Kakosmie
Parosmie, "Fehlriechen", engl.: cacosmia; die Wahrnehmung
von unangenehmen ("stinkenden") Fehlgerüchen aus dem eigenen Körper; wenn jemand
Gerüche falsch als "faul" oder "unangenehm" empfindet
Kakostomie,
übler
Mundgeruch
Foetor ex ore
Kaliumfluorid,
engl.: potassium fluoride; besonders bei der
Salzfluoridierung zugesetzte Fluor-Verbindung mit einem Gehalt von etwa
0,06%;
Fluoride
Kaliumjodid, KJ,
engl.: potassium iodide;
Jodkaliumjodid-Lösung
Kaliumnitrat
KNO3, "Salpeter", engl.: potassium nitrate; Zusatzstoff in
Konzentrationen von 5-10% bei
Zahnpasten
(z.B. Theramed S.O.S Sensitive®) zur
Desensibilisierung von
überempfindlichen Zahnhälsen; Wirksamkeit nicht eindeutig belegt.
Kaliumpermanganat
KMnO4, engl.: potassium permanganate; tief violette, gut in Wasser
lösliche Verbindung mit adstringierender (zusammen ziehender) und
desinfizierender Eigenschaft, bedingt durch eine starke Oxidationskraft.
Innerlich aufgenommen wirkt K. giftig, auf Schleimhäuten verätzend.
Deshalb kaum oder nur in sehr niedriger Dosierung in der
ZHK
angewandt. Gegengift bei Cyanidvergiftungen.
Kalkwasser
Aqua calcis, engl.: limewater; Jargonbezeichnung für gesättigte
wässrige Lösungen von
Calciumhydroxid. Eine breiige Suspension von Calciumhydroxid in Wasser
(Ca(OH)2 (s)) wird auch als Kalkmilch bezeichnet.
Kallus
Schwiele, harte Haut, überschießendes Knochengewebe bei
der
sekundären Knochenbruchheilung, engl.: callus; nach einem
Knochenbruch durch
Osteoblasten neu gebildetes, weiches Gewebe; er verbindet als
geflechtartiges Knochenmaterial zunächst die Bruchstücke und wird später
durch
Mineralisation wieder in Lamellenknochen umgebaut. Die verkalkte
Schwiele wird später über Monate bis Jahre wieder durch
Osteoklasten wieder abgebaut. Kallusbildung tritt nur bei einer
sekundären Knochenheilung auf; dann wenn die Bruchstücke nicht
vollständig aufeinander stehen, sondern sich ein Spalt gebildet hat.
Arthrose, Kieferbruch,
Knochenregeneration |

|
Kallusdistraktion, engl.: callus
(joint) distraction;
Distraktionsosteotomie
Kalottenartikulation
Kalottenaufstellung, Kalotte = gekrümmte Fläche eines Kugelabschnitts,
engl.: calotte articulation; template (fabrication) setting,
(castings) building-up techniques; besonderes Prinzip beim
Aufstellen von
Kunstzähnen in der
Totalprothetik: Die Seitenzähne der Unterkieferprothese werden - von der
Kaufläche her - gegen eine
Kalottenförmige (gewölbte) Schablone aufgestellt. Hierdurch wird später in
Funktion (beim Kauen) eine beidseitige "balancierte"
Okklusion erzielt. Die Wölbung der Kalotte (nach außen) ist abhängig von der
Höckerneigung der Kunstzähne und individuellen Gegebenheiten des Kiefergelenks (Kondylenbahnneigung).
Dieses Vorgehen geht auf die Kalottentheorie nach Monson (späte 1890er
Jahre) zurück, welche besagt, dass sich die Kauflächen der unteren Backenzähne
auf dem Ausschnitt einer Kugel (Durchmesser 24,3 cm) anordnen lassen.
Bekannt bei dieser Technik ist das Artex®-System
Kiefergelenk,
Kompensationskurve,
Spee Kurve,
Tripodisierung,
Vollprothese,
Wilson Kurve
Kälteanästhesie
Kryoanästhesie, Kältebetäubung, "Vereisung",
engl.: refrigeration anesthesia, anesthesia by freezing,
cryoanesthesia; heute in der
ZHK kaum noch gebräuchliche
Oberflächenbetäubung der
Mundschleimhaut vor einer
Injektion durch Aufsprühen von Äther- oder
Chlorethylspray.
Das Verdampfen von Flüssigkeiten entzieht der Haut Wärme. Die dadurch
entstehende Kälte führt zur örtlichen, oberflächlichen Schmerzarmut; flüchtige
Substanzen wie Äther oder Chloräthyl mit einem niedrigen Siedepunkt bewirken in
kurzer Zeit eine örtliche "Vereisung".
Chlorethyl,
Geschichte der Lokalanästhesie,
Lokalanästhesie,
Oberflächenanästhesie
Kältebehandlung;
Kryochirurgie,
Kryotherapie
Kältetest
Kältespray, engl.: cold test, cold pulp testing;
früher mit Kohlensäureschnee (verfestigtes CO2, welches
durch rasches Ausströmen aus einer unter Druck stehenden Gasflasche entsteht)
durchgeführte
Vitalitätsprüfung/Sensibilitätsprüfung eines Zahns. Dieses Verfahren ist
relativ umständlich im Handling; zusätzlich kann die tiefe Temperatur dieses
Gases (- 76° C) heftige Schmerzen verursachen und zu Schmelzsprüngen führen.
Heute mit Kältesprays (etwa - 30° C), mit denen ein Wattekügelchen
präpariert wird, durchgeführt. Dieses Verfahren gilt heute als Standard, da es
an allen Zähnen (auch Kronen und großen Füllungen) durchgeführt werden kann.
Einzig ist eine graduelle Reizung nicht möglich.
Kaltlichtsonde, Kaltlichtleuchte,
faseroptische Transillumination, engl.: cold light probe;
Kariesdiagnostik (Diaphanoskopie)
Kaltsterilisation
engl.: cold sterilization; entstellende Bezeichnung für die Beseitigung
von Keimen mittels chemischer Lösungen (z.B.
Formaldehyd) oder durch Anwendung von UV-A- bzw. ionisierenden Strahlen
(Kathoden-, Beta-, Röntgen- oder Gammastrahlen;
Strahlensterilisation).
in der Regel wird mit solchen Verfahren keine sichere
Sterilisation, sonder nur eine
Desinfektion erreicht - UV-A Behandlung erfüllt noch nicht einmal diesen
Zweck, da in dem Lichtschatten keinerlei Wirkung besteht.
Sporen werden nur durch hohe Temperaturen sicher vernichtet.
Autoklav
Kambium
Stratum osteogenicum, unterste, dem Knochen direkt anliegende
Bindegewebsschicht des
Periost. Es
ist reich an Blutgefäßen, dessen Äste Knochen und Knochenmark mit Blut
versorgen. Weiter enthält es reichlich sensible Nervenfasern.
Kamille
engl.: camomile; bewährte, naturkundliche
Mundspüllösung bei
Zahnfleischentzündungen und Prothesendruckstellen. Wegen unsicherer
Sporenfreiheit selbst gesammelter Kamille, sind bei einer therapeutischen
Anwendung im Mund Fertigpräparate (z.B. Kamillosan®) vorzuziehen.
Kammer; Kurzbez. für z.B.
Zahnärztekammer
Kammerzertifikat ,
Schlagwortbezeichnung für eine durch die
Zahnärztekammern qualifizierte "zertifizierte"
Fortbildung ;
Fortbildung,
Fortbildungssiegel
Kammlinie
Alveolarkammlinie, engl.: alveolar ridge line; fortlaufende,
halbovalförmige Linie, welche durch die höchste Erhebung des zahnlosen
Alveolarkamms gebildet wird. Bei fortschreitender alterbedingter
Atrophie
der
Alveolarfortsätze werden diese im Oberkiefer enger, im Unterkiefer
weiter. Besondere Bedeutung in der
Total-Prothetik. Hierbei sollten aus statischern Gründen (Kippeffekt
des Ersatzes) die Ersatzzähne auf oder innerhalb der K. stehen -
im Oberkiefer-Frontzahnbereich zumindest kammnah.
Kammverbindungslinie:
Interalveolärlinie |

|
Kammstellungswinkel;
Interalveolärwinkel
Kampfer
Campher, engl.: camphor; durch Destillation aus dem Kampferbaum
("Japankampfer") gewonnene oder synthetisch hergestellte aromatische Substanz.
Dieses zyklische Keton gilt in Verbindung mit Chlorphenol
(Kampfermonochlorphenol (CMCP) oder Monochlorphenol (CP)) als
Depotantiseptikum.
Dem guten antibakteriellen Effekt von Kampferverbindungen werden als
Nebenwirkungen gegenübergestellt, dass sich Kampferphenol nach Applikation in
den Wurzelkanal im gesamten Organismus verteile und darüber hinaus eine stark
toxisch Wirkung auf vitales Gewebe bestehe, welche zu Entzündungsreaktionen im
periapikalen Gebiet führen könne.
Chlorphenol-Kampfer-Menthol
Kantenaufbau,
Schneidekantenaufbau
Kantenbiss, Pinzettenbiss,
Zangenbiss, Labidodontie, Orthogenie, engl.:
edge-to-edge bite (or end-to-end) bite;
sagittaler Kopfbiss im Schneidezahnbereich,
Kopfbiss
Kantenmerkmal
Schneidekantenmerkmal, engl.: (incisal) edge characteristic;
bei den Schneidezähnen typisch ausgeprägte Abrundung des Übergangs der
Schneidekante zum Zahnkörper: Während die
mesiale
Kante nur wenig abgerundet ist, zeigt die
distale
Kante eine individuell stärkere Abrundung, welche als
Unterscheidungsmerkmal zwischen rechten und linken Schneidezähnen dient;
bei den
Eckzähnen ist dieser Effekt nicht mehr so stark ausgeprägt.
Krümmungsmerkmal,
Schneidezahn,
Zahnmerkmale |

|
Kantenschutz, Kaukantenschutz,
engl.: caping;
Höckerschutz,
Schneidekantenschutz
Kanüle
Hohlnadel, engl.: cannula, needle; Röhrchen zum
Transportieren von Flüssigkeiten oder Gasen, z.B. als leicht flexibler Aufsatz
von Spritzen
zur
Injektion von Medikamenten (
Lokalanästhetika) in den Körper (unter die Haut, in den Muskel oder ein
Gefäß bzw. Hohlraum), oder als
Absaugkanüle
zur Entfernung des "Bohrabfalls", Speichels und
Sprays
aus der Mundhöhle.
Wenn eine K. nicht in Gebrauch ist (vor/nach der Injektion) muss sie, um
Stichverletzungen zu vermeiden und aus
hygienischen
Gründen, immer mit einem Kanülenschutz (Nadelschutz) versehen sein.
Während früher K. nach Sterilisation mehrfach gebraucht wurden, sind
heute (fast) nur noch Einmalkanülen im Einsatz, welche neben einer
sicheren Keimfreiheit und Einstichschärfe den gefürchteten Kanülenbruch
im Gewebe (fast) ausschließen.
Carpule,
Injektion,
Komplikationen,
Luer,
Mandrin,
Rekordspritze
Kanzerogen
karzinogen, Kanzerogenität, engl.: cancerogenic, Faktoren
oder Substanzen, die Krebs auslösen/erzeugen mit einer Unterteilung in:
primär kanzerogen Faktoren/Substanzen = direkt Krebs auslösend
sekundär kanzerogene Faktoren/Substanzen = inaktive Vorstufe, wird durch
den Stoffwechsel umgewandelt
K. können physikalische Faktoren (z.B. radioaktive Strahlung,
UV-Strahlung) und viele chemische Substanzen wirken. Stoffe mit eindeutig
krebserzeugenden Eigenschaften sind z.B. polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK) wie Benzo(a)pyren und Benzol. Diese Stoffe kommen in
Tabakrauch und Auto- sowie Industrieabgasen (Chemiewerke, Kohlekraftwerke,
Raffinerien) vor. Als krebserzeugend gelten auch Asbest, Chrom-, Beryllium-,
Silber- und Quecksilber/salze sowie bestimmte Pestizide (DDT, Aldrin, Dieldrin
u.a.).
Das Klassifikationssystem der IARC (INTERNATIONAL AGENCY FOR RESEARCH ON CANCER)
kennt 5 Stufen:
Klasse 1: Substanz/Gemisch ist kanzerogen für den Menschen.
Klasse 2A: Substanz/Gemisch ist wahrscheinlich kanzerogen für den Menschen.
Klasse 2B: Substanz/Gemisch ist möglicherweise kanzerogen für den Menschen.
Klasse 3: Substanz/Gemisch ist bezüglich seiner Kanzerogenität für den
Menschen nicht klassifizierbar.
Klasse 4: Substanz/Gemisch ist wahrscheinlich für den Menschen nicht
kanzerogen.
Interessanterweise ist der Klasse 4 bisher nur eine einzige Substanz zugeordnet.
In der Gruppe 3 befinden sich die Hälfte aller in Deutschland zugelassenen
Medikamente und eine Unzahl von in der Zahnheilkunde routinemäßig angewendeten
Werkstoffen.
Kaolin
Porzellanerde, engl.: do.; weiches, feinkörniges Gestein, besonders
reiner weißer Ton. Ursprünglich wurde K. zur Herstellung von "Malerton"
und keramischen Massen zur Herstellung von Porzellan verwendet, heute dient er
vorwiegend als Füllstoff in der Papier-, Kunststoff- und Farbenindustrie.
Expasyl, Keramik
Kaplan-Meier-Methode
statistische Größe, engl.: Kaplan's-Meier's-method; um bei einer best.
Überlebenszeit (z.B. der eines
Implantats) die zu erwartende Überlebensrate "S(t)" zu schätzen.
"S(t)" ist der Anteil der Beobachtungseinheiten, die den Zeitpunkt t überleben.
Es werden die Informationen aller Patienten so lange berücksichtigt, wie diese
beobachtet worden sind. Zur Veranschaulichung dient die graphische Darstellung
der Überlebensrate in Abhängigkeit von der Zeit in einer Kurve.
Haltbarkeit von ausgedehnten Füllungen
Kaposi-Sarkom
engl.: Kaposi tumour; zu den Weichteiltumoren zählende
Gewebsneubildung; gilt als häufigster
maligner
Tumor bei
HIV-Infizierten. Seit 1994 ist gesichert, dass das K. mit dem
Herpes-Virus HHV-8 assoziiert ist. Der ungarische Dermatologe Kaposi
beschrieb 1872 das "klassische
idiopathische Sarkom" als sehr seltene Erkrankung z.B. der Lunge, in
der es zu Wucherungen der Epithelzellen kommt. Dieser seltene Tumor
befällt vorwiegend afrikanische Männer jenseits des 50. Lj. Heute
versteht man darunter das sehr agressive "disseminierte Kaposi-Sarkom (DKS)";
disseminiert = ausgesät, verstreut. Es ist charakterisiert durch viele,
über die gesamte Haut und Schleimhaut verteilte, dunkelrote bis braune
Gefäßtumoren. Vornehmlich werden die Schleimhäute im Mund- und
Genitalbereich sowie Spaltlinien der Haut befallen. Die anfangs
lediglich kleinen, hellroten Flecken entwickeln sich mit der Zeit zu
derben braun-roten bis bläulichen Knoten, welche sich häufig geschwürig
zersetzen. Ihre Größe schwankt zwischen stecknadelkopf- bis
handtellergroß. Sie können auch innere Organe befallen und dort zu
lebensgefährlichen inneren Blutungen führen.
Mundhöhlenkarzinome
|

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Kappazismus
G/K-Störungen, auch Gammazismus; Sprachfehler in Form von
Lautfehlbildungen der
velaren
Konsonanten G u. K (z.B. "Tuchen" statt "Kuchen"). Hintergrund ist, dass diese
Laute nicht von den Lippen abgelesen werden können. Das Kleinkind muss genau
hinhören und intensiv üben, diese Laute nachzusprechen.
Behandlungsbedürftig ab einem Alter von ca. 4 Jahren.
Sigmatismus
Kappeler Handgriff
Unterkieferhandgriff, engl.: Kappeler's manipulation,
Kappeler maneuver; Vorschieben des Unterkiefers einer sich in
Rückenlage befindlichen (bewusstlosen) Person. Dabei liegen die Daumen
des Helfers beidseits hinter dem aufsteigenden Unterkieferast, der 2.–5.
Finger unter der Kinnspitze. Durch diese Manipulation kommt es zu einer
Vorverlagerung des Zungenbeins und somit zu einer Freihaltung der
Atemwege (des Hypopharynx). Abb.: modifizierter K. H. von hinten
Hippokrates-Handgriff,
Lauritzen-Griff |

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Kappenstiftkrone, Kappenkrone,
engl.: (root pin) cap crown
Fingerhutkrone
Kapselpräparate
Kapselmaterialien, engl.: materials in capsules; zunehmende
Applikationsform für
Füllungsmaterialien und
Befestigungszemente: In der Mischkapsel befinden sich genau vordosierte
Anteile von Pulver und Flüssigkeit, welche in einem motorgetriebenen
Kapselmischgerät (Kapselrüttler, engl.: cap vibrator) nach
Selbstaktivierung (self-activating capsules) durch Rotations- und
Vibrationsbewegungen optimal durchmischt werden. Das Resultat ist eine nach
Herstellerangaben geforderte Materialeigenschaft, welche mit Handmischverfahren
nur selten erreicht wird. Dieses Resultat rechtfertigt auch den erheblich
höheren Preis.
Amalgammischgerät,
Trituration
Karat
K, engl.: do.; Ausdruck mit versch. Bedeutung, in der ZHK/Zahntechnik
als Ausdruck der Reinheit von Gold. So bezeichnet man 24 karätiges Gold als
Feingold oder
"999er Gold" (100%iges Gold ist herstellungstechnisch nicht möglich), 18
karätiges Gold mit einem Feingoldgehalt von 75% ("750er Gold") gilt als
Standardmetall der Goldschmiede und wird auch als "Kronengold" bezeichnet.
Legierung
Karbamid
Urea, Harnstoff, engl.: carbamide; End-Abfallprodukt des
Stoffwechsels stickstoffhaltiger Substanzen, hauptsächlich in der Leber, aber
auch in den
Speicheldrüsen gebildet, ist es im
Speichel sowie
in der Flüssigkeit der
Zahnfleischtaschen vorhanden und hat die Eigenschaft (kurzfristig) den
pH-Wert des Speichels zum basischen hin anzuheben und somit den schädigenden
Einfluss der
Plaque-Bakterien und
säurehaltiger Getränke zu kompensieren. Die Bleichwirkung von
Karbamidperoxid macht diesen Stoff zu einem Hauptbestandteil bei versch.
Bleichprodukten für den Hausgebrauch.
In jüngster Zeit Zusatz bei "zahnpflegenden"
Kaugummis. Abschließende Studien über die Wirksamkeit und gesundheitliche
Unschädlichkeit dieser Methode stehen noch aus.
Karborund
Siliziumkarbid, Siliciumcarbid, Silit, SiC, engl.:
carborundum, silicon carbide; gewonnen durch ein spez. Erhitzen
von Sand mit Kohle. Siliziumkarbid-Werkstoffe sind extrem leicht, an Härte und
Temperaturbeständigkeit aber fast dem
Diamant vergleichbar; wegen dieser Eigenschaften Hauptbestandteil von best.
Schleif- und Poliermittel zum Ausarbeiten von zahnärztlichen Werkstücken (sog.
"Steinchen")
Bohrer,
Korund,
Schleifmittel
Karies
Zahnkaries, Zahnfäule, ordinär: "Loch im Zahn", vom
lat. "caries" = "Fäulnis", engl.: (dental) caries, tooth decay;
häufigste Zahnerkrankung, bei welcher von
Bakterien produzierte
Säuren
die Zähne angreifen und die in
Zahnschmelz,
Zahnbein
(Dentin) und
Wurzelzement vorhandenen Mineralien herauslösen (dynamischer
Demineralisations-(Entkalkungs-) Prozess) und im
Spätstadium damit verbunden einen Angriff auf den
Zahnnerv durchführen (
Pulpitis);
gilt als eine der häufigsten "Infektionskrankheiten" des menschl.
Körpers; weit über 95% der Europäer sind davon befallen; in Deutschland
verfügen nur etwa 1 % der Bevölkerung über naturgesunde Zähne. Vier von
fünf Menschen weltweit hatten oder haben Karies. Die Behandlung
von K. in D hat laut Statistischem Bundesamt 2008 etwa 7,9
Milliarden Euro gekostet.
Von der Zahnkaries abzugrenzen ist die sog. Knochenkaries,
welche eine entzündliche Zerstörung des Knochengewebes bezeichnet,
speziell bei der Knochentuberkulose.
Die erste Theorie, wie Karies
entstehen könnte, stammt aus der Zeit um 1.800 v. Chr. und hatte bis ins
19. Jahrhundert Geltung: sie besagt, dass ein „Zahnwurm“ der Übeltäter
sei und sich in das Innere des Zahnes fräße, ihn aushöhle und damit die
schrecklichen Schmerzen hervorrufen würde. Auf einer altbabylonischen
Tontafel wird das Vorgehen des Wurmes folgendermaßen beschrieben: „…Aus
dem Zahn will ich saugen sein Blut und vom Zahnfleisch aus das Mark
saugen. So habe ich Zugang zum Zahn. ...“
1889 wurde von dem amerikanische Zahnarzt Willoughby Dayton
Miller die Ursache der Karies erforscht: Er fand heraus, dass
Bakterien, die sich von Zucker ernähren, Karies verursachen. Miller war
Begründer der sog. „chemisch-parasitären Kariestheorie“ (Zucker
+ Kariesbakterien =
Säurebildung
Entkalkung
Karies) die im Prinzip heute nur noch eingeschränkte Gültigkeit hat, da
hiermit die körpereigenen, immunologischen Faktoren bei der Entstehung
nicht berücksichtigt werden.
K. bedeutet eine Zerstörung der Zahnhartsubstanz durch
Stoffwechselprodukte dieser Bakterien, die sich auf der
Zahnschmelzoberfläche in einer
Plaquematrix (
Biofilm) anlagern. Aus nahrungsbedingten
Kohlenhydraten bilden diese
Bakterien Säuren, die zu
einem Absinken des
pH-Wertes unter die für Schmelz (pH
5,5–5,7) und Dentin (pH
6,3–6,5) kritische Grenze führen mit der Folge, dass der
Hydroxylapatit der Schmelzoberfläche zunächst chemisch verändert
wird und schließlich in Lösung geht. Der Zahnschmelz wird
demineralisiert, und es können verstärkt Bakterien und deren
Stoffwechselprodukte in tiefere Dentinschichten eindringen. Der
natürliche Wiederanstieg des pH-Wertes - meist durch den Speichel - zu
ungefährlichen Werten beträgt etwa 20 Minuten. In der Zwischenzeit
entsteht eine Art "Schutzlücke", in der die gebildeten Säuren
ungehindert den Zahnschmelz angreifen können.
Wenn auch bis heute die Entstehung der K. noch nicht
vollständig geklärt ist, so steht fest, dass es ohne
Kohlenhydrate und
Bakterien - vornehmlich dem Bakterium
Streptococcus mutans - keine K. gibt. Dabei gilt die
Milchsäurefreisetzung als aussagekräftige Messgröße für das
Kariespotential, denn nicht die Zahl einzelner Bakterienarten, sondern
deren Stoffwechselaktivität ist entscheidend für den Verlauf des
Kariesprozesses.

Ablauf der Infektionskrankheit Karies und
versch. Behandlungsmaßnahmen

Die versch. Stufen einer Karies. Grafik überarbeitet
nach © www.db.odont.lu.se/ :
1.) intakter Schmelz
2.) beginnende Karies (
Initialkaries,
White Spot)
3.) die Karies hat sich festgesetzt - eine natürliche Ausheilung ist
nicht mehr möglich
4.) Am Rand der Füllung (Amalgam)
hat sich eine neue K. gebildet (
Sekundärkaries)
5.) Weit fortgeschrittene K.
Caries profunda. Zahn ist meist nur noch durch eine
Wurzelkanalbehandlung zu retten
6.) der Zahn ist abgebrochen - unter Umständen noch durch eine
Wurzelkanalbehandlung zu retten. Bei der erkennbar schlechten
Mundhygiene wird sicherlich eine
Entfernung das Mittel der Wahl sein, falls
prophylaktische Maßnahmen erfolglos bleiben
Folgende Fakts sind z.Zt. (2010) zur K. und deren Entstehung
bekannt:
- Die Wissenschaft definiert die K. als ein
gestörtes Gleichgewicht zwischen Entkalkungs- und
Verkalkungsvorgängen auf der Zahnoberfläche, wobei die treibende
Kraft für dieses Ungleichgewicht eine lang andauernde oder häufig
wiederholte Produktion von Säuren durch Mikroorganismen in den
Zahnbelägen (der dentalen
Plaque) ist.
- K. entsteht durch das zusammenwirken von 4
Hauptfaktoren:
Wirt (= Zahn), Bakterien, Nahrung
(hauptsächlich Kohlenhydrate, wie Zucker, Schokolade, Chips,
Mehlprodukte) und Zeit (= Dauer der Einwirkung).
-
Kohlenhydrate (davon besonders niedermolekularer
Zucker) werden durch Bakterien (hauptsächlich
Streptococcus mutans) zu Säuren vergoren, welche alle Teile des
Zahnes angreifen können. Während diese Säuren besonders den harten
Zahnschmelz auflösen, greifen die Bakterien die organischen
(lebenden) Bestandteile des Zahnes an.
kariogen
- Es besteht jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen der
Kariesentstehung und der Gesamtmenge des verzehrten Zuckers.
Entscheidend ist die Kontaktzeit des Lebensmittels mit der
Zahnoberfläche; also wie viel Zeit die Mikroorganismen haben, um
organische Säuren zu produzieren. Das heißt, die Konsistenz,
zum Beispiel die Klebrigkeit eines Lebensmittels, ist in hohem Maße
mitverantwortlich für die Kariesentstehung.
- K. beginnt an den Außenfläche des Zahnes an sog.
Prädilektionsstellen. Dies sind Gebiete, die der natürlichen o.
künstlichen Reinigung schwer zugänglich sind.
- Die Entstehung der K. ist bis heute noch nicht
restlos aufgeklärt; es gibt überzeugende Belege dafür, dass es sich
um ein Zusammenwirken mikrobieller, genetischer, immunologischer,
verhaltensspezifischer und umweltbedingter Faktoren handelt (multifaktorielle
Erkrankung). Fest steht, dass es ohne
Zucker (Kohlenhydrate)
und ohne
Bakterien - hier besonders
St. mutans - keine K. gibt.
- In der K. auslösenden
Plaque
spielen besonders
Streptococcus mutans und Streptococcus sobrinus, aber auch
Laktobazillen und
Aktinomyzeten eine entscheidende Rolle.
- Bakterien setzen mit Hilfe von
Enzymen Zucker zu Energie um. Als Abfallprodukt dieses
(glykolytischen) Prozesses entstehen organische Säuren, die primär
den
Zahnschmelz demineralisieren und somit schädigen.
Fluoride können u.a. diese bakteriellen Enzyme in ihrer
Aufgabe behindern, sodass weniger Säure produziert und dadurch das
Bakterienwachstum gehemmt wird. Diese Störung wirkt sich jedoch bei
anorganischen Fluorid-Verbindungen (z.B.
Natriumfluorid und Natriummonofluorphosphat) erst bei hohen
Konzentrationen aus, welche nach Anwendung fluoridhaltiger
Zahnpasten und Mundspülungen in der
Plaque nicht erreicht werden.
Aminfluoride hingegen können die Zellmembran leichter
durchdringen und im Zellinneren ihre
antibakteriellen Eigenschaften entfalten
- Eine aktive Impfung gegen K. ist bisher nicht
möglich; passive Antikörper werden schnell wieder durch den Speichel
von der Zahnoberfläche geschwemmt.
Kariesimpfung
- K. als selbständige Erkrankung ist nicht erblich,
jedoch die Bereitschaft (Disposition,
Prädisposition) dazu in Form von schlechten Nahrungs- und
Putzgewohnheiten. Das beliebte Patientenargument, schlechte Zähne "liegen
in der Familie" und seien demnach nicht auf den pflegerischen
Einfluss zurückzuführen, kann so im allgemeinen nicht hingenommen
werden. Allerdings ist die Frage eines
genetischen Einflusses noch nicht endgültig abgeklärt: Generell
besteht die Hoffnung, dass im Zuge der langsam voranschreitenden
Entschlüsselung des humanen Genoms auch Erkenntnisse über eine
erbliche Veranlagung zur K. gewonnen werden. Aus Ergebnissen
von Zwillingsstudien lässt sich vorsichtig folgern, dass offenbar
durchaus eine erbliche Komponente beim Kariesbefall existiert.
Häufig waren jedoch andere Umwelteinflüsse in diesen Untersuchungen
unzureichend dokumentiert, weshalb die Ergebnisse keine Beweiskraft
haben. So vermutet man, dass die Summe mehrerer erblicher Einflüsse
die Anfälligkeit bzw. das
Kariesrisiko durchaus beeinflussen könnte.
- Eine unterschiedliche Immunverfassung des Körpers ist für
die Schwere und den Verlauf der Erkrankung verantwortlich. So gibt
es starke Unterschiede in der Reaktion des Organismus nach einer
Infektion mit
Kariesbakterien
- K. ist eine Zivilisationskrankheit, die mit der
industriellen Herstellung von
Saccharose zu einer der teuersten Volkskrankheiten wurde. Alle
bisherigen Versuche, die Kariesbakterien auf breiter Ebene zu
kontrollieren, waren ohne Erfolg. Als Ursache dafür wird die
Tatsache gesehen, dass Kariesbakterien nicht vollständig aus der
Mundhöhle entfernbar sind, und sie so aus kleinen Nischen heraus (Fissuren,
defekten Zähnen,
Zahnfleischtaschen,
Zunge usw.) die Mundhöhle immer wieder neu besiedeln.
- Körpereigene Reparaturmaßnahmen gegen K. gibt es
im Gegensatz zu sonstigen Körperwunden nur im frühen Anfangsstadium
(Initialkaries,
White Spot); hier ist eine Ausheilung durch
Remineralisation (Wiedereinlagerung von Mineralien) oder
zahnärztliche prophylaktische Behandlungsmaßnahmen möglich (
Kariesbehandlung);
später kann eine "Ausheilung" nur durch
restaurative zahnärztliche Maßnahmen (Füllung o. Krone)
erfolgen.
- Eine Schutz (Prophylaxe)
vor K. erfolgt nach der "3-Säulen-Theorie" durch
gründliche Zahnreinigung in Kombination mit zahngesunder Ernährung
(z.B. Reduzierung des Zuckerkonsums oder Verwendung von
Zuckeraustauschstoffen;
Aktion zahnfreundlich) und Zufuhr von
Fluoriden. Die ständige Anwesenheit niedriger
Fluorid-Konzentrationen im
Speichel fördert und beschleunigt den natürlichen Wiedereinbau
von Mineralstoffen aus dem Speichel in den Zahnschmelz (Remineralisation).
Dadurch kann das Mineraldefizit einer beginnenden Karies
ausgeglichen und beginnende Karies gestoppt und unter Umständen Rückgängig
gemacht werden ("Kariesausheilung").
- Wichtige Schutz-Faktoren vor K. sind demnach der
Speichel (Spülfunktion, Neutralisierung des
pH-Wertes), die
Zahnreinigung und die Aufnahme von
Fluorid. Die Ernährung hat sowohl für die Kariesentstehung als
auch für die Prophylaxe eine besondere Bedeutung.
- Nachdem bis in die 90er Jahre des letzten Jhds. hinein die Zahl
der Kariesfälle deutlich zurückgegangen (
Caries decline) ist, nimmt diese seit einigen Jahren vor allem
bei kleinen Kindern mit teilweise schwerwiegenden Folgen wieder zu.
Ein wissenschaftliche Erklärung ist bisher dazu nicht zu finden.
Zusätzlich mehren sich die Hinweise, dass der in den
Industrieländern beobachtete Rückgang der K. gar nicht so
spektakulär, sondern ein (fluoridbedingtes) Zeichen einer
verzögerten Verlaufsform ist (
Caries decline) ist.
Approximalkaries,
Caries decline,
Caries profunda,
Club der Cariesfreien,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Ernährungsempfehlungen, erosionsbedingte
Zahnschäden,
Fissurenkaries,
ICDAS,
Initialkaries,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
Kariesarten,
Kariesklassifikation,
Kariesaktivität,
Kariesbakterien,
Kariesdetektor,
Kariesimpfung,
Kariesprädilektionsstellen,
Kariesrisiko(-faktoren),
Karies(risiko)test,
kariogen,
Kariologie,
Kaugummi,
Kavitation,
Knochenkaries,
Meth-Mouth,
naturgesundes Gebiss,
Nursing-Bottle-Syndrom,
Plaque,
Plaquehypothesen,
Präkaries,
Prävention,
Primärkaries,
Pulpitis,
RCI-Index,
restitutio ad integrum,
Risikofaktor,
Risikoindikator,
Schwangerschaftskaries,
SiC-Index,
Stephan-Kurve,
Strahlenkaries,
Streptococcus mutans,
Temperaturempfindlichkeit,
Vipeholm-Studie,
Vitalitätsprüfung,
Wurzelkaries,
Zahnkaries,
Zahnverlust
(Habilitationsschrift, sehr detailliert)
|


Verlaufsformen der Karies

Caries superficialis

Caries media


weltweite Verteilung der K.

20-jähriger Patient:
durch K. tief zerstörte Zähne -
Mundhygiene unbekannt

tief zerstörter
Sechs-Jahr-Molar in einem sonst kariesarmen Gebiss

ausgeprägte
Zahnhalskaries bedingt
durch Zahnfleischrückgang
und schlechten
Kronenrandschluss
|
Kariesaktivität
engl.: caries activity; Veränderung des Umfangs der Karies in einer
Mundhöhle (Zu- oder Abnahme) über einen bestimmten Zeitraum; hängt unmittelbar
mit dem Kariesrisiko zusammen.
Eine Bestimmung der K. ist über isolierte Verfahren wie
Speicheltests oder Untersuchung der Oberfläche einer kariösen Veränderung
(Läsion) relativ unzuverlässig. Hier können computergestützte Systeme (
Kariesmonitoring) verbunden mit
feinen, graduellen Diagnosemethoden (Laserfluoreszenz
und Impedanzmessung) zu einer qualitativen Verbesserung der Voraussage
beitragen. Während die K. bei Kindern/Jugendlichen relativ hoch ist,
fällt sie mit zunehmenden Alter ab. Die davon unabhängig wieder zu beobachtende
Zunahme im Alter spielt sich eher im Zahnhalsbereich in Form der sog. "Wurzelkaries"
ab.
Auch für die
Haltbarkeit von Füllungen und
Kronen spielt die individuelle K. im Hinblick auf das Auftreten von
Sekundärkaries für die zu erwartende
Überlebenszeit einer Füllung oder Brücke/Krone eine besondere Rolle: So ist
die K. für die orale Gesundheit langfristig bedeutender als die
Verwendung bestimmter Füllungswerkstoffe oder Zahnersatzmaterialien.
Karies,
Kariesrisiko,
Kariesprogression
Kariesanfälligkeit
Kariesdisposition, engl.: caries susceptibility; immer wieder
unterstellte Annahme, dass Karies durch
genetische Faktoren ("weicher Zahnschmelz", "mein Großvater hatte schon früh
keine Zähne" usw.) bedingt sei. Wissenschaftlich belegt ist lediglich, dass
Störungen in der
Menge des produzierten Speichels (
"Strahlenkaries")
ein K. verursachen. Inwieweit dennoch genetische Faktoren beteiligt sein
könnten, ist wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt (s.u.
Karies).
Kariesarten
Kariesformen, engl.: different kinds of caries; im Zusammenhang
mit dem Begriff Karies tauchen noch eine
Vielzahl von Unterbegriffen auf; die wichtigsten werden nachfolgend kurz
erläutert:
- approximale Karies (approximal caries): Karies in den
Zahnzwischenräumen;
Approximalkaries
- arretierte Karies (arrested caries), "Kariesmarke": auch:
stationäre o. ruhende o. chronische o. trockene
Karies; zum Stillstand gekommene Karies
- floride Karies, caries florida, (rampant caries):
besonders bei Kindern und Jugendlichen auftretende, rasch voranschreitende
und viele Zähne angreifende Karies
- Hidden Caries: "verborgene o. versteckte Karies";
Hidden caries
-
Initialkaries, Karies im Frühstadium
- penetrierende Karies (penetraiting caries): an den
Dentinkanälchen entlang in Form eines Kegels sich ausbreitende Karies
-
Präkaries
-
Primärkaries
- profunde Karies:
Caries profunda
- radiogene Karies:
Strahlenkaries
- Rezidivkaries:
Kariesrezidiv
- sekundäre Karies:
Sekundärkaries
- unterminierende Karies: sich entlang des Übergangs vom
Schmelz zum
Dentin ("Schmelz-Dentin-Grenze") ausbreitende Karies. Optisch erscheint
der Zahn gesund oder nur wenig von Karies befallen; deshalb auch der
Ausdruck "verborgene Karies"
Hidden caries; vor allem an den Kauflächen der Backenzähne auftretend,
kann diese Art der Karies kann nur mit Hilfe von
Röntgenaufnahmen festgestellt werden
- verborgene Karies: s.o. +
Hidden caries
- zirkuläre Karies: im Milchgebiss auftretende Kariesform im
Bereich des Überhangs vom Schmelz zur Zahnwurzel (cervicales
Kronendrittel) an den oberen Schneidezähnen, meist bedingt durch eine
mangelhafte
Mineralisation der in den ersten Lebensmonaten gebildeten
Schmelzabschnitte
Ernährungsempfehlungen,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
ICDAS,
Karies,
Kariesklassifikation,
Karies(risiko)test,
Vipeholm-Studie
Kariesbakterien
engl.: caries bacteria; fast alle Karies verursachenden Bakterien sind
Milchsäurebildner. In der Mundhöhle des Menschen gilt
Streptococcus mutans als "Haupt-Karies-Bakterium", gefolgt von den
Laktobazillen und (wissenschaftlich noch wenig erforscht)
Candida-Pilzen; weiter werden bestimmte Fusobakterien und Spirochäten
als Kariesauslöser bezeichnet. Weiter schätzt man, dass etwa 30-40
Bakterienarten, von welchen die meisten noch nicht bekannt sind, mit Karies im
Zusammenhang stehen könnten. Je höher die Stoffwechselaktivität dieser und
anderer Bakterien ist, umso höher ist das Potenzial dieser Keime,
Karieserkrankungen (Läsionen)
zu verursachen. Deshalb gilt: die Stoffwechselaktivität, und nicht die
Anzahl der K. wird zum Maß für die Einschätzung des Kariespotenzials
angesehen. Hinzu kommt, wie gut sich Bakterien in
Biofilmen organisieren können. Auch hier ist
Streptococcus mutans durch seine "Klebrigkeit" eindeutig im Vorteil.
Bei der Kariesentstehung spielt sich grob folgendes ab: Bakterien setzen
mit Hilfe von
Enzymen Zucker zu Energie um. Als Abfallprodukt dieses (glykolytischen)
Prozesses entstehen organische Säuren, die primär den
Zahnschmelz demineralisieren ("entkalken") und somit schädigen; es entsteht
eine
Zahnläsion, welche gemeinhin als Karies bezeichnet wird.
Fluoride können u.a. diese bakteriellen Enzyme in ihrer Aufgabe behindern,
sodass weniger Säure produziert und dadurch das Bakterienwachstum gehemmt wird.
Diese Störung wirkt sich jedoch bei anorganischen Fluorid-Verbindungen (z.B.
Natriumfluorid und Natriummonofluorphosphat) erst bei hohen Konzentrationen
aus, welche nach Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten und Mundspülungen in der
Plaque nicht erreicht werden.
Aminfluoride hingegen können die Zellmembran leichter durchdringen und im
Zellinneren ihre
antibakteriellen Eigenschaften entfalten.
Karies,
Kariesdetektor,
Karies(risiko)test,
Laktobazillen,
Streptococcus mutans,
STAMPs,
Vipeholm-Studie
Kariesdetektor
Kariesfinder, engl.: caries detector; einfache Farbstofflösungen
die auf das Dentin
aufgebracht werden (z.B. Erythrosin 1% in Propylenglycol, Caries
detector/Kuraray, Caries Marker/Voco, Snoop/Pulpdent, Seek/Ultradent). Der
Farbstoff hat dabei die Aufgabe einer Visualisierung der
Entmineralisation. Bei den K. stellt das Lösungsmittel für die
Farbstoffe, meist handelt es sich um Propylenglycol, die wichtigere Komponente
dar. Durch die fortschreitende Demineralisation entstehen im Dentin Poren.
Aufgrund seiner Molekülgröße kann Propylenglycol in Poren bis zu einer
bestimmten Mindestgröße eindringen und nimmt dabei den Farbstoff mit. Die
Porengröße ist entscheidend für die Kariesdiagnostik: Gesundes
Dentin hat einen geringen Porendurchmesser, der Farbstoff dringt nicht ein;
demineralisiertes - also durch Karies erkranktes - Dentin hat einen größeren
Porendurchmesser, die entsprechenden Stellen werden angefärbt.
Bei den Färbemethoden handelt es sich um Substanzen zur Anfärbung der
jeweiligen Bakterien:
0,5 %ige Lösung von basischem Fuchsin in Propylenglycol
(Zusammensetzung: Fuchsin 0,25 g; Propylenglykol ad 30,0 g) ist in Wasser wenig,
in Alkohol gut löslich, besitzt die stärkste Färbewirkung aller bekannten
Detektoren, ist als Anilinfarbstoff allerdings potentiell kanzerogen; Anwendung
deshalb nur örtlich am erkrankten Zahn und nicht zum Spülen.
Cavex Caries Detektor® als Handelspräparat, bestehend aus:
1,0%iges Säurerot (C27H29O7N2S2Na , "Xanthen") gelöst in Propylenglykol;
Säurerot wird seit langem in der Lebensmittelindustrie verwendet; kanzerogene
Effekte sind nicht bekannt.
Ammoniakalische
Silbernitratlösung nach Howe: Silbernitrat mit 30,4 %
Ammoniumhydroxyd. Einwirkzeit 15 Sekunden, anschließendes Neutralisieren mit
gesättigter Kaliumjodidlösung über 15 Sekunden. Neben der (schwarzen) Markierung
vorhandenem kariösen Dentins erfolgt gleichzeitig eine
Desensibilisierung (Verringerung der Empfindlichkeit) des angegriffenen
Dentins. Wegen der Gefahr von Fleckenbildung bei unvorsichtiger Anwendung und
kosmetisch stark störender Zahnverfärbung kaum noch gebräuchlich.
Die in Propylenglykolhaltigen Lösungen können auch zur Diagnostik der häufig
schwer zu erkennenden
Zahnlängsfraktur im Dentinbereich (Split tooth-Syndrom)
eingesetzt werden, indem sie den durch Bakterien infizierten Bruchspalt
darstellen.
In der neueren Literatur wird von versch. Wissenschaftlern
Carisolv ebenfalls als K. bezeichnet
Kariesdiagnostik,
Kariesklassifikation,
Präparation
Kariesdiagnostik
Untersuchungsmethoden zur Feststellung von
Karies, engl.: caries diagnostics; mit dem Ziel eines möglichst
frühzeitigen Auffindens der Karies-Erkrankung - dann wenn noch keine
grob-sichtbaren Veränderungen ("Löcher") bzw. Schmerzen (
Pulpitis) vorhanden sind - um so eine frühzeitige
Prophylaxeempfehlung zu geben bzw. eine
minimalinvasive Therapie durchführen zu können (sog. Handlungsoptionen). Es
stehen versch. Methoden zur Verfügung, welche häufig miteinander kombiniert
werden:
-
Inspektion mittels Mundspiegel, Zahnsonde, Pinzette bei einer guten
Beleuchtung und evtl. Einsatz einer Lupenbrille (2,5 fach) - verbunden mit
Druckluft zum Trockenblasen des Zahnes (~ 5sec) - ist auch heute noch die
standardmäßige Diagnosemethode, obwohl sie fast die Hälfte aller vorhandenen
Karieserkrankungen (an den von außen nicht zugänglichen Stellen) nicht
erkennen lässt (
Approximalkaries). Trotz neuere Diagnosemethoden gilt die visuelle
Inspektion unterstützt durch den vorsichtigen Einsatz (taktil, ohne Druck!)
mit einer
Sonde, auch heute noch als der
Goldstandard bei der Eingangsuntersuchung. Die
WHO empfiehlt
für die taktile K. eine CPI- oder
Parodontalsonde, da spitze Sonden bei zu hohem Druck Schmelzdefekte
bewirken können.
-
Röntgendiagnostik vor allem für die nicht einsehbaren
Zahnzwischenräume (Interdentalkaries),
zur Bestimmung der Tiefenausdehnung und Kontrolle von Bereichen an/unter
schon bestehenden Füllungen (Kariesrezidiv,
Sekundärkaries); bewährtes Medium für diese Untersuchungsmethode
sind
Bissflügel-Röntgenaufnahmen ("bite wings"). Eine röntgenologische
Erkennung ist erst ab ca. 20 % Entkalzifizierung möglich. Ca. 55 % der
kariösen Veränderungen werden mit dieser Technik erkannt.

Kariesdarstellung
im
Röntgenbild
- Diaphanoskopie o. faseroptische Transillumination:

Durchleuchtung der Zähne mit starken Lichtquellen, z.B. einer
Kaltlichtsonde - es tritt keine
Strahlenbelastung auf. Geeignet zum Sichtbarmachen von
Zahnzwischenraumkaries im Frontzahnbereich, als Ergänzung zur
Bissflügel-Röntgenaufnahme und zur Erkennung von
Schmelzsprüngen bzw.
Erosionen (s. Abb.). Die Methode FOTI
(Fiberoptiktransillumination, vom engl. = fiber optic transillumination)
beispielsweise wertet den Intensitätsverlust bei Durchstrahlung des Zahnes
aus (z.B. "Pieper-Sonde").
Bereiche mit Karies weisen vergrößerte Poren in der Zahnhartsubstanz auf.
Die porösen Bereiche haben einen anderen Brechungsindex als die gesunde
Zahnhartsubstanz und erscheinen dem Betrachter in einer anderen
Lichtintensität (Schatten). Eine Weiterentwicklung stellt das DIFOTI-Verfahren
(DIFOTI = digital fiber optic transillumination) dar, welches
Glasfasertechnik mit Bildgebung kombiniert. Es ermöglicht mit Hilfe einer
CCD-Kamera, die FOTI Befunde zu dokumentieren. Die Ergebnisse sind einfach
zu interpretieren und können prinzipiell auch für ein quantitatives
Kariesmonitoring genutzt
werden; als alleiniges Verfahren - d.h. ohne den Einsatz von
Röntgenaufnahmen - ist es noch nicht geeignet. Hauptschwachpunkt ist,
dass die Aufnahmetechnik verschattete Areale zeigt, die aber nicht unbedingt
mit einer tatsächlichen
Demineralisation einhergehen müssen.
- Chemische Anfärbung der Karies während der
Präparation ("Ausbohren") des Zahnes;
Kariesdetektor
- Laserfluoreszenz: Dabei nutzt man die Eigenschaft, dass durch
Kariesbakterien verändertes Zahnmaterial nach Bestrahlung von Licht
fluoresziert. Diese Eigenschaft wird nicht durch den
Mineralisationsgrad der Zahnsubstanz bewirkt, sondern ist eine Folge von
Stoffwechselprodukten der
Mikroorganismen (sog. Porphyrine). Eine Laserdiode erzeugt gepulstes
Licht mit einer definierten Wellenlänge, das auf den Zahn trifft. Sobald
veränderte Zahnsubstanzen von dem ausgesandten Licht angeregt werden,
fluoreszieren sie mit dem Licht einer anderen Wellenlänge. (
DIAGNOdent,
VistaProof).
Bis zu 93 % der kariösen Veränderungen werden mit dieser Technik bei
korrekter Anwendung an von außen zugänglichen Stellen erkannt - diese Zahl
bezieht sich auf das Haupt-Einsatzgebiet "Beurteilbarkeit der
Okklusalflächen oder
Verfärbungen wegen fehlender
Prophylaxe-Vorbehandlung". Das Diagnodent-Gerät eignet sich vor allem
bei Zähnen mit einer scheinbar intakten Oberfläche (
Hidden
Caries), die für den Zahnarzt schwierig zu diagnostizieren sind und zum
Kariesmonitoring. Das
Verfahren ist bei bestehenden
Belägen
oder Zahnverfärbungen anfällig. Untersuchungen zeigen, dass derartige
Verfahren stets nur unterstützend zu anderen Verfahren und nicht allein eine
Aussagekraft haben
.
Eine nennenswerte Verbreitung der digitalen Hilfsmittel zum K. hat
bisher nur die Laserfluoreszenz in Form des
DIAGNOdent- oder
VistaProffverfahrens erfahren.
- QLF (engl.: quantitative light-induced laser fluorescense),
lichtinduzierte Fluoreszenzmessung; Anwendung besonders an
Glattflächen entweder mit
Laser- oder Halogenlicht, unter Umständen auch unter Einbeziehung von
fluoreszierenden Farblösungen; besonders gut zum
Kariesmonitoring geeignet.
QLF verwendet einen Frequenzbereich zwischen 400 und 500 nm; eine Abdunklung
des Raumes zur Sichtbarmachung ist erforderlich. Dieses Verfahren hat bisher
(2007) klinisch keine Bedeutung erlangt, obwohl es im Vergleich zur
DIAGNOdent-Methode (s.o.) eine genauere Aussage zur Veränderung des
Mineralgehaltes und damit zur aktuellen Kariessituation zulässt.
FACE-Methode
-
LIFE-D.T.-Methode, Aufnahme (konventionell, Laserfluoreszenz) und
Diagnostik während der Behandlung ("LIFE");
Light Induced Fluorescence Evaluator
-
Elektrische Widerstandsmessung (ECM-Methode = electrical
caries monitor, Lode Medical Technology, Groningen, NL), basierend auf der
Widerstandsmessung des Zahnmaterials; Verfahren zur Erkennung von
Fissurenkaries. Bei diesem Verfahren wird die physikalische Eigenschaft
des unversehrten Schmelzes benutzt, ein guter elektrischer Isolator zu sein.
Kommt es nun als Auswirkung einer Karies zu einer Entkalkungen mit
"Miniporenbildung", in welche sich Wasser einlagert, so verringert sich der
Isolationsgrad und somit der elektrische Widerstand. Wenig bekannt und
angewandt, angeblich mit einer Treffsicherheit von 85 %; beim
Kariesmonitoring sollen brauchbare
Ergebnisse resultieren. (Hersteller: z.B.: ECM, Fa. Lode, Groningen, NL)
- Kariesrisikotests /
Speicheltests (z.B.
Speicheltestung auf
Laktobazillen oder
St. mutans) stellen eine wesentliche Bereicherung der
diagnostischen Möglichkeiten
im Sinne einer Kariesrisikobestimmung dar, wenn sie im Rahmen einer
erweiterten Diagnostik sinnvoll angewendet, kombiniert und interpretiert
werden. Allein sind sie wenig aussagekräftig und individuell sehr
unterschiedlich zu werten. Weiter werden bei derartigen Tests bei ein und
derselben Person erhebliche Schwankungen beobachtet, wenn nicht zur gleichen
Zeit und unter gleichen Bedingungen gemessen wird.
Testung auf
Streptokokken durch Testbestecke wie z.B. Dentocult SM™,
Testung auf
Lactobacillen durch Testbestecke wie z.B. Dentocult LB™,
Caries Risk Test (CRT
bacteria)™
Cario-Check™;
Cario L-pop™ bestimmt alle an der Lactatbildung beteiligten
Bakterienarten; historisch durch den
Snyder-Test.
, Caries
Risk Test (CRT bacteria)™
™
- Bis auf die ersten beiden Diagnosemethoden (Inspektion,
Röntgendiagnostik) haben die meisten "neueren Verfahren" eine erhebliche
kosten- und zeitintensive Komponente bzw. lassen eine ausreichende
Sensitivität und
Spezifität vermissen. Gesetzliche Krankenkassen führen derartige
Methoden nicht in ihrem Leistungskatalog.
- Sog.
Expertensysteme haben sich bisher nicht durchsetzen können
Behandlung auf Verlangen,
Bissflügel-Röntgenaufnahmen,
Diagnodent,
Fissurenkaries,
Fissurenversiegelung,
Fosdick Test,
ICDAS,
Initialkaries, Kariesdetektor,
Kariesklassifikation,
Kariesprädilektionsstellen,
Karies(risiko)test,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Mejare-Index,
Profilometrie,
Risikofaktor,
Risikoindikator,
Röntgendiagnostik,
Stephan-Kurve.
(Abb. von Diagnodent u. DIFOTI) ;
Kariesentfernung
engl.: caries removal; erfolgt in der Regel (s.u.) auf einmal, vollständig und
auf mechanischem Weg - neuerdings auch auch chemo-mechanisch (
Carisolv) oder rein chemisch (
HealOzone) mit umstrittenem Erfolg.
FACE-Methode,
Kariestherapie
Bei einer
tief fortgeschrittenen Karies wendet man eine schrittweise
Kariesentfernung an.
Black,
Caries profunda,
Füllungstherapie,
minimal-invasiv,
Präparation
Kariesfinder; engl.: Caries Finder;
Kariesdetektor
Kariesfreiheit
engl.: dentitition without caries;
naturgesundes Gebiss,
Club der Cariesfreien
Ausgewählte Zahlen:
Die mittlere
dmf-t-Werte (Milchgebiss) bei 6-7-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,89; 1997: 2,39; 2000: 2,21; 2004: 2,16
Die mittlere
DMF-T-Werte bei 12-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,44; 1997: 1,75; 2000: 1,21; 2004: 0,98
Naturgesunde
Wechselgebisse bei 6-7-Jaehrigen:
1994/95: zwischen 19,6% und 45,9%
2004: zwischen 34,9% und 59,6%
Kariesfreie Zähne bei
12-Jaehrigen:
2004: zwischen 50,9% und 68,6%
Kariesimpfung
Impfung gegen Karies, Kariesimmunisierung, engl.: caries
vaccination; bisher nur in Tierversuchen erfolgreich verlaufende Möglichkeit
einer "Kariesimmunisierung". Hauptaugenmerk wird dabei auf eine aktive oder
passive
Immunisierung gegen das "Kariesbakterium"
St. mutans gelenkt:
- aktive Immunisierung
Ursprüngliches Ziel der Forschungen, eine aktive Immunisierung gegen
St. mutans zu entwickeln: Eiweißmoleküle des Erregers werden auf die
Mund- und Nasenschleimhaut gesprüht ("Spray-Impfung"). Dadurch soll
das Abwehrsystem dazu veranlasst werden, mit dem Speichel schützende
Antikörper auszuscheiden. Bisherige Studien zeigen, dass die Immunreaktion
nur schwach ausgeprägt ist - eine Verhinderung der
Karies derart wohl kaum zu erreichen
ist. Warum?
Karies wird verursacht von
Bakterien wie Streptococcus mutans oder Lactobacillus-Arten, die in
komplexen Anordnungen, den
Biofilmen, zusammen mit anderen nicht Karies-erzeugenden Bakterien leben
und in der Regel nicht mit Blut in Kontakt kommen. Sollte es dennoch auf
Grund kleiner Gewebsverletzungen zum Eindringen in die Blutbahn kommen, wird
eine Immunreaktion ausgelöst, da die Bakterien als fremd erkannt werden.
Entsprechend werden verschiedene Immunglobuline gebildet. Ausgerechnet jene
Antikörper, die gegen die Bakterien gerichtet sind, gelangen aber nicht vom
Blut, in das sie abgegeben worden sind, in den Speichel. Daher würde keine
aktive Immunisierung, bei der die Impfung mit abgeschwächten
Krankheitserregern durchgeführt wird, Erfolg haben.
Weiter sind bisher bei aktiven Impfverfahren Kreuzreaktionen mit dem
Herzmuskelgewebe bekannt geworden, welche einen derartigen Einsatz
verbieten.
- passive Immunisierung
durch labormäßige Herstellung von Antikörpern, die sich an das
Oberflächenprotein SAI/II (streptococcal antigen I/ll) von
St. mutans anlagern. Mit diesem heftet sich der Karieserreger
normalerweise an den Eiweißfilm auf den Zähnen. Ist es durch einen
Antikörper blockiert, kann sich das Bakterium nicht mehr im Mund festsetzen.
Da derartige Antikörper im Mund schnell weggeschwemmt werden, wäre eine
ständige Zufuhr dieser Antikörper nötig, was nicht praktikabel ist. So
bringt z.B. die Milch von entsprechend immunisierten Kühen den gewünschten
Erfolg, dieser lässt aber rasch wieder nach, wenn nicht weiterhin
entsprechend präparierte Milch getrunken wird. Über einen "Trick" führten
jüngere Forschungen doch zu einem Erfolg im Tierversuch: Die Antikörper
werden direkt im Mund von genmanipulierten Bakterien der Art Lactobacillus
zeae produziert und in deren Zellwand integriert, was sie vor dem Abbau
schützt.
Lactobazillen sind für den Menschen ungefährlich. Schon seit
Jahrhunderten benutzt man sie zur Herstellung vieler Lebensmittel wie
Jogurt, Käse oder Salami.
Forscher impften entsprechende Ratten, die normalerweise extrem schnell
Karies bilden, mit den Antikörper produzierenden Bakterien und strichen ihre
Mundhöhle vier Tage später mit St. mutans ein. Nach knapp drei Wochen
zeigten sich deutliche Unterschiede. Immunisierte Tiere besaßen signifikant
weniger Streptokokken auf ihren Zähnen als unbehandelte. Zugleich
entwickelten in der geimpften Gruppe weniger Ratten Karies, und die Anzahl
der Löcher, die trotz der Behandlung entstanden, war deutlich niedriger als
in der Kontrollgruppe.
- Kombinierte Verfahren
Die Impfung bei einer passiven Immunisierung würde allerdings nicht wie z.B.
bei Tetanus ins Muskelgewebe erfolgen, sondern in den Mund, zum Beispiel mit
einer entsprechenden Antikörper enthaltende
Mundspüllösung. Diese Stoffe arbeiten sich dann durch den
Biofilm zu
den Karieserregern vor und binden diese an. Somit wären die Erreger für den
Verzehr durch körpereigene Fresszellen markiert, die wiederum im Speichel
nicht vorkommen. Daher müssten die Antikörper mit einem
antimikrobiellen Mittel versehen werden, das direkt nach Bindung an die
Erreger wirken könnte. Die Antikörper würden somit für die spezifische
Erkennung der Karieserreger eingesetzt und das antimikrobielle Mittel für
deren Vernichtung. Dieses Verfahren würde den direktesten Weg zu einer
Immunität gegen Karieserreger darstellen.
- probiotische Antibiotika
STAMPs, engl. Abk. von "specifically targeted antimicrobial
peptides", sind neuartige Wirkstoffkombination zum gezielten Ausschalten
einzelner Bakterienarten. Näheres unter
STAMPs
- Einschätzung
Im Hinblick auf die Einschätzung des Stellenwertes der oben vorgestellten
Möglichkeiten gilt es zu beachten, dass Karies durch eine vielschichtige
Keimflora hervorgerufen wird. Diese wäre in vollem Umfang nur durch ein
breites Spektrum von Antikörpern beziehungsweise gentechnisch veränderten
Austauschbakterienstämmen unterschiedlicher Spezifität zu beeinflussen. Die
daraus resultierenden Verschiebungen in der Zusammensetzung der Mikroflora
in der Mundhöhle und möglichen Störungen des ökologischen Gleichgewichtes
in der Mundhöhle sind aktuell nicht abschätzbar.
easy
to clean effect,
Immunsystem, Karies,
Kariesbakterien,
Sensibilisierung
Kariesindex, Kariesepidemiologie,
DMF-Index
Kariesinfiltration
engl.: caries infiltration; neuer Begriff (2009) für einen
mikroinvasiven Therapieansatz zur Behandlung einer Karies;
„mikroinvasive Behandlung der Karies durch Kunststoffinfiltration“ (basierend
auf den wissenschaftlichen Arbeiten der Arbeitsgruppe Dr. Hendrik Meyer-Lückel,
Dr. Sebastian Paris, Dr. Jan Müller und Prof. Dr. Kielbassa aus der Abteilung
für Zahnerhaltungskunde der Charité-Universitätsmedizin Berlin). Ziel des
Therapieansatzes der K. ist es, die Poren mittels dünn fließender
Kunststoffe, die anschließend aushärten, zu verringern und somit die Wege für
Bakterien und Säuren zu verschließen. Um dies zu erreichen, wird die
pseudointakte Oberflächenschicht mit Hilfe eines Ätzgels auf Salzsäurebasis
zuerst vollständig entfernt und das betroffene Porensystem chemisch frei gelegt.
Die Anwendung ist nur mittels perfekter
Kofferdamtechnik
möglich sowie sehr aufwendig und kostenintensiv.
Wissenschaftliche Langzeitergebnisse liegen nicht vor; ein Praxiseinsatz besteht
nur vereinzelt (2011). Eine Studie der Uni Greiswald kommt 2010 zu dem Schluss,
dass die Infiltration beginnender Kariesläsionen mit Kunstharz (Kunstharz namens
ICON® der Firma DMG
(Hamburg) eine einfache und
minimalinvasive Methode sei, um
proximale
Karies in den ersten Stadien zu behandeln.
Carisolv,
Kariestherapie
Video
Karieslast
Folgen/Schwere einer Karieserkrankung, engl.: burden of caries
(consequences of the caries process); neuartiger, nicht näher definierter
Begriff im Zusammenhang mit
Mundgesundheitsstudien. In etwa mit der Beschreibung des
DMF-T Index
gleichzusetzen. Man spricht bei der K. von "Komponenten", wenn man sich
auf einzelne Folgen bezieht. So bedeutet etwa der Ausdruck "MT-Komponente" die
Anzahl der fehlenden Zähne ("Missed Teeth"); "FT-Komponente" würde die Anzahl
der gefüllten Zähne ("Filled Teeth") beschreiben.
Kariesmonitoring
Karies-Monitoring, Kariesüberwachung, Dokumentation der Karies zu
verschiedenen Zeiten, engl.: caries monitoring; Untersuchung an
mindestens zwei auseinander liegenden Zeitpunkten (meist Monate) auf das
Vorhandensein von Karies mit jeweils
gleichen Untersuchungsmethoden (
Kariesdiagnostik). Da das
Fortschreiten der Karies von Individuum zu Individuum unterschiedlich ist,
bestimmt man den Abstand zwischen diesen Zeitpunkten auf der Grundlage des
individuellen Kariesrisikos. Hierzu
bedarf es einer diagnostischen Methode, die kein Schadenspotential für den
Patienten besitzt (normale Röntgenbilder scheiden deshalb in der Regel aus), mit
geringen Messfehlern und/oder hoher Reproduzierbarkeit behaftet ist. Erschwert
wird ein K. meist durch eine rein qualitative Betrachtung (Karies: JA
oder NEIN). Erst eine Unterscheidung in "Dentinkaries", "Schmelzkaries ohne
Kavitätenbildung", und "Gesund" lassen
allfällige
Prophylaxemaßnahmen kontrollieren und steuern.
Diagnodent, ICDAS,
Kariesdiagnostik
Kariesprogression
Kariesfortschritt, engl.: caries progression; Begriff für das sich
Weiterentwickeln einer unbehandelten Karies. Hier lassen sich keine pauschalen
Aussagen machen (
Kariesaktivität); in etwa gilt
jedoch: Im
Milchgebiss schreitet die unbehandelte Karies sehr viel schneller voran als
bei der bleibenden
Dentition, und im jugendlichen Gebiss ist der Fortschritt rascher als im
Altersgebiss. Generell kann eine Karies unter Umständen mehrere Jahre brauchen, bis sie den
Zahnschmelz durchbricht.
Kariesprophylaxe
Kariesprävention, engl.: caries prophylaxis; vielfältige Maßnahmen
zur Verhütung und weiteren Ausbreitung von
Karies sowie deren Folgen. Es gelten folgende Maßnahmen als besonders
effizient:
die Art der Ernährung (Ernährungsberatung und Ernährungslenkung)
eine gute
Mundhygiene
individuelle und allgemeine
Fluoridierungsmaßnahmen
Fissurenversiegelung
Die sonst bei Infektionskrankheiten mögliche Immunisierung ("Impfung") ist
bisher (2007) ohne breitenwirksame und praktikable Erfolge (==
Kariesimpfung).
Weiter unterscheidet man in:
Verhindern eines neuen Befalls = Primärprävention
Maßnahmen zur
Remineralisation = Sekundärprävention
optimaler
Füllungs- und Kronenrand,
minimal-invasive Verfahren, (heute eingeschränkt)
Blacksche Regeln zur Vorbeugung einer
Sekundärkaries = Tertiärprävention
easy
to clean effect,
Gruppenprophylaxe und
Individualprophylaxe
Bornholmmethode,
Ernährungsempfehlungen,
Fluoride,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
naturgesundes Gebiss,
Prävention,
primär-primär-Prophylaxe,
Prophylaxe,
Salzfluoridierung,
Trinkwasserfluoridierung
Kariesrezidiv
erneutes Aufleben einer schon (unvollständig) behandelten
Karies, engl.: recurrent caries;
besonders durch
Bissflügelaufnahmen unter Füllungen gut zu erkennen (s. Abb.);
klinisch meist erst dann bemerkt, wenn Schmerzen auftreten (
Pulpitis). Davon abzugrenzen ist die
Sekundärkaries, welche vor allem an den Rändern von
zahnärztlichen Arbeiten auftritt. |

|
Kariesrisiko
Kariesrisikofaktoren, engl.: caries risk (factors);
statistische Wahrscheinlichkeit (engl.: (statistical) probability, likelihood)
zukünftig an Karies zu erkranken. Bei den
dazu führenden Faktoren liegt - wie aus der Medizin bekannt - nur das
statistische Risiko zu Grunde. Dieses kann individuell erheblich davon
abweichen. Bis heute (2007) gibt es noch kein sicheres Verfahren, eine
zukünftige Karies mit ausreichender
Sicherheit voraussagbar zu machen: Trotz negativer Prognose kann Karies
auftreten - hier spielen noch unbekannte individuelle Faktoren eine nicht zu
unterschätzende Rolle. Folgende Faktoren sind entscheidend für das Auftreten
einer Karies; die individuelle Einschätzung durch den Untersucher (Zahnarzt) hat
dabei einen hohen Stellenwert:
- Die Kariesaktivität
in der Mundhöhle
- Aufnahme/Vorhandensein von
Fluoriden (Fluoridexposition)
- Vorkommen von kariogenen
Bakterien des
Streptococcus mutans Typs ("Kariesbakterien") sowie von
Lactobazillen im
Speichel und in der
Plaque
- Ernährungsgewohnheiten und -qualitäten; z.B. häufiger Verzehr
niedermolekularer Kohlenhydrate (
Zucker)
- Ernährung mit antikariogenen Lebensmittel: Zuckerhaltige
Nahrungsmittel zu meiden ist ein Weg, das Karies-Risiko zu senken. Ein
anderer besteht in der vermehrten Aufnahme von antikariogenen
Nahrungsbestandteilen wie bestimmten Fettsäuren, Vitamin C oder grünem Tee (
kariogen).
- Vorhandensein von
Plaque (
Plaqueindex) durch ungenügende
Mundhygiene
- Vorhandensein von erkrankten, fehlenden und gefüllten Zähnen (DMF-T-Wert)
-
Menge des Speichels (Speichelfließrate)
- Beschaffenheit des
Speichels (Speichel-Puffer-Kapazität)
- Zahnfehlstellungen, schlechte oder erneuerungsbedürftige
zahnärztliche Versorgungen (Füllungen,
Kronen,
Zahnersatz)
- Fehlen von
Fluoriden in ausreichender, lokaler Konzentration
- allgemein körperliche Faktoren wie Lebensweise,
Stress, chronische Erkrankungen, reduzierte
Immunlage
- Drogen- und Alkoholmissbrauch
- Chemotherapie, radiologische Therapie (
Strahlenkaries)
- Zwischen dem
Streptococcus-mutans-Befall mit behandlungsbedürftiger Karies der
Mutter und dem Auftreten aktiver Milchzahnkaries beim Kind lässt eine
eindeutige Korrelation herstellen.
- Der Gesetzgeber definiert im Einklang mit dem
DAJ
ein hohes Kariesrisiko bei
Kleinkindern wie folgt:
3 Jahre mit einem
dmf-t Wert von 0
4 Jahre mit einem
dmf-t Wert von 2
5 Jahre mit einem
dmf-t Wert von 4
6 Jahre mit einem
dmf-t Wert von 5
Beim K. kennt man sog. Kariesrisikogruppen:
- soziales Umfeld:
Der Anteil kariöser, fehlender oder gefüllter Zähne ist bei Kindern aus
sozial schwachen Familien erheblich höher als bei den übrigen Kindern.
Anders formuliert: Ein sehr großer Teil unserer Kinder hat wenig oder keine
Karies, aber ca. 10 Prozent der Kinder aus sozialen Problemfeldern vereinen
bis zu 60 Prozent der insgesamt vorhandenen Karies ihres Jahrgangs auf sich.
SiC-Index
- Bildungsniveau:
Die besten Zähne haben 12-jährige Kinder, die das Gymnasium besuchen. Hier
liegt der dmf-t-Mittelwert bei 0,6, und 73 Prozent der Gymnasiasten haben
naturgesunde Zähne. Bei den Realschulen liegt der dmf-t-Mittelwert bei 1,0
bzw. der Anteil von Schülen mit naturgesundem Gebiss bei 60 Prozent. Die
Schüler von Hauptschulen schneiden hingegen deutlich schlechter ab: Sie
haben im Schnitt 1,5 kariöse Zähne und nur 45,6 Prozent der untersuchten
Hauptschüler können auf ein naturgesundes Gebiss Stolz sein. Daraus folgt:
Wer ein Gymnasium besucht, hat mehr als doppelt so viel gute Zähne wie ein
Hauptschüler. Aber insgesamt kann festgestellt
werden, dass sich an allen Schulen die Zahn- und Mundgesundheit in einer
bemerkenswerten Weise verbessert hat.
- Anzahl der
Mutans-Streptokokken in der Mundhöhle
Die Besiedlung mit diesen "Kariesbakterien" erfolgt relativ früh. So wurde
festgestellt, dass bereits 38 % der Kinder im Alter von 30 Monaten von
St. mutans befallen sind. Dabei ist die Mutter in mehr als 70 % für die
Übertragung verantwortlich. Bekannt ist weiter, dass bei einem hohen K.
im Milchzahngebiss, sich dieses auch in das bleibende Gebiss "vererbt".
- Kariesrisikotests (z.B.
Speicheltestung auf
Laktobazillen oder
St. mutans) stellen eine wesentliche Bereicherung der
diagnostischen Möglichkeiten
dar, wenn sie im Rahmen einer erweiterten Diagnostik sinnvoll angewendet,
kombiniert und interpretiert werden. Allein sind sie wenig aussagekräftig
und individuell sehr unterschiedlich zu werten.
Nach Prof. Zimmer ergeben sich folgende praktische Empfehlungen:
Milchgebiss
- Bei kariesfreien 2- bis 5-Jährigen Nachweis von Mutans-Streptokokken in der
Plaque mit Hilfe eines Chairside-Tests (z.B. CRT).
- Ein Kind mit Karies im Milchgebiss muss immer als Kariesrisiko-Kind betrachtet
werden.
Wechselgebiss:
Dentoprog-Verfahren
Bleibendes Gebiss:
Cariogram
Patienten mit
festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen müssen grundsätzlich als
Kariesrisiko-Patienten betrachtet werden.
In der
präventiven Zahnheilkunde wird die Erhebung von
Kariesrisikoprofilen
bereits als Standard vor Therapiebeginn angesehen.
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Cariogram,
Dentoprog-Methode,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Engstand,
Ernährungsempfehlungen,
Fissurenversiegelung,
Fluoride,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
Karies,
Kariesimpfung,
Kariesrisikomanagement,
Prävention,
Risikofaktor,
Risikoindikator,
Schmutznische,
SiC-Index,
Vipeholm-Studie
(Habilitationsschrift, sehr detailliert)
Kariesrisikomanagement
engl.: caries risk management; abgeleitet aus dem individuellen
Kariespotential (
Kariesrisiko) lassen sich
patienten-spezifische Prophylaxepläne erstellen, die in einem frühen Stadium des
Kariesprozesses endgültige Kariesschäden verhindern oder zeitlich verzögern. Bis
heute (2009) gibt es noch kein sicheres Verfahren, eine zukünftige Karies mit
ausreichender Sicherheit voraussagbar zu machen.
Die folgende Abb. zeigt ein Karies-Management-System.

Karies,
Risikofaktor,
Risikoindikator
Kariesrisikoschieber;
Dentoprog-Methode
Kariesrückgang,
Caries decline
Kariestest, Kariesrisikotest, engl.:
caries (risk test) ;
Kariesdiagnostik
Kariestherapie
Kariesbehandlung, Kariesentfernung, Behandlung der durch Karies
verursachten Zahnschäden, engl.: treatment of tooth decay; abhängig von
dem Grad der Zerstörung bzw. der Dauer der Infektion und dem generellen
Kariesrisiko. Die Karies ist bekanntlich eine multifaktorielle Erkrankung, deren
einzige Ursache aber kariogene Bakterien
sind. Diese Bakterien müssen im Sinne einer ursächlichen Behandlung entfernt und
kontrolliert werden.

Bis zu den ersten sichtbaren Anzeichen (White
Spot; s. obige Abb.) ist durch geeignete Maßnahmen - lokale
Fluoridzufuhr,
antibakterielle Gelees,
Kasein-Phosphopeptid (CPP), gute
Mundhygiene) und Kontrolle der Kariesaktivität (
Kariesmonitoring) - in diesem
Stadium noch eine "Ausheilung" der Karies möglich (sog. Kariesfrüherkennung +
Risikomanagement). Hat die Karies schon den Schmelz zerstört, ist keine spontane
Ausheilung möglich, sondern es erfolgt in der Regel eine zahnärztliche Behandlung
mittels
Ausbohren des Defektes, evtl. einer Überkappung des Zahnnervs,
Präparation einer Kavität und
Abfüllen mit einem geeigneten
Füllungsmaterials, bzw. bei größeren Defekten durch Versorgung mit einer
Krone.
Ist der Zahn tief zerstört und kommen noch
eitrige Prozesse an der Zahnwurzel und/oder Lockerungen hinzu, so ist unter Umständen
eine
Entfernung nötig.
Neben dieser "klassischen Therapie des Bohrens" werden in jüngere Zeit sog. "minimal
invasive" Behandlungsarten propagiert, wie z.B. das "Bohrgel'
Carisolv™,
Laserbehandlungen,
Pulverstrahltechniken,
Ozonzufuhr, und
"unterstützende" Ultraschall-Systeme. Für all diese Alternativtherapien gilt
bisher, dass nur wenige klinische Erfahrungen vorliegen bzw. ein unbedeutender
Einsatz in der Praxis erfolgt.
ART-Technik,
Behandlung von Milchzähnen,
Black,
FACE-Methode,
Fissurenversiegelung,
ICDAS,
Kariesentfernung,
Kariesinfiltration,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
minmal-invasiv,
Präkaries,
Präparation,
STAMPs
Karies versteckte, engl.: hidden
caries;
Hidden caries
Kariesverteilung, Kariesvorkommen, Kariesverbreitung, Kariesprävalenz;
engl.: prevalence caries;
Karies
kariogen
Kariogenität, Karies verursachend/auslösend,
engl.: cariogenic; das Vermögen eines (Nahrungs-)Stoffes, die
Kariesentstehung zu fördern. Hierzu gehören insbesondere leicht abbaubare
Kohlenhydrate wie Saccharose, aber auch Glukose, Fruktose, Laktose und
Süßmittel, wie Honig und viele "Natursüßmittel". So enthalten beispielsweise
(Zuckergehalt in % vom Gewicht der Grundsubstanz; Limonaden schneiden dabei auf
Grund ihres hohen Wassergehalts "unauffällig" ab; ausgesagt wird nichts über die
"Klebrigkeit" der Substanzen auf der Zahnoberfläche):
Bonbons 90%
Honig 75%
Marmelade, Schokolade 60%
Trockenfrüchte i.D. 55%
Banane 18% (dieser Wert bezieht sich nur auf den Zuckeranteil, da ein hohes
Potential im
Zahnzwischenraum und am
Zahnhals)
Cola 11% (s.o.)
Nüsse 4%
Stoffe, die vordergründig nicht "süß" schmecken, wie z.B. Ketschup (
verstecke Zucker)
Aktion zahnfreundlich-Stoffe praktisch Null
Eine Kariogenität hängt nicht nur von der Menge, der Verweildauer
("Klebrigkeit") und der Abbaubarkeit ab, sondern auch davon, wann diese Stoffe
aufgenommen werden: Beispielsweise ist der Verzehr eines "Schoko-Riegels"
während einer Mahlzeit weitaus weniger k. als dieser vor dem Einschlafen.

Zuckerhaltige Nahrungsmittel zu meiden (
Aktion zahnfreundlich) ist ein Weg, das
Kariesrisiko zu senken. Ein anderer
besteht in der vermehrten Aufnahme von antikariogenen Nahrungsbestandteilen
wie bestimmten Fettsäuren, Vitamin C oder grünem Tee. So kann die gleichzeitige
Anwesenheit bestimmter Nahrungsstoffe die Wirkung von sonst Karies auslösenden
Lebensmitteln deutlich reduzieren:
- Pyridoxin - in bestimmten Fettsäuren enthalten - hat einen Karies
hemmenden Effekt, vermutlich weil die Dekarboxylierung (= - CO2) in der
Plaque beeinflusst wird. Fett selbst trägt zur Reinigung der Zähne bei
- Proteine bewirken eine Neutralisierung des
pH-Wertes
- Kalzium, Phosphor bewirken ein (Re-)Mineralisierung
und Neutralisieren den
pH-Wert
- Ascorbinsäure - Vitamin C - zeigt ebenfalls einen Karies
hemmenden Effekt. So ist bei Versuchspersonen mit einem hohen Vitamin
C-Blutwert deutlich weniger
Plaque gefunden worden als bei solchen mit geringen Werten - bei sonst
gleichem
Mundhygieneverhalten. Zusätzlich sind bei
Parodontitispatienten nach hohen Vitamin C - Gaben Besserungen der
Erkrankung zu erzielen; vermutlich beruht diese Eigenschaft auf einer
antioxidativen Wirkung dieses Vitamins
-
Fluoride wirken antibakteriell und tragen zur (Re-)Mineralisierung
bei
- Phosphathaltige Nahrungsmittel haben ein größeres hemmendes
Potenzial, wie beispielsweise bestimmte Käsesorten. So konnte gezeigt
werden, dass nach dem Verzehr von natürlich gereiften Käse ein saurer
pH-Wert deutlich schneller neutralisiert wird als nach dem Verzehr
anderer Speisen. Man führt dies auf die relativ hohen Anteile von
Proteinen, Kalzium und Phosphat zurück, welche die aus der Plaque
entstehenden Säuren neutralisieren und zu einer schnelleren
Remineralisation beitragen.
- Grüner Tee besitzt durch seinen hohen Anteil an Katechinen
(Polyphenolen) einen schädigenden Einfluss auf das
Kariesbakterium
St. mutans. Einmal wird die Haftfähigkeit dieser Erreger am Zahnschmelz
herabgesetzt, zum anderen greifen die Katechine in den Stoffwechsel der
Zellmembran ein. Diese Fähigkeit des Tees kommt aber nur dann richtig zum
Tragen, wenn damit gespült wird. Außerdem ist Tee generell durch einen hohen
Gehalt an
Fluoriden gekennzeichnet
- Im Laiensprachgebrauch findet häufig eine Begriffsverwechselung statt:
kariogen ist eine Substrateigenschaft (z.B. Zucker)
kariespathogen ist eine Eigenschaft von Mikroorganismen, Karies
auszulösen (z.B.
St. mutans)
Aktion zahnfreundlich,
Ernährungsempfehlungen,
Isomaltulose,
Karies,
Stephan-Kurve,
Vipeholm-Studie,
Zucker
Kariogenität;
kariogen
Kariologie
engl.: cariology; Forschung und Lehre über die Entstehung (Ätiologie),
Verbreitung, krankhaften Zusammenhänge (Pathologie) und Behandlung der
Infektionskrankheit
Karies
Károlyi Effekt
engl.: Károlyi treatment; Wiener Zahnarzt (1865-1945), welcher als
einer Urväter der
Aufbiss-Schiene/Knirscherschiene
gilt. K. benutzte erstmals 1901 adjustierte Behelfe beim
Bruxismus im Sinne von "eliminating this putative cause through orthodontic
adjustment (= occlusal adjustment or equilibration)".
adjustiert,
Äquilibrierungsschiene,
Knirschen,
Schiene
Karpule;
Carpule
Kartusche
engl.: cartridge; sich immer mehr durchsetzende
Applikationsform für Zweikomponenten-Abdruckmaterialien:
In einem Doppelzylinder sind die beiden Komponenten dem
Mischungsverhältnis entsprechend aufbewahrt. Mittels einer spez.
Mischpistole werden die Pasten dann durch einen spritzenförmigen Ansatz
(mit innen liegender "Mischspirale") in den Abdrucklöffel oder über den
präparierten Zahn appliziert. Neben einem idealen
Mischungsverhältnis zeichnen sich derartige Vermischungen durch eine
gute Homogenität mit nur minimalen Lufteinschlüssen aus.
Abdruck |

|
Karzinogen;
Kanzerogen
Karzinom;
Mundhöhlenkarzinom
Kassenabrechnung
engl.: billing of dental benefits; Schlagwortbezeichnung für die
Grundlage der zahnärztlichen Honorarvergütung bei
gesetzlich Versicherten über die
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV). Im Gegensatz zu
privat versichten Patienten erhalten diese vom
(Vertrags-)Zahnarzt für im Rahmen von
Sachleistungen erbrachte Tätigkeiten keine Rechnung, sondern weisen sich
durch ihre
Chip-Karte aus. Am Quartalsende ("Quartalsabrechnung") reicht der
(Vertrags-)Zahnarzt seine Spezifikationen der erbrachten
Kassenzahnärztlichen Leistungen (
BEMA)
an seine
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen ("Abrechnungsstelle") zur sachlichen und
rechnerischen Überprüfung ein. Nach Feststellung der Richtigkeit werden diese
Forderungen an die jeweilige Krankenkasse weitergeleitet, das Honorar von dieser
an die KZV überwiesen und von dort aus nach dem sog.
Honorarverteilungsmaßstab an den jeweiligen Zahnarzt - vorbehaltlich
etwaiger Kürzungen durch eine "nachträgliche
Wirtschaftlichkeitsprüfung" bzw.
Budget-bedingte Kürzungen - in monatlichen Raten und einer
Quartalsabschlusszahlung ausbezahlt.
Eine monatliche Abrechnung ("Monatsabrechnung") erfolgt bei den
parodontologischen,
prothetischen und weiteren Leistung (z.B. Kieferbruch) über den Teil, der
von der Krankenkasse übernommen wird.
Kassenzahnarzt,
"Kassenpraxis";
Vertragszahnarzt
Kassenzahnärztliche
Bundesvereinigung;
KZBV
Kassenzahnärztliche Gebührenordnung;
BEMA
Kassenzahnärztliche
Vereinigung,
KZV
Kassenzulassung,
Zulassung
Kataplasma
Wickel, "Breiumschlag", engl.: cataplasm, poultice;
in der
Entzündungstherapie und zur
Schmerzlinderung eingesetzte Substanzen, die lange Zeit die (meist warme)
Temperatur halten
Katarrh
Katarr, engl.: catarrh; Schleimhautentzündung, mit
Absonderung von Flüssigkeiten (wässriges oder schleimiges Sekret). In der
ZHK wenig gebrauchter Begriff, da hierfür die spez. Begriffe
Gingivitis und
Mukositis stehen
Katulis, engl.: catulis; wenig
gebräuchlicher Begriff für eine Form der Zahnfleischwucherung;
Gingivahyperplasie
Kauabdruck
Kauabformung, Belastungsabformung, "mundgeschlossene
Funktionsabformung", engl.: impression under bite (and gliding
movements); spezielle Form des Funktionsabdrucks im zahnlosen Kiefer unter
Kaudruck. Das mit speziellen Löffeln aus Aluminium oder
hartem Kunststoff arbeitende Verfahren soll vor allem späteren
Druckstellen vorbeugen. Es kommen besonders "steife" Abdruckmassen zum
Einsatz.
Abdruck,
Funktionsabdruck,
Kompressionsabdruck
Kauakt
"Kauen", Mastikation, engl.: chewing act,
mastication; nach Rose.
"Der Kauvorgang bereitet den Bissen zum Schlucken und zur erleichterten
Verdauung vor, dabei wird feste Nahrung vor dem Schlucken auf wenige
Quadratmillimeter zermahlen. Das Kauen und Schlucken von Nahrung ist ein höchst
komplexer Vorgang, der durch Rhythmusgeber im Hirnstamm gesteuert wird
und vielfachen Rückkopplungsmechanismen unterliegt. Nach Vorbereiten der
Nahrungspartikel (s.u.) durch die
Mastikation, gliedert sich der eigentliche
Schluckakt in eine orale (Mund), pharyngeale (Rachen) und ösophageale
(Speiseröhre) Phase.
Typischerweise läuft der Kauvorgang (engl.: masticatory cycle) in
4 Phasen ab (sog. "Vier-Phasen-Biss"):
Öffnung des Unterkiefers leicht zur Seite hin; erfassen der
Speise
mit den Schneidezähnen
Öffnung zur
Kauseite hin und Abbeißen
Überstellung in einen
Balancekontakt; Zerquetschen der Nahrung auf der
Kauseite
Zurückführung in die Ausgangslage
Die Strukturen, die am Kauvorgang beteiligt sind, umfassen den Ober- und
Unterkiefer mit den Zähnen, die
Kaumuskulatur, die Zunge, die Wangen, den Mundboden und den Gaumen. Beim
Kauzyklus wird mit den Frontzähnen die Nahrung zerschnitten beziehungsweise
zerrissen, der Bissen wird nach distal befördert und dort mit den Molaren
zermahlen. Der
Bolus
wird gleichzeitig
eingespeichelt und mit
Enzymen versetzt.
Hierbei verbessert die Oberflächenvergrößerung die enzymatische Aufschlüsselung
der Nahrung. Bei einer gewissen Konsistenz wird mit der Zunge ein Bolus geformt
und dieser reflektorisch geschluckt. Der Kauvorgang erfolgt primär willkürlich,
dann weitgehend unbewusst. Die Berührungsreize der Speisepartikel an Gaumen und
Zähnen steuern unwillkürlich die Kaubewegungen. Ein Kauzyklus nimmt etwa 0,6 bis
0,8 Sekunden in Anspruch, dabei werden Kräfte bis zu 1900 N, gemessen im
Molarenbereich, entwickelt. Die durchschnittliche Beanspruchung beträgt etwa 300
bis 700 N. Die Kräfte werden als Zugkräfte über die
Parodontalfasern auf den Knochen weitergeleitet. Dies führt zu einer
direkten Belastung des Knochens insbesondere des Alveolarkammes. Gleichzeitig
erfolgt eine funktionelle Beanspruchung des stomatognathen Systems über die
Muskulatur."
Menschliche Zähne vollbringen täglich Höchstleistungen: 18 Tonnen
Nahrungsmittel kaut der Mensch durchschnittlich in seinem Leben. Das sind
umgerechnet 45 Schweine, für Vegetarier ein Brot in der Länge von viereinhalb
Kilometern oder für Geflügelliebhaber 10.000 Hähnchen; weiter werden 40 Tonnen
an Getränken geschluckt.
Kaubewegung,
Kaueffizienz, Kaufunktion,
Kaukraft,
Schluckakt,
Schrotkugeleffekt,
Selbstreinigung
Kaubahn
Kaupfad, engl.: chewing pathway; virtuelle Linie ("Bahn"), welche
von irgendeinem Punkt des Unterkiefers bei Kaubewegungen unter
Antagonistenkontakt gebildet wird. Diese Linie ("Kaupfad") lässt sich durch
versch. Methoden aufzeichnen.
Artikulatoren,
welche derartige Bewegungen nachvollziehen können, werden auch als
Kaubahnartikulator oder Kaubahnträger bezeichnet. Sie basieren auf
der Führungsfunktion der Kauflächen (besser: Schliff-Facetten) der Zähne.
Bennet-Bewegung,
Registrat
Kaubewegung
engl.: masticatory (mandibular) movement; Bewegung des
Unterkiefers beim Kauakt. Diese kann
- je nach Bezahnungsgrad der Kiefer - sehr verschieden sein: So trifft man im
bezahnten, regulär stehenden Kiefer den typischen
Rundbiss an; bei
Okklusionsstörungen im Sinne einer normalen Gleitbewegung der Zahnreihen
aneinander und bei
Vollprothesenträgern (aus Gründen des Halts und der Statik) ist überwiegend
der typische
Hackbiss anzutreffen. Insbesondere die aus der komplexen, individuellen
K. resultierende
dynamische Okklusion bestimmt die Gestaltung der
Kaufläche zahnärztlicher
Ersatz-Arbeiten.
kaudal, "cauda" = "Schwanz", engl.: caudal;
nach dem unteren Körperende hin, nach unten;
Körperebenen
Kaudruck
Verhältnis von Kaukraft zu wirksamer Zahnfläche, engl.:
chewing pressure; Resultat aus Kraft : Fläche, angegeben in Kp/qcm. So
ist der K. bei Schneidezähnen größer als bei Backenzähnen, da die
wirksame Fläche viel geringer ist. Beim Erwachsenen liegen die Normalwerte bei
der Nahrungszerkleinerung bei 20-30Kp/qcm - als Extremwerte werden mehr als
10mal so hohe Werte angegeben.
Die Messung der K. erfolgt mit sog. Gnathodynamometern (historisch:
Kaudruckmesser nach Haber) auf elektrisch/elektronischem Wege.
Da die Knochenstrukturen von Stirnnasenpfeiler, Jochbeinpfeiler,
Flügelfortsatzpfeiler den größten K. zum Schädel hin abfangen, werden sie
auch als Kaudruckpfeiler bezeichnet.
In der Literatur besteht eine sehr uneinheitliche Verwendung der Begriffe
Kaukraft, Kaudruck, Kieferschlusskraft, Kaulast; weiter existiert eine Vielzahl
an Maßeinheiten hierfür.
Kaukraft
Kauebene;
Camper Ebene,
Okklusionsebene
Kauebenenwinkel;
Okklusionsebenenwinkel
Kaueffizienz
Kauleistung, engl.: chewing efficiency (i.e.:
ability to grind a certain portion of a test food during a given time);
Bestimmung der Kauleistung mit verschiedenen Methoden:
Messung nach dem Kauvorgang (die Anzahl der Kauvorgänge wird vorgegeben) einer
Testnahrung (Mandeln oder Erdnüsse) mittels Sieben in definierten Maschenbreiten
(5,6, 4,0 u. 2,0 mm). Nach dem Kauvorgang wird der
Nahrungsbolus in
die Siebe gespuckt, mit Wasser durchgespült und die Nahrungsreste in den
jeweiligen Sieben gemessen
eine Testnahrung wird einem einfachen Kaufunktionstest unterzogen: Man zählt die
Zeit bis die Testnahrung geschluckt wird, bzw. statt der Zeit die Anzahl der
Kauvorgänge bis zum Schlucken
Kauakt, Kaufunktion
Kaufläche
engl.: chewing or occlusal or masticating surface;
der Teil der
Zahnkrone, welcher zur Zerkleinerung der Nahrung dient. Er berührt
beim Zusammenbiss den
Antagonisten des Gegenkiefers. Anatomische Teile ("Kauflächenelemente")
der K. sind:
Fissuren
Grübchen
Höckerabhänge
Höckerspitzen
Randleisten
In einem
eugnathen
Gebiss passen die Höcker der einen K. beim Zusammenbiss
ungefähr in die Grübchen der K. des gegenüberliegenden Zahnes
(bzw. der gegenüberliegenden
Haupt- und Nebenantagonisten; sog.
Mörser-Pistill-Prinzip).
Bei zahnärztlichen Wiederherstellungsmaßnahmen ist eine exakte
Kauflächengestaltung von großer Bedeutung für die Funktionsfähigkeit der
Restauration. Sie erfolgt bei im Mund gelegten
Füllungen durch den Zahnarzt im Rahmen der Oberflächengestaltung;
bei im
Labor angefertigten
Zahnersatzarbeiten überwiegend durch den
Zahntechniker, wobei Feinkorrekturen bzw. Kontrollen nach
Eingliedern der Arbeit durch den Zahnarzt im Mund ebenfalls nötig sind.
Abrasion,
Auflage,
Aufwachstechnik,
Demastikation,
FGP-Verfahren,
Fossa,
Grübchen, Kaubewegung,
Kauakt,
Kaukraft,
Krümmungsmerkmal,
Metallkaufläche,
Okklusaler Kompass,
Okklusion,
Okklusionsfläche,
Scherhöcker,
Selenodont,
Zahn |

|
Kauflächenauflage; engl.: occlusal rest;
Auflage
Kaufunktion
engl.: chewing function; der Anteil des Systems "Kauorgan", welcher
zur mechanischen Zerkleinerung von Nahrung im Mund eingesetzt wird.
Unterscheidung in subjektive Kaufähigkeit, objektive
Kauleistung bzw. Kaueffizienz und Dauer des Kauvorgangs. Im weiteren Sinne
wird auch noch der Kaukomfort mit einbezogen.
Die K. ist nicht unbedingt abhängig von der Zahl der Zähne, sondern
vielmehr von deren Verteilung - eine sonst geschlossene Zahnreihe vorausgesetzt.
Patienten mit beidseitig
verkürzten Zahnreihen klagen nur wenig über eine verminderte K.;
dagegen wird bei einer einseitig
verkürzten Zahnreihe subjektiv wie auch objektiv eine verminderte K.
festgestellt, da nur "auf einer Seite" gekaut wird.
Nachgewiesen ist ein linearer Zusammenhang zwischen Alter, Anzahl der Zähne und
reduzierter K.
Bei
Vollprothesenträger, die in Abhängigkeit der anatomischen Verhältnisse und
der Passgenauigkeit des Ersatzes generell eine eingeschränkte K.
aufweisen, kann - besonders im Unterkiefer - schon durch den Einsatz von "nur"
zwei Implantaten
- eine deutliche Steigerung der K. erzielt werden.
Kauakt
Kaugummi
engl.: chewing gum, bubblegum; Produkt aus veredeltem natürlichem
Latex (Chiclegummi) oder synthetisch hergestellt. Der erste Kaugummi wurde 1869
in New York verkauft. Kaugummis bestehen im Wesentlichen aus einer Kaubasis. Bei
normalem Kaugummi (Chewing gum) überwiegt der Wachsanteil, bei Ballon-Kaugummi
(Bubble gum) der Anteil an gummiartigen Stoffen. Angeblich kauten schon die
Steinzeitmenschen Gummiklümpchen und bei Ausgrabungen in Schweden fand man
Harzklümpchen mit eindeutigen Abdrücken von menschlichen Zähnen. Der "Papyrus
Ebers" (vor ca. 3.500 Jahren niedergeschrieben, vor 140 Jahren in einem Grab in
Theben gefunden) erwähnt ein Mittel gegen
Mundgeruch: Kügelchen aus Myrrhe, Weihrauch, Melone und anderen Zutaten
wurden zur
Mundhygiene gekaut. Ende des 19. Jhd. entdeckte dann Thomas Adams (ein
Amerikaner) eine aus Latexsaft des mittelamerikanischen Sapotillbaumes gewonnene
elastische und weiche Substanz, Chicle, die auch heute noch in der
Kaugummiindustrie verwendet wird. So ziemlich gleichzeitig wie Adams
beschäftigte sich auch William Wrigley mit dieser Kausubstanz und gründete eine
Kaugummifirma.
Sog.
Zahnpflegekaugummis ersetzen zwar nicht das Zähneputzen, sind aber eine
wertvolle Ergänzung dazu, gerade dann, wenn unterwegs keine Gelegenheit zu
klassischen Mundhygienemaßnahmen gegeben ist. Bewiesen ist:
Kauen von speziellen Kaugummis mit dem
Zuckeraustauschstoff Xylit nach den Mahlzeiten kann die Remineralisation des
Schmelzes fördern und damit einer Karies
vorbeugen; ebenso können aber auch zuckerhaltige K., die mindestens 20
Minuten lang nach der Mahlzeit gekaut werden, einer Karies vorbeugen.
Voraussetzung dafür ist ein ausreichendes
Fluoridangebot im
Speichel.
Nach zweistündigem Kauen von K. steigen
Flussrate und
pH-Wert des Speichels im Vergleich zu unstimulierten Speichel beträchtlich
an: Im unstimulierten Zustand ergibt sich keine Veränderung des Speichelflusses
über zwei Stunden (durchschnittlich 0,39 ml/min). Nach Kaugummikonsum hingegen
steigt die Rate zunächst steil an, um dann nach 35 Minuten auf ein Plateau von
durchschnittlich 0,94 ml/min zu fallen. Bei unstimuliertem Speichel bewegt sich
der pH-Wert im Bereich von 6,71-6,9. Nach Kaugummikonsum steigt der Wert auf
durchschnittlich 7,35.
Ebenfalls lassen sich mit Hilfe von K. welche Kalzium und Phosphat
freisetzen, die Dentintubuli verschließen und so "überempfindliche
Zähne" (Hypersensibilitäten) wirkungsvoll reduzieren.
Antimykotika,
desquamative Gingivitis, Karbamid,
Kaugummitest,
Selbstreinigung,
Xylitol
Kaugummi-Test
engl.: chewing gum mercury test; umstrittene diagnostische
Untersuchungsmethode auf einen
Quecksilbergehalt (durch
Amalgam-Füllungen verursacht) in der Mundhöhle. Bei dem zur
Diagnostik einer Quecksilber-Belastung aus Zahnfüllungen von versch.
Gruppierungen angepriesenen "Test", wird die Quecksilberkonzentration vor und
nach 10-minütigem Kauen gemessen und daraus Rückschlüsse auf die ständige,
mundhöhlenbedingte Quecksilberbelastung gezogen. Je nach Alter und Zustand der
Füllungen wird durch das Kaugummi-Kauen vermehrt Hg freigesetzt.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass nur ein schwacher Bezug zwischen
Zahl der Füllungsflächen und erhöhtem Quecksilbergehalt besteht, und dass der
vom Kaugummi aufgenommene Anteil nicht aussagekräftig zu berechnen ist.
Eine Bestimmung der Quecksilberfreisetzung durch sog. "Speicheltests" oder
"Kaugummitests" gilt heute als
obsolet, da
derartige Methoden die Oxydationsstufe des Quecksilbers nicht ermitteln und so
zu völlig falschen Schlussfolgerungen führen.
Speicheltest
Amalgam, Kaugummi,
Quecksilber,
Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen
Kaukantenschutz
Höckerschutz
Kaukraft
Kaudruck, Beißkraft, engl.: occlusal force, chewing
pressure; unterschiedlich starke, von der Zahl der
okkludierenden Zahnpaare und weniger vom Alter abhängige Kraft. In der
Literatur besteht eine sehr uneinheitliche Verwendung der Begriffe Kaukraft,
Kaudruck, Kieferschlusskraft, Kaulast; weiter existiert eine Vielzahl an
Maßeinheiten hierfür.
Messung entweder elektromyographisch unter Funktion oder statisch als
isometrische Kraft zwischen den Kauflächen. Während
Männer ihr Kaukraftmaximum mit etwa 45 Jahren erreichen und ca. 20 % mehr Kraft
als Frauen erreichen, ist bei letzteren das Maximum schon mit 35 Jahren
erreicht. Bei älteren Patienten mit beidseitig
verkürzter Zahnreihe ergibt sich eine Verminderung von ca. 50 % gegenüber
vollbezahnten Patienten; bei
Vollprothesenträgern halbiert sich dieser Wert nochmals.
Die aktive Leistung aller Kaumuskeln beträgt etwa 400 kg. Hiervon kommt aber
zwischen den Zähnen (= Kaudruck) nur ein geringer
Teil - unterschiedlich je nach Kautätigkeit - an. So werden beim täglichen,
normalen Kauen (ca. 40 min/Tag) Kräfte von etwa 20-30 Newton gemessen (ein
Gewicht von 1 kg entwickelt einen Druck oder Zug von 9,8 Newton). Bei
Knirschern und Pressern (
Bruxismus) sind die gemessenen Kräfte ("Endkaudruck") zwischen den
Zähnen wesentlich höher und können bis zu 800 Newton und mehr betragen - das bis
zu über 30fache! Dies kann bei längerem Anhalten zu schweren Schädigungen des
Zahnhalteapparates, zu erheblichem
Materialverlust der Zahnkauflächen,
keilförmigen Defekten und
Schmelzabsplitterungen oder -sprüngen, übermäßiger Abnutzung von Zahnersatz
und zu Kiefergelenkserkrankungen
führen.
Bei den enormen Belastungen verformen sich unter dem großem Druck kleine
Bereiche der Zahnoberfläche. Wissenschaftler beobachteten, dass Eiweißmoleküle
eine ganz zentrale Rolle bei der Verformung und Selbstheilung des Zahnschmelzes
spielen. Die Moleküle sorgen dafür, dass sich die Atome nur in klar abgegrenzten
Bereichen des Zahnschmelzes verschieben, andere Regionen hingegen unbeschädigt
bleiben. Sobald der äußere Druck nachlässt, wird die Verschiebung der Atome nahe
der Eiweißmoleküle wieder rückgängig gemacht, so dass nach einiger Zeit der
gesamte Kristall wieder intakt ist. Auf diese Weise stellt der Zahnschmelz seine
ursprüngliche Struktur wieder her.
Garliner-Übungen, Kauakt,
Kaueffizienz,
Kaumuskulatur,
Kauorgan,
Schrotkugeleffekt
Kauleistung,
Kaueffizienz
Kaumuskulatur
engl.: masticatory muscles; eine Vielzahl von Muskeln, welche
beim Kauakt den Unterkiefer zum Oberkiefer ziehen und wieder öffnen;
Unterteilung in Mundöffner (Abduktoren)
und Mundschließer (Adduktoren), wobei die Schließer funktionell
deutlich stärker sind als die Öffner.
Die Hauptmundöffner sind: Digastricus (zweibäuchiger
Muskel), Mylohyoideus (Unterkiefer-Zungenbein-Muskel),
Geniohyoideus (Kinn-Zungenbein-Muskel)
Die Hauptmundschließer sind:
Masseter (volumenmäßig größter Muskel) und Temporalis
(kräftigster Muskel; Gesamtkaudruck von 1 Tonne sind möglich) und als "tiefe
K." der Pterygoideus lateralis (Seitwärtsbewegungen) u.
medialis. Versorgung durch den 3. Ast des
N. Trigeminus (V, 3).
Gesicht,
Kauakt,
Kaukraft,
Kauorgan,
Protraktoren,
Trismus
(Kaumuskelkrampf),
Unterkieferreflex
Grafiken:
|

|
Kauorgan
Kausystem, engl.: masticatory system; umfassende Bezeichnung für
alle am Kauakt beteiligten Körperteile, Gewebe und Flüssigkeiten wie
Zähne,
Zahnhalteapparat,
Zunge,
Gaumen,
Mundschleimhaut, Wangen, Kaumuskeln,
Kiefergelenk,
Nerven (Schalt- und Regelsysteme),
Speichel,
Speicheldrüsen usw. . Vereinzelt auch als "stomatognathes
System" bezeichnet.
Funktionsanalyse,
Myoarthropathien,
stomatognathes System
kausal, ursächlich, engl.: causal;
symptomatisch
Kauschlauch
engl: chewing tube
1.) interokklusaler Raum, neutrale Zone; luftgefüllter,
muskelfreier Raum zwischen Zunge, Wange und Alveolarkämmen. Er erlaubt einen
Druckausgleich entlang der Zahnreihe nach dem Prinzip der kommunizierenden
Röhren. Bedeutung bei der Haftung von
Vollprothesen;
die "neutrale Zone" ist weitgehend frei von störenden Einflüssen durch Zunge und
Wange. So können z.B. über lange Zeit unversorgte, zahnlose Kieferbereiche zu
funktionellen Vergrößerungen der Zunge führen, die das Tragen von Totalprothesen
behindern.
2.) Durchgehender Muskelschlauch, welcher seinen Ursprung am Ringmuskel
der Lippen beginnt und am selbigen des Afters endet
3.) relativ dicker, gummiähnlicher Schlauch, welcher auf die Zahnreihen
gelegt wird. Einsatz in der
Logopädie
Kauseite; engl.: chewing o.
working side;
Arbeitsseite
Kausystem;
Kauorgan
Kauterisation; "Kauter" , engl.:
cautery;
Elektrokauter,
HF-Chirurgie
Kautschuk; engl.: dental rubber;
historisch eingesetztes Material als
Basiswerkstoff für Zahnprothesen.
Kauzentrum
Kauzentrik ,engl.: chewing center; das Gebiet im Kiefer, in welchem
die größten Kaukräfte entwickelt werden. in der Regel liegt dies im Gebiet 1.
Molar/2.
Prämolar,
kann aber bei Zahnersatz - je nach
Okklusionskonzept - an eine andere Stelle gelegt werden (
kaustabile Zone)
Kauzyklus,
Kaubewegungsablauf, engl.: masticatory cycle;
Kauakt
Kavität
Hohlraum; engl.: (carious) cavity. In zahnmedizinischen
Sinne gebräuchlich für die, durch eine
Präparation geschaffene Hohlform im Zahn zur Aufnahme einer Füllung.
Einteilung der K. ("Kavitätenklassen")
weltweit nach den sog.
"Black-Klassen".
Der Abstand der K. zum
Zahnnerv
hin ("Kavitätenboden", "cavity base") sollte nach Möglichkeit 1
mm und mehr betragen. Bei Werten darunter werden
spez.
Schutzmaßnahmen empfohlen.
Nicht mehr gebräuchlich ist die Bez. "kariöse Kavität" für einen
durch Karies bedingten Zahnhartsubstanzverlust
(Defekt). Hierfür wird der Begriff "kariöse
Läsion"
verwendet.
"Adhäsivpräparation",
Federrand,
Finieren,
Kastenpräparation,
Kavitätenpräparation,
Kondensation,
Liner,
MDPB,
MOD-Füllung,
Präparation,
Testkavität |


|
Kavitätendesinfektion
Kavitätenreinigung; engl.: cavity disinfection; Maßnahmen um nicht
vollständiges entferntes oder entfernbares
Dentin und weitere Verunreinigungen (Blut, Speichel) vor dem Legen einer
Füllung zu entfernen bzw.
desinfizieren;
letzteres hauptsächlich, um einer
Sekundärkaries und einer
Pulpitis vorzubeugen. Während früher Mittel wie Ethanol oder
Chloroform
zum desinfizierenden Einsatz kamen, hat sich heute (2007)
Chlorhexidin (CHX) in Form einer
antiseptischen Spüllösung oder eines damit getränkten Wattebausches (2%
Chlorhexidin-Digluconat) durchgesetzt; dies vor allem deshalb, weil CHX im
Verhältnis zu anderen Substanzen eine hohe
Substantivität besitzt.
Präparation,
Präparationstrauma,
Schmierschicht
Kavitätenklassen, Kavitätenklassen
nach
Black,
"Black-Klassen", engl.: cavity classification, Black's (cavity)
classification;
Black, Kavität
Kavitätenlack, engl.: cavity liner,
cavity varnish;
Liner
Kavitätenpräparation
engl.: cavity preparation; Oberbegriff für alle Maßnahmen zum
Vorbereiten eines defekten Zahnes für die Aufnahme einer
Füllung nach Entfernung der kariösen Substanzen;
in der Regel auf mechanischem Weg mit rotierenden Instrumenten ("Bohren")
unter Kühlung.
Neben einer möglichst vollständigen Entfernung der
Karies (
Caries profunda) müssen statische und hygienische Kriterien beachtet
werden. Ferner muss bei der konventionellen Füllungstechnik die Form der
Kavität so gestaltet sein, dass
sie der Füllung einen natürlichen Halt (Retentionsform; z.B. sog. "Schwalbenschwanz",
"okklusales Schloss") bietet. So werden z.
B. bei
zweiflächigen Kavitäten der Klasse I+ II (sog.
zweiflächige Approximalfüllung) zusätzlich kariesfreie Fissuren in
der Form eines "Schwalbenschwanzes" für Metallfüllungen (Amalgam,
Gold)
mit einbezogen, um durch Erhöhung der Kippstabilität einem
Herausfallen der
Restauration vorzubeugen.
Minimalinvasive Behandlungsmethoden, verbunden mit einer
Adhäsivtechnik, benötigen in der Regel derartige substanzopfernde Methoden
nicht mehr.
Der Abstand der K. zum
Zahnnerv
hin ("Kavitätenboden", "cavity base") sollte nach Möglichkeit 1
mm und mehr betragen. Bei Werten darunter werden
spez.
Schutzmaßnahmen empfohlen. Zu berücksichtigen ist weiter, dass bei
Milchzähnen andere anatomische Gegebenheiten vorliegen: Die Dicke
des Dentins
ist wesentlich geringer als bei bleibenden Zähnen. Hierdurch kommt es
leichter zu Pulpeneröffnungen/-schädigungen; ebenso gestaltet sich die
mechanische Verankerung "mangels Masse" schwieriger.
Die bei den
alternativen Behandlungsmethoden versprochene schmerzlose K.
(z.B.
Carisolv,
Laser), konnte bisher in der Realität nicht überzeugen; besonders
deshalb, weil nur in den seltensten Fällen auf eine zusätzliche
konventionelle K. verzichtet werden kann.
Kavitätendesinfektion,
Passung,
Pulverstrahlgeräte,
Retention,
sonoabrasive Systeme,
Sonicsys |

|
Kavitätenrand
Restaurationsrand, engl.: cavity margin; Grenzlinie zwischen
intakter, nicht
präparierter
Zahnhartsubstanz (in der Regel der Schmelzoberfläche) und einer
Kavitätenwand; je nach Füllungswerkstoff und
Präparationsart leicht
abgeschrägt
(Kavitätenrandwinkel). Black stellte die Forderung auf, den F. zur
Vermeidung vom Auftreten einer Sekundärkaries in Bezirke zu verlegen, die der
natürlichen oder mechanischen Reinigung leicht zugänglich sind ("Extension
for Prevention"). Diese Forderung wird heute bei einer guten
Mundhygiene
nicht mehr aufrecht erhalten.
Die
Parodontologie fordert zur
Vermeidung
von Zahnfleischerkrankungen (lokaler Reiz der Kavität) den K. oberhalb
des
Gingivalsaumes enden zu lassen.
Abschrägung,
Kavität,
Randschluss,
Ryge Klassifikation
Kavitätenwand
engl.: cavity wall; die seitliche Zahnhartsubstanzbegrenzung einer
Kavität mit ausreichender Stärke, um eine Restauration aufnehmen zu können. Zum
Kavitätenboden hin bilden die Wände - je nach
eingesetztem Füllungsmaterial und Ausdehnung der Karies - einen Winkel, welcher
größer oder kleiner als 90° ist.
Kastenpräparation,
unter sich
gehend
Kavitation
lat. cavitare = aushöhlen, engl.: cavitation; Begriff in der
ZHK von zweierlei Bedeutung:
1.) Defektbildung ("Loch") in der
Zahnhartsubstanz (Schmelz, Dentin) durch
Entkalkung (z.B. Karies)
2.) Bildung von Hohlräumen (Bläschen) durch Druckschwankungen, z.B. durch
Ultraschalleinwirkung. Das plötzliche Implodieren dieser Bläschen erzeugt
einen mechanischen Reinigungseffekt durch Stoßwellen ("akustische Strömung"),
welcher z.B. bei der
Zahnsteinentfernung,
Ultraschallbädern oder
Wurzelkanalreinigung genutzt wird. Weiter werden in der medizinischen
Diagnostik Ultraschall-Kontrastmittel eingesetzt; der kontrastverstärkende
Effekt wird durch gasgefüllte Bläschen erzielt, die durch K. entstehen.
Ultraschallgeräte
Kavosan ™
engl: Sodium perborate; Pulver aus Natriumperoxicarbonat
(Sauerstoffabspaltende Verbindung; setzt
Wasserstoffperoxid frei) und "Korrigentien" zur Herstellung einer
Mundspüllösung. In Deutschland (2009) nicht erhältlich, da der Vertreiber
(Gilette/Oral-B) das Produkt vom Markt genommen hat. Im Ausland u.a. unter dem
Namen Amosan ™.
Natriumperborat,
Peroxid
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KAZGO, historische kassenzahnärztliche
Gebührenordnung;
PREUGO
K+B, K u. B;
Abkürzung für Kronen und Brücken; gebräuchlich für
Verblendkunststoffe bei festsitzendem Zahnersatz ("K+B-Materialien")
kch
auch KCh, K-Ch o. K.-Ch.; zahnärztliche Abkürzung für
konservierend-chirurgisch. Dieser Begriff taucht bei einer (meist
versicherungstechnischen) Abgrenzung zahnärztlicher Leistung auf und umfasst
zahnärztliche Verrichtungen, die in den
konservierenden Bereich (z.B. Füllungen, Zahnstein usw.) und/oder in den
chirurgischen Bereich (z.B. Entfernung eines Zahnes, Injektion) fallen.
Abgrenzung u.a. gegenüber prothetischen oder kieferorthopädischen Leistungen.
Bei vielen Privatversicherungstarifen gehören KCh-Leistungen zum Grundtarif ohne
Wartezeit, während andere Leistungsarten an besondere Bedingungen geknüpft sein
können.
Der Bewertungsmaßstab (
BEMA;
) führt explizit KCh-Leistungen auf.
Die (private)
GOZ, unterteilt hingegen differenzierter.
konservierend-chirurgisch
KCP-Methode (Kinetische Cavitäten
Präparation);
Pulverstrahlgeräte
Kegelzahn, engl.:
cone tooth; unübliche Bez. für
Zapfenzahn
Kegelstumpfinlay
engl.: truncated cone inlay; ähnlich wie bei den
Inserts werden vorgefertigte Keramik-Kegelstümpfe
(Durchmesser 3-4 mm)
adhäsiv in der Kavität befestigt und
der Überstand auf der Kaufläche nach
dem Verarbeiten abgetragen. Wenig gebräuchlich, u.a. zur Reparatur von
zahnärztlichen Arbeiten (z.B. nach
Wurzelkanalbehandlung durch eine fest einzementierter Keramikkrone)
Keramik-Inlay
Kehlkopfreflex
engl.: larynx reflex; reflexartiges Verschließen der Stimmritze und
anschließendem (Aus-)Husten (= pressendes Ausatmen gegen die geschlossene
Stimmritze, welche sich nach entsprechendem Überdruck schlagartig öffnet) als
Reaktion auf eine Kehlkopfreizung (z.B. durch einen
Fremdkörper verursacht).
Physiologisch tritt ein derartiger Reflex durch Senken der Epiglottis
(Kehldeckel) beim
Schluckakt (
Schluckreflex)
und einer Erweiterung der Glottis ("Stimmritze") bei der Ein- und Ausatmung auf.
Keil
Interdentalkeil
Keilexzision
engl.: wedge excision; zu den
Lappenoperationen zählendes keilförmiges Ausschneiden (Exzision)
von Gewebe mit anschließendem straffen
Vernähen der
Wundränder. Bedeutung in der
Parodontalchirurgie und bei der Entfernung von
Lippen-/Wangenbändern.
keilförmige Defekte
scharfkantig begrenzter Verlust von Zahnhartsubstanz im
Zahnhalsbereich, engl.: wedge-sharped defects,
wedge-sharped lesions; unterhalb der
Schmelz-Zement-Grenze auftretend; meist vorkommend an den
Außenflächen von
Eckzähnen und
kleinen Backenzähnen im
Oberkiefer und mit
Rezessionen kombiniert erscheinend. Nach Rückgang des
Zahnhalteapparates über die
Schmelz-Zement-Grenze hinaus, liegt der relativ weiche Wurzelzement
frei und wird durch vielfache Maßnahmen (falsche
Zahnputztechnik ("Schrubben"
und fester Anpressdruck mit dem Borstenkopf; die Kraft der Zahnbürste
auf die Zähne sollte nicht höher sein als die, mit der auf einer
Küchenwaage 150 Gramm angezeigt werden!),
abrasive Zahnpasten, saure Nahrungsmittel usw.) abgebaut. Weitere
Ursache ist eine
spannungsbedingte Überbelastung gewisser Zähne, welche zu
feinen Absprengungen (Schmelzabsprengungen) führt; ==>
.
Folgende Verhaltensmaßnahmen können das Fortschreiten von k.
D. und
Rezessionen verhindern:
Erosion,
horizontales Putzen, Kaukraft,
RCI-Index,
Rezession,
Stillmann-Spalte,
überempfindliche Zähne |

typische Stelle für k. D. ist der obere Eckzahn

|


k. D. und deren Reparatur mit
Komposites ("Zahnhalsfüllung")
|
keimfrei;
aseptisch
Keloid , Narbenwucherung, "überschießendes
Narbengewebe", engl.: do.; gutartig-derbe, nach Hautverletzungen auftretende
Bindegewebswucherung, eine
genetische
Disposition wird vermutet.
Kennedy-Klassen
engl.: Kennedy's categories (classifications); Klassifizierung der
möglichen Lückengebissarten. Die versch. Möglichkeiten von Zahnlücken werden
nach ihrer Lage in 4 Klassen unterteilt:
Kennedy-Klasse I = beidseitige
verkürzte Zahnreihe oder beidseitige
Freiendlücke
Kennedy-Klasse II = einseitig
verkürzte Zahnreihe
Kennedy-Klasse III = seitliche
Schaltlücke
Kennedy-Klasse IV = frontale
Schaltlücke
(über die Mittellinie reichend)
In den einzelnen Klassen erfolgt noch eine Spezifizierung nach der Anzahl der
Lücken. Details siehe Abbildung

Abstützung,
Eichner-Klassen,
Wild-Klassen,
Lückengebiss
Kennlinien
engl.: characteristic line; Oberbegriff für eine Vielzahl von
(virtuellen) Linien und Abständen im Gesicht eines Patienten. Gebrauch
hauptsächlich in der
Voll-Prothetik als "Ideal- o. Durchschnittslinien" bei der
Rekonstruktion von Zahnform und -stellung, der Bisshöhe und der Lage der
Kiefer zueinander bzw. in der
Kieferorthopädie (
Profilanalyse).
Ästhetiklinie,
Ästhetikschablone,
Eckzahnlinie,
Fazialebene,
Frankfurter Horizontale,
Gesichtshorizontale, Kephalometrie,
Kieferlänge,
Kiefermitte,
Kieferprofilfeld,
Lachlinie,
Längen-Breiten-Index,
Lippenschlusslinie,
Mittellinie,
Mundtangente,
Simon Aug-Punkt,
Zentrale |

|
Kenntnisse im Strahlenschutz,
engl.: knowledge in the radiation protection;
Fachkenntnisse im Strahlenschutz
Kephalometrie
Schädelvermessung, anthropologische Kopfvermessung, engl.:
cephalometry; indirekte anguläre und metrische Vermessung des
Schädels aufgrund eines Röntgenbildes
Basiswinkel,
Biomet-Gesicht,
Bipupillarlinie,
Björk Summenwinkel,
Ektomolare,
Endomolare,
Fazialebene,
Fernröntgenbild,
FRS-Analyse,
Gesichtshöhenindex,
Gesichtshorizontale,
Glabella,
Interinzisalwinkel,
Jarabak Gesichtshöhenindex,
Kraniometrie,
MM-Winkel,
maxillofaziales Dreieck,
Merrifield-Winkel,
Messpunkte ,
Mundtangente,
Nasallinie,
Norderval Winkel,
OcP-MP-Winkel,
Oberkieferlänge,
Raphe-Median-Ebene,
Simon Aug-Punkt,
SNA-Winkel,
SNB-Winkel,
Spinaebene,
Tragion,
Unterkieferbasis,
Zentrale
|

Bezugspunkte Schädel u. Weichteile |
Keramik
vom griechischen Keramos = Erde, engl.: ceramic; richtiger:
Schlagwortbez. für keramische Massen bzw. Werkstoffe, meist
nichtmetallische anorganische Materialien, die auf Grund ihrer ausgezeichneter
Eigenschaften (z.B. Gewebefreundlichkeit, natürliches Aussehen, hohe
Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische
Widerstandsfähigkeit) in der
ZHK als Grundlage für künstliche Zähne, zahnfarbene
Zahnersatzarbeiten,
Füllungen und
Implantate dienen. Keramische Massen gelten als Schlüsseltechnologien
für die nächsten Jahrzehnte beim Zahnersatz mit dem Ziel, metallische Werkstoffe
in der Mundhöhle ganz zu ersetzen.
Die physikalischen Eigenschaften keramischer Werkstoffe können durch
Variation des Verhältnisses Pulver/Flüssigkeit beim Anmischen gesteuert werden.
Üblicherweise werden Werkstoffe zur Herstellung vollkeramischer Restaurationen
aus Pulver und Modellierflüssigkeit angerührt, verdichtet und anschließend
gebrannt. Bei Dichte und Porosität ergeben sich signifikante Unterschiede je
nach verwendeter Flüssigkeitsmenge. Allerdings kann keine direkte Korrelation
zwischen Mischungsverhältnis und Porosität festgestellt werden, sodass eine
optimale Anmischung - je nach Produkt - individuell bestimmt werden muss.
Während ein Aufeinandertreffen von Keramik - eigener Zahn zur
Attrition am Schmelz führt, sind Kontakte durch Kunststoffe - eigener Zahn
ohne Schmelzverschleiß; moderne
Presskeramiken liefern ähnliche Werte wie natürlicher Zahnschmelz, hier sind
bei beiden Stoffen annähernd gleiche Werte zu erwarten.
K. ist hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der
natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Die Lichtstrahlen, die in die
Zahnoberfläche eintreten, werden durch die Lichtbrechung der Keramikschichten in
das angrenzende Zahnfleisch weitergeleitet. Dadurch erhält das
Zahnfleisch wie bei den natürlichen Zähnen eine vitale, frisch-rosa Farbe –
es sieht gesund aus. Der Unterschied zu dieser sog. „rosa
Ästhetik“ wird erkennbar im Vergleich mit
metallgestützten Restaurationen, die diese Lichtdurchleitung blockieren und
so die Umgebung "tot" erscheinen lassen.
Eine zahnärztliche
Restauration aus
Vollkeramik überzeugt durch ihre ästhetisch unübertroffenen
Möglichkeiten im Frontzahnbereich; aber auch im
Seitenzahnbereich können Inlays
und
Teilkronen kaum von der natürlichen Zahnsubstanz unterschieden werden. Durch
die Möglichkeit, mit vollkeramischen
Stiftkernaufbauten zerstörte
Zahnstümpfe wieder aufzubauen, lässt sich auch in diesem Bereich durchgehend
vollkeramisch arbeiten. Die glasierte Keramikoberfläche weist eine geringe
Plaque-Retension aus. Dadurch wird im
parodontal geschädigten Gebiss die
Mundhygiene erleichtert, was zu einer verbesserten Prognose. Keramische
Massen finden seit über 200 Jahren in der Zahnheilkunde Verwendung. Erst durch
Anwendung der
Schmelz - Dentin - Adhäsivtechnik ("Klebetechnik") zur Befestigung
der keramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat dieser Werkstoff
zunehmend an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu
Metalllegierungen und
Komposite-Restaurationen dar.
Durch die
Klebetechnik ist es ebenfalls möglich,
minimalinvasiv zu restaurieren - d. h., es ist nicht mehr notwendig, einen
Zahn
aufwändig zu präparieren. So kann substanzschonend gearbeitet werden.
K. werden als "Bio-inert"
bezeichnet. Dabei leitet sich die gute Verträglichkeit aus folgenden
Eigenschaften ab:
unbedenkliche Inhaltsstoffe, wie Oxide von Silizium, Aluminium, Natrium,
Kalium
sehr geringe Löslichkeit, hohe Stabilität im aggressiven
Mundhöhlenmilieu
geringe Tendenz zur
Plaqueanlagerung
keine Interaktionen mit anderen Werkstoffen in der Mundhöhle
keine chemische Zersetzung unter Bildung von giftigen Abbauprodukten
Bei der Anwendung in der
ZHK lassen sich unter werkstoffwissenschaftlichen Gesichtspunkten drei
Gruppen unterscheiden:
- Polykristalline oxidische Keramiken, zu denen im zahnärztlichen
Bereich Al2O3 (Aluminiumoxid, engl.: Alumina;
bekannte Vertreter: In-Ceram Spinell, Alumina, Zirkonia,
Procera Allceram) und in jüngster Zeit auch ZrO2 (Zirkonoxid,
engl.: Zirconia; bekannte Vertreter: Cerec, Cercon, Lava) zählen,
bestehen aus einem Gefüge, dass sich aus einer Vielzahl kleiner Kristalle
zusammensetzt. lm Gegensatz zu anderen keramischen Dentalwerkstoffen setzen
sich diese nur aus einer chemischen Verbindung zusammen und werden daher als
einphasige Werkstoffe beschrieben. Sie werden aus chemisch synthetisierten
oder aufbereiteten Rohstoffen hergestellt, wobei ein Pulver entweder über
verschiedene Pressverfahren oder über Schlickerguss (wässrige Aufbereitung)
zu einem so genannten Grünkörper verarbeitet wird. In der
Dentalindustrie wird meist das Pressverfahren gewählt. Der Grünkörper ist
nach dem Pressen porös und besitzt noch keine Festigkeit. Die Endfestigkeit
wird beim Dichtsintern des porösen Körpers erreicht, dabei schrumpft das
Material - je nach Herstellverfahren - linear um zirka 15 bis 20 Prozent mit
einer entsprechenden Erhöhung der Dichte. Das entspricht einem
Volumenschwund von mehr als 40 Prozent. Eine Befestigung dieser Keramiken im
Mund ("Einzementieren") kann konventionell mit normalen
Befestigungszementen erfolgen.
-
Glaskeramik, engl.: glass ceramic;, bei der ein Glasrohling
erhitzt, in eine Form gepresst und durch einen anschließenden Temperschritt
gezielt auskristallisiert wird. Derartige Systeme (z.B.
Empress™) bezeichnet man werkstoffkundlich als mehrphasig, da sie aus
unterschiedlichen Komponenten (Phasen) mit unterschiedlichen
Zusammensetzungen bestehen (kristalline Bestandteile und eine Glasphase).
Sie sind deutlich zu unterscheiden von Verblendkeramiken, bei denen
größtenteils ungeordnet kristalline Ausscheidungen in einer überwiegend aus
Glas bestehenden Matrix vorliegen. Während bei Glaskeramiken eine Reihe von
physikalischen und mechanischen Eigenschaften gezielt eingestellt werden
kann, ist dies bei Verblendkeramiken nur für die Anpassung des
Ausdehnungskoeffizienten der Fall. Bezeichnungen wie "Low Fusing" beziehen
sich eher auf das
Viskositätsverhalten beziehungsweise das Sinterverhalten des Glases
(oder der Verblendkeramik) in Abhängigkeit zu der Aufbrenntemperatur und
nicht auf eine tatsächliche physikalische Eigenschaft. Eine
Befestigung dieser Keramiken im Mund ("Einzementieren") erfolgt in der Regel
adhäsiv mit speziellen Klebern, um eine ausreichende Festigkeit zu
erhalten.
- Infiltrierte Keramiken, bei denen ein poröses vorgesintertes
Gerüst aus einem oder mehreren Oxiden eines gepressten Formkörpers mit einem
Mehrkomponentenglas infiltriert werden. Auch solche Systeme sind unter den
oben genannten Aspekten als mehrphasig zu bezeichnen.
Die Befestigung vollkeramischer Restaurationen ist eine weitgehend
komplexe Technik in mehreren Schritten, bei der verschiedene Materialgruppen zur
Anwendung kommen. Zwei unabhängige Interfaces werden durch das
Befestigungsmaterial miteinander verbunden. Auf der Zahnseite werden moderne
Adhäsiv-Systeme benötigt, um das Befestigungsmaterial mit Schmelz und Dentin
zu verbinden. Auf der Keramikseite helfen spezielle Ätz- und Coating-Verfahren,
einen mikromechanischen und chemischen Verbund zwischen Befestigungsmaterial und
Keramik zu etablieren. Heute verfügbare Zemente werden in
komposit- bzw.
glasionomerzementbasierte Materialien eingeteilt.
Zur Geschichte der Keramik (nach Prof. G.Scharr /
Rostock):
20.000 – 4.000 v.Chr. Tongefäße, Lehmziegel
750 v.Chr. Dachziegel
um Chr. Geburt Massenherstellung, Römer: Öllampen (erste techn.
Keramik) Fensterscheiben aus rohem Glas
1708 Joh. Friedrich Böttger: europäisches Pozellan
1808 Herstellung von Zahnersatz
1887 Bayer-Verfahren: Gewinnung von Al2O3
1892 Acheson-Verfahren: Herstellung von SiC
1928 Patent für stabilisiertes ZrO2 (Degussa)
1949 Oxidkeramische Schneidwerkzeuge
1952 keramische Fasern
1965 Keramikplatten als Hitzeschild für
Weltraumfahrzeuge
1968 Heißisostatpresse
1969 Gelenkprothesen aus Al2O3-Keramik (USA)
1975 BMFT-Programm, PKW-Gasturbine
1979 BMFT-Programm, Otto-und Dieselmotor
1985 BMFT-Programm, Materialforschung
1988 Keramischer Supraleiter
Befestigungszement,
Biokompatibilität,
Cerasorb,
Cercon,
Chipping,
Glanzbrand,
Hybridkeramik, Kaolin,
Keramikschulter,
Leuzit,
Oxidkeramik,
Porzellan,
Presskeramik,
Sintern,
Vakuumbrand,
Zirkonoxid.
Keramik-Inlay
Keramikinlay, "Porzellaninlay, engl.: ceramic inlay;
in einem
zahntechnischen Labor hergestellte oder aus
Industriekeramik (z.B.
Celay™,
Cerec™)
herausgeschliffene zahnfarbene Einlagefüllung zur kosmetisch
optimalen Versorgung eines füllungsbedürftigen Zahns.
Einsatzgebiete und Vorteile für ein K.-I. sind:
hohe ästhetische Ansprüche im
Seitenzahnbereich
nachgewiesene
Allergie gegen Metalle oder Amalgam
Amalgamphobie
gute
Mundhygiene
substanzschonendere Präparation
hervorragende
Ästhetik
ausgezeichnete
Biokompatibilität
hohe mechanische und schmelzähnliche
Abrasionsfestigkeit
geringe Wärmeleitfähigkeit
Elastizitätsmodul ähnlich dem
Schmelz
beste Form- und Farbbeständigkeit
unproblematisch in unmittelbarem Kontakt mit
anderen Materialien
geringe
Plaqueanlagerung
Dagegen sprechen:
Bruxismus und andere
Parafunktionen
nachgewiesene
Allergie gegen Komposite oder einen der Bestandteile
der Zahnist schon sehr angegriffen, d. h. wenig ätzbarer Schmelz
vorhanden
absolute Trockenlegung mittels
Kofferdam nicht möglich
Gefahr des erhöhten Abriebs der Gegenzähne (Antagonisten)
hohe Kosten (zwischen 400,- und 600,- €)
große Schichtstärken nötig; deshalb bei jugendlichen Pat. häufig nicht
möglich
Einsetzen mit
Komposite (Fuge?)
bisher noch keine ausreichenden Langzeiterfahrungen für dentinbegrenzte
Restaurationen (s.u.)
Um einen guten Verbund mit dem Zahn zu
erzielen (
Randschluss), hat sich ein
Bonding des Dentins in Kombination mit einem
Kunststoffzement bisher am besten bewährt (sog. "adhäsive
Befestigung"); der Raum zwischen K. und Zahn wird als
Fuge bezeichnet (die Größe der Fuge sollte den Wert von 175 µm nicht
überschreiten).
Das
Langzeitverhalten der K. ist bisher (2006) noch nicht
hinreichend untersucht (z.B. Studien jenseits der 10-Jahres-Marke). Von
der Physik her sind die K. im Gegensatz zu metallischen
Inlays
bruchgefärdet, vor allem dann, wenn es sich um fein auslaufende
Strukturen handelt.
Amalgamalternativen,
Befestigungszement,
CAD/CAM,
Empress,
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im
Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten,
Hybridkeramik,
Kegelstumpfinlay,
Keramik,
Komposit-Inlay,
Vollkeramik,
.
Füllungen (siehe
unter Artikel Index - Ordner - Füllungen)
|

Inlay-Brücke
© der untern Grafik:
Bildquelle:
ZT Kimmel/Noll

Ersatz alter
Amalgamfüllungen
durch
Empress™-
Presskeramik
© der Grafik:
|


Inlay
überarbeitet nach ©
|
Keramikkrone,
Keramikmantelkrone, Porzellankrone;
Jacketkrone
Keramikverblendung, engl.:
porcelain coverage; Verblendung (Überzug) eines metallischen Gerüstes
mittels keramischer Massen;
Metallkeramik
Keratinisationsindex
IK, Verhornungs-Index, engl.: keratinization-index; nicht
unterteilte Messzahl für den Grad der Verhornung von bestimmten Teilen der
Mundschleimhaut. Bestimmung durch die Exfoliationsdiagnostik; ausgewertet
wird das Verhältnis kernloser Hornschollen der Schleimhaut zu allen Zellen.
Dabei gilt grob:
Verminderung der Verhornung = Anzeichen einer
Entzündung
Vermehrung der Verhornung = Anzeichen für eine verstärkte
Keratinisierung, z.B. bei einer
Leukoplakie
Index
Keratozyste
Primordialzyste, engl.: (odontogenic) keratocyst; Lage:
zahntragender Kieferabschnitt oder distal des
Weisheitszahnes, bevorzugt im Unterkiefer. Sie besteht aus
mehrschichtigem Plattenepithel und neigt zur Bildung von Tochterzysten;
gehäufteres Auftreten bei Syndromen (z.B. Gorlin-Goltz-Syndrom).
K. und auch die glandulären odontogene Zyste ("Speicheldrüsenzyste")
zeichnen sich durch aggressiveres Wachstum aus, sind dementsprechend
schwieriger zu entfernen und neigen auch häufiger zu
Rezidiven.
Vorkommen bei Männern häufiger als bei Frauen mit einer Bevorzugung
zwischen dem 2. u. 5. Lebensjahrzehnt. Röntgenologisch besteht teilweise
eine schwierige Differenzierung zur
follikulären Zyste.
Basaliom,
Dentitionszyste, Inzisivuscyste,
Zyste |

|
Kerkhoff Paste
engl.: Kerkhoff's paste; früher gebrauchte Pastenmixtur aus
Calciumhydroxid (Ätzkali), Kaolin (Bolus alba) und Glycerin zur
medikamentösen Einlage in entzündete
Zahnfleischtaschen
Kerma
Dosisgröße in der
Radiologie;
zusammengesetzt aus Kinetic Energy released per unit mass or Kinetic Energy
released in matter.
Die
SI-Einheit der K. ist das
Gray (Gy)
entspr. Joule/kg. Die Größe der K. ist vom bestrahlten Medium abhängig
und beschreibt die in einem bestrahlten Stoff freigesetzte Gesamtenergie. Sie
wird nur bei indirekt ionisierender Strahlung (Neutronen, Photonen) in einem
Volumenelement eines Materials und seiner Masse, z.B. Wasser, Luft, berechnet
oder gemessen.
Kernkrone
engl.: core crown; der
Fingerhutkrone ähnliche
Stiftkrone:
der Wurzelkanalstift mit metallischem Aufbau wird in einem ersten Schritt
definitiv in den Zahn eingesetzt. In einem zweiten Arbeitsgang wird die Krone
(meist eine
Voll-Keramik-Krone) dann auf diesen Unterbau ("Kern")
aufzementiert.
Davis Krone,
Krone,
Stiftaufbau
Kernspintomographie
Kernspinresonanztomographie, Kernspin, NMR o.
MR-Tomographie,
engl.: nuclear magnetic resonance imaging; ist ein
bildgebendes Verfahren einzelner Körperteile ohne den Einsatz von
Röntgenstrahlen. Dabei benutzt man den Drehimpuls eines Atomkerns
(sog. "Kernspin"), welcher durch ein abgestimmtes Magnetfeld erzeugt
wird. In einem komplizierten Verfahren wird durch einen Computer die
Objektstruktur als Schicht oder dreidimensionale Darstellung
wiedergegeben. Haupteinsatzgebiet in der
ZHK sind Untersuchungen von Weichgewebe (Tumordiagnostik) und die
Darstellung des Kiefergelenks (Discus).
Zähne ergeben nur schwache, diagnostisch nicht auswertbare Signale;
optischer Abdruck - digitale Abformung
Die Entwicklung dieser Technik wurde 2003 mit dem Nobelpreis für Medizin
ausgezeichnet. Dank neuer Entwicklungen ist es neuerdings (2003)
möglich, innerhalb 20 Minuten von der Schädelbasis bis in den Bereich
der Unterschenkel in einem Untersuchungsgang den gesamten Körper
abzubilden. Mit der Ganzkörperkernspintomographie können krankhaften
Veränderungen des Lymphsystems und insbesondere der Lymphknoten
nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden. Auch Erkrankungen des
Skelettsystems, insbesondere entzündliche Veränderungen,
Tumorabsiedlungen, aber auch Traumafolgen können erkannt werden.
Arthrographie,
bildgebende Verfahren,
Magnetfeldresonanztomographie,
Röntgenologie,
Schichtaufnahme,
Sonographie,
Knochenszintigraphie,
Tomographie (CT),
|
 |
Kerr
Robert McNab, 1870-1960, vielseitiger US-amerikanischer Zahnarzt; bekannt vor
allem nach von ihm entwickelten
Abdruckmassen (Kerr Perfection Impression Compound),
Instrumenten zur
Wurzelkanalbehandlung (Kerr-Bohrer,
Kerr-Feile, Kerr-Reamer,
Kerr-Reibahle) und einem
Calciumhydroxid-haltigen Medikament zur
direkten Überkappung (Kerr-Life®)
Ketac-Silver
®
durch glasgesintertes Silber (um metallbedingten
Mundkorrosionen zu vermeiden) modifizierter
Glasionomerzement (GIZ). Material zum Aufbau von verloren gegangener
Zahnsubstanz (
Aufbaufüllung) in der Prothetik und für definitive Füllungen in der
Kinderzahnheilkunde verwendet. Der Name "Ketac" ist eine Wortschöpfung aus Alkin
(Alken) und befestigen (attach)
Behandlung von Milchzähnen
K-Feile
Kerr-Feile, K-Bohrer, engl.: K-file; mit spiralförmigen
Schneiden (Anstiegswinkel ca. 45°) ausgestattetes Handinstrument zur schabenden
Wurzelkanalaufbereitung

Reamer,
Wurzelkanalinstrumente
Kfo; Abk. von
Kieferorthopädie
KG;
Abk. von
Kiefergelenk
Kiefer; engl.: jaw; Teil des
Gesichtsschädels;
Unterteilung in Oberkiefer (
Maxilla) und Unterkiefer (
Mandibula), welche beweglich zueinander angeordnet sind. Da er in der Regel
bei den meisten Wirbeltieren zur Nahrungsaufnahme dient, weist er
Zähne oder
zahnartige Gebilde auf.
Os invisivum
(Zwischenkiefer)
Kieferbasis
Wurzelgrund, engl.: jaw base; mit Unterteilung in
apicale und skellettale Basis (Basalbogen).
Die Kieferbasislänge findet vor allem in der kieferorthopädischen
Diagnostik bei Jugendlichen Anwendung. Deshalb beziehen sich hierbei Messungen
immer nur bis in das Gebiet der
Sechsjahrmolaren
Abweichung,
apicale Basis,
Arch Length Discrepancy (ALD),
Basiswinkel,
Zahnbogenlänge
Kieferbasiswinkel
ML/NL, Norm 23,5° +/- 3°, engl.: jaw base angle; Neigungsgrad der
Unterkieferbasis (ML-Ebene) relativ zur Oberkieferbasis (NL-Ebene). Dieser
Winkel gibt Auskunft über die vertikale basale Relation. Große Winkel sind
in der Regel mit einem
skelettal
Offenen Biss, kleine Winkel mit einem skelettalen
Tiefbiss
vergesellschaftet.
apicale
Basis
Kieferbogen-Syndrom
Dysostosis mandibulofacialis, engl.: mandibulofacial dysplasia;
genetische
Fehlbildung durch Fehlentwicklung des 1. Kiemenbogens u. der 1. Kiemenfurche.
Neben einer Unterentwicklung der Kiefer sind u.a. die nach außen-unten
verlaufenden ("antimongoloiden") Augenlidspalten charakteristisch.
Franceschetti-Syndrom, Kiemenbogen
Kieferbruch
Kieferfraktur, engl.: broken jaw, jaw fracture. Es
erfolgt eine grobe Unterteilung in:
- einfacher o. geschlossener o. unkomplizierter
Kieferbruch (simple fracture)
der Kieferknochen ist gebrochen oder angebrochen (
Infraktur), es besteht keine Verbindung (direkt oder indirekt)
zur
Mundhöhle
- komplizierter o. offener Kieferbruch (complicated
fracture)
der Bruchspalt hat Verbindung zur Körperoberfläche (Mundhöhle o.
außerhalb der Mundhöhle), oder er liegt innerhalb der
Zahnreihen oder es befindet sich ein Zahn im Bruchspalt. Da bei
dieser Art die Infektionsgefahr von außen groß ist, bedarf die
Heilphase in der Regel am Anfang einer
antibiotischen Abschirmung (
Bruchspaltabszess)
-
Verrenkungsbruch
Luxationsfraktur
- Stauchungsbruch
Stauchungsfraktur
-
iatrogener Kieferbruch (iatrogenic fracture)
durch ärztliche Einwirkung auftretender K.; dieser tritt
entweder dann auf, wenn bei chirurgischen Maßnahmen - in der Regel bei der
Entfernung eines
Weisheitszahnes - zu viel Kraft aufgewandt wurde, und/oder durch
Knochenrückgang und ungünstiger Lage des Zahnes eine starke
Schwächung des Kiefers eingetreten ist, die den chirurgischen
Maßnahmen nicht mehr standhält.
- Mitunter können auch unbehandelte Tumoren (gut-/bösartig) den
Kieferknochen soweit auflösen, dass unter Belastung (Kauen) eine
Spontanfraktur (pathologic fracture) auftritt (s. Abb.
Weisheitszahn-Zyste)
Sichere Zeichen für eine Kieferfraktur sind eine ertastbare
Beweglichkeit der Bruchstücke (Fragmente) zueinander, eine
Fehlstellung (Dislokation)
des frakturierten Fragments, "Reibegeräusche" (Krepitation)
und im Röntgenbild eine meist scharf begrenzte Bruchlinie (schwarze
Linie, sog. "Aufhellungslinie"). Zusätzlich befinden sich im
Frakturbereich eine Schwellung, Schmerzen unter Funktion
und - besonders im Oberkiefer - ein
Hämatom. Als Begleitsymptom kann eine Gehirnerschütterung (
Commotio) vorhanden sein.
Im Kieferbereich selten vorkommend ist die Impressionsfraktur
(engl.: depressed fracture), bei welcher der Knochen flächenhaft
nach innen gedrückt wird. Bevorzugtes Gebiet ist das Schädeldach bei
Gewalteinwirkungen durch Hammerschlag, Stoß oder Prellschuss.
S. Storzersagt zur Statistik (1999, 181 Pat.) folgendes:
"Die Patienten waren durchschnittlich 36,4 Jahre alt, 76% der Patienten
waren männlich, 24% weiblich. Die meisten Patienten waren Arbeiter,
Schüler oder Angestellte. Unfallursache war bei 41% der Straßenverkehr,
Rohheitsdelikte kamen mit 16% an zweiter Stelle, Unfälle im Haus und
Garten an Dritter (13%). Bei beiden Geschlechtern sind Verkehrsunfälle
die häufigste Unfallursache. Während des Unfalls waren 22% der Patienten
alkoholisiert. Insgesamt zogen sich 181 Patienten 338
Gesichtsschädelfrakturen zu, was durchschnittlich 1,9 Frakturen pro
Patient entspricht.
Jochbeinfrakturen kamen am häufigsten vor (78), gefolgt von den
Collumfrakturen (condylar neck fracture) (57) und den
Orbitabodenfrakturen (34)."
Je nach Art und Schwere des K. gibt es versch.
Behandlungsmethoden:
- konservative Versorgung durch Einsetzen von ganzen oder
geteilten Kappenschienen
im Ober- und/oder Unterkiefer. Während der Heilungsdauer (ca. 5-6
Wochen) Ruhigstellung der Fragmente. Dabei sind unter Umständen erheblich
Behinderungen bei der Nahrungsaufnahme in Kauf zu nehmen - dafür
braucht keine Eröffnung des Kiefers zu erfolgen ("unblutige
Therapie")
- operative Versorgung durch Rückstellung (Reposition) und
miteinander Verankern (Fixation) innerhalb eines chirurgischen
Eingriffs (" unter Sicht"). Zur Fixation können Drahtnähte
(Drahtosteosynthese), Drahtumschlingungen (circumferential wiring),
Metallplatten oder Knochenschrauben Verwendung finden. Relativ
rascher Gebrauch (Nahrungsaufnahme) wieder möglich;
Osteosynthese
- funktionelle Versorgung durch
Aktivator-ähnliche Geräte. Haupteinsatzgebiet ist hierfür die
Fraktur des Kiefergelenksköpfchens (Kollumfraktur)
- Notschienung;
z.B.
Sauer Notverband
Abscherfraktur, Bruchspaltabszess,
Collumfraktur,
Condylus,
Defektfraktur,
Fixierungsschiene,
Grünholzfraktur,
Impressionsfraktur,
Kiefergelenkaufnahme, Kinnschleuder,
Knochenregeneration,
Knochenszintigraphie,
LeFort,
Luxation,
Okklusalaufnahme,
Osteosynthese,
Pseudoarthrose,
Spontanfraktur,
traumatische Zahnverletzungen,
Unterkieferbruch,
Vincent-Symptom,
Zuggurtung |

Lokalisation und prozentuale
Verteilung der
Unterkieferfrakturen

mehrfacher
Unterkieferbruch mit Notschienung
|

festsitzende ("konservative") Therapie
|
Kieferdehnung
engl.: jaw expanding; in der
Kieferorthopädie gebräuchliche Methode zur Vergrößerung des Zahnbogens
mittels
festsitzender o.
herausnehmbarer Apparaturen zur Behandlung des
Zahnengstandes bei zu kleinem Kiefer. In extremen Fällen zusätzliche
chirurgische Intervention.
Gaumennahterweiterung,
Kompressionsanomalie
Kieferdreieck;
Bonwill-Dreick
Kieferfrakturen, Gesichtsfrakturen,
engl.: maxillofacial fractures; == >
LeFort, Kieferbruch
Kiefer-Gaumenspalte; engl.:
gnathopalatoschisis;
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Kiefergelenk
Articulatio temporomandibularis, engl.: temporomandibular
joint, TMJ; einziges im Körper vorkommendes Gelenk, welches
gleichzeitig eine Dreh- und eine Gleitbewegung durchführen
kann (Doppel-Ovoid-Gelenk). Es wird gebildet aus einer Grube im
Schläfenbein und dem
Condylus des Unterkiefer-Gelenkfortsatzes. Diese beiden Knochen sind
durch die aus Faser-Knorpel bestehende Gelenkscheibe (
Discus) voneinander getrennt. Insofern besitzt das K.
zwei Gelenkkammern: die obere wird durch die Fossa articularis, die
untere durch den
Kondylus
(Caput mandibulae) begrenzt; dazwischen befindet sich der
Discus.
In der oberen Gelenkkammer findet die Gleitbewegung, in der unteren eine
Rotationsbewegung um eine
transversale Achse bei der reinen Mundöffnung und um eine Längsachse
bei der Seitwärtsbewegung (Laterotrusion)
statt. Die Beweglichkeit in der oberen Kammer beträgt etwa 1,5 , in der
unteren etwa 3,5 Zentimeter. Die häufigste Störung innerhalb der oberen
Gelenkkammer ist eine teilweise oder totale Diskusverlagerung nach
anterior.
Bei der
Mundöffnung erfolgt zuerst ein reines Drehen (sog.
Rotationsbewegung um die horizontale
Scharnierachse), welches bei weiterem Öffnen über eine kombinierte
Dreh-Gleit-Bewegung mit einer
Gleitbewegung endet;
Bennett-Bewegung.
Die Unterkieferbewegungen dienen nicht nur der
Mastikation, also dem Kauen und Schlucken. Diese werden auch bei
nicht-mastikatorischen motorischen Prozessen des orofazialen Systems,
wie etwa beim Sprechen, Singen, Gähnen oder bei mimischen
Ausdrucksformen durchgeführt. Die funktionellen Unterkieferbewegungen
sind stets Kombinationen mehrerer Hauptbewegungen, wie der Öffnungs- und
Schließbewegung (Abduktion und Adduktion), der Vor- und
Rückschubbewegung (Protrusion
und
Retrusion) sowie der Seitwärtsbewegung (Laterotrusion).
Eine einwandfreie Stellung der Kiefergelenke hängt von einer optimal
funktionierenden
Okklusion und entspannter Kiefermuskulatur ab. Fehlstellungen führen
in der Regel zu
Kiefergelenkbeschwerden
Arbeitsgelenk,
Arthrographie,
Bennett-Bewegung,
Bennett-Winkel,
Bisssperre,
Botulinustoxin,
CMD,
Collumfraktur,
Condylus,
Deviation,
Discus,
Diskusverlagerung,
Eminektomie,
Funktionsanalyse,Funktionsorthopantomogramm,
Gelenkbahn,
Gerber,
Hippokrates-Handgriff,
Kiefergelenkaufnahme,
Kiefergelenkbeschwerden,
Kiefergelenkluxation,
Kondylenbahnwinkel,
Lauritzen-Griff,
Luxation,
Öffnungskurve,
Okklusion,
Pantographie,
Protrusionsbahn,
Registrierung,
Scharnierachse,
stomatognathes System,
Subluxation,
TMD,
Translation,
Unterkieferbewegung,
Zentrik.
. |


schematische Darstellung
des Gelenks mit dem
Tuberculum articulare

Drehungen um und
Bewegungen mit der
Scharnierachse
|
Kiefergelenkagenesie
engl.: mandibular joint agenesia; seltene,
angeborene
Erkrankung mit völligem Fehlen der
Kiefergelenke; zum Formenkreis der
Dysostosen gehörend;
Agenesie
Kiefergelenkarthrose
Kiefergelenksankylose, engl.: mandibular joint arthrosis o.
ankylosis; einseitig ("Mundschiefstand") oder bei beiden Kiefergelenken
auftretende - meist schmerzlose - Veränderung des Gelenks mit mehr oder weniger
starker Einschränkung der
Mundöffnung bis hin zur vollständigen
Kieferklemme. Ursache ist bei
einer Arthrose
in der Regel primär nicht eine Schädigung des Gelenkknochens, sondern des
Gelenkknorpels (Diskus)
als Folge einer Verletzung, häufiger Kieferverrenkungen (Luxationen),
angeborene Entzündungen des Kiefergelenks oder chronischen Entzündungen im
Gelenk. Die eingeschränkte Mundöffnung ist Folge einer Schonhaltung mit einer
Abweichung zum kranken Gelenk hin (sog.
Bonnet Schonstellung). Sie äußert sich weiter - individuell unterschiedlich
- durch Reibe-, Knack- und Knirschgeräusche beim Öffnen und Schließen des
Mundes. Als Begleitsymptome können wegen mangelnder Mundhygiene und
Selbstreinigung durch den Kauakt vermehrt
Karies und
Zahnfleischerkrankungen auftreten.
Bei der Kiefergelenkarthritis kommt es als Folge einer akuten
Entzündung
zu Schmerzen im Kiefergelenk bei
Öffnungsbewegungen, mit zusätzlichen Kopf- oder Ohrenschmerzen, die
Bonnet Schonstellung ist stärker ausgeprägt; die Nahrungsaufnahme ist häufig
massiv erschwert.
Eine primäre Behandlung erfolgt zumeist mit
Aufbiss-Schienen. In neuerer Zeit werden zunehmend minimal-invasive Eingriff
in Form einer Arthroskopie zur Schmerzmilderung/-beseitigung
durchgeführt, da die Therapie mit Schienen oder eine Physiotherapie nicht immer
erfolgreich sind.
Ankylose,
Myoarthropathien
Kiefergelenkaufnahme
engl.: mandibular joint (o. temporomandibular) radiograph;
röntgenologische Darstellung eines oder beider
Kiefergelenke mittels versch.
Techniken (s. Abb.):
- nach Parma
klassische Aufnahmetechnik, bei welcher die Röntgenröhre mit
Kurztubus oder ohne
Tubus ganz an das gesunde Kiefergelenk gesetzt und transversal
(Projektion zum anderen Kiefergelenk hin) geröntgt wird. Durch diese
Technik kommt es zu so einer starken Vergrößerung des tubennahen
Gelenks, dass dies auf der Röntgenaufnahme nicht mehr zu erkennen
ist; das filmnahe Gelenk ist nur leicht vergrößert dargestellt.
Dargestellt werden der
Condyluskopf, der Gelenkhals und Teile des
aufsteigenden Unterkieferastes. Der Mund ist bei der
Aufnahmetechnik geöffnet - der Öffnungswinkel bestimmt, wie der
Condylus im Bezug zum
Tuberculum articulare dargestellt wird.
Entscheidender Nachteil ist die hohe lokale
Strahlenbelastung durch Verwendung eines
Kurztubus
- nach Schüller
auch: modifizierte Felsenbeinaufnahme nach
Schüller. Dabei wird der Kopf des Patienten seitlich fixiert,
indem das
Jochbein (os zygomaticus) direkt an der Filmkassette anliegt und
sich die
Sagittalebene des Kopfes parallel dazu befindet. Der
Zentralstrahl tritt etwa 3 Zentimeter oberhalb des äußeren
Gehörgangs der gegenüberliegenden Seite mit einem Winkel von 30° ein
und verläuft schräg
kaudal und dorsal durch das aufzunehmende Kiefergelenk. Der
Aufnahmeschwerpunkt dieser transkraniellen und technisch schwierigen
Darstellung liegt in der Beurteilung von Form, Oberflächengestalt
und Struktur des
Condylus
- nach Clementschitsch
auch: okzipitofrontale Aufnahme.;
sagittale Röntgenaufnahme. Diese wird bei maximaler
Mundöffnung durchgeführt und der
Zentralstrahl ist z.B. von der Nackenmitte her zur Nasenwand
gerichtet. Mit dieser Projektion erfolgt eine symmetrische
Darstellung beider Kiefergelenke und Unterkieferäste
-
Funktionsorthopantomogramm
-
Panoramaschichtaufnahme (OPG)
Darstellung fast aller Kieferbereiche. Da diese Technik aber nicht
speziell für Kiefergelenksaufnahmen entwickelt wurde, kann es auf
den Bildern gern zu Überlagerungen im Bereich der Kiefergelenke
kommen. Auch spez. Einstellungstechniken bringen unbefriedigende
Ergebnisse. Dagegen gute Darstellung des aufsteigenden Astes - z.B.
zur Diagnose von
Collumfrakturen ;
- Die
Magnetfeldresonanztomographie gilt heute als
Goldstandard in der
Kiefergelenks-Diagnostik,
wenn auch die
Sonographie Vorteile bezüglich der Kosten, Verfügbarkeit und
Anwendbarkeit bietet. Beide Verfahren arbeiten ohne
Röntgenstrahlen.
-
Digitale Volumentomographie - DVT
wenn auch mit dieser aufwändigen Technik eindeutig bessere
Ergebnisse der knöchernen Strukturen als mit den herkömmlichen
Mitteln (nach Parma u. Schüller) erzielt werden, so ist keine
Darstellung der Weichteilgewebe (z.B.
Discus)
möglich.
|

|
Kiefergelenkbahn, engl.: condylar
path;
Gelenkbahn,
Kondylenbahn
Kiefergelenkbeschwerden
Kiefergelenkerkrankungen; temporomandibular joint diseases or
disturbances; Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Dysfunktionen des
Kiefergelenks. Unterscheidung in:
primäre Kiefergelenkerkrankungen: wie eine
Arthritis durch Infektion aus dem bakteriellen bzw. rheumatischen
Formenkreis (Patienten mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
berichten häufiger über Probleme mit dem Kiefergelenk als solche ohne derartige
Erkrankung), oder Befall durch Tumore im Gelenkbereich, Verletzungen,
Entwicklungsstörungen;
Kiefergelenkarthrose
sekundäre Kiefergelenkerkrankungen: auf Grund von
Funktionsstörungen bzw. Fehlstellungen
Beide Formen können bei Nichtbehandlung zu einer dauerhaften Schädigung des
Gelenks (Arthrose,
Ankylose) führen
Beiden Formen gemeinsam ist - neben Schmerzen unter Funktion - eine
Einschränkung der
Mundöffnung.
Diagnostisch ergeben sich dabei häufig wegen der Komplexheit der
Strukturen im Schädelbereich Probleme: Nur durch eine klinische Untersuchung
allein kann keine präzise Aussage über den Zustand des Kiefergelenks gemacht
werden; es stehen deshalb verschiedene zusätzliche Verfahren zur Verfügung:
Arthrographie, (Computer-)Tomographie,
Sonographie und
Magnetfeldresonanztomographie (MRT, MRI). Die
Magnetfeldresonanztomographie gilt heute als
Goldstandard in der Kiefergelenks-Diagnostik,
wenn auch die
Sonographie Vorteile bezüglich der Kosten, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit
bietet. Beide Verfahren arbeiten ohne
Röntgenstrahlen.
Ankylose,
Äquilibrierungsschiene,
Arthrographie,
Bonnet
(Schon-)Stellung,
CMD,
Deviation,
Eminektomie,
Funktionsanalyse,
Gerber,
Heilanästhesie,
Helkimo-Index (Mobilitätsindex),
internal derangement,
Kiefergelenkgeräusche, Kiefergelenkluxation,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
Luxation,
Magnetfeldresonanztomographie,
Registrierung,
Scharnierachse,
stomatognathes System,
Subluxation,
TENS,
TMD,
Unterkieferbewegung
Kiefergelenkbruch,
Kiefergelenkfraktur , engl.: condylar
process fracture, (mandibular) condyle fracture;
Collumfraktur,
Kieferbruch,
Unterkieferbruch
Kiefergelenkgeräusche
engl.: clicking (jaw), (TMJ)-Popping, (TMJ)-Clicking;
Unterteilung in Kiefergelenkknacken und dem während der gesamten
Öffnungsbewegung bestehenden Kiefergelenkreiben. Weitere Unterteilungen
beim Knacken beziehen sich auf das Auftreten während der Öffnung (am Anfang,
mitten drin o. Ende), den Klang bzw. auf Seitwärtsbewegungen. K. sind
meist Ausdruck von degenerativen Erkrankungen der Gelenke mit unterschiedlichen
Ursachen aus dem
cranio-mandibulären Formenkreis (z.B. Fehlbelastung der Zähne o. der
Muskulatur) und müssen nicht unbedingt von Schmerzen begleitet sein. Die
Knackgeräusche selbst stammen meist von einem Überspringen des Diskus allein o.
mit dem Gelenkköpfchen aus der Gelenkpfanne bzw. über das Tuberculum articulare.
Die Geräusche bedürfen aber nicht in jedem Fall einer Behandlung. Mit einer
genauen
Analyse des Gebisssystems sollte aber die Ursache ermittelt werden um
entscheiden zu können, ob eine Therapie anzuraten ist.
Je später ein Knacken bei der Mundöffnung auftritt, umso aufwendiger und
problematisch ist dessen Behandlung. Hauptursache für das Knacken ist das
Ligamentum laterale, welches eine Verstärkung der seitlichen Kiefergelenkskapsel
ist.
CMD,
Funktionsanalyse
Kiefergelenkknacken, engl.: crackling
jaw, temporomandibular joint click;
Kiefergelenkgeräusche
Kiefergelenkkontusion
engl.: temporomandibular joint contusion; durch Gewalteinwirkung
hervorgerufene Quetschung des
Discus articularis
und von knorpeligen Anteilen des Gelenkköpfchens, häufig verbunden mit einem
Hämatom in der
Gelenkkapsel und einer eingeschränkten
Mundöffnung
Kiefergelenkköpfchen, Capitulum
mandibulae ;
Condylus,
Kiefergelenk
Kiefergelenkluxation
Kieferluxation, engl.: mandibular dislocation,
temporomandibular joint dislocation; Lageveränderung (Dislokation) eines
nicht gebrochenen
Kondylus aus seiner Gelenkgrube heraus;
einseitig oder beidseitig auftretend. Unterteilung in:
fixierte Luxation: die Rückkehr des
Condylus in
seine ursprüngliche Lage wird verhindert; meist als Folge eines
Traumas
vorkommend. Die dadurch bedingte Kiefersperre (Kieferklemme)
macht einen Mundschluss unmöglich
rezidivierende Luxation: wiederholte K. innerhalb eines kürzeren
Zeitraums, meist bedingt durch eine Schwäche der Gelenkkapsel (
habituelle
Luxation)
persistierende Luxation: beschreibt einen lang anhaltenden Zustand des
Condylus
außerhalb der Gelenkpfanne, welcher schließlich zu bleibenden Schäden führt.
Luxation,
Subluxation,
Verriegelungsoperation
Kiefergelenkscheibe, engl.: articular
disc;
Discus
Kiefergriff,
Kieferhandgriff,
engl.: jaw manipulation o. movement;
Kappeler Handgriff bzw.
Hippokrates-Handgriff
Kieferhöhle
KH, Sinus maxillaris, Highmore Höhle, größte
der Nasennebenhöhlen NNH (weitere Nebenhöhlen: Stirn-, Siebbein-,
Keilbeinhöhle), engl.: maxillary sinus, antrum of Highmore;
mit den Eigenschaften:
Form: auf die Spitze gestellte Pyramide
Spitze ragt auf das Gebiet der Zahnwurzeln des Oberkiefers
da sie nur im Bereich Ihres Daches eine Verbindung zur Nasennebenhöhle
aufnimmt, können sich langwierige, schmerzhafte Entzündungen in den
mittleren Abschnitten entwickeln
Sie ist eine benachbarte Höhle zur
Mundhöhle. Sie wird von dieser nur durch einen dünnen schwammigen
(spongiosen) Oberkieferknochen getrennt. Häufig ragen Zahnwurzeln der
Molaren in sie hinein (
Kieferhöhlenperforation)
Zum Geburtszeitpunkt ist die KH nur minimal ausgebildet. Sie wächst erst
während des Wachstums durch zunehmende Pneumatisierung und erreicht mit
12 J etwa die Hälfte des Erwachsenen.
Ein natürlicher Zugang zur KH besteht über einen kleinen Kanal zum
Nasengang hin. Die Größe und Form der KH unterliegen starken
individuellen Schwankungen; sie haben beim Erwachsenen einen
durchschnittlichen Rauminhalt von 15 qcm.
Historisch: Entdeckung 1489 durch Leonardo da Vinci mit der
Bemerkung: „In dem oberen Raum verbirgt sich das Auge und unterhalb von
diesem gibt es einen Saft, der die Wurzeln der Zähne ernährt.“
Alveolarbucht,
Denker Operation,
Sinographie |


|

|
Kieferhöhlenentzündung,
Sinusitis, engl.: (maxillar) sinusitis;
Sinusitis
Kieferhöhlenfistel, engl.: oro-antral
fistula;
Antrumfistel
Kieferhöhlenoperation, operativer
Kieferhöhlenzugang, engl.: maxillary sinus operation;
Caldwell-Luc-Operation
Kieferhöhlenperforation
Kieferhöhleneröffnung, Mund-Antrum-Verbindung, MAV,
engl.: (maxillary) antrum perforation; offener Zugang der
Mund- zur
Kieferhöhle mit der Gefahr
einer Infektion der
Kieferhöhle (
Sinusitis) und des Verschluckens von Nahrungsmitteln über die
Kieferhöhle. Diagnose meist durch den
Nasenblasversuch (bei zugehaltenen Nasenflügeln wird die Körperluft
in die Nase ausgepresst; bei positiver MAV tritt Luft aus). Dieser ist
jedoch bei einer nur noch dünnen und geschlossenen
Kieferhöhlenschleimhaut kritisch, da diese erst durch den
Nasenblasversuch aufreißen kann. Besser durch das vorsichtige(!)
Einbringen und Erfühlen mit einer stumpfen Sonde ("Knopfsonde",
engl.: olive probe).
Ursache einer K. sind meist
iatrogene Eröffnungen, z.B. obere Backenzähne mit langen Wurzeln
und/oder großer Kieferhöhle,
Komplikationen/mangelhafte Durchführung von Operationen am
Oberkiefer.
Kleine K. heilen meist von allein ab; größere bedingen eine
plastische Deckung ("Kieferhöhlenplastik") durch
Periostschlitzung ("Rehrmann-Lappen")
oder Einbringen von bioabsorbierbaren Membranen (z.B.
beta-Trikalziumphosphat mit Polylaktit, Biogide™)
Abszess,
Alveolarbucht,
Antrumfistel,
Antrumperforation,
Lappenoperation,
Nasenblasversuch,
Radix relicta (Wurzelrest),
Sinusitis |

|
Kieferhöhlenzyste; engl.: maxillary
sinus cyst;
Verschlusszyste
Kieferkamm, engl.: jaw ridge;
Alveolarfortsatz
Kieferkammdefekt, engl.: (alveolar)
ridge defect ,
Augmentation
Kieferkammplastik;
Alveolarkammplastik
Kieferklemme
KK, Ankylostoma,
Limitation, engl.: lockjaw, trismus; meist
entzündungsbedingte mehr oder weniger starke Einschränkung der
Mundöffnung - bis hin zur vollständigen Sperre - durch Kiefergelenk- oder
Kaumuskelerkrankungen, bzw. reflektorisch bedingt zur Ruhestellung
("Schonhaltung" des Unterkiefers; bedingt durch die Irritation vor allem des
Musculus pterygoideus medialis und des
Musculus masseter) bei entzündlichen Prozessen in
der Mundhöhle (z.B.
erschwerter Durchbruch von
Weisheitszähnen; als Folge von
Leitungsanästhesien im Unterkiefer).
Nach Abklingen des akuten Stadiums besteht die K. noch länger isoliert
weiter. Hiergegen werden sog. "Spateldehnungen"
oder Spreizungen mit einer Spreize nach Steinkamm-Schuchardt empfohlen.
K. als ein Frühsymptom der Tetanus-Infektion wird als
Trismus bezeichnet
Bisssperre,
Gelenkbahn, Kiefergelenkluxation,
Kiefersperre,
Mundöffnung,
Spatelübungen,
Unterkieferbewegung
Kieferkompression, engl.: jaw compression;
Schmalkiefer
Kieferlänge
engl.: length of jaw; mit Unterteilung in:
-
Oberkieferlänge (length of upper jaw)
Abstand zwischen einer gedachten Verbindungslinie der beiden
Weisheitszähne einerseits und dem Berührungspunkt der Schneidezähne
andererseits. *)
- Unterkieferlänge (mandibular length)
Strecke zwischen der vorderen Kinnfläche und einer virtuellen Ebene,
die die Rückseite der
Condylen berührt und senkrecht zur
Frankfurter Horizontalen steht.
*) andere Bezeichnungen sprechen von einer relativen
Oberkieferlänge (linearer Wert zwischen der Hinterseite der
Condylen und dem am weitesten
dorsal liegenden Punkt der vorderen Kurvatur der
Maxilla zwischen
Alveaolarfortsatz und Spina nasalis. Diese steht bei 18-jährigen in
einem Verhältnis von 1:1,3 zur (relativen) Unterkieferlänge
Kennlinien |

|
Kiefer-Lid-Phänomen, engl.: Marcus
Gunn syndrome;
Gunn
Zeichen,
Marcus-Gunn-Phänomen
Kiefermitte
engl.: jaw middle; bei regelrecht stehenden Zähnen zwischen den mittleren
Schneidezähnen gelegen. Im Oberkiefer bestimmt durch die
Raphe-Median-Ebene; im Unterkiefer vorgegeben durch die
Spina mentalis (4 paarige Knochenvorsprünge an der Innenseite des
Unterkiefers) und der Mitte zwischen den Tubercula mentalia.
Mittellinie,
Mittellinienverschiebung
Kieferorthopädie
Orthodontie, dento-maxilläre Orthopädie, engl.:
orthodontia; eigenständiges Teil-Fachgebiet
der
ZHK, das sich mit der Erkennung, Verhütung, Behandlung von
Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien
und deren Erforschung befasst. "Orthodontie"
im engeren Sinne meint in D kieferorthopädische Behandlungen, die
ausschließlich mit
festsitzenden Behandlungsbehelfen durchgeführt werden.
Erwiesen ist, dass Zahn- und Kieferfehlstellungen das Beißen, Kauen und
Sprechen ganz erheblich stören können und in der Regel behandelt werden
müssen. Je nach Art u. Schwere der Fehlstellung sind Behandlungen vom
Milchgebiss bis hin zum Erwachsenengebiss nötig. Fast jedes zweite Kind
muss inzwischen kieferorthopädisch behandelt werden. Neben
genetisch
bedingten Fehlstellungen des Kiefers sind etwa 40 Prozent der
kieferorthopädischen Behandlungen auf
Lutschen
oder schlechte Pflege der Milchzähne zurückzuführen.
Die im Milch-, Wechsel und/oder bleibendem Gebiss angewandten
Behandlungsmethoden können mit
abnehmbaren oder festsitzenden Geräten durchgeführt und durch
körpereigene (= funktionelle) Kräfte durchgeführt werden.
Der günstigste Behandlungszeitraum liegt während des, individuell
unterschiedlichen Kieferwachstums, beginnend etwa mit dem 10. und endend
ca. mit dem 15. Lebensjahrs; bei entsprechender Mitarbeit und
finanziellem Einsatz (Gesetzliche
KK beteiligen sich nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs,
ausgenommen sind schwere
Anomalien)
werden aber auch gute Erfolge bei Erwachsenen ("Erwachsenenbehandlung")
verzeichnet.
Die Behandlung erfolgt entweder mit
festsitzenden oder
herausnehmbaren Behandlungsgeräten bzw. einer Kombination beider;
nur bei schweren Fehlstellungen ist eine kombinierte
kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erforderlich.
In D waren 2008 ca. 2.500 Kieferorthopäden als Fachzahnärzte
tätig.
Abweichung,
Angle,
Aktivator,
AufbissPlatte,
Begg
Technik,
Bionator,
Innen-/Außenstand,
Behandlungszeitraum,
Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden,
Eismann Index,
Engstand,
Extraktionstherapie,
Fehlstellung von Zähnen,
Fernröntgenbild,
Fotostataufnahme,
Funktionskieferorthopädie,
Habits,
Hand-Röntgenaufnahme,
Headgear,
Interzeptivbehandlung,
Jiggling,
Kieferorthopädische Fachassistentin (Zahnmedizinische
Kieferorthopädie-Assistentin),
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Kompressionsanomalie,
Mehrphasenbehandlung, Monoblock,
Mundhygiene bei einer kieferorthopädischen Behandlung,
OMI,
Orthodontie,
Retentionsphase,
Rezidiv,
SI,
Zahnbewegungen.
Kieferorthopädie
|
|
Kieferorthopädie,
Frühbehandlung, engl.: interceptive orthodontia; mit
Unterteilung in Behandlungen im Säuglingsalter (in der Regel
LKG-Spalten) und im
Milch-
bzw. frühen
Wechselgebiss.
Hierzu zählen besonders alle Formen der
Zwangs- und/oder
Kreuzbisse,
Habits,
eine ausgeprägte
sagittale Stufe,
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, schwere Anomalien im vertikalen
Bereich,
Syndrome und
traumatisch bedingte Fehlstellungen. Dabei reicht die Bandbreite der
Therapiemaßnahmen von prophylaktischen Maßnahmen, wie Lutschentwöhnung
oder Einschleifen von Zähnen, Geräten zum
Offenhalten von Lücken, bis hin zu umfangreichen Maßnahmen mit
herausnehmbaren und
festsitzenden Geräten bzw. Kombinationen mit oder Unterstützung von
kieferchirurgischen Eingriffen.
Da KFO-Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt oft
eindeutig erschwert oder kaum möglich sind, sollte man eine
Frühbehandlung – besonders bei folgenden Fehlstellungen – in Betracht
ziehen:
-- extreme Formen des frontal offenen Bisses
-- der laterale Kreuzbiss mit Gefahr einer Wachstumshemmung des
Oberkiefers
-- die Progenie
-- traumatisch bedingte Kieferanomalien
-- Fehlentwicklungen bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten
Bei Privatpatienten wird von den Kostenerstattern
in der Regel vor Beginn ein kieferorthopädischer Behandlungsplan/Heil-
und Kostenplan verlangt. Die
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt kieferorthopädische
Maßnahmen vor Beginn der
zweiten Phase des Zahnwechsels im Rahmen der vertragszahnärztlichen
Versorgung nur in Ausnahmefällen:
-- Beseitigung von
Habits
bei einem habituellen
Distalbiss mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5 oder bei einem
habituell
offenen
Biss mit dem Behandlungsbedarfsgrad O 4
-- Frühbehandlung eines
Distalbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5; eines lateralen
Kreuz-
oder
Zwangsbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad K 3 oder K 4, sofern
dieser nicht durch präventive Maßnahmen zu korrigieren ist;
-- einer
Bukkalokklusion permanenter Zähne mit dem Behandlungsbedarfsgrad B
4,
-- eines
progenen Zwangsbisses/frontalen
Kreuzbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad M 4 oder M 5
-- oder die Behandlung zum
Öffnen von Lücken mit dem Behandlungsbedarfsgrad von mindestens P 3
Bei allen GKV-Patienten, bei denen eine Frühbehandlung sinnvoll wäre,
die aber nicht unter die aufgeführten Indikationen fallen, kann die
kieferorthopädische Behandlung nicht über die GKV abgerechnet werden. In
diesen Fällen müssen die Leistungen vorab gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z oder §
7 Abs. 7 EKV-Z privat vereinbart werden (2010; nach Beate Hahn,
KFO-Abrechnungsexpertin bei der ZA Zahnärztlichen
Abrechnungsgesellschaft AG, Düsseldorf).
Angle-Klassen,
Behandlungszeitraum,
Delaire-Maske,
Extrusion,
Genfer Platte,
Interzeptivbehandlung,
Kieferorthopädie,
Kreuzbiss,
Lückenschluss,
Mehrphasenbehandlung,
Mikrogenie,
Mundvorhofplatte,
Platzbedarfsanalyse,
Rezidiv,
Schluckmuster,
Zungenstimulator
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einseitiger
Kreuzbiss
im
Milchzahngebiss
für eine
Frühbehandlung
geeignet
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Kieferorthopädische
Fachassistentin
KFA; Bezeichnung für eine von der
Harrani Academie
(Westfalen-Lippe) ehemals
fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte. Es erfolgte eine Umänderung
der Bezeichnung in "Zahnmedizinische Kieferorthopädie-Assistentin" (ZKA).
Die Fortbildung ist speziell für
kieferorthopädische Praxen konzipiert und bewegt sich auf dem Niveau einer
Zahnmedizinischen Fachhelferin (ZMF).
Buchtipp: Hinz | Heise "Die kieferorthopädische Fachassistentin", ISBN
978-3-941169-15-9
Kieferprofilfeld
engl.: jaw profile field; das Profil eines Gesichtes wesentlich
bestimmender Abstand zwischen den beiden Profilsenkrechten (zur
Frankfurter Horizontalen) Orbitalsenkrechte (Po,
Augensenkrechte) und Nasionsenkrechte (Pn, Nasensenkrechte). Ein
idealer Profilverlauf ("gerades Durchschnittsgesicht") besteht dann,
wenn der Punkt am Übergang Nasensteg / Oberlippe (Subnasalpunkt) und die
Oberlippe die Nasionsenkrechte tangiert und der
vorderste
Kinnpunkt genau in der Mitte des Profilfeldes liegt; liegt der
Subnasalpunkt vor der Nasionsenkrechten, spricht man von einem
Vorgesicht,
liegt er dahinter, von einem
Rückgesicht. Daneben wird noch unterschieden in ein "nach vorn
schiefes" und ein "nach hinten schiefes Gesicht", je nachdem, wo sich
das
Pogonion im K. befindet.
Ästhetiklinie,
ästhetische Zahnmedizin,
Eugnathie,
Fazialebene,
Frankfurter Horizontale,
Harmonielinie,
Nasion,
Profilanalyse,
S-Linie
(Steiner Profillinie)
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Kieferrelationsbestimmung
maxillomandibuläre Relationsbestimmung,
engl.: maxillomandibular relationship record; dreidimensionale
Zuordnung des Unterkiefers zum Oberkiefer;
vertikale,
sagittale und
transversale
Lagebeziehung der Kiefer zueinander unter Berücksichtigung der
Ruhelage
des Unterkiefers und der
Kondylenposition. Die Auffassung über die physiologisch "richtige"
Unterkieferposition, deren Festlegung und Übertragung auf den
Artikulator
gehen z.T. erheblich auseinander; sie ist abhängig von den Erkenntnissen der
jeweiligen Lehrmeinungen und dem gültigen Verständnis von Anatomie und
Physiologie des Kausystems und lässt auch im Jahr 2008
kein allgemein anerkanntes theoretisches und praktisches Konzept zur "richtigen"
Positionierung erkennen. Es scheint sich überwiegend die Auffassung
durchzusetzen, dass die Einstellung der Unterkieferlage in der neuromuskulär
bestimmten
Zentrik als die "Richtige" gilt. Unbestritten ist, dass primär die
vertikale Relationsbestimmung (= "Bisshöhe")
erfolgen muss, da die anderen Lagebeziehungen davon abhängig sind.
Aufbiss,
Bissgabel,
Bissnahme,
Handbissnahme,
Kieferrelationsrekonstruktion,
Staub™
Cranial-System,
Stützstiftregistrierung,
Zentrik.
Kieferrelationsrekonstruktion
engl.: maxillomandibular relationship reconstruction (restauration);
Neubestimmung und -festsetzung der Lage der
der Kiefer zueinander im Rahmen
funktionsdiagnostischer und
funktionstherapeutischer Maßnahmen. Wegen der individuell schwierig zu
bestimmenden Kieferrelation und der noch schwerer zu ermittelnden Rekonstruktion
erfolgen derartige Maßnahmen in einem langwierigen Prozess mit individuellen
Aufbiss-Schienen, welche häufig während der Therapie noch umgeändert werden
müssen.
Kieferrückstand , Unterkieferrücklage,
engl.: mandibular retraction;
Distalbiss,
Vogelgesicht
Kieferspalte, Gnathoschisis;
engl.: cleft jaw, gnathoschisis;
Lippen-Kiefer-Gaumemspalt
Kiefersperre
Biss-Sperre, engl.: lockjaw; meist unfallbedingtes Unvermögen des
Lippen-/Zahnreihenschlusses, z.B. nach
Unterkieferbrüchen oder bei (Sub-)Luxationen
des Kiefergelenks
Hippokrates-Handgriff, Kiefergelenkluxation,
Kieferklemme,
Mundöffnung,
Unterkieferbewegung
Kiefertumor; engl.: jaw tumour;
Mundhöhlenkarzinom
Kieler Knochenspan
engl.: Kiel(er) bone (craft); historisches (1990
von der Fa, B.Braun angeboten
xenogenes Knochenersatzmaterial: denaturierter (lyophilisierter) und
enteiweißter Knochenspan aus Kalbsknochen (
bovin), welcher -
immunologisch inaktiv - nach
Transplantation mit der Zeit durch körpereigenen Knochen ersetzt wird;
Aufbewahrung in Transplantationsbanken; heute überwiegend von synthetischen
Materialien abgelöst.
Kiemenbogen
Schlundbogen, Branchialbogen, Viszeralbogen, engl.:
branchial or visceral arch; durch Wucherung des Mesenchyms embryonal
entstehende Bögen (4, der 5. ist rudimentär angelegt), welche jeweils eine
Arterie und Vene, sowie Nervgewebe und Knorpelgewebe besitzen.
Für die Gesichtsentwicklung maßgeblich ist u.a. der 1. K. (auch als
Mandibularbogen bezeichnet, auftretend ab dem 22. Tag), aus welchem sich der
Unterkiefer
sowie große Teile des
Gaumens und
Oberkiefers
entwickeln. Störungen der Entwicklung können zu zahlreichen Missbildungen
führen.
Franceschetti-Syndrom, Kieferbogen-Syndrom,
maxillofaziales Syndrom
KIG
hergeleitet von kieferorthopädische IndikationsGruppen, engl.:
Index for Orthodontic Treatment Needs. Baut auf dem internationalen
IOTN-Index (Index for Orthodontic Treatment Needs) auf, welcher den Grad des
Behandlungsbedarfs befundbezogen ermittelt; 2002 in D eingeführt. Hierauf
beruhen die fünf KIGs, welche die deutschen Besonderheiten - im Rahmen
der
Gesetzlichen Krankenversicherung - berücksichtigen und festlegen, ob eine
Leistungspflicht der
Gesetzlichen Krankenkassen besteht ("kieferorthopädischer
Behandlungsbedarf"). Die KIGs sind ein Versuch, die Definition der
Behandlungsbedürftigkeit von Zahn- und Kieferfehlstellungen nicht nur nach
medizinischen, sondern auch nach individuellen und gesellschaftlichen
Gegebenheiten zu beurteilen ("nicht jede Erkrankung muss behandelt werden").
Folgende Behandlungsbedarfsgruppen werden unterschieden - dabei werden
1 u. 2 von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen
("Privatleistung"), wenn:
- 1 eine leichte Zahnfehlstellung vorliegt, die aus ästhetischen
Gründen zwar behandelt werden kann, deren Behandlung allerdings nur als
Privatleistung angeboten wird
- 2 eine Zahnfehlstellung vorliegt, die aus medizinischen Gründen
eine Korrektur erforderlich macht, deren Behandlungskosten jedoch wegen des
geringeren Ausprägungsgrades der Zahn- und/oder Kieferfehlstellung nicht von
der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird
- 3 eine ausgeprägte Zahn- und/oder Kieferfehlstellung vorliegt,
die aus medizinischen Gründen eine Behandlung erforderlich macht
- 4 eine stark ausgeprägte Zahn- und/oder Kieferfehlstellung
vorliegt, die aus medizinischen Gründen dringend eine Behandlung
erforderlich macht
- 5 eine extrem stark ausgeprägte Zahn- und/oder Kieferfehlstellung
vorliegt, die aus medizinischen Gründen unbedingt eine Behandlung
erforderlich macht
Kinderbehandlung;
Erhaltung von Milchzähnen,
Kinderzahnheilkunde
Kinderhypnose;
QuickTimeTrance
Kinderprothese
herausnehmbarer Zahnersatz bei Kindern, engl.: child(ren)
prothesis; zur ästhetischen, funktionellen und phonetischen
Wiederherstellung bei frühzeitigem Milchzahnverlust oder Vorliegen einer
angeborenen Zahnunterzahl. Selten durchgeführte Behandlung zur
Versorgung eines
Lückengebisses im Kindesalter infolge kariöser Kronenzerstörung,
traumatischen Zahnverlustes oder durch die
Nichtanlage von Zähnen (
Lückenhalter). Allerdings lassen sich prothetische Maßnahmen im
Kindesalter in der Regel erst dann realisieren, wenn sie sowohl vom
kleinen Patienten als auch von der elterlichen Bezugsperson gewünscht
werden. Neben der bei Kindern besonders schwierigen Eingewöhnung sind es
besonders zahntechnische Gründe, welche einen Halt des Zahnersatzes am
Restgebiss vor Probleme stellen können. Als
Halteelemente werden meist Konstruktionen aus der
Kieferorthopädie (Adamsklammern,
Knopfankern, Federn und
Dreiecksklammern) herangezogen.
In diesem Zusammenhang ist eine Studie von WETZEL, W.E., JORDAN, N.,
BEHRENDT, A., MÜLLER-LESSMANN, V. aus dem Jahr 2000 interessant:
"... An der mittels getrennter Fragebögen durchgeführten Erhebung
beteiligten sich 40 Eltern und 32 Kinder mit, sowie 46 Eltern und 23
Kinder ohne temporären Zahnersatz. Aus Sicht der Eltern gewöhnten sich
70% der Kinder problemlos an das Tragen des Zahnersatzes und 63% der
Kinder der Vergleichsgruppe an das Lückengebiss ohne Zahnersatz. Für die
Kinder mit Zahnersatz vermerkten die Eltern Besserung des
Allgemeinbefindens (65%), besseres Kauen (70%), besseres Aussehen
(77,5%), besseres Sprechen (57,5%); die Vergleichswerte lagen in
gleicher Reihenfolge bei 43,5%, 21,7%, 32,6%, und 2,2%. Negative
Reaktionen dritter Personen auf die Mundsituation nach der Behandlung
führten 9,4% der Kinder mit Zahnersatz und 52,2% der Kinder ohne
Zahnersatz an. Beim Eltern- Kind- Vergleich fiel besonders auf, dass für
die Gruppe mit Zahnersatz die Eltern zu 70% und die Kinder nur zu 18,7%
weniger Zahn-/ Mundbeschwerden als vor der Eingliederung des
Zahnersatzes (p< 0,001) angaben. Aus den Ergebnissen lässt sich folgern,
dass die Versorgung mit temporärem Zahnersatz sich überwiegend
vorteilhaft auf die oralen Funktionen sowohl aus Sicht der Eltern als
auch der Kinder auswirkt. Trotzdem empfindet die Mehrzahl der Jungen und
Mädchen mit Zahnersatz die Mundsituation belastender als deren Eltern
diese für ihre Kinder einschätzen."
Erhaltung von Milchzähnen,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Kinderkrone,
Lückenhalter |

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Kinderstomatologie,
Kinderzahnheilkunde
Kinderzahnheilkunde
Kinder- und Jugendzahnheilkunde, engl.: pediatric dentistry,
pedodentistry; spezieller Arbeitsbereich innerhalb der
Zahnheilkunde. Die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung hat die
Möglichkeit geschaffen, eine qualifizierte Zusatzspezialisierung in diesem
Teilgebiet zu erlangen. Als Beschreibung des Fachs heißt es in den Richtlinien:
Die Kinder- und Jugendzahnheilkunde befasst sich als zahnmedizinisches
Querschnittsfach mit der präventiven und kurativen zahnärztlichen Betreuung des
Kindes von der Geburt bis in das Jugendalter. Die Kinder- und
Jugendzahnheilkunde hat folgende Hauptinhalte:
1. Gesundheitsförderung, Risikobeurteilung und zahnmedizinische Prävention,
insbesondere auf individueller und gruppenprophylaktischer Ebene.
2. Erkennung, Behandlungsplanung und kindgerechte Behandlung von
Entwicklungsstörungen, Verletzungen und Erkrankungen der Zahnhartsubstanzen, der
Pulpa und des Zahnhalteapparates.
3. Überwachung der Gebissentwicklung, Früherkennung von Normabweichungen,
präventive und interzeptive Maßnahmen bei Patienten mit Anomalien der Zahn- und
Kieferstellung sowie deren zeitgerechte Zuführung zur kieferorthopädischen
Behandlung.
4. Zahnärztliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die aufgrund von
- eingeschränkter Kooperationsfähigkeit
- Allgemeinerkrankungen
- physischer, sensorischer oder geistiger Behinderung oder
- psychischen Störungen
einer besonderen Therapie bedürfen, wenn diese nicht durch andere Fachgebiete
hinreichend gewährleistet ist.
In den Neuen Bundesländern bestand in Zeiten der ehem. DDR das Fachgebiet
Kinderstomatologie; eine Weiterführung dieses Titels ist gestattet, neu
vergeben wird er nicht mehr.
Kinderzahnpasta; engl.: child tooth
paste
eigene Seite
Kinesiologie
engl.: (applied) kinesiology; Lehre von der Physiologie der
mechanischen Bewegungsabläufe eines Organismus. Nach dem Verständnis der K.
werden im Körper "... Energie-Systeme balanciert, damit er lernt, zu seinem
gesamten Potential, zu seinen intellektuellen, emotionalen, physischen und
energetischen Quellen Zugang zu haben und diese auch zu nutzen ..." (Zitat aus
www.bik.ch - Kinesiologie). Eine bisherige wissenschaftliche
Überprüfung (Prof. Schwickerath) konnte keine seriöse
Bestätigung für diese "Untersuchungsmethode" geben. Auch andere
wissenschaftliche Untersuchungen "bescheinigen" der Kinesiologie "Erfolge" im
Bereich einer Würfelwahrscheinlichkeit (Staehle). Ein
Placeboeffekt
gilt bisher als wahrscheinlich.
Im deutschsprachigem Raum findet man folgende Richtungen der Kinesiologie, wobei
die beiden ersten am gebräuchlichsten sind:
angewandete
Kinesiologie, AK (Ärzte, Heilpraktiker, Laien)
Touch for Health (Heilen durch Berühren)
Edukinästhetik (Bewegungspädagogik)
Brain Gym (Gehirngymnastik)
Edu-Kinetik bei Lernschwierigkeiten und verwandten Störungen wie z.B.
Hyperaktivität
AK Test,
alternative Behandlungsmethoden
kinetische
Kavitätenpräparation , KCP, engl.: kinetic cavity
preparation, airabrasive;
Pulverstrahlgeräte .
Kinetor
nach Stockfisch, engl.: Stockfisch's kinetor; 1952
entwickelter, modifizierter
Aktivator mit stark verminderter Basis und einem elastischem Aufbiss
zwischen den
Zahnreihen ("Stockfisch Röhrchen"), welche den Zusammenbiss
stimulieren und dabei den
Biss
absenken. Dadurch soll eine positive "Impulsübertragung" auf die
Zähne und ihr
Parodontium bewirkt werden.
Aktivator,
Funktionsregler nach Fränkel |

©:
www.kieferorthopaedietechnik.de
|
Kingsley Platte
"jumping the bite appliance"; Oberkiefer-Bissumstellungs-Apparatur,
welche durch eine "Schiefe Ebene" eine Vorverlagerung des Unterkiefers auslöst.
Rückbissplatte
Kinn
mentum, engl.: chin; vorderster unterer Teil des
Unterkiefers, vorwiegend die Region um
Gnathion und
Pogonion;
gebildet von der
Protuberantia
mentalis und den beiderseitigen seitlichen Höckerchen (Tubercula mentalia);
eine der sog. "Körperspitzen" (endständige Körperteile).
Gnathion,
Körperebenen,
Mandibularlinie,
Menton,
PM-Punkt,
Pogonion,
Positivkinn,
Tuberculum mentale
Kinnfalte;
Supramentalfalte
Kinnplastik, Kinnkorrektur,
Genioplastik, meist kombiniertes kieferorthopädisch-chirurgisches
Vorgehen zur Kinn-Konturverbesserung (Vergrößerung, Verkleinerung,
Verschiebung).
Kinnschleuder
Kinnhalter, Funda (maxillae), engl.: chin holder or rest;
Wickelverband um den Hinterkopf und das Kinn, um dadurch einen auf das Kinn nach
oben gerichteten Zug zu erreichen. Einsatz als Notfallmaßnahme bei
Kieferfrakturen zur Ruhigstellung der Bruchfragmente.
Kieferbruch,
Kopf-Kinn-Kappe
Kinnwinkel
engl.: conical o. gonial angle; Winkel, gebildet
aus den beiden Geraden
Nasion-Pogonion
und
Unterkieferbasis. Normwerte liegen bei 68°
± 3°. Durch Fetteinlagerung kann
dieser beim sog. "Doppelkinn" verstrichen sein. |

|
Kippbewegung,
engl.: tipping movement;
Zahnbewegungen
Kippung
Kippstand; engl.: inclination, inclined tooth;
abweichende Drehung der
Zahnachse
nach außen (vestibulär), innen (oral), hinten (distal) oder vorn
(mesial). Auftretend bei Einzelzähnen oder Zahngruppen. Typisches
Beispiel für einen K. ist die durch Fingerlutschen hervorgerufene
Lutschprotrusion oder das frühzeitige Entfernen unterer
Sechsjahr-Molaren.
Inklination,
Zahnbewegungen |

 |

Folgen einer nicht behandelten Zahnlücke durch frühzeitigen Verlust des
Sechsjahrmolaren |
Kirkland
Olin, 1876-1969, Alabama/USA; gilt als einer DER Pioniere der
Parodontologie. K. entwickelte zahlreiche parodontologische
Operationsmethoden und nach ihm benannte Instrumente. So stellte er z.B. 1931
den "access-flap" vor, welcher in die Literatur als "Kirkland flap" oder
"offene Kürettage nach Kirkland" einging:
Schnittführung innerhalb des
Sulkus
Verschiebung der
Gingiva apicalwärts
Scaling und
Root planning
der Wurzeloberfläche
Kürettage
der Knochentaschen
Beseitigung von
Taschenepithel und
Granulationsgewebe
Reposition des Lappens in seine ursprüngliche Position
Diese Technik gilt als ein parodontologisches Vorgehen, welches im Prinzip auch
heute noch seine Gültigkeit bei der offenen
Kürretage
hat
Klammer
1.) engl.: clasp, crip; Element zur Fixierung von
herausnehmbaren Zahnersatz am
Restsgebiss; historisch und zur Befestigung von provisorischem
Zahnersatz (
Interimsprothese) aus gebogenem Stahl-Draht ("Klammerdraht"), heute
aus
Nichtedelmetall-Legierungen in Verbindung ("Ein-Stück-Guss") mit
einer
Modellgussbasis (Modellgussklammer). Hier haben sich
Kobalt-Chrom-Legierungen durchgesetzt, wobei die Legierung nebst
einem hohen E-Modul eine hohe Dehngrenze für das elastische Abfedern bei
Belastung und eine hohe Bruchdehnung haben sollte.
Es gibt eine kaum überschaubare Anzahl von versch. Klammerarten. Ihr
Wirkungsprinzip ist aber im Prinzip bei der reinen Haltefunktion immer
gleich: der elastische Klammerarm biegt sich beim Einsetzen des
Zahnersatzes über die größte Wölbung des Zahnes (
Äquator)
auf und federt unter diese beim korrekten Sitz des Zahnersatzes zurück.
Als Hauptklammerelemente gelten (s. Abb. oben):
Klammerarm mit Unterteilung in
Klammeroberarm (oberhalb des
prothetischen Äquators), Klammerunterarm o. Klammerhand (unterhalb des
prothetischen Äquators) und Klammerspitze (ist federnd und
läuft sich verjüngend aus)
Klammerschulter = starrer, den Zahn umfassender Teil der Klammer
Klammerauflage = Abstützung der Klammer auf dem Pfeilerzahn (bei
einer parodontal getragenen Prothese)
Klammerfuß o. Klammerschwanz = Verbindung zwischen
Prothesenbasis und Klammer
Von der Funktion her Unterteilung in:
- Halteklammern
Aufgabe dieser einfachen, meist aus Draht gebogenen Konstruktionen
ist es, den (meist einfach gearbeiteten) herausnehmbaren Zahnersatz
(
Provisorium) oder ein
kieferorthopädisches Behandlungsgerät gegen abziehende Kräfte zu
sichern. Belastende Kräfte werden nicht vom Haltezahn ("parodontal"),
sondern von der Mundschleimhaut abgefedert. Man spricht deshalb auch
von einem "Schleimhaut
gelagerten Zahnersatz" ("schleimhautgetragen"), welcher die
negative Eigenschaft hat, dass die Prothese mit der Zeit absinkt.
- Halte-Stützklammern
wirken ebenfalls gegen abziehende Kräfte, stützen aber noch
zusätzlich auftretende Kaukräfte an den Zähnen des Restgebisses
mittels sog. "Auflagen" ab. Man spricht von einem "parodontal
getragenen Zahnersatz" ("zahnabgestützt")
Modellguss-Klammern werden auf einem speziellen
Situationsmodell unter Berücksichtigung der
Einschubrichtung (ungefähre Parallelität), bestmöglichem Halt am
Lückengebiss (
Infrawölbung) und entsprechender Berücksichtigung
ästhetisch/kosmetischer Aspekte vermessen ("Modellvermessung").
Evtl. werden davor/danach noch kleinere Korrekturen am
Lückengebiss vorgenommen. Da die Ästhetik und der Halt eines
Zahnersatzes für den Patienten die entscheidende Rolle spielen
("Tragekomfort"), sollten eine Modellvermessung und entsprechende
Einschleifvorgänge zum Standard einer Vorbehandlung bei der Anfertigung
von Klammerprothesen ohne
Klammerkronen sein.
K. aus modernen Kunststoffen (z.B. POM - Polyoxymethylen)
sind momentan (2008) noch nicht geeignet, die im sichtbaren Bereich
störenden Klammerarme zu ersetzen. Sie bleiben auf ganz spezielle Fälle
beschränkt, bei denen ausschließlich die Ästhetik im Vordergrund steht,
und herkömmliche Alternativen ausscheiden.
Aus parodontal-hygienischen Gründen wird ein Abstand von
mindestens einem Millimeter des Klammerunterarms zum
Zahnfleischsaum gefordert. Der Klammeroberarm sollte oberhalb
des
prothetischen Äquators liegen und starr sein.
Klammern ohne einen entsprechenden Schutz des die Klammer aufnehmenden
Zahnes ("Klammerzahn",
Klammerkrone) bergen, bedingt
durch eine unnatürliche Beanspruchung, nicht selten die Gefahr einer
Überbelastung und dem Auftreten von
Sekundärkaries an den "scheuernden" Klammer-Zahn-Kontaktstellen. Ein
regelmäßiger
Recall und/oder die Anfertigung von
Klammerkronen bei
unzuverlässigen bzw. der
Mundhygiene nicht zugeneigten Patienten wird dringend angeraten.
Abstützelemente,
Ankerbandklammer,
Bonwill-Klammer,
Bonyhárd-Klammer,
Fehr
Klammer,
fortlaufende Klammer,
Geschiebe,
I-Klammer,
Inlayklammer,
Jacksonklammer,
Klammerhand,
Knopfanker,
Lückengebiss,
Ney-Klammersystem,
Stützelement,
Stützfeld,
Verbindungselement,
Zahnfleischklammer,
Zahnhalsklammer
2.) engl.: active plate; laienhafter Ausdruck für
ein (herausnehmbares)
kieferorthopädisches Behandlungsgerät
Abstützung,
Aktive Platte,
Äquator,
Auflage,
Doppelarmklammer,
Elbrecht Klammer,
Fingerfeder,
G-Klammer,
Halteelemente,
Infrawölbung, Klammerarm,
Klammerhaltelinie,
Klammerstützlinie,
Kombinationsklammer,
Ösenklammer,
Pfeilklammer,
Prothese-abgestützte,
Prummel Klammer,
Retentionsfeld,
Roach-Klammer,
Schubverteilungsarm,
Teilprothese,
Verbinder,
Zahnfleischklammer,
Zahnhalsklammer |



Modellgussklammer mit den entspr. Bezeichnungen

einfache
kieferorthopädische Klammern

kosmetisch unbefriedigend: K. im sichtbaren Bereich

Zahnhalskaries durch Klammerarm

funktionell unbefriedigende Kunststoff-Klammern
|
Klammerarm
engl.: clasp arm; der elastische Teil einer
Klammer, welcher die Zahnkrone umgreift, mit
Unterteilung in:
- Klammeroberarm
schließt sich an die Klammerschulter an und liegt oberhalb des
prothetischen
Äquators
- Klammerunterarm (Klammerhand)
liegt unterhalb des prothetischen
Äquators und gibt den eigentlichen Halt gegen Abzugskräfte,
dadurch, dass er in die
Infrawölbung - dem
Retentionsfeld - des Zahnes greift
|
 |
Klammerauflage; engl.: occlusal rest;
Auflage
Klammerbrücke, engl.: "clasp bridge",
unilateral removable (dental) prothesis;
Spinne
Klammerhaltelinie
Klammerlinie, Zugklammerlinie, engl.: clasp line;
virtuelle Verbindungslinie der Klammerspitzen
gegenüberliegender Klammern einer Prothese (s. Abb.). Diese Linie hat
ihre Bedeutung bei der Zugbeanspruchung eines Zahnersatzes, weil es - je
nach Angriffspunkt und Haltelinienlokalisation - zu einer Rotation um
diese "Kipplinie" kommen kann. Ideal ist ein Verlauf dieser Linie durch
den Mittelpunkt der Prothese, da Abzugskräfte des einen Prothesenteils
durch die Kiefer-/Zahnauflage des anderen Teils abgefangen werden. Bei
statisch ungünstigem Verlauf dieser Linie können sog.
Kippmeider zur Stabilisierung beitragen. |

|
Klammerhand , Klammerunterarm, der
Klammerarmanteil, welcher unter den
prothetischen
Äquator reicht, dies ist in der Regel der Klammerunterarm;
Klammer
Klammerkrone
Schutzkrone, engl.: clasp crown; natürlicher Zahn, der zur
Vorbeugung vor negativen Einflüssen durch eine Klammer (z.B. Karies) überkront
ist; sog. Schutzkrone.
Ankerbandkrone, Klammer,
Verbindungselement
Klammerprothese
engl.: clasp denture; ausschließlich mittels Klammern
am Restgebiss befestigte
Teilprothese.
Wegen möglicher höherwertigen Versorgungsformen häufig mit einem "einfachen
Zahnersatz" gleichgesetzt.
Teilprothese
Klammerzahn; clasp tooth;
natürlicher Zahn, an welchem eine Klammer anliegt
Klammer,
Klammerkrone
Klammt Aktivator
elastisch-offener
Aktivator
(EOA) nach Klammt,
engl.: Klammt activator; bimaxilläres
funktionskieferorthopädisches Gerät mit wenig behindernder Sprachfunktion,
da im vorderen Geräteteil stark rationierter Kunststoffanteil, welcher im
Schneidezahnbereich durch Drähte ersetzt ist. Konstruktionsbedingt vereint er
viele Vorteile des
Bionators und des
Aktivators.
Klebebrücke
Adhäsivbrücke, Flügelbrücke, engl.: Maryland bridge;
zur Beseitigung einer Einzelzahnlücke im Frontzahnbereich bei karies-
und füllungsfreien Nachbarzähnen - besonders dann, wenn ein
Implantat nicht möglich ist (z.B. jugendliches Alter, wenig
Knochensubstanz).
Während bei herkömmlichen
Brücken die Zähne neben der Lücke als Pfeiler dienen und stark
beschliffen werden müssen, ist das bei K. gar nicht oder nur
minimal nötig. Eine Abart ist die sog. einflügelige Klebebrücke
in den Fällen, wo einer der Zähne kariesfrei ist - die Brücke besteht
dann aus einer konventionellen
Pfeilerkrone und einem "angeklebten" Flügel an dem kariesfreien
Zahn.
K. haben sich bisher (2004) nicht durchsetzen können. Dies vor allem
wegen einer nicht so dauerhaften Befestigung - besonders im
Frontzahnbereich - und einem eingeschränkten Einsatzgebiet.
Eine Sonderform stellt die CBW-Technik (Crownless Bridge
Works,
www.cbwdental.com) dar. Hierbei werden zwecks besserer
Verankerung feine mechanische Halteelemente in die
Pfeilerzähne mittels Bohrung eingelassen ("intrakoronäre
Präzisionsverankerung").
Bei
Gesetzlich Versicherten gilt nach den Richtlinien:
"Nur bei Versicherten im Alter zwischen 14 und 20 Jahren gehören adhäsiv
befestigte einspannige Brücken im Frontzahnbereich mit Metallgerüst zur
Regelversorgung. Die Pfeilerzähne sollen karies- und füllungsfrei
sein. Die zu überbrückende Spanne soll grundsätzlich nicht mehr als
einen Zahn umfassen."
Ab 2006 gelten nach einer Protokollnotiz einspannige
Adhäsivbrücken mit Metallgerüst im Frontzahnbereich bei
Gesetzlich Versicherten, die das 20. Lebensjahr vollendet haben, als
gleichartige Versorgung
Zahnwissen.de
Brücke,
CBW-Brücke,
Komposite-faserverstärkte,
ortho-circ
|

Prinzip der K.

©: Dr. Ries,
stefan.ries@mail.uni-wuerzburg.de
|
kleiner Backenzahn;
Prämolar
Kleinfeldtubus, Kollimator, engl.:
restricted cone (tube);
Tubus
Klingenimplantat;
Blattimplantat
klinische Studie
eng.: clinical study; Prüfung eines
Medikamentes oder Heilverfahrens, welches sich bei
in-vitro-Untersuchungen und Tierversuchen als wirksam erwiesen hat, am
Menschen durchgeführt (in
vivo). Voraussetzung dafür ist die begründete Erwartung, dass die zu
testende Substanz gegenüber den bisher angewendeten Präparaten Vorteile hat. So
gelangt höchstens ein Zehntel der tierexperimentell geprüften Substanzen in die
Klinik. Klinischen Studien sind behördlich und wissenschaftlich streng
überwacht. In den meisten Ländern ist dafür eine Bewilligung erforderlich, die
in den USA z.B. nach Investigational Drug Application (IND) erteilt werden kann.
Der zuständige Arzt, der auch die Verantwortung gegenüber Probanden und
Patienten trägt, muss diese vor Beginn über Ziel und Zweck der Prüfung sowie
mögliche Wirkungen und Risiken informieren (informed consent). Die Teilnahme an
einer klinischen Studie ist freiwillig, die Versuchsteilnehmer können jederzeit
aus dem laufenden Versuch ausscheiden. Zudem müssen Ethikkommissionen alle
klinischen Studien vor Beginn prüfen und billigen.
Viele neue
Füllungsmaterialien sind nach Ansicht von Fachleuten in ihrer klinischen
Wirkung zu wenig untersucht. So schreibt die "Schweizer Zahnärztegesellschaft
SSO" (Schweiz Monatsschr. Zahnmed. Vol 114:11/2004) u.a. :
"... Solange Laborverfahren keine
Screeningwertigkeit zukommt, sollte die Markteinführung von neuen
Werkstoffen bzw. -systemen durch kurzfristige klinische Untersuchungen gestützt
werden und die weitere Qualitätsbewertung aus mittel- bis langfristigen
Longitudinalstudien erwachsen..."
Alle laufenden und neuen klinischen Studien mit
Arzneimitteln werden ab dem 1. Juli 2005 in einem frei zugänglichen
Register transparent gemacht. Auch die Ergebnisse dieser Studien werden -
unabhängig davon, ob sie für das getestete Arzneimittel positiv oder negativ
waren - abrufbar sein.
Unterschieden wird zusätzlich in:
- klinisch geprüft
klinische Prüfung von Arzneimitteln an Patienten nach staatlich
festgelegten strengen Kriterien:
nur unter Verantwortung eines Arztes oder wissenschaftlich ausgebildeten
Forschers
die teilnehmenden Patienten müssen nach entsprechender
Aufklärung ihr schriftliches Einverständnis gegeben haben
Prüfungen an Kindern u. Schwangeren dürfen nur in Ausnahmefällen vorgenommen
werden.
Die Risiken einer klinischen Arzneimittelprüfung sollen von einer
Ethikkommission beurteilt werden, die zwischen Risiko und Nutzen abwägen
muss. Wirtschaftliche Vorteile dürfen dabei keinesfalls im Vordergrund
stehen. Die Ethikkommission hat 60 Tage Zeit für ihre Stellungnahme. Verbot
von Prüfungen, die zu einer Veränderung der genetischen Keimbahnidentität
der Probanden führen.
es erfolgt eine strenge gesetzliche "Vorprüfungen" (Zulassungsverfahren für
Arzneimittel nach dem
Arzneimittelgesetz (AMG); für Medizinprodukte nach dem
Medizinproduktegesetz (MPG)).
die klinische Prüfung nach dem
Arzneimittelgesetz (AMG) unterscheidet sich wesentlich von der nach
dem
Medizinproduktegesetz (MPG): Während das Arzneimittelgesetz die
Wirksamkeit überprüft, hebt das Medizinproduktegesetz auf die
Wirkungsweise ab. Daraus ergibt sich: Während ein Arzneimittel vor der
Zulassung grundsätzlich die Phasen I - III der Arzneimittelprüfung
durchlaufen muss, kann für ein Medizinprodukt mit geringem Risikopotential
oder einer unwesentlichen Modifikation eines bereits "in Verkehr gebrachten"
Produkts auch eine Evidenz-basierte schriftliche Bewertung ohne Überprüfung
am Menschen ausreichen, um eine
CE-Zertifizierung des Produktes zu erwirken - viele "neue"
Komposites machen sich diesen Umstand zu Nutze.
- klinisch getestet
das Material o. die Methode wurden in einer Klinik und/oder Praxis getestet,
ohne dass dafür genau definierten Rahmenbedingungen bestehen; insofern ist
diese Aussage kein
Qualitätsurteil, hat aber
haftungsrechtliche Konsequenzen. Im Gegensatz zur Aussage "klinisch
geprüft" (s.o.) findet man "klinisch getestet" häufig bei der Bewerbung von
Zahnpflegemitteln. Der verwirrende Hinweis "klinisch getestet" erfolgt
vielmehr häufig bei Kosmetika - Zahnpasten werden auch dazu gerechnet - ,
welche unter die Regelungen des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG)
fallen; nach der Kosmetik-Verordnung besteht keine Notwendigkeit für eine
klinische Prüfung vor einer Zulassung. Wenn die Werbung für kosmetische
Produkte des LMBG, wie z.B. für Zahnpasta, den Hinweis auf "klinische Tests"
/ "klinisch getestet" verwendet, so hat dies allerdings
wettbewerbsrechtliche und haftungsrechtliche Folgen: Gemäß dem
Rechtsinstitut der "Produkthaftung" haftet jeder Produzent für die negativen
Wirkungen seines Produkts auf dem Markt. Bewirbt er das Produkt mit einer
Sicherheitsüberprüfung, die dem Qualitätsstandard des Arzneimittelrechts
entspricht, so hat er für die hiermit anzunehmende zugesicherte Eigenschaft
"unbedenkliche Anwendung am Menschen aufgrund erfolgter, dem Stand der
Wissenschaft entsprechenden Prüfungen" auch haftungsrechtlich besonders
gerade zustehen. Diese besondere Haftung begründet sich durch die Tatsache
des mit der Werbung geschaffenen Vertrauenstatbestandes einer besonderen
gehobeneren Qualitätskontrolle, die negative Folgewirkungen auf den Menschen
-
wissenschaftlich anerkannt - nicht erwarten lässt.
Blindversuch,
Feldstudie,
Good
Clinical Practice (GCP),
unbedenklich,
wissenschaftlich anerkannt
Klopfempfindlichkeit, engl.:
sensibility on percussion;
Perkussionstest
Klopfschall; engl.: percussion sound,
resonance;
Perkussion
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aus Zahnmedizin und Zahntechnik erst ermöglicht hat.
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