxom
Myxoma, engl.: myxoma; odontogenes: aus der
Zahnleiste oder aus Knochenvorläufergewebe entstehender gutartiger
Knochentumor, welcher aber lokal äußerst aggressiv ist und zu
ausgedehnten Knochenzerstörungen im Bereich des
Alveolarfortsatzes führt. Langsames und symptomloses Wachstum;
röntgenologisch unsicher, histologisch gut zu diagnostizieren.
Zahntumoren |

|
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Danksagung!
An dieser Stelle möchten wir allen Autoren danken; insbesondere für die unermüdliche Rechere; die diese Zusammenfassung,
aus Zahnmedizin und Zahntechnik erst ermöglicht hat.
Die Graphiken
beruhen teilweise auf den Vorlagen der Firmen Corel-Corp. (
www.corel.com
) und TechpoolStudios Inc. (
www.lifeart.com
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Aktualisierung der Artikel 2012