Haarzunge
Lingua (villosa, pilosa) nigra, Glossophytie, Melanoglossie, Trichoglossie,
engl.: black hairy tongue;
Lingua nigra
Habilitation
Dr. habil. , engl.: postdoctoral lecturing qualification; höchste
akademische Prüfung mit der anschließenden Genehmigung einer Fakultät, eigene
Vorlesungen abzuhalten (venia legendi = Erlaubnis
zum Lesen); in den meisten akademischen Fächern Voraussetzung zur Berufung
zum Universitätsprofessor. Die Voraussetzungen zur H. sind neben einer
Promotion in der Regel eine Habilitationsschrift (opus magnum) und ein
wissenschaftlicher Vortrag des Habilitanden mit anschließender Aussprache vor
der Fakultät. Weiter muss die Qualifikation in der universitären Lehre
nachgewiesen werden.
Doktor
Habits
"dumme Angewohnheiten", engl.: do.; meist unbewusst ablaufende
destruktive Tätigkeiten, welche bestimmte Kiefer-/Zahnabschnitte
besonders belasten und zu Lockerungen/Schäden an den Zähnen oder zu
Verformungen des Kiefers bzw. der
Bisslage führen können. Bekannte H. sind:
lang anhaltendes
Daumen- oder Fingerlutschen
Beißen/Nuckeln
an Trinkflaschen, Beruhigungssaugern oder anderen Gegenständen;
Usur
Einsaugen der Lippen- oder Wangenschleimhaut
Lippenbeißen
Fehlfunktionen der Zunge beim Schlucken, die zu Zahnfehlstellungen
und/oder fehlerhafter Beziehung der Zähne des Ober- und Unterkiefers
zueinander und zu Bisslageänderungen führen können
Mundatmung
Hauptgruppe von H. sind Babys/Kinder, aber ebenso können
Erwachsene damit behaftet sein (z.B. Beißen auf Büroklammern, Halten von
Nägeln oder Nadeln). Ob Daumen, Sauger oder Nuckel: Jeder Fremdkörper
zwischen den Zähnen stört und beeinflusst das Gleichgewicht des
Kausystems.
Ob es dabei zu Kieferdeformierungen oder Zahnschäden kommt, hängt von
der Disposition, der Intensität - von der Zeit- und Krafteinwirkung -
und vom Lutschgegenstand ab.
H. sind stark im Zunehmen begriffen - schon allein deshalb sollte
das Augenmerk vermehrt auf sie gelenkt werden. Nur etwa 50 Prozent aller
Anomalien der Kiefer- und Zahnstellung sind angeboren oder vererbt.
In zehn Prozent der Fälle ist die Ursache nicht eindeutig zuzuordnen.
Dagegen sind 40 Prozent der Anomalien erworben, das heißt, sie sind
durch Fehlverhalten entstanden und können durch Aufklärung und
Verhaltensänderung beeinflusst werden.
Bruxismus,
Dysgnathie,
Fehlstellung von Zähnen,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Lippenbeißen,
Lutschen,
Masseter,
Mundvorhofplatte,
Parafunktion,
Proptosis,
Protrusion,
Psychosomatik,
Usur,
Zahnimpressionen,
Zungendyskinesie,
Zungenpressen |

Verformung des
Oberkiefers durch
langjähriges Lutschen

Pfeifenraucher-
Usur |
habituell
engl.: habitual, regelmäßig, gewohnheitsmäßig. So bezeichnet der
Ausdruck "habituelle Krankheit" eine ständig vorkommende oder häufig
wiederkehrende Erkrankung; "habituelle Okklusion" bezeichnet den
gewohnheitsmäßig bestehenden Zusammenbiss der Zähne.
Habitus
Aussehen, engl.: do.; medizinisch mit der Bedeutung: Besonderheiten im
Gesamteindruck einer Person, der einen gewissen Rückschluss auf
Krankheitsanlagen zulässt.
Habsburger Lippe, Habsburger Kinn,
engl.: Hapsburg lip o. chin; volksmundartl. Bez. für eine
Progenie
Hackbiss
Masseterkauer, Temporaliskauer (wenn dieser dominant ist), engl.:
chop-bit; Störung in der
Okklusion und
Artikulation bzw. Habit mit der Folge, dass die
typisch mahlenden Bewegungen beim Zerkauen der Nahrung (sog.
Rundbiss) nicht möglich sind. Meist bedingt durch
Kiefergelenkserkrankungen und/oder
Zahnfehlstellungen. Bei
Vollprothesenträgern aus statischen Gründen als "normal" anzusehen. Da beim
H. vor allem der Masseter-Kaumuskel beansprucht wird, spricht man auch
von einem "Masseterkauer".
Artikulation,
Kaubewegung,
Kaumuskulatur,
Malokklusion,
Okklusion,
Rundbiss,
Schlittenartikulation
Haderup System
Haderup-Dental-Steno-Nomenklatur, engl.: Haderup's system;
nach Victor Haderup (Zahnarzt, Kopenhagen, 1845 - 1913), historisch
gebräuchliches Kennzeichnungssystem der Zähne durch Voran- oder
Nachstellen der Zeichen + und - vor/nach die jeweilige Zahnzahl (vor
= linke Kieferhälften);
Milchzähne erhalten eine Null vorangestellt oder werden mit
römischen Zahlen markiert ( "05-" = "V-" = rechter unterer letzter
Milchbackenzahn). (s. Abb.)
Zahnschema |

|
Haftmittel
engl.: adhesive, bonding agent; mit der Unterscheidung in Stoffe
im Zusammenhang mit:
der
Adhäsivtechnik (sog. Haftvermittler)
zur Erhöhung der
Adhäsionskräfte ("Halt") von herausnehmbaren
Zahnersatz, sog. Haftcremes oder Haftpulver. Wichtigste Kraft
beim Halt (Saugwirkung) einer
Vollprothese
ist das Druckgefälle unter der Prothesenbasis (
Ventilrand).
Durch das Anpressen dieser Basis an das Schleimhautlager verkleinert sich dieser
Spaltraum, der Speichel wird herausgepresst. Der dadurch erzeugte Unterdruck
hält die Prothese, er bleibt aufrechterhalten, bis die kapillaren Kräfte des
Mediums im Spalt überwunden werden. Dieses Medium ist natürlicherweise ein
Gemisch aus Schleim und Speichel. Eingebrachte H. vergrößern nun dessen
Viskosität, durch Quellvorgänge gleichen sie kleinste Hohlräume im Spalt aus und
wirken als Adhäsiv sowohl gegenüber dem Prothesenmaterial als auch der
Schleimhaut. Dadurch können Haftmittel den Prothesenhalt beträchtlich steigern.
H. befinden sich zahlreich auf dem Markt in Form von Pulvern, Gelen,
Cremes oder Flüssigkeiten und sollten nur nach vorheriger zahnärztlicher
Absprache Verwendung finden, da vor Anwendung derartiger Mittel unbedingt
überprüft werden muss, ob der unbefriedigende Sitz nicht seine Ursache in einer
mangelnden Passung des Zahnersatzes hat (
Unterfütterung) oder sonstige Störungen vorliegen. Ausnahmsweise und unter
zahnärztlicher Aufsicht können H. bei folgenden Fällen auch über längere
Zeit und unter regelmäßiger zahnärztlicher Kontrolle benutzt werden:
- bei Anpassungsproblemen mit einem neuen Zahnersatz
- zeitweilig bei Personen, die auf einen hohen Sicherheitsgrad
hinsichtlich ihres Prothesenhalts und der Prothesenfunktion angewiesen sind,
wie z.B. Redner, Sänger, Schauspieler
- bei Patienten mit Allgemeinerkrankungen mit gestörter motorischer
Funktion wie z.B. Parkinson, Alzheimer usw. oder geringem
Speichelfluss
- bei Patienten mit extrem schlechten Prothesenlager, dies besonders im
Unterkiefer, wenn eine Implantatversorgung oder knochenaufbauende Maßnahmen
aus medizinischen oder finanziellen Gründen nicht möglich sind
- Geschätzt wird, dass 11 % der
Vollprothesenträger Haftcremes verwenden
- Neben der Erhöhung der Haftkraft bewirken Haftmittel eine deutliche
Erhöhung der
Kaukraft und verhindern ein Eindringen von Speisebrei unter die
Prothesenbasis
H. sollten in möglichst dünner Schicht auf den vorher gründlich
gesäuberten und trockenen Zahnersatz aufgetragen werden. Ebenso muss eine
besonders intensive
Mundhygiene erfolgen (Entfernung von Resten auf der Mundschleimhaut,
regelmäßige Spülungen z.B. mit Kamille), um Mundschleimhautentzündungen (Stomatitiden)
vorzubeugen.
Die Zusammensetzung von H. kann je nach Hersteller sehr
unterschiedlich sein. Folgende Stoffe können darin enthalten sein:
Calcium/ZinK PVM/MA Copolymer, Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Cellulose Gum,
Silica. In jüngerer Zeit (2010) werden Gesundheitsrisiken bei einem längeren
Gebrauch zinkhaltiger Haftcremes diskutiert (Anreicherung größerer Zinkmengen im
Körper verbunden mit neurologischen Symptomen, wie zum Beispiel Taubheitsgefühl,
Kribbeln oder Schwäche der Extremitäten, Schwierigkeiten beim Gehen und
Gleichgewichtsstörungen sowie Anämie).
Adhäsion,
Implantat,
Prothesenhalt,
Prothesenreinigung,
Sauger
Haftoxid
engl.: oxide to facilitate the adherence, oxid adhesive;
Oxidschicht auf einer Legierung ("Aufbrennlegierung") zur chemischen
Verbindung ("Anhaftung") mit einer keramischen Masse. Die Sauerstoffbrücken der
Haftoxide werden meist durch Legierungszusätze von In, Zn und Sn gebildet; bei
unedlen Metallen langt meist die sich nach dem Guss bildende natürlich
Oxidschicht.
Nach Eichner beruht der Haftmechanismus von Porzellan auf Metall auf folgenden
Faktoren (in Klammern: Gewichtung in %):
1. Chemische Bindung (50%): Sauerstoffbrücken durch Haftoxide der
Legierungszusätze In, Zn, Sn.
2. Mechanische Haftung (22%) durch Abstrahlen zur Erlangung einer mikroskopisch
retentiven Oberfläche,
3. Schrumpfhaftung (27%) durch eine geringe Differenz der thermischen
Expansionskoeffizienten beider Werkstoffe.
4. Assoziationskräfte (Van-der-Waals-Kräfte, 1%) durch elektrostatische
Anziehungskräfte zwischen Metall und Silikatgitter.
Legierung,
Metallkeramik
Haftung
Haftpflicht, engl.: liability; grundsätzlich haftet jeder
(Zahn-)Arzt für
durch ihn herbeigeführte
Behandlungsfehler (sog. "Kunstfehler"
oder nach neuerer Diktion
Behandlungsfehler) bei Verletzung der erforderlichen Sorgfalt und bei
Unterlassung einer medizinisch notwendigen Maßnahme. Da es sich bei einer
ärztlichen Leistung in der Regel um eine
Dienstleistung handelt, besteht keine H. für den gewünschten
Behandlungserfolg bei sachgemäßer Behandlung (
Dienstvertrag)!
Haftungsinhalte sind ein
Schadensersatz für Nachteile, die einer Person an Gesundheit und
Vermögen entstehen, zum anderen ein
Schmerzensgeld (für immaterielle Schäden) bei vorsätzlicher oder
fahrlässiger Handlungsweise.
Daneben besteht eine H. aus unerlaubter Behandlung, z.B. bei
mangelhafter oder fehlender
Aufklärung, der Patient somit das Risiko des Eingriffs nicht richtig
einschätzen konnte.
Zu dem Haftungstatbestand gehören die folgenden 4 Voraussetzung:
- Pflicht- oder Rechtsgutverletzung
z.B. Nichteinhaltung der medizinischen Regeln (
Kunstfehler)
- Schaden
darunter versteht man alle Einbußen, die jemand an seinen Lebens- und
Vermögensgütern - insbesondere an seiner Gesundheit oder seinem Eigentum -
erleidet. Sämtliche Nachteile, die sich als Vermögenseinbußen geldwert
beziffern lassen (= Vermögensschaden) sind nach §§ 249 - 252 BGB voll
zu ersetzen
- Zurechnungszusammenhang
neben einem plausiblen zeitlichen und kausalem Zusammenhang, muss es sich um
Nachteile handeln, die aus dem Bereich der Gefahren stammen, zu deren
Abwendung die verletzte Norm erlassen oder die verletzte Pflicht übernommen
worden ist.
- Verschulden
a) Vorsatz, wobei es schon ausreichend ist, dass die Möglichkeit
einer Rechtsgutverletzung erkannt worden ist, man sich aber damit abfindet
und keine weiteren Schritte unternimmt (z.B.: Erkennt ein Zahnarzt nach der
Extraktion eines Zahnes, dass dieser nicht vollständig entfernt wurde,
unternimmt aber dann nichts und klärt auch den Patienten nicht darüber auf,
so ist dies als Vorsatz und nicht als Fahrlässigkeit zu werten).
b) Fahrlässigkeit, wenn die im "Verkehr erforderliche Sorgfalt" außer
acht gelassen wird, wobei sich besondere Kenntnisse und Fähigkeiten (z.B.
Spezialisierungen) auf diesem Gebiet als Maßstabsverschärfend auswirken.
Die Fahrlässigkeit wird unterschieden in:
leichte Fahrlässigkeit = geringfügige, leicht entschuldbare
Pflichtverletzung, die "Jedem passieren kann"
mittlere Fahrlässigkeit = auch bei Berücksichtigung aller Umstände
häufig ohne klare Definition und als "juristisch schwammige" Zwischenstufe
zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit zu verstehen
grobe Fahrlässigkeit = Sorgfaltspflichtverletzung in ungewöhnlich
hohem Maße, wobei eine grobe und auch subjektiv unentschuldbare
Pflichtverletzung vorliegt

Haftungsvoraussetzungen
In deutschen Arztpraxen und Krankenhäusern nimmt die Zahl an registrierten
Vorwürfen wegen ärztlicher
Behandlungsfehler (malpractice) zu. Schätzungen zufolge machen
jährlich etwa 2000 Patienten vor Gericht Haftungsansprüche gegen ihren Zahnarzt
geltend – im Vergleich zur Zahl der Behandlungen eine verschwindend geringe
Zahl. Gleichwohl beobachten Juristen, dass die Haftungsfälle spürbar steigen,
auch und gerade im Bereich der
Zahnimplantologie.
Der Grund: Angesichts steigender Implantationszahlen und komplexer werdender
Eingriffe steigt auch die absolute Zahl von Misserfolgen – wobei Misserfolg
nicht automatisch „Fehlbehandlung“ bedeutet.
Die Ausdehnung der Ansprüche eines Patienten gegen einen (Zahn-)Arzt wegen
"unerlaubter Handlung" wurde ab 1.1.2002 auf 30 Jahre erhöht (alt: drei Jahre)
mit einer Verjährungsfrist von 3 Jahren, nachdem der Patient davon Kenntnis
erlangt hat.
Die Rechtsprechung erkennt an, dass es ein Arzt, "anders als zum Beispiel ein
Handwerker", nicht mit toter Materie, sondern mit einem lebenden Organismus zu
tun hat. Hierzu die Vorsitzende des Arzthaftungssenats beim Bundesgerichtshof,
Dr. Gerda Müller: ". . . der Arzt (kann) nicht für Besonderheiten und
unberechenbare Entwicklungen einstehen ( . . . ), die sich aus dem Eingriff in
einen lebenden Organismus ergeben. Ein Misserfolg der Behandlung weist deshalb
(noch) nicht auf einen ärztlichen Fehler hin".
Durch die Schadenersatzreform in 2002 wurde die H. des Zahnarztes
zugunsten des Patienten erweitert:
Mit dem "Zweiten Schadenersatz-Änderungsgesetz" wurde ein einheitlicher und
übergreifender Anspruch auf Schmerzensgeld bei Verletzungen von Körper und
Gesundheit festgeschrieben, der nicht mehr nach dem Rechtsgrund für die Haftung
fragt. Patienten können danach auch Schmerzensgeldansprüche geltend machen, ohne
dass es dabei auf eine konkrete Rechtsgrundlage ("Vertragshaftung",
"Gefährdungshaftung" oder "deliktische Haftung") ankommt. Konnte sich früher
z.B. der Zahnarzt in Fällen, in denen der Patient durch Hilfspersonal zu Schaden
kam, von der "deliktischen Haftung" dadurch entlasten, indem er nachwies, dass
er das Personal ordnungsgemäß ausgewählt habe, hilft ihm dies nach der neuen
Regelung nicht mehr weiter, da er bereits aus "vertraglicher Haftung" zur
Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt werden kann.
Die regelmäßige Verjährungsfrist bei Schmerzensgeldansprüchen beginnt mit
dem Schluss des Jahres, in dem der Schadenersatz- bzw. Schmerzensgeldanspruch
entstanden ist und der Patient von dem Behandlungsfehler Kenntnis erlangt hat.
Unabhängig von dieser Kenntnis verjähren Schadenersatzansprüche aus der
Verletzung der Gesundheit bzw. des Körpers spätestens nach 30 Jahren, gerechnet
ab dem schadenauslösenden Ereignis bzw. der Pflichtverletzung.
Kurios, was alles vor deutsche Gerichte gelangt, aber wahr:
"Wer sich in zahnärztliche Behandlung begibt, muss generell mit
Schmerzen rechnen und hat deshalb keinen Anspruch auf Schmerzensgeld gegen
den
Zahnarzt. Solche Schmerzen sind nämlich von der Einwilligung des Patienten
in die Behandlung gedeckt. Damit wurde die Klage einer Patientin abgewiesen, die
über Schmerzen beim Einsetzen von
Kronen
geklagt hatte. Dem Zahnarzt konnte kein Kunstfehler nachgewiesen werden. Es
handelte sich vielmehr um Schmerzen, die häufig mit einer solchen Behandlung
verbunden sind. (Amtsgericht Daun, Az.: 3 C 332/02)"
Juristisch besteht schon seit vielen Jahren folgende Problematik:
Jeder
Gesetzlich Versicherte hat stets Anspruch auf eine angemessene Behandlung,
die
Honorare der Ärzte sind aber begrenzt (
Budget). Weiter muss das
Wirtschaftlichkeitsgebot beachtet werden. Haftungsrechtlich besteht aber nur
dann eine Sicherheit, wenn stets das Optimale angeboten wird.
Haftungsrechtlich gibt es in den
Staaten der EU kein gemeinsames Recht. Die gesetzlichen Grundlagen sind
in den meisten dieser Staaten zwar mit D vergleichbar, aber die Regelungen (Schadenersatz,
Schmerzensgeld) können individuell sehr verschieden sein. Wenn auch nach der
Verbraucherrichtlinie ein Haftungsfall bei einem deutschen Patienten vor einem
deutschen Gericht zu beurteilen ist, so lässt sich diese Zuständigkeit durch
geschickte Vertragsgestaltung umgehen und die Ansprüche müssen im jeweiligen
EU-Land geltend gemacht werden. Außerhalb der EU besteht weder diese
Schutzfunktion noch sind die gesetzlichen Grundlagen ähnlich. Ärzte haften dann
nur nach dem Recht des Praxissitzes - und diese können nach deutscher Auffassung
völlig unzureichend sein!
Aufklärung,
Behandlungsfehler,
Behandlung innerhalb der EU,
Berufshaftpflicht,
Beweislast,
CIRS
(Fehler-Melde-Systemen),
Diagnose-Irrtum,
Dokumentation,
Fortbildungspflicht,
Gewährleistung,
Gutachterkommission für Fragen zahnärztlicher Haftung,
klinische Studie,
Komplikationen,
Mängelgutachten ("Mängelrüge"),
Medizinprodukte,
Patientenberatungsstellen,
Richtlinien,
Verjährung,
Weisheitszahn
Haftvermittler
engl.: primer; Stoffe, welche die
Adhäsion versch. Stoffe verbessern oder überhaupt erst ermöglichen. Von
Bedeutung sind in der
ZHK besonders solche H., welche Haftungen an Schmelz oder Dentin
ermöglichen oder/und verbessern, bzw. die
Silane, welche als H. zwischen
Kunststoff und
Legierungen bzw. Keramik dienen
Adhäsivtechnik
halbaxiale Projektion, engl.:
semiaxial projection;
Okklusalaufnahme
Halbbandmatrize,
Ivory Matrizenspanner
Halbkrone
Fensterkrone, engl.: half-cap crown, open-face crown;
historische
Teilkronenart, die ähnlich der
Dreiviertelkrone in einem kariesarmen Gebiss vereinzelt Verwendung
fand. Es wird nicht der gesamte sichtbare Zahn zur Aufnahme einer Krone
beschliffen, sondern im sichtbaren Bereich eigene Zahnsubstanz
fensterartig unversehrt gelassen.
Teilkrone |

|
Halbwinkeltechnik
Halbwinkelprojektion, Winkelhalbierungstechnik,
Cieszynski-Dieck-Technik, engl.: bisection angle technic;
in der zahnärztlichen
Röntgenologie noch im Oberkiefer angewandte spezielle Technik, da
der Zahnfilm aus anatomischen Gründen nicht immer parallel zur
Objektachse (Zahnachse)
angeordnet werden kann. Ein Zahn wird dann gleich groß (isometrisch)
abgebildet, wenn der
Zentralstrahl durch den Wurzelbereich (Apex)
des Zahnes senkrecht zu einer Winkelhalbierende fällt, die den Winkel
zwischen
Zahnachse und Filmebene teilt (= "Halbwinkel"). Diese Technik ist
relativ schwierig; das 1907 eingeführte Verfahren gilt wegen seiner
Ungenauigkeit bei der Einstellung exakt auf eine imaginäre Ebene als
überholt. Bei zu steiler Projektion wird der Zahn zu kurz, bei zu
flacher zu lang auf dem belichteten Röntgenfilm wiedergegeben. Im
Bereich des
Arcus alveolaris wird ein Zuviel an
Alveolarknochen dargestellt,
Approximalflächen werden überlagert wiedergegeben. Diese Schwächen
werden bei der (technisch-anatomisch nicht immer durchführbaren)
Rechtwinkel- oder
Parallel-Technik vermieden.
laterale Zahnaufnahme,
Paralleltechnik,
Rechtwinkeltechnik,
Summationseffekt,
Tubus |

|
Halitophobie,
Halitosis
Halitosis
Mundgeruch, engl.: do.; früher als Ausdruck für
Mundgeruch, der nicht seine Ursache im Mundhöhlenbereich hat, verwendet,
heute zunehmend als Oberbegriff für Mundgeruch jeglicher Ursache
gebraucht. Innerhalb des Mundbereiches sind fast immer Stoffwechselprodukte von
bestimmten
gram-negativen
Bakterien die eigentliche Geruchsursache, da diese Speisereste, Blut, Zellen
und einige chemischen Komponenten des Speichels abbauen. Dieser als bakterielle
Aminolyse bezeichneter Vorgang (Zersetzung von Peptiden und Proteinen) führt zur
Entstehung und Freisetzung so genannter VSC (volatile sulfur compounds),
welche vom Geruch her von vielen Menschen als unangenehm empfunden werden.
Derartige geruchsproduzierende Bakterien finden sich - da besonders ohne
Sauerstoff gut gedeihend - in versteckten Höhlungen, wie
tiefen
kariösen Defekten,
Zahnzwischenräumen, tiefen
Zahnfleischtaschen (Patienten mit einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis)
haben ein messbar höheres Risiko für Mundgeruch als gesunde Menschen) und dem
hinteren Drittel des
Zungenrückens. Nach unterschiedlichen Literaturangaben klagen etwa 20-35%
über gelegentlichen Mundgeruch; ca. 6 % leiden dauernd darunter. Die Ursachen
sind etwa zu 85 % in der Mundhöhle zu suchen.
Nach der klassischen Definition wird nach dem Entstehungsort unterschieden in:
-
Foetor ex ore: durch krankhafte Veränderungen in der Mundhöhle
verursacht (mangelnde
Mundhygiene,
kariöse bzw.
zerstörte Zähne,
Zahnfleischtaschen,
Abszesse,
Zungenrücken,
mangelnder Speichelfluss,
schlecht heilende Zahnwunden, erneuerungsbedürftige oder mangelhafte
zahnärztliche Versorgungen (z.B. überstehende
Kronen- und
Füllungsränder),
Mundhöhlentumore).
Rezente Untersuchungen zeigen, dass die raue Zungenoberfläche
besonders in ihrem hinteren Drittel häufig bakterielle Beläge und
Essensreste aufweist, deren Bedeutung für eine H. bisher unterschätzt
wurde. Sprechen und Schlucken bringen die vorderen zwei Drittel der Zunge in
Kontakt mit dem Gaumen, wodurch eine
Selbstreinigung erfolgt. Zur Reinigung des kritischen hinteren Drittels
werden
Zungenschaber und besonders feste Bürsten bzw. Spateln angeboten.
Die Oberflächenstruktur der Zunge ist von einem
Biofilm überzogen, in dem bevorzugt parodontal pathogene Keime zu finden
sind. Allerdings: Der Erfolg der Reduktion des mikrobiellen Films ist
lediglich temporär und hält je nach Methode zwischen 15 bis 100 Minuten an.
Vor allem die Kombination von
CHX-Spülungen und Schabern zeigen gute Langzeit-Erfolge.
Ebenso spielt der
Speichel eine eine nicht zu unterschätzende Rolle, da dieser durch
seine Bestandteile eine Anhäufung von Stoffwechselprodukten verhindert und
eine Beseitigung von Bakterien erleichtert. Dadurch bedingt erklärt sich
auch der morgendliche Mundgeruch, da während des Schlafes die Speichelmenge
um ein Vielfaches geringer ist. Besonders ungünstig ist bei dieser geringen
Menge ein Schlafen mit offenem Mund, da zusätzlich noch eine Verdunstung
über die Schleimhäute erfolgt (~ 025 ml/min); vorangegangener Alkoholgenuss
verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
-
Stomatodysodia: bedingt durch krankhafte Prozesse in den oberen
Atemwegen, wie z.B. Mandel- und
Kieferhöhlenentzündungen, Pfeiffersches
Drüsenfieber
-
Ozostomia: - an Eitergeruch (faulig-verwesend) erinnernd - als
Ausdruck krankhafter Veränderungen in den unteren Luftwegen, wie z.B.
Lungenabszesse und -tumoren, bzw.
Tuberkulose
-
Halitosis: ausgelöst z.B. durch krankhafte Stoffwechselprodukte oder
Verdauungstrakt-Erkrankungen (Diabetes,
(Azetongeruch), Nierenleiden/-versagen (Urin-, Ammoniakgeruch), Leber- u.
Galleerkrankungen (Kadaver-, Mäusegeruch), Magen-Darm-Erkrankungen
(Faule-Eier-Geruch), Bluterkrankungen (alter-Blutgeruch), Medikamente.
- "bad-breath paradox" ("Schlechter-Atem-Paradoxon",
Pseudo-Halitosis, s.u.): eine Person kann normalerweise nur unzuverlässig
den eigenen Atem riechen und somit auch keine exakten Angaben zu einem
vermeintlichen eigenen Mundgeruch geben.
Die
Diagnose der H. erfolgt entweder subjektiv durch ein
"Erschnüffeln" (sog. organoleptische Messung; Abstand zwischen 10 und 100
cm vom Mund des Patienten, s. Abb., wobei Grad 3 den intensivsten Mundgeruch
beschreibt) mit dem Nachteil einer sehr individuellen und nicht reproduzierbaren
Empfindlichkeit oder neuerdings durch Messgeräte (
Halimeter)

Schweregrade nach Seemann (2001)
Eine Behandlung des von der Mundhöhle ausgehenden Mundgeruchs (Foetor
ex ore, s.o.) erfolgt ausschließlich durch die Beseitigung der
verursachenden Bakterien bzw. indirekt durch eine
Sanierung des Gebisses um hygienisch saubere Zustände zu schaffen. Daneben
ist das hintere
Drittel der Zunge unbedingt in die
Mundhygienemaßnahmen mit einzubeziehen. Zusätzlich werden
Mundspüllösungen empfohlen;
Chlorhexidin, Zinkchlorid, Cetyl-Pyridin-Chlorid (CPC),
Wasserstoffperoxid,
Triclosan,
Aminfluorid,
Zinnfluorid und das ölige
Listerine® werden bisher als positiv bewertet.
Zahncremes haben eine geringere Wirkung als Spülungen, Lutschpastillen und
Kaugummis ohne spezielle Wirkstoffe sind ohne längere Wirkung - dagegen zeigen
Zusätze von Zn2+ eine sofortige Reduktion von VSC. Polyphenole im
Schwarztee stören unter anderem das Wachstum von Bakterien, die für
Mundgeruch zuständig sind und können zu hilfreich sein.
Stark im Zunehmen begriffen ist in jüngster Zeit ein vom Patienten geäußerter,
aber subjektiv nicht feststellbarer Mundgeruch. Dieses Phänomen wird als
Pseudo-Halitosis (Beschwerden bessern sich, nachdem der Patient entsprechend
aufgeklärt wurde) oder in schweren Fällen als Halitophobie (auch eine
noch so gründliche Aufklärung kann den Patienten nicht von seiner
Fehleinschätzung abbringen) bezeichnet. Die Ursachen sind im psychischen Bereich
und Umfeld des Patienten zu suchen (falsche Interpretationen von Abwehrreaktion
von Mitmenschen gegenüber dem Betroffenen usw.
Obwohl Menschen mit H. sozial und psychisch stark unter dem Mundgeruch
leiden können, werden in Deutschland - im Gegensatz zu den USA - von Ärzten und
Zahnärzten nur selten adäquate Therapien angeboten.
Behandlungskonzept der Universität Basel (©:
Professor Filippi):

Bacteroides forsythus,
Foetor ex ore, Halimeter,
Prevotella intermedia,
Treponema denticola,
Zungenbelag,
Zungenbelagsindex
Hallermann-Syndrom
Hallermann-Steiff-Syndrom, okulo-mandibulo-faziales Syndrom; sehr seltene
(weltweit 150 Fälle bekannt), erbliche u. komplexe Missbildungen im Bereich des
Kopfes. Zahnärztlicherseits besteht eine
Zahnunterzahl
und ein
zurückgebildeter Unterkiefer.
Halo Effekt
gr. "Halo" für Rand oder Hof; Lichteffekt, der durch die Brechung und Spiegelung
des Lichts an Kristallen entsteht. In der Füllungstherapie mit
Komposites
verleiht dieser rundliche, durchscheinend-bläuliche Effekt (
Transluzenz)
ein natürliches Aussehen, wie z.B. der restaurierten
Schneidekante.
Daneben entsteht diese Erscheinung ungewollt an Komposite-Füllungsrändern durch
ein fehlendes
Finieren der aufgelockerten Schmelzprismen nach hochtouriger
Präparation.
Halogenkohlenwasserstoff
engl.: halogenated hydrocarbon; Kohlenwasserstoffe, deren Moleküle
Halogene (Fluor, Chlor, Brom oder Jod) enthalten. Verwendung als Lösungsmittel
für Fette, Weichmacher, Flammschutz-, Feuerlösch-, Kälte- und Treibmittel.
Hochtoxisch für die Leber und das ZNS. Weiter wirken viele H. als
ozonabbauende
Verbindungen (Ozonschicht) oder als Treibhausgase.
Halothan
Inhalationsnarkotikum, halogenierter (fluorierter) Kohlenwasserstoff:
2-Brom-2-chlor-1,1,1-trifluorethan; flutet verhältnismäßig rasch an und ab und
ist somit gut steuerbar. Heute weitgehend von den Fluranen (Isofluran,
Sevofluran und Desfluran) abgelöst.
Inhalationsnarkose,
Narkose
Haltbarkeit
Langlebigkeit, verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im
Seitenzahnbereich, engl.: longevity (durability) of different
filling materials and techniques within the posterior tooth area;
wichtiges Kriterium für den Einsatz eines bestimmten Füllungsmaterials oder -
technik. Untersuchungen gehen davon aus, dass ca. 60% der zahnärztlichen
Behandlungszeit für die Erneuerung zahnärztlicher Arbeiten aufgebracht werden
müssen.
Die größten Probleme bei derartigen Untersuchungen bzw. Einschätzungen
sind einmal, dass es keine klinisch objektivierbaren Untersuchungsmethoden gibt.
Jeder Behandler legt andere Maßstäbe an, wobei das Vertrauen in die eigen Arbeit
höher einzustufen ist, als wenn Fremdarbeiten beurteilt werden müssen. Zum
anderen klafft häufig eine große Lücke zwischen einer offensichtlich nicht mehr
tauglichen Versorgung und dem subjektiven Empfinden des Patienten. Insofern sind
in der Literatur auch eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Zahlen zu finden.
Die nachfolgende Übersicht von R. Hickel u.a. (2008) gibt die jährliche
Verlustquote (in %) für Füllungen im Seitenzahnbereich (Klasse
I u. II) wieder:
Restaurationsart
(Klasse
I u. II) |
Mittelwert (SD)
jährliche Verlustquote (%) |
Median
jährliche Verlustquote (%) |
|
Amalgam |
1,5 |
1,2 |
|
Glasionomerzement |
6,7 |
6,7 |
|
Komposite |
2,2 |
1,9 |
|
Kompomere |
1,9 |
1,6 |
|
Kompositinlay |
2,1 |
2,2 |
|
Keramikinlay |
1,9 |
1,6 |
|
CAD/CAM (Cerec) |
1,8 |
1,5 |
Goldinlay /-onlay
Teilkrone |
0,8 |
0,5 |
Haltbarkeit
von Füllungen (Amalgam
vs.
Komposite), engl.: longevity (durability) of expanded fillings,
(amalgam vs. composite). In den letzten Jahren (Stand 2009)
sind in den USA und Portugal herausragende Studien an jeweils ca. 500 Kindern zu
dieser Frage durchgeführt worden, deren voller Text von der ADA frei angeboten
wird. Auszugsweise (nach M. Logies): in bleibenden Zähnen
mussten innerhalb von nur 5 Jahren 14,9% der Kompositefüllungen, aber nur 10,8%
der Amalgamfüllungen ersetzt werden (P=0,45), die Reparaturrate betrug 2,8% vs.
0,4% (P=0,02) zuungunsten von Komposite. In der Beobachtung von bis zu 7 Jahren
betrug die Überlebensrate für Amalgam 94,4%, die für Komposite 85,5%. Die
Sekundärkariesrate, vor Frakturen Hauptgrund für Füllungsverlust, war für
Komposite 3,5fach gegenüber Amalgam erhöht. In einer Nachanalyse zu konnte kein
kariesprotektiver Effekt des
Fluorids in
Kompomer
gegenüber Amalgam festgestellt werden.
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von zahnfarbenen
Füllungen, Haltbarkeit
von zahnärztlichen Arbeiten,
Kariesaktivität
Haltbarkeit von Implantaten; engl.: longevity (durability) of dental implants;
Implantaterfolg
Haltbarkeit
von
Inlays vs.
Teilkronen, engl.: longevity (durability) of dental
restorations (inlays
vs.
partial crowns); in 2005 kommen Dr. Haberkorn u. Professor Dr. Thomas
Kerschbaum (Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität zu
Köln) zu folgenden Ergebnissen:
Teilkronen erzielen aufgrund der längeren Verweildauer und geringeren
Verlustquote bessere Ergebnisse als Goldinlays, doch haben auch letztere sehr
gute Überlebenschancen. Prinzipiell stellen beide Arten des Zahnersatzes
zuverlässige und dauerhafte Restaurationsarten dar. Deswegen sollte sich die
Auswahl danach richten, wie groß der Schaden am Zahn ist.
15 Jahre nach der zahnärztlichen Behandlung sind noch achtzig Prozent dieses
Zahnersatzes funktionsfähig, nach weiteren fünf Jahren verringert sich diese
Zahl um sieben Prozent. Dabei schneiden Teilkronen wesentlich besser ab als
Inlays. Die Verweilwahrscheinlichkeit einer Teilkrone liegt nach 15 Jahren
zwanzig Prozent über der einer großen Goldfüllung.
Gründe für den Verlust von Inlays und Teilkronen sind vor allem neue Karies und
mangelnde Befestigung. Behandlungen der Pulpa eines Zahnes, beispielsweise an
der Zahnwurzel, stellen eine weitere Ursache dar. Gelegentlich sind Brüche der
Zähne oder Risse, bzw. Löcher in der Kaufläche Gründe für den Wegfall des
Zahnersatzes. Insgesamt gehen auf diese Weise rund zehn Prozent des Zahnersatzes
verloren, dabei sind Teilkronen und Inlays gleichermaßen betroffen. Nach ihrem
Verlust können sie jedoch beide Füllungsarten in den meisten Fällen erneuert
werden. Die Fälle, bei denen die Zähne gezogen werden müssen, liegen bei
Teilkronen und Inlays jeweils unter einem Prozent.
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von
zahnärztlichen Arbeiten,
Haltbarkeit von Zahnersatz
Haltbarkeit
von natürlichen Zähnen, engl.: life of natural teeth; diese
individuell sehr schwierig zu beantwortende Frage hat Prof. St. Zimmer aufgrund
der
Mundgesundheitsstudie von 2006 versucht zu beantworten. Er schreibt dazu
u.a. (ZPW 7+8/2007):
"Nach den neuesten bundesrepräsentativen Daten des Institutes der Deutschen
Zahnärzte (IDZ) aus dem Jahre 2006 sind in der Kohorte der 65- bis 74-Jährigen
Deutschen noch 13,9 natürliche Zähne vorhanden. Wenn man davon ausgeht, dass
sich diese Zähne im Durchschnitt seit rund 60 Jahren in der Mundhöhle befinden,
gelangt man zu einer Zehnjahres-Überlebensrate von 91,6% und einer jährlichen
Verlustrate von 0,84%. Demnach gehen pro Jahr im Durchschnitt 0,24 Zähne
verloren. Die Weisheitszähne finden bei dieser Berechnung keine
Berücksichtigung. Der Mittelwert von 14,1 fehlenden Zähnen bei 65- bis
74-jährigen umfasst natürlich eine große Spanne von Individuen mit
unterschiedlichsten oralen Gegebenheiten. Dementsprechend zeigt dieser Wert auch
auf eine breite Streuung. So sind einerseits 22,1% der Population komplett
zahnlos, während exakt der gleiche Prozentsatz noch mindestens 24 eigene Zähne
im Mund hat. Es lohnt sich daher, einen Blick darauf zu werfen, wie viele Zähne
unter optimaler Prophylaxe bis ins hohe Alter erhalten werden könnten. Axelsson
und Lindhe (2004) haben nach 30 Jahren Individualprophylaxe bei 50- bis
65-Jährigen durchschnittlich noch 26,3 eigene Zähne vorgefunden. Bei der
Alterskohorte der 66- bis 80-Jährigen waren es noch 25,1 und bei den 81- bis
95-Jährigen immerhin noch 18,3 Zähne. Unter den Bedingungen optimaler Prophylaxe
ergeben sich demnach eine Zehnjahres-Überlebensrate von 98,5% und eine jährliche
Verlustrate von 0,15%. Das bedeutet, dass im jährlichen Durchschnitt nur 0,04
Zähne verloren gehen."
Zahnverlust
Haltbarkeit
von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen, engl.:
longevity (durability) of plastic (tooth colored) fillings,
im
Seitenzahnbereich (posterior tooth area). In Anbetracht der hohen
Kosten, die für die konservierende Versorgung anfallen, ist es von großem
Interesse zu wissen, welche durchschnittliche Überlebenszeit für die
verschiedenen
Restaurationsformen erwartet werden kann. Allerdings differiert die
klinische Einschätzung, ob eine Restauration erneuerungsbedürftig ist oft
zwischen den verschiedenen Nachuntersuchern, und reflektiert die Aussagekraft,
die derartigen Bewertungen zugrunde liegen kann: So zeigt die Befunderhebung bei
Patienten oft Füllungen, die eigentlich den strengen Anforderungen/Kriterien an
klinisch einwandfreie Füllungen nicht mehr entsprechen, die aber durchaus noch
weiter ihren Zweck erfüllen können und nicht unbedingt sofort ausgetauscht
werden müssen. Hinzu kommt die Tatsache, dass in den versch. Untersuchungen
nichts über die
Füllungsgröße/-umfang ausgesagt wird und dass die Untersuchungen sich auf
versch. Handelspräparate beziehen, die untereinander nicht vergleichbar sein
können.
-
Komposite
Es sind vor allem die negativen Auswirkungen der
Polymerisationsschrumpfung kompositbasierter Restaurationsmaterialien,
die auch bei neueren Kompositen immer noch 1,3–3,5% beträgt, welche sich
klinisch in
Randspalten,
Schmelzrissen, postoperativen Beschwerden und langfristig in verfärbten
Füllungsrändern und Sekundärkaries zeigen.
Eine schwedische Studie (Mjör) ergibt einen
Medianwert
von 6 Jahren für die Überlebenszeit von 537
Kompositfüllungen, die von Zahnärzten in Schweden gelegt wurden. Neben
dem Auftreten von Sekundärkaries (38%), Füllungsfrakturen (16%),
Randeinbrüchen (4%) und Verfärbungen (12%) waren insuffiziente anatomische
Konturen (9%) und Zahnfrakturen (13%) Gründe für den frühzeitigen Verlust.
Eine andere Studie von Barnes konnte eine Überlebensrate von 90% für
Ful-Fil-Füllungen (Dentsply, Milford, USA) nach 5 Jahren und von
77% nach 8 Jahren feststellen. Hauptursachen für frühzeitigen
Füllungsverlust waren Sekundärkaries und starker Verschleiß. Ähnliche
Ergebnisse mit einer Überlebensrate von 88,9% für P-50-Füllungen (3M) nach 5
Jahren wurden von Helbig dokumentiert. Raskin berichtet eine
10-Jahres-Verlustquote von 40–50% für Occlusin-Füllungen in Klasse-I- und
-II-Kavitäten. Verschleiß im okklusalen Anteil während der ersten 5 Jahre
und ein Verlust der Approximalkontakte gegen Ende der 10-Jahres-Studie waren
für die meisten Füllungsverluste verantwortlich.
Die mediane Überlebenszeit nach einer großen Studie (Van
Nieuwenhuysen JP, D'Hoore W et al, 2003) betrug für Komposites 7,8 Jahre,
für Amalgam 12,8 Jahre und für Kronen mehr als 14,6 Jahre.
Die Gründe für die begrenzte Haltbarkeit haben sich im Laufe der
Jahrzehnte verändert. Übermäßiger Verschleiß, welcher die Konturen der
okklusalen Anatomie, aber auch der Approximalkontakte stark beeinträchtigt,
und Materialdegradation waren die Hauptprobleme in den 70er- und 80er-Jahren
des letzten Jhds.. Optimierungen in der Füllkörpertechnologie haben zu
Veränderungen in den Versagensmustern geführt, ebenso wie der stetig sich
verstärkende Trend, Komposite nicht nur in kleinen Kavitäten im
kaubelasteten
Seitenzahnbereich einzusetzen. In neueren Studien zeichneten sich
Verschleiß, Frakturen, Randunregelmäßigkeiten, Randverfärbungen und
Sekundärkaries als Hauptursachen für den Verlust ab. Das relativ häufige
Auftreten von Sekundärkaries bei Kompositmaterialien wird u. a. auf eine
signifikant höhere Anzahl von
Streptococcus mutans Bakterien an den Rändern von Kompositfüllungen im
Vergleich zu
Amalgam.
Prämolaren zeigten in vielen Studien günstigere Bedingungen als
Molaren. Die
Kavitäten sind tendenziell kleiner und – als Konsequenz daraus –, der
Effekt der Kaukräfte ist weniger stark.
-
Kompomere
Das Haupteinsatzgebiet der Kompomere liegt in der Versorgung defekter
Milchzähne; insofern können Vergleiche zu den vorgenannten Kompositen
nur schwer angestellt werden. Vorliegende Untersuchungen zeigen
Überlebensraten von über 90 % nach drei Jahren; wie nicht
anders zu erwarten, spielte die Größe der Füllung eine entscheidende Rolle.
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von
ausgedehnten Füllungen,
Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten,
Kariesaktivität
Haltbarkeit
von zahnärztlichen Arbeiten, engl.: longevity (durability) of
dental restorations; nachfolgende Zusammenstellung gibt
Durchschnittswerte für versch. zahnärztliche Versorgungen wieder -
individuelle Gegebenheiten können unter Umständen sehr davon abweichen. Wie bei allen
Dingen des Lebens gilt: Ohne gute Mundhygiene sind bei allen Materialien die
Zeiten kürzer, wobei metallische Werkstoffe wegen ihrer "Bakterienfeindlichkeit"
diese Nachlässigkeit mehr "verzeihen".
Haltbarkeit verschiedener
Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von natürlichen Zähnen,
Kariesaktivität
Haltbarkeit
von Zahnersatz, engl.:longevity (durability) of denture; es
gibt keine allgemeingültigen Regeln zur Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten,
da viele Faktoren die Verweildauer im Mund bestimmen. Im Gegensatz zu früher
spielen dabei die materialbedingten Ausfälle beim Einsatz bewährter Verfahren
nur noch eine untergeordnete Rolle. Neben einer individuellen, biologischen
Komponente sind eine korrekte Planung, (technische) Ausführung und Eingliederung
des Zahnersatzes ebenso entscheidend wie eine regelmäßige fachmännische
Kontrolle und eine sorgsame häusliche Pflege.
Gesetzliche Versicherer bezuschussen (Stand 2003) in der Regel eine Neuanfertigung
von Zahnersatz nach 5 Jahren H. In den Lehrbüchern sind Spannen zwischen
8 und 10 Jahren - gemessen an wissenschaftlichen Kriterien und nicht unter einer
Patientenzufriedenheit - zu finden.
Wissenschaftliche Studien - besonders untereinander vergleichbare - sind dem
Autor nicht bekannt; Standards in der Beurteilung existieren nicht. Einen
Anhaltspunkt für Deutschland liefert eine umfangreiche Studie bei
festsitzendem Zahnersatz (Kronen,
Brücken) von Prof. Kerschbaum (Köln, 2000), welcher 34.000 Rechnung einer
privaten deutschen Krankenversicherung (DKV) in einer repräsentativen Stichprobe
über 25 Jahre (1974-1999) auswertete. Pro Patient wurde dabei nur eine
Brücke/Krone analysiert, um die Unabhängigkeit der Auswertung zu gewährleisten.
Insgesamt wurden 4.363 Kronen und 1.664 Brücken analysiert. Als Zielkriterium
galt: Erneuerung der Kronen und Brücken bzw. der Verlust des Pfeilerzahns =
Misserfolg in dieser Zeit. Die Studie sagt nichts darüber aus, ob der Zahnersatz
nach fachlichen Kriterien (welchen?) noch in Ordnung ist:
| Zeit nach Eingliederung
|
in Funktion (%) |
95 % Konfidenz-Intervall |
| Kronen |
Brücken |
Kronen |
Brücken |
| 1 Jahr |
99,8 |
99,7 |
99,6 - 100,0 |
99,4 - 100,0 |
| 5 Jahre |
94,1 |
97,5 |
92,7 - 95,5 |
96,6 - 98,5 |
| 10 Jahre |
83,3 |
86,6 |
80,9 - 85,6 |
84,3 - 88,9 |
| 15 Jahre |
68,3 |
72,2 |
65,3 - 71,3 |
69,1 - 75,3 |
| 20 Jahre |
48,4 |
50,2 |
45,0 - 51,9 |
46,6 - 53,9 |
| 25 Jahre |
28,6 |
27,7 |
25,0 - 32,1 |
24,0 - 31,4 |
(© zm-online)
Eine neuere Studie aus Schweden (Eriksson et al., 2004)
kommt zu ähnlichen Ergebnissen, wobei kleinere
Restaurationen schlechter abschneiden (Vermutung: Überbelastung der
Pfeilerzähne). Als Hauptgründe für einen Verlust werden
Sekundärkaries und Wurzelfrakturen angegeben.
Eine weitere Studie (Dietze, S., Kerschbaum, Th., Teeuwen, R.; DZZ 58, 2003)
beschäftigt sich mit der Haltbarkeit von herausnehmbaren Zahnersatz ("Langzeitschicksal"
von
klammerverankerten
Modellgussprothesen):
In einer
retrospektiven Analyse des Patientengutes einer Kassenpraxis (1225
Patienten) wurden Verweildauer von Modellgussprothesen und Überlebensrate der
Restzähne untersucht.
Die Prothesen waren nach parodontalhygienischen Prinzipien gestaltet, Auflagen
in der Zahnhartsubstanz wurden nicht eingeschliffen. Ein Recall-System
existierte in der Praxis nicht.
Nach 5 Jahren waren noch 84% der Prothesen in Funktion, nach 10 Jahren 59% (15
Jahre: 38,8 %, 20 Jahre: 23,5 %, 30 Jahre: 14,5% ). Die durchschnittliche
Nutzungsrate lag bei 11,7 Jahren.
Im Beobachtungszeitraum ergab sich, bezogen auf die erfassten 10.035 Restzähne,
eine Extraktionshäufigkeit von 29,2 %. Innerhalb von 14 Jahren waren etwa 50 %
der Restzähne verloren gegangen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass
Vollprothesen
oftmals länger getragen werden, als dies medizinisch vertretbar wäre: Besonders
die Abrasion
der heute gängigen Kunststoff-Ersatzzähne und der altersbedingte Kieferschwund
lasen es als geboten erscheinen, nach spätestens 10 Jahren eine Erneuerung oder
eine
labormäßige Anpassung (Unterfütterung,
Erneuerung der Zähne) vorzunehmen.
Gewährleistung,
GoldenGate System, Haltbarkeit
verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich,
Haltbarkeit von natürlichen Zähnen,
Haltbarkeit von Inlays vs.
Teilkronen,
Haltbarkeit ("Langzeitbewährung") von Teilprothesen,
Haltbarkeit von
zahnärztlichen Arbeiten,
Kariesaktivität
Haltedorn
Abstandshalter, engl.: retaining spike;
kieferorthopädisches Fixationselement bei
herausnehmbaren Apparaturen, um das Wandern von Zähnen in bestehende Lücken
zu verhindern; zuweilen auch als aktives Element eingesetzt.
Halteelemente
Retentionselemente, Haltefunktion, engl.: retaining element;
vielfältige Konstruktionen in der
Teilprothetik, um den
herausnehmbaren Zahnersatz gegen funktionell auftretende, "abziehende"
Kräfte zu sichern. H. ohne spezielle Abstützung ("einfache Klammern")
verhindern zwar das Lösen, aber nicht das Absinken der Prothese. In der
Kieferorthopädie als Befestigungselemente eingesetzt, um u.a. auch aktive Kräfte
durch Apparaturen (
aktive Platte) auf die Zähne und den Kiefer zu übertragen.
Die einfachste Form von H. sind
Klammern versch. Konstruktion ohne
Abstützung
(= Halteklammern). Zum Einsatz kommen weiter Klammern mit
Abstützung
(= Halte-Stütz-Klammer),
Teleskopkronen,
Geschiebe,
Riegel und
Stege.
Unterteilung in:
- aktive Halteelemente
erfüllen ihre Funktion ohne Zutun des Patienten nach Einsetzen des
Zahnersatzes. Die Mehrzahl der H. ist aktiv
- passive Halteelemente
typische Vertreter sind die Schwenk-, Dreh-, Steckriegel, welche nach
Einsetzen des Ersatzes vom Patienten oder Zahnarzt aktiviert (geschlossen)
werden (
Riegel)
- indirekte Halteelemente
Kippmeider
Die Kraft der H. ("Haltekraft")
sollte Werte von 8-10 N nicht übersteigen, da sonst mit einer dauerhaften
Schädigung des
Zahnhalteapparates zu rechnen ist.
Bei
Vollprothesen - hier sind mangels Zähnen keine klassischen Halteelemente
einsetzbar - übernehmen andere Kräfte bzw. Gegebenheiten die Haltefunktion:
Saughaftung durch Erzeugung eines Unterdrucks an der
Prothesenbasis, funktionelle Einbindung in die Muskulatur (
Funktionsabdruck),
Adhäsionskräfte des Speichels und eine (Re-)Stabilisierung beim
Zusammenbiss;
Prothesenhalt.
Abstützelemente,
Adams Klammer,
Doppelarmklammer,
Geschiebe,
Gilmore Reiter,
Klammer,
Magnetkräfte,
Ösenklammer,
Prothesenhalt,
Resilienzteleskop,
Stützelement,
Verbindungselement,
Zahnfleischklammer
Haltekraft,
engl.: contact retention;
Halteelement
Hamartom
engl.: hamartoma, geschwulstähnliche Neubildung, welche im Gegensatz
zu echten Tumoren keine primäre Wachstumsautonomie besitzt. Es handelt sich
dabei um eine während der Embryonalentwicklung entstehende, gutartige
tumorartige Fehlbildung aus atypisch differenziertem Keimgewebe.
Cowden-Krankheit,
Odontom
hämatogen , engl.: hematogenic; aus
dem Blut stammend bzw. durch das Blut transportiert oder auch: Blut bildend
Hämatom
Haematoma, Bluterguss, Blutfleck, engl.:
hematoma, black eye; in der
ZHK meist als subkutanes Hämatom als Folge von
Kieferoperationen (postoperativ) oder nach Unfällen (posttraumatisch)
vorkommend. Das in das Unterhaugewebe austretende Blut zeigt anfangs bei
leichter Schwellung eine blaurote, später durch Abbau des Blutfarbstoffs
Hämoglobin, einen gelblich-bläulichen und dann grünen Blutfleck bzw.
eine entsprechende "Blutbeule". "Künstliche
Bluter" und andere
Störungen in der Blutgerinnung begünstigen ein H.
Blutgerinnungsstörungen,
Brillenhämatom,
Spritzenabszess |

Bild-Klick!
H. der Oberlippe als Operations-folge
|

Bild-Klick!
|
hämorrhagisch, engl.: h(a)emorrhagic;
zu Blutungen neigend/führend, mit Blutungen zusammenhängend
Hämostyptika
Hämostatika, engl.: hemostyptic, haemostatic agent;
blutstillende Mittel. Sammelbezeichnung für entsprechende Medikamente,
welche lokal oder
systemisch angewandt werden (
Blutgerinnungsstörungen). Die in der
ZHK gebräuchlichen lokalen H. nach chirurgischen Maßnahmen sind meist
auf Basis von Fibrin
und/oder Gelantine (Biopolymere wie Gelatine, Fibrinschwamm,
Fibrinkleber); bei prothetischen Maßnahmen kommen meist Gefäß-Adstringenzien
oder ausfällende Stoffe (Eisen-Metallsalze bzw.
Adrenalin) zur Blutstillung vor Abdrucknahme zum Einsatz.
Aluminiumchlorid,
Blutgerinnungsstörungen,
Kollagenschwamm,
Nachblutung
Handbissnahme
geführte, engl.: hand guided bite-taking (with the hands of the
dentist); ohne großen
instrumentellen Aufwand durchgeführte, horizontale
Kieferrelationsbestimmung unter Zuhilfenahme von
Biss-Schablonen; angewandt in der Regel im zahnlosen Kiefer als eine der möglichen
Kieferrelationsbestimmungen. Dabei erfolgt die Positionierung des
Unterkiefers bei entspannter Patientenhaltung durch die "führende Hand des
Zahnarztes". Eine derartige Bestimmung der
Zentrik
(maximale Interkuspidation) setzt vom Behandler viel Erfahrung und Übung voraus
und bedingt eine entspannte
Kiefermuskulatur des Patienten.
Bissnahme
Händedesinfektion
engl.: hand disinfection; Anwendungen zur Reduzierung der Keimzahlen auf
der Handoberfläche mit Hilfe von Händedesinfektionsmitteln, dies besonders dann,
wenn auf die Anwendung von Einmalhandschuhen verzichtet wird. Vorgebeugt werden
soll dadurch der Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern (Bakterien und
Viren) von einem Patienten zum folgenden; weiter als eigener Schutz für die
behandelnden Personen selbst.
Unterscheidung in hygienische und chirurgische H.. Die Einwirkzeit
beträgt mindestens 30 sec.; bei erhöhtem Risiko und bei chirurgischen Maßnahmen
bis zu 5 Minuten.
Zum Einsatz kommen meist alkoholische Präparate (Ethanol, n- und iso-Propanol),
welche in den trockenen Händen verrieben werden; hingegen erreichen hygienische
Händewaschungen mit antimikrobiellen Waschpräparaten oder die
Seifenwaschung nicht so gute Resultate.
Desinfektion
Handinstrument
engl.: hand instrument; Schlagwortbezeichnung für eine Vielzahl
zahnärztlicher Werkzeuge, welche im Gegensatz zu rotierenden Instrumenten (
Bohrer) durch die zahnärztliche Hand in Funktion gesetzt wird.
Heidemann-Spatel
Hand-Fuß-Mund-Exanthem (Krankheit)
falsche Maul- und Klauenseuche, engl.: hand-foot-mouth disease;
durch das Coxsackie-Virus ausgelöste gutartige, fieberhafte, meist
epidemische Erkrankung. Der
aphthenartige bis großblasiger Hautausschlag tritt an Händen, Füßen
sowie der Mundschleimhaut auf; die Lippen bleiben davon ausgespart. Die
äußerst hartnäckige Infektion (Schmier- oder Tröpfcheninfektion) befällt
in den meisten Fällen Kinder unter 10 Jahren. Nach einer Inkubationszeit
von 3-6 Tagen treten Fieber, Übelkeit, Halsschmerzen und Bauchschmerzen
auf, wobei die Mundschleimhaut zuerst befallen wird. Eine
antibiotische Abschirmung ist nur in besonders schweren Fällen bei
der von allein ausheilen Krankheit (~ 10 Tage) erforderlich.
|

Periorales Exanthem bei einem 11 Monate alten Kind
©: MidgleyDJ at en.wikipedia |
Hand-Röntgenaufnahme
"Handaufnahme", engl.: hand radiograph; diagnostisches
Hilfsmittel in der Kieferorthopädie zur Bestimmung der individuellen
Wachstumssituation ("skelettale
Reife") und somit zur Festlegung des günstigsten
Behandlungszeitpunktes und/oder, ob bei einer geplanten Maßnahme noch
mit entscheidenden Wachstumskräften zu rechnen ist. Dieses Wissen ist
besonders bei Bisskorrekturen (Lage des Unterkiefers, Bisshebung) von
Bedeutung. Nach Björk werden dabei 8 Reifestadien unterschieden;
nach Grave und Brown sind 6 Verknöcherungsstadien zu
beobachten, wobei die größte Wachstumsgeschwindigkeit bei weibl.
Jugendlichen zwischen 11 u. 13 Jahren, bei männl. zwischen 13 u. 15
Jahren liegt. Fishman unterscheidet bei der radiologischen
Bewertung der Hand insgesamt elf verschiedene Reifestadien.
Die Verknöcherung der Handknochen steht in Relation zum gesamten
Wachstum des menschlichen Skeletts. Daher kann mit Hilfe der
Handröntgenaufnahme bestimmt werden, in welchem "Wachstumsstadium" sich
der Körper befindet.
Fernröntgenbild,
Kieferorthopädie,
Wachstumskurve
|

Aufnahme einer
14-Jährigen |

Aufnahme einer
17-Jährigen |
Handstück
engl.: handpiece; im Gegensatz zum im Mund fast ausschließlich
gebräuchlichen
Winkelstück stimmt die Längsachse des H. mit dem des
Bohrers überein; es handelt sich um ein gerades Übertragungsinstrument.
Einsatz vornehmlich in der
Zahntechnik ("Technikhandstück")
Doriot
Gestänge
Handzahnbürste,
Zahnbürste
Hansa-Platte
"elastischer
Aktivator", engl.: Hansa plate;
funktionskieferorthopädischen Gerät, bei welchem die Oberkieferplatte
anhand von Spezialfedern mit der Unterkieferplatte verbunden ist.
Harmoniebox
nach Segner und Hasund; Normogramm mit den Variablen
SNA-Winkel,
SNB-Winkel,
ML/NSL-Winkel,
NL/NSL-Winkel, NSBa-Winkel;
Bergen-Analyse
Härtefall
Härtefallklausel, engl.: hardship case (clause); um
Gesetzlich Versicherte vor finanziellen Überforderungen durch Zuzahlungen
für medizinische Leistungen zu bewahren, sieht das
Sozialgesetzbuch eine sog. Härtefallklausel ("Sozialklausel")
sowie eine Überforderungsklausel vor. Über die Härtefallklausel werden
bestimmte Personengruppen komplett von der Zuzahlung befreit. Die "gleitende
Härtefallklausel" vermeidet Ungerechtigkeiten bei den Höchstsätzen nach der
Sozialklausel. Dagegen gilt die Überforderungsklausel grundsätzlich für alle
Versicherten und befreit teilweise von den
Zuzahlungen.
Für das Jahr 2013 gelten folgende monatliche Einkommensgrenzen für eine
vollständige Kostenübernahme bei der Regelversorgung:
Alleinstehende 1.078 Euro
mit einem Angehörigen 1.482,25 Euro
jeder weitere Angehörige zusätzliche 269,50 Euro
Die Voraussetzungen für einen H. werden von der zuständigen Krankenkasse
geprüft. Wichtig: Wer von den
Zuzahlungen
zu Arznei- und Heilmitteln befreit ist, fällt nicht automatisch unter die
Härtefallregelung bei Zahnersatz. Für die Versorgung mit Zahnersatz ist stets
eine gesonderte Antragstellung und Prüfung erforderlich.
Für Zahnersatz gelten die Härtefallregelungen ab 2005 auf Basis der neuen
Festzuschussregelung - hier zu 100 % auf die
Regelversorgung = doppelter
Festzuschuss. Der monatlich anfallende Beitrag für die
Zahnersatz-Versicherung (ab 1.7.2005) muss allerdings von allen Versicherten
geleistet werden. Dies gilt auch für Sozialhilfeempfänger, die nicht in der
gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Sie wurden im Zuge der
Gesundheitsreform mit GKV-Versicherten gleichbehandelt und zahlen deshalb
auch den Beitrag für die Zahnersatz-Versicherung. Zusätzlich heißt es im
Sozialgesetzbuch (§ 55 Leistungsanspruch) zu den sog. "Gleitenden
Härtefällen" (=unzumutbare Belastung): „Versicherte haben bei der
Versorgung mit Zahnersatz zusätzlich zu den Festzuschüssen nach Absatz 1 Satz 2
Anspruch auf einen weiteren Betrag. Die Krankenkasse erstattet den Versicherten
den Betrag, um den die Festzuschüsse nach Absatz 1 Satz 2 das Dreifache der
Differenz zwischen den monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt und der
zur Gewährung eines zweifachen Festzuschusses nach Absatz 2 Satz 2 Nr. 1
maßgebenden Einnahmegrenze übersteigen. Die Beteiligung an den Kosten umfasst
höchstens einen Betrag in Höhe der zweifachen Festzuschüsse nach Absatz 1 Satz
2, jedoch nicht mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten."
Beispiel:
Monatliches Bruttoeinkommen (MB), Festzuschuss nach der Härtefallregelung (FZH;
dies entspricht dem doppelten "normalen" Festzuschuss), Betrag über der
Härtefallgrenze (üH), dreifache Überschreitung (3üFZ), Gesamtfestzuschuss auf
die beabsichtigte Konstruktion nach der Härtefallregelung (GFZ):
1. Betrag „MB“ – Betrag „FZH“ = Betrag „üH“
2. „üH“ x 3 = Betrag „3üFZ“
3. Betrag „GFZ“ – Betrag „3üFZ“ = zusätzlicher Betrag der Krankenkasse
nach der gleitenden Härtefallregelung
chronisch krank,
Festzuschüsse,
Gesundheitsreform (ab 2004),
Zuzahlungen
Härteprüfung
engl.: hardness test; Methode zur Bestimmung und Klassifizierung der
Härte von verschiedenen Werkstoffe, wobei Härte ein Maß für den Widerstand, den
ein Körper dem Eindringen eines (härteren) Körpers entgegenstellt, ist. Abhängig
von den zu untersuchenden Materialien und bestmöglichen
Differenzierungseigenschaften haben sich mehrere, in der Regel zerstörungsfreien
DIN-Prüfverfahren, herausgebildet:
Nach der Art des Aufbringens der Prüfkraft
-- statisches Aufbringen der Prüfkraft mit Vorkraft: z.B. Rockwell
Nach der Art des Eindringkörpers
-- Kugeldruckhärteprüfung (Brinell, Janka)
-- Pyramidenhärteprüfung (Vickers, Knoop)
--
Shore Härteprüfung
-- Kegeldruckhärteprüfung (Ludwik, Rockwell)
Nach der Größe der Prüfkraft
Oberflächenhärte
Hartgips
engl.: hard stone plaster; im
Autoklav gewonnene Halbhydrat-Gipse
versch. Härtegruppen und Typenbezeichnungen (Typ III, Typ IV) und einer
Unterteilung in Super-Hartgips, kunststoff-vergüteter Super-Hartgips,
Sockel-Gips, Artikulations-Gips, usw. Einsatz vornehmlich bei der Präzisions-Modellherstellung
Gips
Hartmetallbohrer
engl.: (tungsten-)carbide bur; spezielle zahnärztliche/zahntechnische
Bohrer, bei welchen die Bohrschneide aus Hartmetall gearbeitet ist. Hartmetalle
sind Sinterwerkstoffe aus verschiedenen Bestandteilen wie Wolfram,
Titan,
Tantal, Cobalt und Karbiden. Sie sind äußerst druck- und verschleißfest,
aber spröde. In der ZHK im Einsatz in Form von Hartmetallfräsen und -finierern.
Bohrer
Harvard Zement
Handelsname für einen Befestigungs- und Unterfüllungszement auf
Zinkoxid-Phosphatzement
Basis (Harvard ist eine eingetragene Marke der Richter&Hoffmann
Harvard Dental Gesellschaft mbH & CoKG)
Befestigungszement,
Unterfüllung,
Steinzement
Harvest BMAC™
(Bone Marrow Aspirate Concentrate); von der Arbeitsgruppe Prof. Dr. Dr.
Gutwald/Dr. Sauerbier (Universitätsklinikum Freiburg) entwickeltes, patentiertes
Verfahren auf dem Prinzip der Konzentrierung von patienteneigenen
Knochenmarkaspiraten. Dieses
minimal-invasive Verfahren konzentriert durch Punktion (etwa 60ml
Knochenmark) gewonnene autologe regenerative Zellen (ARC) aus dem Knochenmark,
um damit die Beschleunigung des natürlichen Heilungsprozesses erheblich zu
verbessern und die Entnahmerisiken für den Patienten zu minimieren. Im
eigentlichen, ca. 15-minütigem Herstellungsprozess werden ca. 3–7ml
Zellkonzentrat mit einem Konzentrierungsfaktor zwischen 4 und 5 gewonnen. Dieses
Konzentrat wird zur Beimpfung von Geistlich
Bio-Oss®
verwendet, um so die Selbstheilungsfähigkeit im Defektbereich deutlich zu
steigern. Zusammen mit dem Trägermaterial Geistlich Bio-Oss® werden die
aufkonzentrierten Zellen in den Patienten zurücktransferiert.
Hasenscharte, Bec de lièvre;
engl.: hare-lip; volksmundartl. Bezeichnung für eine
Lippenspalte
Hasund-Analyse;
Bergen-Analyse, Harmoniebox
Hatchcock Zeichen
engl.: Hatchcock's sign; Berührungsschmerzhaftigkeit der
Kieferwinkel
beim Druck nach oben als frühes Begleitsymptom (noch vor der Drüsenschwellung
auftretend) einer
Parotitis. Entsprechende Druckschmerzpunkte am
Kiefergelenk,
hinter dem
Kieferwinkel, unterhalb des Warzenfortsatzes (Teil des
Schläfenbeins
hinter dem Ohr) und im
Submandibular-Drüsen-Bereich werden als Rilliet Punkte bezeichnet.
Mumps
Hauer Parodontometer
engl.: Hauer's periodontal pocket marker; heute nicht mehr
gebräuchliches Instrument zur Messung von Zahnfleischtaschen-Tiefen. Die Messung
beruht auf aneinander gereihten, versch. großen Drahtösen, welche in die
Zahnfleischtasche eingeführt werden.
Parodontalsonde,
Parodontometer
Hauptfissur
Hauptfurche, engl.: main fissure (groove); die die
Kaufläche prägende Fissur der großen und kleinen Backenzähne. So ist die
anatomische Kreuzform typisch für untere, die H-Form
typisch für obere Backenzähne und die gestreckte X-Form bezeichnend für
untere Prämolaren
Fissur |

Bild-Klick!
|
Hautoberflächendosis, HOD,
Hautdosis, engl.: skin dose;
Oberflächendosis
Hautporion,
Porion
Hautzahn
engl.: polyphyodont; Zähne der Knorpelfische; sie gelten als die
Vorläufer der Mundzähne. H. sind Plakoidschuppen mit Zähnchen aus
Zahnbein (Dentin)
besetzt, welche dann verkalken. Die H. liegen in mehreren Reihen
schuppenartig angeordnet und können so ausfallende Zähne ersetzen. Diesen
ständigen "Zahnwechsel" bezeichnet man als
Polyphyodontie
Hauzahn
Stoßzahn, engl. tusk; bei Tieren (z.B. Elefant, Walross)
vorkommende, prominente zahnartige Gebilde, entsprechen einem Teil der
Schneidezähne anderer Säugetiere; besitzt beim ausgewachsenen Tier keinen
Zahnschmelzmantel, da dieser beim Gebrauch des Zahnes abgerieben wird, so dass
der Stosszahn zum größten Teil aus
Dentin besteht; besitzen eine
Pulpa.
Aus diesem Grunde sind die Stosszähne auf Druck und Schläge empfindlich.
Hawley Aufbissbehelf
Hawley Bissplatte, engl.: Hawley's bite plane; herausnehmbare
Platte im Oberkiefer, welche so gestaltet ist, dass nur die
Unterkiefer-Schneidezähne in der
Zentrik Kontakt mit dieser Platte haben. Dadurch ist keine
Okklusion der Seitenzähne möglich.
AufbissSchiene,
palatinale Plateaus
HCSC-Amalgam
auch HCD-Amalgam, abgekürzt vom engl.: High Copper Single
Composition oder High Copper Dispersant; steht
der Name für eine Gruppe von Amalgamen mit einem hohen Kupferanteil
Kupferamalgam
Headgear
Kopfgestell, "Außenspange", "Außenbogen", "Gesichtsbogen",
orthodontic headgear, night brace, extraorale Abstützung für
ein
kieferorthopädisches Behandlungsgerät, welches außerhalb des Mundes
am Kopf befestigt und mit einer Zugvorrichtung (herausnehmbar,
festsitzend) versehen ist, die an den zu bewegenden Zähne im Mund
angreift. Sehr wirkungsvolles Hilfsmittel bei schwierigen Zahn- und
Knochenbewegungen - z. B. ein Verschieben der Oberkieferzähne mitsamt
Alveolarfortsatz nach hinten; für den Patienten sehr hinderlich.
Je nach Zugrichtung gibt es vom H. unterschiedliche Grundtypen
Delaire-Maske,
Kieferorthopädie,
Kopf-Kinn-Kappe,
Straight-wire-Technik,
Teuscher Aktivator |

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|
HealOzone ™
"Kariesbehandlung ohne Bohren"; 2003 von der
Fa. KaVo Dental
und dem USA-Unternehmen CurOzone gemeinsam vorgestelltes Gerät zu einer
behaupteten "schmerzfreien,
nicht-invasiven Kariesentfernung" auf
Ozon-Basis - Langzeituntersuchungen stehen aus; erste
Berichte von Praktikern sprechen von guten Ergebnissen;
wissenschaftliche Langzeituntersuchungen fehlen bisher (2005) - vor
allem erscheint es fraglich, dass
Ozon durch Diffusion am Schmelz überhaupt eine Wirkung entfalten
kann. Obwohl die desinfizierende Wirkung von Ozon (viruzid,
bakterizid und
fungizid) bereits seit längerem in der Medizin
(Wundheilungsstörungen, Rheuma-Therapie) genutzt wird, ist dessen
Einsatz in der Zahnheilkunde neu (2003). Das Gerät besteht aus einem
Ozongenerator, einer Vakuumpumpe und einer Neutralisationseinheit. Bei
der Behandlung wird die kariöse Veränderung in einem Vakuum
eingeschlossen, das Ozon appliziert und wieder abgesaugt. Kann kein
Vakuum hergestellt werden - sorgt eine Rückkopplung dafür, dass kein
Ozon ausströmt. An die Ozonbehandlung schließt sich dann der intensive
Gebrauch von Zahnpasta, Spüllösungen und Sprays an, die die
Remineralisation der
Läsionen nachhaltig fördern.
Dabei soll innerhalb weniger Minuten nach Herstellerangaben das Wirkungsprinzip stattfinden:
- Kariöser Schmelz und Dentin ist Ozon-durchlässig!
(Schmelz???, Anm. des Autors)
-
Ozon inaktiviert 99% der
Bakterien
- Säure der Bakterien sind damit weitgehend neutralisiert
- Reduktionsflüssigkeit neutralisiert die Restsäure und gibt
Mineralien und
Fluoride zu
- Jetzt neutrales Medium, angereichert mit Mineralien
- Weiterhin Zugabe von Mineralien durch häusliche Anwendung
("Patientenkit")
- Remineralisierungsprozess in 4 – 12 Wochen / Alternativ:
Versiegelung
Als Indikationen werden angegeben:
Carisolv,
Kariesentfernung,
Kariestherapie,
Ozon |

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Funktions-
prinzip

© der Grafiken:
|
Heat Carrier
engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer
endodontischen
Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung): gemeint ist der Hitzeträger im Rahmen der
thermischen
Kondensation. Dieser kann eine stumpfe, dicke Sonde oder ein entsprechendes
Spezialinstrument sein. Erwärmung über der Alkoholflamme bis zur "Kirschrotglut"
Heatless-Stein
Schleifkörper zum hitzeabgeschwächten Beschleifen von Metallen, Porzellan und
Kunststoff. Erreicht wird diese Eigenschaft durch grobe und harte
Schleifpartikel, welche in eine "weiche" Bindemasse eingelagert sind. Bedingt
dadurch relativ hoher Verbrauch.
Heat Source
engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer
endodontischen
Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung): Wärmequelle zur kontrollierten Plastifizierung der
Guttapercha:
eingesetzt werden meist regelbare elektrische Geräte
Heavy-Body-Wash Technik,
Abdruckverfahren;
Doppelmischabdruck
Hebel
Elevator, engl.: (root) elevator; Instrument im
Zusammenhang mit der
Entfernung eines Zahnes: Entweder zum Lösen des
Periodontalligamentes vom Zahn vor der eigentlichen Extraktion mit
einer Zange (s.a.
Periotom),
oder zum Entfernen von Wurzelteilen bei abgebrochenen Zähnen aus der
Alveole (engl.: root elevator). Unterschieden werden gerade von
abgekrümmten H., abgerundete und scharf auslaufende
Arbeitsflächen, sowie muldenförmige wie auch krallenartige Arbeitsteile.
Bekannte H. sind:
Hebel nach Bein ("Bein'scher Hebel"): im Querschnitt gewölbte
Arbeitsfläche (s. Abb. oben und unter
Elevatorium), welche zwischen Zahn und
Kieferknochen vor der Extraktion zum Ablösen der
Verbindungsstrukturen geführt wird
Lecluse-Hebel ("Drehhebel"): Korkenzieher artiger H.
(vom Griff her) mit starker Kraftentfaltung; Einsatz wird daher meist
abgelehnt, da Gefahr von
iatrogen Verletzungen
Krallenhebel ("Kralle"): zum Entfernen abgebrochener
Zahnwurzeln(vornehmlich im Unterkiefer)
Elevatorium,
Extraktion,
Extraktionszange,
Geißfuß,
Pelikan,
Periotom,
Zahnschlüssel |
 
Bilder-Klick!
|

Hebel nach
Lecluse |

Krallenhebel

"Kralle" |
Heck Krankheit
Morbus Heck, engl.: Heck's Disease, fokal epithelial hyperplasia,
FEH; Mundschleimhauthyperplasien hauptsächlich an Lippen und Zunge, mit
weichen und schmerzlosen rund-ovalen Papillen. Auftreten (über Monate bis Jahre)
im Kind- und Jugendalter mit familiärer Disposition. Eine virale Komponente wird
diskutiert. In Europa äußerst selten; eher in Südamerika anzutreffen.
Heidemann Spatel
Williams Spatel, engl.: Heidemann's (Williams') spatula;
gebräuchliches zahnärztliches doppelendiges Handinstrument, welches einmal über
die Kante (in Abb. linke Seite) und am anderen Ende über die Fläche abgewinkelt
ist. Haupteinsatzgebiet sind das Ausarbeiten ("Modellieren") von Füllungen und
die Applikation von Füllungsmaterialien.
©:www.dcv-instrumente.de
Handinstrument
Heilanästhesie
Heilinjektion, Infiltrationstherapie, "therapeutische
Lokalanästhesie", engl.: salutary injektion, therapeutic regional
anesthesia; wissenschaftlich umstrittene Methode zur Behandlung von
Erkrankungen des Zahnnervs (
Pulpitis) mittels
Lokalanästhetika, meist ohne
gefäßverengenden Zusatz. Diese wird in der Höhe der Wurzelspitze des
erkrankten Zahnes unter die Mundschleimhaut injiziert und soll
Schmerzleitungsbahnen bzw. Reflexbögen unterbrechen. Man geht dabei von der
Tatsache aus, dass
Lokalanästhetika nicht nur die Natriumkanäle bei der Reizleitung, sondern
eine Reihe von spezifischen G-Protein-gekoppelten Rezeptormoleküle blockieren
und somit einen entzündungshemmenden Effekt auslösen.
Weitere sehr umstrittene Einsatzgebiete sind u.a.
Trigeminusneuralgien,
Kiefergelenkserkrankungen,
unklare Nervenschmerzen
Bupivacain,
Fokus,
Huneke-Sekundenphänomen,
Hyperämie,
Neuraltherapie,
Novocain
Heilberufeausweis
elektronischer, HBA, engl.: Health Professional Card, HPC;
Chip-Karte,
elektronische Gesundheitskarte,
ZOD
Heilberufsgesetz
HeilBerG, engl.: "The Health Personnel Act", Kurzbezeichnung
für: Gesetz über die Berufsvertretungen, die Berufsausübung, die Weiterbildung
und die Berufsgerichtsbarkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker,
Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Gemäß Artikel 30 Grundgesetz obliegt den Ländern die Ausübung der staatlichen
Befugnisse und die Erfüllung der staatlichen Aufgaben.
Fachzahnarzt für ... ,
Zahnheilkundegesetz
Heilmittelwerbegesetz, HWG
Werbung
Heilpraktiker
engl.: non-medical practitioner, naturopath; geschützte
Bezeichnung für Personen, die nach dem deutschen Heilpraktikergesetz eine
staatliche Erlaubnis besitzen, an Personen heilend tätig zu werden, ohne eine
ärztliche
Approbation zu besitzen („Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde
ohne Bestallung“). In D sind etwa 20.000 H. bekannt; sie zählen zu den "Freien
Berufen", eine Ausbildungs- und bundesweite Prüfungsordnung bestehen nicht.
Heißluftsterilisation
Trockensterilisation, Heißluftdesinfektion, engl.: hot-air
sterilization, dry sterilization;
Sterilisation von hitzestabilen zahnärztlichen Gebrauchsgegenständen in
zirkulierender trocken-heißer Luft (180-200° C) in einem entsprechenden
Sterilisator. Bei 180° C beträgt die Einwirkungszeit mindestens 30 Minuten bei
einer Betriebszeit von mehr als 60 Minuten; vernichtet werden dann Testkeime der
Resistenzstufe
III. Wegen der Luftzirkulation darf keine Überfüllung der Sterilisationsgeräte
erfolgen (Vermeidung von "Kaltluftinseln"). Wegen der hohen Temperatur nur für
hitzebeständige Gegenstände geeignet, wegen der kürzeren Dauer meist durch einen
Autoklaven ersetzt.
Als Vorteile gelten niedrige Anschaffungskosten und -unterhalt. Als Nachteil
gelten neben der langen Sterilisationszeit ein stumpf und brüchig werden
schneidender Instrumente.
Bei der Heißluftdesinfektion ("Heißluftbad") wird bei niederer
Temperatur (140°C bis über 160°C bei Einwirkungszeiten von mindestens 30
Minuten) eine Keimabtötung nach Resistentstufe I erreicht.
Ausgleichszeit,
Autoklav,
Hygiene,
Kaltsterilisation,
Sterilisation
Helferin, engl.: dental auxiliary;
Zahnarzthelferin,
Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA)
Helicobacter pylori
Magenbakterium, engl.: do.; das erst 1983 im menschlichen Magen
"wiederendeckte" Bakterium Helicobacter pylori (die Australier Barry Marshall
and Robin Warren gelten als Entdecker des H. p. ; sie erhielten
dafür 2005 den Medizin-Nobelpreis) wird gegenwärtig als wichtigste Ursache der
Magenschleimhautentzündung und des Magengeschwürs sowie als Mitursache bei der
Entwicklung von Magenkrebs angesehen. Nach Schätzungen der
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
ist ca. die Hälfte der Weltbevölkerung infiziert; die
Prävalenz von Infektionen mit H. p. in der deutschen
Bevölkerung wird auf etwa 30 Prozent geschätzt. Dabei sind die Infektionsraten
bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Neuere Studien zeigen, dass der
Zusammenhang zwischen der Infektion und dem Auftreten von Magenkrebs sehr viel
stärker ist als bisher angenommen. Für die im mittleren und unteren Bereich des
Magens gelegenen Krebserkrankungen, die den größten Teil aller
Magenkrebserkrankungen ausmachen, ergab sich eine Risikoerhöhung um das ca.
20-fache, bei der Infektion mit bestimmten Stämmen sogar um das ca. 30fache.
Bevor sich H. p. in der Magenschleimhaut ansiedelt, kann der Keim
bereits in der Mundhöhle vorkommen. Bei über 90% der Patienten mit chronisch
aktiver Gastritis fanden Wissenschaftler das Bakterium im
Zahnbelag. Nach Erkenntnissen des
RKI (2004) haben bereits 28 Prozent der deutschen Patienten vor einer
Behandlung gegen H. p. eine
Resistenz gegen das
Antibiotikum
Metronidazol entwickelt. Bei vier Prozent der Erkrankten schlägt eine
Behandlung mit Clarithromycin nicht mehr an. Am zuverlässigsten ist deshalb die
Kombination aus Protonenpumpenhemmer (PPI), Clarithromycin und Amoxicillin (z.B.
ZacPac®-Kombination).
Das
Heliprobe ™ System ist ein neuer Atemtest
(nuklearmedizinische Methode) zur Erkennung des H.p.: Nach der Einnahme
einer mit einem Kohlenstoffisotop markierten Kapsel muss der Patient in eine
Atemkarte pusten. Der Arzt stellt dann innerhalb weniger Minuten fest, ob sich
das Bakterium in seinem Körper befindet.
Plaque
Helkimo-Index
Mobilitätsindex, engl.: Index of Helkimo; Messzahl für die
Unterkieferbeweglichkeit. Gemessen werden: A) Maximale
Mundöffnung (vertikaler Abstand der Schneidekanten + Überbiss), B) Maximale
Seitwärtsbewegung nach links, C) Maximale Seitwärtsbewegung nach rechts, D)
Maximale Vorschubbewegung.
Aus der Summe von A+B+C+D ergibt sich ein Code, resultierend aus den einzelnen
Bewegungsmessungen, wobei "0" mit uneingeschränkt und "5" mit einer starken
Bewegungseinschränkung einhergehen. Aus dieser Summe errechnet sich der Helkimo-
oder auch Mobilitätsindex von 0 - 5.
Die Indexbestimmung ist stark vom Untersucher abhängig
Bennet-Bewegung,
Funktionsanalyse- klinische,
Index,
Spatelübungen
HEMA
2-HydroxyEthyl-MethAcrylat, 2-HEMA,
Glycolmethacrylat; gut wasserlösliches
Methacrylsäurederivat mit vergleichsweise geringer Zelltoxität; allerdings
kann HEMA in genügender Konzentration auch durch sklerosiertes Dentin hindurch
diffundieren, und unter Umständen eine
Pulpareaktion
auslösen. Weiter wird HEMA eine erhöhte
Allergierate
nachgesagt. In der
ZHK
eingesetzt als Co-Monomer von
Komposites
und
Dentinadhäsiven, deshalb, weil HEMA die Kollagenstrukturen an den
Kavitätenwänden auflockert und so zu einer Oberflächenvergrößerung führt.
Komposites-Toxizität
Hemiatrophie
Hemiatrophia; Rückgang, Schwund (Atrophie)
von Organen, Geweben oder Zellen einer Körperhälfte. In der
ZHK
von Bedeutung sind:
-- H. facei , Atrophia hemifacialis, H. facialis progressiva,
der auch unter dem Begriff Romberg Syndrom bekannt einseitige
Gesichtsgewebsschwund unbekannter Ursache
-- H. linguae als halbseitige Rückbildung der Zunge bedingt
durch eine Zungennervschädigung ("Hypoglossus-Parese")
Fazialis-Parese |

Atrophia hemifacialis |
Hemisektion
resektive Furkationstherapie, engl.: (tooth)
hemisection; chirurgische Entfernung einer
beherdeten oder nicht erhaltungswürdigen Zahnwurzel bei
mehrwurzligen (Backen-)Zähnen, um den Verlust des gesamten Zahnes zu
vermeiden. Nach einer Wurzelkanalbehandlung der erhaltungsfähigen
Wurzel(n), wird die kranke Wurzel(n) entfernt. Der Restzahn dient dann
in der Regel als
Stützpfeiler für eine prothetische Arbeit (z.B. eine
Brücke, siehe Abb.).
Die H. stellt eine anerkannte
Erhaltungstherapie mit guten Langzeiterfolgen dar.
Die H. ist ein Sonderfall der
Prämolarisierung, bei welcher der Zahn zwar aufgeteilt wird,
aber beide Teile dann im Kiefer belassen werden (
Abb. re. innen)
Knochentasche,
Odontoplastik,
Prämolarisierung
|

zwei Möglichkeiten nach Zahndurchtrennung:
links:
Prämolarisierung
rechts: Hemisektion
|

die vordere "Wurzelfüllung" liegt nicht im Wurzelkanal sondern zur Mitte
hin daneben. Zahn bereitete ständig Schmerzen (oberes Bild). Der
Backenzahn dahinter war nicht erhaltungswürdig und wurde entfernt
unteres Bild: Röntgenaufnahme nach Eingliedern der Brücke
|

Mundsituation:
oben: links der hemisektionierte Zahn; rechts ein kleiner Backenzahn als
vorderer Brückenpfeiler
unten: die fertige Keramik-Brücke |
Henkeltopf-Aufnahme
Korbhenkel-Aufnahme, "Jochbögen nach Pannewitz", Jochbogenaufnahme im
Seitenvergleich, engl.: pitcher appearance of zygomatic arches; bucket
handle effect radiograph; im Rahmen einer Frakturdiagnostik angewandte
axiale Röntgentechnik zur Abklärung einer Jochbogenfraktur. Für die H.
wird der Patient in Rückenlage mit überhängenden Kopf positioniert, so dass die
Medianebene senkrecht zur Filmebene verläuft.
LeFort
Heparin
engl.: do.; die Blutgerinnung hemmender und die
Fibrinolyse
fördernder Stoff, der in der Leber, Lunge und den Mastzellen vorkommt. Im
Blutplasma bindet sich H. an Antithrombin III an und bewirkt so, dass
dieser langsam wirkenden Hemmer in einen "Soforthemmer" umgewandelt wird.
Eingesetzt als rasch wirkendes Medikament zur Vorbeugung und Behandlung von
Embolien und Thrombosen.
Antikoagulanzien,
Blutgerinnungsstörungen,
Kumarin,
Oxalatblut,
Quick-Wert
Hepatitis
Leberentzündung, engl.: do.; in der Regel durch einen Virus hervorgerufene
Leberentzündung; klinisch wird nach dem Verlauf eine akute von einer chronischen
H. unterschieden. Etwa 500 Millionen Menschen sind mit H.
infiziert; das ist weltweit jeder Zwölfte. Die „klassischen“ Virushepatitiden
werden unterteilt in:
* Hepatitis A
* Hepatitis B
* Hepatitis C (hieß bis 1988 Non-A-Non-B-Hepatitis)
* Hepatitis D (nur in Verbindung mit Hepatitis B)
* Hepatitis E
Weltweit sterben etwa eine Million Menschen pro Jahr an schweren Leberschäden
als Folge einer chronischen Hepatitis-B-Erkrankung. Nach Schätzungen von
Experten tragen in Deutschland zwischen 400.000 und 500.000 chronisch infizierte
Menschen das Hepatitis B-Virus in sich. Hunderte sterben jedes Jahr an den
Folgen.
Das Hepatitis C Virus (HCV; ist ein einzelsträngiges RNA-Virus und
gehört zur Gruppe der Flaviviren, die auch die Erreger von Gelbfieber,
Dengue-Fieber, FSME beinhaltet) ist einer der wichtigsten Erreger der
infektiösen Leberentzündung in der Medizin. Meist gelangt das Virus über einen
Nadelstich in den Körper oder über Blut-Blut Kontakt (
Nadelstich-Verletzungen:
Tipps für Praxischef). Alle Alkohole und
Desinfektionsmittel wirken bei einer Beseitigung des Virus. Allerdings ist
das Virus bei Raumtemperatur relativ stabil. Es hält sich z.B. drei Wochen lang
in einer Flüssigkeit.
Obwohl die akute Infektion meist gar nicht bemerkt wird, entwickeln 50 % bis 80
% der Infizierten eine chronische Erkrankung. Zur Bekämpfung von
Virusinfektionen verfügt der Körper u. a. über eine ganz spezielle
Polizeitruppe: Die so genannten "NK-Zellen" (natural killer cells) sind in der
Lage, virusbefallene Zellen zu erkennen und abzutöten. In der Leber sind die
NK-Zellen normalerweise reichlich vorhanden. Das Hepatitis C Virus kann jedoch
diese erste Abwehrfront des Immunsystems gegen Virusinfektionen gezielt
ausschalten.
Wissenschafter haben herausgefunden (2003), dass Hepatitis C durch Küssen oder
die gemeinsame Benutzung einer
Zahnbürste übertragen werden kann. Die Forscher konnten im
Speichel von Patienten Spuren des Virus nachweisen. Es wird angenommen, dass
dieser Speichel ansteckend sein kann, wobei Menschen mit Zahnfleischerkrankungen
am meisten gefährdet seien. Zusätzlich konnte das Virus im Speichel eher bei
Personen mit
Zahnfleischproblemen nachgewiesen werden. Blutet das
Zahnfleisch nach dem
Zähneputzen, können kleine Bluttropfen im Speichel zurückbleiben.
Gegen einen Zahnarzt, bei dem ein chronischer Hepatitis-C-Trägerstatus besteht,
kann ein berufliches Tätigkeitsverbot ausgesprochen werden, da von einem
Verletzungsrisiko bei invasiv-operativen zahnärztlichen Tätigkeiten und
dentalchirurgischen Eingriffen ausgegangen werden muss. Auch wenn das
Verletzungsrisiko als eher gering einzustufen ist, so ist es gleichwohl
vorhanden und kann somit nicht gänzlich, auch nicht durch Tragen doppelter
Schutzhandschuhe, ausgeschlossen werden, so das Verwaltungsgericht Berlin, Az.:
14 A 66/02.
Immunisierung
Herbst-Apparatur
"Herbstscharnier"; von HERBST 1905 entwickelte intraorale,
festsitzende kieferorthopädische Apparatur zur Beseitigung von
Distalbisslagen.
Herbst
Ringmaß
Ringmaß
Herderkrankung
Herdinfektion, "Herd", engl.: focal infection; Überbegriff
für versch. Krankheitsbilder, die nach einer Hypothese gemeinsam haben,
dass eine krankhafte Veränderung im Körper ("Herd") Erkrankungen in anderen
Bereichen auslöst ("Fernwirkung"). In Mundbereich werden hierfür "vereiterte
Zähne", "tote Zähne", Amalgamfüllungen, Wurzelfüllungen, verlagerte
Weisheitszähne,
Ostitiden usw. verantwortlich gemacht.
Der frühere medizinische Begriff "Herdinfektion" für eine
Bakteriämie ist heute nicht mehr gebräuchlich.
Akupunktur,
Fokalinfektion,
Fokus,
Odonton,
Restostitis,
Sanierung
Herpes
virusbedingter Bläschenausschlag, "Fieberbläschen",
Herpesläsion, engl.: do.; Oberbegriff/Schlagwortbezeichnung für eine
Vielzahl von Infektionen mit versch. Typen des Herpes-Virus. Zur
Familie der Herpesviren gehören über 90 verschiedene Virentypen;
allerdings werden die meisten davon nur bei Tieren negativ wirksam und
sind für den Menschen ungefährlich. Für den Menschen führen
hauptsächlich folgende vier Herpesviren-Typen zu Erkrankungen:
- Herpes-simplex-Virus-1 (HSV-1) verursacht vorwiegend den
Herpes labialis ("Griebe";
Abb.), und Herpes-simplex-Virus-2 (HSV-2) verursacht
vorwiegend den Herpes genitalis
- Varizella-Zoster-Virus (VZV) führt beim Erstkontakt zu
Windpocken und bei Reaktivierung zur
Gürtelrose
- Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht eine Mononucleosis
infectiosa; bekannter unter der Bezeichnung "Pfeiffersches
Drüsenfieber" ("kissing disease"). Weiter lassen sich die Viren
in vielen Fällen bei einer aggressiven
Parodontitis nachweisen. Zusätzlich wird es mit der Entstehung
verschiedener Lymphome sowie epithelialer
Malignome in Verbindung gebracht.
- Zytomegalie-Virus (ZMV); intrauterin oder im frühen
Kindesalter auftretende Virusinfektion
Von Laien wird häufig eine Herpes-Simplex-Erkrankung (HSV-1) mit dem
Vorkommen von
Aphthen gleichgesetzt, obwohl die Erkrankungen - bis auf z.T.
ähnliche Symptome - nichts miteinander zu tun haben.
Der Erstkontakt und eine Infektion mit dem HSV-1 erfolgt meist klinisch
unauffällig schon im Baby-/Kleinkindalter durch direkten Kontakt mit
akuten H.-Trägern. Der H.-Virus wandert dann an den Nerven
entlang und setzt sich in einer "Schaltstelle" (Ganglion) fest und kann
dort jahre- bis jahrzehntelang "schlummern". Bei verminderter
Immunabwehr, Stress, grippalen Infekten (daher der Name
"Fieberbläschen"), Sonnenbrand, Ekel ("falscher Kuss") können dann die
Herpes-Viren aktiviert werden und im Verbreitungsgebiet des betreffenden
Nerven - für die Lippe u.
Mundschleimhaut ist dies der
Trigeminus-Nerv - entsprechende Ausschläge bedingen.
Der Verlauf ist bis auf HIV-Erkrankungen -
hier kann die Infektion unter Umständen tödlich verlaufen - störend aber von keinem
schweren Krankheitsbild geprägt; der Ausschlag bildet sich unter
schorfiger Verkrustung nach 8-10 Tagen von selbst zurück.
Humanes Herpesvirus 6 (HHV6; Verursacher des sog. Exanthema subitum) ist
bei der Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung im
Speichel vorhanden ist. Zudem wurde in jüngerer Zeit nachgewiesen,
dass
parodontale Läsionen Nistplätze für Cytomegalie- und
Epstein-Barr-Viren sind und einer Übertragung via Speichel Vorschub
leisten. Bislang gilt es als gesichert, dass das Hauptreservoir für
Herpesviren im Speichel das Speicheldrüsengewebe und die Epithelzellen
der Ausführungsgänge sind. Nach neueren Untersuchungen (2005) besteht
eine Beziehung zwischen der Infektion mit Herpes-Simplex-Virus und dem
Schweregrad parodontaler Erkrankungen. Möglicherweise spielen
Koinfektionen mit mehreren Subspezies der Herpesviren-Familie eine
Rolle.
Als Behandlung werden vorbeugende und eigentliche Therapien
unterschieden:
- Vorbeugend wird bei häufig wiederkehrenden Erkrankungen
die Einnahme von Aciclovir (
Virustatika) diskutiert. Vermeidung von Sonnenbrand,
Stärkung des Immunsystems, Stressabbau bringen häufig gute Erfolge
- eine Behandlung im akuten Stadium findet schwereabhängig mit
Aciclovir-Tabletten statt; der Erfolg von Aciclovirhaltigen Cremes
wird wissenschaftlich negativ beurteilt.
- Gute Erfolge werden von einer konzentrierten Melissencreme
(Lomaherphan™) gemeldet, wenn diese frühzeitig auf die betroffene
Stelle aufgetragen wird. Die moderne
Heilpflanzenkunde erklärt diese Wirkung durch ein natürliches
Blockiersystem, das die Virus-Eingänge an den Hautzellen
verschließt. Damit wird die Virenvermehrung gehemmt und der
Herpes-Ausbruch unterbunden.
- Bisher (2003) nur im Tierversuch zeigen Substanzen aus der
Gemeinen Brunelle einen Erfolg bei Herpesinfektionen. Die bekannte
Heilpflanze Gemeine Brunelle (Prunella vulgaris) enthält offenbar
bestimmte Substanzen, die sehr effektiv gegen Herpesviren helfen.
Diese so genannten Lignine konnten signifikant die Auswirkungen von
Herpesinfektionen reduzieren.
Aphthe,
Aphthoid,
Mundschleimhauterkrankung,
Virustatika,
Herpes Zoster
|

Herpes labialis an der Innenseite der Lippe
|
Hertwig Epithelscheide
Hertwigsche Epithelscheide, Bruhn Epithelscheide,
Huxley-Epithelscheide, (epitheliale) Wurzelscheide, engl.:
Hertwig's o. Huxley's (epithelial root) sheath; (Oskar
Hertwig, Anatom in Berlin 1849-1919); doppelte Epithelschicht, welche durch ihr
schlauchartiges Tiefenwachstum die Zahnwurzelentwicklung einleitet. Mit der
Anlagerung von Wurzelzement in einem späteren Stadium zerfällt die
Wurzelscheide. Die zurückbleibenden Epithelreste werden als Malassez’schen
Epithelreste bezeichnet. Diese wiederum können später bei Erkrankungen der
Zahnwurzel Ausgangspunkt für epitheliale Neubildungen (z.B.
Zysten)
sein.
Apexifikation
Heryng Zeichen
engl.: Heryng's sign; nach Theodor Heryng, 1847–1925, Hals-Nasen-Ohren-Arzt,
Warschau benanntes Phänomen, welches bei Durchleuchtung (Transillumination) der
Mundhöhlenwandungen auftritt und zur
Kieferhöhlendiagnostik dienen kann. Dabei leuchtet nur die Mundhöhlenwandung
der gesunden Seite sichtbar auf - die erkrankte Seite mit einer
Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis)
erscheint "verschattet.
Herzschrittmacher
engl.: pacemaker, pacer; eingepflanzter, elektronischer
Impulsgeber zur elektrischen Reizung des Herzmuskels (Sinusknoten).
Zahnärztlicherseits gibt es bei Trägern derartiger Apparate folgendes zu
beachten:
HF- Verfahren ("Elektrochirurgie")
können zu Interferenzen mit dem Frequenzspektrum des H. führen, welche im
Extremfall zum Kammerflimmern und einem dauerhaften Ausfall des Impulsgebers
führen können. Deshalb sollten solche Eingriffe nur unter Monitorkontrolle und
Bereitschaft eines Defibrillators (z.B. in einer Klinik) durchgeführt werden.
Funktionsstörungen des H. können auch von Elektromotoren ausgehen,
die mit Kollektoren ausgestattet sind und magnetische bzw. elektrische Felder
aufbauen; allerdings muss hier eine direkte Nähe bestehen, welche bei einer
normalen
Präparation nicht gegeben ist.
Ultraschallverfahren bei der
Zahnsteinentfernung (mit Ausnahme von magnetostriktiven Ultraschallscalern)
und
Vitalitätsprüfungen gelten als bedenkenlos; generell wird aber auch hier
empfohlen, dass unter Pulskontrolle gearbeitet und die Behandlung bei dem
geringsten Zeichen einer Störanfälligkeit abgebrochen werden sollte.
Die Patienten sind fast immer im Besitz eines H.-Ausweises, der
Auskunft über die Art des Gerätes, die Funktionsweise, die Schrittmacherfrequenz
und den Elektrodentyp gibt.
Zusätzlich wird eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem behandelnden Arzt
empfohlen.
Die zahnärztliche Behandlung von Patienten mit Herzschrittmachern
Anisodontie, engl.: heterodontia; wissenschaftliche Bezeichnung
für das Vorhandensein verschiedenartig ausgebildeter
Zahngruppen (Schneidezähne,
Eckzähne,
Prämolaren,
Molaren) bei einem Individuum - typisch für die Menschen/Säugetiere. Das
Gegenteil von H. ist Homodontie (= Vorhandensein von gleich
gestalteten Zähnen), welche z.B. für viele Reptilien und die Zahnwale typisch
ist: Die Nahrung wird nicht in der Mundhöhle zerkaut, sondern sofort
verschluckt.
Heterodontie
Anisodontie, engl.: heterodontia; wissenschaftliche Bezeichnung
für das Vorhandensein verschiedenartig ausgebildeter
Zahngruppen (Schneidezähne,
Eckzähne,
Prämolaren,
Molaren) bei einem Individuum - typisch
für die Menschen/Säugetiere. Das Gegenteil von H. ist Homodontie
(= Vorhandensein von gleich gestalteten Zähnen), welche z.B. für viele Reptilien
und die Zahnwale typisch ist: Die Nahrung wird nicht in der Mundhöhle zerkaut,
sondern sofort verschluckt.
Hexachlorophen
einer der chlorierten Kohlenwasserstoffe (Phenolderivat), der in hoher
Verdünnung als Desinfektionszusatz (Verwendung als Mikrobizid in Kosmetika,
Wasch- und Reinigungsmitteln) mit stark bakteriziden Eigenschaften Anwendung
findet. Wegen der guten Fettgängigkeit durchdringt H. leicht Haut und
Schleimhäute. In
D Verwendung bei Herstellung und Behandlung von Kosmetika verboten (nach der
Kosmetika-Verordnung).
Hexenzahn, Hexenzähne, Hexenzähnchen,
prälaktaler Zahn
Hexetidin
desinfizierender Wirkstoff (Pyrimidinderivat) mit geringer
Substantivität und nur mäßiger Wirkung auf eine vorhandene
Plaque, da seine Eindringtiefe nur gering ist; in der
ZHK von
untergeordneter Bedeutung. Von Laien gern mit der klassischen
Mundspüllösung
Chlorhexidin verwechselt.
Antiseptikum,
Candida
HF-Chirurgie
Hochfrequenzchirurgie, Elektrodesiccation, Elektrofulguration,
Elektrokoagulation, engl.: HF (high-frequency) - electrosurgery;
Einsatz von hochfrequenten Strömen zur gezielten
Gewebedurchtrennung und Entfernung. Dabei führt der HF-Strom beim Fluss durch
menschliches Gewebe in der Umgebung der Aktivelektrode durch Widerstandswärme
u.a. zum Sieden dr Zellflüssigkeit und einem dadurch bedingten Platzen der
Zellen, zu einem "Zusammenbacken" des Gewebe (= Hitzekoagulation) und zum
Verschluss von kleinen Blutgefäßen. Je nach Anwendungszweck wird dabei mit
versch. modulierten Strömen gearbeitet:
- Halb modulierte Wellenform - half-wave-modulated

durch Funkenschlag zwischen Elektrode und Gewebe ("Fulguration")
kommt es zur Hitze-Koagulation; hohe Ausgangsspannung erforderlich
- Leicht modulierte Wellenform - fully rectified, unfiltered

zum Schneiden und Koagulieren bei geringerer Funkenbildung und somit
verminderter Verbrennungsgefahr. 50 % weniger Spannung wie oben
- Gefilterte, nicht modulierte Wellenform - fully rectified an filtered

für verbrennungsfreies Schneiden bei minimaler Funkenbildung und wenig
seitlicher Hitze; Koagulation vernachlässigbar
Danach unterscheiden sich die versch. Verfahren:
- Elektrodesiccation
Desiccation = Trocknung, Ausdörrung; eine kalte Nadelelektrode wird in das
Gewebe appliziert und dann HF-Strom zugeführt. Durch den hohen
Gewebewiderstand kommt es zu einem Hitzeanstieg und schließlich zu einer
unkontrollierten Austrocknung. Anwendung in der Tumorchirurgie
- Elektrofulguration
fulgur = Blitz; es erfolgt ein Funkenübersprung von der Nadelelektrode,
welche im geringen Abstand über das zu bearbeitende Gewebe gehalten wird.
Das Gewebe verbrennt mit der Gefahr einer Überhitzung in der Tiefe.
Anwendung in der Neurochirurgie.
- Elektrokoagulation
Koagulation = Ausflockung, Gerinnung; Eiweißgerinnung durch direkten
HF-Strom mit einer lokal begrenzten
Nekrose (sog. Koagulationsschnitt, Schorfschnitt). Bei zu geringer
Dosierung besteht die Gefahr einer Tiefenschädigung ohne sichtbare
Veränderungen an der Oberfläche. Anwendung beim Verschluss von Blutgefäßen
- Elektrotomie
-tomie = schneiden; Scharfschnitt, unter HF-Strom stehende Nadel-
oder Schlingenelektroden bearbeiten gezielt das Gewebe unter Blutstillung
("unblutiger Schnitt"); es erfolgt eine Wasserdampfexplosionen in den Zellen
bei Funkenzahlen von 50 000–70 000/sec. Breite Anwendung in der gesamten
Medizin
Die HF-Chirurgie - hier speziell die Elektrotomie - findet in der
ZHK vielfältige Anwendung, wie z.B: Freilegung der
Präparationsgrenze,
Kronenverlängerung,
Parodontalchirurgie, Durchtrennung von
Lippenbändern, Verödung von
Fisteln und
Zystenresten, Freilegung
teilretinierter Zähne.
Elektrochirurgie,
Elektrokauter,
Gingivektomie, Herzschrittmacher,
Ignipunktur
Diodenlaser und Hochfrequenztechnik in der oralen Anwendung
H-Fissur;
Hauptfissur
Hiatodontie, ungebräuchliche Bezeichnung
für einen
Offenen Biss
Hidden caries
"versteckte Karies"; bei dieser besonderen Form der
Karies sieht der Zahn von außen intakt aus - der
Schmelz weißt keine sichtbaren Beschädigungen auf. Die tieferen
Zahnschichten (Dentin)
zeigen dagegen mit speziellen Diagnostik-Methoden (z.B.
Röntgen,
Laseruntersuchung) kariöse Zerstörungen auf. So weisen bspw. nach
Literaturangaben 50 % der Backenzähne in den
Fissuren eine H. c. auf.
Erklärt wird die H. c. u.a. mit einer wiederholten prophylaktische
Fluoridzufuhr, welche die äußeren Zahnschichten wieder
regeneriert, während sich die "Kariesbakterien"
im Inneren des Zahnes weiterhin vermehren können.
Approximalkaries,
Fluoride,
Karies,
sonoabrasive Systeme
Highmore Höhle, nach dem
Engländer H. (1613-1685) benannte Nasennebenhöhle;
Kieferhöhle
Hilfeleistung
unterlassene, engl.: omitted assistance; § 323c Strafgesetzbuch
besagt: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe
leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten,
insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger
Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit
Geldstrafe bestraft." Hierzu zählt auch das Abweisen von Patienten in einer
zahnärztlichen Praxis, obwohl diese dringend einer ärztlichen Hilfe bedürfen
(z.B. akute Schmerzen, Nachblutung;
Behandlungspflicht,
Notfall)
Himbeerzunge
Erdbeerzunge
HIP
Abk. von heiß-isostatisches Pressen; Begriff u.a. aus
der Sinterung bei Industrieblöcken aus
Zirkoniumoxidkeramik. Durch dieses technische Verfahren weisen diese
Werkstücke eine derartige Dichtigkeit auf, dass bei einem späteren Keramikbrand
keine Schrumpfung mehr eintritt. Man spricht auch von "durchgehip(p)ten"
Blöcken. Diese Keramik ist durch eine Biegefestigkeit von 1.200 MPa, annähernde
Poren- und Defektfreiheit, sehr gute
Transluzenz
und optimale Gefügequalität charakterisiert. Vertreter hierfür sind DCS
Precident" (Fa. DCS Dental, Allschwil, Schweiz), Digident (Fa. Girrbach Dental,
Pforzheim) und Everest`" (Fa. KaVo, Leutkirch). Die hervorragenden
physikalischen Eigenschaften der HIP-Keramik lassen den Fräsprozess sehr
zeitaufwändig und geräteintensiv werden, was sich in einem entsprechenden Preis
niederschlägt.
Hippokrates
engl.: Hippocrates; griech. Arzt (Kos) von 460 - 366 v. Chr.; gilt als
der Gründer einer wissenschaftlichen Medizin in der Antike. In der
ZHK bekannt durch die nach ihm bekannte Methode zum Einrenken der
Kiefergelenke (
Hippokrates-Handgriff).
Die von ihm verfasste Eidesformel ("Hippokratischer Eid") ist auch heute noch
Grundlage medizinischer Ethik, allerdings in zeitgemäßer Fassung
Genfer Gelöbnis. Dieser Eid ist etwa um 400 v.Chr. entstanden, wobei H.
vermutlich nicht selbst der Autor ist; er spiegelt die geistige Haltung und hohe
Moralvorstellung des H. wieder:
"Ich schwöre bei Apollon, dem Arzt, und bei Asklepios, bei Hygieia und
Panakeia und bei allen Göttern und Göttinnen, die ich zu Zeugen anrufe, dass ich
nach meinen Kräften und meiner Urteilskraft diesen Eid und seine Verpflichtungen
halten will.
Ich werde den, der mich diese Kunst lehrte, meinen Eltern gleich achten, meine
Mittel mit ihm teilen und ihm beistehen, wenn er Hilfe braucht, und seine Söhne
halten wie meine eigenen Brüder, und sie dieselbe Kunst lehren, wenn sie sie
lernen wollen, ohne Lohn und Verpflichtung.
Ich will durch Vorschriften, Vorlesungen und jede andere Art von Unterricht die
Kenntnis von dieser Kunst meinen eigenen Söhnen übermitteln und jene meiner
Lehrer und jedem Schüler, der durch Verpflichtung und Eid gemäß den Gesetzen der
Medizin eingeschworen ist, aber sonst keinem anderen. Ich will mich nach dem
System der Diätetik und der Lebensregeln richten, gemäß meinen Fähigkeiten und
meiner Urteilskraft und ich will mich enthalten von allem, was gefährlich oder
schädlich ist. Ich werde keine Arznei irgend jemand geben, auch nicht, wenn er
darum bittet, noch werde ich einen solchen Rat dazu geben.
In Reinheit und Heiligkeit will ich mein Leben verbringen und meine Kunst
ausüben. Ich werde keinen Menschen, der an einem Stein leidet, schneiden,
sondern will das den Männern überlassen, die in dieser Tätigkeit erfahren sind.
In welches Haus ich auch immer eintrete, werde ich es tun zu Wohle der Kranken.
Ich werde mich von jedem freiwilligen Akt der Bosheit oder der Bestechung
enthalten und ebenso von jeder Verführung der Frauen oder Männer, seien sie
freie Bürger oder Sklaven.
Was immer ich sehe oder höre in Ausübung meine beruflichen Tätigkeit oder auch
ohne sie, was die Lebensweise eines Menschen angeht, Dinge, über die man nicht
außer Hauses sprechen sollte, will ich nicht ausplaudern und wohl beachten, daß
alle diese Dinge gehalten werden müssen.
Wenn ich stets diesen Eid unverletzlich halte, so möge mir ein glückliches Leben
gewährt sei und die Ausübung meiner Kunst geachtet bei allen Menschen zu allen
Zeiten. Sollte ich aber diesen Eid übertreten und verletzen, möge das Gegenteil
mein Schicksal werden."
Die Anhänger H. (Hippokratiker) übten eine Heilkunde aus, die auf
Beobachtung und langjährige Erfahrung begründet war. Wer Arzt werden wollte,
ging zunächst bei einem anerkannten Hippokratiker-Meister in die Lehre, der den
jungen Mann theoretisch und praktisch ausbildete. Daher enthielt der
Hippokratische Eid (s.o.) nach der Anrufung der Götter auch einen Vertrag, der
die Rechtsbeziehung zwischen Lehrer und Schüler regelte:
(1) Apollinem medicum et Aesculapium Hygeamque ac Panaceam iuro deosque omnes
itemque deas testes facio me hoc ius iurandum et hanc contestationem pro viribus
et iudicio meo integre servaturum esse:
(2) Praeceptorem, qui me hanc edocuit artem, parentum loco habiturum, vitam
communicaturum eaque, quibus opus habuerit, impertiturum; eos hanc item, qui ex
eo nati sunt, pro fratribus masculis iudicaturum artemque hanc, si discere
voluerit, absque mercede et pacto edocturum, praeceptionum ac auditionum
reliquaeque totius disciplinae participes facturum, tum meos, tum praeceptoris
mei filios, immo et discipulos, qui mihi scripto caverint et medico iure iurando
addicti fuerint, alium vero praeter hos nullum. (3) Ceterum quod ad aegros
attinet sanandos, diaetam ipsis constitutam pro facultate et iudicio meo
commodam, omneque detrimentum et iniuriam ab eis prohibebo.
(4) Neque vero ullius preces apud me adeo validae erunt, ut cuipiam venenum sim
propinaturus neque etiam ad hanc rem consilium dabo. Similiter autem neque
mulieri talum vulvae subditicium ad corrumpendum conceptum vel fetum dabo. Porro
caste et sancte vitam et artem meam conservabo.
(5) Nec vero calculo laborantes secabo, sed viris chirurgiae operariis eius rei
faciendae locum dabo.
(6) In quascumque autem domus ingrediar, ob utilitatem aegrotantium intrabo, ab
omnique iniuria voluntaria inferenda et corruptione cum alia, tum praesertim
operum veneriorum abstinebo, sive muliebria sive virilia, liberorumve hominum
aut servorum corpora mihi contigerint curanda.
(7) Quaecumqeu vero inter curandum videro aut audivero, immo etiam ad medicandum
non adhibitus in communi hominum vita cognovero, ea, siquidem efferre non
contulerit, tacebo et tamquam arcana apud me continebo.
(8) Hoc igitur ius iurandum mihi integre servanti et non confundenti contingat
et vita et arte feliciter frui et apud omnes homines in perpetuum gloriam meam
celebrari. Transgredienti autem et peieranti his contraria eveniant.
Ins Lateinische übersetzt aus dem Griechischen von Janus Cornarius (Johann
Hagebut), 1500-1558
Genfer Gelöbnis,
ubi pus
...,
Hirschgeweih
engl: "deer antler"; Jargonbez. für ein heute nicht mehr gebräuchliches
Hilfsmittel (extraorale
Bügel, welche an einem Schienenverband starr befestigt sind) zur Fixierung eines
frakturierten
Oberkiefers am Schädeldach.
Hirtenstab
nach Treymann, Kronenentferner, engl.: shepherd's crook;
U-förmiges, versch. langes Instrument zum Entfernung von festsitzendem
(provisorisch, definitiv) Zahnersatz durch dosierten Schlag mit einem
Bleihammer. Diese vom Patienten als äußerst unangenehm empfunden
Prozedur birgt zusätzlich die Gefahr einer Fraktur des
Zahnstumpfes.
Entfernung von festsitzendem Zahnersatz,
Kronenentferner |
 |
Histamin
Ergamin, Gewebshormon, engl.: histamine; biogenes Amin
(organischer Abkömmling des Ammoniaks), welches sich im Körper in Mastzellen und
Schleimhäuten findet. H. ist eine Mediatorsubstanzen bei
Entzündungen und Verbrennungen und wirkt auf die Histaminrezeptoren: H1 und
H2. Wird bei
allergischen Reaktionen vom Soforttyp in schädlicher Menge freigesetzt
und kann unterschiedliche Reaktionen auslösen. Hemmung durch Antihistaminika.
Histologie
histologisch; engl.: histology, histological;
Lehre von den Geweben des Körpers; untersucht und erforscht den
mikroskopischen und elektronenmikroskopischen Feinaufbau und
spezielle Funktionen der Gewebe von Organen. Dabei bedient sich die H.
mikroskopischer Gewebsschnitte mittels besonderer Färbetechniken. In der
Medizin gilt das Prinzip, das jeder operativ entfernte Teil bei der
geringsten diagnostischen Unsicherheit histologisch untersucht werden
sollte. Vor/während dem eigentlichen Eingriff kann durch Untersuchung
eines kleinen Teiles des erkrankten Gewebes (möglichst mit klinisch
gesunden Randanteilen) - einer sog.
Probeexzision - festgestellt werden, ob eine gut- oder
bösartige Veränderung vorliegt (Histopatologie).
Biopsie |

histologischer
Schnitt der
Mundschleimhaut
|
Hitzeschädigung;
Polymerisationswärme
HIV
Viruserkrankung, engl.: Abk. von Human Immunodeficiency Virus; mit
zwei bisher bekannten Stämmen (HIV-1 u. HIV-2). Zahnärztlicherseits ist eine
bedingte Früherkennung bzw. Verdachtsdiagnose durch eine Vielzahl in der
Mundhöhle sich zeigenden Erkrankungen eines HIV-infizierte Patienten möglich;
eine diagnostische Absicherung muss unbedingt internistisch
(Blutserumuntersuchung) erfolgen.
Folgende Symptome können in der Mundhöhle auftreten:
Pilzerkrankungen wie
Candida albicans (Soor)
Herpes-simplex Infektionen
Eiterungen in der Mundhöhle und schwer behandelbare
Zahnfleischerkrankungen, sowie spontane
Zahnfleischblutungen (
Parodontitis-Risiko)
Leukoplakien
Verminderter Speichelfluss durch Befall der Speicheldrüsen
seltene Erkrankungen im Kopf- und Mundbereich wie
Kaposi-Sarkom,
humanes Papillomavirus, und
maligne Lymphome.
Weiter ist bekannt, dass ausgeprägte Probleme im Mundbereich mit einem vierfach
erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden sind.
Im zahnärztlichen Bereich kann der HIV-infizierte Patient eine mögliche
Infektionsquelle für das zahnärztliche Team und für nachfolgend behandelte
Patienten sein, wie auch von einem HIV-positiven Zahnarzt eine Übertragung auf
die Patienten erfolgen könnte. Dabei wäre der Übertragungsweg nach
bisherigen Erkenntnissen einzig der direkte Blut-Blut Kontakt;
Speichelübertragungen wurden bisher nicht beobachtet: Beispielsweise konnten in
Haushalten mit nur einer Zahnbürste bisher keine Querinfektionen beobachtet
werden.
Wenn auch ein theoretisches Infektionsrisiko besteht, so sind bisher
(2011) - bedingt durch die in jeder Praxis üblichen sorgfältigen
Hygienemaßnahmen (Desinfektion, Schutzkleidung, usw.) - weltweit noch keine
Fälle bekannt geworden, in welchen eine derartige Infektion in einer
Zahnarztpraxis erfolgte. Auch der 1990 weltweit medienwirksam hochgespielte Fall
eines HIV-positiven Zahnarztes, der während seiner Tätigkeit 5 Patienten
infiziert haben soll, lässt sich wissenschaftlich nicht nachvollziehen, sondern
dürfte im Privatbereich des Dentisten zu suchen sein: So zeigt eine an 19.000
Patienten durchgeführte Studie bei Patienten, welche von 57 HIV-positiven Ärzten
behandelt wurden, keine auffälligen Werte.
Das weltweite Ansteigen einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten, der
Tuberkulose, wird indirekt mit
AIDS in
Zusammenhang gebracht. Jedes Jahr werden mehr als acht Millionen Neuinfektionen
gezählt, weltweit sterben jährlich zwei Millionen Menschen an der
Infektionskrankheit. Eine Infektion mit Tuberkulose tritt in der Regel nur dann auf,
wenn das körpereigene
Immunsystem geschwächt ist. So sterben denn auch die meisten HIV-positiven
Patienten an den Folgen einer Tuberkulose.
Bis Ende 2011, so die Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI), werden in
Deutschland ungefähr 73.000 Menschen (mit rückläufiger Tendenz) mit HIV
infiziert sein. Das höchste Infektionsrisiko hat das Sexualverhalten
Männer-Männer. Seit Beginn der Aids-Welle in den 1980er Jahren sind in der
Bundesrepublik fast 28.000 Menschen an Aids gestorben.
Weltweit gibt es in 2011 etwa 34 Millionen HIV-Infizierte, die meisten
leben in Ländern südlich der Sahara. 2010 haben sich 2,7 Millionen Menschen mit
HIV angesteckt und damit seit 1997 um 21 Prozent weniger.
Gingivitis, Herpes,
Viren.
Nadelstich-Verletzungen:
Tipps für Praxischef
HKP
Heil- und Kostenplan
HMO
Health Maintenance Organisatoins; in den USA existierende Organisationen,
die die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder teilweise mit eigenen
Einrichtungen und Ärzten bewerkstelligen. Die Ärzte erhalten meist eine
Jahrespauschale, die alle Ausgaben, die sie für einen Versicherten veranlassen
abdecken muss.
Managed Care
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) und TechpoolStudios Inc. (
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Aktualisierung der Artikel 2012