Knappschaft
Abk. von knappschaftlicher Krankenversicherung; gilt als die älteste
Sozialversicherung der Welt. Der 28. Dezember 1260 ist nach Angaben des
Bergwerkmuseums Rammelsberg das Gründungsdatum. Damals hatte Bischof Johann von
Brakel der Bruderschaft seinen Schutz zugesagt, die zur Unterstützung kranker
und verletzter Bergleute und deren Hinterbliebenen gegründet worden war. Heute
(2011) ist die Knappschaft mit den
Gesetzlichen Versicherungen der Bahn- und Seeleute fusioniert und für alle
offen. Sie bietet eine Kranken- und Rentenversicherung.
Knickbiss
engl.: bend bite?; von A.M. Schwarz geprägte Bezeichnung für die
Schlussbissstellung der Schneidezähnen bei kleinem
Interinzisalwinkel (< 140°), wie diese z.B. bei Zahnfachvorstand
(bialveoläre
Protrusion) oder bei einer
Pseudoprotrusion
(Grundebenenbasiswinkel > 25°) vorkommt.
Knirschen
engl.: grinding; unbewusst ablaufender Kontakt (Aneinandereiben) der
Unterkiefer- an den Oberkieferzähnen, häufig verbunden mit einem
Spannungskopfschmerz und Muskelverspannungen im Nackenbereich. Weltweite Studien
besagen, dass bis zu 70% aller Menschen Zeichen funktionaler Störungen aufweisen
und davon etwa 15% krankhafte Befunde entwickeln. Nach Angaben der BZÄK (2011)
knirschen in D etwa 8-15 Prozent der Frauen und 3-10 Prozent der Männer.
Besonders häufig ist die Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen von diesem
Krankheitsbild betroffen.
K. tritt meist nachts in der sog. rem-Schlafphase (engl. rapid eye
movement) auf und wird vermehrt als Folge von "intellektuellem Stress"
angesehen.
Direkte Kontakte zwischen Zähnen des Ober- und Unterkiefers sind normalerweise
auf den
Kau-
und
Schluckakt beschränkt; beim Kauen (~ 40 Min/Tag) sind die Kräfte etwa bei
20-30 Newton; die Kaumuskulatur hat somit lange Erholungszeiten zur Verfügung.
Bei K. sind diese Belastungen wesentlich höher und können bis zu 950
Newton betragen. Dies kann bei längerem Anhalten zu schweren Schädigungen des
Zahnhalteapparates, zu erheblichem Materialverlust der Zahnkauflächen (
Abrasion),
keilförmigen Defekten, übermäßiger Abnutzung u. Beschädigung von
Zahnersatz und zu
Kiefergelenkserkrankungen führen.
Die Ursachen für das K. sind wissenschaftlich bisher (2008) nur
ungenügend erforscht - Einigkeit besteht darin, dass es sich um ein
multifaktorielles Geschehen handelt; eine
Stresskomponente und/oder ein
gestörter Zusammenbiss ("okklusale Disharmonie") der Zahnreihen werden als
die Hauptauslöser angesehen, andere psychische Problembilder (z.B. eine
krankhafte Aggressionsunterdrückung) für wahrscheinlich gehalten - hier sollte
auch die eigentliche Behandlung ansetzen (z.B. eine Antistresstherapie,
Erzielung eines ungestörten Zusammenbisses usw.). K. von Kindern
ist dagegen eher als normal anzusehen. Bedingt durch die vielen (Erst-)Eindrücke
und dem stattfindenden Verarbeitungsprozess kann es bis zum Zahnwechsel/Pubertät
zu derartigen
Parafunktionen kommen.
Patienten, die nach eigenen Angaben sowohl nachts als auch tagsüber knirschen,
haben ein deutlich höheres Risiko
orofaziale Schmerzen zu entwickeln, als Patienten ohne diese Angewohnheit.
Auch das Kauen von Fingernägeln erhöht das relative Risiko.
Erste Hilfe bieten aus Kunststoff gefertigte
okklusions-adaptierte
Schienen (sog. Knirscherschiene, engl.: biteguard), die die
Zähne und das
Kiefergelenk entlasten und so die Beschwerden mildern, die eigentlichen
Ursachen aber nicht beseitigen.
Abrasionsgebiss,
Aufbiss-Schiene,
Bitestrip,
Bruxismus,
Kaukraft,
Károlyi Effekt,
NTI-TSS,
Parafunktion,
Reflexschiene,
Ruheposition,
Trismus
Knirscherschiene,
engl.: biteguard,
Knirschen
Knochen
Os, Knochengewebe, Bein, engl.: bone; Oberbegriff für
das harte Stützgewebe bei Wirbeltieren; in seiner Gesamtheit auch als Skelett
bezeichnet. Dem menschlichen Skelett werden ca. 206 Knochen zugeordnet; ihre
Form und Größe schwankt dabei erheblich. 10 Jahre nach Beendigung des K.-Wachstums
hat die Knochenmasse beim Menschen ihr höchstes Niveau, um bis zum 80.
Lebensjahr auf die Hälfte zu sinken. Umgeben ist der Knochen von einer
Knochenhaut:
Periost.
Im Knochenskelett findet ein ständiger Aufbau, Abbau und Umbau statt, bewirkt
durch eine koordinierte Aktion von
Osteoklasten
(Abbauer) und
Osteoblasten (Knochenbildungszellen). Täglich werden 07% des menschl.
Skeletts durch neuen (gesunden) Knochen ersetzt - alle 142 Tage wird so das
gesamte Skelett erneuert.
Knochendefekt,
Knochendichte, Knochenersatzmaterialien,
Knochenregeneration,
Knochenmark,
Osteolyse (Knochenauflösung),
Ostitis
(Knochenentzündung)
Knochenabbau, engl. bone loss;
Alveolarkammatrophie,
Osteolyse
Knochenbolzung
engl.: bone bolting; chirurgische Maßnahme zum Unterbinden einer
(arteriellen) Blutung aus Knochengefäßen. Mit einem speziellen, stumpfen
meißelförmigen Instrument (Punze) werden die das Blutgefäß umgebenden
Knochenbälkchen zum blutenden Gefäß hin kondensiert; es erfolgt so ein
mechanischer Verschluss des Gefäßes. Andere Methoden verwenden (allein oder
zusätzlich) zur Blutstillung
Knochenersatzmaterialien oder spez. synthetische "Knochenwachse"
(Zus.: raffiniertes weißes Bienenwachs 80 %, Isopropyl palmitate 20 %).
Nachblutung
Knochendichte
engl.: bone sensity; meist durch Röntgenstrahlen mittels
Computertomopgraphen, auf dem Prinzip der Photonenabsorption oder mittels
Ultraschall (Ultraschall-Transmissionsgeschwindigkeit ,UTG) beruhende
Messverfahren (sog. Knochendichtemessung oder Osteodensitometrie); in der
ZHK vor allem Bedeutung zur Bestimmung der Qualität des
Implantatlagers.
Die K. wird wissenschaftlich in Hounsfield-Einheiten (HE =
Hounsfield Units, HU) angegeben: 500 HU stellen eine mittlere
Knochendichte dar, während 2.100 HU typische Messwerte für dichten Knochen sind.
Eine mehr praktische Einteilung kennt vier Dichteklassen und orientiert sich
dabei am Bohrgefühl:
D1 = Eiche
D2 = Buche
D3 = Balsaholz
D4 = Styropor
Lekholm und Zarb (1985) unterteilen die Knochenqualitäten ebenfalls in vier
Klassen (D1–D4):
D1: fast ausschließlich kompakte Knochensubstanz
D2: dichte Spongiosa, umgeben von breiter Kortikalis
D3: dichte Spongiosa, umgeben von dünner Kortikalis
D4: lockere Spongiosa, umgeben von dünner Kortikalis
Knochendichten nach D1 und D2 werden überwiegend im Unterkiefer, D3 und D4
überwiegend im Oberkiefer angetroffen. Zusätzlich ist für die Festigkeit des
Knochens auch noch der trabekuläre Aufbau des Kollagengerüstes von Bedeutung,
welcher in den D-Klassifizierungen nicht berücksichtigt ist.
Knochenlager
Knochenersatzmaterialien
künstlicher Knochen, Knochentransplantat, engl.: bone
substitutes, bone augmentation materials, artifical bone,
bone-forming materials; K. dienen primär zur
Stabilisierung des Blutkoagulums, als
Platzhalter für einwachsende Gefäße und als Leitstruktur für den sich
neu bildenden Knochen. Darüber hinaus sollte es zu keiner Entzündung
oder Infektion führen und bis zur Knochenregeneration volumenstabil
sein.
Komplikationen bei der Gewinnung körpereigenem Knochens, die begrenzte
Verfügbarkeit und die Schwere des körperlichen Eingriffs förderten und
fördern die Entwicklung einer Vielzahl von K. zur Minimierung
dieser Risiken. Einsatz in der
ZHK
für
Augmentationen, Auffüllung von
Knochendefekten (z.B. Ausschälung großer
Zysten), dem
Sinuslifting, in der
Implantologie und
Parodontologie (
parodontale Regeneration).
In der Medizin bezeichnet man das operative Einbringen von lebenden
Organteilen in den Körper als
Transplantation, das von künstlich geschaffenen, die jeweilige
Organfunktion nachahmenden Gebilden, als
Implantation.
Beim Transplantieren heilt der verpflanzte Knochen selten direkt ein;
vielmehr regt er die körpereigene Knochenneubildung als "Gerüst" an und
wird nach einiger Zeit (ca. 1 Jahr) durch körpereigenen Knochen ersetzt.
Entscheidend ist deshalb eine möglichst poröse Struktur des Ersatzes,
damit eine gute Durchwachsung mit körpereigenem Knochen stattfinden
kann.
Im Gegensatz dazu beschleunigen Konzentrate knochenbildender
Wachstumsfaktoren (
BMP- u.
PRP-Verfahren) die
körpereigene Knochenneubildung
Grobe Unterteilung in (wobei die ersten 3 Gruppen auch als
Knochentransplantate (bone grafts) bezeichnet werden; siehe
auch unter
Transplantat):
- autogene, autologe Materialien
diese entstammen dem eigenen Körper, haben die größte Potenz
und gelten bei den K. als das Optimum. Gewinnung in der ZHK
aus dem
Tuber maxillae bzw. der Linea obliqua (Kieferwinkel,
Retromolarenbereich), der
Kinnregion
oder aus dem Beckenkamm (
Knochenspan), einer Rippe
oder dem Schienenbein. Gewinnung in erforderliche Menge manchmal
aufwendig (größere chirurgische Eingriffe, stationärer Aufenthalt)
und mit gewissen Problemen behaftet, besonders dann, wenn er aus
mundfernen Regionen (z.B. Beckenkamm) stammt: Je nach Verfassung des
Patienten kann der Eingriff in
Vollnarkose zu Komplikationen führen. Bevorzugt wird
spongiöser Knochen ohne Kompakta ("Spongosiatransplantat"),
da dieser wegen seiner aufgelockerten Struktur besser einheilt als
mit Kompakta versehener Knochen.
Autologer Knochen bedingt meist ein zweites Operationsgebiet;
Sensitivitäts- und
Wundheilungsstörungen können dadurch auftreten. Weiter ist neben
den möglichen
resorptiven Eigenschaften eines autologen Transplantates bei
älteren Patienten ein ausreichendes Knochenangebot und eventuell die
Qualität des Knochens nicht zufrieden stellend.
Die beste Akzeptanz bei Patienten hat die Entnahme von autologen
Knochenblöcken aus dem
Retromolarenbereich; bei einer Entnahme aus dem Kinnbereich
sollte eine Aufklärung derart erfolgen, dass Sensibilitätsstörungen
und Profilveränderungen in der Spenderregion auftreten können.
- allogene /
homologe Materialien ("Allografts")
diese stammen - einer Blutkonserve ähnlich - von menschlichen
Spendern, sie sind speziell konservierend behandelt ; z.B.
Grafton®.
Immunologische Reaktionen und die Gefahr einer
Hepatitis- oder
HIV-Infektion können auftreten. Das Einwachsen dieser derart
behandelten homologen Knochenstückchen ist besser als bei
unbehandeltem homologen Knochen, jedoch schlechter als bei autologen
Fragmenten.
Bankknochen
- xenogene / heterologe Materialien
-- tierischen Ursprungs; seit Bekannt werden der bovinen
spongiformen Enzephalopatie (BSE) nicht unumstritten;
bekannter Vertreter
Bio-Oss™
;
bovin,
Kieler Knochenspan
-- pflanzlichen Ursprungs, z.B. auf Algenbasis;
Algipore®
- synthetische (alloplastische) Materialien, engl.:
synthetically manufactured bone augmentation materials:
Hauptsächlich Verwendung von Sinterkeramiken wie
Hydroxylapatit und
Tricalciumphosphat. Derartige Materialien werden maximal 1 cm
von körpereigenem Knochen durchwachsen, da die Gefäßversorgung
(Vaskularisierung) nicht tiefer reicht. Der positive Effekt
kalziumhaltiger Knochenersatzmaterialien auf die parodontale Heilung
beruht anscheinend auf der Vergrößerung der Wundfläche.
Eine bessere
Osteoinduktivität als Sinterkeramiken sollen die
hochporösen, nanokristallinen Siliziumoxid-(SiO2)-Xerogel-Matrizes
aufweisen.
Kompakte Aluminiumoxidkeramik
wurde erfolgreich im Bereich der Unterkiefer und am Kiefergelenk
sowie für
Augmentierungszwecke eingesetzt.
Viel versprechend für die Zukunft erscheinen poröse Materialien aus
reinem Kohlenstoff, in die das Gewebe hineinwachsen kann. Was
Granulate betrifft, sollten nach Ansicht einiger Wissenschafter nur
solche in Betracht gezogen werden, mit denen die originale
Knochenstruktur im Sinne des "Remodelling" wiederhergestellt werden
kann. Das vollständig absorbierbare
ß-Tricalciumphosphat (bekannter Vertreter:
Cerasorb™) erreicht dieses Ziel. Die Ergebnisse sind weiter
verbesserungsfähig, wenn das Material mit
autologem plättchenreichem Plasma vermischt wird. Damit ist es
möglich, auch ausgedehnte
Kieferknochendefekte zu beseitigen und die originale
Knochenstruktur wiederherzustellen.
Menschliche, knochenbildende Zellen (Osteoblasten)
zeigen auf Knochenersatzmaterialien unterschiedliche Reaktionen.
Das dichteste Zellwachstum erzielte PepGen P-15 (ein bei hoher
Temperatur hergestelltes bovines Hydroxylapatit mit einem zusätzlichen
synthetischen Peptid), im Gegensatz zu BioOss, für das die geringste
Proliferationsrate gemessen wurde.
3D-Printing,
AAA-Knochen,
Algipore,
Alveolenstabilisator,
Antibiotikaprophylaxe,
Atrisorb,
Augmentation,
Autoplastik,
Autotransplantation,
BMP,
CCARD,
Cerasorb,
Explantation,
Genioplastik,
Harvest BMAC,
Gesteuerte Knochenregeneration,
Knochenbolzung,
Knochenheilung,
Knochensauger, Knochenspan,
Osseointegration,
Ossifikation,
Osteoplastik,
Osteosynthese,
Ostim,
PRP,
regenerative Medizin,
Sinuslift,
Tissue engineering,
Transplantat,
Trepanbohrer
|

Präparation
eines
Knochenzylinders
zur Gewinnung von autologem Knochen

Ersatz eines großen, tumorbedingten Knochendefekts.
© der Grafik:
|
Knochenfissur, Knochenriss,
Haarbruch, engl.: hair-line fracture, bone crack;
Infraktur
Knochenfräse
Lindemann Fräse, engl.: bone burr, Lindemann's burr;
verschieden ausgeformte (rund, oval, spitz) Fräsen zur maschinellen Bearbeitung
von Knochen. Typisch ist die sog.
"Schwertschliffverzahnung" (
Bohrer). K. lösten den früher gebräuchlichen Knochenmeißel (bone
chisel) bei den meisten Eingriffen am Knochen ab.

Lindemann Fräse,
Osteotomie,
Piezochirurgie
Knochenglättung
Knochenabtragung, engl.: bone shaving or smoothing;
chirurgische Glättung der Knochenoberfläche bzw. Entfernung von knöchernen
Spitzen und Graten, wie diese z.B. nach einer
Extraktion
am Rand des
Alveolarfachs auftreten können; meist mit großen
Rosenbohrern
durchgeführt.
Knochenhämangiom - intraossäres
Hämangiom ;
Hämangiom
Knochenhaut; engl.: periosteum;
Periost
Knochenheilung
Knocheneinheilung, Knochenregeneration, engl.: bone o. bony
union; komplexe biomechanische Wiederherstellungsvorgänge am defekten
Knochen, in mehreren Phasen ablaufend. Dabei können u.a. sowohl Fehl- wie auch
Überbelastungen, mangelnde Blutversorgung, Infektionen und altersbedingte
Gegebenheiten zu einer verzögerten oder sogar Fehlheilung (Pseudarthrose)
führen. Dabei scheint die initiale Knochenheilung maßgebend für den weiteren
Heilungsverlauf einer Fraktur zu sein.
Nach einer
Extraktion hat der Kieferkamm einen mittleren Verlust der horizontalen
Breite von 3,8 mm und einen mittleren vertikale Verlust in der Höhe von 1,24 mm
innerhalb von 6 Monaten nach Zahnextraktion.
Bei
Knochenbrüchen Unterscheidung - je nach Art und medizinischer Versorgung -
in primäre (auch: „direkte Knochenheilung“; Zusammenwachsen durch
Anlagerung von neugebildetem Knochengewebe ohne äußere
Kallusbildung)
und sekundäre (unter Bildung von Faserknorpel, der mit der Zeit durch
aktivierte
Osteoblasten verknöchert und sich wieder abbaut (remodeling)) K..
Osteosynthese
Die klassische K. in der
ZHK ist
der Zustand nach einer
Zahnextraktion.
Hier laufen andere Vorgänge ab, da hierbei ein
Knochendefekt (leere
Alveole) wieder
aufgefüllt werden muss:
Wundheilung
Bei der Knochen-Einheilung eines
Transplantats
erfolgt die K. mittels Integration des überpflanzten Gewebes (
Knochenersatzmaterialien) im
chirurgisch vorbereitenden Knochenlager: Einwachsen
von Gefäßsprossen und knochenbildenden Zellen; das Implantat dient somit quasi
als "Gerüst" für den neu sich bildenden Knochen.
Zur Einheilung von Implantaten:
Osseointegration,
Peripilastrium
Knochenkaries
Knochenfraß, Knochennekrose, Knochenescherung,
rarefizierende Ostitis,
engl.: bone caries; eitrige oder granulomatöse
Ostitis
als Folge einer
Knochentuberkulose oder
Syphilis;
Zahnkaries
Knochenlager
"Knochenfundament", Knochenqualität, in der
ZHK im Sinne von Implantatlager o. Implantatbett bzw.
Transplantationsbett gebraucht, engl.: bone bed or (implant)
bone supporting area; der Bereich des (Kiefer-)Knochens, in welchen
ein
Implantat inseriert wird. Dabei orientieren sich Erfolge/Misserfolge (
Osseointegration) stark an der Knochenstärke, - dichte, -struktur und
-vitalität; insofern ist eine präoperative Analyse dieser Faktoren unabdingbar.
Neu (2007) ist hierfür die Bestimmung der Dichte des
Knochens mittels Ultraschall bzw.
DVT (2009). Denn
die Ausbreitung von Ultraschallwellen im Knochengewebe hängt von dessen Dichte
ab: Je stabiler der Knochen, desto schneller durchdringen ihn die Wellen (
.
Implantat, Knochendichte,
Knochenersatzmaterialien,
Knochenheilung,
Peripilastrium,
Transplantat
Knochenleitung
engl.: (cranial) bone conduction; Weiterleitung des Schalls auf direktem
(knöchernen) Weg zum Gehörorgan. Diese Tatsache ist mit dafür verantwortlich,
dass sich künstliche Schallquellen (z.B. Musik) zur Ablenkung von
"Bohrgeräuschen" in der
ZHK als weitgehend wirkungslos erwiesen haben.
Bohren
Knochenmark
medulla ossium, engl.: bone marrow; reich an Zellen und
Blutgefäßen bestehendes Gewebe, welches das Knocheninnere (Spongiosa) ausfüllt.
Unterteilung in Blutmark (rotes K.) und Fettmark. Vorkommen des K.
in Röhrenknochen, Rippen, Brustbein, Schulterblättern, Schädeldachknochen, Hand-
u. Fußwurzelknochen
Knochen,
Osteomyelitis
Knochenmeißel;
Osteotomie
Knochenplastik;
Osteoplastik
Knochenregeneration, gesteuerte;
Guided bone regeneration, GBR
Knochensauger
Knochenspanabsauger, engl.: bone collector, bone grafter,
bone scraper (designed for dental implant surgery); Schlagwortbez. für
versch. konstruierte Geräte zur chirurgischen Absaugung von Knochenspänchen
("Knochenchips") während des Bohrvorgangs beim Setzen eines
Implantats.
Derartige Knochenteile können, wenn sie fachgerecht abgesaugt werden, zum
Auffüllen an anderer Stelle (z.B. zum Auffüllen des
Implantatlagers bei der
Sinusbodenaugmentation) eingesetzt werden.
Knochenersatzmaterialien
Knochensequester; engl.: bone
sequestrum;
Sequester
Knochenspan
Spanplastik,
Blocktransplantat, engl.: bone chip o. graft; meist
körpereigenes (selten tierisches) in der Regel aus dem Beckenkamm oder der
Kinnspitze stammendes Knochenstückchen zum Auffüllen von Knochendefekten
oder Aufbauen von Knochen (
Augmentation). Dabei dient das verpflanzte Stückchen als
"Trägerschiene" für neue, vom Körper selbst gebildete Knochenstrukturen.
Abb.:
Präparation eines Knochenzylinders zur Gewinnung von
autologem Knochen
Knochenersatzmaterialien, Knochenheilung,
Knochensauger |

|
Knochenszintigraphie
Szintigraphie von Szintillation (lat.) = Flackern, Aufblitzen, Funkeln,
nuklearmedizinische Untersuchung, engl.: bone scintigraphy;
bildgebendes Verfahren, in dem Radionuklide (Isotope vom Typ Jod-131 (J-131
T½ = 8 Tage); Technetium-99 (Tc-99 T½ = 6 Std); Thallium-201 (Th-201 T½ = 73
Std); Xenon-133 (Xe-133 T½ = 5,3 Tage) in den Körper eingebracht werden, dort
zerfallen und schwach radioaktive Strahlung (Gamma-Strahlung) aussenden. Die
S. liefert Bilder über den Aktivitätszustand verschiedener Gewebe. Weil in
einem entzündetem Gebiet der Stoffwechsel und damit die Durchblutung schneller
abläuft, kommt es zu einer für die Entzündung typischen Verteilung der
Strahlung. So lassen sich Entzündungsherde exakt lokalisieren,
Die Aktivitätsverteilung (räumliche Verteilungsdichte der aus dem Körper
austretenden Gamma-Strahlung) wird als Bild im sog. Szintigramm (s. Abb.)
dargestellt. Die Registrierung der Gamma-Strahlung erfolgt entweder durch einen
Scanner oder mit einer Gammakamera.
So lassen sich Funktionsvorgänge (z.B. Zell-Aktivitäten) besonders gut
darstellen (der Knochen "strahlt" entsprechend). In der
ZHK Einsatz bei Erkrankungen wie
Osteomyelitis oder Nachweis bzw. Ausschluss von Metastasen bei
Tumorerkrankungen; unter Umständen auch bei Verdacht auf frische
Knochenbrüche, wenn der Befund des Röntgenbilds fraglich war.
Bis auf die Jod-131-Szintigraphie ist die
Strahlenbelastung - bedingt durch Isotope mit kleinen Halbwertzeiten (T½) -
gering.
bildgebende Verfahren
Knochentasche
infraalveoläre o. intraossäre K., engl.: intraosseous
pocket; bedingt durch Knochenabbau der
Alveole in seitlicher Richtung ("Seitenabbau",
"Vertikalatrophie") bei einer fortgeschrittenen Parodontitis (
Parodontitis marginalis profunda). Unterschieden werden ein-,
zwei- und dreiwandige Taschen*),
deren Darstellung allerdings
röntgenologisch nicht immer möglich ist. Nach gründlicher Säuberung
der Taschen und Reinigung des Wurzelzements (
Parodontalbehandlung) erfolgt eine Auffüllen der K. mit
Knochenersatzmaterialien mit evtl. zusätzlicher chirurg.
Knochenmodellation der K.-Ränder. In schweren Fällen kann bei
mehrwurzligen Zähnen eine
Hemisektion zum Erhalt eines Teiles vom Zahn versucht werden.
*) dem dem Begriff "-wandige"
liegt folgende Systematik zugrunde:
Wie bei einem Raum gibt es vier Wände. Nicht als Wand zählen
Zahnwurzeln, oder wo kein Knochen mehr vorhanden ist. Bei dem Begriff
"zweiwandig" (nebenstehende Abb. o.) ist die K. begrenzt nach
mesial
(vorn) und
distal (hinten) jeweils durch eine Zahnwurzel, nach
bukkal
(links) und
lingual (rechts) jeweils von Knochen.
Biomarker,
Hemisektion,
Höhenabbau, Knochendefekt,
Kürettage,
Parodontalchirurgie,
Zahnfleischtasche |


|
Knochentransplantat,
Knochenverpflanzung, engl.: bone graft;
Knochenersatzmaterialien
Knochenzyste
Kieferzyste, engl.:(jaw) bone cyst; glattwandige,
flüssigkeitgefüllte Hohlraumbildung ohne die "klassische"
Epithelauskleidung, meist im vorderen Teil des Unterkiefers, von
unbekannter
Genese. Neben den versch. Zystenarten (
Zyste) werden in der
ZHK unter K. meist die isolierte, nicht von den Zähnen
ausgehende solitäre Knochenzyste (solitary bone cyst (SBC))
verstanden. Diese ist bei Kindern die dritthäufigste tumoröse
Knochenläsion nach dem nicht ossifizierenden Knochenfibrom und den
Osteochondromen.
Pseudozyste |

|
Knopfanker
Ruschanker, Scheu-Anker, Tropfenklammer, engl.:
retentiv anchor; der
Bonyhárd-Klammer ähnliche Drahtklammer mit einem kugelig verdickten
Ende, welches aber nicht an der Zahnfläche anliegt, sondern
interdental zwischen zwei Zähnen unter der
Infrawölbung angreift. Gebräuchlich in der Kieferorthopädie (
Aktive Platte, hier auch unter dem Namen Knopfklammer bekant)
und bei
Provisorien als
Halteelement.
Klammer |

einfaches Provisorium mit zwei K. als
Haltevorrichtung |
Knopfnaht, engl.: button suture ;
Naht
Knopfsonde
engl.: bulb-headed or bulbous probe, olive probe;
stabförmige
Sonde
unterschiedlichen Durchmessers mit endständigen Verdickungen ("Knöpfen") zum
stumpfen sondieren von empfindlichen Gewebsteilen (z.B.
Mund-Antrum-Verbindung)
Knopfzähne, engl.: (gold) button teeth;
Goldknopfzähne
Koagulum
Blutkoagulum, Koagel, Blutgerinsel, "Blutpfropf", "Blutkuchen",
engl.: coagulum or (blood) clot; Endprodukt einer Blutgerinnung,
welche nach einer Verletzung und einer reflektorischen Gefäßverengung
(Hämostase) erfolgt: Thrombozyten haften sich an freiliegenden Kollagenfasern
der Umgebung an. Sie werden aktiviert, verändern dabei ihre Morphologie und
setzen Substanzen wie ADP, Thromboxan A2, plättchenaktivierenden Faktor,
Serotonin, Katecholamine , Plättchenfaktor 4 und b-Thromboglobulin frei. Dies
führt zu einer irreversiblen Verklumpung (Aggregation) der
Thrombozyten, welche als zelluläres Koagulum bezeichnet wird. Am Ende dieses
komplexen Vorgangs wird
Fibrin gebildet,
welches das K. primär stabilisiert. Dieses Fibrinnetz bildet zusammen mit
sich darin verfangenden Erythrozyten und Thrombozyten den endgültigen gemischten
Thrombus, der im Laufe der Zeit mit Endothel überzogen wird und somit zu
einem dauerhaften Verschluss der Wunde führt.
Bei der
Wundheilung nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen kommt der
Unversehrtheit des K. eine entscheidende Bedeutung zu
Extraktion, Knochenheilung,
Wundheilung,
Wundinfektion
Kochsalz, physiologische
Kochsalzlösung, engl.: salt, physiological saline solution ;
Natriumchlorid
Kochsalzfluoridierung, engl.: salt
fluoridation, fluoridation of table salt;
Salzfluoridierung
Kodein,
Codein
Kofferdam
Spanngummi, engl.: dental or rubber dam;
hauptsächlich in der
Endodontie und beim Legen von Füllungen angewandtes Hilfsmittel aus
dünnen
Latexgummi (um allergischen Reaktionen in Zusammenhang mit
Latexprodukten entgegenzuwirken, sind auch puder- und latexfreie
Produkte auf dem Markt erhältlich), welches den zu behandelnden Zahn von
seiner Umgebung und damit von den in der Mundhöhle vorhandenen Bakterien
und Feuchtigkeit isoliert (
absolutes Trockenlegen). 1864 von Barnum unter der Bez. "Cofferdam"
in die
ZHK
eingeführt. Dieser Name soll sich vom holländischen "Coffern" =
"hermetisch abdichtbare Kammern im Inneren eines Schiffes" ableiten. Mit
Aufkommen der
Absauganlagen in den 60er Jahren des letzten Jhds verlor der K.
an Bedeutung in der täglichen Praxis, wird aber heute wieder vermehrt
als unabdingbar gefordert (s.u.).
K. wird über einzelne Zähne oder
Zahngruppen gespannt und durch entsprechende Klammern ("Kofferdamklammer")
oder Fäden (Ligaturen)
entlang des Zahnfleischrandes gehalten; alternativ existieren noch
Wetjets (eine Art
Zahnseide auf Kofferdam-Basis) u.
Interdentalkeile als Befestigung. Durch vorher individuell
angefertigte Löcher (mittels Lochzange) ragt die Zahnkrone aus
dem K. heraus und erlaubt so eine saubere und trockene Behandlung
- ohne Zutritt von Blut und Speichel - des entsprechenden Zahnes.
Die routinemäßige Anwendung in der zahnärztlichen Praxis hat sich wegen
seiner "umständlichen" und für einen Ungeübten aufwendigen Handhabung
und Patientenvorbehalten (z.B. ist eine Kommunikation nur stark
eingeschränkt möglich, der Pat. fühlt sich eingeengt) nicht durchsetzen
können - unter
Endodontologen ist die Einschätzung allerdings einhellig: Der
Kofferdam ist unverzichtbar, er ist eine "conditio sine qua non" bzw.
der "Sicherheitsgurt des Endodontologen"; dies aus drei Gründen:
1. Sicherheit (50 %)
2. Trockenheit
3. Schutz des Patienten vor
Spüllösungen und die meist bessere Sicht in den Wurzelkanal
Nach ZA Freitag, Prof. Hellwig
(Freiburg, in ZM
Nr.1 2006) gibt es folgende Gründe für den Kofferdam:
optimales Feuchtigkeitsmanagement über längere Zeit (
absolutes Trockenlegen)
verbesserte Arbeitssicherheit
Infektionsschutz und -prophylaxe
Schutz und Retraktion der angrenzenden Weichgewebe
optimierte Sicht und Qualitätssteigerung
Als Kontraindikation
führen die gleichen Autoren auf:
schwere obstruktive Atemwegserkrankungen
Klaustrophobie
Epilepsie; gegebenenfalls Rücksprache mit Hausarzt und Prämedikation
bekannte oder vermutete Latexallergie; latexfreien Kofferdam anwenden
geistige und / oder körperliche Behinderungen
Und als Beeinträchtigungen werden erwähnt:
Veränderung der Zahnfarbe durch Austrocknung der Zähne (reversibel)
erschwerte Nachinjektion bei Lokalanästhesie
erschwerte Durchführung von Röntgenaufnahmen
unzureichende Stärke des
Approximalkontaktes bei restaurativen Maßnahmen
Beklemmungsgefühl oder Atmungsbehinderungen des Patienten.
Als Neuentwicklungen führen die gleichen Autoren auf:
Optidam (KerrHawe); ergonomischer K. mit "noppenartigem
Design" und passenden anatomisch gestalteten Rahmen. Die
dreidimensionale Gestaltung soll mehr Übersicht und Handlungsspielraum
beim Behandeln ermöglichen. Auch an den Aspekt der Zeitersparnis ist
gedacht worden. Beispielsweise entfallen einige Arbeitsschritte durch
das neue "noppenartige Design", wie das Markieren der Lochpositionen und
das Ausstanzen der Löcher
Optradam (Ivoclar Vivadent), dreidimensional anatomisch
ausgeformter K. ohne die Notwendigkeit der Fixierung durch
Metallklammern. Zwei ringförmige und flexible Kunststoffringe sind
bereits im Kofferdam integriert. Die klammerfreie Funktionsweise und die
dreidimensionale Flexibilität versprechen eine einfache Applikation und
erhöhten Tragekomfort
Instidam (Loser), konfektionierter, sofort einsatzbereiter K..
Er ist auf einen runden und flexiblen Fertigrahmen montiert und bereits
perforiert
Safe-T-Frame (SDS), Kofferdamrahmen aus glasfaserverstärktem,
röntgentransluzentem Kunststoffmaterial mit neuartiger
Profilgestaltung. Durch seine Doppelhalbrahmenform kann das
Kofferdamtuch spannungsfrei im Rahmen fixiert werden
Im Rahmen der "Bleachingwelle"
sind in jüngerer Zeit vermehrt Gingivaprotektoren ("flüssiger
Kofferdam") auf dem Markt, welche ursprünglich lediglich einen
Schutz des Zahnfleisches vor dem Bleach-Gel bewirken sollten. Sie eigen
sich aber auch zum Abdichten kleiner Undichtigkeiten am K. auf
Gummibasis.
Geschichte: 1861 stellt die Fa. Good Year die Vulkanisierung vor;
1864 Einführung in die ZHK durch den New Yorker Zahnmedizinstudent
Sanford C. Barnum. 1882 entwickelt S.S. White die erste Lochzange für
den Kofferdam; Delos Palmer beschreibt 32 Klammertypen. 1943 wird
Latex beim K. erstmals eingesetzt.
Fremdkörperaspiration,
Latex,
Sicherungskettchen,
absolutes Trockenlegen,
Watterolle
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Anlegen von K.

Überarbeitet nach ©:
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kognitive Verhaltenstherapie
CBT, engl.: cognitive behavioral therapy; Methode zur Behandlung
chronischer
Schmerzzustände. Diese Therapie hat zum Ziel, unangemessene Wahrnehmungen,
Bewertungen und Gedanken (Gedanken = Kognitionen), die z.B. zu Angst, Ärger und
Verspannungen führen, umzugestalten. Mit Hilfe einfacher Methoden, wie z.B. der
Bewusstmachung selbstschädigender innerer Überzeugungen (Gedankenfehler), dem
Hinterfragen von schädigenden Phantasien und der Einübung von hilfreichen
Bewältigungsstrategien wird erreicht, mit belastenden Situationen positiver als
bisher umzugehen.
Angst,
Schmerzen
Kohlenhydrate
KH, Saccharide; ebenso wie die Fette und Eiweiße zu den
Grundnahrungsmitteln gehörende und in der Natur weit verbreitete Stoffklasse
(zusammengesetzt aus Kohlen-, Sauer- u. Wasserstoff) mit den bekannten
Vertretern
Zucker und
Stärke. K. sind eine der Grundlagen für die weit verbreitete
Infektionskrankheit
Karies ("ohne Kohlenhydrate keine Karies").
Sie sind aus einem oder mehreren Grundbausteinen aufgebaut. Je nach Anzahl
werden sie bezeichnet als:
- Monosaccharide = Einfachzucker, z B. Glukose (Traubenzucker) und
Fruktose (Fruchtzucker)
- Disaccharide = Zweifachzucker; z.B. Saccharose (Rohr- und
Rübenzucker), Laktose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker)
- Polysaccharide = Vielfachzucker; z. B
Stärke
in Getreideprodukten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten
Der Name ist von der chem. Grundformel Summenformel Cn(H2O)n
(= Hydrate des Kohlenstoffs) abgeleitet. K. kann der Körper prinzipiell
selbst aus anderen Stoffen herstellen - die Menge reicht allerdings nicht aus,
sodass unsere Nahrung etwa 50 % an K. enthalten sollte.
Der Brennwert von K. bestimmt, wie viel Energie beim Abbau
freigesetzt wird. Da Energie freigesetzt wird, trägt der Wert ein negatives
Vorzeichen (z.B. Brennwert von Glukose: -2840 jJ/mol). K. haben einen
annähernd gleichen Wert wie Eiweiß und einen geringeren wie Fette.
Empfehlenswert ist nach wie vor ein hoher Kohlenhydratverzehr von
mindestens 50 % der Nahrungsenergie überwiegend in Form komplexer Kohlenhydrate,
z. B. Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis, Vollkorn-Getreideflocken,
Gemüse, Obst und Kartoffeln. Diese Lebensmittel liefern neben Vitaminen
sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe und tragen zur Magenfüllung und
Sättigung bei. Bei geringerer Kohlenhydratzufuhr ist mit einer kompensatorisch
höheren Aufnahme von Fetten zu rechnen. Durch den verlangsamten Einstrom der
Kohlenhydrate aus den oben genannten Lebensmitteln ins Blut werden hohe
Blutzuckerspiegel vermieden und der Insulinstoffwechsel weniger belastet.
Demnach entsprechen die Empfehlungen der DGE einer Kost mit niedrigem
Glykämischen Index (GI). Letzterer ist aufgrund der zahlreichen variablen
Einflussgrößen (Zusammensetzung eines Lebensmittels, Verarbeitungsgrad,
Zusammensetzung der Mahlzeit, individuelle Schwankungen) derzeit noch keine
verlässliche Größe zur Bewertung der Lebensmittelqualität.
Amylum (pflanzl. Stärke),
Diabetes,
Ernährungsempfehlungen,
Glykogen
(tierische Stärke),
Karies
Kohlensäureschnee, engl.: carbon
dioxide snow ;
Kältetest,
Vitalitätsprüfung
Kohletiegel
engl.: "carbon crucible"; beim Schmelzen von
Legierungen
eingesetzter Tiegel, welcher eine störende Oxidbildung dadurch verhindert, dass
beim Erhitzen im K. eine Kohlendioxid-Atmosphäre entsteht, welche dem
Luftsauerstoff keinen Zutritt zur Oberfläche der Schmelze lässt.
Kohortenstudie
"Follow-up-Studie", Kohorte = eine nach bestimmten Kriterien ausgewählte
Personengruppe, zu den
prospektiven Studien gehörend, engl.: cohort study; Beobachtung des
Verlaufs einer Krankheit oder Therapie an einer ausgewählten Personengruppe über
einen längeren Zeitraum. Dabei werden weitere parallele Gruppen bezüglich der
Auswirkungen eines Einflussfaktors über einen längeren Zeitraum beobachtet. K.
werden gern bei prognostischen Fragestellungen (z.B.
Inzidenz einer
Erkrankung) herangezogen.
Blindversuch,
Langzeitstudie,
Screening
Kokain
Cocain, Benzoylekgoninmethylester, engl.: cocaine; früher
benutztes Schleimhaut-Betäubungsmittel (Oberflächenanästhesie).
Wegen der bekannten Suchtgefahr (Cocainismus) in der
ZHK nicht mehr gebräuchlich; heute (2008, D) nur noch am Auge zugelassen.
Codein,
Lidocain,
Novocain
Kokken; kugelförmige
Bakterien ;
Staphylokokken,
Streptokokken
Kollagenase
engl.: collagenase; den Gerüsteiweißkörper Kollagen (leimartiger,
stark quellender Eiweißkörper in
Bindegewebe,
Sehnen, Knorpeln, Knochen) spaltendes
Enzym.
K. spielen beim Gewebsabbau (Knochenabbau, Rückgang des Zahnfleisches,
Lockerung von Zähnen) besonders bei
Zahnfleischerkrankungen eine bedeutende Rolle und können aktiviert werden
von den sich in den Zahnfleischtaschen befindlichen Bakterien (
Markerkeime). Dies führt dann zu einer Auflösung der Strukturen des
Zahnhalteapparates mit der Folge von Zahnlockerungen und Zahnverlust. Besonders
das Pharmakon
Doxycyclin greift in diesen Kreislauf
antibiotisch wirksam ein.
Kollagenschwamm
engl.: collagen sponge; aus unterschiedlicher Kollagenherkunft (Rind,
Pferd, Schwein) stammendes getrocknetes Eiweiß; in der
ZHK
hauptsächlich zur Wundversorgung bei
Blutgerinnungsstörungen oder "künstlichen Blutern"
eingesetzt. In Kombination mit
Fibrinklebern
ist eine Blutstillung und Gewebeversiegelung von flächenhaften Wunden möglich.
Hämostyptika
Kollaps
Koller, engl.: collapse; aktiver oder passiver Zusammenbruch eines
Organs mit der Folge eines Kreislaufversagens. Laienhaft häufig gleichgesetzt
mit der
Ohnmacht (Synkope;
flüchtige (kurzfristige) Kreislaufinsuffizienz mit Verminderung der
Hirndurchblutung). Im Gegensatz zum
Schock spontane Rückbildung
kollateral
engl.: collateral; Lagebezeichnung für seitlich, auf der Seite gelegen;
auch für benachbart, nebenan. Als Kollateralen bezeichnet man Blutgefäße,
die das gleiche Gebiet versorgen und bei Ausfall des ursprünglichen Blutgefäßes
dessen Funktion übernehmen können ("Ersatzblutbahn", "Kollateralkreislauf")
Zahnflächen
Kollektivprophylaxe;
Gruppenprophylaxe
Kollimator
Strahlenfilter, engl.: collimator; u.a. in der
Röntgenologie gebräuchliche Vorrichtung aus Blei zur Absorption von
Strahlen: ein versch. starker, mit vielen parallelen Bohrungen
versehener Block lässt nur Strahlen austreten, die annähernd in der
Richtung der Bohrung verlaufen. Nicht erwünschte Streustrahlung wird so,
je nach Blockdicke, fast vollständig absorbiert. Es gelangt so nur fast
parallele Strahlung auf das Untersuchungsobjekt. |

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Kolloidabformmassen
engl. colloidal compounds; Oberbegriff für
Abformmassen
auf Agar-Basis.
Bekannte Vertreter sind das
Alginat
(irreversible K.) und die
Hydrokolloide
(bei Erwärmung reversible K.)
Kollum;
Collum
Kollumfraktur, Kondylusfraktur,
engl.: condylar fracture;
Collumfraktur,
Kieferbruch
Kollumwinkel
engl.: collum angle; gradmäßige Abweichung (Divergenz) der
Längsachse der Zahnkrone zur Längsachse der Zahnwurzel; in der Regel handelt
es sich hierbei um kleine Winkel.
Der zum K. kongruente Winkel heißt Kronen-Wurzel-Winkel.
Hierfür werden Werte zwischen 168° bis 184° angegeben.
Krümmungsmerkmal,
Zahn. |

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Kölner Sollwerte
"Kölner Zahlen", engl.: Cologne nominal values; vereinfachte Messmethode
nach Schmuth zur Bestimmung der
Zahnbogenbreite nach "Bezugswerten der Kölner Bevölkerung".
Kolobom; engl.: coloboma; ungebr.
Bez. für eine
Gesichtsspalte
Kombinationsklammer
engl.: combination clasp; 1.) eine Kombination versch.
Klammerarten beim
Ney-Klammersystem; 2.) eine konventionelle
Klammer,
welche aus gegossenen und gebogenen Elementen besteht (selten, meist bei
Reparaturen von gegossenen Klammern vorkommend)
Kombinationsprothese
1.) kombinierter (festsitzend-herausnehmbarer)
Zahnersatz, Kombiprothese, engl.: two-part denture.
Zahnersatz, welcher aus einem, im Mund fest einsetzten und einem
herausnehmbaren Teil besteht: z.B. einer
Verblockung der eigenen Schneide- u. Eckzähne mit Kronen
(festsitzender Teil), kombiniert mit einer
Teilprothese (herausnehmbarer Teil) zum Ersatz für die fehlenden
Backenzähne. Als
Verbindungselemente zwischen den beiden Teilen dienen
Geschiebe,
Stege oder
Teleskope dienen. Abweichend davon kennen die
Richtlinien für die kassenzahnärztliche Versorgung neben
Cover-Denture-Prothesen nur
Teleskope/Konuskronen
als K. an. (
befundorientierter Festzuschuss für Zahnersatz ab 2005 - allgemeiner
Teil)
2.) beidseitige
Teilprothese, welche auf der einen Kieferseite einen
Schaltsattel, auf der anderen einen
Freiendsattel aufweist
Abstützung,
Geschiebe,
kombiniert
festsitzende Versorgung,
Parallelometer,
Primäranker,
Resilienzgeschiebe,
Teilprothese,
Zahnersatz
Broschüre "Zahnersatz aktuell: Versorgungen im Vergleich" |
Abb. zu 1.)
Prinzip der K.
|
Abb. zu 2.)

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Kombinationsschiene nach
Schuchardt;
Schuchardt Schiene
Kompakta
Substantia compacta, engl.: (bone) compacta; die feste, äußere
Schicht (Rinde) des Knochens, z.B. im seitlichem Unterkiefer. Den weichen,
inneren Teil des Knochens bezeichnet man als
Spongiosa.
Dekortikation, Kortikalis,
Ostitis
Kompaktor
nach McSpadden, Guttapercha-Kondensor, engl.:
compactor, gutta-condensor; rotierendes Wurzelkanalinstrument
(ähnlich einer linksdrehenden
Hedströmfeile) zum Plastifizieren von
Guttapercha
im Wurzelkanal. "Ein speziell angepasster Guttaperchastift wird in den
Wurzelkanal eingebracht und mit einem Kompaktor bei ca. 10 000 U/min, unter
leichtem Druck erhitzt. Bei der auf diese Weise entstehenden Reibungswärme kommt
es zur einer Plastifizierung des Materials, das nun nach apikal kondensiert
werden kann. Der Kompaktor arbeitet hierbei wie eine linksdrehende Schraube, die
die Guttapercha nach unten schiebt" (aus: "Wurzelkanalfüllungen
mit Guttapercha")
Kondensation
Kompensation;
dentoalveoläre Kompensation
Kompensationskurve
engl.: compensating curve; das Prinzip der Kombinationskurve besteht
darin, die Kauflächen der im Hauptkraftfeld der Kaumuskeln befindlichen
künstlichen Backenzähne in eine für die Funktion günstige Stellung zu bringen
und dadurch das
Christensen-Phänomen zu kompensieren. Dieses wird dadurch erreicht, dass die
Molaren etwa rechtwinklig zur Hauptzugrichtung der Kaumuskeln stehen. Im
natürlichen Gebiss wird dies durch eine mechanische Anpassung der Zahnreihen
erreicht.
Christensen-Phänomen,
Kalottenartikulation,
kaustabile
Zone,
Okklusion,
Spee-Kurve,
Vollprothese,
Wilson Kurve
Komplementärmedizin
"ergänzende / optimierende Medizin", engl.: complementary
medicine; Verfahren, die teilweise medizinisch anerkannt sind (wie z.B.
Akupunktur,
Homöopathie,
Hypnose, Manual- und
Neuraltherapie,
Naturheilverfahren, Phytotherapie, wenn sie sich auf ihr eigentliches
Einsatzgebiet beschränken). Davon abzugrenzen sind viele der wissenschaftlich
nicht anerkannten "alternativen Behandlungsmethoden" aus dem Bereich der
Paramedizin.
alternativen Behandlungsmethoden,
Ganzheitliche Zahnmedizin,
integrative Medizin,
Naturheilverfahren,
Schulmedizin,
Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Komplettierung
Komplettieren, engl.: "completion"; Schlagwortbezeichnung für das
zahntechnische Hinzufügen ("komplettieren") von Kunststoffteilen (künstliche
Zähne, Kunststoff-Prothesenbasis)
an/auf ein
Metallgerüst. Ausdruck stammt noch aus der Zeit, wo nur die Metallbasis
in spez.
Dentallabors hergestellt wurde; in einem "normalen" Labor erfolgte dann die
K.
Komplexgebühr
engl.: complex fee; Jargongausdruck aus dem
zahnärztlichen/zahntechnischen Gebührenbereich; unter K. versteht man die
Kosten, welche "unter dem Strich" (also mit allen Nebenleistungen, wie z.B. der
Betäubungsspritze, dem Provisorium usw.) für eine zahnärztliche Leistung - z.B.
eine Krone - entstehen. Eine K. für zahnärztliche Leistungen war in der
ZHK bis 1975 in der
Prothetik und
Kieferorthopädie üblich. Ähnlich einer
Fallpauschale soll die K. einer Mengenausweitung durch ein System von
Einzelleistungsvergütungen entgegenwirken.
BEMA,
Fallpauschale,
Gesamtvergütung, Kopfpauschale
Komplikationen
bei zahnärztlichen Eingriffen, engl.: complications, occurence
of concomitant disorders; zur Grunderkrankung/Grundbehandlung
hinzukommendes, nicht vorhersehbares Ereignis, welches den Verlauf negativ
beeinflusst. Im Gegensatz zu rein naturwissenschaftlich ausgerichteten
Disziplinen in der Medizin durchaus und ohne Verschulden des Arztes vorkommend.
CIRS
(Fehler-Melde-Systemen),
Haftung
Kompomere
polysäuremodifiziertes Komposite, engl.: compomere; zahnfarbener
Füllungswerkstoff als eine Kombination aus
Glasionomerzement (GIZ) und Kunststoff (matrixmodifiertes
Komposite), heute als Untergruppe der
Komposites eingeordnet. Mit dem Ausdruck
"Kompomere" soll der Eindruck entstehen, dass es sich um eine Kombination aus
Komposite und
Glasionomerzement (GIZ) handelt - dies trifft nicht zu. Vielmehr sind in die
Matrix der K. bifunktionelle säuremodifizierte Monomere integriert,
welche neben der erforderlichen klassischen
Lichthärtung auch eine Säure-Base-Reaktion unter Feuchtigkeitseinfluss haben
sollen, was eine Verarbeitung im relativ feuchtem Bereich ermöglicht. Wegen des
Komposit-Anteils braucht es eine
adhäsive
Anbindung an die Zahnhartsubstanz (z.B. PSA-Prime).
Die seit 1984 auf dem Markt befindlichen K. (Dyract®, DeTrey) weisen eine
hohe Elastizität aus (ähnlich der von
Mikrofüllerkompositen), verbunden mit einer geringeren Härte und den von den
GIZ
her bekannten guten Haftfähigkeiten am Zahn, was den Einsatz besonders im
Zahnhalsbereich (Black
Klasse V), bei
Milchzähnen und als
Stumpfaufbaumaterial rechtfertigt; wegen mangelnder Materialfestigkeit
(Verbiegungen) nicht im Backenzahngebiet von Erwachsenen als endgültige
Versorgung indiziert; Weiterentwicklungen (z.B. Dyract eXtra™)
sollen erhebliche Verbesserungen aufweisen. Ähnlich wie
GIZ haben K. die potentielle Eigenschaft, beigefügte
Fluoride in geringen Mengen allmählich abzugeben ("Fluoriddepot"); deshalb
wird ihnen eine gute kariesvorbeugende Wirkung am
Füllungsrand ("Randspaltkaries") nachgesagt.
Bekannte Vertreter der K. sind z.B. Compoglass®, Dyract®, Hytac®;
Standardvertreter ist hier der Werkstoff Dyract™ Dentsply
DeTrey, neuerdings der Werkstoff Dyract™ eXtra. Ausgehärtet werden die K.
meist durch
Lichthärtung.
Für den
Einsatz im Milchzahngebiss werden neuerdings "Glitzerfüllungen" auf
K.-Basis angeboten. Die Farbgebung wird dabei durch
Silikat- oder Kalibeimischungen erreicht, Langzeitstudien liegen bisher
nicht vor.
Amalgamalternativen,
Glasionomerzement,
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen,
Füllungsmaterialien,
Füllungsmaterialien-Nebenwirkungen,
Komposite,
Unterfüllung,
Zahnhalsfüllung
Komposite
auch Komposit, engl.: composite; zu den "weißen"
Füllungsmaterialien gehörender
zahnfarbener
Werkstoff mit einer Vielzahl unterschiedlicher Zusammensetzungen und
Eigenschaften. Seit Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in der
adhäsiven Füllungstherapie vielfältig eingesetzt und häufig auch als
Amalgamalternative bezeichnet - einen Amalgamersatz können K.
z.Zt. noch nicht darstellen, da allein schon die Komplexität der Verarbeitung
und der dadurch bedingt höhere Preis (Zuzahlung
bei
gesetzlich Versicherten!) dem entgegensteht.
Wenn auch eine kaum überschaubare Vielzahl an K. z.Zt. auf dem Markt
sind, so unterscheiden sich diese bei den konventionellen K. im Prinzip
lediglich in der Art und Größe der Füllkörper, da die Grundsubstanz nach der
sog. "Bowen-Formel"
bei den meisten Stoffen identisch ist (2011). Modifikationen dieser
"Formel" sind ein Ersatz des in jüngster Zeit nicht unumstrittenen
Bis-GMA durch
UDMA
(Urethan-Dimethacrylate) oder TEGDMA (Triethylen-Glycol-Dimethacrylate)
bzw. die Anwendung von mehrfunktionellen Oligomeren und Monomeren aus
thiolenehaltigen Grundsubstanzen (TATATO, Trithiol, Tetrathiol). Diese,
ebenfalls nicht unumstrittenen Substanzen sollen die Verarbeitung im Sinne einer
angepassten
Viskosität verbessern (
"Bowen-Formel").
Daneben besteht eine Gruppe jüngerer, noch weniger bekannter K. (z.B.
das nanokristalline
"Diamond"), welche nicht auf einer "Bowen-Formel-Matrix"
aufbauen, sondern sich einer
Phenol-Epoxine-Matrix (PEX-DMAE) bedienen. Zelltoxische
Untersuchungen zeigen bei diesen Materialien ausgezeichnete Werte,
Polymerisationsschrumpfungen sollen unter 1 % liegen.
Die Füllkörper der K. sind entscheidend verantwortlich für die Festigkeit
und
Abrasion und haben einen entscheidenden Einfluss auf die
Schrumpfung beim Abbinden ("Polymerisieren")
der Füllung. Eine Kunststoffmatrix ohne Füllkörper hätte eine Gesamtschrumpfung
von 10 - 20 %; durch geeignete Füllkörper kann dieser Wert auf etwa 2 - 3 %, bei
PEX sogar unter 1 % reduziert werden.
Die früher übliche Einteilung der K. nach LUTZ bestand in einer
Differenzierung nach Makro-, Mikro- und Hybridkompositen - also deren
Füllstoffen, sie wurde in neuerer Zeit (2010) nach ERNST verlassen und
neu geordnet:
nach der Konsistenz (Viskosität):
eher geschmeidigerer Konsistenz
stopfbare Materialien
hochfeste Materialien
Flowables
nach den enthaltenen Füllkörpern
Makrofüller (historisch)
Mikrofüller
Hybridkomposite
Feinpartikelhybridkomposite
Feinstpartikelhybridkomposite
Submikrometerhybridkomposite
Nanokomposite
nanooptimierte Hybridkomposite
nach der Basischemie (Matrix)
Bis-GMA-basiert
Komposite mit reduziertem E-Modul trotz hohem Füllergehalt
Komposite mit reduziertem Aufbau der
Schrumpfkraft
Komposite mit speziellen langkettigen Monomeren
Ormocere
Silorane
nicht nach ERNST explizit aufgeführt: Kompomere (=
Polyacrylsäuremodifizierte Komposite)
s.a.:
Nachfolgend eine Übersicht über die versch. K.-Gruppen (siehe auch
) :
- (konventionelle, nicht mehr gebräuchliche) Makrofüllerkomposite
in die Kunststoffmatrix eingebettet sind Glasfüllkörper mit einer
Größe zwischen 5 und 10 Mikrometern (µm). Obwohl die verwendeten Gläser gute
physikalische Werte aufweisen, haben sie den Nachteil, dass sie unter
Funktion im Ganzen aus der Füllung herausbrechen und so Löcher im Gefüge
hinterlassen. Zusätzlich lassen sich Füllungen mit großen Partikeln nur
ungenügend
polieren, was die Qualität der Füllung zusätzlich verschlechtert. Heute
(2010) in der
Füllungstherapie nicht mehr eingesetzt; gelegentlich noch als
Stumpfaufbaumaterial verwendet.
- Mikrofüllerkomposite
seit Mitte der 1970er Jahre gebräuchlich; in die Kunststoffmatrix
eingebettet (agglomeriert) sind flammenpyrolytisch hergestellte winzige
Teilchen aus pyrogener Kieselsäure mit einer Größe zwischen 0,01 und 0,1
Mikrometern (µm). Die Nachteile der Makrofüller (schlechte Polierbarkeit,
Herausbrechen der Füllkörper) treten dadurch nicht mehr auf. Sie besitzen
hervorragende und beständige Politureigenschaften. Nachteilig sind
allerdings eine verringerte Belastbarkeit und eine höhere
Polymerisationsschrumpfung. Wegen der kleinen Füllkörper ist zusätzlich
das Handling beim Verarbeiten nicht optimal. Einer der Vorteile der M.
ist die gegenüber den heute gebräuchlichen Hybridkompositen (s.u.) die hohe
Eigenelastizität, welches den adhäsiven Verbund zum Zahn hin (Füllungsrand)
weniger strapaziert. Deshalb sind M. besonders für Füllungen im
Zahnhalsbereich und Frontzahnbereich gut geeignet, wo es nicht so sehr auf
eine Druckfestigkeit der Füllung ankommt. Bei
Schneidekantenaufbauten (Klasse IV) werden nach einigen Jahren gern sog
"Chipping-Frakturen" (zusammenhängende Materialausbrüche) als klassisches
Zeichen einer Materialermüdung beobachtet.
Eine Zwischenform zu den Hybridkompositen (s.u.) hin, nehmen die in jüngster
Zeit vorgestellten Nanofüllerkomposites (s.u. und
Nanotechnologie) ein, mit Füllkörpergrößen von ca. 20 NanoMetern (nm)
(20 nm = 0,02 µ; also in der Größenordnung der Mikrofüller). Durch
technische Innovationen weisen diese Materialien einen höheren
Füllkörpergehalt auf und somit eine geringere
Polymerisationsschrumpfung. Die Größe der Füllkörper wird bei den
Nano-Füllern nicht mehr durch einen (ungenauen) Mahlprozess, sondern durch
einen gezielten chemischen Aufbau bestimmt - es entstehen genau definierte
Korngrößen. Nanofüllerkomposites sind viel stärker belastbar, sehr
abrasionsbeständig und erfüllen hohe Ansprüche bei
Ästhetik,
Transparenz,
Politurbeständigkeit und Handling-Eigenschaften. Sie werden als
Universalkomposite im Front- und Seitenzahnbereich eingesetzt.
Modifizierte Stoffe könnten im Rahmen der
Kariesprävention Bedeutung erlangen:
easy to clean effect
- Hybridkomposite
seit Ende der 1980er Jahre im Gebrauch; der Wortteil "Hybrid" soll
ausdrücken, dass sich die Füllkörper aus mehren Einzelkomponenten
zusammensetzen: eine Vermengung der pyrogenen Kieselsäure (Mikrofüller) und
der Gläser aus den Makrofüllern sollen optimale physikalische Eigenschaften
bewirken ohne die jeweiligen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Neben einer
guten Polierbarkeit (das Politurergebnis ist allerdings nicht beständig)
sind die Feinstpartikel H. aufgrund ihrer physikalischen und
mechanischen Eigenschaften in der Lage, auch große Schneidekantenaufbauten
und Kaulast tragende Füllungen im Seitenzahnbereich dauerhaft zu
restaurieren. Da sie zum Einsatz aller
Kavitätenklassen geeignet sind, werden sie auch - wie die
Nanofüllerkomposites - als Universalkomposite bezeichnet. In 2005 die
größte auf dem Markt vertretene Gruppe der K., wobei sich noch
Unterteilungen - je nach Größe der durch die Mahltechnik gewonnenen
Makrofüller - ergeben:
normales H. mit mittleren Füllkörpergrößen von bis zu 10 µm
Feinpartikel-H. mit Füllkörpergrößen von bis zu 5 µm
Feinstpartikel-H. mit Füllkörpergrößen von bis zu 3 µm
Submikrometer-H. mit Füllkörpergrößen unter einem µm ("echte
Nanofüller-Komposites")
- Nanofüllerkomposites
seit 2001 mit versch. Innovationen auf dem Markt, enthalten diese
Materialien nur kleinste SiO2-Partikel im
Nanometerbereich (2–75 nm). Bei diesen Materialien werden die Vorteile
der Mikrofüllerkomposite – ausgezeichnete Politureigenschaften und
Dauerhaftigkeit des erzielten Glanzes – mit dem der Hybridkomposite –
universal einsetzbar – in einem Produkt nahezu vereint; bekannter Vertreter:
Filtek™ (3M ESPE).
- Nanooptimierte Hybridkomposite
hierbei werden in konventionelle Hybridkomposite Nanopartikel integriert, um
eine Erhöhung des prozentualen Anteils der Füllkörper (= Reduktion der
Polymerisationsschrumpfung, nicht aber der
Polymerisationsschrumpfungskraft) zu erreichen.
- Flowkomposite ("flowables") - fließfähige Komposite
(in unterschiedlicher Konsistenz: low flow, medium flow, high flow)
besonders fließfähige Abkömmlinge der Hybridkomposite; erreicht wird diese
Eigenschaft durch Verwendung von Materialien mit einem geringeren
Füllstoffanteil (~ 10% weniger) oder "Viskositätsverdünner" wie TEGDMA
("Triethylen-glykoldimethacrylat"), die zur Matrix addiert werden.
Haupteinsatzgebiete sind die
erweiterte Fissurenversiegelung,
sehr kleine Zahndefekte ("minimalinvasive
Restaurationen"),
Inserts, als
unterste Schicht bei herkömmlichen K. als sog. "Stressbrecher"
zwischen der Zahnhartsubstanz und dem endgültigen K. und an
unzugänglichen (nicht einsehbaren) Stellen einer
Kavität. Moderne F. weisen kaum schlechtere physikalische Werte
als herkömmliche K. auf, allerdings sind keine befriedigenden
farbliche Abstimmungen möglich.
- Stopfkomposite ("pluggables") - stopfbare Komposite
besonders standfeste und daher gut "stopfbare" Abkömmlinge der
Hybridkomposite; erreicht wird diese Eigenschaft durch einen höheren Gehalt
an Füllstoffen oder an besonderen Verhakungsmechanismen der Füllkörper,
welche ein standfesteres und weniger klebendes (an den
Verarbeitungsinstrumenten) Material ergeben. Die bei der Einführung an diese
hochviskösen K. gestellten hohen Erwartungen ("einfache Handhabung",
"Amalgamersatz") haben sich wegen schlechterer Allgemeineigenschaften
(aufwendigere Verarbeitung, mangelnde Benetzungs- und Anfließeigenschaften
an der
Kavitätenwand, erhöhte Porosität, ungenügende Polierfähigkeit) nicht
erfüllen können.
- Universalkomposite
etablierter Begriff für K. , welche universal (Frontzahn-, bzw.
Backenzahnbereich) eingesetzt werden können. Die Bezeichnung sagt nichts
über die Zusammensetzung,
Viskositätseigenschaften und Aushärtungsreaktionen aus, sondern soll
verdeutlichen, dass eine Hochglanzpolierbarkeit (wie bei
Mikrofüllerkompositen), ein einfaches Handling und sehr gute
Materialcharakteristika (wie bei Hybridkompositen), eine große mechanische
Belastbarkeit (wie bei Makrofüllerkompositen) und weitere positive
werkstoffkundliche Eigenschaften bestehen (s.o.).
- schrumpfreduzierte Komposite
immer wieder von der Industrie herausgebrachte neue Materialien, welche aber
die Polymerisationsschrumpfung reduzieren, aber immer noch in einem Bereich
bleiben, der einen verzicht auf
adhäsive Maßnahmen trotzdem notwendig macht. Diese Verbesserungen werden
entweder durch eine Erhöhung oder Eigenschaft des Füllkörperanteils oder
durch sog. "Vorpolymerisate" erreicht. Als Neuentwicklung deuten sich hier
die
Silorane (spezielle, ringförmige Monomerstrukturen) der Seefelder
Dentalfirma 3M ESPE an. Forscher der Firma haben diese Stoffklasse während
eines Forschungsprojekts entwickelt, das vom BMBF gefördert wurde. „Wir
haben Versuchs-Komposite hergestellt, die lediglich um 0,5bis 0,8 Prozent
geschrumpft sind".
Einen anderen Weg gehen
PEX-Präparate (s.o.), indem sie die "klassische" Bowen-Formel ersetzen
und so Werte unter 1 % erreichen.
-
Seitenzahnkomposite
- "ökonomische" Komposite
Schlagwortbezeichnung für möglichst einfach und schnell ("ökonomisch")
zu verarbeitende Materialien für den Seitenzahnbereich, um das Amalgam im
Seitenzahnbereich ersetzen zu können. So finden sich z.B. auf dem Markt
Materialien (z.B. QuiXfil, x-tra fil) mit verkürzten Aushärtungszeiten und
hoher Durchdringtiefe bei
gleichzeitig hoher Lichtintensität während der
Polymerisation. Für diese noch jungen Materialien existieren noch keine
Langzeiterfahrungen
-
Kompomere
-
Ormocere
-
Silorane
- Reparaturen von Komposite-Füllungen
sind mit Einschränkungen möglich: Der sichere Verbund von Komposite zu
Komposite ist nur über die Sauerstoffinhibitionsschicht des nicht
ausgehärteten Kunststoffes zu erreichen. Diese Schicht ist bei alten,
auspolymerisierten Kunststofffüllungen nicht mehr verfügbar. Neuerdings
(2002) sind einige neue
Adhäsivsysteme entwickelt worden, die einen festen Verbund zwischen
neuem und altem K. ermöglichen sollen. Ein guter Verbund konnte dabei
mit sog. "Multi-Step-Primern" (z.B. Clearfil Repair™, eine Kombination von
einem Silan mit einem Monomer-Primer) erzielt werden
|
Wegen der organischen Matrix der K. können bei
allergiegefährdeten Patienten entsprechende Reaktionen auftreten. Es gibt
bisher noch keinen wissenschaftlichen Nachweis, welche Matrixzusammensetzung
bedenkenlos angewandt werden kann; eine Einzeltestung (Hauttest) ist deshalb
individuell erforderlich.
Zur
biologischen Verträglichkeit von K. und den
Adhäsiven ist zu bemerken, dass bei der Vielzahl der Substanzen in den
K. bisher keine verlässlichen Untersuchungen vorliegen. Zwar deuten
bisherige Erfahrungen darauf hin, dass von den K. keine Gefahr ausgeht.
Im Gegensatz zu dem in den Medien "verteufelten"
Amalgam - bei welchem umfangreiche Studien vorliegen und eine
entsprechende Risikoabwägung problemlos möglich ist - kann dies bisher bei den
K. nicht sicher ausgesagt werden, so ist jüngst (2005) erst wieder das
Bisphenol A - berechtigt oder nicht - in die Schlagzeilen geraten (
"Giftigkeit" von
Komposite-Füllungen). PEX-basierte Materialien (s.o.) sollen diese
Nebenwirkungen nicht haben.
Eine nach dem Legen der
Füllung auftretende
Überempfindlichkeit des Zahnes, bedingt dadurch, dass die
Dentinkanälchen vor dem Einbringen der eigentlichen Füllung nicht richtig
verschlossen wurden, klingt meist nach Wochen von selbst ab, da bis dann das
Dentin soviel Proteine selbst ausgefällt hat um die Überempfindlichkeit "von
innen" heilen zu können.
Zähne mit K.-Füllungen sind anfällig für
Sekundärkaries - unter ihnen sammelt sich mehr
Plaque als unter Füllungen keramischer oder metallischer Werkstoffe. Im
Fokus neuerer Forschung steht die Entwicklung von K. und
Bonding-Systemen, die nicht nur verträglich, dicht und beständig sind,
sondern gleichzeitig auch
antibakterielle und damit eine kariesprotektive Wirkung aufweisen. Ein
generelles Problem bei derartigen Entwicklungen stellt die Verschiebung der
Mischungsverhältnisse der einzelnen Kunststoffkomponenten dar und die damit
verbundene Veränderung des Aushärtungsverhaltens sowie der Festigkeit des K.
. Vielversprechend verliefen jedoch erste Studien, in denen
Dentin-Bonding-Systeme zum Einsatz kamen, die mit antibakteriellen
Substanzen versetzt wurden.
Ein noch nicht genauer untersuchter "optischer Effekt" beeinflusst das
Farbergebnis bei Komposite-Füllungen, welcher als Chamäleon- oder
Vermischungseffekt (VE) bezeichnet wird:
Zahnfarbe.
Das in Mode gekommene Bleichen der eigenen Zähne beeinflusst die
Farbe der
K. nur unwesentlich, setzt aber deren Härte entscheidend herab (
Näheres unter
Bleichen).
Ästhetische Rekonstruktionen mit K. sind im Frontzahngebiet weit
verbreitet. Durch die Optimierung der
Transluzenz-Eigenschaften ist auch der Ersatz größerer Defekte mit diesen
Kunststoffen kosmetisch kaum noch ein Problem. Ein Nachteil dieser zahnfarbenen
Füllstoffe ist jedoch ihre Anfälligkeit für
Verfärbungen
nach längerer Verweildauer im Mund. Insbesondere färbende Getränke wie Kaffee,
Tee und Rotwein beeinträchtigen die optische Qualität der Füllung auf Dauer.
Füllungen (siehe unter Artikel Index - Ordner
- Füllungen)
Adhäsivtechnik,
Amalgamalternativen,
Behandlung von Milchzähnen,
Biokompatibilität,
Bisphenol,
C-Faktor,
Dentinhaftung,
Fissurenversiegelung,
Füllungsmaterialien,
Füllungsmaterialien-Nebenwirkungen,
"Giftigkeit" von
Komposite-Füllungen,
Glasionomerzement,
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen,
Inserts,
klinische Studie ("klinisch geprüft"),
Kompomere, Komposit-Inlay,
Konversionsrate,
Kunststoff,
Lichthärtung,
Ormocere,
Polymerisationsschrumpfung,
Sandwichfüllung,
Sandwichtechnik,
Schneidekantenaufbau,
Überkonturierung,
Unterfüllung,
Viskosität,
Zahnhalsfüllung
|
Komposite
faserverstärkte, engl.:
FRC = fiber reinforced composites; jüngeres Verfahren mit
Einsatz in der
ZHK z. B. bei
Prothesen,
Brücken,
Schienen und
Wurzelkanalstiften. Bezüglich der Erfolge gehen die
Expertenmeinungen auseinander: Einerseits waren erste
Nachuntersuchungsergebnisse positiv, während auf dem IADR-Kongress 2002
die Vier-Jahres-Überlebensraten eher ungünstig bewertet wurden, sodass
eher an einen Einsatz als
Langzeitprovisorium gedacht werden könnte.
Vor allem bei
Adhäsivbrücken und
Langzeitprovisorien sind auch die minimalinvasiven Eigenschaften und
der kostengünstige Einsatz von Vorteil. So lassen sich mit
FRC-Werkstoffen minimalinvasive Adhäsivbrücken mit „maßgeschneiderten,
mechanischen Eigenschaften“ und ästhetischen Vorteilen realisieren.
Langfristig könnte der Einsatz von FRC zusammen mit einer Vereinfachung
der Labortechniken zu einer Kostenreduktion führen und zugleich
zahnsubstanzschonende Brückenkonstruktionen ermöglichen.
Eine 2005 erstellte Studie der Uni Zürich
(Göhring, T N et al.: Inlay-fixed dentures adhesively retained and
reinforced by glass fibers: clinical and scanning electron microscopy
analysis after five years. Eur J Oral Sci 2005; 113: 60-69)
bescheinigt dieser Technik - wenn
Inlays als Pfeiler verwendet werden - nach 5 Jahren nur eine
Überlebensrate von 73 % - häufigste Fehlerquelle war eine Delamination
des Kompositmaterials vom Glasfasergerüst.
Zahnbrücken
Behandlung von Milchzähnen,
Inlay-Brücke,
FRC,
Klebebrücke, Komposite,
Provisorium,
Targis Vectris |

Klebebrücke aus FRC
© der Grafik:
Dr. S. Bouillaguet in
zm 93, 10
|
Komposit-Inlay
engl.: composite inlay; meist
laborgefertigtes ("indirektes") Inlay aus
Komposite-Material, welches in die
Kavität "eingeklebt" wird (
Adhäsivtechnik). Direkt im Mund ("direktes" auch
Sofortinlay) gefertigte K.-I. werden primär in eine isolierte
Kavität eingebracht und nach Erhärtung wieder entfernt. Anschließend erfolgt
eine Nachbehandlung ("Vergütung")
im Labor und schließlich die
adhäsive Befestigung in der Kavität. Im Vergleich zur reinen
Komposite-Füllung umgeht man mit dieser Technik (fast) die materialbedingte bis
zu vierprozentige
Schrumpfung des Kunststoffes beim Aushärten. Unter
biologischen Aspekten ist anderen Inlayarten der Vorzug zu geben.
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Inlay,
Keramik-Inlay,
Seitenzahnkomposite,
Sofortinlay
Füllungen (siehe unter Artikel Index - Ordner -
Füllungen)
Komposite
Toxizität, "Giftigkeit" von Komposite-Füllungen, engl.:
toxicity of composite fillings; Komposites gelten allgemein als
nicht-toxisch. In Fachkreisen werden jedoch bereits seit längerem toxische
Eigenschaften einzelner Komponenten der Dentalkunststoffe diskutiert. Die
Möglichkeit, dass diese konzentrationsabhängig oder über bestimmte Metabolite
einen toxischen, mutagenen oder karzinogenen Effekt haben, sollte in Betracht
gezogen werden. Eine aktuelle Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität
widmete sich dieser Thematik. Wichtige Bestandteile dentaler Kunststoffe sind
Hydroxyethylmethacrylat (HEMA),
Bisphenol A und Triethylenglykoldimethacrylat (TEGDMA), sie machen mit 10 -
50 Gew.-% einen Hauptanteil von Füllungs-Compositen und Bonding-Kunststoffen aus
und sind langkettige Monomere (aromatische Dimethacrylate). Beide Komponenten
werden aus den Füllungen vor allem durch
Abrasion freigesetzt, können inhaliert oder inkorporiert werden und so im
Körper womöglich ein toxisches Potenzial entfalten. Die Toxizität von HEMA und
TEGDMA wurde bereits von verschiedenen Autoren untersucht. Sie scheint
hauptsächlich auf oxidativen Metaboliten und der Bildung von freien Radikalen zu
beruhen, wobei HEMA
insgesamt einen geringeren Toxizitätsgrad aufweist als TEGDMA.
Ziel einer Studie der Wiener Universitätsklinik für ZMK (A Schedle, A Franz, F
König et al.) war es, die potentielle Zellgiftigkeit (Zytotoxizität)
von Komposites zu untersuchen, vor allem in Hinblick auf die Fragestellung, ob
in
vitro ein Unterschied zwischen 5mm und 2,5mm Schichtung besteht. Es ergab
sich, dass alle Materialien bei höheren Schichtdicken eine verstärkte Toxizität
zeigten; diese verringerte sich mit zunehmenden Auslagerungszeiten und war nach
6 Wochen nicht mehr signifikant.
Eine Studie aus 2005 (Zhou, M et al.: Barium and strontium
leaching from aged glass particle/resin matrix dental composites. Dental
Materials 2005; 21: 145-155) stellt eine erhöhte Freisetzung von Barium
und Strontium aus modernen Komposites in
vitro fest. Diese Elemente sind Bestandteil der Füllkörper und werden durch
Diffusion, des Ionenaustausches und Strukturverlust der Oberfläche ausgewaschen.
Welche gesundheitlichen Folgen sich daraus ableiten könnten, ist noch nicht
bekannt.
Bisphenol A und die
Bowen-Formel müssen nicht unbedingt die Grundlage von
Komposites sein. Z.B. gibt es
Materialien (das nanokristalline "Diamond"), welche PEX-DMAE (Phenolic
Epoxine Monomer DimethAcrylic Ester) als Grundlage haben.
Füllungen
(siehe unter
Artikel Index - Ordner - Füllungen)
Bisphenol A, HEMA,
Komposite,
Konversionsrate,
PEX-DMAE,
Sicherheitsdatenblätter,
UDMA
Kompositionsabformmassen ;
Abdruck
(starr-reversibel)
Kompositkleber, "Kompositzemente",
engl.: composite resin or cement ;
Befestigungszemente
Kompressionsabdruck
Belastungsabformung, Druckabformung, engl.: compression
impression; spezielle Art des
Funktionsabdrucks, bei welchem mittels zähfließender Abformmassen ("Kompressionsabdruckmassen"
wie Kolophonium,
Stent's Massen,
Wachsen usw.) ein Druck auf die Kieferschleimhaut ausgeübt wird. Man will mit
dieser Technik schon bei der Abformung besonderen Belastungen der Schleimhaut
Rechnung tragen (z.B.
AH-Linie). Ähnliche - aber nicht so genaue - Effekte werden erreicht, wenn
man entsprechenden Stellen auf dem Gipsmodell entfernt ("radiert").
Wird ein Abdruck ohne jeglichen Druck mit dünnfließenden Abformmassen genommen,
so spricht man von einem Entlastungsabdruck (engl.: relief impression)
Abdruck,
Abdruckarten,
Abschlussrand,
Kauabdruck,
Muco-Seal® Abformung
Kompressionsfraktur;
Stauchungsfraktur
Kompressionsosteosynthese
Druckosteosynthese, engl.: compression osteosynthesis,
plate compression; Form der operativen Frakturbehandlung unter relativ hohem
Druck. Dabei werden die Frakturfragmente mit
Zugschrauben
oder Platten
dicht aneinander gepresst und so unverschieblich fixiert. Der konstant wirkende
Druck durch diese Vorspannung schädigt den frakturierten Knochen nicht, sondern
bewirkt durch die absolute Stabilität eine primäre Knochenheilung.
Osteosynthese
Kondensation
Verdichtung, "Stopfen", engl: (mechanical) condensation,
pack; u.a. Verdichtung eines Stoffes z.B. beim Legen einer
Amalgam- oder
Wurzelkanalfüllung mit folgenden in der
ZHK üblichen Verfahren:
- Amalgamkondensation (amalgam condensing),
Goldkondensation (
Goldhämmerfüllung)
mechanisches oder maschinelles (z.B. Bergendahl-Kondensierer,
Speedomatic) Verdichten des
Amalgams in der
Kavität mit sog.
Amalgamstopfern oder maschinellen Kondensierern mit einem Druck
von etwa 3 N/qmm zur Verbesserung der Material- u. Füllungsqualität
(Vermeidung von Hohlräumen und Porositäten, dichte
Adaptation an die Kavitätenränder)
- laterale Kondensation (lateral condensation o.
packing)
Technik beim Legen/Verdichten einer
Wurzelkanalfüllung: Hauptfunktion jeder Wurzelkanalfüllung
ist - neben der Entkeimung der Pulpenhöhle - der bakteriendichte
Verschluss des Wurzelkanals gegenüber
Mundhöhle und
Parodontium, welcher üblicherweise mit der "Single-Point-Technik"
(ein
Guttaperchastift im
Wurzelkanal) erreicht wird. Bei der aufwendigen l. K.
wird - nach konischer,
instrumenteller Vorbereitung des Wurzelkanals - zuerst
Wurzelfüllmaterial ("Wurzelfüllpaste",
"Sealer")
in den unteren Bereich des Kanals gebracht und anschließend ein
genormter
Guttapercha-Hauptstift ("master point") bis zur vorher
bestimmten Arbeitslänge in den Kanal eingeführt. Anschließend werden
dann weitere, schmalere Guttaperchaspitzen - mit oder ohne Hilfe von
sog.
Spreadern (Spreizern) - unter leichtem Druck nachgeschoben,
bis kein Platz mehr für weitere Stifte ist.
- vertikale Kondensation (vertical condensation o.
(down-)packing)
bei geraden Wurzelkanälen ist eine vertikale Verdichtung mit oder
ohne Zusatz eines
Sealers möglich: Der
Guttapercha-Hauptstift ("master point") wird unter
leichtem Druck bis zum Ende der Arbeitslänge in den Kanal
eingeschoben, mit einem Wärmeträger schmiegsam gemacht
("plastifiziert") und dann mit einem Kompaktor
verdichtet und eng an die Wurzelkanalwände angepresst.
Beim McSpadden-Verfahren, engl.: McSpadden obturation
technique, erfolgt die Guttaperchakondensation durch die
Wärmentwicklung und den Druck rotierender Instrumente (z.B.
Kompaktor) im Sinne einer
thermoplastische Obturation. Bei sehr guter Dichtigkeit mittels
dieser Technik besteht die Gefahr eines
Überstopfens der Wurzelkanalfüllung in gesundes,
periapicales Gewebe.
- Beim Guttapercha-Injektionsverfahren (z.B. Obtura®,
Ultrafil®) wird G. auf etwa 70°
erwärmt und mittels einer Injektion in den Wurzelkanal gebracht.
Generell besteht bei derartigen Methoden eine fehlende bzw.
eingeschränkte Längenkontrolle und dadurch eine Gefahr des
Überfüllens ("Überstopfens").
BeeFill (Downfill,
Backfill),
Plugger,
Seitenkanälchen,
Stopfgold,
Wurzelkanalfüllung,
Zentralstiftfüllung
engl. Sprachausdrücke im Rahmen einer
endodontischen Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung):
backfill,
binding point,
cone fit,
downpack,
heat
carrier,
heat
source, masterpoint,
obturator,
plugger,
taper,
tug back. |

Prinzip der
lateralen Kondensation
|
Konditionierer, Konditioner; engl.:
conditioner;
Conditioner
Kondylektomie
engl.: condylectomy, surgical removal of a (mandibular) condyle;
operative Entfernung (Resektion) des Kiefergelenkköpfchens. Dieser seltene
Eingriff wird z.B. bei einer schmerzhaften Arthrosis deformans
durchgeführt.
Kondylenachse
engl.: condylar path; virtuelle Verbindungslinie
vom äußeren zum inneren Rand des
Condylus;
häufig mit der "funktionellen" Scharnierachse verwechselt. Abb.
Scharnierachse
Kondylenbahn
Kondylarbahn, engl.: condylar path; dreidimensionale Bewegung des
Condylus im schädelbezogenen
Koordinatensystem mit Unterteilung in:
horizontale Kondylenbahn: Bewegungsbahn des
Condylus auf die
Horizontalebene projiziert
frontale Kondylenbahn: Bewegungsbahn des
Condylus auf die
Frontalebene projiziert.
Bennet-Winkel,
Fischer-Winkel,
Gelenkbahn, Kondylenbahnneigung,
Kondylenbahnwinkel,
Mediotrusionsbahn,
Protrusionsbahn
Kondylenbahnneigung
horizontale, Gelenkbahnneigung, engl.: horizontal
inclination of condylar guidance; Neigung der Gelenkbahn gegen eine gewählte
Bezugsebene (z.B.
Camper Ebene,
Frankfurter Horizontale). Sie bestimmt das Ausmaß der Seitenzahnndisklusion
bei Unterkieferbewegungen: je kleiner die Neigung, um so geringer das
Auseinanderklaffen der Seitenzähne bei einer zahngeführten Unterkieferbewegung.
Kondylenbahnwinkel
Kondylenbahnwinkel
horizontale Kondylenneigung, HCN,
Gelenkbahnneigungswinkel, Neigungswinkel, engl.:
condylar guide inclination; Winkel, welcher sich durch die
Projektion folgender Geraden auf die
Medianebene ergibt:
eine Parallele zu einer durch Schädelbezug
festgelegten Geraden. Die jeweiligen Bezugspunkte
sind anzugeben (z.B.
Frankfurter Horizontale,
Scharnierachsen-Orbitalebene),
eine Gerade, welche durch die Verbindung zweier
Punkte der Kondylenbahn
bebildet wird. Der erste Punkt
gibt die terminale (= am Ende gelegen) Scharnierachsenposition an, der
zweite Punkt befindet sich protrusiv davon auf der
Protrusionsbahn.
Nicht zu verwechseln mit dem
Gelenkwinkel aus der
FRS-Analyse.
Bennet-Bewegung,
Bennet-Winkel,
Gelenkbahn,
Kiefergelenk, Kondylenbahn,
Kondylenbahnneigung |
|
Kondylus, (Kiefer-)Gelenkskopf, engl.:
(mandibular) condyle;
Condylus,
Kiefergelenk
Kondylenposition, eng.: condylar
position;
Zentrik
konfektionierte
Krone
Konfektionskrone, industriell vorgefertigte Krone,
Kinderkrone, engl.: premade o. prefabricated (steel)
crown; vor allem für
Provisorien und bei der
Behandlung von tief zerstörten Milchzähnen angewandte Kroneart,
welche in ihrer Form einer anatomischen Zahnkrone entspricht;
überwiegend aus Metall (Stahl, Aluminium, Zinn) oder vorgefertigten
Kunststoffen (
Calessco,
Frasaco)
Mit Kinderkronen ist es möglich, tief zerstörte Milchzähne noch
viele Jahre im Sinne eines
Platzhalters zu erhalten; aus kosmetischen Gründen wird dieses
Vorgehen häufig von den Eltern abgelehnt.
Eine umfassende Auswertung vorhandener Literatur zeigt, dass Stahlkronen
bei Karies im Milchgebiss mehrflächigen
Amalgamfüllungen überlegen sind: Sie halten länger und erneute
Behandlungen sind seltener notwendig.
Behandlung von Milchzähnen,
ION-Krone,
Ringmaß,
Provisorium,
Zinnkrone |


Bilder-Klick!
|
Konfektionslöffel; konfektionierter Abdrucklöffel; engl.: prefabricated
impression tray
Abdruck,
individueller Abdrucklöffel
Konfektionszähne, "Fabrikzähne",
engl.: prefabricated (artificial) teeth;
Kunstzahn
Konformitätserklärung
engl.: conformance declaration; Bezeichnung für die Erklärung nach Anhang
VIII der Richtlinie 93/42/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 über Medizinprodukte.
Eine K. ist jeder Rechnung eines
zahntechnischen Labors (gewerblich o. Praxislabor) beizufügen.
Dentallabor,
Medizinproduktegesetz,
Praxislabor
kongenital, konnatal; engl.:
congenital; angeboren, schon von Geburt an vorhanden;
connatalis,
genetisch
Konkurrenzschutzklausel
Konkurrenzklausel, engl.: competition clause;
Niederlassungsverbot im Einzugsbereich einer bestimmten Praxis, in der Regel der
Praxis, in welcher ein niederlassungswilliger
Assistent
oder ein Teilhaber einer
Gemeinschaftspraxis bisher zahnärztlich tätig war. Nach Meinung des BGH
verstößt eine derartige Regelung dann nicht gegen die Verfassung, wenn sie
hinsichtlich der sachlichen, räumlichen und zeitlichen Beschränkungen nicht über
das Erforderliche hinausgeht. Der aus- oder weiterbildende Arzt muss ausreichend
Gelegenheit haben, den Patienten oder - bei einer Laborleistung - den
Arztkollegen, der bislang von dem ausgeschiedenen Weiterbildungsassistenten
betreut worden ist, weiterhin an sich zu binden. Auf der Seite des die
Niederlassung anstrebenden Arztes muss andererseits darauf geachtet werden, dass
die Konkurrenzschutzklausel in ihrer praktischen Wirkung nicht letztlich auf ein
zeitlich unbegrenztes Niederlassungsverbot im Einzugsbereich der Praxis
hinausläuft, in der die Aus- oder Weiterbildung erfolgt ist.
Nach RA Schinneburg (in Zahnärztliche Mitteilungen) sollte dabei folgendes
beachtet werden:
Sie sollte räumlich und zeitlich begrenzt sein und die zahnärztliche
Berufsausübung nicht völlig ausschließen. (Anm. des Autors: z.B.: maximal 2
Jahre, maximal 20 km; in einer größeren Stadt deutlich weniger.
Die räumliche Ausdehnung darf nicht den größten Teil des Zulassungsbereiches
erfassen.
Es sollte eine sogenannte salvatorische Klausel enthalten sein, die bestimmt,
dass eine eventuell vorhandene oder durch Zulassungsbeschränkungen später
entstehende Sittenwidrigkeit durch eine geltungserhaltende Reduktion behoben
werden soll.
Die vereinbarte Vertragsstrafe sollte nicht zu hoch und eventuell je nach
Schwere des Verstoßes differenziert sein.
Niederlassung
Konkussion
Erschütterung, engl.: concussion; Begriff aus der
Traumatologie in der
ZHK: Verletzungen des
Parodontalgewebes ohne Stellungsänderung des Zahnes. Der Zahn reagiert
klopfempfindlich, ist aber sonst ohne Befund (ohne Lockerung oder
Stellungsänderung). Die Prognose ist in der Regel gut.
traumatische Zahnverletzungen
Konnektor
intramobiler Konnektor, IMC, Dämpfungselement,
engl.: intra mobile connector, implant protective element;
beim stark zurückgebildeten Kiefer (
Atrophie) gebräuchliches Verbindungselement mit einer
"Stoßdämpferähnlichen" Funktion: Es soll die fehlende elastische
Aufhängung des natürlichen Zahnes (
Desmodont,
Sharpey-Fasern) nachahmen und so lokale Überbelastungen vermeiden,
welche zu einem weiteren Knochenabbau führen würden.
Abutment,
Implantat,
Mesostruktur |

|
konservierend-chirurgisch
auch kons.-chirurg.; engl.: conservative-surgical; aus dem
Vertragszahnarztrecht historisch gewachsene Schlagwortbezeichnung für
zahnärztliche Leistungen wie
Füllungen,
Wurzelkanalbehandlungen,
Zahnsteinentfernung usw. (= Leistungen aus der konservierenden
ZHK) bzw. zahnärztlich-chirurgische Eingriffe wie
Extraktionen,
Weisheitszahnoperationen usw. . Diese Leistungen werden - bis auf wenige
Ausnahmen - (Stand 2008) vollständig auf
Chip-Karte (früher Krankenschein) von den
gesetzlichen KK übernommen, im Gegensatz zu z.B. prothetischen Leistungen (Zahnersatz),
wo nur prozentuale Zuschüsse gezahlt werden.
Fachgebiete,
kch,
Konservierende
Zahnheilkunde
Konservierende Zahnheilkunde
Kons, neuerer Sprachgebrauch:
Zahnerhaltungskunde, veraltet: Sosiodontie, engl.:
conservative or restorative dentistry;
Fachgebiet innerhalb der Zahnmedizin, welches sich mit der Erhaltung der
Zähne (z.B. durch
Prophylaxe,
Füllungstherapie,
Endodontie) befasst. Die
Parodontologie wird in D häufig als eine Untergliederung der K.
gelehrt.
Fachgebiete
Konsilium
engl.: consultation; Beratung mehrerer Ärzte über Diagnose und/oder
Therapie eines Krankheitsfalls. Der beratende Arzt - Konsillarius, engl.:
consultant - kann vom gleichen Fachgebiet sein, oder aus einer
unterschiedlichen Fachrichtung stammen.
Behandlung,
Diagnose
Konstanzprüfung
engl.: constancy check; in der Röntgenologie bestehende
Qualitätssichernde Maßnahme nach § 16,2 der
Röntgenverordnung; sie wird von dem Betreiber der Röntgeneinrichtung (in der Regel
die Zahnärztliche Praxis) durchgeführt und betrifft analoge und digitale
Röntgeneinrichtungen. Dabei wird ein
Röntgenfilm in bestimmten Abständen mittels eines genormten
Prüfkörpers belichtet und mit der Prüfkörper-Referenzaufnahme
verglichen. Werden dabei Toleranzen überschritten, müssen zugrunde liegende
Probleme unverzüglich beseitigt werden.
Die optische Dichte bei der Filmverarbeitung ist einmal wöchentlich, die der
Röntgengeräte (optische Dichte, Feldgröße) einmal im Monat zu prüfen. Die
Unterlage müssen zwei Jahre aufgehoben werden und sind auf Verlangen der
zahnärztlichen Stelle (angesiedelt bei den
Zahnärztekammern) und dem Gewerbeaufsichtsamt zu übersenden.
Röntgenverordnung (Qualitätssicherung)
Konstriktion, apicale, engl.:
apical constriction;
Apex
Konstruktionsbiss
korrigierte, geöffnete Bisslage, engl.: construction bite;
konstruierte oder "gewollte" Verschiebung und Öffnung des Unterkiefers zum
Oberkiefer in sagittaler und transversaler Richtung bei einer
Kieferorthopädischen Behandlung, funktionellen Rekonstruktionen in der Prothetik
oder in der
Schnarchtherapie in ein gewünschtes Lageverhältnis. Der K. gilt als
wichtigstes Konstruktionselement bei
Aktivator,
Bionator und
Funktionsregler, da bestimmte Muskelgruppen reizt, ohne deren Antwort die
Funktion dieser Geräte nur unvollkommen ist. Bestimmt wird die Bissveränderung
mittels eines Wachswalls im Mund, oder durch Bissgabeln, die eine definierte
Vorverlagerung des Unterkiefers und gleichzeitig die Bisssperre festlegen. Als
Grenzwerte gelten 4 - 6 mm bei der Öffnung und 8 mm (~
Prämolarenbreite) bei der Vorverlagerung. Sollen größere Dimensionen
verändert werden, so ist ein fraktioniertes Vorgehen zu empfehlen.
Aktivator,
Bissnahme
Konstruktionselemente
engl.: constructional elements, Oberbegriff für
Teile einer
Prothese bzw. eines
kombinierten Zahnersatzes, die deren Eigenheit und Funktion bestimmen.
Hierzu werden z.B.
Klammern,
Verankerungselemente,
Teleskope,
Verbinder usw.
gerechnet. Ausdruck häufig auch für industriell vorgefertigte
Verankerungselemente (z.B.
Geschiebe)
gebraucht.
Kontaktallergie
Kontaktstomatitis, Überempfindlichkeitsreaktion, engl.: contact
allergy; in der
ZHK gelegentlich auftretende Reaktion (
Allergie von verzögertem Typ IV) auf zahnärztliche Materialien, z.B.
beim
Zahnersatz. Dass diese Reaktionen im Mund seltener als auf der Haut
beobachtet werden, liegt daran, dass im Vergleich zur Haut wegen des feuchten
Millieus etwa 5-10fach höhere Konzentrationen erforderlich sind. Diese
verminderte Reaktionsbereitschaft ist durch anatomische und physiologische
Besonderheiten (fehlender Fettfilm, Speichelfluss, intensivere
Resorptionsfähigkeit und damit schnellerer Abtransport, schnellerer
fermentativer Ab- oder Umbau der Allergene) bedingt.
Die deutsche
Kontaktallergie-Gruppe erstellt jährlich eine Hitliste der häufigsten
Kontaktallergie. Seit einigen Jahren führt
Nickel (Jeansknopf-
oder Modeschmuckallergie) mit 17 Prozent aller Kontaktallergien in Deutschland
diese Hitliste an, gefolgt von einem Duftstoffmix (Kosmetika-
oder Parfümallergie) mit 12,6 Prozent und Perubalsam (Kosmetika-,
Aromastoffallergie) mit 9,8 Prozent. Nach Ausschaltung der
Allergene, ggf. Gabe von
Antihistaminika o.
Corticoiden, verschwinden die Symptome wieder.
Ekzem,
Quecksilberallergie
Kontaktposition, Stellung der Kiefer
zueinander beim ersten Kontakt mit dem Gegenzahn ("antagonistische K.");
Zentrik
Kontaktpunkt
Approximalkontakt, engl.: contact point; die punktförmige
Berührung zweier benachbarter Zähne im
Zahnzwischenraum. Mit zunehmendem Alter wandelt sich der K.
durch gegenseitiges Aneinanderreiben während des Kauens (
Attrition) der benachbarten Zähne in eine Kontaktfläche um.
Ein fehlender oder mangelhafter K. bewirkt, dass sich beim Kauakt
Nahrungsreste (z.B. "faseriges Fleisch") zwischen die Zähne setzen und
so das äußerst sensible Zahnfleisch im Zahnzwischenraum (
Interdentalpapille) dauerhaft schädigen. Deshalb besteht die
Forderung bei zahnärztlichen Restaurationen dahin gehend, dass ein
fehlender K. wieder herzustellen ist und zwar so dicht, dass
Nahrungsteile nicht in den
Zahnzwischenraum eindringen können, aber gleichzeitig eine Reinigung
mit einem Faden (
Zahnseide)
möglich ist.
Approximalfläche,
Approximalkaries,
Interdentalraum,
Kariesprädilektionsstellen, Kontaktstärke,
Lückenschluss,
Tofflemire Matrize,
Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI),
Stripping,
Verblockung,
Zahnseide |

|
Kontaktstärke
approximale, Kraft, welche für die Überwindung des
Kontaktpunktes beim Durchführen mit einem Hilfsmittel (Zahnseide,
Metallblech) nötig ist, gilt als eine Maßzahl für die Qualität einer
approximalen
Restauration.
Neben dem eingesetzten Material (keramische u. metallische Werkstoffe haben eine
größere K. als Kompositfüllungen), spielen hierbei die Form des
Kontaktpunktes und entsprechende
Oberflächenrauhigkeiten eine Rolle.
Kontrahierungszwang
Ausnahme vom Grundsatz der Vertragsfreiheit, engl: contractual obligation;
gesetzliche Verpflichtung zu einem Vertragsabschluss; z.B. zur Behandlung von
gesetzlich Versicherten durch einen
Vertragszahnarzt, wenn nicht gewichtige Gründe dagegen sprechen (
Behandlungspflicht). Ebenso sind
Gesetzliche Krankenkassen und die
Privaten (Basistarif)
zur Aufnahme neuer Mitglieder unabhängig von deren Gesundheitsstatus oder
finanzieller Leistungskraft verpflichtet. Nach dem Gesetz gegen
Wettbewerbsbeschränkungen kann auch einem marktbeherrschenden Unternehmen ein
K. auferlegt werden.
Basistarif,
Sozialgesetzbuch
Kontraindikation, engl.:
contraindication; Gegenanzeige, medizinisches Verbot für eine bestimmte
Therapie. Gegenteil:
Indikation
Kontrastmittel
engl.: contrast agent; chemische Substanzen, welche für Röntgenstrahlen
entweder stärker (Bariumbrei, Jodverbindungen = positives Kontrastmittel) oder
schwächer (Gase, Luft) durchlässig sind; sie werden in den Körperkreislauf
gebracht oder Materialien zugemischt. So werden z.B. K. den (Wurzel-)
Füllungsmaterialien beigemischt, um eine röntgenologische Kontrolle dieser
Heilmaßnahme zu ermöglichen.
Röntgenstrahlen,
Weichteilzyste
Kontrition, lat. für Zerknirschung;
Attrition
Kontrollbereich
Strahlenschutzbereich, engl.: controlled area; nach der
Röntgenverordnung exakt beschriebener Bereich, in welchem sich keine
Personen aufhalten dürfen oder entsprechende Schutzkleidung tragen und bestimmte
Schutzbestimmungen einhalten müssen. Der K. beträgt in der
ZHK bei einem normalen Röntgengerät 1,5 Meter radial um den Brennfleck des
Gerätes.
Nach der
Röntgenverordnung werden (nach:
www.energiewelten.de)
3 Strahlenschutzbereiche unterschieden:
Überwachungsbereich: Betriebliche Überwachungsbereiche sind die Bereiche,
in denen Personen bei dauerndem Aufenthalt mehr als 1/10 der Grenzwerte für
beruflich strahlenexponierte Personen erhalten können. Personen, die sich
dauernd in diesem Bereich aufhalten, können durch Direktstrahlung oder durch
radioaktive Ableitungen im Kalenderjahr höhere Dosen als 0,3 mSv erhalten,
Kontrollbereich: Personen, die dort tätig sind, können durch äußere oder
innere Strahleneinwirkung mehr als 3/10 der angegebenen Grenzwerte erhalten (bei
einem Aufenthalt von 40 Stunden pro Woche und 50 Wochen im Kalenderjahr); der
Kontrollbereich wird durch ein deutlich sichtbares Schild gekennzeichnet
und (als schärfste Eingrenzung, in der alltäglichen
ZHK ohne Bedeutung) der Sperrbereich: umfasst alle Räume, in denen
die Ortsdosis höher als 3
mSv/h sein kann. Der Aufenthalt im Sperrbereich ist Personen grundsätzlich
verboten; er muss mit einem Schild deutlich gekennzeichnet werden.
Strahlenschutz
Konturbandfüllung
Stahlbandfüllung, engl.: contoured band filling; Füllungstechnik
zum Aufbau der Zahnkrone bei zerstörten
Milchzähnen: Nach Entfernung der Karies und evtl.
endodontischer Maßnahmen wird die noch vorhandene Zahnkrone durch ein
Stahlband (ähnlich einem
Matrizenband) oder einem vorgefertigtem Stahlring umfasst und mit einem
stabilen Füllungsmaterial - in der Regel
Amalgam oder ein sehr hartes Komposit - aufgefüllt.
Nach Erhärten des Materials wird der Behelf wieder entfernt und die Füllung
ausgearbeitet.
Aufbaufüllung,
Behandlung von Milchzähnen
Konturfüllung
Konturaufbaufüllung, geleg. auch Kuppelfüllung, engl.: contour filling;
wenig gebräuchliche Bezeichnung für ausgedehnte
Füllungen (plastisch oder gegossen), welche bei
Backenzähne auch deren
Höcker, bzw. bei Schneidezähnen die
Schneidekante ersetzen.
Höckerschutz,
Onlay,
Overlay,
Schneidekantenaufbau
Kontusion, Quetschung, engl.:
contusion; Bezeichnung für die Folge von Körperverletzungen durch stumpfe
Gewalteinwirkung;
traumatische Zahnverletzungen
Konusteleskopkrone
Konuskrone, engl.: conical telescope crown; eine Form
der Doppelkrone, bei welcher die Innenkrone einen konischen Winkel
aufweist. Der Konuswinkel (conus angle; = halber Winkel
des Konus) ist entscheidend für die
Friktion der äußeren und inneren Konuskrone: Konuswinkel um die 6°
ergeben meist eingesetzte Abzugskräfte um 7 N, ab einem Konuswinkel von
8° - man spricht hier von einem Stützkonus - ist praktisch keine
Haltewirkung mehr vorhanden.
Konvergenzwinkel,
Passung,
Teleskopkrone,
Verbundkrone |

|
Konvergenzklausel
ab 2009 im § 272, GKV-WSG festgelegte Regelung zur
Begrenzung von Geldabflüssen bei den Krankenkassen, welche aufgrund der
Einführung des
Gesundheitsfonds für die kassen-medizinische Versorgung in einem
einzelnen Bundesland zur Verfügung stehen. Diese "Abflusssumme" wird durch die
K. zum Schutz der regionalen Krankenkassen auf maximal 100 Mio. € pro
Jahr begrenzt. Die K. ersetzt indirekt den bis dahin gültigen
Risikostrukturausgleich unter den
Gesetzlichen Krankenkassen.
Sozialpolitischer Wille der K. ist, finanzielle Nachteile, die für reiche
Bundesländer (z.B. Bayern o. Baden-Württemberg) durch die zukünftige zentrale
Verteilung der Krankenkassenbeiträge (
Beitragssatz) entstehen könnten, auf 100 Millionen Euro im nächsten Jahr
zu begrenzen. Gleichzeitig würden die Mittel für ärmere Bundesländer
entsprechend gekürzt bzw. anderweitig finanziert.
Konversionsrate
Konversion = Umwandlung, Wechsel; engl.: conversion rate. Begriff in
der ZHK
gebraucht für den
Polymerisationsgrad bzw. Polymerisationsverhalten von (lichthärtenden)
Komposites. Gemeint ist damit der Anteil (in %) von
vollständig polymerisierten Bestandteilen in einer "ausgehärtenden" Füllung.
Dieser sollte für die notwendigen mechanischen Eigenschaften wie ausreichende
Härte und Biegefestigkeit der Füllung möglichst hoch sein.
Kooperationsarten
in einer Zahnarztpraxis; Formen gemeinsamer Berufstätigkeiten, engl.:
types of cooperation in a dental practice (surgery); neben den
klassischen Kooperationsformen in einer
Zahnarztpraxis (Einzelpraxis,
Gemeinschaftspraxis,
Praxisgemeinschaft) sind besonders durch das
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (2007) neue Formen der Zusammenarbeit
unter Zahnärzten eröffnet worden. Somit ergeben sich heute (2011) folgende K.: |
-
Berufsausübungsgemeinschaft - Gemeinschaftspraxis(alte Bez.)
enge Bindung der Partner, Abrechnung über einen Zahnarztstempel, gemeinsame
Haftung;
ausführlich
-
Praxisgemeinschaft
im Prinzip ein Zusammenschluss von "Einzelpraxen
unter einem Dach" bei selbstständiger Abrechnung und getrennter Kartei, aber
mit gemeinsamen Personal und Geräten;
ausführlich
-
Partnerschaftsgesellschaft
seit Mitte der 90er Jahre mögliche Form; Eintrag im Register des zuständigen
Amtsgerichts. Vor allem haftungsrechtlich interessante Form der K.;
bisher (2010) wenig vertreten;
ausführlich
-
Zweigpraxis
eine bestehende Praxis eröffnet in einer anderen Gegend eine weitere Praxis
(ohne neue Teilhaber). Recht enge Grenzen: zwar ist das Kriterium der
"Unterversorgung am neuen Ort" weggefallen und durch "Verbesserung der
Patientenversorgung" ersetzt worden. Aber: der Vertragszahnarzt darf
höchstens ein Drittel seiner ursprünglichen Arbeitszeit in der Zweigpraxis
verbringen;
ausführlich
- Überörtliche bzw. KZV-übergreifende
Berufsausübungsgemeinschaft (ÜBAG)
Seit 2007 bestehende Möglichkeit, eine Gemeinschaftspraxis auch an mehreren
Orten zu betreiben. Dies kann im gleichen KZV-Bereich
oder auch in unterschiedlichen Bereichen sein. So können Zahnärzte, die in
verschiedenen Orten praktizieren, an einem neuen Ort (oder bei einem der
Partner) eine Gemeinschaftspraxis betreiben;
ausführlich
- Teilberufsausübungsgemeinschaft - Teilgemeinschaftspraxis
nach der
2007 erlassenen Vertragrechtsänderung können sich (meist spezialisierte)
Zahnärzte unter Beibehaltung ihres eigentlichen Vertragszahnarztsitzes in
einer zusätzlichen Gemeinschaftsform mit Anderen zusammenschließen und sich
dabei auf spezifische Behandlungsaufträge beschränken;
ausführlich
-
Medizinische Versorgungszentren
durch das
GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG) geschaffene neue Strukturen als
fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen
Ärzte/Zahnärzte, die in das
Zulassungs-Register eingetragen sind, als Angestellte oder
Vertrags(zahn-)ärzte
tätig sein können. In der
ZHK
bisher (2010) ohne Bedeutung;
ausführlich
- Anstellung von Zahnärzten;
ausführlich
- Heilkunde GmbH - Zahnheilkunde GmbH
die Praxistätigkeit wird von einer GmbH ausgeübt. Sie lässt diese durch
angestellte, weisungsfrei tätige Zahnärztinnen/Zahnärzte erbringen. Im
Gegensatz zu
Medizinischen Versorgungszentren im
Privatbereich
tätig. Vorteil: eine GmbH unterliegt nicht den strengen
Werbebestimmungen. In der
ZHK
bisher (2009) ohne Bedeutung.
- Praxislaborgemeinschaft
Zahnärzte können sich zu einer Gemeinschaft für zahntechnische Leistungen
zusammenschließen, um Kosten für teure Geräte gemeinsam zu tragen. Darin
angestellte Zahntechniker müssen per (Teilzeit-)Arbeitsvertrag für die
jeweilige Praxis tätig werden.
- Gemeinschaftlicher Betrieb von Geräten - Apparategemeinschaft
verschiedene Formen, (teure) Apparate gemeinsam zu nutzen, z.B. als GmbH mit
anderen Gesellschaftern oder als Genossenschaft
-
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010); ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht
|
Kooperationsformen 2009 |

Art der Existenzgründung 2006 - 2010 |

Kosten einer Niederlassung
2001-2010 alte Bundesl. |
|
Für das Jahr 2011 gibt das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ-Köln) folgende
zentrale Ergebnisse an:
"- Die Übernahme einer Einzelpraxis war mit 52 Prozent in den alten wie in den
neuen Bundesländern die häufigste Form der zahnärztlichen Existenzgründung.
- 34 Prozent der Existenzgründer wählten die Berufsausübungsgemeinschaft
(Gemeinschaftspraxis); bei den Jüngeren (bis 30 Jahre) in den alten
Bundesländern sogar 49 Prozent. Je nach Praxislage betrug der Anteil der
Berufsausübungsgemeinschaften zwischen 30 Prozent im ländlichen Umfeld und 39
Prozent in mittelstädtischen Gebieten.
- Während in den alten Bundesländern 58 Prozent der Existenzgründungen von
Männern und 42 Prozent von Frauen realisiert wurden, war die
Geschlechterverteilung mit je 50 Prozent in den neuen Bundesländern
ausgeglichen.
- Das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer westdeutschen Einzelpraxis
betrug 429.000 Euro und lag etwa 7 Prozent über dem Vorjahreswert. Hingegen sank
das durchschnittliche Finanzierungsvolumen einer Einzelpraxisübernahme in den
alten Bundesländern um 3 Prozent auf 299.000 Euro. Hier stieg der ideelle Wert
deutlich an, der Substanzwert fiel allerdings."
Kopfbiss
Kantenbiss, Zangenbiss, gerader Biss, Orthogenie,
Labidodontie, im
Seitenzahnbereich auch: (doppelter) Höckerbiss, engl.:
edge-to-edge bite or end-to-end bite;
Zusammenbiss, bei dem die
Schneidekanten von Ober- und Unterkiefer aufeinander beißen (normalerweise
"Überbeißen" die oberen die unteren Schneidezähne) bzw. die Zahnhöcker (im
Backenzahnbereich) aufeinander treffen.
Okklusion
Kopfpauschale
engl.: capitation fee;
1.) Eine der Vergütungsformen in der
Gesetzlichen Krankenversicherung: Der (Zahn-)Arzt wird nicht nach seiner
tatsächlichen Leistung, sondern "pro Kopf" seiner Patienten mit einem vorher
"ausgehandelten" Betrag entschädigt. Diese Zahlung beinhaltet dann die gesamte
medizinische Versorgung des betreffenden Patienten im ambulanten Bereich für
einen bestimmten Zeitraum (meist ein Quartal).
Nach Einschätzungen des
IDZ
bestehen folgende "Anreizwirkungen" bei pauschalen Vergütungen:
Minimierung der Behandlungskosten
keine überflüssige Leistungserbringung
präventive (vorbeugende, prophylaktische) Orientierung
verwaltungstechnisch einfach; keine Notwendigkeit, die Leistung des Arztes nach
Verfahren oder Behandlungsfällen zu untergliedern (Kopfpauschale)
erleichtert eine vorausschauende Budgetierung
Maximierung der eingeschriebenen Patienten (Kopfpauschale)
Patientenauswahl nach Risiko- und Kostenkriterien
unzureichende Versorgung der angenommenen Patienten
keine Motivation zur Innovation
technische Schwierigkeiten, die Behandlungsfälle in Standardlisten zu erfassen (Fallpauschale)
Schwierigkeiten für die Kostenträger, die Praxis des Arztes zu beurteilen
(Kopfpauschale)
2.) auch "Kopfprämie", "Gesundheitsprämie", als eines der
neuen Denkmodelle (
Bürgerversicherung) als Reformansatz in der
Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): Es sollen alle Versicherten – also
auch bislang beitragsfrei mitversicherte Ehefrauen – einen festen Beitrag (etwa
180 Euro/Erw., 80 EURO/Kinder, Stand 2008) monatlich bezahlen. Personen mit
geringem Einkommen erhalten staatliche Ausgleichszahlungen; kein Haushalt soll
mehr als 14 % seines verfügbaren Einkommens ausgeben müssen - die Kosten dafür
werden auf 40 Milliarden Euro geschätzt. Die Lohnkosten ("Faktor Arbeit") stehen
bei dieser Lösung nicht ständig in der sozialpolitischen Diskussion; der
Arbeitgeberanteil wird zu einem festen Betrag an den Arbeitnehmer ausgezahlt,
welcher wiederum frei in der Wahl seiner Versicherung ist. Es werden dadurch
erhebliche Anreize zu mehr Wettbewerb im Gesundheitssektor gefördert.
Zu den Auswirkungen/Belastungen lässt sich sagen: Wer zu den
Besserverdienern gehört, fährt bei einer
Bürgerversicherung schlechter, gewinnt aber bei der K.. Die Grenze
soll bei einem Jahresbruttoeinkommen von 50.000 Euro liegen. Untere und mittlere
Einkommensschichten dagegen werden von den K. stärker belastet.
Bürgerversicherung,
Capitation-Modell,
Einzelleistungsvergütung,
Fallpauschale,
Festzuschuss,
Gesamtvergütung,
Gesetzliche Krankenversicherung,
Gesundheitsreform (ab 2004),
Komplexgebühr
Koplik-Flecken
Koplik-Zeichen, engl.: Koplik's spots; Frühsymptom bei
Masern (measles); rote Flecken mit weißem Zentrum auf der
Wangenschleimhaut in der Molarengegend, welche bis zu 2 Tage vor dem
eigentlichen Ausbruch der Masern auftreten. |
 |

durch Masern im Alter
von 4 Wochen bedingte
Schmelzhypoplasie
|
Korbhenkel -
Röntgenaufnahme, spezielle
Röntgentechnik (in axialer Richtung) bei Mittelgesichtsverletzungen zur
Erkennung einer
Jochbogen-Fraktur ;
Henkeltopf-Aufnahme
Korff Fasern
von Korff-Fasern, Korffsche Fasern, engl.: Korff's fiber; relativ
dicke, radiär angeordnete argyrophile (netzartige) Faserbündel, die von
Mesenchymzellen der Zahnpapille gebildet werden. Sie sind bedeutend dicker als
die von den
Odontoblasten gebildeten ß-Fibrillen.
Korkhaus, bedeutender Bonner Kieferorthopäde
(1895-1978).
Kornzange
engl.: dressing forceps; vielseitiges chirurgisches Instrument mit
geraden oder gebogenen Branchen, z.B. zum Einführen von Drains, zum Zureichen
steriler Instrumente, als Stieltupferzange, zur Abszessaufspreizung usw.
koronal, engl. : coronal; zur Zahnkrone
hin gerichtet, gelegen, im Bereich der Zahnkrone;
Corona,
Zahnflächen
Körperbautypen
Konstitutionstypen; Beschaffenheit eines menschlichen Individuums und
u.a. das äußere Körperbild prägende Eigenschaft.
Wikipedia schreibt dazu:
"... Die Einteilung der Konstitutionstypen geht auf den Psychiater Ernst
Kretschmer in den 1920er Jahren zurück. Er unterteilte in:
* Pykniker: mittelgroß, gedrungener Körperbau, Neigung zu Fettansatz,
Brustkorb unten breiter als oben, kurzer Hals und breites Gesicht. Temperament
behäbig, gemütlich, gutherzig, gesellig, heiter, lebhaft bis hitzig oder auch
still und weich.
* Athletiker: kräftiger Körperbau, breite Schultern, oben breiter
Brustkorb. Temperament im Allgemeinen heiter, forsch und aktiv.
* Astheniker / Leptosome: mager, zart, eng- und flachbrüstig, mit
dünnen Armen und Beinen, körperlich und geistig empfindlich, kompliziert,
sprunghaft. Astheniker seien Menschen von blass-schmalgesichtigem,
"asthenischem" ("schwachem") Konstitutionstyp. Verhältnismäßig lange, dünne
Gliedmaßen, ausgezeichnet durch Langhalsigkeit, einen relativ kleinen Kopf und
einen schmalen, flachen Brustkorb. Als leptosom bzw. leptomorph bezeichnete
Kretschmer Menschen mit schlankem, schmalwüchsigen Körperbau und schmalen,
leichtknochigen Gliedmaßen. Bei diesem Konstitutionstyp sei ein epigastrischer
Winkel von weniger als 80 Grad zu beobachten. Es liege also eine "Schmalbrust"
vor.
* Dysplastiker: Kleinere Körperbauvarianten, von den (oben beschriebenen)
drei verbreitetsten Körperbauformen abweichend. ..."
Derartige Unterscheidungen sind in der
ZHK von
Bedeutung bei der Auswahl von künstlichen Zähnen (Zahnersatz),
da die oben beschriebene Unterteilung Auswirkungen auf die Zahnform und Größe
der Ersatzzähne haben sollte, um ein harmonisches Erscheinungsbild des
Lückenersatzes zu erreichen.
Körperebenen
Körperachsen, medizinische Ebenen,
Bezugsebenen, engl.: body planes, body axis
(orientation terms), reference planes; vielfältige anatomische
Ebenen mit unterschiedlichen Bezeichnungen im Schädel bzw.
Körperbereich; teilweise auf nebenst. Abb. dargestellt.
Im Schädelbereich lässt sich durch drei, jeweils senkrecht
zueinander stehende Ebenen (3-D-Raum) - dies sind
Frankfurter Horizontale,
Frontalebene und
Medianebene - jeder Punkt genau festlegen.
Die Schnittlinien der K. ergeben die sog. Körperachsen:
sagittale Achse: von
anterior
nach
posterior ("von Vorn nach Hinten")
transversale Achse: von
medial
nach
lateral ("von der Mitte zur Seite")
vertikale Achse: von superior nach
inferior
("von Oben nach Unten")
A-Pog-Ebnene,
Französische Horizontalebene,
kaudal,
Raphe-Median-Ebene,
Medianebene,
Sagittalebene,
ventral,
Zahnflächen
|

|
körperliche Zahnbewegung,
engl.: bodily movement;
Zahnbewegungen
Körperschaft
des Öffentlichen Rechts (KdÖR), engl.: corporate of the public
right; rechtsfähiger, mit hoheitlichen Befugnissen ausgestatteter Verband
zur Erfüllung staatlicher Aufgaben. Er führt diese gesetzlich übertragenen
Aufgaben in eigener Verantwortung unter staatlicher Aufsicht durch (keine
Fachaufsicht, sondern staatliche Rechtsaufsicht). Im deutschen
Gesundheitswesen sind im Rahmen der
Selbstverwaltung Ärzte/Zahnärzte mit einer Zwangsmitgliedschaft*) in den
K.
Kammern und/oder kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen
verankert. So sind alle
approbierten
Zahnärzte - je nach Tätigkeit mit unterschiedlich hohen Beiträgen - den
Zahnärztekammern unterstellt; zusätzlich müssen
Vertragszahnärzte, den kassenzahnärztlichen
Vereinigungen - ebenfalls kostenpflichtig - beitreten.
*)
Berufsgenossenschaft, KZBV,
KZV,
Selbstverwaltung,
Zahnärztekammer
Körperschmuck im
Mund-Gesichtsbereich ;
Zahnschmuck
Körperverletzung
engl.: bodily harm or body injury; Beeinträchtigung/Beschädigung
der körperlichen (im weiteren Sinne auch seelischen) Unversehrtheit eines
Menschen durch eine andere Person. So ist z.B. ein medizinischer Eingriff ohne
Einwilligung des Patienten nur aufgrund eines Gesetzes möglich (z.B.
Blutentnahme), sonst besteht ein Straftatbestand. Ärztliche Eingriffe gelten
primär als K., welche durch die Einwilligung des Patienten aufgehoben
wird (sog. Rechtfertigungsgrund). Dieses Selbstbestimmungsrecht kann der
Patient aber nur dann sinnvoll ausüben, wenn er vom Arzt über seine Erkrankung
und deren Behandlung vorher derartig
aufgeklärt
wird, dass er die Tragweite in wesentlichen Zügen erfassen kann. Nicht als K.
gilt eine ärztliche Maßnahme nur dann, wenn ein "rechtfertigender Notstand"
(z.B. eine Bewusstlosigkeit) vorliegt.
Aufklärung,
Haftung
Korrekturabdruck
Korrekturabformung, "Futterabdruck",
"Ergänzungsabdruck", engl.: correctable (corrective)
impression; im Gegensatz zum
Doppelmischabdruck bzw.
einphasigen Abformung handelt es sich um eine zweizeitige
Abformung: Nach einer groben Abformung des Kiefers oder Teilen
davon (
Präparation) mit einer relativ festen ("knetbaren") Masse, wird in
einem zweiten Arbeitsgang ("zweizeitig") der Erstabdruck (auch:
Vorabdruck) mit einer dünnfließenden Masse ("Korrekturmasse", Abb.:
violett) verfeinert ("korrigiert"). Um eine übermäßige Kompression
("Verdrängungseffekt", "Stempelwirkung") des Erstabdrucks zu vermeiden
und genug Schichtdicke für die Zweitabformung zu erhalten, wird der
Einsatz von
Abflusskanälen und/oder das Verwenden einer
Trennfolie (Platzhalterschicht) empfohlen. Der K.
erlaubt bei
entsprechender Vorbereitung vor allem eine gute Darstellung von
Strukturen innerhalb der
Zahnfleischtasche, während der Zahnstumpf selbst wegen
"Verdrängungseffekten" geometrisch nicht optimal dargestellt wird.
Abdruck,
Doppelmischabdruck,
Elastomere,
Zweiphasenabformung |

|
Korrosion
engl.: corrosion; Reaktion eines metallischen Werkstoffes mit seiner
Umgebung (Gase, Elektrolyte usw.) derart, dass eine messbare Veränderung (meist
im negativen Sinn) des Werkstoffes eintritt. Vielfältige Unterteilung, z.B. in:
biologische Korrosion, Biokorrosion, welche im Prinzip eine
elektro-chemische (s.u.) ist; mit dieser Bezeichnung soll den komplexen
Vorgängen im biologischen Milieu Rechnung getragen werden. Insofern sind auch
"Korrosionstests" (sog. Korrosionsversuche)
im
Labor mit einfachen Elektrolyten nur bedingt übertragbar. In fast allen
Fällen bilden sich auf festen Oberflächen sesshaft werdende Algen, Pilze und
Bakterien in Form von stabilen
Biofilmen. Ihre Stoffwechselprodukte (Schwefelwasserstoff, Schwefelsäure,
Salpetersäure u.v.a.) lösen dann die verschiedensten Korrosionsarten aus. Viele
Zusammenhänge sind noch unerforscht.
chemische Korrosion, Reaktion mit Lösungsmitteln, Gasen und anderen
Substanzen durch oberflächliche Eindringung des Lösungsmittels ("Weichmacher").
Bei Metallen und
Legierungen ist vor allem die Reaktion mit Luftsauerstoff (= trockene
Korrosion) bekannt (z.B. Titan). Diese Reaktionen erfolgen stark
beschleunigt bei hohen Temperaturen, so z.B. beim "Aufbrennen"; die sich
bildende Legierungsoxidschicht stellt einen stabilen Verbund zwischen Legierung
und keramischen Massen bei der
Verblend-Metall-Keramik Technik dar. Reaktionen bei hohen Temperaturen, ohne
die Anwesenheit von Sauerstoff, werden als Heißgaskorrosion bezeichnet
elektro-chemische Korrosion, Hierbei kommt es zur Ausbildung von
Korrosionselementen. In Korrosionselementen liegt zwischen dem Anoden- und
Kathodenbereich eine Spannung vor. Die ablaufenden Prozesse sind von einander
abhängig, können jedoch unterschiedlich weit voneinander entfernt stattfinden.
Diese Elemente können aufgrund unterschiedlicher Potentiale, wie es bei der
Kontaktkorrosion der Fall ist, auftreten. Bei ihr stehen verschiedene Metalle
miteinander in leitendem Kontakt und es ist ein ionenleitendes Medium vorhanden.
Ein Beispiel hierfür sind Rohrinstallationen aus verschiedenen Materialien, so
wenn beispielsweise die Warmwasser-Kupferleitung mit der Kaltwasser-Stahlleitung
in Kontakt kommt. Diese Korrosionsart kann auch auf Grund eines
unterschiedlicher Sauerstoffgehalt im Elektrolyten auftreten; ein Beispiel
hierfür ist das Rosten von Eisen.
Weiter ist bekannt, dass bei gleichzeitiger Verwendung edelmetallhaltiger
Legierungen Titan als Anode dient und
korrodieren kann; hingegen wird Titan in
Verbindung mit edelmetallfreien Legierungen zur Kathode und bleibt stabil - die
Korrosion findet in solchen Fällen zu Lasten der anderen Metalle statt.
selektive Korrosion, diese kann bei allen metallischen Werkstoffen
auftreten, deren Gefüge aus inhomogenen Kristalliten besteht. Ein
Gefügebestandteil löst sich anodisch auf, ein weiterer wirkt als Kathode.
Die Korrosionsfestigkeit wird nach der Norm DIN 13906-T2 gemessen (Immersionstest).
Dabei wird der Gewichtsverlust einer Probe festgestellt die in einer
Korrosionslösung bestehend aus 0,1M Milchsäure und 0,1M Kochsalz bei 37 Grad
Celsius in sieben Tagen auftritt. Die unterschiedliche
Toxizität
der Ionen wird hierbei nicht berücksichtigt.
Edelmetalle,
Galvanismus im Mund,
Legierung,
Legierungspass,
Metallosis,
NEM,
Spannungsreihe v. Metallen
Kortikalis, Rindenschicht,
substantia corticalis, engl.: corticalis; äußere, harte Schicht des
Knochens; im Unterkiefer auch als Kompakta
bezeichnet;
Spongiosa
Kortikotomie
engl.: corticotomy; 1.) historischer
chirurgisch-kieferorthopädischer Eingriff zur Knochenschwächung, um
größere Zahnbewegungen durchführen zu können. Es erfolgt eine Durchtrennung der
Kortikalis zwischen den Zähnen, die bewegt werden
sollen. Heute nur noch vereinzelt angewandt (palatinale Kortikotomie nach
Bichlmayr, vestibulär-palatinale Kortikotomie nach Köle)
2.) im Rahmen einer Sequesterentfernung bei bestehender
Osteomyelitis
durchgeführte Maßnahme zur Freilegung von spongiösem Knochen, welcher aufgrund
besserer Durchblutung bessere Heilungsaussichten bietet.
Korund
engl.: corundum; Mineral, zu 90 - 95 % kristallines Aluminiumoxid. Sehr
harter Werkstoff (Mohs-Härte = 9, nach dem Diamant das zweithärteste natürliche
Mineral), als Schleif- und Poliermittel in der
ZHK gebräuchlich (sog. "Steinchen"). Heute meist synthetisch hergestellt.
Bohrer,
Karborund,
Schleifmittel
Koryphäen-Killer-Syndrom
"Doctorhopping", "Doctor-Shopping-Syndrom"; Schlagwortbez. für eine
psychosomatische Störung, welche u.a. die hartnäckige Patientenforderung nach
erneuten Untersuchungen beschreibt, obwohl bisher von mehreren Ärzten kein
Anhaltspunkt für eine körperliche Störung gefunden werden konnte.
Kosmetika
"Schönheitspflegemittel", engl.: cosmetics; es gibt keine einheitlich
bekannte Definition für diesen Begriff. Landläufig werden darunter Präparate für
die Körper- und Schönheitspflege der Haut, der Nägel und der Haare verstanden.
Die
Richtlinie 76/768/EWG des Rates vom 27. Juli 1976 definiert:
"Kosmetische Mittel sind Stoffe oder Zubereitungen , die dazu bestimmt sind,
äußerlich mit den verschiedenen Teilen des menschlichen Körpers (Haut,
Behaarungssystem, Nägel, Lippen und intime Regionen) oder mit den
Zähnen und den
Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem
ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, zu
schützen, um sie in gutem Zustand zu halten, ihr Aussehen zu verändern oder den
Körpergeruch zu beeinflussen.". Die heute geläufigen Zahnpasten werden den K.
zugeordnet.
Bleaching,
Mundspüllösungen,
Zahnpasta
kosmetische Zahnmedizin
(Zahnheilkunde), engl.: cosmetic dentistry; in den 60er Jahren des
letzten Jhds. geprägter Begriff mit der Auffassung, dass Zahnheilkunde nicht nur
aus Krankheitsbehandlung besteht, sondern dass man auch die Kenntnisse und
Fähigkeiten von Zahnärzten dazu einsetzen könnte, das persönliche
Erscheinungsbild zu verbessern, statt nur Schäden zu reparieren. Definiert ist
hiernach - ähnlich den Vorstellungen der
WHO
- der Begriff "(Mund-)Gesundheit" als ein persönliches Wohlgefühl statt nur als
„Abwesenheit von Krankheit“. Einer der Leitsätze dieser kosmetischen Richtung
lautet: "Das Lächeln ist ausschlaggebend". Subsumiert werden unter diesem
Begriff weiter Tätigkeiten - ohne klare Abgrenzung - wie:
--
Präventive Zahnheilkunde und
Parodontologie
--
Ästhetische Zahnheilkunde
--
Interdentalraumzahnheilkunde
-- Zahnaufhellung und
Bleichen
ästhetische Analyse,
ästhetische Zahnmedizin,
Dysmorphophobie,
Eugnathie,
Keramikschulter,
Kieferprofilfeld,
Mock-up,
rosa Ästhetik,
Mundgesundheit
Kostenerstattung
engl.: refund of cost; immer wieder diskutierte Form des Zahlungsflusses
bei
gesetzlich versicherten Patienten: Statt beanspruchte Leistungen über die -
für den Patienten anonyme -
Chip-Karte abzurechnen, erhält der Patient eine Rechnung über die von ihm
verursachten Kosten in einer (Zahn-)Arzt-Praxis und wendet sich damit an seine
gesetzliche Krankenkasse, die ihm - ähnlich wie bei einer
privaten Versicherung - auf der Grundlage ihrer Tarife die Rechnung ganz
oder teilweise erstattet.
In der ZHK 1998 bei
Zahnersatzleistungen praktiziert, wurde diese Möglichkeit der
Kostentransparenz 1999 durch "Rot-Grüne-Koalition" wieder verlassen und
schließlich mit der
Gesundheitsreform (2004) zunächst bei den
Festzuschüssen
für Zahnersatz wieder eingeführt.
Der neugefasste Text - aufgrund des
GMG - des
Sozialgesetzbuch V lautet zur K.:
§ 13 Kostenerstattung Abs. 2 Sätze 1,2,9
"(2) Versicherte können anstelle der Sach- oder Dienstleistungen
Kostenerstattung wählen. Sie sind von ihrer Krankenkasse vor ihrer Wahl zu
beraten. Eine Beschränkung der Wahl auf den Bereich der ambulanten Behandlung
ist möglich. Nicht im Vierten Kapitel genannte Leistungserbringer dürfen nur
nach vorheriger Zustimmung der Krankenkasse in Anspruch genommen werden. Eine
Zustimmung kann erteilt werden, wenn medizinische oder soziale Gründe eine
Inanspruchnahme dieser Leistungserbringer rechtfertigen und eine zumindest
gleichwertige Versorgung gewährleistet ist. Die Inanspruchnahme von
Leistungserbringern nach § 95b Abs. 3 Satz 1 im Wege der Kostenerstattung ist
ausgeschlossen. Anspruch auf Erstattung besteht höchstens in Höhe der Vergütung,
die die Krankenkasse bei Erbringung als Sachleistung zu tragen hätte. Die
Satzung hat das Verfahren der Kostenerstattung zu regeln. Sie hat dabei
ausreichende Abschläge vom Erstattungsbetrag für Verwaltungskosten und fehlende
Wirtschaftlichkeitsprüfungen vorzusehen sowie vorgesehene
Zuzahlungen in Abzug zu bringen. Die Versicherten sind an ihre Wahl der
Kostenerstattung mindestens ein Jahr gebunden." Achtung: Wer sich in der
GKV für das Prinzip der K. entscheidet, muss mit höheren Zuzahlungen
bei Medikamenten rechnen. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG)
dürfen die Rabatte, die den Kassen sonst von Apotheken und Pharmafirmen gewährt
werden, den Patienten in Rechnung gestellt werden.
Somit ergibt sich bei einer generellen K. für gesetzlich Versicherte
(Stand 2010):
* Kassenzulassung des (Zahn-)Arztes als Voraussetzung für eine K.
* Antrag durch Patienten bei seiner Gesetzlichen Krankenkasse vor
Behandlungsbeginn
* Einverständniserklärung des Patienten
* Wirtschaftliche Aufklärung durch den behandelnden (Zahn-)Arzt
* Liquidation
auf Grundlage der GOZ
* Während die Entscheidung für die K. bis 2010 mindestens ein Jahr lang
bindend war, gilt sie ab 2011 für drei Monate.
* da die Bedingungen der K. für den Patienten sehr kompliziert und
unvorteilhaft sind, machen nur wenige davon Gebrauch (2010)
Mit Inkrafttreten des GKV-WSK (2007) sind gravierende Änderungen bei
der K. eingetreten
Gesetz zur
Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung
Einzelleistungsvergütung,
Festzuschüsse,
Gesundheitsreform (ab 2004),
Patientenquittung,
Sachleistung,
Selbstbehalt
Kragenplatte
engl.: collar plate; Schlagwortbezeichnung für eine heute nicht
mehr gebräuchliche (obsolet!)
Metallbasis, bei welcher die Gaumenbasis bzw. der Sublingualbügel
bis an die (Schneide-)Zähne vorgezogen wird und diesen "kragenförmig (s.
Abb.) anliegt (sog. "Kragenfassung") und evtl. auch noch durch
Krallen übergreift (sog. "Krallenauflage"). Begründet wird
diese Konstruktion im Unterkiefer mit einem Tragekomfort und im Ober-
und Unterkiefer mit einer leichteren Erweiterbarkeit dann, wenn einer
der bedeckten Zähne erweitert werden muss. Aus parodontalhygienischen
Gründen (es fehlt eine Speichelumspülung der Zahnfleischränder und
Interdentalpapillen und somit eine natürliche
Selbstreinigung und
Remineralisierung dieser Gewebe, was unter Umständen zu schweren Entzündungen
und Zerstörung der Zähne durch Karies führen kann) gilt die
Eingliederung heute als Kunstfehler.
Von einer Kragenfassung (collar setting) spricht man auch,
wenn künstliche Zähne beim Zahnersatz im Zahnhalsbereich auf der
lingualen/palatinalen Seite von Metall eingefasst sind. Wegen der
dadurch bedingten dünneren Ausgestaltung der
Prothesenbasis in diesem Bereich, gilt diese Art als phonetisch
günstig.
Modellguss,
Teilprothese |

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Kralle, Krallenhebel,
Hebel
Krallenschiene,
Elbrecht Schiene
Krampon, engl.: pin;
Verankerungselement für Kunstzähne;
Goldknopfzähne
Kramponzange
engl.: wire bending pliers; zahntechnische und zahnärztliche
Universalzange, meist mit geriffelten Maul. Anwendung z.B. zum Halten
von zahnärztlichen Arbeiten, Biegen von Drähten und Klammern usw. |

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kranial , cranial,
engl.: cranial; zum
Schädel hin
gerichtet, den Schädel betreffend, nach oben hin
kraniofazial
kranio-fazial, engl.: craniofacial, cranio-facial; aus den
Wortteilen "kranio" = "Schädel" und "fazial" = "Gesicht" zusammengesetzt,
bedeutet der Ausdruck "den Hirn- und Gesichtsschädel betreffend"
kraniofaziale Dysplasie,
Gesichtsspalte
kraniomandibulär
kranio-mandibulär, engl.: craniomandibular, cranio-mandibular;
kranio = abgeleitetes Wortteil für Schädel o. Kopf, mandibula = Unterkiefer,
CMD
Kraniometrie
Schädel(ver)messung, engl.: craniometry;
durchgeführt direkt am lebenden oder toten Körper (nicht am Röntgenbild =
Kephalometrie);
Krankengeschichte
engl.: case history, medical record ;Gesamtheit aller erhobenen
und dokumentierten Informationen (Krankenblatt) über den Krankheitsverlauf und
die Vorgeschichte dazu eines Patienten; häufig mit dem Begriff
Anamnese
gleichgesetzt. Die eigentlich K. umfasst im deutschen Sprachgebrauch
mehr: Anamnese, Diagnosen, Differentialdiagnosen und Verdachtsdiagnosen, Labor-
und Histologiebefunde, Röntgenbilder, OP-Berichte, Rezeptverordnungen,
Patientenhinweise und -aufklärungen, Patientenverfehlungen (nicht eingehaltene
Termine und Anweisungen), Arztbriefe, Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen,
Aufzeichnungen zu besonderen Zwischenfällen und
Komplikationen, die Dokumentation der durchgeführten Untersuchungen, der
Therapiemaßnahmen und dem Krankheitsverlauf. Festgehalten werden diese Dinge in
einer sog. Krankenakte oder Patientenakte (engl.: medical
record; schriftlich und/oder elektronisch).
Aufbewahrungsfrist,
Aufklärung,
Dokumentation
Krankenkasse, engl.: health insurance,
Gesetzliche Krankenversicherung,
private Krankenversicherung
Krankenversichertenkarte, KVK;
engl.: medical insurance card, ehemals als nur bedingt maschinenlesbarer
Krankenschein bekannt.
elektronische Gesundheitskarte,
Chip-Karte
Krankheit
Erkrankung, Morbus, engl.: disease, illness; unklar
definierter Begriff bei einer drohenden oder tatsächlichen Beeinträchtigung
körperlicher, geistig-seelischer sowie sozialer Fähigkeiten, welche die
Leistungsfähigkeit und häufig auch das subjektive Wohlbefinden derart verändern,
dass ein nachteiliger Zustand eingetreten ist oder dieser zu erwarten ist. Je
nach sozialpolitischer Gegebenheit (Versicherungsfall Krankheit,
Leistungspflicht der Krankenversicherung) erfolgen zum Krankheitsbegriff
Definitionen wie: "Krankheit ist jede Störung der normalen Beschaffenheit oder
der normalen Tätigkeit des Körpers, die geheilt, d. h. beseitigt oder gelindert
werden kann." (BGH, 1958) oder: "Krankheit ist ein regelwidriger Körper- oder
Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf und/oder Arbeitsunfähigkeit zur
Folge hat" (Bundessozialgericht). Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt zur Gesundheit: "Gesundheit ist
ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens
und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen."
Gesundheit,
Mundgesundheit,
Zahngesundheit
Krankheitsursache, engl.: cause
of disease, etiology;
Ätiologie
Krebs;
Mundhöhlenkarzinom
Kreidefleck
engl.:
white spot;
entkalkungsbedingte, weißliche Verfärbung der Zahnoberfläche als ein
Früherkennungszeichen einer
Karies.
Initialkaries,
white spot
Krepitation
"Knochenreiben", engl.: crepitation; hör- und tastbare reibende
Geräusche - besonders im Unterkiefer - beim Bewegen der Knochenstücke als
diagnostisches Merkmal einer Fraktur.
Kieferbruch
Kresol,
Methylphenol;
Phenol,
Trikresol
krestal
limbal, engl.: crestal; im Bereich des
Arcus
alveolaris (Limbus alveolaris) gelegen. So liegt bei einem klassischen
Implantat der
Implantatkörper
infrakrestal,
der Implantathals suprakrestal ;
crestal
Kreuzallergie
engl.: cross hypersensitivity; Fehlreaktion des Immunsystems auf
verschiedene Stoffe, die es nicht nur als gefährlich, sondern auch als ähnlich
erkennt, bedingt durch botanische oder chemische Verwandtschaft dieser Stoffe.
So gehen bspw. Allergien gegen bestimmte Pollen nicht selten mit einer Allergie
gegen bestimmte pflanzliche Lebensmittel einher.
Allergie ,
Antibiotika,
Kreuzresistenz
Kreuzbiss
umgekehrte Verzahnung, Okklusionsabweichung, engl.:
cross-bite, Xbite; bedingt durch Wachstumsstörungen oder
einen zu frühen bzw. zu späten Durchbruch einzelner Zähne oder
Zahngruppen. Meist ist der Oberkiefer zu schmal und dies führt zu einer
Abweichung des Unterkiefers auf die vom K. betroffene Seite.
Unterteilung in:
- frontaler Kreuzbiss, auch: umgekehrter Überbiss,
sagittaler Kreuzbiss (sagittal crossbite)
verbunden mit einer umgekehrten
Frontzahnstufe; eine oder mehrere Unterkiefer-Frontzähne beißen
über die oberen Frontzähne
- lateraler Kreuzbiss, auch: transversaler Kreuzbiss (transverse
crossbite)
einseitig oder beidseitig ausgeprägt, beißen die
Unterkieferseitenzähne über die oberen
- zirkulärer Kreuzbiss (circular crossbite)
bei einem im ganzen zu großen Unterkiefer ergibt sich eine
Kombination aus beiden oben aufgeführten Arten; meist bei einer
Progenie vorkommend
Abweichung,
AufbissPlatte,
Gaumennahterweiterung,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Innen-/Außenstand,
Mittellinienverschiebung,
QuadHelix,
Spatelübungen |

einseitiger Kreuzbiss
im
Milchzahngebiss

zirkulärer K.
|
Kreuzfissur;
Hauptfissur
Kreuzresistenz
engl.: cross-resistance; Unempfindlichkeit (Resistenz)
gegenüber zwei oder mehreren
Antibiotika gleichzeitig. Meistens dann der Fall, wenn die Antibiotika sehr
ähnlich aufgebaut sind und/oder über den gleichen Wirkungsmechanismus verfügen.
Beispiele sind die K. von
Penicillinen und
Cephalosporinen oder
Lincosamide und
Erythromycin.
Resistenz
krevikulär,
crevikulär, engl.: crevicular; die
Zahnfleischtasche, den
Sulkus
betreffend
Krone
engl.: (dental) crown o. corona, für künstliche Krone:
crown, cap; vielfältiger Oberbegriff für:
- den mit
Schmelz bedeckten sichtbaren Teil des natürlichen Zahnes (=
anatomische Krone) in einem normalen
Gebiss. Die klinische Krone bezeichnet den Teil des
Zahnes, welcher in die
Mundhöhle
ragt. In einem normalen, jugendlichen Gebiss ist anatomische K.
länger als die klinische K.; bedingt durch einen
Zahnfleischrückgang (
Gingivarezession) können bei der klinischen K. auch
weitere Teile des Zahnes (Zahnhals,
Zahnwurzel) sichtbar werden - das Verhältnis kehrt sich um.
Zahn
- künstlicher Ersatz (= prothetische Krone) oder
zahnärztliche
Restauration der anatomischen o. klinischen Krone (s.o.),
welcher die zerstörten Teile des Zahnes rekonstruiert; mit einer
groben Unterteilung in
Teilkrone und
Vollkrone. Im Gegensatz zu einer
Füllung, welche immer im oder am Zahn verankert ist, überzieht
sie als "schützende Hülle" den vorher beschliffenen (
Präparation) Zahn ("Zahnstumpf")
aus
Metall oder
Keramik oder einer Kombination aus beiden Werkstoffen; früher
auch aus Kunststoff. Moderne
Techniken erlauben es heute, dass sich der ehemals zerstörte Zahn in
Funktion,
Farbe und Form wieder harmonisch (funktionell u. kosmetisch) in
das bestehende Gebiss einfügt. Daneben werden K. als
Halteelemente für
Zahnersatz (
Klammer- o. Schutzkrone ,
Pfeilerkrone) oder (seltener) aus rein kosmetischen Gründen
angefertigt.
In der Therapie befinden sich eine Vielzahl von unterschiedlichen
K., wobei die Unterscheidung entweder nach der Art der
Präparation und/oder nach den eingesetzten Materialien erfolgt.
Die Zusammenstellung ist alphabetisch, in der Mehrzahl angewandt
werden
Metallkeramik-,
Keramik
und
Vollgusskronen:
Fingerhutkrone; Krone über eine vorhandene "Krone" bzw.
aufzementierte Metallkappe oder über ein
Brückenglied
Fingerhutkrone
Folienkrone
galvano-keramische Krone ("Galvanokrone"), auch
AGC™-Verfahren, vollkeramischer Überzug auf einem dünnen, reinen
Goldkäppchen;
Galvanotechnik
Gusskrone, mit Unterteilung in
Verblendkrone und
Vollgusskrone
Hülsenkrone, "Hülse"; Oberbegriff für alle
Kronenarten, welche die gesamte klinische Zahnkrone (s.o.)
bedecken/umfassen; Begriff teilweise auch mit
vorgefertigten Kronen gleich
gesetzt
Implantatkrone; auch als Suprakonstruktion des
Implantats bezeichnet. in der Regel Verwendung von Vollkeramik- oder
Verblendmetallkeramik-Systemen,
Suprakonstruktion
Jacket- oder Vollkeramikkrone; ausschließlich aus
keramischen Massen gefertigte K. ;
Jacketkrone
Kunststoffkrone; zur
dauerhaften Versorgung heute nicht mehr gebräuchliche Kronenart;
Kunststoffkrone
Mantelkrone; Bezeichnung für eine K., welche ganz aus
einem nichtmetallischen Werkstoff besteht; in der Regel
keramische Massen (Jacket- oder Vollkeramikkrone), seltener
Kunststoff
Metallkeramikkrone, VMK-Krone; eine
keramische Masse wird auf eine gegossene Metallkappe
"aufgebrannt";
Metallkeramik
Stiftkrone, stiftverankerte Krone; bei starker
Zerstörung der Zahnkrone wird bei einem
devitalen ("toten") Zahn eine zusätzliche Verankerung in der
Zahnwurzel geschaffen;
Stiftaufbau
Teilkrone; es wird nur ein Teil des Zahnes überkront, da
noch nicht soviel Zahnsubstanz zerstört ist. Die Übergänge
Onlay-Overlay-Teilkrone
sind fließend;
Teilkrone
Teleskopkrone, Doppelkrone; dient als kombiniertes
Halteelement für aufwendigen, herausnehmbaren
Zahnersatz;
Teleskopkrone
Verblendkrone; Metallkrone, bei welcher der sichtbare Teil
des Zahnes mit einem zahnfarbenen Material (Keramik, Kunststoff)
"verblendet" ist;
Verblendkrone
Verbundkrone, Krone, die über einen
Steg mit einer Nachbarzahnkrone verbunden ist
Vollgusskrone, Vollkrone, Metallkrone;
vollständig aus Metall bestehende Kronenart, in der Regel im nicht
sichtbaren Bereich;
Vollgusskrone
Bandkrone nicht mehr gebräuchliche Kronenart;
Bandkrone
Die technische Herstellung einer K. erfolgt außerhalb des
Mundes in einem
zahntechnischen Laboratorium, nachdem in einer
zahnärztlichen Praxis der betreffende Zahn vollständig von
Karies befreit, entsprechend
formgebend bearbeitet und von der Mundsituation ein
Abdruck genommen wurde. Eine dauerhafte Befestigung des Ersatzes
auf dem
Zahnstumpf erfolgt mit
Befestigungszementen.
- Indikationen für Einzelkronen sind:
den durch Karies und/oder ausgedehnte (plastische) Füllungen
beschädigten Zahn wiederherzustellen und dauerhaft zu schützen
Stellungs- und Formanomalien der Zähne zu korrigieren
Halte-
und Stützelemente für
Klammern von
Teilprothesen
ästhetische
Korrekturen durchzuführen.
Ankerelement,
Aufbaufüllung,
Davis
Krone,
Entfernung von festsitzendem Zahnersatz,
Haltbarkeit von Zahnersatz,
Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten,
Hohlkehlpräparation,
Kernkrone,
Konvergenzwinkel, Kronenrand,
Kronen-Wurzelverhältnis, "rosa
Ästhetik",
Passung,
Stiftkrone,
Überkonturierung,
Verblendkrone,
Verblockung,
Zahnfarbe
Kronen (siehe unter Artikel Index -
Ordner - Z-Ersatz-Kronen)
|

klinische u. anatomische Krone

Konstruktionsprinzip
jeder Krone.
Gestrichelt:
Zahnstumpf bzw.
Zahnwurzel

Querschnitt durch
eine künstliche K.

der Einsatz von Gold im sichtbaren Bereich gilt
heute nicht mehr als "Schönheitsideal"
|
Kronenachse , engl.: crown axis;
Kollumwinkel,
Zahnachse,
Zahnmerkmale
Kronenentferner, Kronenabnehmer ,
engl.: crown remover;
Entfernung von festsitzendem Zahnersatz,
Hirtenstab,
Richwil Crown and Bridge Remover,
Wamkey
Kronenflucht, engl.: tooth inclination;
Inklination,
Zahnmerkmale
Kronenfraktur, Kronenbruch ;
traumatische Zahnverletzungen,
Zahnfraktur
Kronenpulpa
Kronennerv, engl.: coronal pulp; der Teil des Zahnnervs,
der sich im Gebiet der anatomischen Krone befindet und im Querschnitt
bei jugendlichen Zähnen in etwa eine Verkleinerung der
natürlichen Zahnkrone darstellt. Im Laufe des Lebens wird die K.
durch "Verkalkung" (Anlagerung von
Sekundärdentin) merklich verkleinert. Ähnliche Effekte - weniger
oder mehr ausgeprägt - haben die Folge einer Karies oder
präparative Eingriffe am Zahn.
Die Größe bzw. Ausdehnung der Kronenpulpa ist mit
herkömmlichen Methoden (z.B.
Bissflügelaufnahmen) nur schwer festzustellen - dies wäre von
besonderem Interesse bei der
Präparation eines Zahnes, um die P. nicht unbeabsichtigt zu
eröffnen. In der radiologischen Darstellung werden die realen
Dimensionen der Pulpa häufig nicht korrekt wiedergegeben; besonders im
Molarenbereich werden die wahren Größenverhältnisse meist unterschätzt.
Pulpa |

|
Kronenrand
engl.: crown edge or margin; Abschluss einer
prothetischen Krone zur
Mundhöhle und gleichzeitig Übergang zum Zahn hin, auf welchem sie
befestigt ist. Ein exakter K. (
Randschluss) ist äußerst wichtig für den Langzeiterfolg dieser
Restauration, da Spalte zwischen künstlicher Krone und eigenem Zahn
oder zu kurze Ränder zu
Plaqueansammlungen führen und somit Karies und
Zahnfleischerkrankungen auslösen können.
Untersuchungen zeigen, dass bei der
Hohlkehlpräparation oder einer abgewinkelten 135°-Stufe eine bessere
Anpassung an das marginale
Parodontium erreicht werden kann als mit der klassischen
90°-Stufe (Rechtwinkelstufe); Abformungstechnik und -material
scheinen das Ergebnis hingegen weniger stark zu beeinflussen.
Kronenränder im nicht sichtbaren Bereich sollen
supragingival verlaufen, um eine Plaquekontrolle zu ermöglichen. Im
sichtbaren Bereich wird der Kronenrand aus ästhetischen Gründen in den
Sulkus verlegt. Dies darf jedoch nicht zu einer Schädigung der
parodontalen Gewebe führen. Von großer Bedeutung sind hier die sog.
biologische Breite und der
dentogingivale Komplex.
Auch bei Kronenverlängerungen spielt die biologische Breite eine
entscheidende Rolle. Kronenverlängerungen können aus ästhetischen oder
funktionellen Gründen notwendig sein. Ist der Abstand zwischen
Kronenrand und Knochenrand nicht mindestens 2-3 mm, ist eine
Ostektomie erforderlich. Soll eine klinische Krone um 2 mm
verlängert werden, muss der Knochenrand ca. 5 mm tiefer liegen als der
"alte'" Zahnfleischrand.
Amalgamtätowierung,
anfinieren,
Aufbaufüllung,
Hohlkehlpräparation, Krone,
Kuhhornsonde,
Metallkeramik,
Präparation,
Präparationsgrenze,
Randschluss,
Retentionsstellen,
temporäre Gingivaretraktion,
Überextension,
Überkonturierung |

tolerabler
Randspalt bei einer Krone

ausgeprägte
Zahnhalskaries bedingt
durch Zahnfleischrückgang
und schlechten
Kronenrandschluss
|
Kronenstumpf;
Zahnstumpf
Kronenverlängerung
, chirurgische, engl.: surgical crown extension;
biologische Breite, Kronenrand
Kronen-Wurzelverhältnis
engl.: "crown-to-root-ratio" (CRR); Beziehung der Anteile
eines Zahnes im und außerhalb des
Alveolarknochens; einer der Parameter zur klinischen Beurteilung einer
Pfeilerwertigkeit von Zähnen im Rahmen einer prothetischen Versorgung.
Die Bestimmung kann nur durch eine Röntgenaufnahme erfolgen. Als Idealwerte
gelten Zahlen von 1 : 2; Werte von 1 : 1,5 sollten bei festsitzendem Zahnersatz
nicht unterschritten werden.
Kronen-Wurzel-Winkel;
Kollumwinkel
Krümmungsmerkmal
Flächenmerkmal, Massenmerkmal, engl.: (tooth) curvature
characteristic; blickt man auf die
Kaufläche oder
Schneidekante eines Zahnes, so ist der Übergang zur
mesialen
Approximalfläche kürzer und stärker gekrümmt als der
distale; bei außergewöhnlich starker Krümmung spricht man auch von
mesiovestibulärer Randprominenz. Wichtiges Zuordnungsmerkmal bei
Zähnen außerhalb des Kiefers; so lassen sich rechte von linken Zähnen
unterscheiden (s. Abb.). Bei den Schneidezähnen korreliert das K.
mit dem
Kantenmerkmal. Ausnahme: Der erste obere Prämolar ("oberer
4er") hat ein umgekehrtes Krümmungsmerkmal, bedingt durch
okklusale Einziehung an der
mesialen
Approximalfläche.
Null-Linie,
Zahnmerkmale |

|
Kryoanästhesie,
Kälteanästhesie
Kryochirurgie
"Kältechirurgie", engl.: cryosurgery; Gewebszerstörung durch
Herbeiführen eines Gewebstods (hämorrhagische Koagulationsnekrose) mittels
lokaler Anwendung hochgradiger Kälte ("Kältesonde", "Kryosonde"); in der
ZHK ohne große Bedeutung
Kryotherapie
Kryotherapie
Cryotherapie, Kälte(schock)behandlung, engl.:
cryotherapy; örtliche Anwendung von Kälte wie z.B. Eisbeutel,
Kältepackungen, nasskalte Auflagen, Kaltluftbehandlung bei akuten Schwellungen
und Entzündungen.
Neuerdings in der
ZHK vereinzelter Einsatz in der
Parodontologie mittels flüssigem und gasförmigem Stickstoff (
Kryochirurgie). Mittels einer Sonde wird das zu
behandelnde Zahnfleisch für sehr kurze Zeit auf ca. -40° abgekühlt. Dieser große
Temperaturunterschied soll einen therapeutischen Effekt ergeben.
Kryptometer; "krypto-" griech. =
"verborgen", engl.: do.; for probing clinical pocket depth and attachment level;
historisches Hilfsinstrument zur Messung der Tiefe einer Zahnfleischtasche;
Parodontalsonde.
Kugelkopfklammer;
Bonyhárd-Klammer, Knopf-Anker
Kugelsterilisator,
Sterilisation
Kugelstopfer;
engl.: ball-shaped plugger;
Amalgamstopfer
Kumarin
auch Cumarin, Hemmstoff bei der Blutgerinnung,
Vitamin-K-Antagonist, engl.: cumarine, coumarine; weit
verbreitet ist die Gabe von Cumarinderivaten wie Phenprocoumon (Marcumar®)
oder Coumadin (Warfarin®) zur Vermeidung von Thromboembolien. Therapeutisch
bekanntestes Präparat ist das K.-Derivat "Marcumar®". Die
blutgerinnungs-hemmende Wirkung beruht auf einer Strukturähnlichkeit mit Vitamin
K.
Die Wirkung von Cumarin-Derivaten beruht darauf, dass diese an dem menschlichen
Eiweiß VKORC1 andocken und so die Blutgerinnung senken. Cumarin-Derivate gehören
zu den wichtigsten Medikamenten zur Dämpfung der Gerinnungsneigung des Blutes
bei Patienten mit erhöhtem Risiko, Blutgerinnsel zu bilden. Mehr als 2,7
Millionen Packungen dieser Medikamente mit den Wirkstoffen Phenprocoumon oder
Warfarin werden jährlich in deutschen Apotheken abgegeben.
Als Gegenmittel zur Normalisierung der Blutgerinnung wirkt Vitamin K
- die Wirkung tritt aber erst nach 12-24 Std. ein. Bei lebensbedrohlichen
Zuständen kommen
Prothrombin-Komplex-Konzentrate (PPSB) zum Einsatz. Nicht wirksam ist
Vitamin K bei den
Thrombozytenaggregationshemmern
Antikoagulanzien,
Blutgerinnungsstörungen,
Hämatom,
Heparin, Kollagenschwamm,
Nachblutung,
Oxalatblut,
Quick-Wert,
Thrombin
Kummetverankerung
engl.: ?; historische, spezielle Form einer
Zahnfleischklammer: Ein
vestibulärer Drahtbügel oder eine Kunststoffspange, der (die) in die
Umschlagsfalte reicht; dient als
Halte- und
Verbindungselement bei schleimhautgelagerten (nicht abgestützten)
Teilprothesen; kann bei doppelseitiger
Freiendsituation ohne konventionelle
Klammerverankerung Anwendung finden; zählt zu den
indirekten Halteelementen
Verbinder
Kündigungsschutz
in einer zahnärztlichen Praxis, engl.: protection against wrongful
dismissal; die zahnärztliche Praxis zählt in der überwiegenden Mehrzahl zu
den "Kleinbetrieben". Ab 1.1.2004 wird dazu gesagt, dass der Betrieb solange ein
Kleinbetrieb ist, wie er nicht mehr als zehn Arbeitnehmer regelmäßig beschäftigt
(§ 23 Abs. 1 S. 3 KSchG). Ausgenommen bleiben Auszubildende. Damit gilt:
- Für Schwangere und Mütter bis zum Ablauf von vier Monaten
nach der Schwangerschaft gilt, dass die Kündigung der Zustimmung der
zuständigen staatlichen Stelle bedarf (§ 9 Mutterschutzgesetz).
- Nach § 18 Abs. 1 S. 1 Bundeserziehungsgeldgesetz darf der Arbeitgeber
das Arbeitsverhältnis ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit
verlangt worden ist, höchstens jedoch acht Wochen vor Beginn und während der
Elternzeit, nicht kündigen.
- Unabhängig von der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer genießt ein
Behinderter mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50% und diesem
Gleichgestellte das Privileg, dass vor Ausspruch einer arbeitgeberseitigen
Kündigung die Zustimmung des Integrationsamtes einzuholen ist (§ 85
Sozialgesetzbuch IX). Eine Kündigung ohne Zustimmung führt zur Unwirksamkeit
der Kündigung.
- Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden (Urt. v. 21.2.2001, Az. 2 AZR
15/00), dass auch im Kleinbetrieb im Zusammenhang mit dem Ausspruch einer
arbeitgeberseitigen Kündigung ein "Mindestmaß an sozialer Rücksichtnahme"
zu üben ist. Eine Kündigung, die dies nicht beachtet, verstößt demnach gegen
den Grundsatz von Treu und Glauben nach § 242 BGB. Bis heute ist nicht
vollständig geklärt, welche Konsequenzen sich hieraus für den Arbeitgeber im
Kleinbetrieb ergeben. Entschieden ist allerdings (BAG, Urt. v. 25.4. 2001,
Az. 5 AZR 360/99), dass der auf konkreten Umständen beruhende
Vertrauensverlust gegenüber einem Arbeitnehmer die ordentliche Kündigung
durch den Arbeitgeber auch dann rechtfertigen kann, wenn die Umstände, auf
den der Vertrauensverlust beruht, objektiv nicht verifizierbar sind.
Kunstfehler
ärztlicher, engl.: malpractice; Verstoß gegen die allgemein
anerkannten Grundsätze der ärztlichen Wissenschaft. Begriff heute nicht mehr
gebräuchlich und durch
Behandlungsfehler ersetzt.
Beweislast,
Gutachterkommission für Fragen zahnärztlicher Haftung,
Haftung,
Leitlinie
Kunststoffe
Dentalkunststoffe, engl.: synthetic materials, polymer;
organische Verbindungen, meist synthetisch hergestellt. Grundlage für viele
zahnärztliche Ersatzmaterialien (Prothesenbasis,
Füllungen,
künstliche Zähne). Wegen möglicher
Allergiepotentiale und der Neigung zur
Plaqueanlagerung in der Mundhöhle gelegentlich nicht unproblematisch. Nicht
überschaubare Vielfalt, unter Umständen mit nicht ausreichender Langzeiterfahrung. Über
Zersetzungsprodukte durch den Einfluss des Mundhöhlenmilieus ist wenig bekannt.
Acrylate,
Diacrylate,
Hydrochinon,
K+B,
Langzeitpolymerisation,
Methacrylate,
Polyamid,
Polymerisation,
Prothesenstomatitis,
Restmonomer,
Silane,
Verblendkrone,
Zytotoxizität
Kunststofffüllung
engl.: acrylic filling; Oberbegriff für eine Vielzahl von synthetischen
Füllungsmaterialien. in der Regel werden damit
Komposite-Materialien gemeint. In der Laiensprache häufig mit einer
einfachen zahnfarbenen Füllung ("weißen Füllung") gleichgesetzt.
Füllung,
Füllungsmaterialien
Füllungen (siehe unter Artikel Index - Ordner
- Füllungen)
Kunststoffkrone
Kunststoffmantelkrone, Acrylkrone, Plastikkrone,
engl.: plastic jacket crown, acrylic resin crown; zur
dauerhaften Versorgung heute
nicht mehr gebräuchliche, der
Zahnfarbe angepasste
Mantelkrone. Trotz verbesserter Materialien und Techniken,
lassen sich damit nur ein befriedigendes kosmetisches Ergebnis erzielen,
die Lebensdauer ist nicht akzeptabel und die
Bioverträglichkeit ist im direkten Kontakt mit Körpergewebe der von
Keramiksystemen weit unterlegen. Zusätzlich neigen Kunststoffe
generell zu einer
Plaquebildung.
Einsatz in der
ZHK als (Langzeit-)Provisorium.
Krone,
Kunststoff,
Kunststoffverblendkrone,
Mantelkrone,
Provisorium,
Verblendkrone |

Verfärbungen und Plaque-Anlagerungen nach ca. 8-jähriger Tragezeit

Vergleich Kunststoff (li.) - Keramik nach ca. 10jähriger Tragezeit
|

starke Gelbverfärbung des
Kunststoffs nach ca. 10
jähriger Tragezeit bei zusätzlich
ungenügender
Mundhygiene
|
Kunststoffprothese
engl.: acrylic resin denture; Schlagwortbezeichnung für eine einfache
Teilprothese
mit einer
Prothesenbasis, welche vollständig aus Kunststoff (Polymethylmethacrylat)
besteht. Als
Halteelemente werden in der Regel einfache gebogene
Klammern
verwendet. Einsatz unter fachlichen Gesichtspunkten nur als als
Provisorium.
Nylonprothese
Kunststoffverblendkrone; engl.:
acrylic faced-cast crown;
Kunststoff,
Verblendkrone
Kunstzahn
Konfektionszahn, künstlicher Zahn,
Kunstzähne, engl.: artificial tooth (teeth),
plastic o. ceramics tooth; industriell vorgefertigte Zähne
aus Kunststoff ("Kunststoffzahn") oder keramischen Massen ("Keramikzahn");
Verankerung an der
Prothesenbasis durch Polymerisation oder mechanisch (Goldknopfzähne,
Unterschnitte). K. werden in Großserie in vielen
zahnähnlichen Farben und Größen fabriziert, meist als Garnituren
(kompletter Satz Front- bzw. Backenzähne) und vom
Zahntechniker individuell in die
Prothesenbasis eingearbeitet. Fabrikate auf Kunststoffbasis (meist
anorganisch hochgefüllte Urethan-Dimethacrylate) sind leichter zu
verarbeiten und im Gebrauch nicht so anfällig wie Porzellanzähne,
erreichen aber nicht deren
Abrasions- und
Farbfestigkeit.
Historisch: Zähne des Flusspferdes oder sogar Menschenzähne wurden als
K. verarbeitet.
Alameter,
Frontzahnlinie (Lachlinie),
Funktionszähne,
Goldknopfzähne, Körperbautypen,
Lumineffekt,
Mittellinie,
Prothese,
Röhrenzähne,
Talonzahn,
Teilprothese,
Vollprothese,
Zahnersatz,
Zahnfarbe,
Zahnaufstellung,
Zahnform
„VITA ToothFinder" (Auswahl passender Front- und
Seitenzähne für herausnehmbare voll- und teilprothetische Versorgungen) |

Ober- u. Unterkiefer-
Frontzahn-Garnituren aus Kunststoff
©:
|
Kupferamalgam
Quecksilberlegierung auf Kupferbasis, engl.: copper amalgam; früher
Anwendung bei
Milchzähnen; Zusammensetzung: ca. 35 m% Cu u. ca. 65 m% Hg mit weiteren
Restbestandteilen (z.B. Zinn) in geringer Konzentration. Durch den Kupferzusatz
als stark
bakterienabtötend (karieshemmend!) bekannt, ist K. aus versch.
Gründen (nicht nachgewiesene Ungefährlichkeit, schlechte Mundbeständigkeit, hohe
Quecksilberdampf-Konzentration bei der Verarbeitung) heute nicht mehr im
Einsatz; eine Anwendung gilt als
obsolet.
Amalgam,
Behandlung von Milchzähnen,
HCSC-Amalgam,
oligodynamische Wirkung,
Silberamalgam
Kupferringabdruck
Kupferring-Abformung, "Kupferring-Kerr™-Abdruck",
engl.: copper ring (individual crown) impression; nicht mehr
gebräuchliche, umständliche und unter Umständen
gingivaschädigende
Einzelabformung eines einzelnen
Zahnstumpfs mittels eines vorher angepassten Kupferringes.
Abdruck
Kupferzement
engl.: copper (dental) cement; früher gebräuchlicher
Befestigungs- und
Unterfüllungszement
mit antiseptischen Zusätzen von Kupfersalzen zur Vorbeugung vor einer
erneuten
Karies; Zusammensetzung z.B.: ZnO, MgO, CuSCN, H3P04
Kuppelfüllung;
Onlay,
Overlay
kurativ
, heilend, engl.:
curative; ärztlichen Tätigkeit im Sinne einer heilenden Behandlung.
Kürettage
Kürettement, Curettage, Curettement, Ausschabung,
Auskratzung, engl.: curettage; in der
ZHK von versch. Bedeutung:
- Reinigung bzw. Anfrischung einer
Alveole nach Zahnentfernung
- Auskratzen von
apicalem Granulationsgewebe oder sonstigen Verunreinigungen
durch die Extraktionswunde hindurch
- Standardtherapie bei infizierten und verunreinigten
Zahnfleischtaschen (
Parodontitis marginalis) bis zu einer
Taschentiefe von 4 - 5 mm, auch als subgingivale Kürettage
bekannt: Nach einer Entfernung der verunreinigten Wurzeloberfläche
von Konkrementen (
deep scaling), wird der abgestorbene
Wurzelzement entfernt und die Wurzeloberfläche geglättet (
Root planing,
Wurzelglättung); abschließend erfolgt eine Entfernung des
Entzündungsgewebes in der Zahnfleischtasche (subepitheliales
Granulationsgewebe) mit speziell geformten
Küretten.
Der Eingriff selbst kann als geschlossene Kürettage
(Standard; s. Abb.) oder unter Sicht nach vorherigem Aufklappen =
offene Kürettage (s. Abb.;
Lappenoperation) durchgeführt werden; die offene Vorgehensweise
kommt dann in Betracht, wenn geschlossen nicht erfolgreich
therapiert werden kann oder wenn eine geschlossene K. zu
keinem Erfolg geführt hat und deshalb ein
Rezidiv besteht. Beide Verfahren bedingen eine
örtliche Betäubung, wegen der gewünschten Blutleere im
Operationsgebiet in der Regel in Form einer
Infiltrationsanästhesie.
Emdogain,
Dunlop Methode,
Gracey Kürette,
Kirkland,
Leichttherapie,
Oraqix,
Parodontalbehandlung,
Parodontalverband,
Perriimplantitis,
Zahnsteinentfernung |

geschlossene K.

offene K.
|
Kürette, engl.: curet(te);
Gracey Kürette,
Kürettage
Kurierfreiheit
engl.: curative liberty (freedom); Recht, als Nichtarzt (ohne
Approbation)
aktiv andere Menschen zu behandeln oder (aus der Sicht des Patienten) sich von
Nichtärzten behandeln zu lassen. Die K. wurde in D - nach vorherigen
Verboten - um 1870 wieder eingeführt und bildete z.B. die Grundlage für das
nicht mehr existierende Berufsbild der
Dentisten, da
die K. für Zahnärzte 1952 aufgehoben wurde. Heute unterliegen überwiegend
die Heilpraktiker der K.
Dentist,
Zahnarzt
Kurvatur
Krümmung, engl.: curvature; Begriff taucht in der
ZHK
mehrfach auf, z.B. für die Krümmung der Zahnwurzel oder deren Wurzelkanal in der
Nähe der Wurzelspitze.
Kurzimplantate
Ultrakurzimplantate, engl.: (ultra) short
implants; Bez. für Implantate mit einer Länge zwischen 6 u. 8 mm,
welche bei mangelndem Knochenangebot zum Einsatz kommen können. Das von
der Firma Bicon (Boston, USA) 2003 eingeführte Implantatdesign kommt
besonders bei mangelndem Kieferknochenangebot zum Einsatz. Der
Hersteller schreibt dazu auf seiner
WebSite
"Das 6,0 x 5,7 mm-Implantat wurde im Januar 2003 eingeführt und stellt
ein weiteres bahnbrechendes Produkt in der Palette der Bicon-Implantate
dar. Es bietet eine Oberfläche von mehr als 211 Quadratmillimeter für
die
Osseointegration und macht
Sinus-Lifts oder Knochenaufbauverfahren häufig überflüssig. Durch
die Kürze des Implantats können es Zahnärzte bedenkenlos bei geringer
Knochensubstanz einsetzen und so den inferioren Alveolarnerv und den
Oberkiefer-Sinus umgehen. Wie alle anderen Bicon-Implantate ist auch
dieses neue Implantat sandgestrahlt und in einem Salpetersäurebad
passiviert."
Implantate unter 6mm Länge werden auch als "Ultrakurzimplantate"
bezeichnet.
Der Erfolg verkürzter Implantate ist stark vom Implantatdesign und
Konnektionstyp (Implantat-
Abutment-Verbindung)
abhängig und kann u.a. nach dem Grundsatz: "je kürzer, je breiter"
gesehen werden. Das Design ("Plateaudesign") soll in der Breite
mindestens den "wide implants" (> 4,5 mm Durchmesser) entsprechen und
bei den Gewinden einen weiten Abstand haben.
Anwendung hauptsächlich im
Seitenzahnbereich; wegen mangelnder Primärstabilität zur
Sofortimplantation nicht geeignet.
Implantat,
Schleimhautanker
|


statisches Missverhältnis zwischen Implantat- und Kronenlänge |
Kurztubus, engl.:
short-cone ;
Tubus
Kurzwelle,
Kurzwellentherapie, engl.: short-wave
diathermy;
Mikrodiathermie
Kurzzeitpolymerisation,
Langzeitpolymerisation
Küvette
engl.: cuvette; franz.: Napf, kleines Gefäß; in der
Zahntechnik gebräuchlich als zweiteiliges Gefäß (Hartkunststoff, Metall) zur
Herstellung von
Kunststoffprothesen oder zum Dublieren von
Modellen.
Kynodontie, Bez. für
Zähne mit einer kleinen Nervhöhle (Pulpencavum)
KZBV
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung; engl.: National Association of
Statutory Health Insurance Dentists; durch das
Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgeschriebener Zusammenschluss aller
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) auf
Bundesebene mit dem Status einer
Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR); sie regelt Belange der
Vertragszahnärzte auf Bundesebene. Da es gesetzlich definiert keine
"Kassenzahnärzte" sondern "Vertragszahnärzte"
gibt, ist die Bezeichnung irreführend und als historisch zu werten.
Mit dem Inkrafttreten des
GKV-Modernisierungs-Gesetzes (GMG) ist die Verhandlungs- und
Regelungskompetenz für den Bereich gesetzlicher
Zahnersatz mit Wirkung zum 1.1.2005 in vollem Umfang auf die KZBV
übergegangen.
Selbstverwaltung,
Schiedsverfahren
KZV
Kassenzahnärztliche Vereinigung; engl.: Association of
Statutory Health Insurance Dentists;
gesetzlich vorgeschriebener Zusammenschluss aller
Vertragszahnärzte auf Bundesländerebene (bei über 10.000 auch eine
Unterteilung möglich) als Teil der sog.
Selbstverwaltung mit dem Status einer
Körperschaft. Bedingt durch
die Strukturen der Besatzungszeit gab es bis 2004 besonders im Südwesten
Unterteilungen nach Regierungsbezirken (z.B. in B.-W. die KZVen
Freiburg, Mannheim, Stuttgart, Tübingen). Ebenfalls wurde ab 2004 mit
dem
GMG eine weitgehende "Professionalisierung" in hauptamtliche
Vorstände gesetzlich festgelegt (
Gesundheitsreform ab 2004); das Organ der Vertreterversammlung wurde
in seinen Befugnissen beschnitten; eine Verstärkung der Befugnisse der
Aufsichtsbehörde (zuständiges Ministerium) festgelegt.
Historie: Die Gründung der Kassenärztlichen Vereinigungen geht
zurück auf eine Notverordnung des Reichspräsidenten 8.12. 1931, welche
die Arbeitskämpfe zwischen Ärzten und Krankenkassen schlichten sollte.
Das bis dahin bestehende System der Einzelverträge zwischen Kassen und
Ärzten wurde aufgehoben.
Es besteht für jeden Vertragszahnarzt eine Mitgliedspflicht;
umsatzabhängigen Gebühren und eine Grundpauschale finanzieren den
Verwaltungsaufwand (je nach Umsatz und KZV sehr verschieden; jährlich
etwa zwischen 750,- und 2500,- €).
Aufgaben der KZVen sind u.a. die Entgegennahme und Verteilung (
Honorarverteilungsmaßstab) der
Gesamtvergütung (s.u.), der
Sicherstellungsauftrag zur ausreichenden zahnärztlichen Versorgung
der Bevölkerung (den gesetzliche versicherten Patienten müssen in
zumutbarer Entfernung genügend auf dem Stand der zahnmedizinischen
Wissenschaft aus- und fortgebildete Zahnärzte/innen - auch
Fachzahnärzte - zur Verfügung stehen), eine
Wirtschaftlichkeitsprüfung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit und
die Wahrnehmung der Rechte ihrer Vertragszahnärzte gegenüber den
Gesetzlichen Krankenkassen. Als
Körperschaft des
öffentlichen Rechts (KdöR) hat sie u.a. ihren Pflichtmitgliedern
gegenüber eine
Disziplinargewalt.
Die Vertragszahnärzte wählen die Mitglieder zur Vertreterversammlung
alle 5 Jahre nach dem d'Hont-Prinzip; die gewählten Vertreter wiederum
nach Satzungsvorgaben den Vorstand und entsprechende Ausschüsse.
Mit dem Inkrafttreten des
GKV-Modernisierungs-Gesetzes (GMG) ist die Verhandlungs- und
Regelungskompetenz für den Bereich gesetzlicher
Zahnersatz mit Wirkung zum 1.1.2005 in vollem Umfang auf die
Bundesebene übergegangen.
Ab dem 01.01.2012 müssen die Zahnarztpraxen die Abrechnungen der
gesetzlich versicherten Patienten der KZV komplett elektronisch
übermitteln. Dies bedeutet auch, dass die in den
Laborrechnungen enthaltenen Material- und Laborkosten als
Bestandteil der zahnärztlichen Abrechnung elektronisch an die KZV zu
übermitteln sind.
AG KZVen,
Festzuschuss, KZBV,
Selbstverwaltung,
Schiedsverfahren |


Zahlungsfluss bei einer
unbudgetierten Sachleistung

Zahlungsfluss bei einer
budgetierten Sachleistung |
KZV-übergreifende Berufsausübungsgemeinschaften
ÜBAG, durch das
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG, VÄG) seit 2007
erlaubte Bildung von "überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften". Bei
dieser Gesellschaft zwischen mehreren Vertragszahnärzten können die Vertragspartner ihre Praxen auch in verschiedenen KZV-Bereichen
haben. Die sich hierdurch ergebenden Probleme in der zahnärztlichen
Leistungsabrechnung (unterschiedliche
Honorarverteilungsmaßstäbe und
Punktwerte), werden von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung
wie folgt kommentiert:
"Jeder an einer ÜBAG beteiligte Vertragszahnarzt bleibt Mitglied bei
seiner bisherigen KZV. Die Partner bestimmen in einer schriftlichen
Erklärung eine der KZVen, bei der mindestens ein Partner zugelassen ist,
zu ihrer "Wahl-KZV", nach deren Regelungen sich alle Abrechnungs- und
Prüfverfahren richten. Die Wahl-KZV übernimmt die Abwicklung von
Ausgleichsforderungen an die KZVen, bei denen Partner der ÜBAG ihren
Vertragszahnarztsitz haben."
Kooperationsarten in einer
Zahnarztpraxis |

Abrechnungsübersicht
mit einer "Wahl-KZV" |
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