Zahnmedizin - Zahntechnik - Lexikon
-von -Knappschaft _bis_
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis-
es wird der Versuch unternommen, typische und
häufige Behandlungsformen in einer zahnärztlichen Praxis allgemeinverständlich
zu erläutern und Fragen dazu zu beantworten.
Suchen Sie bei unklaren und heftigen Beschwerden unbedingt
einen Arzt auf! Es wird ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass diese Webseite, kein Ersatz für einen Arztbesuch ist.
Auf die Ausführungen im
Disclaimer
wird zusätzlich hingewiesen.
Lockerungsgrad
Zahnlockerungsgrad, engl.: degree of tooth mobility o.
loosening (recorded as 1st, 2nd or 3rd degree); Einteilung einer krankhaft
erhöhten
Zahnbeweglichkeit bzw.
Auslenkung
in 3 Grade:
- Lockerungsgrad I auch: L I
gerade tast- und spürbare, kaum sichtbare horizontale Beweglichkeit bis
1 mm Abweichung von der Normalstellung
- Lockerungsgrad II auch: L II
deutlich sicht- und spürbare horizontale Lockerung über 1 mm
- Lockerungsgrad III auch: L III
sehr deutlich sicht- und spürbare horizontale und vertikale
Beweglichkeit - auch ohne Betasten erkennbar, da Lockerungen schon beim
Wangen- und Zungendruck auftreten.
Zahnlockerung
Locus Kiesselbach
Kiesselbach Ort, engl.: Little's area; Bereich im vorderen
Teil des Nasenseptums, in welchem zahlreiche Gefäße durch
Anastomosen
einen kapillaren Plexus bilden. Bedingt durch diese starke Durchblutung ist
dieser Teil der Nase ein bevorzugter Ort für
Nasenbluten
(Epistaxis).
Löffel
engl.: spoon; 1.) Kurzbezeichnung für einen
Abdrucklöffel (spoon for moulding)
2.) scharfer Löffel (sharp scoop o. spoon):
zum Auskratzen von krankhaften Gewebe in der Chirurgie oder
Kariologie angewandtes "löffelartiges" Instrument ("Löffelexkavator") mit
runder oder ovaler Hohlkerbe
Exkavator
Logan Krone
engl.: Logan crown; historische Stift-Kronenart (nach M. Logan,
amerik. ZA, 1844-1885): Porzellanhülsenkrone mit Silberine-Kern (= Wismuthaltige
Zinnlegierung; Gießtemperatur ca. 600° Grad), worin ein Platinstift eingebettet
ist. Mit diesem Verankerung der Krone in der speziell dafür angepassten
Zahnwurzel. Die Zahnwurzel selbst wird von der L. nicht umfasst.
Jacketkrone,
Richmondkrone,
Stiftaufbau
Loge
Spatium, engl.: loge; medizinische Schlagwortbezeichnung für einen
vorgeformten Körper(hohl)raum, welcher von Bändern,
Faszien, Muskeln
oder Knochen begrenzt ist. Bekanntes Ausbreitungsgebiet für den sog.
Logenabszess
Logopädie
Stimm- und Sprachheilkunde, engl.: logopedia; vom (Zahn-)Arzt zu
verordnende Therapie mit dem Ziel der Erlangens einer individuell befriedigenden
Kommunikationsfähigkeit (Schulfähigkeit eines Kindes, Wiedererlangung der
Berufsfähigkeit usw.). Die Behandlung erfolgt in Einzel- oder Gruppentherapie.
Zu Beginn einer entsprechenden Behandlung werden Artikulation, Wortschatz,
Grammatik, Verstehen von Sprache, sowie Atem-, Stimm- und Schluckfunktion
getestet. Diese Ergebnisse bilden zusammen mit dem ärztlichen Befund die
Grundlagen für die Auswahl der Behandlungsmethoden.
Medizinische Haupteinsatzgebiete der L. sind:
Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, Aphasiker nach einem Schlaganfall, einer
Hirnoperation oder einem Unfall, Menschen mit Stimmstörungen und andere
Patienten, die an Sprach- und Sprechproblemen leiden. So schätzt man in D allein
die Zahl der Stotterer auf ca. 800.000
Es existieren zur Ausübung dieses Berufes Logopäden (= Berufsfachschule
mit der Möglichkeit sich nach der Ausbildung durch ein ergänzendes Studium
weiter zu qualifizieren) und Akademische Sprachtherapeuten (=
Hochschulstudium).
addental,
Dentallaut,
Gesichtsspalte,
Schluckmuster,
S-Kanal
Lohnnebenkosten
engl.: employers' costs, ancillary wage cost; Ausgaben, die der
Arbeitgeber für den Arbeitnehmer zahlt, ohne dass diese Bestandteil des
vereinbarten Gehalts (Lohns) sind - somit jener Teil der Personalkosten, der
über das Bruttoentgelt für die Anwesenheitszeit hinaus vom Arbeitgeber zu tragen
ist. Neben der gesetzlich vorgeschriebenen
Sozialversicherung, der Feiertagsregelung,
Berufsgenossenschaft, Mutterschutzgesetz, und Betriebsverfassungsgesetz sind
freie tarifliche Vereinbarungen (Urlaubs-, Weihnachtsgeld usw.) erhebliche
Kostenfaktoren.
Beitragssatz
Lokalanästhesie
örtliche Betäubung,
Regionalanästhesie, engl.: local anesthesia; in der
ZHK untergliedert in die
Infiltrationsanästhesie,
Leitungsanästhesie,
terminale Anästhesie,
Oberflächenanästhesie,
intraligamentäre Anästhesie, intraossäre
Anästhesie,
diagnostische Lokalanästhesie und
Heilanästhesie.
Die zahnärztliche L. hat heute eine sehr hohe therapeutische
Sicherheit; schwerwiegende Nebenwirkungen oder gar Todesfälle sind
geringer als bei der Einnahme von
ASS oder
Paracetamol. So wurde auf der DGZMK-Jahrestagung (2003) berichtet:
Bei der Untersuchung von Nebenwirkungen eines bestimmten Präparates
(Ultracain,
Lokalanästhetika) über
25 Jahre (1975-2000) wurden insgesamt 3.335 Nebenwirkungen nach 775
Millionen Injektionen mit möglichem Zusammenhang gemeldet, 357 davon
wurden als schwerwiegend eingestuft; 5 Todesfälle könnten in einem
Zusammenhang stehen. Somit beträgt die
Inzidenz (Erkrankungen in einer definierten Bevölkerung pro
Zeiteinheit) von unerwünschten, schwerwiegenden Ereignissen 0,77 bei
einer Millionen Injektionen; die von möglichen Todesfällen 0,0065 bei
einer Millionen Injektionen. Untersuchungen ergaben, dass zwar 82,5%
aller Patienten irgendeine Art der Schmerzausschaltung unbedingt
wünschen, immerhin 52,5% aber eine zahnärztliche Behandlung aus
Angst vor einer Spritze verzögern oder gar ganz vermeiden.
Der Wirkungseintritt bei den klassischen Injektionsmethoden (Infiltrationsanästhesie,
Leitungsanästhesie) erfolgt in der Regel rasch (1-2 Minuten), wobei dieser
im Oberkiefer schneller eintritt, da das Medikament leichter den
(spongiösen) Knochen durchdringt. Im Unterkiefer, wo im Seitenzahngebiet
eine andere Technik angewandt werden muss, der Einstichpunkt individuell
versch. liegt und der Nerveintritt in den Unterkieferknochen anatomische
Variationen aufweist (
Leitungsanästhesie), kann unter Umständen eine längere Verzögerung (5-10 Min.)
möglich sein; unter Umständen ist eine Wiederholung der Injektion an leicht
verändertem Einstichpunkt und Einstichrichtung nötig. Alternative
Methoden - z, B. die intraligamentäre
Technik - zeichnen sich durch einen sofortigen Wirkungseintritt aus,
sind aber nicht für alle Eingriffe (besonders chirurgische) geeignet.
Medikamente und besonders Koffein (starker Kaffee vor der Behandlung)
können die Tiefe der Wirkung individuell stark beeinträchtigen; echte
Anästhesieversager sind extrem selten und können durch Wechseln
auf ein anderes Medikament (
Lokalanästhetika)
kompensiert werden. Die Wirkungsdauer beträgt in der Regel 30-90
Minuten bei abnehmender Tendenz der Wirkungstiefe; die unangenehmen
Begleiterscheinungen (Taubheit der Gesichtsweichteile, "taube Lippe o.
Backe") klingen etwa nach 3 Stunden ab.
Während und nach einer L. können - wenn auch sehr selten -
allgemeine und örtliche Komplikationen auftreten. Dazu zählen:
Unruhe, Zittern, Schwindelgefühl, Herzklopfen und Ohnmacht. Ernste
Komplikationen stehen zumeist mit einer Grunderkrankung in Verbindung.
Örtliche Komplikationen betreffen länger anhaltende
Gefühlsstörungen oder Missempfindungen, Blutungen oder Blutergüsse,
vorübergehende Lähmungen des Gesichtsnerven (Fazialislähmung),
Kanülenbruch, Einatmen oder Verschlucken der
Injektionskanüle.
Allergische Reaktionen werden auf die früher beigemischten
Konservierungsstoffe (Parabene),
und nicht auf das L. selbst, beobachtet - aus diesem Grund sind
heute die meisten Standardpräparate
Parabene-frei.
In der zahnärztlichen Praxis gelten als "klassische Methoden" die
Infiltrationsanästhesie und die
Leitungsanästhesie. In jüngerer Zeit kommt häufig noch die
Schmerzausschaltung mittels einer
intraligamentären Anästhesie in Betracht. Während bei der
Infiltrationsanästhesie örtlich die sensiblen Nervenendigungen durch
Umspritzen des Behandlungsbereiches und Injektion direkt unter die
Haut bzw. Schleimhaut ausgeschaltet werden, blockiert eine
Leitungsanästhesie die Reizweiterleitung im Versorgungsgebiet des
jeweiligen Nervs - dies ist in der Regel in der
ZHK der Unterkiefernerv (N. mandibularis). Weiter kommt eine
Ausschaltung der Nn. buccalis, mentalis, infraorbitalis, nasopalatinus
und alveolares maxillares posteriores in Betracht.
Als Nachteile der klassischen Methoden gelten allgemein primäre
Anästhesieversager (bis zu 20% bei
Leitungsanästhesien im Unterkiefer), ein verzögerter
Wirkungseintritt von 2 Minuten und länger, ein bis zu 4 Stunden
anhaltendes "taubes Gefühl", mit entsprechenden Behinderungen beim Essen
und Sprechen und in seltenen Fällen Nervschädigungen (Läsionen,
Gefühlsstörungen usw.); unter Umständen unbeabsichtigte Aufbissverletzungen
(
Morsus). Die
intraligamentäre Anästhesie kennt diese Nachteile nicht, kann aber
nicht bei krankhaften
Zahnfleischtaschen angewandt werden, ebenso sind chirurgische
Eingriffe damit kaum möglich. Der früher beschriebene Druckschmerz nach
Abklingen dieser Betäubungsart kann mittels moderner Injektionssysteme
mit dosierbarem Druck weitgehend vermieden werden.
Als eine Art "Antidot" zu den Lokalanästhetika existiert das
Präparat ==> "OraVerse ®", welches das Taubheitsgefühl etwa
um die Hälfte verkürzt.
Anämie,
Anästhesie,
Anästhesieversager,
Aspiration,
Audioanalgesie,
Behandlung in der Schwangerschaft,
Bupivacain,
Carpule,
diagnostische Lokalanästhesie,
Elektroanalgesie,
fraktionierte Lokalanästhesie (Injektion),
Geschichte der
Lokalanästhesie,
Heilanästhesie,
Hyaluronidase,
Infiltrationsanästhesie,
Infraorbitalanästhesie,
Injektion,
intraligamentäre Anästhesie,
intraossäre Anästhesie,
Kälteanästhesie,
Leitungsanästhesie,
Lido-Hyal A ®,
Lokalanästhetika,
Morsus,
Nadelbruch,
Narkose,
Nerv,
Normästhesie,
Oraqix, Parästhesie,
Rekordspritze,
Risikopatient,
Schmerz,
Spritzenabszess,
terminale Anästhesie,
Tetracain,
The Wand,
topische Anästhesie,
Tuberanästhesie,
Vasokonstriktoren,
Verkehrsfähigkeit
Schwanger (siehe unter Artikel Index
- Ordner - Schwangerschaft)
|



© der unteren Grafik:
Hersteller +
michaelharf @ thewand.de
Auf dem Markt befinden sich eine Vielzahl von versch. Injektionssystemen

drei Tage alte
Aufbissverletzung im
Lippenbereich nach L. |
Lokalanästhesie
Geschichte, engl.: history of the local anesthesia; in der
Geschichte der Lokalanästhesie
gab es zwei Höhepunkte (Auszug aus "Die Wege zur
Lokalanästhesie in der Zahnmedizin, I, forum-med-dent/sanofi aventis):
1884: die Einführung des
Kokains,
1905: die Entdeckung des
Procains.
1844 führte der amerikanische Zahnarzt Horace Wells (1815-1848) die erste
Zahnentfernung in
Allgemeinnarkose unter
Lachgas
durch
1846 entfernte der Chirurg John Warren (1778-1856) im Massachusetts
General Hospital in Boston einem Patienten schmerzfrei einen Tumor am
Kieferwinkel,
wobei der frühere Sozius von Wells, der Bostoner Arzt William
Morton (1813-1868), Äther als Narkotikum nutzte.
1847 führte der englische Gynäkologe James Young Simpson (1811-1870) als
dritte wirksame Substanz
Chloroform
in die Allgemeinchirurgie ein. Schwerwiegende Nebenwirkungen bis hin zu tödlich
endenden Komplikationen relativierten die Begeisterung für die neuen
Medikamente.
1866 berichtete der Londoner Zahnarzt Benjamin Ward Richardson
(1828-1896) über seine Erfolge mit örtlich versprühtem Äther.
Am 20. Oktober 1884, knapp drei Wochen nach der Erstbeschreibung, nutzte
der in New York tätige Zahnarzt Morgan J. Howe (1844-1914) Kokainlösung zur
Betäubung vor einer Zahnextraktion. John P. Carmichael (1856-1946) aus Milwaukee
wandte Kokain zur gleichen Zeit zur Schmerzausschaltung bei der Spaltung von
Abszessen oder beim Einpassen von Kronenringen an. Die oberflächlich wirkende
Anwendung des Kokains wurde bald durch methodische Neuerungen in ihrer
Anwendbarkeit ausgedehnt, was besonders für die Zahnärzte wichtig war.
1885 : Der in New York arbeitende Chirurg William Stewart Halsted
(1852-1922) führte die Leitungsanästhesie in die Narkosetechnik ein. Er
umspritzte in Tierversuchen Nervenstämme mit Kokain und erreichte damit die
Ausschaltung des gesamten Versorgungsbereiches. Seine ersten Anwendungen
erfolgten im Bereich der Zahnmedizin, wobei die
Mandibularanästhesie die entscheidende Methode zur Verbesserung der
therapeutischen Möglichkeiten darstellte. Neben Oberflächen- und
Leitungsanästhesie entwickelte sich die Infiltrationsanästhesie als dritte Säule
in der Anwendung von Kokain.
1888 berichtete der Genter Arzt Camille Redard (1841-1910) über den
Einsatz des Chloräthylsprays.
1903 durch Beigabe von
Adrenalin
verlängert der Leipziger Chirurg Heinrich Braun die Wirkdauer und -tiefe
1904-1905 Synthese von
Procain durch
Alfred Einhorn. Dieses Medikament gilt über Jahrzehnte als Standardanästhetikum
in der ZHK
1914 Entwicklung eines praktikablen Injektionsgerätes ("Spritze") durch
Fischer; dadurch Durchbruch der Lokalanästhesie in der
ZHK
1930 Synthese von
Tetracain
Entwicklung der heute (2008) gebräuchlichen
Lokalanästhetika:
1943 Synthese von
Lidocain
1957 Synthese von
Mepivacain
1960 Synthese von
Prilocain
1963 Synthese von
Bupivacain
1969 Synthese von
Articain.
Lokalanästhetika
Einz.: Lokalanästhetikum, örtliche Betäubungsmittel, engl.: (local
or topic) anesthetic; chemische Verbindungen zur örtlich
begrenzten Ausschaltung/Empfindungslosigkeit von
Nerv-Reizleitungen,
bei nur geringer Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems. Sie arbeiten auf
folgender Grundlage (Wirkungsweise):
Im Ruhezustand eines Nervs besteht an seiner Membran ein elektrochemisches
Ruhepotenzial zwischen den an der Membranaußenseite dominierenden Natrium-Ionen
und den an der Membraninnenseite dominierenden Kalium-Ionen. Kommt es nun zu
einer Erregung des Nervs, so entsteht eine Permeabilitätssteigerung
(Durchlässigkeitssteigerung) für Natrium, die zu einer Umkehrung des
Membranpotenzials führt (Depolarisation). Lässt die Erregung des Nervs wieder
nach, so lässt ebenfalls die Durchlässigkeit der Membran für Natrium nach,
Kalium strömt wieder in die Nervenzelle ein, bis das Ruhepotenzial erreicht ist.
Die Wirkungsweise der L. besteht nun darin, dass sie in die
elektrophysiologischen Mechanismen der Nervenmembran derart eingreifen, dass die
Depolarisationsschwelle erhöht wird, die Leitungsgeschwindigkeit erniedrigt und
die Refraktärperiode (Zeit nach einer Depolarisation in der keine weitere
Depolarisation folgen kann) verlängert wird. Letztlich kommt es dadurch zur
eingeschränkten oder kompletten Blockade der Nervenfaser.
Neben den Natriumkanälen blockieren L. eine Reihe von spezifischen
G-Protein gekoppelten Rezeptor-Molekülen. Dadurch wird ein entzündungshemmender
Effekt ausgelöst (
Heilanästhesie). Diese Blockierung findet nicht nur bei Nervenzellen,
sondern auch bei anderen Zelltypen statt. So produzieren etwa Leukozyten weniger
Sauerstoffradikale, die Entzündungsreaktionen in Gang halten können.
Grundsätzlich werden die heute gebräuchlichen zahnärztlichen L. in
zwei Gruppen eingeteilt, die der Ester (Ester der
Paraaminobenzoesäure) und die der Säureamide (Amide aus Anilin und einer
Carbonsäure). Die Molekülstruktur besteht aus einem aromatischen Rest, einer
Aminogruppe und einer Zwischenkette. Die Art der Zwischenkette ist maßgebend für
die Zuordnung der L. zur Hauptgruppe der Ester oder Amide.
Aminoester (z.B.
Procain, ein Abkömmling der Paraaminobenzoesäure, Tetracain)
Aminoamide (z.B.
Lidocain (Xylestesin®, Xylocain®),
Mepivacain (Scandicain®),
Bupivacain (Carbostesin®),
Prilocain (Xylonest®) und
Articain (Ultracain®; typisches Mittel bei
Behandlungen in der Schwangerschaft)).
In der Blutbahn werden L. vom Estertyp, wie Procain und Tetracain, durch
die Plasmacholinesterase gespalten und dadurch unwirksam; L. vom Amidtyp,
wie z.B. das Lidocain, werden hauptsächlich in der Leber durch Monooxygenasen
oxidativ aufgespalten und abgebaut.
in der Regel enthalten die L. blutgefäßverengende Zusätze (
Vasokonstriktoren) und bei größeren Darreichungsformen (20 o. 50 ml,
"Stechflaschen") ein Konservierungsmittel (z.B. Methylparaben = Methyl-4-
Hydroxybenzoat). Alle L. mit Katecholaminzusatz (Adrenalin,
Noradrenalin) enthalten
Sulfit oder
Disulfit, ein Antioxidans, welches das sauerstoffempfindliche Adrenalin
stabilisiert und eine zu schnelle Oxidation und damit einen zu raschen
Wirkungsverlust verhindert.
Das in den Anfangszeiten gebräuchliche
Procain
(Handelname:
Novocain®) wird heute wegen gelegentlicher Nebenwirkungen (meist allergische
Reaktionen), schlechter Gewebediffusion und kurzer Wirkungsdauer kaum noch
angewandt.
Ultracain ist das weltweit am meisten untersuchte und verabreichte Mittel
für die zahnärztliche Praxis.
Bis Ende 2001 lagen keine Berichte über keimschädigende Wirkungen von L.
bei der
Behandlung schwangerer Patientinnen vor. Prophylaktisch sollten
Mittel mit hoher Eiweißbindung (z.B.
Articain,
Bupivacain) vorgezogen werden, da so der Übergang auf den Fetus sich nur
langsam vollzieht; empfehlenswert sind ebenfalls Präparate mit nur geringen
blutgefäßverengenden Zusätzen; hier wird Adrenalin in niedriger Dosierung
(1:200.000) empfohlen, Noradrenalin und Felypressin sind kontraindiziert
Umrechnungen:
Umrechnung von Prozent in Milligramm: % x 10 x ml = Gesamtmenge (mg),
z.B. 30 ml
Bupivacain 0,5 %: 0,5 x 10 x 30 = 150 mg.
Beispiel für Umrechnung der Maximaldosis von mg in ml
Bupivacain: max. Einzeldosis 150 mg = 30 ml Bupivacain 0,5 %
(1 % Lösung enthält 1 g Wirksubstanz in 100 ml).
Dosierung am Beispiel Ultracain®:
Patientin, 50 kg, operative Entfernung von 4 retinierten und verlagerten
Weisheitszähnen in Lokalanästhesie:
1 ml Ultracain D-S/ D-S forte enthält 40 mg
Articain
Höchstdosis:
7 mg Articain (Ultracain")/kg KG (Körpergewicht)
50 kg (Körpergewicht) x 7 mg entspricht 350 mg Articain (Ultracain)
Die individuelle Grenzdosis beträgt 8.75 ml Ultracain D-S/ D-S forte
Grenzdosis
Adrenalin (kardialer Risikopatient) beträgt 40 ug Adrenalin
1 ml Ultracain D-S enthält 5 pg Adrenalin
40 ug entsprechen 8 ml Ultracain D-S
Grenzdosis Adrenalin (gesunder Patient) = 0,2 mg Adrenalin
0,2 mg Adrenalin entsprechen 20 ml Ultracain D-S forte oder 40 ml
Ultracain D-S
Als eine Art "Antidot" zu den Lokalanästhetika existiert das
Präparat "OraVerse", welches das Taubheitsgefühl etwa um die Hälfte verkürzt.
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Adrenalin,
Anästhesieversager,
Behandlung in der Schwangerschaft,
Carpule,
Clonidin,
Eugenol,
Fokus,
Geschichte der
Lokalanästhesie,
Heilanästhesie,
Hyaluronidase,
Kälteanästhesie,
Lidocain,
Lido-Hyal A ®, Lokalanästhesie,
Nerv,
Novocain,
Octapressin,
Oraqix,
OraVerse,
Risikopatient,
Tetracain,
Vasokonstriktoren,
Verkehrsfähigkeit
Schwanger (siehe
unter Artikel Index - Ordner - Schwangerschaft)
lokale
Antibiotikazufuhr
Lokalantibiotika, engl.: local antibiotics therapy;
Einbringen
antibiotisch wirkender Medikamente (Antibiotika,
Chemotherapeutika) vor allem in die
infizierte Zahnfleischtasche - gelegentlich in infizierte
Extraktionswunden,
Wurzelkanäle oder
apicale Prozesse (z.B. mittels
Neomycin®).
Sinn dieser Therapie ist es einmal, den Wirkstoff lokal - und dies in
möglichst hoher Konzentration - an den eigentlichen
Entzündungsherd zu bringen und zum anderen die negativen
Begleiterscheinungen einer
systemischen Zufuhr zu vermeiden. Allerdings zeigen vergleichende
Untersuchungen, dass die l. A. allein meist zu keiner
Besserung der Erkrankung führt. Vermutet wird dabei, dass das
Erreger-Reservoir der gesamten Mundhöhle durch die lokale Anwendung
nicht erfasst wird und so eine Re-Infektion leichter möglich ist. Hinzu
kommt, dass es eine Vielzahl an Studien zur l. A. gibt,
die Ergebnisse aber widersprüchlich sind.
Da gerade die entzündete
Zahnfleischtasche einen regen Stoffwechsel aufweist (in einer 5 mm
tiefen Tasche wird die Flüssigkeit ca. 40mal / Stunde ersetzt), ist eine
hohe
Substantivität der Substanzen nötig, um eine lang anhaltende,
konstante (Depot-)Wirkung zu erzielen. Ebenso ist vorher ein
Debridement erforderlich, um den schützenden
Biofilm zu zerstören oder zumindest aufzureißen. Insofern ist dieses
Vorgehen nur als eine Kombination von mechanischen und
chemotherapeutischen Maßnahmen Erfolg versprechend.
Bei der lokalen Therapie unterscheidet man:
- Sustained (= nachhaltig) Release Device
lokale subgingivale Medikamententräger, die bis zu 24 Std. den
Wirkstoff abgeben
- Controlled (= gesteuerte) Release Device
lokale subgingivale Medikamententräger, die länger als 24 Std. den
Wirkstoff abgeben
Folgende Methoden sind in der
Parodontologie im Einsatz:
- mit einem
Antibiotikum getränkter Faden
feine Fäden (Retraktionsfäden),
welche im Inneren mit einem Kupferdrähtchen stabilisiert sind,
werden mit einem nach Rezeptur hergestellten 25-prozentigem
Metronidazol-Gel imprägniert und in die Tasche eingelegt.
Preiswerte Variante sonst teurerer Systeme.
-
Chlorhexidin-Chip (s. Abb.)
Handelsname
Periochip™; Chlorhexidin (2,5 mg Chlohexidinbis/Chip) wird
mit einem Gelatine-Polykondensat als Trägermittel vermischt und gibt
etwa über 7 Tage (ca. 125 µg/ml/Tag) konstant diesen Wirkstoff ab.
Gut geeignet für tiefe Zahnfleischtaschen (> 5mm); kein späteres
Entfernen, da die Trägersubstanz abgebaut wird. Gute Erfolge bei
einer Langzeitbehandlung der
chronischen marginalen Parodontitis.
-
Doxycyclin-Polymer
Handelsname
Atridox™. Sog. "Pharmako-Mechanische
Infektionskontrolle der Parodontitis" = PMIC™. ATRIDOX™ basiert auf
ATRIGEL™, dem "drug delivery system" von ATRIX Laboratories Inc. Es
setzt
Doxycyclin am Ort der Infektion kontrolliert frei, in
Konzentrationen, die um ein Vielfaches höher sind als die MHK-90 (
unterstützende Antibiotikatherapie) für übliche
Parodontitiserreger. Die hohe Doxycyclin-Konzentration (10 %
Doxycyclin) am Wirkort wird über einen Zeitraum von 7 Tagen
aufrechterhalten.
Durch den Einsatz von Doxycyclin-Depotpräparaten
kann nach Untersuchungen (Jorgensen, M G et al.:
Initial antimicrobial effect of controlled-release doxycycline in
subgingival sites. J Periodont Res 2004; 39; 315-319) keine
zusätzliche Reduktion der pathogenen Keime erreicht werden; daher
ist der Einsatz sicherer und günstiger Breitspektrum-Antiseptika zu
bevorzugen.
- Subantimikrobielle Dosierung von
Doxycyclin (Periostat)
Dieser synthetisch hergestellte Kollagenasehemmer wird über
einen längeren Zeitraum eingenommen (Kapsel a 20 mg; 2 x tgl.).
Vorher muss eine gründliche mechanische Instrumentierung (Reinigung,
Politur) der Wurzeloberflächen unter örtlicher
Betäubung erfolgen.
- Einbringen eines
Metronidazol-Gels oder einer Minozyklin-Salbe
-- z.B.
Elyzol-Dentalgel™, eine 25%ige in Glyzerin gelöste
Metronidazol-Suspension. Applikation mit einer feinen Spritze
direkt in die erkrankte Zahnfleischtasche. Dabei nimmt das durch den
Körper abbaubare Gel eine halbfeste Konsistenz an und bewirkt eine
ausreichende Konzentration des Medikamentes bis zu 36 Stunden. Die
Behandlung erfolgt zweimal im Abstand von einer Woche. Nach
Vertreiberangaben (Colgate-Palmolive) soll E. besonders gegen
die "Markerkeime"
Porphyromonas gingivaöis, Prevotella intermedia, Bacteroides
fosythus und Treponema denticola wirksam sein. Hoher Preis - keine
Erstattung durch die
Gesetzlichen KK (nach Herstellerangaben ca. 5,30
€/Zahnfleischtasche). Nicht wirksam gegen den besonders gefährlichen
Actinobacillus actinomycetemcomitans.
-- Minozyklin, ein bakteriostatisches Antibiotikum, hat nur
wenig Langzeiterfahrung
Antibiotika,
Atridox™,
Ledermix™,
Markerkeime,
PMIK ("antiinfektiöse Therapie"),
unterstützende Antibiotikatherapie |

Periochip-Einbringung.
©: der Grafik:
Dexcel
Pharma
|
Lokalisierte Juvenile
Parodontitis, LJP;
Parodontal - Erkrankungen (siehe unter Artikel
Index - Ordner - Zahnfleisch Erkrankungen)
long centric;
Okklusionsfeld
long face syndrom
zu den vertikalen Gesichtsanomalien gehörendes Krankheitsbild mit einer
Gesamtzunahme der
Gesichtshöhe des Untergesichtes ("vertikaler Überschuss"). Hauptsächlich als
Begleitsymptom bei einem ausgeprägtem
Schmalkiefer
und einem frontal
Offenen Biss.
Longitudinalstudie, Longitudinaluntersuchung, engl.: longitudinal study;
Querschnittsstudie
Loops
kieferorthopädische Schlagwortbezeichnung für versch. geformte
Drahtschlaufen in den Bögen von Behandlungsgeräten. Durch Formveränderungen von
L. kann eine Verlängerung/Verkürzung dieser Bögen herbeigeführt werden.
Lophodontie
engl.: lophodont tooth; bei pflanzenfressenden Säugetieren anzutreffende
Kauflächen
im Backenzahnbereich: zwischen den
Höckern
befinden sich quer verlaufende Schmelzleisten ("Querjoche")
LS-Duobloc-Aktivator;
Aktivator
nach Leger-Sörensen; Modifikation des klassischen
Progenieaktivators
mit beiderseits distal eingearbeiteten Schrauben und einem horizontalen
Sägeschnitt
Lückengebiss
Restgebiss, engl.: (partially) edentulous (dental)
arch; Gebissbefund nach Zahnverlusten oder von Geburt aus
fehlenden Zähnen mit unterschiedlicher Einteilung. Siehe unter:
Eichner-Klassen
Kennedy-Klassen
Wild-Klassen
Gelegentlich auch gebraucht für Gebisszustände, bei denen keine Zähne
fehlen, aber aufgrund zu kleiner Zahnbreiten und/oder zu großem Kiefer
("Missverhältnis zwischen Zahn- und Kiefergröße") lückige
Zahnstellungen (spaced teeth) vorliegen - korrekte
Bezeichnung dafür: Lückenstand.
Der menschliche Körper ist auf Effizienz ausgerichtet. Er erhält, was er
braucht und baut ab, was er nicht benötigt. Bei den Muskeln ist dieser
Mechanismus offensichtlich, aber er betrifft in gleicher Weise das
Knochengewebe im Kiefer. Wird es weniger belastet, verringert es sich
und der Halt für die verbliebenen Zähne nimmt ab. Sind mehrere Lücken
vorhanden, kann dieser stetige Knochenabbau sogar zu einer veränderten
Gesichtsform führen. Es ist daher grundsätzlich anzuraten,
Zahnlücken im sichtbaren und funktionellen Bereich möglichst zeitnah
zu schließen.
Bei der zahnärztlichen Versorgung des L. gibt es mehrere
Therapiemöglichkeiten. Deren Bedeutung für den individuellen
Patientenfall kann dabei sehr verschieden bzw. nicht möglich sein:
-- Brücken,
Freiendbrücke (Extensionsbrücken),
Adhäsivbrücken
--
Teilprothesen
--
kombinierter Zahnersatz
--
Implantate (allein oder in Kombination mit konventionellen
Maßnahmen)
Zahnwissen-Festzuschüsse
ab 2005
Abstützung,
Brücke,
Immediatprothese, Lückenschluss,
Proptosis,
Teilprothese,
Verblockung,
Zahnersatz
Broschüre "Zahnersatz aktuell: Versorgungen im Vergleich" |


physiologischer
Lückenstand im
Milchgebiss kurz
vor der
Wechselphase
|
Lückenhalter, engl.:
space maintainer (retainer);
Platzhalter,
Zahnwanderung
Lückenschluss
engl.: space closure;
kieferorthopädische Maßnahme zum Beseitigen einer bestehenden Zahnlücke
(Wiederherstellen eines
Approximalkontaktes). Diese kann durch Nichtanlage, traumatischem Verlust
oder Extraktion von einzelnen oder mehreren Zähnen entstanden sein. Erweitert
werden darunter auch chirurgische/prothetische Maßnahmen verstanden, welche die
Lücke - meist durch einen festsitzenden Zahnersatz (
Brücke) bzw.
chirurgische Eingriffe (z.B.
Implantate) -
funktionell und/oder ästhetisch wieder schließen.
Lückenstand;
Lückengebiss
Ludwig Angina;
Mundbodenphlegmone
Ludwigs Prothese
Vollprothese nach Ludwigs, (Horst L., ZTM), "physiologische
Funktionsprothese", engl.: Ludwigs' full denture; besonders
bei Problemfällen angewandte Prothesenart nach der "Ludwigs-Technik":
Die Prothesenbasis besteht aus dem strapazierfähigen, weichbleibendem
Material LUTEMOLL, welches einer
Metallbasis aufsitzt.
Neuerdings ist die Indikation dieser Technik erweitert worden: Die
"physiologische Funktionsprothese II" kann auch bei Restbezahnung bis
max. 4 Zähne (o. Implantate) eingesetzt werden (s. Abb.). Diese auf
Basis der Ludwigs-Technik entwickelte Abformmethode wird als "IAS
(Integrative Abform Systematik) nach Engels" bezeichnet.
Funktionsabdruck,
Vollprothese
(ausführliche Darstellung
der Techniken) |

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Lüftung, apicale
Lüftung, engl.: cortical trephination;
Schrödersche Lüftung
Luer
Wülfing, auch: Lüer; dtsch. Instrumentenmacher, gest. Paris
1883; in der
ZHK bekannt durch:
Luer Knochenzange (Alveolarzange, "Knochenknabberzange"):
chirurgische Zange mit dem Hohlmeißel nachgeahmten Backen zum Entfernen von
dünnen Knochenpartien
Luer Spritze: historische
Injektionsspritze
mit einem Glaskolben
Luer Ansatz: Ansatzstelle einer
Injektionsspritze
in zwei Ausführungen: konischer Luer Slip-Ansatz (ohne Arretierung, für
kleiner Spritzen, ca. 2-5 ml) und Luer-Lock-Ansatz, auf welchen eine
Kanüle per Drehung festgeschraubt werden kann.
Injektion
Lues connata
angeborene
Syphilis, engl.: do. o. congenital syphilis
(treponemiasis); Infektion des Fetus durch eine syphilitische Mutter mit
den Haupterscheinungsbildern der
Hutchison Trias; im Mund sichtbar an den sog.
Hutchinson-Zähne (Tonnenzähne, s. Abb.). Dabei sind besonders
die mittleren Schneidezähne an ihrer Schneidekante halbmondförmig
eingebuchtet. Die anderen Zähne haben meist ein "tonnenförmiges"
Aussehen, die Backenzähne eine beerenartige Oberfläche (
Maulbeermolar, "Pflüger Molar", "Pflüger Knospenzahn").
Neugeborene weisen in den Mundwinkeln speziell angeordnete Narben auf,
sog. Parrot Furchen.
Die Infektion auf den Fetus erfolgt in der Regel erst nach dem 6. Fetalmonat.
Generell ist die
Syphilis - hervorgerufen durch den Erreger Treponema pallidum -
in den letzten Jahren wieder im Zunehmen begriffen: So wurde ein
verstärktes Auftreten der infektiösen
Syphilis, besonders in Europa, aber auch in den USA registriert.
Im Mund sind meist atypische und schmerzlose
Ulzerationen hochinfektiös und treten im Rahmen der in mehreren
Stadien verlaufenden Syphilis-Infektion als Primäraffekt auf. Eine
Diagnose ist nur serologisch möglich, wobei möglichst mehrere der
Syphilis-Parameter VDRL, RPR, TPHA und FTA-IgM und TFA-IgG bestimmt
werden sollten. Bei Nichterkennung/-behandlung kann es Jahre später zur
Tertiärinfektion mit Bildung von Gummen (
s. Abb.)
und Befall des Nervensystems (Neurolues) kommen.
Fournier Zähne,
Maulbeermolar,
Primäraffekt,
Sabouraud Zähne,
Syphilis,
Zahnentwicklungsstörungen |


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Luftdusche;
Politzer-Dusche
Luft-Pulver-Wasserstrahl-Instrumentierung,
Pulverstrahlgeräte
Lugolsche Lösung
nach Jean Lugol, 1786–1851, Arzt, Paris, engl.: Lugol's solution; mit
der Zusammensetzung: Tinctura Jodi + KJ (Kaliumjodid) [20 + 5; Aqua dest. ad
200]. Anwendung zum Nachweis von Stärke, Schwefeldioxid, Ascorbinsäure oder als
Desinfektionsmittel. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Färbeendoskopie,
auch Chromoendoskopie genannt. Sie erlaubt es,
Tumore besser und vor allem frühzeitiger als bisher zu erfassen. Bei diesem
Verfahren werden im Rahmen der endoskopischen Untersuchung im Bereich
verdächtiger Areale Farblösungen, wie die L., aufgesprüht, welche von
neoplastischen Zellen nicht aufgenommen werden. Dadurch lässt sich Tumorgewebe
von gesundem Gewebe abgrenzen (sog. Jodprobe)
Jodkaliumjodid-Lösung ,
Schiller Jodprobe
Lumineers ™
by Cerinate™; in der Stärke (~ 0,3mm) den Kontaktlinsen ähnliche
Verblendschalen
zur dauerhaften Korrektur von Zahnunregelmäßigkeiten, kleinen Zahnlücken
oder Verfärbungen im Frontzahnbereich. Sie stellen nach
Herstellerangaben eine Weiterentwicklung der bekannten
Veneers
dar und bestehen aus einer leuzitverstärkten Keramikmasse (Presskeramik),
auf welche eine bis zu 20-jährige Garantie gewährt wird. L.
werden in der Regel ohne Abschleifen auf die Zähne geklebt - lediglich im
Bereich der Schneidekanten wird der Schmelz leicht konturiert. Die Zähne
werden in der Vorbereitung gründlich gereinigt und etwas angeraut
("konditioniert"). Eine leichte Entfernbarkeit soll möglich sein.
Haupteinsatzgebiet ist die Verblendung ganzer Zahngruppen (6-8 L.).
Langzeitergebnisse liegen bisher nicht (2009) vor, die
kosmetischen Ergebnisse werden kontrovers diskutiert.
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© by Cerinate™
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Lumineffekt
Begriff für das unterschiedliche Farbverhalten von Stoffen (z.B.
Zähnen), bei Tageslicht eine andere Farbe als bei Kunstlicht anzunehmen.
Während ein natürlicher Zahn bei Tageslicht leicht gelblich erscheint
(durch die im Tageslicht enthaltenen UV-Strahlen) entfällt dieser Effekt
bei Kunstlicht; der Zahn nimmt eine leicht rötliche Farbe an (s. Abb.).
Bei versch.
Kunstzähnen ("Luminzähnen") wird die Tageslichteigenschaft
natürlicher Zähne bei normalem Kunstlicht durch Zugabe lumineszierender
Stoffe nachgeahmt; unter extremen Lichtbedingungen wirkt dieser Effekt
allerdings nicht mehr, die Kunstzähne beginnen zu leuchten
("Discozähne") |

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Lumineszenz
Eigenleuchten, "kaltes Leuchten", engl.: luminescence;
besondere Form der Lichtemission, die nicht durch die sonst typische Verbrennung
von Stoffen ausgelöst wird; Leuchten eines Stoffes ohne gleichzeitige
Temperaturerhöhung, mit einer Unterscheidung in
Fluoreszenz (ohne Nachleuchten) und Phosphoreszenz (langsam abklingendes
Nachleuchten).
Lumineffekt,
Röntgendiagnostik
Luniatschek Tamponstopfer
nach dem gleichn. Zahnarzt benanntes chirurgisches Instrument zum Auffassen von
Tupfern und Streifen und Applikation derselben in eine Wunde bzw. Körperhöhle.
Das Instrument besitzt ein beidseitiges, schwalbenschwanzförmiges Arbeitsteil.
Tamponade
Lupenbrille
probates Hilfsinstrument zur Durchführung diffiziler Arbeiten und Kontrolle
zahnärztlicher Befunde im Nahbereich. Es existieren eine Vielzahl von Geräten
auf dem Markt.
Lupus
erythematodes, (lat. lupus = Wolf; griech. erythematodes =
errötend), engl.: lupus erythematosus; systemische
Autoimmunerkrankung mit den drei Hauptformen: Systemischer Lupus
erythematodes (SLE), Hautlupus und medikamenteninduzierter Lupus
erythematodes; Ursache bisher unbekannt (eine hormonelle Komponente wird
vermutet, da die Erkrankung hauptsächlich bei geschlechtsreifen Frauen
auftritt). Der Name "Wolf" soll dabei einen Bezug auf die teilweise
auftretenden Gesichtsverstümmelungen ("Wolfsbisse") geben.
Je nach Ausprägung des L. treten Veränderungen der
Mundschleimhaut auf. Bei der sog. systemischen L. sind rund
ein Drittel der Patienten betroffen und bei diesem Drittel dann zu 80 %
der weiche und harte Gaumen, seltener die Wangenschleimhaut oder die
Zunge. Bei der chronischen Ausprägung finden sich Symptome häufig an den
Lippen und im Bereich des Lippenrotes, weniger im Inneren des Mundes.
Eine
Xerostomie (Mundtrockenheit) kann vorkommen.
Im Gesicht fällt bei der Hälfte der Betroffenen eine typische Hautrötung
(Schmetterlingserythem, "Schmetterlingsflechte") auf. Weiter kommt es zu
Gelenksschmerzen, Durchblutungsstörungen der Finger, Organbeteiligungen
und allgemeinen Krankheitssymptomen.
Für die Behandlung von Patienten mit L. sind die verzögerte
Wundheilung und Infektionsgefahr durch Medikamente, die das Immunsystem
unterdrücken, ebenso zu beachten wie die mögliche Sekundärinfektion
durch einen Mangel an weißen Blutkörperchen. Außerdem können die
Patienten allergisch auf Penicillin oder Sulfonamide reagieren und die
Blutungsneigung kann durch einen Mangel an Thrombozyten erhöht sein.
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Luschka Lippenpolster
auch: Luschka-v. Pfaundler-Lippenpolster; markant vom übrigen Lippenrot
abgesetzter Querwulst der Lippen beim sehr jungen Säugling, welcher die Lippen
noch besser zur Brustwarze hin abdichtet und so den Saugeffekt erhöht.
Lutschen
und Nuckeln, engl.: suck and suck on; kraftvolles
Saugen an Fingern (bes. am Daumen) und anderen Gegenständen. Gilt als
eines der Hauptursachen von
Kieferverformungen (
Habits). Das besonders beim Säugling ausgeprägte (und in dieser Zeit
natürliche) Verhalten sollte spätestens im 3. Lebensjahr abgestellt
sein, da sonst mit bleibenden Kieferverformungen zu rechnen ist -
trotzdem lutschen heute noch mehr als 50 Prozent aller Dreijährigen an
Daumen, anderen Fingern oder anderen Objekten. Durch den nicht
unbeträchtlichen Druck des Gegenstandes auf die Innenseite der (oberen)
Frontzähne werden diese nach außen gedrückt. Gleichzeitig erfolgt
durch den Unterdruck beim Saugen ein Druck der Wangenmuskulatur auf die
Seitenzähne, mit der Folge einer Verformung des Kiefers nach
oral hin. Zusätzlich wird die Zunge nach hinten verlagert. All diese
Faktoren bewirken ein Hemmung/Fehlbildung von Ober- und Unterkiefer, ein
Aufbiegen des Oberkiefers nach vorn ("Lutschprotrusion", s. Abb.)
und eine Rückverlagerung des Unterkiefers; in ausgeprägten Fällen
Ausbildung eines "lutschoffenen
Bisses". L. über das 6. Lebensjahr hinaus gilt als
krankhaft und bedarf dringend einer (psychologischen) Behandlung.
Nuckeln und Lutschen sind häufig die sprachlosen Bitten um Liebe und
Zuwendung. Auch größere Kinder äußern sich so, wenn sie keinen adäquaten
sprachlichen Ausdruck finden. Nicht befriedigte seelische Bedürfnisse
werden dann durch materielle Befriedigung kompensiert. Wer schon früh
die Erfahrung macht, bei jeder Unlustäußerung etwas in den Mund gestopft
zu bekommen, wird sich an diese Form der Tröstung gewöhnen.
Fehlstellung von Zähnen,
Habits,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Mundvorhofplatte,
Protrusion,
Zahnbewegungen
"Kinderseite". (siehe unter Artikel
Index - Ordner - Kinder, 24 Tipps)
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Lutschfolgen an Fingern und Zähnen ("Lutschprotrusion")

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lutschoffener Biss, engl.: sucking
related open bite;
Lutschen,
Offener Biss
Luxation
Luxatio, Verrenkung, Ausrenkung, engl.: do. or
dislocation, eines Gelenks; vorübergehende oder dauernde, vollständige
Verlagerung der Gelenkflächen, unter gleichzeitiger Überdehnung bzw. Zerreißung
von Teilen der Gelenkkapsel oder des Bandapparates. Häufig wiederkehrende L.
(meist durch eine traumatische Erstluxation ausgelöst) werden als
habituelle Luxation bezeichnet. Begriff auch bei Zahnverletzungen
(
traumatische Zahnverletzungen) gebräuchlich.
Eine unvollständige L. wird als
Subluxation bezeichnet.
Der Begriff "Luxation" wird in der neueren Literatur z.T. durch "Verlagerung"
ersetzt; z.B.: statt "Diskusluxation" wird "Diskusverlagerung" gebraucht.
Da ein Zahn "gelenkartig"
mit dem umgebenden
Kieferknochen verbunden ist, spricht man bei der
Zahnextraktion
auch von einem "Luxieren aus dem Knochenfach"
Hippokrates-Handgriff,
Kiefergelenk,
Kiefergelenkluxation,
Subluxation,
Verriegelungsoperation
Luxationsfraktur
Verrenkungsbruch, engl.: dislocation fracture; gleichzeitiges
Bestehen einer Verrenkung und einer Knochenfraktur in
Gelenknähe; gern mit einer
Verlagerung
des Bruchstückes verbunden. Im zahnärztlichen Bereich bei einer
Collumfraktur
vorkommend.
Kieferbruch,
Stauchungsfraktur
luxieren
"Heraushebeln", engl.: dislocate; in der
ZHK gebräuchliche Bezeichnung für das "Heraushebeln" eines Zahnes/Zahnwurzel
aus der
Alveole im Rahmen einer
Extraktion oder einer
Osteotomie.
Luxation
Lyell Syndrom
Epidermolysis acuta toxica, Epidermolysis bullosa, "Syndrom der
verbrühten Haut"; meist durch Medikamente ausgelöste, seltene, allergische
aber schwerwiegende Hautveränderung (blasige Ablösungen der Epidermis).
Daneben ist bei Kleinkindern das staphylogene Lyell-Syndrom bekannt,
welches durch das Exotoxin Exfoliatin von
Staphylococcus aureus ausgelöst wird.
Abb.:
Lymphadenitis
reaktive Lymphknotenschwellung, engl.: do.;
entzündliche Lymphknotenschwellung im Abflussgebiet
und der Zufuhr von Lymphgefäßen. Eine Lymphgefäßentzündung wird als
Lymphangitis bezeichnet
Lymphangiom
engl.: lymphangioma; gutartige, schlecht abzugrenzende Gebilde
aus versprengtem lymphatischen Gewebe; sie
werden im Gegensatz zu den
Hämangiomen - als echten Neubildungen - den anlagebedingten
Malformationen zugeordnet. L. sind eine typische Erscheinung im
Kindesalter: 90 % aller L. treten im Alter bis zu zwei Jahren
auf. Neben der extraoralen Manifestation im hinteren Halsdreieck finden
sie sich enoral vor allem im Bereich der Zunge und können so eine
Makroglossie vortäuschen. |

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Lymphknoten
auch (falsch) als "Lymphdrüse" bezeichnet, engl.: lymph node;
Filterstation im weit verzweigten Lymphgefäßsystem. Bei einem
entzündlichem Prozess im Kieferbereich sind die entsprechenden
regionalen L. schmerzhaft vergrößert ("Lymphdrüsenschwellung").
Dabei münden die Lymphgefäße im Versorgungsgebiet der
Unterkieferfrontzähne in die submentalen L.; alle anderen
Zahnbezirke in die submandibulären L. (tastbar unterhalb des
Unterkieferrandes in der Nähe des Kieferwinkels).
Immunsystem,
Zungentonsille |

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Lymphozytentransformationstest, LTT,
Allergietest, engl.: lymphocyte transformation test;
Allergietestung
Lyrakiefer;
Omega-Kiefer
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