M , m
Kennzeichen o. Kurzzeichen; in der ZHK mit versch. Bedeutung:
M =
Molar
M. = Musculus (Muskel), pl.: Mm. (Musculi); Morbus
(Krankheit)
m =
mesial o. männlich; m% = Masseprozent
MacDent™
geschütztes Qualitätssiegel für Zahnarztpraxen, welche nach eigenen
Angaben fixe und kommerziell kontrollierte Qualitätsstandards nach einem Art
Franchising-Konzept einhalten. So wird beispielsweise auf gewisse Leistungen
eine 6-jährige "Garantie" übernommen, obwohl
Gewährleistungszusagen medizinisch umstritten sind. Im Jahr 1999 von Dr.
Armin Jäckel (Eckernförde) gegründet. Am 5. November 2007 wurde eine
Umfirmierung in TruDent>™
beschlossen, um sich deutlich von dem 2009 insolventen Newcomer
McZahn abzusetzen.
goDentis,
McZahn
MacSpadden Verfahren, richtig:
McSpadden Verfahren;
Kondensation
Magenta-Zunge
engl.: magenta tongue; hauptsächlich bei Vitamin-B2 (auch
B12) -Mangel (die biologisch aktive Form des Vitamin B2 ist Riboflavin)
auftretende tiefdunkelrote, glänzende
Zunge, verbunden mit Schmerzen beim Schlucken. Gelegentlich sind
auch die Lippen mit betroffen. |

|
Magersucht , engl.: anorexia;
Bulimie
Magnetfeldresonanztomographie
Magnetresonanztomographie, MRT; Kernspin, "Röhre",
Kernspin(resonanz)tomographie, engl.: Magnetic
Resonance Imaging" (MRI), magnetic field resonance tomography,
magnetron; schonendes (keine
Röntgenstrahlenbelastung) bildgebendes Verfahren, das mithilfe starker
Magnetfelder detaillierte Bilder aus dem Innern des Körpers generiert.
MR-Tomographen arbeiten mit starken Magnetfeldern, die auf die Kerne der
Wasserstoffatome im Körper einwirken. Diese senden schwache elektrische Impulse
aus, die von den Spulen registriert werden. Ein Computer errechnet aus diesen
Informationen detaillierte Bilder des Körperinneren.
"Etwa 70 Prozent der menschlichen "Materie" ist Wasser mit der chemischen Formel
H2O. Eben die winzig kleinen Atomkerne des Wasserstoffs (H) sind es nun, die man
"messen" kann, und zwar aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaften. Jeder
Wasserstoffatomkern verhält sich wie ein winzig kleiner Stabmagnet. Bringt man
nun die große Zahl an Wasserstoffkernen in ein starkes Magnetfeld, so vollführen
die Kerne Kreiselbewegungen um die Magnetfeldachse - man spricht von "Präzession".
Dies ist vergleichbar mit der Taumelbewegung eines Kinderkreisels. Die Kerne
taumeln dabei mehrere Millionen Mal pro Sekunde. Man kann nun eine Radiofrequenz
einstrahlen, die dieser Taumelfrequenz entspricht. Dadurch ändern die Kerne ihre
"Spineinstellung", sie kommen zur "Resonanz". Diese nun erfolgte Magnetisierung
kann gemessen und ausgewertet werden. Je nach chemischer Umgebung der Kerne sind
deren Resonanzfrequenzen minimal unterschiedlich. Diese kleinen Differenzen
ermöglichen Aussagen über die Umgebung der Kerne. Damit ergibt sich die
Möglichkeit, Strukturen unbekannter Moleküle aufzuklären. In der Medizin benutzt
man zusätzlich Feldgradienten. Diese ermöglichen die räumliche Lokalisierung der
Atomkerne im Körper. Auf diese Weise entstehen die Schnittbilder aus dem
Organismus. Der Arzt verfügt somit über eine leistungsfähige Methode, die zur
herkömmlichen Röntgenmethode komplementär ist. Bei letzterer sieht man
vorwiegend Schweratome, sprich das Calcium der Knochen." (PM von
Dr. Renate Hoer, 10.01.2005)

MRT - Seitenansicht Schädel
Die MRT hat ihre Vorteile vor allem bei der Darstellung von Weichteilen,
Organen und Gefäßen. Auch gibt sie Einblicke in Dynamik und Funktion bestimmter
Organe - so ist sie beispielsweise die Methode der Wahl in der Hirnforschung.
Die MRT gilt heute als
Goldstandard in der
Kiefergelenks-Diagnostik, wenn auch die
Sonographie Vorteile bezüglich der Kosten, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit
bietet.
Bis vor wenigen Jahren waren Magnetresonanz-Tomographen mit 1,5 Tesla das
"Nonplusultra" der
radiologischen Diagnostik (Einheit für Magnetfeldstärken "Tesla": 1 Tesla =
10.000 Gauß). 2005 beginnen sich langsam die modernen "3 Tesla-Geräte"
durchzusetzen. Vor dem Durchbruch stehen "7 Tesla-Tomographen", welche ein Feld
erzeugen, das rund 150.000 mal stärker ist als das der Erde (Magnetfeld der
Erde: ca. 50 mikro-Tesla). Die immer stärkeren Magnete haben diesen Zweck: Je
stärker die Felder, die ein Tomograph erzeugen kann, desto schärfer und
detailreicher sind auch die Bilder, die er liefert. Allerdings nehmen mit der
Magnetfeldstärke auch die Bildfehler zu; daher brauchen Anwender viel Erfahrung,
um die Aufnahmen korrekt zu interpretieren.
Verschiedene Mechanismen können bei der MRT zu Problemen mit inserierten
Metallkörpern (Implantat, Osteosyntheseplatte, Zahnersatz,
Herzschrittmacher) oder metallischen Fremdkörpern führen. Es stehen hierbei
die mögliche Erwärmung bis Erhitzung des Metalls durch die angewendete
Hochfrequenz sowie die Ablenkbarkeit des Metalls durch das starke Magnetfeld im
Vordergrund. Moderne Implantate bestehen meist aus nicht magnetischen oder
gering magnetischen Metalllegierungen (Standard in der
ZHK:
Titan) und sind
in der Regel als unproblematisch anzusehen. Herzschrittmacher sind bisher (2008) als
Kontraindikation für eine MTR anzusehen. Make-up sowie Tätowierungen
können durch Erhitzung zu Verbrennungen der Haut führen.
Arthrographie,
bildgebende Verfahren,
Kernspintomographie,
Röntgenologie,
Sonographie
Magnetfeldtherapie
"magnetische Heilbehandlung", engl.: etwa magnetic field therapy; schon
von Paracelsus im 15. Jhd. empfohlene, kontrovers diskutierte Therapie bei
Wundheilungsstörungen, zur "Eindämmung von Entzündungsherden", Behandlung von
akuten Zahnschmerzen und zahlreichen weiteren Einsatzgebieten
("Indikationslyrik"). Anwendung der M. im Rahmen ganzheitlicher,
komplementärmedizinischer Therapiekonzepte, wobei die Therapiebeschreibungen und
-erfolge schon sehr unterschiedlich sind: Sie sollen den Zellstoffwechsel und
die Durchblutung steigern und das körperliche Wohlbefinden fördern. Gesicherte
Erfolge scheinen sich auf die Anwendung bei Schmerzzuständen bei Erkrankungen
des Bewegungs- und Stützapparates, die auf einer übermäßige
Degeneration
(= Abnutzung) basieren und auf die unterstützende Knochenheilung zu
konzentrieren.
alternative Behandlungsmethoden
,
,
Magnetkräfte
Magnetprothese, Magnetimplantat, engl.: magnetic denture,
magnetic implant; in der
ZHK mit geringer Verbreitung bestehende Methoden mittels magnetischer
Feldkräfte einen verbesserten Halt und eine Lagestabilisierung - vornehmlich von
Prothesen im stark reduzierten Restgebiss oder
Epithesen - zu erreichen. Dabei werden sowohl die Eigenschaften der
Abstoßung wie auch der Anziehung magnetischer Kräfte genutzt:
- Gegeneinander gerichtete Magnetpole bewirken eine
Anziehungskraft. Bringt man nun z.B. in ein
Implantat oder eine
Wurzelstiftkappe einen Magneten ein und an entsprechender Stelle am
Zahnersatz einen anderspoligen Magneten, so kann dies zu einer Verbesserung
der Stabilität führen. Andere Verfahren verpflanzen im zahnlosen Kiefer
einen Magneten direkt unter die Schleimhaut als sog. geschlossenes
Implantat: Eingepflanzt werden kleine kobalthaltige Dauermagneten, die
wirkenden magnetischen Kräfte sind nur gering, es wird von
Korrosionserscheinungen berichtet
- Gleichsinnige Magnetpole stoßen sich ab. Diese Tatsache wurde
historisch mit zweifelhaften Erfolg bei
Vollprothesen genutzt, indem sowohl in den Unter- wie auch den
Oberkiefer an entsprechender Stelle gleichsinnige Magnete eingearbeitet
wurden. Dadurch sollten die einzelnen
Prothesenbasen an die Kiefer "angedrückt" werden.
Mahlzahn,
engl.: grinder (molar);
Molar
Makrocheilie, Lippenschwellung, "Rüssellippe",
engl.: macroch(e)ilia, von vielfältiger, meist
entzündlicher Ursache;
Cheilitis,
Pachycheilie;
Abb.:
Makrodontie
Makrodentie, Megalodontie, engl.: macrodontia;
Übergröße einzelner Zähne mit dem häufigen Merkmal einer Verschmelzung/Doppelbildung.
Eine M. aller Zähne wird nur sehr selten beobachtet. Auftreten
bei den sog. "overgrowth"-Syndromen (Proteus, Klippel-Trenaunay) in den
betroffenen Kieferabschnitten.
Gemination |

|
Makrofüllerkomposite, "Makrofüller";
Komposite
Makrogenie,
Progenie
Makroglossie
Zungenhypertrophie, Pachyglossie, Riesenzunge, engl.:
macroglossia; teilweise oder vollständige Vergrößerung der Zunge durch
versch. Ursachen, wie z.B.:
Entzündungen:
Abszess,
Aktinomykose,
Soor
Tumoren:
Hämangiom,
Lymphangiom,
Karzinom
genetisch:
Akromegalie,
Mongolismus
hormonell
allergisch: Quincke
Ödem
durch Einlagerungen (Amyloid, Hyalin, Lipoproteine)
Down-Syndrom,
Glossitis,
Lingua,
Linguotomie,
Zahnimpressionen
Makrognathie, maxilläre Prognathie,
engl.: macrognathia, megagnathia;
Prognathie
Makroloide
zur Gruppe der Antibiotika gehörend, engl.: do.;
bakteriostatische Wirkung mit den bekannten Vertretern Erythromycin
u. Clarithromycin (z.B. Klacid™). Gelten als Ausweichpräparate bei
Penicillin-Allergie und
Schwangerschaft (Erythromycin wegen möglicher Säuglingsallergien nicht mehr
in der Stillphase). Tagesdosis - je nach Präparat - zwischen 0,5 u. 2 Gramm.
Gute Gewebegängigkeit bei individueller Resorptionsstärke; Wechselwirkung mit
anderen Medikamenten durch eine Metabolisierung in der Leber (z.B. kann eine
Kombination mit
Antihistaminika zu schweren ventrikulären Rhythmusstörungen führen).
Kreuzresistenzen mit
Lincosamiden sind bekannt.
Antibiotika,
Antimykotika
Makrostomie
engl.: macrostomia; Übermäßige Verbreiterung der Mundspalte, unter Umständen mit
fehlendem Mundwinkel, als Ursache einer angeborenen meist einseitigen queren
Gesichtsspalte.
Malassez’sche Epithelreste,
nach Louis,
Charles Malassez;
eptheliale Reste der
Hertwig Epithelscheide
Malazie, Auflösung bzw. Erweichung der
Struktur eines Organs oder Gewebes. Z.B. "Knochenerweichung" =
"Osteomalazie"
Malignität
maligne, engl.: malignancy, malignant; Bösartigkeit einer
Erkrankung im Sinne von zerstörend fortschreitend und letztendlich zum Tode
führend, in der Regel im Zusammenhang mit Tumoren gebraucht ("maligner Tumor",
Malignom). Gegenteil von
Benignität.
Mundhöhlenkarzinom
Malnutrition
Mangelernährung, engl.: do.; Zustand nach einer mangelhaften
Nährstoffbilanz. Neben einer quantitativen M. (Fehlen von Proteinen und
Energieträgern = Hungergefühl) sind es vor allem qualitative Mangelzustände, bei
denen der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen nicht gedeckt
wird.
Ernährungsempfehlungen
Malokklusion
Dysokklusion,
Okklusionsstörung, Störung des Zusammenbisses, okklusale
Dysharmonie, okklusale Diskrepanz, engl.: abnormal o.
malfunctional occlusion; Oberbegriff für eine unzureichende, fehlende oder
harmonische Okklusion, wobei Abweichungen von einer wie auch immer definierten
"idealen" oder "optimalen" Okklusion praktisch in jedem natürlichen Gebiss
vorhanden sind (= "Anpassungsfähigkeit des menschlichen Kausystems");
hervorgerufen durch Fehlstand einzelner Zähne, Kieferverformungen (z.B.
Offener Biss),
vorzeitigem Kontakt beim Zusammenbiss,
Elongation,
Gleithindernissen, nicht angepassten zahnärztlichen Versorgungen (Füllungen,
Kronen) usw.
Fehlbiss,
Hackbiss,
Myoarthropathien,
Nonokklusion,
Okklusion,
Okklusionsfolie,
Okklusionsstörung,
PAR-Index (Peer Assessment Rating Index)
Maltit,
Zuckeraustauschstoffe
Maltose, Malzzucker,
Zucker
Managed Care
"gesteuerte Fürsorge", Begriff aus dem US-amerikanischen
Gesundheitswesen, sinngemäß für: eine, von Kostenträgern (Versicherungen,
Betrieben) eingekaufte medizinische Versorgung. M. C. ist ein
System der Gesundheitsversorgung, das die Qualität der Versorgung, die Kosten
dieser Versorgung und den Zugang zur Versorgung steuern soll. Ziel ist eine
qualitätsgesicherte und kosteneffektive Medizin. Ansätze von M. C.
findet man in D in der
Integrierten Versorgung und den
Disease-Management Programmen.
Vom Prinzip werden versch. US-Versicherungsformen unterschieden:
- Bei Preferred Provider Organizations (PPOs), der dominanten
Versicherungsform, liegt der Selbstbehalt bei 275 US-Dollar für
Einzelversicherte, wobei Arbeitnehmer in Kleinunternehmen wesentlich tiefer
in die Tasche greifen müssen (492 Dollar). PPOs erlauben Versicherten mehr
Freiheiten bei der Wahl ihrer Ärzte
-
HMO
(Health Maintenance Organization): Die Behandlung erfolgt ausschließlich im
Netzwerk von Vertragsärzten.
- Pay-for-Performance nennen sich die Programme, in denen
Leistungen von Arztpraxen und Kliniken nach bestimmten Kriterien beurteilt
und dementsprechend monetär belohnt werden.
Case Management,
Disease-Management,
Einkaufmodell,
Gesundheitskonten,
Qualitätsmanagement
Mandibula
Unterkiefer; engl.: lower jaw o. mandible; gelenkig
mit dem Schädel verbundener (
Kiefergelenk), größter und stärkster Knochen des
Gesichtschädels, welcher im wesentlichen durch die
Kaumuskulatur dreidimensional bewegt wird (
Bennett-Bewegung).
Die M. besteht aus dem hufeisenförmigen Körper, "Corpus") und
beiderseits einem
aufsteigenden Ast (Ramus mandibulae). Daran befindet sich der
Gelenkfortsatz (Processus
condylaris) mit dem
Kiefergelenksköpfchen (Caput mandibulae) und der Muskelfortsatz
(Processus coronoideus). An der Innenseite des aufsteigenden Astes
befindet sich eine Knochenzunge (Lingula),
welche das Foramen mandibulae (Eintrittsstelle des
N. alveolaris inferior) z.T. überdeckt. Dieser Nerv verläuft
(zusammen mit Blutgefäßen) in einem Kanal unter den Wurzelspitzen der
großen Backenzähne und verlässt den Unterkieferkörper in der Regel zwischen 1.
u. 2.
Prämolar durch das
Foramen mentale (im Bereich der Prämolaren) in Richtung Lippe.
Alveolarkammatrophie,
Basalbogen,
Gonion,
Hippokrates-Handgriff,
Kinn,
Knochendichte,
Mandibularkanal, Menton,
Mikrogenie,
Pound-Linie,
stomatognathes System,
Unterkieferaufnahme,
Unterkieferbasis,
Unterkieferbruch,
Zungenbein |


|

Foramen mandibulae

altersbed.
Atrophie
eines
Unterkiefers |
mandibulär; engl.: mandibular,
pertaining to the lower jaw; im Bezug auf den Unterkiefer,
zum Unterkiefer gehörend
Mandibularanästhesie
engl.: mandibular anaesthesia; in der
ZHK am meisten angewandte Form einer
Leitungsanästhesie des
Unterkiefers am Foramen mandibulae (einer
Nerveneintrittsstelle in den Knochen; s. Abb.). Wegen der
Dicke
der Knochenrinde des Unterkiefers ist bei den
hinteren
Backenzähnen eine Betäubung unmittelbar an der Zahnwurzel (Infiltrationsanästhesie)
nicht mehr möglich. Deshalb wird der Unterkiefernerv (ein Teil des
Trigeminusnervs, N. mandibularis), direkt an seiner
Eintrittsstelle (Foramen mandibulae; siehe auch Abb. unter
Mandibula u.
Mandibularkanal) in den
Unterkiefer ausgeschaltet mit der Folge, dass bei der M. fast
alle Zähne einer Unterkieferhälfte und die halbe Lippe - betäubt sind
("taube Lippe"). Das Auffinden der nicht sichtbaren Eintrittsstelle im
aufsteigendem Ast ist zuweilen schwierig.
Anästhesieversager,
Lokalanästhesie,
Leitungsanästhesie,
Mandibularkanal,
Morsus,
Nadelbruch,
N. lingualis,
Nervenaustrittspunkte,
Nervenschädigung |

Technik der M.
|

Foramen mandibulae |
Mandibularebene , Unterkiefergrundebene;
Unterkieferbasis
Mandibularnerv, Unterkiefernerv;
Mandibularkanal
Mandibularposition; Schlagwortbez. für
die Lage/Stellung des Unterkiefers im dreidimensionalen Raum;
z.B.
Bennetbewegung,
Okklusion,
Zentrik
Mandrell
auch Mandrel, Spanndorn, Scheibenträger, (vom engl.:
mandrel = Dorn); Spindel für zahnärztliche/zahntechnische
Hand- oder
Winkelstücke, auf welche eine Polier- oder Schleifscheibe
befestigt/verschraubt wird.
Bohrer
Mandrin, Einlagedraht, "Fülldraht" in
Kanülen zur Verhinderung von Verstopfungen
Mängelgutachten
Mängelrüge bei Zahnersatz, engl.: notice of defects, complaint;
wurde ein
Zahnersatz nicht nach den
Regeln der
zahnärztlichen Kunst angefertigt und/oder ist es dem Patienten unmöglich,
damit eine Kaufunktion auszuüben bzw. wurde keine kosmetisch akzeptable
Rehabilitation ereicht, so ist dem Behandler zunächst Gelegenheit zur
kostenlosen
Nachbesserung zu geben, welche durchaus aus mehreren Sitzungen (~ 4)
bestehen kann. Wird dabei dem offensichtlich bestehenden Mangel nicht
abgeholfen, so muss die zahnärztliche Arbeit gutachterlich überprüft werden um
abzuklären, ob eine - für den Patienten kostenlose - Neuanfertigung und/oder
Schadenersatz-
und/oder
Schmerzensgeldansprüche geltend gemacht werden können, bzw., ob die Klage
überhaupt berechtigt ist ("Eingewöhnungsschwierigkeiten"). Ohne ein derartiges
Vorgehen (z.B. einfach eine andere Praxis aufsuchen, eine Neuanfertigung
durchführen lassen und die Erstanfertigung nicht zu bezahlen) kann es häufig
Probleme derart geben, dass der strittige Corpus delicti nicht mehr im
Originalzustand ist und deshalb juristisch nur noch einen untergeordneten
Beweiswert hat.
Prinzipiell gibt es die Möglichkeiten der Erstellung eines M., eines
selbstständiges Beweisverfahrens oder eines
Schlichtungsverfahrens, wobei ersteres bei
Gesetzlich Versicherten die Regel und nach Absprache mit der Krankenkasse
kostenlos ist. Zu bedenken ist vor Einleitung eines der Verfahren immer, dass
nach dem
Dienstvertrag nur die fachlich korrekte Ausführung, nicht aber ein
Erfolg geschuldet wird.
- Mängelgutachten
Der Patient setzt sich mit seiner
Gesetzlichen Krankenkasse in Verbindung und schildert seine
Reklamationen. Aufgrund der Sachlage wird geprüft, ob der Fall an die
Kassenzahnärztliche
Vereinigung (KZV) weitergeben und von dort aus die Einholung eines M.
durch einen vertraglich bestimmten
Gutachters erfolgt. Das Gutachten - der behandelnde Zahnarzt ist davon
zu unterrichten und muss angeforderte Unterlagen (Modelle, Röntgenbilder
usw.) an den Gutachter senden - kann nun zu folgendem Ergebnis führen:
Der Gutachter bestätigt die völlige Unbrauchbarkeit des Zahnersatzes. Somit
muss der Erstbehandler eine Neuanfertigung durchführen oder die Behandlung
wird von einem anderen Zahnarzt übernommen, da das Vertrauensverhältnis
nicht mehr gewährleistet ist.
Der Gutachter stellt teilweise Mängel fest, die behebbar sind, und macht
Verbesserungsvorschläge. Der Behandler hat dann die Möglichkeit zur
nochmaligen kostenlosen Nachbesserung. Tritt dann immer noch kein Erfolg
ein, so kann der Patient nach Rücksprache mit der Krankenkasse den Zahnarzt
wechseln.
Der Gutachter findet keine Mängel: bestehen trotzdem Zweifel, so kann die
Krankenkasse eine weitere Begutachtung durch einen Obergutachter beantragen.
Der gleiche Weg steht dem behandelnden Zahnarzt offen, wenn er mit dem
Gutachten nicht einverstanden ist.
ein Sonderfall besteht bei den
Primärkassen, da hier vor einer weiteren Begutachtung der
Prothetik-Einigungsausschuss einzuschalten ist
Aufgrund des Gutachtens ist lediglich die
Gesetzlichen Krankenkasse (KK) berechtigt, den Behandler bei
mangelhafter Arbeit in
Regress zu
nehmen. Dieser muss kostenlos nachbessern oder das von der Krankenkasse
erhaltene Geld (incl. Material- u. Laborkosten) an diese via
KZV
zurückzahlen ("Honorarberichtigung"). Eine Rückforderung der
Patientenansprüche durch schon erfolgte Zahlung des Eigenanteils erfolgt
nicht; ebenso führt die KK für den Versicherten keinen Rechtsstreit. Ihr
steht es aber frei, den Versicherten mit Beweismitteln bei einer Klage zu
unterstützen.
Achtung Privatpatienten: Die Privaten Krankenkassen haben keinen
Vertrag mit der
Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV); eine Unterstützung wird nur
selten gegeben (durch das
Versicherungsvertragsgesetz können sich ab 2008 Änderungen bei
Kostenträgern ergeben haben; bitte nachfragen). Diesem
Versichertenkreis (und bei außervertraglichen Leistungen auch für
gesetzlich Versicherte) wird eines der nachfolgenden Verfahren
empfohlen, welches primär kostenpflichtig ist (~ 100-200 €; Kosten vorher
erfragen!).
- Schlichtungsverfahren
Bei den
Zahnärztekammern der Länder bestehen Schlichtungsstellen mit der
Bezeichnung "Gutachterkommission
für Fragen zahnärztlicher Haftung". Zuständig sind diese für
Reklamationen von
Privatpatienten und von
gesetzlich Versicherten, wenn es um außervertragliche Leistungen geht.
Dieses Verfahren ist freiwillig und nur verbindlich, wenn alle Beteiligten
zustimmen. Ebenso verhält es sich mit dem Schiedsspruch: Auch dieser bedarf
der Zustimmung aller Beteiligten. Ist dies nicht der Fall, so erfolgt ein
normales gerichtliches Verfahren.
- Selbstständiges Beweissicherungsverfahren
Dies ist sicherlich die teuerste aber auch schnellste Möglichkeit, den
Status quo gutachterlich-gerichtlich dokumentieren zu lassen. Wegen der
damit verbundenen Kostenunsicherheit wird hiervon in der Praxis nur selten
gebrauch gemacht.
Gewährleistung,
Gutachten,
Haftung,
Nachbesserung,
Versicherungsvertragsgesetz
Mängelhaftung, Mängelbeseitigung,
engl.: liabilitiy for defects;
Gewährleistung,
Haftung, Mängelgutachten ("Mängelrüge")
Manteldentin
engl.: mantle dentin, cover dentin; unmittelbar unter dem
Zahnschmelz (parallel zur "Schmelz-Dentin-Grenze")
liegendes Zahnbein mit einer Dicke von 10 bis 30 µm; Produkt unreifer, noch
nicht voll ausdifferenzierter
Odontoblasten.
Zur Zahnmitte (Pulpa) hin schließt sich daran das zirkumpulpale Dentin
("reife Dentin") an.
Dentin
Mantelkrone
engl.: jacket crown; Kronenart, welche nach Präparation
einer zirkulären
Stufe (rechtwinkel- oder
hohlkehl-artig) auf den Zahn
zementiert wird. in der Regel aus zahnfarbenem Material (keramische Massen oder
Kunststoff) hergestellt. Daher leiten sich auch die Unterbezeichnungen "Kunststoffmantelkrone"
und "Keramikmantelkrone" (
Jacketkrone) ab, wobei erstere heute nur noch von untergeordneter
Bedeutung (Langzeitprovisorium) ist. Man unterscheidet:
-
Jacket-Krone:
Mineralmantelkrone; zur Herstellung wird der
Modellstumpf wird mit einer dünnen Platinfolie überzogen. Darauf werden
keramische Massen aufgetragen und das Ganze in einem Keramikofen - je nach
Technik ein- oder mehrmals - gebrannt. Nach dem abschließenden Glanzbrand
entfernt man wieder das Platinhütchen und kann dann die Krone eingliedern.
Diese auch als "klassische Jacket-Krone" bezeichnete Herstellung wird heute
derart modifiziert ("frei geschichtete Krone"), dass - ohne den Einsatz
einer Platinfolie - auf einem feuerfesten Modellstumpf gebrannt wird.
-
Presskeramik:
Statt des klassischen Platinhütchens wird auf den Modellstumpf ein
Wachskäppchen modelliert, welches in ein spezielles Gefäß ("Muffel")
eingebettet, erwärmt und dann in die entstehende Hohlform in einem
speziellen Ofen Keramik (Leucit-verstärkte
Glaskeramik) in die Muffel gepresst wird. Auf das gepresste Käppchen
wird anschließend eine konventionelle Keramikkrone gearbeitet. Typischer
Vertreter:
Empress™
-
Zirkonkeramik:
Mittels CAD/CAM-Technik wird aus einem Zirkon-Keramik-Industrieblock ein
Gerüst (Kronengerüst, Brückengerüst) gefräst, welches anschließend keramisch
verblendet wird
-
Kunststoffmantelkrone
weniger aufwendige Fertigung aus versch. Kunststoffen. Heute höchstens noch
als
Langzeitprovisorium geeignet
Krone;
Fingerhutkrone
Kronen (siehe unter Artikel Index - Ordner -
Z-Ersatz-Kronen)
MAP; Abk. von
Mund-Antrum-Perforation oder
Myoarthropathien
Marcumar ®
auch Markumar, Vitamin-K-Antagonist, "Blutverdünner",
eingesetzt in der
Antikoagulanzientherapie. Durch M. wird die Bildung der
Blutgerinnungsfaktoren, die Vitamin K benötigen, gehemmt. Dies hat zur
Folge, dass das Gerinnungssystem verzögert bzw. schwächer reagiert.
Kumarin
Marcus-Gunn-Phänomen
durch eine krankhafte Kernverbindungen zwischen motorischen Anteilen des V.
(N.
trigeminus) und VII. (N.
facialis)
Hirnnerven. Dadurch kommt es zu einer Mitbewegung des Oberlides beim
Kauakt. Diese
angeborene Fehlfunktion des Augenlid-Hebers (M. levator palpebrae) führt bei
einer Kaubewegungen zum gleichzeitigen "Aufreißen" des Auges.
Gunn
Zeichen
Marfan Syndrom
MFS, engl.: Marfan's Syndrome; genetisch (autosomal dominant)
bedingte "Lang-Schmal-" oder "Spinnengliedrigkeit" mit einer
Prävalenz
von 1:10.000. Neben zahlreichen Fehlbildungen (z.B. überlangen Röhrenknochen)
kommt es auch - bedingt durch eine lange u. schmale Schädelform - zu zahlreichen
Kieferveränderungen und Stellungsanomalien der Zähne (z.B. "Vogelgesicht",
Mikrogenie).
marginal
engl.: do.; auf dem Rand befindlich bzw. am Rand liegend, randständig; auch:
geringfügig. In der
ZHK
gebräuchlich für "zum Zahnfleischrand gehörend";
Parodontitis marginalis
Marginalschnitt ;
Zahnfleischrandschnitt
Gingivarandschnitt
Marin Syndrom
Marin Amat syndrome, Kiefer-Lid-Syndrom umgekehrtes
Marcus Gunn Syndrom; einseitiges
Herabhängen des Augenlids (Ptose), wenn der Mund weit geöffnet/bewegt wir. Diese
seltene Erkrankung resultiert aus einer mehr oder weniger starken Lähmung des
Augenlidmuskels, bedingt durch Störungen im zentralen Nervensystem (z.B.
zentrale
Fazialisparese).
Gunn Zeichen,
Marcus-Gunn-Phänomen
Markerkeime
engl.: marker microorganisms; Keime, deren vermehrtes Auftreten in
Körperflüssigkeiten (Blut,
Sulkusfluid) den Hinweis auf eine best. Erkrankung anzeigt. Ausdruck
gebräuchlich bei der labormäßigen Untersuchung ("mikrobiologischer Test")
und
Diagnose einer
Parodontitis.
Von den in der
Zahnfleischtasche (subgingivaler
Plaque) bisher nachgewiesenen über 500 Bakterienarten stehen nur wenige mit
der
Ätiologie
marginaler Parodontitiden in Verbindung. Dabei werden folgende Keime als die
Hauptverursacher
entzündlicher Zahnfleischerkrankungen angesehen und können durch
etablierte Nachweisverfahren gefunden werden:
Weiterentwickelte Tests erkennen noch zusätzliche Keime (z.B.
ParoCheck™-Chip-Kit 20, greiner bio
one), welche bedingt mit
entzündlichen Zahnfleischerkrankungen assoziiert sind. Mit diesen
Leitkeimen sind oft Gruppen weiterer Bakterienspezies assoziiert, die
ein kompliziertes Netzwerk von Stoffwechselprodukten miteinander verbindet und
erst im Zusammenspiel zu einer Erhöhung der
Pathogenität
führen (
Biofilm). Die Erfassung eines breiteren Spektrums parodontalpathogener
Bakterien ermöglicht den Einsatz von
Antibiotika gezielt auf das individuelle Keimspektrum des Patienten
abzustimmen. Es werden danach weiter (zu den oben aufgeführten) durch
ParoCheck-chip-Kit 20 erkannt:
Actinomyces odontolyticus (A.o.),
Actinomyces viscosus (A.v.),
Campylobacter concisius (C.c.), Campylobacter gracilis (c.g.); bisher (2004) nur
spekulative Bedeutung,
Campylobacter rectus (C.r.), erscheint häufig isoliert bei einer
Parodontitis; produziert ein dem Leukotoxin von
A.a. ähnliches Zellgift,
Capnocytophaga gingivalis (Cap.g.), von Bedeutung bei der präpubertären
Parodontitis,
Eikenella corrodens (E.c.), sein Einfluss ist noch wenig abgeklärt, bei einer
Parodontitis erhöht vorhanden,
Eubakterium nodatum (E.n.), sein Mitwirken bei einer
Parodontitis als einer der wenigen
Gram-positiven Keime wird immer wahrscheinlicher,
Fusobacterium nucleatum (F.n.), bedeutsame rolle bei der nekrotisierenden,
ulzerierenden Gingivitis (NUG) und nekrotisierenden, ulzerierenden Parodontitis
(NUP). Gilt als Primärbesiedler der Schleimhaut und dienen vielen Sekundärkeimen
als "Andockstelle",
Peptostreptococcus micros (P.m.) oder (neu) Micromonas micros, obwohl
physiologisch vorkommend, gilt er als Frühmarker und ist parodontalpathogen,
Prevotella nigrescens (P.n.), anaerob, mit ähnlichen Eigenschaften wie
Prevotella intermedia, mehr an der
Zahnwurzel angesiedelt, seine Rolle wird noch unterschiedlich diskutiert,
Streptococcus constellatus (S.c.), fakultativ
anaerob, gehört zu den
Abszess-Erregern,
Streptococcus gordonii (S.g.), fakultativ
anaerob, gilt als Frühbesiedler, isoliert ohne Bedeutung - im Komplex bildet
er ein subgingivales Ökosystem,
Streptococcus mitis (S.m.), fakultativ
anaerob, physiologisch,
Veillonella parvula (V.p.), obligat
anaerob,mit schwacher parodontologischer Bedeutung, ernährt sich von
Milchsäure anderer Bakterien und gilt
deshalb als bedingt anti-kariogen;
beschleunigt die Mineralisierung
der
Plaque zu
Zahnstein.
Generell besteht bei der Wertigkeit derartiger Untersuchung folgendes
Problem:
Einerseits existiert in der Mundhöhle eine Vielzahl von Keimen, die weder genau
untersucht, noch deren parodontalpathogene
Prävalenz
bekannt ist. Anderseits gibt es von den sog.
Leitkeimen eine Vielzahl von nicht oder weniger pathogenen
Unterformen. So zeigten RNA-vergleichende Untersuchungen, dass es alleine von
Actinobacillus actinomycetem comitans 76 verschieden Stämme gibt, welche nicht
alle mit einer
Parodontalerkrankung assoziiert sind.
Antibiotika-Zufuhr bei Zahnfleischerkrankungen,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Kollagenase,
Leitkeime,
Parodontitis,
Parodontitisdiagnose,
PCR,
PMIK
("antiinfektiöse Therapie").
Human Oral Microbiome Database
(HOMD)
Markierungsbohrung;
Pilotbohrung
Markkanal;
Seitenkanal der Zahnwurzel oberhalb des
apicalen Dreiecks;
Seitenkanal,
Wurzelkanal
marktot, marklos, engl.: unmedullated; nicht mehr lebender/vorhandener
Zahnnerv.
avital/devital
Marshall Syndrom
autosomal-dominant vererbte Bindegewebserkrankung mit einer Häufigkeit von
etwa 1:10.000. Die Betroffenen dieser multisystemischen Erkrankung sind meist
kleinwüchsig und zeigen unter anderem. im Schädelbereich eine
Sattelnase
(flache Nasenwurzel), eine Unterentwicklung des Mittelgesichts,
erhebliches
Fehlen von Zahnanlagen und Augenanomalien.
Marsupialisation
"Beutelbildung", engl.: do.; Fensterung einer
Weichteilzyste. Ein dem operativen Eröffnen von
Zysten
im Kieferknochen ähnliches Vorgehen bei der chirurgischen Behandlung von
Weichteilzysten (
Partsch I): Die Zyste kann wegen ihrer Größe nicht mehr vollständig
ausgeschält werden. Deshalb erfolgt eine Fensterung und Offenhaltung des der
Knochenhöhle mittels
Tamponaden, um eine Regeneration aus der Tiefe zu erreichen. In der
ZHK Anwendung bei großen Mundboden- und Speicheldrüsenzysten (Weichteilzysten).
Zyste
Maryland-Brücke, Marylandbrücke, Adhäsivbrücke;
Klebebrücke
Masern, engl.: measles ;
Koplik-Flecken
Massenmerkmal,
Krümmungsmerkmal
Masseran™
Instrumentarium
Masseran Besteck, Fragmententferner, Stiftentferner, engl.:
Masseran's instruments; spezielles Instrumentarium zum Entfernen von
abgebrochenen
Wurzelkanalinstrumenten/-stiften aus dem
Wurzelkanal.
Dabei wird das frakturierte Stück mit einem Hohlbohrer (
Trepanbohrer) freigelegt, evtl. zusätzlich durch Ultraschall gelockert und
dann mit einer inneren Klemm-Pinzette
(Masseran-Extraktor) entfernt.
Stiftaufbau,
Wurzelkanalinstrumente
Masseter
engl.: do., griech. für Kauen, Kneten; gebräuchliche Bez. für den Kaumuskel "Musculus
masseter",
Kaumuskulatur. Ein überwiegendes Kauen mit dem M. ("Masseterkauer")
zeigt den typischen "Hackbiss".
Eine (einseitig/beidseitige) Vergrößerung dieses Kaumuskels bezeichnet man als
Masseterhypertrophie (massetric hypertrophy) wobei die Ursachen
meist in einer Überbeanspruchung (Bruxismus,
Habits) zu suchen sind.
Jochbogen
Master
Masterstudiengänge, "master" abgeleitet vom lat. "magister" = Meister,
Vorsteher, engl.: master (study); nicht geschützter Titel, welcher
erst durch das "Transcript of Records" (eine Art "Testatkarte") und das "Diploma
Supplement" (allgemeine Beschreibung der Studienrichtung und -qualifikation)
eine Aussagekraft besitzt. Masterstudiengänge haben seit dem
Bologna-Prozess auch in Europa an Bedeutung gewonnen. Der
Entwicklungsprozess ist hierbei bei weitem noch nicht abgeschlossen, es besteht
noch erheblicher Diskussions- und Handlungsbedarf, besonders im medizinischen
Bereich. Das Wort "Master" ist in vielen Ländern unterschiedlich besetzt und
wird so z.B. auch begrifflich generell dem deutschen Staatsexamen gleichgesetzt,
was bspw. für die Medizin nicht zutrifft (2008). In Planung sind für die Medizin
die Abschlussbezeichnungen "Bachelor of Science (B.Sc.)" und "Master
of Science (M.Sc.)". Die Einführung eines Bachelor-Studiengangs in der
Medizin hat der 112. Deutsche Ärztetag 2009 entschieden abgelehnt. Das
einheitliche und hochwertige Medizinstudium mit Staatsexamen müsse erhalten
bleiben, da der Bachelor in der Medizin keinen berufsqualifizierenden Abschluss
darstellt.
Grundsätzlich muss bei den Masterabschlüssen unterschieden werden
(aus zm 98, 2, 2008 S. 25):
"
dem kompletten Studiengang vom Bachelor zum Master, der inzwischen in rund 54
Prozent aller Studiengänge an den Universitäten eingeführt wurde
dem universitären Aufbaustudiengang nach dem Staatsexamen
dem berufsbegleitenden Studiengang nach dem Staatsexamen
Was sich mit dem Fach Zahnmedizin nicht verträgt, ist die Tatsache, dass der
Bachelor (nach drei Jahren Studium) ein erster berufsqualifizierender Abschluss
ist. In der Zahnmedizin ist eine sinnvolle Verwendung eines Bachelors aufgrund
des kurzen Studiums und der damit erworbenen Kenntnisse auf dem Arbeitsmarkt
nicht ersichtlich, hinzu kommt, dass er auch mit der gültigen zahnärztlichen
Approbationsordnung nicht vereinbar ist. Konsequenz: In der Zahnmedizin ist
nur der postgraduale Master nach dem Staatsexamen bisher denkbar. Dieser
existiert in zwei Varianten:
Full-time:
Wissenschaftlich orientiertes Vollzeitstudium an einer Universität. Zielgruppen
sind wissenschaftliche Mitarbeiter und ausländische Interessenten, eine
Titelvergabe erfolgt durch die Universität.
Part-time:
Berufsbegleitend und praxisorientiert, richtet sich dieses Studium an
niedergelassene Zahnärzte, der praktische Ausbildungsanteil erfolgt in der
Praxis, die theoretische Ausbildung mitsamt Titelvergabe erfolgt an der
Universität.
Die Abschlüsse lauten in beiden Fällen "Master of
Science" (M.Sc.), Inhalte der unterschiedlichen Studiengänge werden im
"Diploma Supplement" aufgezeigt."
ECTS-Leistungspunktesystem,
Bologna-Prozess,
Generalist,
Master of Science
Master of Business Administration
MBA; wörtlich "Meister der Geschäftsleitung"; postgraduierte (= nach
Abschluss eines Hochschulstudiums stattfindende) Mangement-Qualifikation mit den
Schwerpunkten Unternehmensführung, Finanzmanagement, Strategien und Produktion,
Personalführung.
Master of Science
MSc, "Spezialist"; " postgraduale (= nach Abschluss eines
Hochschulstudiums stattfindend) und berufsbegleitende Möglichkeit der
Weiterbildung für Zahnärzte im Sinne eines sog. "Master
Studiums".
D.D.S.,
Fortbildung,
Fortbildung (postgraduierte),
Generalist,
Master
Masterpoint, der zuerst eingebrachte
Guttaperchastift im Rahmen der
lateralen Kondensation;
Wurzelkanalfüllung
mastikal; unübliche Bez. für zur Kaufläche
hin, kauflächenwärts;
Zahnflächen
Mastikation,
Kauakt, engl.: mastication;
Kauakt
Mastikator
engl.: masticator; ursprünglich von der Bez. her eine Küchenmaschine,
welche Nahrungsmittel fein zerschneidet ("a machine for cutting meat into fine
pieces for toothless people"). In der
ZHK: Bez. für einen spez.
Artikulator (Non-Arcon-Artikulator),
welcher bei der
Bissregistrierung mit einem besonderen
Registriersystem besonders die
Schleimhautresilienz berücksichtigt.
mastikatorisc ; den
Kauakt
betreffend, am Kauakt beteiligt
Materia alba
engl.: do., gelblich-weißer Belag auf den Zähnen, welcher aus "totem"
aber noch nicht mineralisiertem
Material, wie Eiweißresten, abgeschilferten
Epithelzellen, Mikroorganismen
und Leukozyten besteht - mitunter auch als "frische
Plaque" bezeichnet. Im Gegensatz zur Plaque haftet die M. a.
nicht am Zahn fest an, sondern lässt sich durch den normalen
Kauakt, kräftigen
Mundspülungen, eine
Munddusche,
einen
Spray oder
Zähneputzen wieder entfernen.
weiche Beläge,
Plaque,
Munddusche,
Mundhygiene
Mathé Krone
Mathé Facettenkrone o.
Jacketkrone, engl.: Mathe's jacket crown; besondere technisch
aufwendige Herstellung einer
Kunststoffverblendkrone: Statt wie üblich den Verblendkunststoff mittels
Retentionsperlen oder
Silanisierung auf dem metallischen Untergrund zu befestigen, wird das
zahnfarbene Verblendmaterial allseits - ähnlich der Fassung eines Uhrglases -
mit Metall gefasst.
Verblendkrone
Matratzennaht
engl.: mattress suture, quilt(ed) suture;
spezielle Nahttechnik zum schonenden Zusammenfügen größerer paralleler
Wundränder. Der Faden wird nicht - wie sonst üblich - über die Wunde
geführt, sondern verläuft unterhalb (s. Abb.)
Naht |

|
Matrix-Metalloproteinasen
MMP, Gruppe von proteolytischen
Enzymen
(Endo-Peptidasen), welche bei der Spaltung von Peptidbindungen eine Rolle
spielen. Enthalten unter anderem. das für Sie wichtige ZN++. MMP's bewirken beim
Knochenum- und
-neubau einen schnellen Abbau des stützenden Bindegewebes und nehmen so eine
Schlüsselrolle in der Knochentherapie ein. Eine Hemmung der MMP's erfolgt
durch sog. "Tissue Inhibitors of Metalloproteinases (TIMP)".
Das
Tetrazyklin-Präparat
Doxycyclin
(reversibler Chelatbildner mit sehr hoher Affinität zum
Gingivagewebe)
in niederer Dosierung,
noch nicht
antibiotisch wirksam) gilt als hochwirksamer, reversibler Hemmer der MMP's
und wird vermehrt bei der
Parodontitis-Therapie
- besonders bei
Risikopatienten - angewandt.
Parodontitis,
PMIK
Matrize
Ausdruck in der
ZHK von zweierlei Bedeutung:
- M., engl.: matrix; Band aus Kunststoff oder feinem
Stahlblech (0,02 mm Dicke, "Matrizenband", "Matrizenstreifen",
"matrix band") als Hilfsmittel beim Legen und/oder Ausformen (Konturieren)
einer Füllung; in der Regel unter Mitverwendung eines Matrizenhalters
(matrix retainer;
Ivory Matrizenspanner,
Tofflemire Matrize) oder selbstspannend (
Abb. re.). Zusätzlich erfolgt in der Regel ein Verkeilen der M. am
unteren Abschlussrand mit
Interdentalkeilen (kleine, dreieckförmige, spitz zulaufende
Keile aus weichem Holz oder Kunststoff, s. Abb.), um ein Überpressen
des Füllungsmaterials in den
Interdentalraum zu vermeiden.
Lichtkeil
- M., engl.: keyway of attachment;
Geschiebeteil,
Verbindungselement, die (meist an/in einer
Krone befindliche) Hohlform zur Aufnahme der
Patrize
Automatrix,
bombiert,
Gilmore Reiter,
Ivory Matrizenspanner,
Separation,
Tofflemire Matrize
|

Caulk
AutoMatrix™
("selbstspannend") |
|
MAV;
Mund-Antrum-Verbindung, Mund-Antrum-Perforation , MAP
;
Kieferhöhlenperforation
Maxilla
Oberkiefer, engl.: upper jaw; paariger Schädel-Knochen
bestehende aus den paarigen Oberkieferknochen (os maxillare) und dem
ebenfalls paarigen knöchernen Oberkiefer (os incisivum) (embryonal noch
getrennt), welcher Träger der oberen Zahnreihe ist. Er bildet den Boden
der Augenhöhle, Boden- und Seitenwand der Nasenhöhle und ist zum größten
Teil am Dach der
Mundhöhle
(Gaumen)
mitbeteiligt. In den beiden Oberkieferknochenpaaren befindet sich
jeweils eine Kieferhöhle. Durch den Processus palatinus ist er mit dem
Gaumenbein, durch den Processus zygomaticus mit dem
Jochbein und durch den Processus frontalis mit dem Stirnbein des
knöchernen
Schädels verbunden.
Alveolarkammatrophie,
Basalbogen,
Ektomolare,
Gaumen,
Jochbein,
Knochendichte,
Oberkieferbasis,
Oberkieferlänge,
Os incisivum,
Raphe-Median-Ebene,
Spinaebene,
stomatognathes System,
Tuber maxillare,
Zwischenkiefer,
Zygomaxillare |


|
Maxilla-Mandibula-Winkel ;
MM-Winkel, Maxillomandibularwinkel, Winkel zur Bestimmung der
sagittalen
Kieferrelation
maxillär, maxillaris, engl.:
maxillar; den Oberkiefer (
Maxilla) betreffend; zum Oberkiefer
gehörend
Maxilloalveolarbreite,
Ektomolare
Maxilloalveolarindex
Oberkieferindex, engl.: maxilloalveolar index; Messzahl
zwischen Oberkieferlänge und -breite mit einem Mittelwert von etwa 112.
Aufgrund dieser Zahl erfolgt eine Unterteilung in
dolichuranisch (engl.: dolichuranic, Index kleines als 110; Werte normal
für Erwachsene),
mesuranisch (engl.: mesuranic, Index 110-115; Werte normal für
Jugendliche) und
brachyuranisch (engl.: brachyuranic, Index größer als 115, Werte normal
für Kinder)
Errechnet wird der Wert aus der
Maxilloalveolarbreite (Oberkieferbreite, engl.:
maxilloalveolar breadth) dividiert durch die Maxilloalveolarlänge
(Oberkieferlänge, engl.: maxilloalveolar length).
Ektomolare,
Endomolare,
Index, Maxilla,
Unterkieferindex |

|
Maxilloalveolarlänge;
Alveolon
maxillofaziales Syndrom
Peters-Hövels-Syndrom, Dysostosis maxillofacialis, "Fischmaulgesicht"
engl.: maxillofacial syndrome; Fehlbildung des Mittelgesichts in Folge
einer Fehlbildung des 1.
Kiemenbogens
und der ersten Kiemenfurchung;
rezessiv
vererbbar.
maxillomandibuläre Abformung;
bimaxillärer Abdruck , mundgeschlossene Abformung;
Abdruckarten
maxillonasales Syndrom
engl.: maxillonasal dysplasia, Binder's syndrome; seltene,
wahrscheinlich
genetische Mittelgesichtsfehlbildung mit einer Unterentwicklung der
Oberkiefer, Jochbein und Nasenregion. Abb.:
McCall Girlande, kragenförmige Verdickung der
befestigten Gingiva
(attached gingiva) über einer
Rezession;
Stillman-Spalte
McKinnes Lösung
engl.: McKinnes solution, Bleichlösung; zum äußerlichen
(extrakoronalem)
Bleichen von durch
Fluorose verfärbten Zähnen, bestehend aus: 1 Teil Diethylether, 5 Teile
26%igem Hydrochlorid, und 5 Teilen 30%igem Wasserstoffperoxid.
Bleichen
McSpadden Verfahren, "thermoplastische
Obturation", engl.: McSpadden obturation technique;
Kondensation
McZahn™
"Billig-Zahnarztkette", in 2006 ins Leben
gerufene Franchise-Konzept mit dem Werbeslogan "Zahnersatz zum Nulltarif"
oder auch "Fielmann für die Zähne". Bis Jahresende 2006 wollte der ehemalige
Textilunternehmer und Butler-Schulen-Besitzer Werner Brandenbusch und sein
chinesischer Kompagnon Pai Mao Yeh (Besitzer des Restaurants "Peking Garden") 30
Praxen eröffnen, bis 2009 sollten es rund 400 sein. Ende September 2008 hat das
Unternehmen Insolvenz angemeldet; im August 2010 schied Brandenbusch freiwillig
aus dem Leben.
goDentis,
MacDent
MDK
, engl.: medical review board of the statutory
health insurance fund., ehemals: "vetrauens(zahn-)ärztliche Einrichtungen".
Der MDK ist in der Öffentlichkeit vor allem durch die Begutachtung der gegen die
Pflegekassen gerichteten Leistungsansprüche bekannt. Er stellt den Grad der
Pflegebedürftigkeit fest und überprüft die Qualität der Leistungen. Als
umfassender sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der
GKV ist der MDK allerdings noch in vielen anderen Gebieten tätig. Dazu
gehören u. a. Vorsorge und Rehabilitation, Krankenhausbehandlung, Zahnärztliche
Versorgung und Arbeitsunfähigkeit. Die Begutachtung schwieriger Einzelfälle
steht im Vordergrund mit Empfehlungen an die Krankenkassen. Daneben leistet der
MDK eine zunehmend bedeutsamer werdende Grundsatzberatung in Vertrags-,
Bewertungs- und Vergütungsfragen.
Die Tätigkeitsfelder des MDK in der zahnmedizinischen Einzelfallbegutachtung
sind (nach Eigenangaben, Dr. Strippel):
Konservierend-chirurgische Versorgung
Zahnersatz, auch im Ausland eingegliederter Zahnersatz
Mund- und Kieferchirurgie
Schienentherapie bei Kiefergelenkerkrankungen
Kieferorthopädie
Parodontologie
Behandlungsfehler in allen Leistungsbereichen
Unkonventionelle Methoden
Außervertragliche Leistungen
Eine Verpflichtung zur Herausgabe von Unterlagen an den MDK besteht nur
in den im Gesetz geregelten Fällen (§ 276 Abs. 2 S. 1 2. HS. SGB V, d. h. bei
- Nennung der Rechtsgrundlage im individuellen Fall.
- Darlegung, warum der gesetzliche Begutachtungsauftrag ohne die Unterlagen
nicht ordnungsgemäß erledigt werden kann.
Eng mit dem MDK verflochten ist der MDS (Medizinischer
Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.). Dieser berät den
MDK in Grundsatzfragen und ist an der Erarbeitung von Standards beteiligt.
Weiter koordiniert der MDS die fachliche Arbeit der MDK's in der Beratung und
Begutachtung und fördert ein einheitliches Vorgehen in organisatorischen Fragen
aus
WIKIPEDIA).
Gutachten, MDZ,
medizinisch notwendig,
Vertrauenszahnarzt,
Wirtschaftlichkeitsgebot,
Zweitmeinung
MDP
"universelles Haftmolekül", "Phosphat Monomer", 10- methacryloxydecil dihydrogen
phosphate;
Klebemittel zur Verwendung in der Zahnheilkunde; gilt als äußerst wirksam
bei Dentin, Zahnschmelz und an Legierungen. Erreicht wird dies unter anderem. durch eine
endständige Doppelbindung zur
Polymerisation und einer hydrophilen Phosphatgruppe zur Durchführung der
sauren
Demineralisierung und Bindung an Kalziumionen und Aminogruppen der
Zahnsubstanz.
MDPB
MethacryloyloxyDodecylPyridiniumBromid, 12-methacryloyloxydodecyl
pyridinium bromide, antibakterielles
Monomer;
neu entdeckte
pH-Wert-abhängige, stark Breitband-antibakterielle
Substanz, welche eine polymerisationsfähige chem. Gruppe besitzt, die nach
Polymerisation die antibakterielle Fähigkeit verliert und dadurch im Gegensatz
zu anderen
Kavitäten-Desinfektionsmittel
- z.B.
Glutaraldehyd - nicht mehr toxisch ist. 1992 entwickelte Kuraray Dental den
ersten selbstkonditionierenden Primer auf Basis des MDPMonomers. MDPB zeigt im
unpolymerisierten Zustand ebenfalls eine gute Tiefenwirkung im
Dentin. Einsatz für eine gründliche und tiefe
Desinfektion von
Kavitäten und neuerdings (MDPB-Monomer enthält neben einer
polymerisationsfähigen Gruppe auch eine antibakterielle Pyridinium Gruppe) als
Primerzugabe im
Rahmen der
Adhäsivtechnik
Die Anwendung von MDPB zielt darauf ab, das mit kariesverursachenden Bakterien
infizierte Dentin zu desinfizieren und so die natürlichen Geweberegeneration der
Zahnpulpa zu
unterstützen.
MDS;
Medizinischer Dienst
des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. ;
MDK
MDZ
Medizinischer Beratungsdienst der Zahnärzte für den Patienten, engl.:
medical advisory service of the dentists for the patient; zahnmedizinische
Beratung durch erfahrene Zahnärzte, die eine eigene Praxis betreiben im Sinne
einer
Zweitmeinung. eMail-Beratung, Zahnmedizinische Telefonberatung, Persönliche
Beratung in der MDZ-Sprechstunde und eine MDZ-Zweitmeinung
Gutachten, MDK,
Zweitmeinung
medial, engl.: do.; näher zu einer Senkrechten
durch die Körpermitte hin gelegen. Im Gegensatz zu
lateral (=
zur Seite o. zur Wange hin) wird im Mund damit die Richtung zur Zunge oder zum
Gaumen hin bezeichnet. Nicht zu verwechseln mit
mesial
Medianebene
Median-Sagittal-Ebene (MSE), Mesion, engl.: median plane,
midsagittal plane; genau durch die Körpermitte verlaufende
Sagittalebene.
In der ZHK
gebräuchlich für die sagittale Schädelebene, in der Regel verlaufend durch die
Messpunkte
Nasion,
Basion und
Inion.
Innerhalb dieser Ebene liegt die
Raphe-Median-Ebene
Körperebenen (Abb.),
Raphe-Median-Ebene,
Zahnflächen
Medianwert
Meridianwert, Zentralwert, 50-Perzentil,
nicht-arithmetischer Mittelwert; der Wert einer Messreihe o. Untersuchung,
bei welchem die Hälfte aller anderen Werte darüber und die andere Hälfte
darunter liegt. Beispiel (aus
Wikipedia): Die Einkommen einer Gruppe von 10 Personen verteilen sich
wie folgt: 9 Personen verdienen jeweils EUR 1.000 und 1 Person verdient EUR
1.000.000. Das Durchschnittseinkommen beträgt EUR 100.900, der Median jedoch nur
EUR 1.000.
Medikamente
und Schwangerschaft, engl.: medicines
during the pregnancy;
Behandlung in der Schwangerschaft
medikamentöse Einlage ,
temporäre Einlage
Mediotrusion
engl.: do.; die Bewegung, bei der die eine Seite des Unterkiefers bei einer
Seitwärtsbewegung zur Körpermitte (Medianebene)
hin schwenkt.
Bennet-Bewegung,
Laterotrusion, Mediotrusionsseite
Mediotrusionsbahn
engl.: nonworking orbiting; individuell unterschiedlich gekrümmte
Kondylenbahn bei der Mediotrusion;
Bennet-Winkel,
Fischer
Winkel,
Gelenkbahn,
Protrusionsbahn
Mediotrusionsfacette;
Balanceseite,
Protrusionsbewegung,
Schliff-Facette
Mediotrusionsseite
Nichtarbeitsseite, auch:
Balanceseite, Leerlaufseite, engl.: mediotrusive side,
non-working side, balancing side; die Seite des Unterkiefers, die
sich bei einer Seitwärtsbewegung (Lateralbewegung)
zur Körpermitte (Medianebene)
hinbewegt. Da der
Kondylus der M. die gleiche Bewegung erfährt, spricht man hier von
einem Mediotrusionskondylus oder Nichtarbeitskondylus
Laterotrusionsseite,
Okklusionskonzepte
Medizingeräteverordnung
MedGV; 1985 eingeführte und 2002 wieder aufgehobene Verordnung beim
Anwenden medizinischer Geräte; übergeführt in das
Medizinproduktegesetz,
Medizinproduktebetreiberverordnung
medizinisch notwendig
medizinisch indiziert, medizinisch notwendige Behandlung, engl.:
medically necessary (treatment); weder juristisch noch
versicherungstechnisch klar definierter Begriff. So schreibt z.B. das
Sozialgesetzbuch sehr allgemein:
"Nach § 27 SGB V haben Versicherte »Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie
notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Die Krankenbehandlung umfasst:
ärztliche Behandlung,
zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz,
Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln,
häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe,
Krankenhausbehandlung,
medizinische und ergänzende Leistungen zur Rehabilitation sowie
Belastungserprobung und Arbeitstherapie."
Einschränkend wird aber an anderer Stelle gesagt, dass eine Behandlung
ausreichend, notwendig und zweckmäßig unter Berücksichtigung der
(zahn-)medizinischen Regeln zu erfolgen habe. So besteht oft eine Diskrepanz
zwischen sozialer und medizinischer Notwendigkeit. Die
Übergänge zu einer medizinisch guten Behandlung sind fließend - ja manchmal gar
nicht möglich - und bieten mitunter Streit zwischen dem
Behandler und der
sachleistungspflichtigen Krankenkasse. Beispielhaft sei hier der große Kreis
der
prophylaktischen Leistungen erwähnt. Obwohl über den Sinn und die Erfolge
derartiger, vorbeugender Behandlungen medizinisch kein großer Diskussionsbedarf
besteht, werden von den
Gesetzlichen Krankenkassen nur wenige dieser sinnvollen Leistungen
übernommen.
Der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 12.3.2003, Az. IV ZR 278/01)
erklärt eine Heilbehandlungsmaßnahme als m. n., wenn es nach den
objektiven Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der
Behandlung vertretbar war, sie als m. n. anzusehen. Dies ist im
allgemeinen dann der Fall, wenn eine wissenschaftlich anerkannte
Behandlungsmethode zur Verfügung steht, die geeignet ist, die Krankheit zu
heilen oder zu lindern.
Besonders im kosmetischen Bereich (
Ästhetische Zahnmedizin) gibt es häufig Grenzfälle, welche gerichtlich meist
konservativ ("nicht notwendig") entschieden werden.
Ästhetische Zahnmedizin,
Behandlung auf Verlangen,
erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig,
Gemeinsamer Bundesausschuss,
IGel-Leistungen, MDK,
Priorisierung,
Wirtschaftlichkeitsgebo
Medizinische Versorgungszentren
MVZ, engl.: medical service centers; durch das
GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG) geschaffene neue Strukturen als
fachübergreifende*) ärztlich geleitete
Einrichtungen, in denen Ärzte/Zahnärzte, die in das
Zulassungs-Register eingetragen sind, als Angestellte oder
Vertrags(zahn-)ärzte
tätig sein können. Die Anstellung von (Zahn-)Ärzten in einem MVZ bedarf
der Genehmigung des
Zulassungsausschusses.
Allerdings: Die Heilberufsgesetze in einigen Bundesländern verbieten die
Rechtsform einer juristischen Person (GmbH oder AG; Stand 2004) für die Leitung
einer ärztlichen Praxis ausdrücklich, was aber laut GMG nun möglich sein soll.
*) Uneinheitlichkeit besteht über die
Interpretation zu "fachübergreifend":
So heißt es im Wortlaut des Gesetzes:
"...Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende ärztlich geleitete
Einrichtungen, in denen Ärzte, die in das Arztregister [...] eingetragen sind,
als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind [...]".
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz.
Besonders hohe Ansprüche stellt das Bundessozialgericht (BSG) an die
Korrektheit der Abbrechung bei diesen Zentren: "Bei Verstößen eines MVZ
gegen die Pflicht zur peinlich genauen Abrechnung oder das Gebot der
persönlichen Leistungserbringung besteht nämlich nur noch ein ganz enger
Handlungskorridor, um den Entzug der MVZ-Zulassung zu verhindern." Mehr:
Bei den Zahnärzten besteht folgendes Problem: Nach den
Weiterbildungsordnungen gibt es zwar Fachgebiete, aber nach den
Heilberufsgesetzen der Länder sind Zahnärzte im Gegensatz zu Ärzten an
Fachgebietsgrenzen nicht gebunden und dürfen alle Leistungen abrechnen.
Im vertragszahnärztlichen Bereich herrscht Unklarheit darüber, wann die
Voraussetzungen zur Ausübung eines MVZ als erfüllt gelten könnten: Bei einem
Zahnarzt (ZA) und einem
Kieferorthopäden, bei einem ZA und einem
Oralchirurgen oder bei einem ZA und einem
MKG-Chirurgen? Das LSG NRW (Az.: L11 KA 94/08) hat
bisher in einem Fall Klarheit geschaffen und die gemeinsame Berufsausübung eines
Zahnarztes
(mit der Zusatzbezeichnung "Oralchirurgie")
und eines
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen in einem MVZ nicht als
fachübergreifend angesehen. Nach der Interpretation dieses Urteils dürfte
die Nichterfüllung auch auf andere zahnärztliche Fachgebiete zutreffen.
Bedingt durch Einführung von MVZ's in die vertragsärztliche und
vertragszahnärztliche Versorgung hat der
GBA eine Änderung der geltenden
Bedarfsplanungs-Richtlinien Zahnärzte beschlossen. Zusätzlich wird den
Zulassungsausschüssen künftig die Möglichkeit eröffnet, bei Vorliegen eines
lokalen Versorgungsbedarfes oder - soweit dies zur Wahrung der Qualität der
vertragszahnärztlichen Versorgung unerlässlich sein sollte - in einem gesperrten
Planungsbereich zusätzliche
Vertragszahnarztsitze zu besetzen.
Den derzeit (2009) 1.325 Medizinischen Versorgungszentren (+327 zu 2008) in D
mit ihren circa 6.000 Beschäftigten stehen rund 80.000 Praxen mit insgesamt
140.000 Vertragsärzten gegenüber; im Durchschnitt arbeiten 4,7 Ärzte in einem
MVZ. Etwa die Hälfte der MVZs ist in Trägerschaft von Ärzten, knapp 40 Prozent
in der von Kliniken. Von Zahnärzten sind keine derartigen Zahlen bekannt; die
MVZs dürften in diesem Bereich in 2010 nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Versorgungszentren entstanden seit 2004 nach Vorbild der DDR- Polikliniken,
die nach der Wende fast alle geschlossen wurden. Die Patienten sollen durch
diese zentralen Einrichtungen schneller zum Facharzt gelangen, Geld soll
gespart, Klinikeinweisungen sollen vermieden werden.
"Ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) kann beliebig viele Nebenfilialen
eröffnen - weder die Beschränkungen des Vertragsarztrechtes noch des
Berufsrechtes sprechen dagegen." (LSG Sachsen Az.: L 1 KA 8/09)
Nach dem
Versorgungsstrukturgesetz (2012) muss bei Neugründungen der (zahn)ärztliche
Leiter im MVZ als angestellter oder Vertragsarzt tätig sein und darf in
medizinischen Fragen keinen Weisungen unterliegen; er muss vor dem Eintritt als
Leiter eines MVZ als
Vertrags(zahn)arzt tätig gewesen sein. Ferner wird der Betrieb in Form einer
Aktiengesellschaft untersagt. Erlaubt sind nur noch Personengesellschaften, die
GmbH, die Genossenschaft - und nichtärztliche Dialysezentren.
fachübergreifend,
GKV-Modernisierungsgesetz, MDK
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010; ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht
Medizinischer Dienst der Krankenkassen
MDK
Medizinprodukte
Medizinalprodukte, Medizinproduktegesetz, MPG; sind
zur Anwendung am Menschen bestimmte Instrumente, Vorrichtungen oder
Stoffe, die im weitesten Sinne bei der Erkennung, Verhütung und
Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden. Das Spektrum reicht von
Kathetern, über Herzschrittmacher und Ultraschallgeräte bis zu
Kernspintomographen. Aber auch Software, Verbandmaterialien und
Einwegspritzen gehören dazu. Insgesamt werden rund 500.000 verschiedene
Produkte unter dem Begriff 'Medizinprodukte' zusammengefasst. Allen
gemeinsam ist - im Gegensatz zu Arzneimitteln - ihre vorwiegend
"physikalische Wirkungsweise".
Basierend auf der EG-Richtlinie 93/42 vom 13. Juni 1993 wurde diese in
Deutschland am 1.1.1995 in Form des Medizinproduktegesetzes (MPG) umgesetzt und hat mit dem 14.Juni 1998 uneingeschränkte Gültigkeit.
Das Medizinproduktegesetz hat zum Ziel, eine hohe Produktsicherheit im
Hinblick auf Funktion und
Hygiene zu gewährleisten; zusammen mit der
Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV) dient das MPG dem
Schutz des Patienten beim Einsatz von Medizinprodukten in medizinischen
Einrichtungen. Danach müssen medizinische Erzeugnisse fest
vorgeschriebene Anforderungen in den Punkten Sicherheit (Minimierung der
Nebenwirkungen, Gewährleistung elektrischer u. mechanischer Sicherheit),
Leistung u. Nutzen (Sicherstellung des therapeutischen Nutzens,
klinische Bewertung des Produktes) und Überwachung (Herstellers,
Produktlebenszyklus) erfüllen, bevor sie in den Verkehr gebracht werden.
Es durften ab 2002 innerhalb der Europäischen Union (EU) nur noch
zertifizierte Produkte von zertifizierten Anbietern in den Verkehr
gebracht werden. Die Einstufung eines M. in Klasse I, IIa oder
IIb (s.u.) bestimmt darüber, wie die Produkt-Dokumentation auszusehen
hat. Die Klasseneinteilung legt die im Gesetz beschriebene "Benannte
Stelle" (B.S.) fest. Diese Stellen müssen über ein
Konformitätsbewertungsverfahren (§ 14 MPG) (
s.a.
Konformitätserklärung) in die Lage versetzt werden,
nachzuprüfen, dass die in Verkehr gebrachten Produkte z.B. in Bezug auf
den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Benutzer und Verbraucher
den Anforderungen der Richtlinien entsprechen.
Es bestehen nachfolgende Einteilungen:
- Medizinprodukte Klasse I
Für Medizinprodukte, bei denen ein nur geringes gesundheitliches
Risiko bei der Anwendung vorliegt, besteht keine Verpflichtung, eine
B.S. einzuschalten. Der Hersteller allein ist in diesem Fall
für die Konformitätsprüfung verantwortlich, indem er
garantiert, dass das Produkt die „Grundlegenden Anforderungen"
erfüllt; dies muss durch eine
klinische Überprüfung belegt werden. Danach kann das CE-Zeichen
auf dem Produkt geführt werden.
Ausnahmen:
Produkte, die steril verpackt sind oder eine Messfunktion besitzen.
Hier muss die Benannte Stelle überprüfen.
Produkt-Beispiele:
Abformmaterialien, Kofferdam, Watterollen, Wachse, Retraktionsfäden
(ohne zusätzliches Medikament), Polierpasten, Zahnbürsten ,
kieferorthopädischer Apparaturen, wiederverwendbare Handinstrumente,
Behandlungsstühle, Lichthärtungsgeräte usw. .
- Medizinprodukte Klasse II (a und b)
Ein Konformitätsbewertungsverfahren durch eine Benannte Stelle ist
unbedingt erforderlich. Für den Hersteller ergeben sich dabei zwei
Wege:
direkte Überprüfung des Produktes, bei der eine statistisch
relevante Anzahl einer Prüfung unterzogen wird.
Überprüfung durch ein betriebseigenes Qualitätssicherungs-System
(nach EN 29001, 29002 oder 29003).
Produktbeispiele der Klasse IIa:
Plastische Füllungsmaterialien (Metalle, Zemente, Kunststoffe),
Dentinadhäsive, Fissurenversiegler, Wurzelfüllmaterialien,
Laborprodukte für festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz (z.B.
Legierungen, Keramik, Kunststoffe), kieferorthopädische
Behandlungsgeräte, Provisorien, Bleichmittel, Röntgenfilme, digitale
Röntgeneinrichtungen, Einmalinstrumente,
Absaugvorrichtungen, zahnärztliche Behandlungseinheiten, Gerate
zur Desinfektion, Laser, Spritzen, Vitalitätstester,
Ultraschallgeräte, usw.
Produktbeispiele der Klasse IIb:
Implantate, nicht resorbierbare Knochenersatzmaterialien und
-membranen, Hochfrequenzchirurgiegeräte ("Elektrotom"),
chirurgische Laser, analoge Röntgengeräte, usw. .
- Medizinprodukte Klasse III
Strengste Prüfungsklasse, da davon große Gefahren ausgehen könnten:
Konformitätsbewertungsverfahren bzw. Nachweis der Einhaltung eines
strikten Qualitätssicherungs-Systems im Bereich der
Produktenwicklung und der Produktion nach Euro-Norm (EN 29001, 29002
und 29003); dies bezieht sich sowohl auf die Konstruktion als auch
die Produktion der Medizin-Produkte. Bei pharmakologisch wirksamen
oder resorbierbaren Materialien: Zusätzliche
klinische Überprüfung auf Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit.
Die Anforderungen an eine klinische Prüfung entsprechen weitgehend
denen des
Arzneimittelrechts.
Produktbeispiele der Klasse III:
Materialien mit medikamentösen Zusätzen, Implantate (bei biologisch
aktiver Beschichtung), resorbierbares Nahtmaterial,
Retraktionsfäden, Zahnseide mit medikamentösem Zusatz usw.
M. sind erkenntlich an dem vorgeschriebenen
Zertifikatszeichen "CE" (siehe Abb.).
Trotz MPG besteht kein Zwang, die Bestandteile nach Art
und Menge ("Volldeklaration") bekannt zu geben, was bei
Arzneimitteln zwingend vorgeschrieben ist.
Die
klinische Prüfung nach dem
Arzneimittelgesetz (AMG) unterscheidet sich wesentlich von der
nach dem M. (MPG): Während das Arzneimittelgesetz die
Wirksamkeit überprüft, hebt das Medizinproduktegesetz auf die
Wirkungsweise ab. Daraus ergibt sich: während ein Arzneimittel vor
der Zulassung grundsätzlich die Phasen I - III der Arzneimittelprüfung
durchlaufen muss, kann für ein Medizinprodukt mit geringem
Risikopotential oder einer unwesentlichen Modifikation eines bereits "in
Verkehr gebrachten" Produkts auch eine
Evidenz-basierte schriftliche Bewertung ohne Überprüfung am Menschen
ausreichen, um eine
CE-Zertifizierung des Produktes zu erwirken - viele "neue"
Komposites machen sich diesen Umstand zu Nutze.
Als "Nebenprodukt" ist 2002 mit der zweiten Änderung des M. die
Medizingeräteverordnung (MedGV) von 1985 aufgehoben worden. Die
Bestimmungen des M. und entsprechende Verordnungen sind stattdessen beim Betrieb dieser Geräte zu
beachten.
Nach dem deutschen Produkthaftungsgesetz gilt: Wenn durch den
Fehler eines Produktes jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit
verletzt wird, so ist der Hersteller des Produktes verpflichtet dem
Geschädigten den daraus entstehenden
Schaden zu ersetzen.
Biokompatibilitätsprüfung (Verträglichkeitsprüfung),
Biostoffverordnung,
"CE",
CEN/TC 55 "Zahnheilkunde",
Dentallabor,
Dentaldepot,
Haftung,
Hygiene,
Instrumentendesinfektion / Instrumentensterilisation,
Medizinproduktebetreiberverordnung,
Normenausschuss Dental,
Praxisbegehung,
Produktsicherheitsrat
Was haben MPG/MPBetreibV mit der RKI-Empfehlung zu tun? (Aufbereitung
von Medizinprodukten)
Hygieneplan einer ZA-Praxis
(Medizinprodukte-Informationssystem)
|

vorgeschriebenes
Zertifikatszeichen |
Medizinproduktebetreiberverordnung
(MPBetreibV)
1998 an das
Medizinproduktegesetz angegliedertes "Regelwerk", welches das errichten,
Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten beschreibt. Der Zahnarzt ist nach
dieser Verordnung sowohl "Anwender" wie auch Betreiber" von
Medizinprodukten.
Weiter resultiert aus dem
Medizinproduktegesetz die Medizinprodukte-Sicherheitsplanverordnung
(MPSV ;
Hierin werden die
Verfahren zur Erfassung, Bewertung und Abwehr von Risiken im Verkehr oder
Betrieb befindlicher Medizinprodukte geregelt.
Was haben MPG/MPBetreibV mit der RKI-Empfehlung zu tun?
(Aufbereitung von Medizinprodukten)
Megalognathie; engl.: megalognathic; Bez.
für die im Vergleich zu heute größer ausgeprägten Kiefer der Urmenschen
Eugnathie,
Gebissreduktion
Mehlstaubkaries, mill dust caries;
Bäckerkaries
Mehrkostenregelung
Mehrkostenvereinbarung, engl.: additional cost arrangement; nach
dem
Sozialgesetzbuch (§§ 28, 30 SGB V) bestehende Möglichkeit, über die
vertraglichen Möglichkeiten nach den
Richtlinien hinaus weitere zahnärztliche Leistungen
privat in Anspruch
zu nehmen. Nach Einführung der
Festzuschüsse für Zahnersatz (2005) hat die M. hauptsächlich ihre
Bedeutung bei Füllungsmaterialien, die von den
Gesetzlichen Krankenversicherungen nicht bezahlt werden (z.B. "zahnfarbene
Füllung" statt einer
Amalgamfüllung im
Seitenzahnbereich)
Zahnersatz-Festzuschüsse
ab 2005 (siehe unter Artikel Index - Ordner -
Festzuschuss allg. Teil)
Mehrphasenbehandlung
"wachstumsadaptierte kieferorthopädische Behandlung"; Schlagwortbez. für eine
kieferorthopädische Behandlung über mehr Jahre als üblich (sog.
"Langzeitbehandlung"). Sie umfasst mehrere Behandlungsabschnitte, welche in der Regel
auch behandlungsfreie Intervalle beinhalten. Die einzelnen Behandlungsschritte
bauen aufeinander auf, können sich aber apparativ wie methodisch voneinander
unterscheiden.
Frühbehandlung
Mehrschichttechnik;
Sandwichtechnik
Mehrsektorenschraube,
Bertoni-Schraube ;
Y-Platte
mehrspannige Brücke, engl.: multiple
spans bridge;
Brücke
mehrwurzlig
mehrwurzelig, engl.: multi-rooted (tooth); typisches Merkmal der
großen Backenzähne
und einiger
kleinen Backenzähne, welche im Gegensatz zu den
Frontzähnen
mehr als eine
Zahnwurzel
besitzen.
Meistermodell; engl.: master cast;
Modell
Melanodontie
engl.: melanodontia; girlandenförmige grün- bis braunschwarze
Beläge zwischen Zahnfleischrand und Zahn, engl.: black stain;
Vorkommen besonders im jugendlichen Alter (meist zwischen 6 und 15
Jahren, mitunter aber auch schon im Milchzahngebiss);
schulzahnärztliche Reihenuntersuchungen zeigen bei den 6 bis 11 Jährigen
bei 4 % eine M. . Verursacht wird die M. durch chromogene
(farbgebende) Bakterien. Nach der Farbe wird unterschieden
(gekürzt nach Hubert E. Schroeder: "Pathobiologie oraler
Strukturen"):
- Schwarz: (s.Abb.)
Aus zunächst punktförmig braun-pigmentierten Stellen
zusammenfließende dunkelbraunschwarze, 0,5-1,0 mm breite Linien, die
girlandenförmig parallel zum
Zahnfleischrand verlaufen, an allen Zähnen auftreten, schwer
entfernbar sind, in etwa 10-20% der 6- bis 15jährigen Kinder
auftreten und aus dicht gepackten Bakterien (meist grampositiven
Stäbchen und einer Matrix bestehen, also eine spezielle Form
bakterieller
Plaque darstellen. Die schwarze Farbe ist unlösliches
Eisensulfid, das wahrscheinlich aus bakteriellern
Schwefelwasserstoff und Speichel-Eisen gebildet wird.
- Grün:
Vorwiegend auf den Außenflächen der oberen Frontzähne beschränkte,
flächenhaft-diffuse, die
zervikale Hälfte der Zahnflächen überdeckende, hell bis
schmutzig oliv-dunkelgrüne Ablagerungen, die schwer entfernbar sind,
in etwa 3-6 % der Kinder auftreten und deren Zusammensetzung
unbekannt ist. Neben chromogenen Bakterien und Pilzen werden auch
Blutpigmente und Chlorophyll für die Verfärbung verantwortlich
gemacht.
- Orange:
Vorwiegend im gingivalen Drittel der Außen- und Innenflächen
auftretende, hellrote bis orangefarbene, weiche Ablagerungen, die
aus verschiedenen Bakterien bestehen, selten und nicht genau bekannt
sind.
Die Verfärbungen sind im Prinzip harmlos, aber ästhetisch störend.
in der Regel verschwinden sie nach der Pubertät von allein.
Eine ursächliche Therapie der M. ist nicht bekannt. Eine
zahnärztliche Behandlung der gegen häusliche
Mundhygienemaßnahmen äußerst widerstandsfähigen Beläge geschieht
mittels
Polierpasten oder
Pulverstrahlgeräten (z.B.: Air-Flow-System); ebenso kann eine
Touchierung der Zähne mit
Chlorhexidinlack, der
antibakteriell wirkt, erfolgen. Für den Heimgebrauch wird über
Erfolge bei der Anwendung von
Schallzahnbürsten berichtet.
Betelkauen, Melanosis,
Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Schwermetallsaum,
Verfärbungen |


Betelkauen |
Melanoglossie,
Lingua (pilosa) nigra
Melanom , malignes
Melanomalignom, engl.: malignant melanom; äußerst bösartiger
Tumor der Haut und Schleimhaut (Gaumen, Gingiva) mit frühzeitiger
Metastasenbildung (lymphogen und/oder hämatogen). Unterteilung in
versch. Klassen nach dem TNM-System (T = Größe/Ausdehnung des
Primärtumors; N (von Nodi lymphatici) = Fehlen/Vorhandensein von
regionalen Lymphknotenmetastasen; M = Fehlen/Vorhandensein von
Fernmetastasten). Abb.: zentral ulzerierendes M. im
Gaumen-/Wangenbereich
Mundhöhlenkarzinom |

|
Melanosis
Melanose, engl.: do. o. melanism; vom
Schleimhautmelanom abzugrenzende
gutartige, pigmentierte (Hautfarbstoff Melanin)
Läsionen der Mundhöhle. Tritt vorwiegend im mittleren Lebensalter
auf und wird auf Lippen, der Wangenschleimhaut, der
Gingiva und dem Gaumen beobachtet. Bei kurzfristiger Entstehung,
Größenzunahme oder unregelmäßiger Pigmentierung/Randkonfiguration wird
eine
histologische Untersuchung empfohlen. Eine kosmetisch störende M.
wird in jüngster Zeit erfolgreich mit
CO2-Lasern entfernt.
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde |


|

isolierte, lokale M. unbekannter Ursache |

ethnisch bedingte Pigmentierung der Zunge |
meldepflichtige Krankheiten
engl.: reportable diseases; Seuchen und andere Krankheiten, die nach dem
deutschen Seuchenrechtsneuordnungsgesetz vom 20.7.2000 an das zuständige
Gesundheitsamt namentlich zu melden sind. In Deutschland werden ca. 200.000
Lebensmittelinfektionen pro Jahr gemeldet. Damit sind sie die häufigsten
meldepflichtigen Erkrankungen.
Melkersson-Rosenthal-Syndrom
Ganglion-geniculi-Syndrom; engl.: do.;
idiopathisch auftretende, großvolumige,
ödemartige
Gesichtsschwellungen aus der Gruppe der orofazialen Granulomatosen,
vorwiegend der (Ober-)Lippe und im Wangenbereich (Makropareiie)
sowie einer
Faltenzunge (Lingua plicata) als Initialsyndrom. Dabei
schwillt die Lippe "über Nacht" ohne erkennbare Ursache und Schmerzen an
und stellt sich rüsselartig dar ("Tapirlippe", "Tapirmaul");
bei Männern dreimal häufiger auftretend. Als Nebensymptom wird in 20-30%
der Fälle eine
Fazialisparese (peripherer Typ) beobachtet. |

ausgeprägtes
Lippenödem ohne Zungenbeteiligung |

|
Meloschisis,
engl.: do., Wangenspalte;
Gesichtsspalte
Membran
engl.: membrane;
dünne Körperzellschicht; in der Regel zum Abgrenzen von Körperflüssigkeiten,
unter Umständen mit selektiver Durchlässigkeit
künstliche Folien im Rahmen der
"Gesteuerten
Geweberegeneration"
mental, mentalis; unter anderem.: das
Kinn betreffend,
zum Kinn gehörend
Mentale ; Schädelmesspunkt,
definiert als tiefster Punkt des Foramen
mentale
Mentalisanästhesie
Sondereform der üblichen Unterkiefer-Leitungsanästhesie
für den Frontzahnbereich. Der Einstich erfolgt in der Gegend des Austrittpunktes
(Foramen mentale) des Nervus mentalis zwischen erstem
und zweitem Prämolaren.
Leitungsanästhesie
Mentalpunkt;
Pogonion
Menthol
in vielen ätherischen Ölen vorkommender monocyclischer Monoterpen-Alkohol
mit vielfältigem Einsatz im Mundbereich (Mundwässern, Kaugummi, Zahnpasten
usw.). Gewinnung aus Pfefferminzblättern oder vollsynthetisch. Durch seine
Wirkung am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8), entsteht bei der Anwendung ein
kühlender Effekt auf der Schleimhaut, die Körpertemperatur bleibt dabei
unverändert.
Einsatz in der
ZHK
besonders als Beimengung zu
ChKM. Das
schwer wasserlösliche M. wirkt dabei desinfizierend und hat eine
anästhesierende
und
adstringierende Wirkung
Menton , Me;
Schädelmesspunkt; tiefster Punkt (am weitesten
kaudal gelegen) der
Kinnmitte (Unterkiefersymphyse) in der
Median-Sagittal-Ebene;
unrichtigerweise zuweilen mit dem
Gnathion gleichgesetzt.
ArGoMe-Winkel,
Mandibularlinie,
Messpunkte,
Pogonion,
Unterkieferbasis
Mentum;
Kinn
Mepivacain
Lokalanästhetikum (Handelsname: Scandicain®), örtliches
Betäubungsmittel, vom
Lidocain
abgeleitet, mit nur geringen gefäßerweiternden Eigenschaften. Kann bei
Patienten, welche keine
gefäßverengenden Zusätze vertragen, auch ohne deren Zusatz (bedingt)
eingesetzt werden.
Lokalanästhetika
Merfen ®
Handelsname für ein
antiseptisches
Präparat mit wundheilenden Eigenschaften, früher auf der Basis einer organischen
Quecksilberverbindung (Phenylquecksilberborat); heute vor allem mit
Chlorhexidindigluconat und Benzoxoniumchlorid als Grundbestandteile.
Gelegentlicher Einsatz in der
ZHK zur
Desinfektion
von
Wurzelkanälen.
meridol ™
AZF (Abk. von Aminfluorid/ZinnFluorid) Kombination
des organischen
Aminfluorid (
Olaflur)
mit dem anorganischen
Zinnfluorid (Fluoridgehalt:
250 ppm).
Einsatz in
Mundspüllösungen und
Zahnpasten zur chemischen "Plaquebekämpfung",
wobei das Zinnfluorid hauptsächlich
antibakteriell wirkt und das
Olaflur
zur ausreichenden und langen Verfügbarkeit (
Substantivität) beiträgt. Studien bescheinigen m. eine dem
Chlorhexidin ähnliche Verweildauer von 6 - 8 Std. ohne die Nebenwirkungen
des
Chlorhexidins (Geschmacksbeeinträchtigungen, Verfärbungen) aufzuweisen.
Antiseptikum,
Listerine,
Mundspüllösungen
meridol Paro
Diagnostik™
ein auf neuester molekularbiologischer Technologie beruhendes Nachweisverfahren.
Die eingesetzte Real-time-PCR ermöglicht neben der spezifischen und sensitiven
Aufspürung auch die Mengenbestimmung der
Zahnfleischerkrankungen hervorrufenden
Mikroorganismen sowie deren
Gesamtkeimzahl.
Antibiotika-Zufuhr bei Zahnfleischerkrankungen,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
PCR
Merkurialismus,
Quecksilbervergiftung
Mesialbiss, Mesiookklusion, "Vorbiss",
engl.. mesio-occlusion, anterocclusion;
Angle-Klasse III,
Dysgnathie
Mesialdrift
Mesialwanderung,
der Zähne, engl.: mesial drift o. mesial movement;
natürliche Horizontalverschiebung der Zähne, beim Erwachsenen meist
bedingt durch eine
interstitielle Attrition. Hierbei kommt es zu einer
Knochenresorption der
Alveolarwand auf der mesialen
und einer Knochenanlagerung auf der
distalen Seite. Da durch eine vertikale Attrition der
Kronendurchmesser in mesio-distaler Richtung kleiner wird, würde es ohne
eine M. zu einer Lückenbildung zwischen den Zähnen kommen.
Wachstumsbedingt tritt ebenfalls eine
M. auf. So bewegt sich die Zahngruppe "Eckzahn-erster Molar"
zwischen dem 10. u. 21. LJ. ca. um 5mm nach mesial.
Da sich die Schneidezähne in dieser Zeit durchschnittlich nur um 2,5 mm
nach labial
bewegen, kommt es zu einem
Platzmangel, der in einen
Engstand
übergehen kann. |

|
mesialexzentrisch;
exzentrische Projektion
Mesialfeder
aktives kieferorthopädisches Behandlungselement in Form einer zur
Kiefermitte hin offenen Drahtfeder an herausnehmbaren kieferorthopädischen
Geräten (
Aktive Platte),
um eine Zahnbewegung (in der Regel eines einzelnen Zahnes) nach
mesial zu bewirken. Gegenteil: Distalfeder
Mesialschraube
engl.: mesial screw;
kieferorthopädisches Hilfsmittel an herausnehmbaren Geräten (Aktive
Platte,
Aktivator) um eine nach mesial
gerichtete Kraft auf den Zahn/Zähne zu übertragen; Gegenteil: Distalschraube
Mesialstand
engl.: mesial position;
sagittale,
körperliche Zahnstellungsabweichung nach mesial (nach
vorn, zur Kiefermitte hin). Begriff bei
Prämolaren
und Molaren
gebräuchlich; Gegenteil: Distalstand
Mesiodens
Mediodens, Mesiodont, falsch: "Odontoid",
engl.: do. o. mesodens; überzähliger Zahn im
(Ober-)Kiefer-Schneidezahnbereich;
in der Regel atypisch geformte Zähne, die entweder einzeln oder mehrfach
durch eine Überproduktion der
Zahnleiste entstehen. Sie sind meist im Kiefer befindlich (retiniert
und
verlagert) und erscheinen
Zapfenzahn-ähnlich mit einer glatten, kegel- oder pflockartigen
Krone. Die Wurzel ist rund und voll ausgebildet. Die genauen Ursachen
und Auslöser für die Entwicklung eines M. sind bisher nicht
bekannt. In der Literatur werden verschiedene Theorien, z. B. eine
Abspaltung der
Zahnleiste durch ein Trauma oder einen Tumor, eine Hyperaktivität
der Zahnleiste oder genetische Ursachen diskutiert. Die
Häufigkeit für das Auftreten wird mit 0,14 - 4% angegeben, dabei
entfallen über 90% auf den vorderen Teil des Oberkiefers; sie sind bei
Männern etwa doppelt so häufig wie bei Frauen. Selten im
Milchzahngebiss auftretend.
Während der eigentliche M. überzählig zwischen den mittleren
Schneidezähnen liegt (s. Abb.), befindet sich ein Laterodens
zwischen dem mittleren und seitlichem Schneidezahn.
Von allen überzähligen Zähne (
Hyperodontie) sind die M. mit 45 % am häufigsten anzutreffen;
sie sind bei Männern etwa doppelt so häufig wie bei Frauen; es sind vor
allem die bleibenden Zähne betroffen.
Eine Entfernung sollte - besonders bei Schmerzen oder aus
kieferorthopädisch-prophylaktischen Gründen (um eine optimale Zahn- und
Gebissentwicklung zu erreichen) - kurz nach dem Durchbrechen der
bleibenden Schneidezähne erfolgen.
Hyperodontie,
Nasenzahn |


|
Messaufnahme, engl.: measuring picture;
Röntgenmessaufnahme
Messgriff
"Längenstopper", engl.: test handle; spez. Instrument zum
Einspannen von
Wurzelkanalinstrumenten. Der mit einem Anschlag ("Stopper") versehene M.
kann nach Anpassung an die Länge des
Wurzelkanals (meist bestimmt durch eine
Röntgenmessaufnahme;
Endometrie) auf einen Referenzpunkt (Schneidekante
o.
Höckerspitze) eingestellt werden und verhindert so eine
"Überinstrumentierung" (= zu tiefes Eindringen der
Wurzelkanalinstrumente). Spez. Wurzelkanalinstrumente haben den M.
integriert.
Messlehre,
Wurzelkanalbehandlung
Messpunkte
engl.: measuring points; in der
Kephalometrie,
Profil- und
Modellanalyse angewandte Referenzpunkte mit Unterteilung in:
anatomische Messpunkte mit eindeutig definierten Punkten aufgrund
anatomischer Strukturen (z.B.
Foramen mentale,
Nasion)
anthropologische Messpunkte definieren Bezugspunkte, welche nicht
isoliert betrachtet werden können, sondern z.B. abhängig sind von der
Ausrichtung des Schädels oder dem Bezug zu einem Koordinatensystem. Das
Pogonion wird z.B. als der "weitest vorn gelegene Punkt der
knöchernen Kinnstruktur" definiert - und ist so abhängig von der
Ausrichtung des Schädels (
Stomion,
Zygion)
geometrische bzw. konstruierte Messpunkte als
Schnittpunkte von definierten Geraden, welche sich meist auf anatomische
M. beziehen. Hierbei entstehen an den M. auch
Messwinkel. (z.B.
maxillofaziales Dreieck,
Merrifield-Winkel). Beispiel ist das
Gonion als Schnittpunkt von Tangenten des Unterkieferkörpers und des
aufsteigenden Astes.
röntgenologische Messpunkte, z.B. bei der Auswertung eines
Fernröntgenbilds
A-Pog-Ebnene,
A-Punkt,
ArGoMe-Winkel,
Alveolon,
B-Punkt,
Biomet-Gesicht,
Bipupillarlinie,
E-Linie,
Ektomolare,
Endomolare,
Fernröntgenbild,
maxillofaziales
Dreieck,
Merrifield-Winkel,
Pogonion,
Pronasale,
Raphe-Median-Ebene,
Raphe-Papillen-Transversale,
SNA-Winkel,
SNB-Winkel,
Stomion,
Zygion,
Zygomaxillare.
|

Bezugspunkte Schädel u. Weichteile |
Mess-Schablone, engl.: guide template;
Führungsschablone
Mess-Sonde, engl.: calibrated probe;
WHO-Sonde
Metaanalyse
engl.: meta analysis; Sammelbezeichnung für eine Reihe von Techniken zur
quantitativen Integration von Forschungsergebnissen. Die M. bezeichnet
statistische Verfahren, um die Ergebnisse mehrerer Studien, die die gleiche
Frage bearbeiten, quantitativ zu einem Gesamtergebnis zusammenzufassen und
dadurch die Aussagekraft gegenüber von Einzelstudien zu erhöhen. Schwachpunkt
jeder M. ist die Tatsache, dass die versch. Einzeluntersuchungen in der Regel
mit einem unterschiedlichen Studiendesign durchgeführt worden sind und so streng
wissenschaftlich nicht miteinander vergleichbar sind.
Blindversuch,
evidenzbasierte Medizin - EBM
metabolisch, engl.: metabolic; im
Stoffwechselprozess entstanden, den Stoffwechsel betreffend
Metall, Metall-Legierungen,
engl.: metal (alloy);
Legierung
Metallkaufläche
engl.: metallic chewing
surface; belassen der Grundmetallstruktur bei
keramisch oder mit
Kunststoff zahnfarben
verblendeten Kronen auf der
Kaufläche. Hauptgrund ist die Härte der Verblendmaterialien: Während
Kunststoff wenig abrasionsstabil ist, ist die Härte der Keramik im
Vergleich zu den eigenen Zähnen zu hoch (
Abrasion); Metall kann durch Wählen der entsprechenden
Legierungshärte gut an das natürliche
Abrasionsverhalten der eigenen Zähne angepasst werden. Nachteilig
ist eine kosmetische Beeinträchtigung, besonders im Unterkiefer.
Gelegentlich auch bei geringen Platzverhältnissen zum
Gegenkiefer angewandt. |

|
Metallkeramik
Verblend-Metall-Keramik, VMK*),
korrekte Bezeichnung: Metall-Keramik-Verbundsystem (es gibt keine
Keramik aus Metall!), engl.: porcelain fused-to-metal
(restoration); heute (2008) gebräuchliches Verfahren bei der Anwendung
von festsitzendem Zahnersatz (Kronen,
Brücken) - vor allem im sichtbaren Bereich. Dabei besteht das
Grundprinzip, dass auf ein Metallgerüst
(in der Regel aus einer
hochwertigen Legierung (sog. "Aufbrennlegierung" mit einer
hohen Wärmefestigkeit und mit Bestandteilen, die Oxide bilden) in einem
zweiten Arbeitsgang eine darauf abgestimmte keramische Masse "aufgebrannt"
wird - es kommt dadurch zu einer chemisch homogenen Verbindung (
chemische
Korrosion), die mit dem Emaillieren technisch vergleichbar ist.
Verblendet
werden kann das gesamte
Metallgerüst oder nur Teile davon (
Metallkaufläche).
Damit kommt der Haftfähigkeit zwischen den beiden Materialien eine
zentrale Bedeutung zu: diese wird durch die Oberflächenvorbereitung
("Konditionierung") des
Metalls,
der Benetzung des Metalls durch die Keramik und die Art der Spannung in
der Keramik beeinflusst. Durch entsprechend sich bildende
Haftoxide ("Oxidbrand") beim Erhitzen des Metalls wird eine
Benetzung mit der Keramik erleichtert. Zusätzlich kommt es durch die
Oxidschicht zu einer "Aufrauung" der Metalloberflächen, welches dem
Haftverbund im Sinne einer Verzahnung eine größere Oberfläche bietet.
Eine weitere physikalische Eigenschaft der Keramik ist von zusätzlicher
Bedeutung: der weiße Werkstoff verträgt sehr gut Druckspannung aber
keine Zugspannung; dies bedeutet, dass die Keramik nach dem Brand auf
dem Metallgerüst wegen unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten unter
Druckspannung steht. Optimal ist es, wenn die Keramik einen etwas
kleineren Wärmeausdehnungskoeffizienten (WAK-Wert) als der metallische
Gerüstwerkstoff aufweist. Aufgrund des Haftverbundes muss die Keramik
dem thermischen Verhalten des Gerüstwerkstoffes folgen. Bei Abkühlung
wird die Keramik somit unter leichte tangentiale Druckspannung gesetzt.
Unter diesen Bedingungen werden beginnende Risse geschlossen und somit
die Ausbreitung von Rissen gestoppt. Durch gezielte Temperaturführung
des Aufbrennvorganges kann auf die Zug- und Druckspannungen Einfluss
genommen werden. So nimmt der WAK-Wert keramischer Massen z.B. zu, wenn
der Brennvorgang mit einer verzögerten Abkühlphase durchgeführt wird.
Mit M. sind gute kosmetische Ergebnisse zu erzielen, bei
Einzelkronen ist die M. der reinen Porzellankrone ("Jacketkrone")
oder der
Galvanokrone aber unterlegen. M. gilt heute (2008) als der
Goldstandard für den sichtbaren Bereich mit einer sehr hohen
Lebenserwartung (~ 15 Jahren und mehr) und guten biologischen
Eigenschaften (
Biokompatibilität). Bei der zahnfarbenen Verblendung der
Kaufläche ist zu beachten, dass die Keramik im
Abrasionsverhalten härter als der natürliche Zahn ist (
Metallkaufläche). Dieser
Umstand wurde früher als eine Kontraindikation für M. gewertet.
Nach heutiger Lehrmeinung stellt dies aber keinen Störfaktor dar -
entscheidend ist vielmehr die Form des physiologischen Kontaktfeldes in
der
zentrischen Okklusion.
Eine Tendenz zu
Verfärbungen - wie beim Kunststoff - kennt die M. nicht; auch
bietet die äußerst glatte Keramikoberfläche den "Kariesbakterien"
kaum Verankerungspunkte - eine
Plaqueanlagerung wird selten beobachtet.
Wenn auch die M. heute einen hohen Qualitätsstandard erreicht
hat, weite Indikationsbereiche abdecken kann und bei hochwertigen
Grundmaterialien toxische Schädigungen und
Allergien
äußerst selten sind, so sind es vor allen Dingen kosmetische Details,
welche die
Vollkeramik und moderne Weiterentwicklungen der M. (z.B.
Galvanokronen) zu einem der Natur fast ebenbürtigen Zahnersatz
machen. Insofern gelten als relative Schwachpunkte:
keramische Abplatzungen und Defekte lassen sich nicht ganz vermeiden
die Ästhetik kann aufgrund von Metallrändern reduziert sein
es kommt potentiell zur Abgabe von Metallionen an die Körpergewebe
Bei nicht sachgerechter Verarbeitung bzw. bei nicht optimal aufeinander
abgestimmten Grundmaterialien kann es bei der M. zu einem
schlechten
Randschluss kommen, da das fertige Objekt in mehreren
Hitzeverfahren hergestellt wird - im Gegensatz zu
Inlays,
Onlays oder
Vollgusskronen aus einer (kosmetisch störenden) Legierung und nur
einem "Hitzeprozess". Folgende Prozesse verändern durch Hitzeverformung
die Größe:
Dem primären Guss folgt das Oxidieren bei 860°, das Aufbrennen von Haft-
und Deckmassen bei 850°, der Dentin- und Schmelzmasse sowie der
abschließenden Glanzlasur jeweils bei etwa 845°. Es treten dabei jeweils
unterschiedliche Dimensionsveränderungen durch Sinterschrumpfungen auf,
wobei der Keramik-WAK bei falscher Temperatursteuerung zusätzlich etwas
größer als das Zusammenziehen des Metalls werden kann. Derartige
Dimensionskräfte machen sich besonders am Kronenrand bemerkbar, da
dieser nur aus einer sehr dünnen Metallschicht aber einer relativ dicken
Keramikschicht besteht. Solche Effekte werden noch größer, wenn die M.
nur auf der sichtbaren Seite der Krone mit Keramik verblendet ist.
*)Die Abkürzung "VMK" wird
häufig als die von "Verblend-Metall-Keramik" gedeutet; historisch geht
sie aber auf die Entwicklung der
(Bad Säckingen) zurück und ist die Abkürzung von "Vita-Metall-Keramik".
Kronen (siehe
unter Artikel Index - Ordner - Z-Ersatz-Kronen)
Brücke,
Deckgold,
Galvano-Technik,
Glanzbrand,
Glanzgold,
Haftoxide,
Keramikschulter,
Korrosion,
Krone, Metallkaufläche,
Opaker,
Targis Vectris.
|

Querschnitt durch eine
Metallkeramik-Krone
("VMK")

Metallgerüst
bei der
Anprobe im Mund
("Gerüsteinprobe")

VMK-Brücke:
Außen- u. Innenansicht

Detail:
Keramikschulter
|

Abplatzung der Keramik vom Metallgerüst durch Biss auf
einen harten Gegenstand

Abplatzung der Keramik vom Metallgerüst durch mangelhafte
technische Verarbeitung bei der Herstellung

Versorgung fehlender Schneidezähne mittels einer
VMK-Brücke

© der Grafik:
Dr. Edelhoff/AG Keramik
Durchlichtaufnahme
von
Voll-Keramikkronen
vs. VMK-Kronen
|
Metall-Kunststoff-Verbund;
Silane;
Metallosis
Metallose, engl.: do.; örtliche Gewebsveränderungen (z.B.
Entzündung,
Nekrose) durch in
den Körper eingebrachte metallische Werkstoffe (z.B.
Implantate,
Knochennagel), entweder unmittelbar, z.B. durch Druck oder – nach
Korrosion –
mittelbar (d.h. durch chemisch-physikalisch Prozesse); ferner werden Auslösungen
für Herd-
und Fokalgeschehen diskutiert.
Korrosion
Methacrylate;
Methacrylsäure
Ester und Salze der Methacrylsäure, Ausdruck in der
ZHK
häufig verwendet als Kurzform für
Polymethylmethacrylat (PMMA).
Methacrylsäure: farblose, unangenehm riechende Flüssigkeit, welche beim
Erwärmen oder Lichtzutritt leicht
polymerisiert. Durch geringe Beimengungen sog "Stabilisatoren" bzw.
"Polymerisationshemmer" (z.B.
Hydrochinon)
kann M. über längere Zeit in unpolymerisierter Form gehalten werden;
ansonsten rascher Übergang zur Polymethacrylsäure. Salze und Ester werden als
Methacrylate bezeichnet.
Acrylate,
Diacrylate,
HEMA,
Kunststoffe
Meth-Mouth
"Meth Mund", Schlagwortbezeichnung für die im Mund sichtbaren
Folgen eines Missbrauches mit der Droge Methamphetamin (die Droge ist
auch unter den Namen "Crystal Meth", "Yabaa" oder "Crystal-Speed", in
Europa ebenfalls unter dem Namen "Thaipille" bekannt). Schon eine
relativ kurze Abhängigkeit (~ 1 Jahr) kann im Mund verheerende Folgen
haben und - bedingt durch kariöse und bröckelnde Zähne - zum Verlust
einzelner oder aller Zähne führen. Die schwerwiegenden Auswirkungen auf
die Zähne beruhen zum einen auf einen durch Methamphetamin verursachten
trockenen
Mund und dem dadurch bedingten Fehlen des schützenden
Speichels.
Zum anderen kann die Substanz ein Verlangen nach zuckerhaltigen
Getränken verursachen, aber auch
Zähneknirschen auslösen. Weiterhin neigen Konsumenten dazu, ihre
Mundhygiene stark zu vernachlässigen.
Ein großes Problem bei der Bekämpfung: Die Droge ist billig und kann mit
wenig Aufwand selbst hergestellt werden. |

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Metodontie; engl.. metodontia;
unvollständige
Zahnentwicklung
Metopion
sog. "Stirnpunkt",
kraniometrischer Messpunkt in der Stirnmitte, abgeleitet von gr. metôpon =
Stirn, gebildet aus dem Schnittpunkt der Verbindungslinie beider Stirnhöcker mit
der Medianlinie des Schädels.
Glabella
Metronidazol
Chemotherapeutikum, engl.: do.; mit ausschließlicher/besonderer Wirkung
auf
anaerobe
Bakterien und Trichonomaden; hauptsächlich in der Geburtshilfe und bei
Infektionen mit
Anaerobierern ab dem dritten Schwangerschaftsmonat eingesetzt. In der
ZHK bekannt unter dem Namen
Elyzol, welches bei therapieresistenten
Zahnfleischerkrankungen in Gelform in die erkrankte
Zahnfleischtasche
eingebracht wird -
Zahnfleischerkrankungen sind bisher (2004) das einzige Einsatzgebiet
innerhalb der
ZHK; Cave gleichzeitiger Alkoholgenuss!
Der Wirkungsmechanismus ist nicht vollständig abgeklärt. Man nimmt an, dass M.
durch
anaerobe Bakterien zu einer unidentifizierten polaren Verbindung reduziert
wird und dass diese Verbindung dann für die bakterienabtötende Eigenschaft
verantwortlich ist.
Eine Kombination von M. mit
Amoxicillin stellt der sog.
Winkelhoff-Cocktail dar.
Behandlung in der Schwangerschaft,
Antibiotika,
lokale Antibiotikazufuhr,
unterstützende Antibiotikatherapie,
Winkelhoff-Cocktail
MHK
minimale Hemm-Konzentration, engl.: minimum inhibiting concentration;
diejenige Konzentration eines
Antibiotikums, die das Wachstum der Erreger hemmt. Basierend auf dem
Reihenverdünnungstest: In einzelne Reagenzgläser der Verdünnungsreihe werden
gleiche Mengen der zu prüfenden Bakteriensuspension gegeben. Nach einer
bestimmten Bebrütungsdauer wird festgestellt, bei welcher minimalen
Antibiotikum-Konzentration kein makroskopisch sichtbares Bakterienwachstum mehr
stattgefunden hat.
Angabe mit einer Zahl dahinter: Z.B. MHK90 = die Konzentration am Ort des
Geschehens in Prozent, welche sicher das Wachstum von 90% der Erreger hemmt.
Mi-Bu-Regel, Abk. für
Mesial-innen,
Bukkal-unten.
Eine der
Einschleifregel des Gebisses auf der
Mediotrusionsseite.
Einschleifen
Michigan-Schiene
Äquilibrierungsschiene, engl.: stabilization splint,
Michigan-splint; aus
Kunststoff
gefertigte
Aufbiss-Schiene im Oberkiefer zur Behandlung von
Okklusionsstörungen und Verlagerung des Kiefergelenks vornehmlich bei
Erkrankungen der
Kaumuskulatur
und/oder krankhafter Veränderungen des Kiefergelenks (
Myoarthropathien). Die M. hat folgende Konstruktionsmerkmale:
Überdeckung aller Zähne des Oberkiefers; plane und glatte okklusale Flächen;
beim Kieferschluss gleichmäßige und gleichzeitige Okklusionskontakte der
Unterkieferzähne auf der Schienenoberfläche;
Eckzahnführung bei Vor- und Seitschub des Unterkiefers.
Die M. wurde in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jhds. von
Sigurd Ramfjord und Major Ash (University of Michigan) aus einem skandinavischen
Vorläufer entwickelt. Der Begriff "Michigan-Schiene" stammt von den Berner
Zahnmedizinern Gering und Lang.
Aufbiss-Schiene,
Bruxismus,
Myoarthropathien
Michigan Sonde; stumpfe
Parodontalsonde
Microdentistry;
minimal-invasiv
MicroPlant™-System
besonders für den zahnlosen Kiefer mit wenig Knochensubstanz geeignetes
Implantatsystem. Die kleinen Implantate erfordern nur einen
minimal-chirurgischen Eingriff. Die
(Voll-)Prothese wird durch Magnete oder kleine “Druckknöpfe”
fixiert.
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© der Grafik:
kometdental.de
|
MIH
engl.: „Cheese Molars“, „nonfluoride hypomineralisation in
permanent first molars“; Abk. von Molar-Incisor-Hypomineralisation,
Hypomineralisation
systemischer Ursache von 1 bis 4
bleibenden ersten Molaren, häufig assoziiert mit den (meist
mittleren oberen)
Schneidezähnen. MIH beschreibt das in jüngerer Zeit häufiger
auftretende Symptom entwicklungsbedingter Struckstörungen
an den ersten großen Backenzähnen (Zähne
16, 26, 36, 46), welche nicht selten mit symmetrischen
Schmelzopazitäten an den oberen
Schneidezähnen kombiniert sind. Gering gradig veränderte Zähne
weisen einzelne weiß-cremige bis gelb-braune Verfärbungen im Bereich der
Kauflächen und/oder der Höcker oder des oberen Kronendrittels auf.
Schwerwiegender ist das Auftreten überwiegend fehlmineralisierten
Zahnschmelzes, der alle Höcker mehr oder weniger erfasst, aber nur
geringfügige
Hypoplasien erkennen lässt. Schließlich treten noch Zähne mit
defekter Kronenmorphologie auf, deren großflächige
Mineralisationsstörungen mit ausgeprägten
gelblich-bräunlichen Verfärbungen einhergehen.
In der Literatur wird die
Häufigkeit von MIH mit Werten zwischen 3 und 19 % (Finnland)
angegeben. Diskutiert wird beim Auftreten ein "prärachitischer"
Vitamin-D-Mangel. Weiter werden gehäufte Medikamentenverabreichungen und
Erkrankungen während der ersten drei Lebensjahre, ein Dioxineinfluss
sowie Substanzfreisetzungen aus Kunststoffsaugerflaschen oder Nuckeln
genannt - eine schlüssige Ursache ist bisher (2013) nicht bekannt. Da
die
Schmelzbildung dieser Zähne zwischen dem 8. Schwangerschaftsmonat
und dem 4. Lebensjahr stattfindet, muss die Ursache in diesem Zeitraum
liegen.
Differentialdiagnostisch müssen erwogen werden:
Amelogenesis imperfecta,
Dentalfluorose,
Tetrazyclinschäden,
traumatische Zahnverletzungen im Milchgebiss (nur Schneidezähne),
Fournier Zähne sowie eine atypische
Karies.
Indiziert
werden diese Erkrankungen in D überwiegend nach Wetzel und Reckel (1991)
"Schweregrade fehlstrukturierter Sechsjahrmolaren":
Schweregrad 1: Einzelne weiß/cremig bis gelb/ braune
Verfärbungen/Opazitäten im Bereich der Kauflächen und/oder der
Höcker/des oberen Kronendrittels (s. Abb.).
Schweregrad 2: Überwiegend fehlminerali sierter gelb-bräunlicher
Zahnschmelz, der alle Höcker mehr oder weniger erfasst, aber nur
geringfügige Hypoplasien erkennen lässt.
Schweregrad 3: Großflächige Mineralisationsstörungen mit
ausgeprägten gelblich-bräunlichen Verfärbungen und Defekten in der
Kronenmorphologie aufgrund ausgeprägter Schmelzverluste.
Fournier Zähne,
Zahnentwicklungsstörungen |


ausgeprägte MIH an 2 Schneidezähnen |
Mikroabrasion
engl: microabrasion; nur in Ausnahmefällen angewandte Methode zur
Behandlung von oberflächlichen, internen Farbveränderungen eines Zahnes. Die
geringen oberflächlichen Zahnschmelzverluste werden dabei folgendermaßen
erreicht: Ein Gemisch aus etwa 15 %iger Phosphor- oder Zitronensäure wird auf
die verfärbten Stellen aufgetragen und damit eine abrasive
Politur der Zahnoberfläche durchgeführt. Die Politurtiefe beträgt etwa
200 - 400 µm. Da man dieses Vorgehen als
minimal-invasiv bezeichnet, gehört
die M. nicht zu den Zahnaufhellungstechniken im Sinne eines
Bleichens.
Bleichen/Bleaching,
Schleifen
Mikrobiologie; Wissenschaft und Lehre
von den
Mikroorganismen
mikrobiologische Nachweisverfahren
,
bakteriologische Identifizierungssysteme
Mikrodiathermie
Mikrowellentherapie, engl.: microdiathermy; fälschlicherweise auch
als Kurzwellentherapie ("Kurzwelle") bezeichnet. Während die M.
mit elektromagnetischen Strahlenfrequenzen von größer als 2.000 MHz arbeitet,
ist die Frequenz der Kurzwelle (engl.: short-wave
diathermy;) im Bereich von 10 - 300 MHz angesiedelt. Die wärmende
Funktion der M. wird heute (2008) in der
ZHK nur noch selten eingesetzt (Endodontie,
Sinusitis); bei der Behandlung
gesetzlich Versicherter gilt sie als
obsolet.
Cave bei Anwendung unter
örtlicher Betäubung und Tragen von Prothesen mit
Metallgerüst = Verbrennungsgefahr;
Augen müssen eine Schutzbrille tragen.
Wärmetherapie
Mikrodontie, Ausbildung abnorm kleiner
Zähne, engl.: microdontia;
Zapfenzahn
Mikrofüllerkomposite,
Komposite mit anorganischen Bestandteilen ("Füllern") kleiner als 0,1 µm
Mikrogenie
Unterkieferhypoplasie, Hypogenie, Unterentwicklung des
Unterkiefers, "Vogelgesicht"
engl.: microgenia; entweder
genetisch
(dann meist im Zusammenhang mit anderen Fehlbildungen) oder durch einen
frühzeitigen
Milchzahnverlust im Unterkiefer und einer dadurch bedingten
Unterentwicklung dieses Kieferteils bedingt. Ebenso als Folge von
Kiefergelenkserkrankungen (Ausstrahlen einer chronischen
Mittelohrentzündung), Unterkiefervereiterungen (Osteomyelitis)
usw.
Behandlung: im Kindesalter
kieferorthopädisch (Anregung der Wachstumskräfte durch entsprechende
Apparaturen), später unter anderem. durch
Distraktionsverfahren.
Dysgnathie, Mikrognathie,
Retrogenie,
Retrognathie,
Robin-Syndrom,
Vogelgesicht |

|
Mikrognathie
Oberkieferhypoplasie, Hypognathie , Unterentwicklung des
Oberkiefers, "unechte
Progenie" o. Pseudoprogenie o. "Schüsselgesicht"
engl.: micrognathia; angeborene Unterentwicklung (Missbildung) des
Oberkiefers und Mittelgesichts
einschließlich des
Alveolarfortsatzes; führt zum Erscheinungsbild der
unechten Progenie
bei umgekehrtem Frontzahnüberbiss und Einziehung der Oberlippe.
Apert-Syndrom,
Dysgnathie,
Kreuzbiss, Mikrogenie,
Retrognathie
mikroinvasiv
micro-invasiv; Eingriffe am Zahn oder Zahnfleisch über sehr kleine
Zugänge. Das Eindringen ("Invasion") in das Behandlungsgebiet hinterlässt nur
sehr geringe Spuren ("mikro"). In der
ZHK
bekannt durch die Vorgehensweise "mikroinvasive Therapie der initialen Karies
durch Infiltration mit Kunststoffen"
Kariesinfiltration, minimal-invasiv
Microleakage,
Leakage
Mikroorganismen
Mikroben, engl.: microorganisms, microbes; Sammelbegriff
für kleinste, nur durch Vergrößerung (mikroskopisch) darstellbare autonome
Lebewesen, wie
Bakterien, einzellige, zum Teil fädige, Algen und Pilze,
Hefen, Protozoen usw. .
Viren
zählen trotz ihrer geringen Größe nicht zu den M., da sie sich nicht
selbständig reproduzieren können, sondern auf Wirtszellen angewiesen sind.
M. spielen im täglichen Leben des Menschen eine zentrale Rolle. Allein
auf unserer Haut leben Milliarden von ihnen, im Darm helfen sie bei der
Verdauung und produzieren
Vitamine. Auch
außerhalb des menschlichen Körpers kommen M. vielfältig zum Einsatz, etwa
in der Lebensmittelherstellung oder in Keramikfiltern, um Uran zu binden.
Die Gesamtkeimzahl der M.
im Speichel beträgt bis zu 109/ml; so sind 1.500 bisher
bekannten Arten im "Biotop
Mundhöhle"
anzutreffen.
Biofilm,
Gram Färbung,
Immunsystem,
Infektion,
Mundflora,
Procalcitonin-Test,
Sterilität,
Viren,
Virulenz
Mikrostomie
Mikrostoma, Mundverengung, engl.: microstomy;
abnorme Verkleinerung der Mundöffnung. Zur Beseitigung ist meist ein
operativer Eingriff ("Mundwinkelerweiterung") erforderlich, um die
funktionelle Nahrungsaufnahme zu ermöglichen und ästhetische Probleme zu
beseitigen. |

|
Mikrowellentherapie, engl.: microwave
diathermy ;
Diathermie,
Mikrodiathermie
MiLaDi
Abk. v. "Minimalinvasive Laserablation und Diagnose von oralem Hartgewebe";
noch in der Forschung befindliches Projekt (2011) Projekt zur
Kariesbehandlung
mittels ultrakurzgepulstem
Laser.
Normalerweise ist ein Laser, der besonders gut Karies entfernt, nicht dafür
geeignet, altes Füllungsmaterial abzutragen oder die Aussparung für ein Inlay in
den Zahn zu präparieren, da jedes Material eine andere Laserfrequenz
(Lichtfarbe) benötigt. Aufgrund der hohen Leistungsdichte von MiLaDi soll
beinahe jedes Material bearbeitet werden können.
Milchgebiss; engl.: deciduous teeth
(dentition);
Milchzahn
Milchsäure
engl.: lactic acid; sirupartige, stark ätzende Flüssigkeit (organische
Säure), deren Salze als Laktate bezeichnet werden. Bildung in der
ZHK hauptsächlich durch
Streptokokken (
St. mutans) und im Hinblick auf
Karies auslösende Eigenschaften (
kariogen) auch im geringen Umfang durch
Laktobazillen. Entstehung aus
Kohlehydraten (Zucker)
durch die sog. Milchsäuregärung. M. gilt als der Hauptverursacher
der Karies, da sie den Zahn
demineralisiert (entkalkt).
Natürliches Vorkommen der M. im Sauerkraut oder Saurer Milch.
Ballaststoffe,
Karies,
Kariesbakterien,
Kariesrisiko,
Laktobazillen,
Probiotika und Präbiotika,
Streptococcus mutans,
Milchzahn
Milch(zahn)gebiss, Dens caducus, - deciduus, engl.:
milk tooth, primary tooth, primary dentition,
deciduous dentition (deciduous = herausfallend); normalerweise ab
dem 6. Lebensmonat durchbrechende "erste Zähne" des Kleinkindes, mit
einer sehr viel helleren ("kreidigen") Farbe als die
bleibenden Zähne. Aus dieser Tatsache leitet sich auch der Name
"Milchzahn" ab. Ebenso ist die
Nervhöhle
erheblich größer als bei den nachfolgenden Zähnen (siehe weiter unten).
Auf äußerliche
Fluoridierungsmaßnahmen reagieren M. gleich gut wie bleibende
Zähne.
Wenn aber die M. einmal von
Karies befallen sind, so geht die Zerstörung schneller als bei
bleibenden Zähnen voran: Im Schmelz des Milchgebisses finden sich
strukturelle, histologische und biochemische Unterschiede zu bleibenden
Zähnen: Der Schmelz ist nur etwa halb so dick, prismenfrei und hat einen
geringeren Mineralgehalt. Aufgrund dieser Unterschiede schreiten
Entkalkungsprozesse bei Milchzähnen schneller voran.
Das Milchgebiss - auch als 1.
Dentition bzw. Milchzahngebiss oder temporäres Gebiss
bezeichnet - besteht aus 20 Zähnen; es kennt keine "kleinen Backenzähne"
(Prämolaren)
und
Weisheitszähne.
Milchzahndurchbruch: Die ersten Zähne brechen in der Regel ab dem 6.
Lebensmonat durch; die unteren eher als die oberen. Spätere
Durchbruchszeiten ("Spätzahner") - bis zu 18 Monaten - sind
selten, aber in der Regel ohne Folgen für die weitere Gebissentwicklung;
Ursachen für die Verspätung sind nicht bekannt,
Fluoridgaben werden als eine Möglichkeit diskutiert.
Etwa zwischen dem 6. und 13. Lebensjahr werden alle M. durch
die
bleibenden Zähne mittels
Resorption der
Zahnwurzeln ersetzt (
Ersatzzahn) bzw. das
Gebiss durch zusätzlich Zähne im Backenzahnbereich ergänzt. Die
Wurzelauflösung ("Milchzahnresorption")
des Milchzahns beginnt nahe der Krone des nachfolgenden Zahnes durch
Osteoklasten-ähnliche Riesenzellen - auf dem Röntgenbild entsteht
der Eindruck eines "Auffressens" durch den neuen Zahn.
Bei fast allen Säugetieren existieren M. (Ausnahme
Delfine und Faultiere) - Meerschweinchen kommen meist erst mit der 2.
Dentition zur Welt.
Im Vergleich zu bleibenden Zähnen ergeben sich nachfolgende
Unterschiede (siehe auch nebenstehende Grafik):
- Der
Schmelzmantel ist an keiner Stelle dicker als 1 mm; die
Schmelzoberfläche ist durch eine weitgehend prismenlose
Schmelzoberfläche gekennzeichnet (Schichtstärke 30- 100 µm)
- Die
Pulpakammer der M. ist relativ größer und die Pulpahörner
liegen vergleichsweise exponierter; die Schmelzprismen im
Zahnhalsbereich steigen von der Schmelz-Dentin-Grenze
kauflächenwärts an
- Die
Kauflächen der Milchmolaren sind schmaler, ihre
Bukkal- und Lingualflächen divergieren in Richtung auf einen
deutlich ausgeprägten
zervikalen bzw. basalen Schmelzwulst; der
Mineralgehalt des
Milchzahnschmelzes ist geringer als bei den bleibenden Zähnen
- Die Milchmolaren haben einen breiteren und flächigen
Approximalkontakt; in Milchzähnen ist der vor der Geburt
(pränatal) gebildete Schmelz deutlich weniger dicht mineralisiert
als der postnatale Schmelzmantel
- Die Wechselbeziehungs-Strukturen beim Milchzahndentin sind
deutlich dicker als in der bleibenden Dentition (Dentintubuli sind
größer, das peritubuläre Dentin ist deutlich ausgeprägt und der
Mineralgehalt des intertubulären Dentins ist geringer als bei den
bleibenden Zähnen (permanente Dentition)
Behandlung von Milchzähnen,
Dens,
Dentitionsreihenfolge,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Erhaltung von Milchzähnen,
Extraktion,
Gebiss,
Geburtslinie,
Infraokklusion,
Milchzahnverlust_vorzeitiger,
Mineralisationszeiten,
naturgesundes Gebiss,
Neugeborenenrücklage,
Odontoklasten,
Postlaktealebene,
Stützzonenverlust,
Wechselgebiss,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)
animierte Grafik über die Durchbruchszeiten |

M. eines 5-Jährigen

Durchbruchzeiten der M.

physiologische
Wurzelresorption eines Milchzahns

tabellarische Gegenüberstellung
der Besonderheiten (nach Krämer u. Frankenberger) |

voll ausgebildetes
Milchzahngebiss - Kind etwa 4 Jahre alt;
deutlich sind die
Zahnkeime der
bleibenden Zähne
(blau) zu
erkennen
überarbeitet nach Vorlage von:
Adam

Wechselgebiss
|
Milchmolarendepression;
Milchzahndepression;
Intrusion
Milchzahnkrone,
künstliche, engl.: artificial milk tooth crown;
konfektionierte Krone
Milchzahnpersistenz
von
Persistenz = Verbleiben über einen längeren Zeitraum, engl.:
decidous tooth persistence; Bezeichnung für das Verbleiben eines
Milchzahnes an seiner ursprünglichen Stelle über viele Jahre, unter Umständen sogar
Jahrzehnte bei einer stark verzögerten
Wurzelresorption. in der Regel bedingt durch das Fehlen oder eine
Verlagerung des nachfolgenden (bleibenden) Zahnes, wodurch der
biologische Einfluss zum Auflösen (Resorption)
der Milchzahnwurzel stark herabgesetzt ist. Seltener bei einer sich im
Durchbruch gegenseitig behindernden Zahnüberzahl (z.B.
Mesiodens) oder allgemeinen
Missbildungen (z.B. (Dysostosis
cleido-cranialis).
Allgemeine Aussagen darüber, ob bei einer M. der Milchzahn über
lange Zeit erhalten werden kann (unter Umständen sogar durch
Überkronung)
oder baldigst entfernt werden sollte, sind nicht möglich, da die
individuelle Resorption der Wurzel sehr verschieden ist.
Intrusion, Milchzahn |


Nichtanlage der 2. unteren Prämolaren |

persistierender
u.
intrudierter
Milch-Backenzahn
("Milchzahndepression")
|
Milchzahnresorption; engl. deciduous
tooth resorption;
Wurzelresorption
Milchzahnverlust,
vorzeitiger, engl.: premature milk tooth loss; liegt dann
vor, wenn ein Milchzahn mehr als
ein Jahr vor Durchbruch des bleibenden Zahns verloren geht und wenn die
Stärke des
Kieferknochens über dem durchbrechenden Zahnkeim noch mehr als ein
Millimeter beträgt oder die Wurzellänge des bleibenden Zahnes zu weniger
als 75 Prozent ausgebildet ist. Da sich durch diesen Verlust - besonders
im Backenzahnbereich - ein Verfall der
Stützzone ergibt, ist das Eingliedern eines
Platzhalters unabdingbar, sollen nicht im bleibenden Gebiss später
nur aufwändig zu korrigierende Schäden entstehen. Prophylaktisch sollte
immer auf einen möglichst langen
Milchzahnerhalt geachtet werden.
Behandlung von Milchzähnen,
Erhaltung von Milchzähnen,
Innen-/Außenstand,
Nursing-Bottle-Syndrom,
Platzhalter,
Stützzone,
Zahnwanderung |

|
Millennium
™
Waterlase™ YSGG,
hydrokinetisches Verfahren, engl.: Millennium® YSGG Hydrokinetic
Dental Laser; neuartiges Gerät zur Zahnhartsubstanzbearbeitung (Präparation);
es stellt eine Kombination der bekannten Lasertechnik mit einem
Präzisionswasserstrahl dar und ist von der restriktiven amerikanischen
Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) für den Einsatz im Kieferbereich
zugelassen worden. Nach Angaben des Herstellers soll der konzentrierte
Wasserstrahl für eine ausreichende Kühlung und ein sauberes
Operationsfeld sorgen - entscheidende Kriterien für den praktischen
Einsatz der Lasergeräte.
Klinische Langzeit-Untersuchungen sind bisher nicht bekannt.
Lasereinsatz
|

|
Miller
Willoughby, Dayton (1853-1907), bedeutender wissenschaftlicher und
praktischer Zahnarzt. Auszüge aus einer Biographie von W.
Geurtsen in DZZ 2009; 64 (6):
"... wurde am 01. August 1853 in Alexandria (Ohio, U.S.A.) geboren.
Naturwissenschaftlich interessiert, studierte er bis 1875 Chemie, Physik und
Mathematik an der Universität von Michigan in Arm Arbor/USA. Da die
naturwissenschaftliche Forschung zu dieser Zeit in Deutschland sehr erfolgreich
war, ging Miller nach Berlin, um dort seine Kenntnisse zu vertiefen. Vermutlich
motiviert durch einen in Berlin als Zahnarzt tätigen Landsmann, beschloss Miller
Zahnmedizin zu studieren, und zwar von 1877 bis 1879 in Philadelphia. 1880
kehrte Miller nach Berlin zurück und arbeitete in einer Praxis. Schon in dieser
Zeit als niedergelassener Zahnarzt publizierte Miller hochwertige Arbeiten, so
dass er 1884 als stellvertretender Leiter der Zahnerhaltung an das Zahnärztliche
Institut der Berliner Charite berufen wurde. Damit war er der erste Ausländer im
Lehrkörper dieser 1855 eröffneten zahnmedizinischen Klinik, die als erste in
Deutschland volle akademische Anerkennung erreicht hatte. Das vielfältige
Interesse Millers an den naturwissenschaftlichen Disziplinen wird auch dadurch
dokumentiert, dass er neben seiner Tätigkeit als stellvertretender Leiter der
Zahnerhaltung noch Medizin studierte und schließlich 1887 zum Dr. med.
promovierte. Es mag wohl dieser breitgefächerten naturwissenschaftlichen
Qualifikation geschuldet sein, dass Miller seine bis heute im Wesentlichen
anerkannte Theorie zur Kariesentstehung entwickeln konnte. Hierzu trug bei, dass
Miller sich schon früh mit der oralen Mikrobiologie beschäftigte und damit der
primär handwerklich-chirurgisch geprägten Zahnmedizin eine
medizinisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung gab. 1886 erschien sein in
Leipzig verlegtes „Lehrbuch der konservierenden Zahnheilkunde", das man durchaus
als einen Meilenstein der Karies- und Parodontitisforschung nennen darf."
Miller Kariestheorie, engl.: (Willoughby,
Dayton) Miller's theory of caries;
Kariesbakterien
Miller-Klassen
Klassifikation
parodontaler
Rezessionen ("Zahnfleischrückbildungen") nach Miller
(1985); engl.: Miller's
classification; Einteilung eines Zahnfleichrückgangs an natürlichen
Zähnen in 4 Klassen (s. Abb.):
- Klasse 1
die Rezession reicht nicht bis zur
mukogingivalen Grenze. Interdentales Gewebe (Weichgewebe,
Knochen) ist nicht verloren. Eine vollständige Wurzelabdeckung wird
erwartet. Prognose: sehr gut
- Klasse 2
Die Rezession erreicht oder überschreitet die
mukogingivale Grenze. Interdentales Gewebe (Weichgewebe,
Knochen) ist nicht betroffen. Eine weitgehende Wurzelabdeckung kann
therapeutisch erreicht werden
- Klasse 3
Die Rezession erreicht oder überschreitet die
mukogingivale Grenze; sie zeigt einen leichten
approximalen Gewebeverlust (partieller Verlust der
Interdentalpapille). Dadurch ist die vollständige Abdeckung der
Wurzeloberfläche ausgeschlossen, partielle Deckung möglich
- Klasse 4
Schwere Rezession, die teilweise weit über die
mukogingivale Grenze reicht, mit einem gleichzeitigen Weich- wie
Hartgewebeverlust, meist um den ganzen Zahn herum. Eine chirurgische
Bedeckung der Wurzeloberfläche ist nicht zu erwarten; id.R. erfolgt
eine
Extraktion des Zahnes
Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI),
Rezession,
Schleimhauttransplantat |

|
Miller Nadel
engl.: Miller's smoth o. edge broach; nicht belegtes oder mit
Raspeln/Schneiden versehenes
Wurzelkanalinstrument von rundem oder eckigem Querschnitt. Verwendung als
feines Sondierungsinstrument des
Wurzelkanals oder als Messinstrument zur Bestimmung
der
Wurzelkanallänge.
Reibahle,
Wurzelkanalinstrumente
Mimik
mimische Muskulatur, Miene, engl.: mimic; Gesichtsausdruck/-spiel
als Ausdruck des eigenen seelischen Empfindens oder Nachahmung fremder
Empfindungen (z.B. Schauspieler). Ursächlich für das Erscheinungsbild der M.
ist hauptsächlich die Tätigkeit der mimischen Muskulatur, hauptsächlich
ausgelöst durch den
Gesichtsnerv (N. facialis). Der Gesichtsausdruck wird im wesentlichen
durch Augen, Mund und die beweglichen Teile von Wangen und Stirn hervorgebracht.
Die mimische Muskulatur (engl.: mimetic musculature) besteht aus
einer Vielzahl von Muskeln u. Muskelgruppen, welche sich unterteilen lassen:
- Augenregion
Mm. epicranii mit M. occipitofrontalis u. M. temporoparietalis; Muskeln der
Lidspalte mit M. orbicularis oculi, M. corrugator supercilii, M. depressor
supercilii
- Nasenregion
M. nasalis, Pars transversa, M. nasalis, Pars alaris, M. depressor septi, M.
procerus, M. levator labii superioris alaeque nasi
- Mundregion
obere Schicht: M. orbicularis oris, M. depressor anguli oris, M. risorius,
M. mentalis, M. levator labii superioris alaeque nasi,
mittlere Schicht: M. zygomaticus minor, M. zygomaticus major
tiefere Schicht: M. buccinator, M. depressor labii inferioris, M. levator
anguli oris
Faszialis, Faszialisparese,
Gesicht,
Gesichtsmuskulatur,
Lachen
Mineralisation
"Verkalkung"
engl.: mineralization; Einlagerung von Substanzen (z.B.
Fluoriden, Kalziumsalzen,
Hydroxylapatit) bei der Knochen-, Zahn- u. Skelettbildung in vorgebildete
organische Substanzen. Das Gegenteil - eine Auslösung von Hartsubstanzen (in der Regel
durch Säuren) - drückt der Ausdruck
Demineralisation, engl.: demineralization, aus. Von
Remineralisation, engl.: remineralization, spricht man, wenn
demineralisierte Stellen/Gebiete durch äußere Einflüsse (Speichel,
lokale Anwendungen (z.B. von
Fluoriden)) wieder mineralisiert werden. Eine
Neomineralisation bezeichnet den Aufbau einer Schicht von neuem
zahnähnlichem Material auf der Zahnoberfläche.
Amelogenesis imperfecta,
Demineralisation,
Dentinogenesis imperfecta,
Fluoride,
Hypomineralisation,
Mineralisationszeiten,
Kallus,
Kinderprothese,
Mineralisationszeiten,
Ossifikation,
Osteomalazie,
Owen-Linien,
Remineralisation,
Retziusstreifen,
Schmelzreifung,
Speichelersatzmittel,
Wechselgebiss,
Zahnhartsubstanzdefekte,
Zahnkeim
Mineralisationszeiten
der Zähne, engl.: times of the (teeth) mineralisation;
durchschnittlicher Zeitpunkt, an welchem in die unverkalkten organischen
Zahnanlagen
Hydroxylapatit eingelagert wird. Dieser als "Mineralisation"
bezeichnete Vorgang erfolgt stets von der Schneidekante des Zahnes her
zu seiner Wurzelspitze hin und ist für jeden Zahn zeitlich verschieden.
So beginnt beispielsweise zum Zeitpunkt der
Geburt schon die
Mineralisation des bleibenden
ersten großen Backenzahnes (obere Abb., untere rote Linie), welcher
in der Regel erst mit dem sechsten Lebensjahr in der Mundhöhle erscheint.
Diese Zeiten sind in sofern wichtig, als unter Umständen Allgemeinerkrankungen oder
Medikamentengaben (
Fluoride,
Tetrazyklin) im frühesten Kindesalter sich erst im bleibenden Gebiss
sichtbar auswirken können.
Nach Abschluss der Mineralisation (speziell der Zahnkrone) schließt sich
noch die prä-eruptive Phase an, bevor der Zahn in der Mundhöhle
erscheint. In dieser Phase können keine Störungen (Fluorose,
Tetrazyclinschäden) mehr am Zahn selbst entstehen.
Eruption,
Mineralisation,
Owen-Linien,
Retziusstreifen,
Wechselgebiss,
Zahnkeim,
Zahnhartsubstanzdefekte |

|


Fluoroserisiko
|
mineralized tissue regeneration,
neuartige Klebetechnik an Zähnen;
Bracket
Mineralkrone , Mineralzähne ,
ungebräuchlicher Ausdruck für künstliche Zahnkronen/Zähne aus
keramischen Massen
Mineral Trioxid Aggregate
MTA, ProRoot®; Derivat des Portlandzements (Bauzement) mit den
Hauptbestandteilen Trikalziumsilikat, Trikalziumaluminat, Kalziumoxid und
Siliziumoxid; 1993 von Lee und Torabinejad in die
ZHK
eingeführt. Daneben sind in MTA andere mineralische Oxide enthalten, so z.B.
Wismutoxid zur Erhöhung der
Radioopazität.
Nach Anmischen mit destilliertem Wasser im Mischverhältnis 3:1 (1 g MTA: 0,35 g
H2O) entsteht durch Wasseraufnahme ein kolloidartiges Gel, welches innerhalb 3
Stunden aushärtet und danach nicht mehr löslich ist. Einsatz in der
ZHK zur
Pulpenüberkappung,
Apexifikation,
Verschluss einer Via
falsa und
retrogrades Füllmaterial.
Mineralwasser,
engl.: mineral waters;
Fluoride im Mineralwasser
Miniimplantate
Mini-Dental-Implantate (MDI), engl.: mini implants;
im Durchmesser erheblich von gewöhnlichen Implantaten abweichende
künstliche Zahnwurzeln: mit einer Länge zwischen 13 u. 15 mm und einem
Durchmesser von 1,8 bis 2,5 mm wurden sie ursprünglich zur temporären
Stabilisierung von Zahnersatz während der Einheilphase konventioneller
Implantate und bei kieferorthopädischen Sonderfällen eingesetzt. Heute
(2011) werden M. auch als Ersatz für eine konventionelle
Versorgung bei älteren Patienten (UK-Vollprothese) und Ängsten vor
chirurgischen Eingriffen genannt. Dies vor allem deshalb, weil gute
Langzeitergebnisse mit M. vorliegen und der schmale Durchmesser
eine vereinfachtes Einbringen sowie eine
Sofortbelastung in Verbindung mit der Prothesenstabilisierung
ermöglicht.
Champions-Implants,
Implantat, temporäres;
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minimal-invasiv
Microdentistry, engl.: minimal-invasive, minimum
intervention (MI); von minimal = wenig und
invasiv = eindringend; Bezeichnung für eine
Behandlungstherapie bzw. -ergebnis unter "größtmöglichster Schonung
nicht erkrankter Gebiete"; auch gebraucht für "Vermeidung einer
Überbehandlung"; gebräuchlich in der
ZHK meist im Zusammenhang mit der
Füllungsbehandlung ("Adhäsivpräparation",
"prevention of extension") und bei der Behandlung von
Zahnfleischerkrankungen. Als Idealvorstellung gilt eine Technik, die
wenig invasiv, aber trotzdem wirkungsvoll ist. Neuere Verfahren auf
diesen Gebieten legen besonderen Wert auf diesen Aspekt und tragen -
neben einer Schonung der umliegenden, gesunden Gewebe - zu einer
erhöhten
Compliance der Patienten für diesen Eingriff bei.
m.-i. bedeutet z.B. auch, dass eine Karies im Frühstadium
(
Initialkaries) durch Verbesserung von
Ernährung und
Mundhygiene,
Fluoridierungsmaßnahmen,
Versiegelung und
antibakterielle Methoden zum Stillstand gebracht werden kann.
Black,
Füllung,
Füllungstherapie,
Kariesinfiltration,
Kariesprophylaxe,
Kariestherapie,
Kavitätenpräparation, mikroinvasiv,
Mundschutz,
sonoabrasive Systeme,
SmartPrep,
Tunnelpräparation,
Unterfüllung,
Veneer,
unter sich gehend
Bone Splitting und Bone Spreading als minimalinvasives Verfahren |
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Miniplast-Schiene
Drum Schiene, Aufbissbehelf, besonders dünne Form einer
Aufbiss-Schiene; im
Tiefziehverfahren gearbeitete Kunststoffschiene von 0,5 - 1mm
Durchmesser, welche nur leicht über den
anatomischen Äquator der Zahnkronen reicht; Verwendung als
Aufbiss-Schiene bei
Funktionsstörungen des Kauapparats (
Reflexschiene), bedingt: zur Fixierung von
gelockerten Zähnen, als Trägerschiene für Medikamente (Fluoridierung,
Bleichen von Zähnen), als Grundlage für
Langzeitprovisorien.
Aufbiss-Schiene,
Kariesinfiltration,
Parodontalschiene |

Miniplast-Schiene;
geringe kosmetische und funktionelle Beeinträchtigung
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Miniplatten-Osteosynthese, engl.: (mandibular) miniplate
synthesis;
Osteosynthese,
Plattenosteosynthese
Miswak; Miswaak,
Siwak
Mittelgesicht , engl.:
midfacial; mittleres Gesichtsdrittel mit den
Begrenzungspunkten
Nasion
und Subnasale;
Binder
Syndrom,
Biomet-Gesicht,
Bipupillarlinie,
Gesicht,
Harmonielinie,
Schüsselgesicht,
Stomion
Mittelgesichtsfraktur, engl.:
midfacial fracture;
LeFort ;
Mittellinie
"Mittelsenkrechte", eine der
Kennlinien, engl.: midline; Bezeichnung für eine fiktive
Linie in der
Gesichtsmitte. Bestimmung beim aufrecht stehenden und geradeaus
schauenden Patienten als Mitte zwischen den Pupillen. Im Idealfall
verläuft diese dann über die Nasenspitze, die beiden
Zwischenräume der mittleren Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers
und endet an der Kinnspitze. Einseitige Spiegelungen um diese Linie
ergeben Gesichtsverzerrungen, da in den seltensten Fällen die beiden
Gesichtshälften gleich groß sind. Ebenso ist ein völlig geradliniger
Verlauf des Nasenrückens kaum zu beobachten.
Bedeutung dieser Kennlinie bei vollständigem Zahnersatz (Vollprothese),
wo die beiden (künstlichen)
oberen Schneidezähne an dieser Linie ausgerichtet werden sollten; andere
Meinungen richten diese Kunstzähne an dem verlängerten Verlauf des
Nasenrückens aus.
Ästhetikschablone,
Kennlinien,
Kiefermitte,
Mittellinienverschiebung,
Raphe-Median-Ebene |
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Mittelwert,
engl.:
mean or median value;
GOZ
Mitwirkungspflicht des Patienten, engl,:
(cooperation obligation);
Behandlung,
Compliance
ML-NL-Winkel, Ausrichtung von
Ober- und
Unterkieferbasis zueinander;
Basiswinkel
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