Gnathion
Gn, Kinnpunkt, engl.: do.; der am weitesten vorstehenden Punkt des
Unterkieferrandes (der knöchernen
Kinnspitze) in der
Median-Sagittal-Ebene.
Unmittelbar in der knöchernen Nachbarschaft befindet sich das
Menton als
kaudalster Messpunkt.
Fazialebene,
Gonion,
Kieferprofilfeld,
Kieferwinkel,
Mandibularlinie
gnathogen , engl.: gnathic; vom Kiefer
ausgehend, zum Kiefer gehörend
Gnathologie
Gnathologie
"Lehre vom Kiefer", Wissenschaft der Anatomie, Histologie,
Physiologie und Pathologie des
stomatognathen Systems, engl.: gnathology; in den 70er Jahren
des letzten Jhds. aufkommende Lehrmeinung, welche von einer vorwiegend
mechanischen Gesamtbetrachtung des
Kauorgans ausgeht; besonders geprägt von den Amerikanern Stuart,
Thomas, Stallard und McCollum. Dabei wird
besonderer Wert auf die normalen (physiologischen) und krankhaften
(pathologischen) Zustände, wie auch die strukturellen und funktionellen
Gegebenheiten gelegt. Die bisweilen bei größeren
Wiederherstellungsmaßnahmen (Rekonstruktionen)
eingesetzte Lehrmeinung versuchte demnach bei der Rekonstruktion
verlorener Kaueinheiten ein optimales Zusammenspiel von Muskulatur,
Okklusion und
Zahnhalteapparat (Parodontium) unter Berücksichtigung des
Kiefergelenkes zu erreichen. Grundlage war u.a. dabei das Konzept
einer
Zentrik ("zentrischen Relation") mit der "korrekten" Position des
Kiefergelenks in der rückwärtigsten, obersten und nicht
seitenverschobenen Lage. Andere Positionen wurden als schädlich
erachtet. Da dieser Zustand nur selten anzutreffen ist, wurde gefordert,
durch
Einschleifmaßnahmen oder aufwendige
Rekonstruktionen - teilweise unter nicht unerheblicher Opferung von
gesunder Zahnsubstanz - diesen Zustand zu erreichen.
Unter Einbeziehung weiterer Faktoren prägte die G. die "ideale"
oder auch "harmonische"
Okklusion und stellte dafür folgende Kriterien auf:
gleichmäßige und gleichzeitige axiale u. zentrische Belastung der Zähne
Dreipunktabstützung der Höcker
synchrone Zentrierung der Höcker und Kiefergelenke in zentrischer
Position
Eckzahnführung
keine
Mediotrusionskontakte
Zurückblickend ist vom Autor festzustellen, dass die Theorien von P.K.
Thomas als Urvater der G. ein "Irrweg" waren und sich in der
Praxis nicht durchgesetzt haben, da viele Betrachtungsparameter nicht
schlüssig oder nach Idealvorstellungen definiert waren: z.B.: worauf die
Eckzahnführung wissenschaftlich begründet ist, bleibt unklar, wenn
man bedenkt dass nur ca.11% der natürlichen
Gebisse eine solche beidseitig aufweisen. Weiter findet man im
natürlichen Gebiss keine
tripodisierten Kontakte aller tragenden Höcker mit maximalen
Vielpunktekontakten; man findet keine Punktflächenflächenkontakte, wie
sie im Long-Centric-Konzept gefordert werden. Die Bewegungen des
Unterkiefers sind weniger zahn-, sondern überwiegend neuromuskulär
geführt. Zahnkontakte finden physiologischerweise beim Kauen und
Schlucken nur in einem zentrischen Funktionsraum von 1-2 mm statt.
Aufwachstechnik, Bissnahme,
Einschleifen,
FGP-Verfahren,
Fischer-Winkel,
Fixierungsschiene,
Frontzahnstufe,
funktionelles Dreieck,
Funktionsanalyse,
Gleitbahn,
Gnathomat,
Kaufläche,
Kieferrelationsbestimmung,
Malokklusion,
Myoarthropathien,
Okklusaler Kompass,
Okklusion,
Okklusionskonzepte,
PKT-Instrument,
Registrierung,
stomatognathes System,
Stuart-Artikulator
|
Gnathomat
Bewegungssimulator,
Gleitbahnartikulator, engl.: do.; meist zu den
Artikulatoren zählendes Gerät, welches nach den Bewegungsbahnen der
natürlichen Zahnreihe programmiert werden kann. Hierbei wird das Prinzip
der "freischwingenden Achse" angewandt. Artikulatoren mit
"freischwingender" Achse (z.B. Gnathomat, Stratos 200) verfügen auch
über künstliche Gelenkteile. Die führenden Flächen dieser Gelenke können
außer Funktion gestellt werden. In diesem Zustand kommt die
Führungsfunktion der Zähne zur Geltung (
Gleitbahn).
Dadurch können diese sowohl als “gelenkbezogene” als auch als “kaubahnbezogene”
Artikulatoren benutzt werden
Einsatz besonders in der
Vollprothetik
|

© der Grafik:
schule.bremen.de
|
Gnathometrie
Ausmessung des Gebisses, engl.: gnathometric; aus der
Kieferorthopädie bekanntes Verfahren nach A.M. Schwarz: Es erfolgt eine
metrische Strukturuntersuchung des Gebisses anhand von
Fernröntgenseitenbildern.
Die Gnathophysiognometrie (nach Viggo Andresen) benutzt bei der
Diagnostik Fotoaufnahmen (gemeinsame Wiedergabe von Gesicht und Gebiss)
Gnathostat
historisches, 1919 von Paul Simon eingeführtes Hilfsmittel, welches die Lage des
Gebisses zu bestimmten Messpunkten und zur
Frankfurter Horizontalen über einen spez. Gesichtsbogen in Beziehung setzt.
Profilanalyse
Gnathotom
engl.: gnathotoma; historisches Instrument zur Durch- oder Abtrennung des
Unterkiefers ("Gnathic Resection") mittels "Schneide-Quetsch-Verfahren".
Heute durch Knochensägen oder andere Techniken abgelöst, da diese das Gewebe
weniger traumatisieren.
GOÄ
Gebührenordnung für Ärzte, engl.: (medical) tarif, scale of
charges, (fees), regulation of charges for physicians;
ähnlich aufgebaute und strukturierte Gebührenordnung wie bei den Zahnärzten (
GOZ). Bestimmte Zahnärztliche
Leistungen (z.B. Beratungen, spez. chirurgische Eingriffe usw.) werden nicht
nach der GOZ, sondern nach der GOÄ berechnet. Das Gebührenverzeichnis der Ärzte
ist ebenfalls nach Punkten aufgestellt. Der
Punktwert beträgt 5,82873 Cent, seit dem 1. Januar 2007 auch in den neuen
Bundesländern.
GOZ
Vergleich GOZ/GOÄ, HOZ und Gesetzliche Krankenkassen (2010; sog.
Goddard Platte
engl.: Goddard's plate; herausnehmbares
kieferorthopädisches Gerät zur
Gaumennahterweiterung bei starker
Kompression des Oberkiefers
goDentis ™
im März 2003 gegründetes Tochterunternehmen der DKV Deutsche Krankenversicherung
AG - eine
private Krankenversicherung. Mit einem Franchisekonzept arbeiten bundesweit
etwa 300 Praxen mit über 650 Zahnärzten (Ende 2007). Die Franchise-Partner der
goDentis profitieren zusätzlich von Serviceleistungen in den Bereichen Aus- und
Fortbildung, Marketing und Kommunikation. In 2011 hat die DKV angekündigt,
dieses Konzept in Zukunft nicht weiter zu verfolgen, sondern will auf externe
Partner setzen.
MacDent,
McZahn,
Praxis,
Zahnheilkundegesetz
Gold , Au,
Aurum,
Edelmetall, in legierter - seltener in reiner - Form vielfältig eingesetztes
Metall in der
ZHK,
Duktilität,
Glanzgold,
Goldallergie, Goldprobe,
Legierung,
Vergolden.
Goldallergie
engl.: gold allergy; äußerst selten auftretende
Überempfindlichkeitsreaktion in Form einer Kontaktallergie gegen
Gold-Ionen; wobei primär nicht geklärt ist, ob es sich um
eine G. auf das reine Metall Gold handelt oder vielmehr
Legierungsbestandteile dafür verantwortlich sind (in der
ZHK wird,
bis auf seltene Ausnahmen, nur legiertes Gold verarbeitet). Als Symptome werden
ein Juckreiz unter dem Schmuckstück, eine Hautentzündung und die Bildung kleiner
Knötchen beschrieben. Als Hauptauftrittsgebiete werden die Hände, das Gesicht
und die Augenlieder angegeben; im Mund sollen
lichenartige Veränderungen vorkommen.
Goldarme Legierung, Goldreduzierte
Legierung ;
Legierung
GoldenGate System ™
Bezeichnung für ein Werkstoff- und Therapiekonzept der Fa.
Degudent, wobei die
Komponenten des GoldenGate Systems aus nur ganz wenigen
Materialzusammenstellungen auf der Basis von Gold- und Keramikwerkstoffen
bestehen, welche sowohl auf
biologische Verträglichkeit geprüft als auch perfekt aufeinander abgestimmt
sind. Hinzu kommen klinische Untersuchungen, in denen sich das Werkstoff- und
Therapiekonzept ebenfalls bewährt hat. Das Einsetzen dieses Systems seit bereits
zehn Jahren hat die Voraussetzung dafür geschaffen, erstmals die
Leistungsfähigkeit eines metallkeramischen Systems über einen sehr großen
Zeitraum zu untersuchen. Die Dokumentation der Arbeitsgruppe Kerschbaum umfasst
neun Jahre: Grundlage waren GoldenGate System-Arbeiten einer Zahnarztpraxis
zwischen 1993 und 2001. Lückenlos nachverfolgt wurden dabei insgesamt 2.083
Restaurationen bei 600 Patienten. Dabei stellte sich heraus, dass am Ende der
Beobachtungszeit noch 99 Prozent aller Versorgungen in Funktion waren. Nur in
neun Fällen war eine Neuanfertigung auf Grund von Keramikschäden nötig geworden.
Biokompatibilität,
Legierung
Goldenhar Syndrom
Dysplasia oculoauricularis, oculo-auriculo-vertebrale Dysplasie (OAV);
angeborene Gesichts- und Kiefermissbildung, welche meist halbseitig auftritt und
als ausgeprägte Merkmale eine fehlgebildete Ohrmuschel und ein nach der kranken
Seite hin verschobenes zu kleines Kinn aufweist. Das Auge kann verkümmert sein
oder ganz fehlen.
Goldgussfüllung
, Einlagefüllung,
Goldinlay, engl.: gold cast inlay;
Einlagefüllung,
Inlay
Goldhämmerfüllung
Goldklopffüllung, Goldstopffüllung, "Kohäsivfüllung",
engl.: goldfoil (compaction); wenig gebräuchliche und
aufwendige Füllungsart für kleine Kavitäten, die an den Seiten von noch
intakter Zahnsubstanz umgeben sind (Zahnhals,
okklusale Flächen); derartige Füllungen besitzen einen optimalen
Randschluss und zeichnen sich durch hohe Bioverträglichkeit aus. Zum
Einsatz kommen dabei Formen von reinem Gold (
"Stopfgold")
als Folien oder "Schwämmchen",
die in der Kavität
maschinell oder mit Handstopfern
kondensiert werden. Dabei kommt heute die kohäsive
Goldhämmerfüllung mit
Schwammgold (gesinterte
Ausfällung kleiner poröser Partikel) oder leicht geglühtem Blattgold
hauptsächlich zum Einsatz.
Eine Modifikation stellt das sog. Furnierverfahren dar:
der Kern der G. besteht aus
Schwammgold. Dieses wird mit einer Deckschicht aus einer
Blattgoldfolie versehen.
Abbot-Hammer,
Feingold,
Füllungsmaterialien,
Kondensation,
Passung,
Power Hammer,
Stopfgold,
Zahnhalsfüllung |

Überarbeitet nach ©:
Dr. T. Lang |

©: Dr. Andreas Bien
|

sehr seltene zweiflächige Füllung (Verarbeitungszeit ca.
4 Std.)
©: Dr. Andreas Bien |
Goldknopfzähne
Knopfzähne, Keramikzähne, Frontzahn-Porzellanzähne, engl.:
porcelain veneer gold crowns/ fixed prosthesis; fabrikmäßige, künstliche
Front-Zähne aus Keramik. Zur Verankerung in der
Prothesenbasis dienen goldüberzogene oder -legierte Krampons (in der Regel zwei),
zuweilen auch aus Platin; im Backenzahnbereich werden dagegen bei den
Kunstzähnen Höhlungen an der Unterseite zur Retention eingesetzt.
Von der Ästhetik her sehen Keramikzähne natürlicher aus, zusätzlich sind sie
widerstandsfähiger. Allerdings sind sie sehr spröde-hart und damit auch
zerbrechlich (Entgleiten beim Reinigen ins Waschbecken). Kunststoffzähne, diese
brauchen keine mechanischen Verankerungselemente, sind in solchen Fällen weitaus
weniger bruchgefährdet.
Kunstzahn
Goldlegierung , goldhaltige Legierung,
engl.: gold alloy;
Legierung
Goldnetz ,
Netzeinlage
Goldprobe
Strichprobe, engl.: assay for gold; Begriff mit unterschiedlicher
Definition; u.a.: nicht mehr angewandtes "Analyseverfahren" zur
zerstörungsfreien Ermittlung des Goldgehaltes von Rohgold oder Goldwerkstücken.
Man reibt das zu untersuchende Material auf einer polierten Flächen von
schwarzem Kieselschiefer ("Probierstein") und orientiert sich an den
Goldgehalt-bedingten unterschiedlichen Farben.
Gold
Goldstandard
1.) engl.: gold standard; beste und zuverlässigste Methode
in der
Diagnostik und
Therapie, ohne dass damit ausgesagt wird, wer diesen Standard festlegt.
2.) Als Gold-Standard bezeichnet man die Deckung einer Währung
durch Gold.
Evidence,
State of Art
Goldtherapie
Tauredon, engl.: auro- o. chrysotherapy; mittels dem
organischen Natriumaurothiomalat, welches in den Muskel injiziert wird; soll
eine chronische Polyarthritis bessern. Bekannt sind auf jeden Fall
allergische Reaktionen und
Mundschleimhautentzündungen durch diese "Therapie"
alternative Behandlungsmethoden
Chancen und Risiken
Gomphosis
engl.: do. o. gompholic joint; nach der Pariser Nomina Anatomica
(PNA) in D ungebräuchlicher Oberbegriff für die Verbindung eines Zahnes in
seinem
Knochenfach ("Articulatio dentoalveolaris").
Sharpey-Fasern,
Thekodontie,
Wurzelhaut
Gonadendosis
Keimdrüsendosis, engl.: gonadal dose; die von den
Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke, Hoden) aufgenommene Menge an
ionisierenden Strahlen. Diese Organe gelten als besonders
strahlenempfindlich und können zu
genetischen Veränderungen führen. Die
genetisch
signifikante Dosis wird berechnet aus der mittleren Keimdrüsendosis aller
solcher Personen, die aufgrund ihres Alters noch Kinder gebären bzw. zeugen
können und damit genetisch signifikant sind. Eine Schwellendosis,
unterhalb der keine zusätzlichen genetischen Wirkungen zu erwarten sind, ist
nicht bekannt. Für Deutschland setzt man die Schwankungsbreite der G. mit
0,5
mSv pro Jahr an, weltweit sind weit höhere Werte bekannt.
In der Diskussion ist zu beachten:
Gewebeoberflächendosis ((Haut-)Oberflächendosis, OD, HOD) ist nicht
gleich Gonadendosis (GOD). Falls die
Dosimeter an der ventralen und dorsalen Hodenhauthaut befestigt wurden, so
mag damit eine gute Beurteilung der wahren Gonadendosis beim Mann möglich sein.
Bei der Frau jedoch ist die Bestimmung der Dosis der Eierstöcke mit Messpunkten
an der Hautoberfläche wohl kaum möglich. Die G. durch die
natürliche Strahlenbelastung beträgt etwa 1,1
mSv/Jahr
(110 mrem/a).
Dosimeter,
Ionendosis,
Oberflächendosis,
Strahlenbelastung,
Strahlenschutz
Good Clinical
Practice
GCP; die irreführende engl. Übersetzung "gute klinische Praxis"
bezeichnet international anerkannte, nach ethischen und wissenschaftlichen
Gesichtspunkten aufgestellte Vorgehensweisen bei der Durchführung von
klinischen
Studien. Hierbei wird besonders der Schutz der Studienteilnehmer und deren
Einwilligung nach gründlicher Aufklärung gefordert. Damit wird gewährleistet,
dass die Rechte, die Sicherheit und das Wohlergehen der betroffenen Person
geschützt werden und die Ergebnisse der klinischen Prüfung glaubwürdig sind.
Bedeutung hauptsächlich bei der Durchführung von klinischen Prüfungen mit
Arzneimitteln zur Anwendung am Menschen.
Goodwill , ideeller Wert,
Wert einer Zahnarztpraxis
Goretex ® , nicht
resorbierbare Kunststoff-Folie auf Polytetrafluorethylen-Basis. Anwendung in der
ZHK als
Augmentationsmembran (GTAM) ;
Gesteuerte Geweberegeneration
Gorlin-Goltz-Syndrom ,
Basaliom
gotischer Bogen
engl.: gothik arch (apex); Aufzeichnung des
Inzisalpunktes
bei Unterkiefergrenzbewegungen in horizontaler Ebene auf einem
Registrat.
Die g. B. Methode wird besonders bei einem funktionsgestörten, aber auch
bei zahnlosen Patienten zur Ermittlung der
Zentrik
angewandt.
Unterkiefergrenzbewegungen
Gottlieb Lösung
engl.: Gottlieb's solution; gelbes Blutlaugensalz (Kaliumferrocyanid) als
historisches Mittel zur Behandlung von überempfindlichen Dentin ;
überempfindlichen Zähne
GOZ
Gebührenordnung für Zahnärzte, engl.: (dental) tarif, scale of
charges, dental fee schedule; Grundlage für private
Behandlungsvereinbarungen ("Privatpatient");
Am 1. Januar 2012 trat eine neue "GOZ ('12)" in Kraft, welche die
GOZ '88 ablöste. Die GOZ '88 wiederum war Nachfolgerin der
BUGO-Z;
Werdegang: PreuGO
= Preußische Gebührenordnung, 1924;
BUGO-Z =
Bundesgebührenordnung-Zahnärzte (1965).
Etwa 10 Prozent der Patienten sind privat versichert oder im Falle eines
Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit über die jeweilige
Berufsgenossenschaft/Unfallversicherung versichert.
Für die privat versicherten Patienten gilt die amtliche Gebührenordnung für
Zahnärzte (GOZ). Diese ist gesetzlich festgelegt. Jede der zahnärztlichen
Leistungen (auf dem Stand von 2011) ist einzeln beschrieben und mit einer
eindeutig festgelegten Anzahl von Leistungspunkten verbunden. Die Punkte ändern
sich nicht und sind ihrerseits mit einem festen "Wechselkurs" (Punktwert)
versehen, der dann einen endgültigen Eurobetrag ergibt (Beispiel: Punktwert GOZ
= 5,62421 Cent, GOÄ = 5,82873 Cent, Stand
2007). Bei Leistungen unterschiedlicher Schwierigkeit kann ein so genannter
Steigerungsfaktor bzw. Steigerungssatz (im Bereich 1 - 2,3-fach ohne
schriftliche Begründung; darüber hinaus bis zum 3,5fachen Satz nur mit
schriftlicher Begründung) angesetzt werden.
Der Wert 2,3-fach GOZ wird auch als Schwellenwert (threshold value)
bezeichnet, dies deshalb, weil darüber hinaus eine schriftliche Begründung
erforderlich ist. Die Überschreitung des Schwellenwertes erfordert eine auf die
konkrete Behandlung bezogene Begründung und kann nicht einfach mit dem Hinweis
auf ein besonderes Verfahren gerechtfertigt werden. Dies heißt jedoch nicht,
dass nur patientenbezogene und keine verfahrensbezogenen Begründungen
anzuerkennen sind. Da die Gebührenbemessung insgesamt leistungsbezogen ist,
rechtfertigen auch verfahrensbezogene Besonderheiten eine Überschreitung des
Schwellenwertes. Durch vorherige
Abdingung
(schriftlich!) kann die Begrenzung durch den Steigerungssatz auf das 3,5-fache
außer Kraft gesetzt werden - Faktoren in beliebiger Höhe oder ein
Pauschalhonorar (engl.: overall fee) sind dann möglich (
Honorarvereinbarung). Wurde diese schriftliche Form vor der Behandlung nicht
getroffen, gilt grundsätzlich die G.
Am 25 Oktober 2004 hat das Bundesverfassungsgericht diese Honorarvereinbarungen
nach § 2 Abs. 1 GOZ ausdrücklich bestätigt (1 BvR 1437/02). Die
höchstrichterliche Instanz widersprach damit einem Urteil des Oberlandesgerichts
Hamm in einem Honorarstreit, bei dem ein Zahnarzt mit einer Patientin Faktoren
bis zum 8,2-fachen des Mindestsatzes vereinbart hatte. Das OLG hatte dem
Zahnarzt wegen eines Verstoßes gegen § 9 Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes über die
Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Berechtigung abgesprochen, den 3,5-fachen
Steigerungssatz zu überschreiten. Darin sieht das Bundesverfassungsgericht eine
Verletzung des Grundrechts auf Berufsfreiheit.
Juristischen Streit gab es immer wieder um den sog. Mittelwert:
Während Ärzte den 2,3-fachen Satz als Mittelwert ansehen, waren Juristen in
dieser Frage uneinheitlich - denn der Mittelwert lässt sich nach zwei Methoden
errechnen:
Der gemittelte Wert in der zulässigen
Gebührenspanne zwischen dem einfachen und dem 3,5-fachen Satz entspricht dem von
Ärzten üblicherweise angesetzten 2,3-fachen Satz (= Höchstsatz der Regelspanne). "Regelspanne"
deshalb, weil innerhalb dieses Rahmens keine Begründung erforderlich ist; § 5
Abs. 2 Satz 4 GOÄ bestimmt, dass "in der Regel" eine Gebühr nur "zwischen" dem
Einfachen und dem 2,3fachen des Gebührensatzes bemessen werden darf.
Das arithmetische Mittel zwischen null und 3,5
aber entspricht dem 1,8-fachen Satz.
Eine BGH-Entscheidung erfolgte
zugunsten der 1. Variante bei der
GOÄ
Zahnärztliche Leistungen (z.B. Beratungen, spez. chirurgische Eingriffe usw.)
werden z.T. auch nach der
Gebührenordnung für Ärzte
(GOÄ)
berechnet. Das Gebührenverzeichnis der Ärzte ist nach einem ähnlichen Schema wie
die GOZ aufgebaut.
In 2006 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) deutlich erklärt, dass
Gebührenordnungen der
Freien Berufe
europarechtlich zulässig seien und kein Wettbewerbshindernis darstellten.
Gebührenordnungen seien zum Schutz der Verbraucher und einer geordneten
Rechtspflege erforderlich (Az.: C-94/04 und C-202/04).
Zur seit Jahrzehnten umstrittenen Frage eines Auslagenersatzes bei
zahnärztlichen Verbrauchsmaterialien hat der Bundesgerichtshof (BGH) 2004
eine Entscheidung getroffen. Der Tenor des BGH-Urteils lautet: Rechnet ein
Zahnarzt zahnärztliche Leistungen nach der GOZ ab, hat er keinen Zugriff auf den
§ 10
GOÄ und kann somit Auslagen wie
Lokalanästhetika, Einmalartikel etc. nicht gesondert in Rechnung stellen.
Dies bedeutet: Materialien, die im Zusammenhang mit einer Leistung aus der
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) verbraucht werden, sind gem. §§ 3 und 4 GOZ
nur berechenbar, wenn die Berechnungsfähigkeit in der GOZ ausdrücklich genannt
ist. Materialien, die im Zusammenhang mit einer Leistung aus der Gebührenordnung
für Ärzte (GOÄ) verbraucht werden, sind entsprechend § 10 GOÄ berechenbar.
Vom Wesen her ist die G. kein Gesetz, sondern eine Rechtsverordnung
auf Grundlage des §15
Zahnheilkundegesetz:
Dieser Paragraph ermächtigt die Bundesregierung eine private Gebührenordnung zu
erlassen, formuliert zugleich aber die dabei zu berücksichtigenden Ziele wie
folgt: Verhinderung eines ruinösen Preiswettbewerbs um die Patienten, Schaffung
eines Ausgleiches zwischen den widerstreitenden Interessen von Zahnärzten und
Patienten und nicht zuletzt Stärkung der Transparenz privatzahnärztlicher
Liquidationen.
Der parlamentarisch Ablauf einer GOZ ergibt sich wie folgt:
Regierungsentwurf
Anhörung aller relevanten Gruppierungen u. Verbände
Kabinettsbeschluss
Zustimmung des Bundesrates
evtl. Vermittlungsausschuss
Eine Skonto-Gewährung ist bei staatlich verordneten Gebührenordnungen
nicht üblich - sie bedarf einer vorherigen Vereinbarung.
Im Zusammenhang mit nicht in der GOZ '12 erwähnten und/oder
Verlangensleistungen:
"Wunschbehandlungen"
Analogposition,
Basistarif,
Behandlung auf Verlangen,
Beihilfe,
BEMA,
BuGO-Z,
CPT,
Freie Berufe,
GOÄ,
Honorarordnung für Zahnärzte (HOZ),
Honorarvereinbarung ("Freie Vereinbarung"),
Öffnungsklausel,
Private Krankenversicherung.
zum Vergleich:
"AUTONOME HONORARRICHTLINIEN 2010/2011" (Österreich)
wissenschaftlich-kalkulatorische neue Leistungsbeschreibung der
Bundeszahnärztekammer.
internationale Krankheitsbeschreibungen der Mundhöhle - ICD-10-GM Version 2010.
Gracey Kürette
engl.: Gracey's curet(te); eines der gebräuchlichste mechanischen
Handinstrumente mit halbmondförmigen Arbeitsende zur
Kürettage im Rahmen einer
Parodontalbehandlung; von Dr. Clayton Gracey, University of
Michigan, 1930 entwickelt. Im Gegensatz zu den Universalküretten umfasst
ein G. K.-Satz 14, den jeweiligen Zahnoberflächen angepasste
Instrumente. |

|
Gradenigo-Syndrom
engl.: Gradenigo's triad; meist von einer eitrigen Mittelohrentzündung
ausgelöste chronische
Osteomyelitis
der Felsenbeinpyramide. Zahnärztlicherseits sind u.a. starke Schmerzen im
oberen Gesichtsdrittel und am Auge zu beobachten; dies bedingt durch eine
Schädigung des Trigeminusnerv.
Gram Färbung
Bakterienanfärbung, engl.: Gram stain; eine der Farbreaktion bei
Bakterien, welche in erster Linie durch den unterschiedlichen Anteil von
Murein in der Bakterien-Zellwand bedingt ist. Diese, nach dem gleichnamigen
dänischen Bakteriologen entwickelte Färbung, dient zur diagnostischen
Unterscheidung von:
grampositiven Bakterien (wie z.B.
Staphylokokken,
Streptokokken, Pneumokokken, Sporenbildner,
Laktobazillen, Aktinomyzeten, Pilze) nehmen nach Anfärbung mit
Gentianaviolett (Triphenylmethan-Farbstoff) eine dunkelblau-violette Farbe an,
gramnegativen Bakterien (wie z.B. Gonokokken, Menigokokken, Fusobakterien,
Schraubenbakterien) zeigen eine rote Anfärbung.
gramlabilen Bakterien zeigen ein wechselndes Verhalten, bedingt z.B. durch das
Alter oder Nährmedium bei speziellen Bakterienstämmen
säurefesten Bakterien, welche wachsartige Substanzen enthalten (z.B.
Mycobakterien), sind mit den gängigen Färbemethoden nicht anfärbbar.
bei der Gram-Weigert-Färbung (Gram-Weigert stain) erfolgt die Einfärbung im
Celloidin-Gewebeschnitt (Erregerfärbung mit Anilin-Gentianaviolett). Die
Bakterien färben sich violett, Fibrin blau und Bindegewebe rot.
Bakterien,
Granulozyten
Granulationsgewebe
engl.: granulation tissue; neugebildetes, blutgefäßreiches Gewebe; besondere
Produktion bei der Wundheilung und bei chronischen Entzündungen, z.B. am Ende
der Zahnwurzel eines
avitalen Zahnes.
Bildet sich ein Zuviel an G. ("überschießende" Bildung), so spricht man von
einem Granulationsgeschwulst (granulation tumor). In der
ZHK z.B. als
Epulis
bekannt.
Granulom
Granulom
Eitersäckchen, Granuloma, "beherdeter Zahn" engl.: granuloma;
Schlagwortbezeichnung für eine abgegrenzte Ansammlung von
Granulationsgewebe
als Reaktion auf
entzündungsauslösende Stoffe (meist
Mikroorganismen); in der
ZHK meist als Synonym für eine
Paradontitis apicalis chronica gebraucht. Generelle Einteilung in:
- apikales Granulom
am häufigsten im Kieferbereich vorkommende Entzündungsreaktion aus
lymphozytenhaltigem
Granulationsgewebe als Schutzreaktion (mit bindegewebiger
"Abkapselung") an der Wurzel von
devitalen ("toten") Zähnen vorkommend. Das G. ist in der Regel
mit denselben Keimen besiedelt, wie diese auch im
endodontische Hohlraumsystem selbst anzutreffen sind. Es kann
als Krankheitsherd unter Umständen den ganzen Körper beeinflussen
("Störfelder",
Fokalinfektion). Gelegentliche Entartung zu einer (gutartigen)
Zyste. Bei verminderter Abwehrlage des Körpers können G. zu
einer "dicken
Backe" bis hin zur
Osteomyelitis führen. Vereinzelt kann sich der verflüssigte
Inhalt eines G. einen Kanal durch den Kieferknochen und die
Mundschleimhaut bahnen (
Fistel).
Bei etwa 15 % der im Röntgenbild als apikales Granulom erscheinenden
Veränderungen handelt es sich um
radikuläre Zysten.
Eine Therapie besteht meist in einer
Wurzelkanalbehandlung mit wechselnden
medikamentösen Einlagen bis zur Auflösung des G. als Folge des
Wegfalls des Entzündungsreizes oder
Wurzelspitzenresektion mit G.-Entfernung. Im Extremfall
(vernachlässigtes Gebiss, mangelnde Patienten-Compliance,
fortgeschrittene Erkrankung des Zahnhalteapparates) in einer
Extraktion des Zahnes
- eosinophiles Granulom
mit einem bevorzugten Vorkommen im Kieferkörper oder dem
Alveolarfortsatz des
Unterkiefers. Ferner kommen Herde im Schädeldach und in den
Weichteilen vor. Die Knochenherde zeigen sich nach außen als
Auftreibungen des Knochens oder als knotige bzw. diffuse
Verdickungen des Zahnfleisches. Im Röntgenbild (s. Abb.) findet man
scharf abgegrenzte
zystische Aufhellungen oder unscharf begrenzte
knochenzersetzende Prozesse ohne direkte Zahnbeteiligung. Durch
Abbau des Kieferknochens kann es zu
Zahnlockerung bzw. Zahnausfall kommen.
Eine Therapie besteht in einer
Exkochleation ("Auskratzung"), ggf. Entfernung von Zähnen.
Neben der beschriebenen isolierten Form ("solitäres Auftreten")
werden noch unterschieden:
eine chronisch-generalisierte Form = Morbus Hand-Schüller-Chistian
(s. Abb.)
eine akut-generalisierte Form =
Morbus Abt-Letterer-Siwe
- internes Granulom,
Granulom, internes
auch pulpales Granulom, Pulpagranulom, Rosaflecken-Krankheit, engl.:
internal granuloma (of the pulp)
chronisch entzündetes Zahnnervgewebe innerhalb der intakten
(geschlossenen) Pulpenkammer. Durch langsame Vergrößerung und
dadurch bedingter Resorption des Zahnhartgewebes (Dentin)
schimmert das G. als sich langsam vergrößender Fleck nach außen
durch, welches im englischen als "pink
spot (disease)" bezeichnet wird, wenn sich das G. innerhalb der
Kronenpulpa befindet. Sehr selten auftretend; erste Erkennung meist
im Röntgenbild als Zufallsbefund. Wird die meist noch lebende
(vitale) erkrankte Pulpa nicht entfernt, kann die Resorption bis zur
Zerstörung der Wurzel fortschreiten. Auslösende Ursachen sind bisher
nicht bekannt. Die Behandlung besteht in der Regel in einer Entfernung der
Pulpa (
Vitalextirpation) und anschließender
Wurzelkanalfüllung.
pink spot
-
malignes Granulom
in Form der Lymphogranulomatose oder der Wegener-Granulomatose
- pedikulares Granulom
Granuloma pediculatum, Granuloma teleangiectacticum, auch: Granuloma
pyogenicum; von Gefäßen des Kapillarkörpers ausgehendes
gestielt-kugelförmiges
Hämangiom der Haut u. Schleimhäute mit starker Blutungsneigung.
Meist als eine Art "Überschussbildung"
- pyogenes Granulom
von der
WHO eingeführte Nomenklatur für eine best. Form einer
Epulis
- rheumatische Granulom
Vorkommen bei der primär chronischen Polyarthritis in der Umgebung
mittlerer und größerer Gelenke
-
Riesenzell(en)granulom
Abszess,
apical,
Behandlung von Milchzähnen,
Calciumhydroxid,
chronisch granulierende Entzündung,
Hemisektion,
Osteolyse,
Osteonekrose,
PAI-Index,
periapikale Läsionen,
Perkussionstest,
PRI Index,
Restostitis,
Riesenzellgranulom,
Schrödersche Lüftung,
Sinusitis,
Vitalitätsprüfung |

eosinophiles G.
bei einem 12jährigem Kind
©: medecoinfo.de

internes G. innerhalb des Wurzelpulpa

inter G. der Kronenpulpa (Milchzahn)
|

Granuloma pediculatum
www.smw.ch/
©: SMW und Infomed-Verlags AG

Granuloma teleangiectacticum

M. Hand-Schüller-Christian
|
Granulom,
internes
Granulom
Granulozyten
engl.: granulocytes; körnchenhaltige, weiße Blutkörperchen;
Oberbegriffbegriff für die versch. Leukozyten (weiße Blutzellen), welche unter
dem Mikroskop in ihrem Zytoplasma Granula sichtbar werden lassen. Sie werden
durch Lymphokine oder bakterielle Botenstoffe an den Ort der Entzündung
"gelockt" (sog. Leukotaxis) und fressen dort Bakterien auf (Phagozytose) bzw.
töten Keime durch
Enzyme ab.
Nach ihrer färberischen Darstellung (
Gram Färbung) unterscheidet man basophile, eosinophile und neutrophile G.
Grauhan Syndrom ;
engl.: Grauhan's syndrome; seltene
erblich
rezessive Kombination von Fehlbildungen der Finger,
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und des Urogenitaltraktes
Grauwert
engl.: gray scale (value); Bezeichnung für:
Kontrast-Beeinflussung des
Röntgenbildes
in der Bildbearbeitung (digitales
Röntgen): Helligkeits- oder Intensitätswert eines einzelnen Bildpunktes.
Ein menschliches Auge kann nur ca. 64 Grauwerte unterscheiden, ein
CT aber 4096
Gray
Gy, engl.: do.; eine der
SI-Einheiten
für die durch Radioaktivität und andere ionisierende Strahlung verursachte
Energiedosis; sie drückt die pro Masse absorbierte Energie aus. Es gilt die
Formel 1 Gy = 1 J/kg = 100 rad. Weiter entspricht ein Gy einem
Sievert
(Äquivalentdosis)
Kerma
Greisenkiefer
"flacher Kiefer", engl.: geriatric jaw; altersbedingter, fast
vollständiger Verlust der
Alveolarfortsätze und anderer Teile der Kieferknochen (=
spangenförmiger Unterkiefer). Ursache ist meist ein entzündlicher
Schwund des Knochen durch
Parodontitis oder ein nicht Abgedecktsein der zahnlosen Bezirke
durch
Zahnersatz (=
Inaktivitätsatrophie). Vom anatomischen Aufbau des
Alveolarfortsatzes von Ober- und Unterkiefers her ergibt sich beim
Schwund ein kleinerer Durchmesser des Alveolarkamms im Oberkiefer und
ein größerer im Unterkiefer.
Alveolarkammatrophie,
Augmentation. |

Atrophie
des
Kieferkamms
mit zunehmenden Alter |
Grenzbewegungen ;
Bennet Bewegung
Grenzstrahlen
Bucky Strahlen, ultraweiche Röntgenstrahlen, engl.: Bucky radiography; nach dem
Berliner Radiolgen Gustav Bucky (1880-1963) benannte sehr weiche
Röntgenstrahlung (ca. 6–12 kV; λ ca. 0,2–0,1 nm). Erzeugt werden diese G. in
Röhren mit großem Brennfleck (Chromeisen- oder Kupferanode) und mit einem
Beryllium- oder Lindemann-Glas-Fenster.
Anwendung in der
Strahlentherapie entzündlicher Erkrankungen der obersten Hautschichten.
Röntgenröhre,
Röntgenstrahlen,
Strahlentherapie
Griebe ; Griefe,
Vulgärbezeichnung für Lippenbläschen (
Herpes simplex) bzw.
Mundwinkelrhagaden
Griffelzahn ,
Zapfenzahn, engl.: peg tooth;
Zapfenzahn
Gripit™
;
Richwil Crown and Bridge Remover
Grit
engl.: do.; Größenbezeichnung für die Partikel (Körner) eines Belages. Eine
grobe Körnung hat ca. 80 Grit; feinkörnige Beläge haben Werte über 1.000. So
wird z.B. eine Körnung von 1.200 Grit zum
Polieren
verwendet.
Gritman Artikulator
engl.: Gritman's articulator, "fixed condylar guide"; 1899 patentierter
"Mittelwert-Artikulator",
welcher mit 15° gekrümmte Kondylenbahnen aufweist, aber noch auf eine
anteriore
Führungsplatte verzichtet. Wurde seinerzeit zusammen mit dem von Snow
konstruierten
Gesichtsbogen ("Snow facebow") angewandt, welcher ebenfalls als
Vorläufer der heute gängigen Gesichtsbögen gilt. |

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Grobdesinfektion
Vordesinfektion, engl.: low-level disinfection; Bezeichnung für die
Desinfektion ("Entseuchung") größerer Mengen oder größerer Bezirke mit
infektiösem Material. Meist handelt es sich dabei um die Desinfektion von
Räumen, Toiletten, Abwässern und Krankheitsprodukten (Eiter).
Grübchen
engl.: groove; rundliche Vertiefungen auf der Kaufläche unterer kleiner
Backenzähne (
Prämolar) anstelle von
Fissuren. Der Übergang zu echten Fissuren ist fließend. Im Sprachgebrauch
häufig gleichgesetzt mit der
Fossa
(jene Vertiefung im Kauflächenbereich, auf die der Höcker des Gegenzahnes
trifft).
Fissur,
Fossa,
Höcker,
Kaufläche,
Scherhöcker
Grummons-Maske,
Delaire-Maske
Grundebenenwinkel ,
Basiswinkel
Grundlohnsumme
engl.: base salary; Begriff aus dem Sozialrecht: Zur Finanzierung ihrer Ausgaben
stehen den
Gesetzlichen Krankenkassen überwiegend die Beiträge ihrer Mitglieder zur
Verfügung. Diese orientieren sich an den eigentlichen Löhnen bzw. Gehältern
ihrer Versicherten (sog. "Grundlohnsumme") bis zu einer jährlich variierenden
Höchstgrenze - ohne spezielle Zulagen oder Gratifikationen - (sog.
"Eckwerte").
Gesetzlichen Krankenkassen
Grundschleier
Grauschleier, engl.: gray fog;
Röntgenfilmschwärzung, welche bei der Entwicklung eines unbelichteten
Röntgenfilms auftritt. Meist Lagerungsbedingt durch natürliche radioaktive
Strahlung. Liegt der G. über dem Schwellenwert (der Bereich der
Schwärzungskurve, der die Bildinformationen enthält), so wird er als
Grauschleier bezeichnet.
Röntgenfilm
Grundversorgung
engl.: basic health care; sowohl fachlich, wie auch gesellschaftspolitisch nur
vage beschriebene Definition eines unbedingt notwendigen medizinischen
Behandlungsangebotes in der Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Krankenpflege, usw.,
wobei eine "kostenlose Inanspruchnahme" - d.h. ohne eigene
Zuzahlungen - dieser G. durch den Erkrankten möglich sein soll.
Grünes Rezept
" = von Ärzten verordnet, von Patienten bezahlt", engl.: green
prescription; Schlagwortbezeichnung für eine Folge der
Gesundheitsreform ab 2004 (GMG):
Mit dem
GKV-Modernisierungsgesetz werden in den meisten Fällen
nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel nicht mehr von den Gesetzlichen
Krankenkassen bezahlt. Diese primär unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten getroffene Entscheidung grenzt Arzneimittel aus, die
sich bisher in der Therapie bewährt haben - und die, auch nach Willen
des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, weiterhin
wichtiger Bestandteil der Therapie sein sollen. Das Grüne Rezept wird
den
Vertragsärzten zur Verfügung gestellt. Seine Ausgestaltung
orientiert sich an den Rezeptvordrucken - mit einem wesentlichen
Unterschied: Es ist GRÜN. Das Grüne Rezept
geht auf eine Vereinbarung zwischen der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV), Apothekerverbänden sowie dem Bundesverband der
Pharmazeutischen Industrie und dem Bundesverband der
Arzneimittelhersteller zurück. Die Einführung des Grünen Rezeptes dient
verschiedenen Zielen:
Das Grüne Rezept signalisiert dem Patienten, dass die Anwendung des so
verordneten Arzneimittels medizinisch geboten ist, die Kosten jedoch
nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
Es ist eine Merkhilfe für den Patienten bezüglich Name, Wirkstoff,
Darreichungsform, Packungsgröße etc.
Mit diesem Rezept dokumentiert der Arzt auch, dass er das Medikament für
medizinisch sinnvoll hält. So lassen sich die Ausgaben steuerlich
geltend machen, wenn die "zumutbaren Belastungen" überschritten werden.
Interessant ist dies z.B. für Familien mit drei und mehr Kindern, für
die eine
Zumutbarkeit von nur einem Prozent des Jahreseinkommens (bis 51.000
Euro; 2011) besteht.
Fast sieben Milliarden Euro wurden 2009 für rezeptfreie Arzneimittel
ausgegeben; knapp ein Viertel davon für Erkältungsmittel.
Gesundheitsreform ab 2004 (GMG),
Pharmakon,
Rezept
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Grünholzfraktur
engl.: greenstick fracture; nur bei Kindern zu beobachtender unvollständiger (subperiostaler)
Knochenbruch (meist der langen Röhrenknochen der Extremitäten), bei welchem die
Knochenhaut (Periost)
die Fragmente zusammenhält. In der
ZHK selten beobachtet.
Kieferbruch
Gruppenführung
Gruppenkontakt, engl.: canine or group guidance;
dynamische Okklusion zwischen den
Antagonisten
auf der
Laterotrusionsseite.
Eckzahnführung,
Frontzahnführung,
Gnathologie,
Okklusion,
Okklusionskonzepte,
Zentrik
Gruppenprophylaxe
Kollektivprophylaxe, engl.: preventive dental treatment (for children up to 14,
etc.); kariesvorbeugende Maßnahme für größere Bevölkerungsschichten ohne
individuellen Charakter und besondere Gewichtung der Mitarbeit des Einzelnen; in
der
ZHK in D. meist in Form von zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (vormals
"Reihenuntersuchungen") in Kindergärten und Schulen. Hauptziel der G. ist es,
den Kindern und Jugendlichen ein mundgesundheitsbewusstes Verhalten
beizubringen. Zahmedizinische G. versteht sich weiter als eine Förderung zur
Erreichung einer gesunder Lebensweise, und Unterstützung der Gesundheitsbildung
in der Familie; generell zielt sie auf eine Eigenverantwortung für die
persönliche Gesundheit hin.
Untersuchungen zeigen, dass Gruppenpräventionsprogramme dann keinen Erfolg zu
haben scheinen, wenn sie lediglich "unterrichtenden Charakter" haben und keine
Fluoride
angewandt werden.
Die G. hat ihre Rechtsgrundlage im §21
Sozialgesetzbuch V und umfasst nach dessen gesetzlicher Definition die
Untersuchung der Mundhöhle und die Anfertigung eines Zahnstatus,
Fluoridierungs-Maßnahmen zur Verbesserung der Schmelzqualität (sog.
"Zahnhärtung"), Ernährungsberatung und Anleitung zur Mundhygiene.
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für
Jugendzahnpflege e. V. DAJ
definiert gruppenprophylaktische Maßnahmen wie folgt:
- Inspektion der Mundhöhle mit Erhebung des
Zahnstatus zur
Kariesrisikozuordnung nach einheitlichen Standards
- Verweisung in zahnärztliche Behandlung zur
Beseitigung vorhandener Zahnschäden
- Fissurenversiegelung bei gegebener
Indikation
- Verbesserung des Mundhygiene-Verhaltens
- Verbesserung der Zahnschmelzqualität durch
Fluoride
Ernährungsberatung
- Motivation zur regelmäßigen zahnärztlichen
Untersuchung
- Durchführung spezifischer altersgerechter
Programme zur kollektiven und individuellen Betreuung von Kindern mit
besonders hohem Kariesrisiko
- Erkennung und Aufklärung zur Vermeidung von
(früh-)kindlichen Fehlentwicklungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich
Wie die
DAJ berichtet, erreichten im Schuljahr 2007/8 die gruppenprophylaktischen
Maßnahmen bundesweit viele der etwa sieben Millionen Kindern und Jugendlichen im
Alter zwischen drei und 12 Jahren, die in Einrichtungen gemeldet sind: In
Kindergärten waren es 70 Prozent der Jungen und Mädchen, in Grundschulen 73
Prozent sowie in fünften und sechsten Klassen 32 Prozent. Hinzu kamen etwa 49
Prozent in Fördereinrichtungen.
Insgesamt 206.000 Kinder und Jugendliche mit hohem Kariesrisiko nahmen laut DAJ
an speziellen Programmen mit einer besonders intensiven Betreuung teil.
Gruppenprophylaktisch betreut wurden außerdem 124.000 Jugendliche in Schulen mit
überproportional hohem Kariesrisiko. Etwa 7.000 Informationsveranstaltungen für
Pädagogen und 9.500 Beratungen wurden für Eltern im Schuljahr 2007/2008
angeboten.
Fast 12.000 niedergelassene Zahnärzte, 1.200 Prophylaxe-Fachkräfte und 465
Zahnärzte des
Öffentlichen Gesundheitsdienstes machten laut der Dokumentation bei den
Aktionen mit.
BZÖG,
DAJ,
Individualprophylaxe,
Karies,
Kariesprophylaxe,
Öffentlicher Gesundheitsdienstes,
Prävention,
Prophylaxe
Guérin Fraktur
engl.: Guérin's fracture; nach dem Pariser Chirurgen (1801-1866) benannte
Fraktur des Oberkiefers, welche als transversalfraktur in etwa der bekannteren
Bezeichnung
Le Fort I entspricht
Guided bone regeneration
,
GBR;
Gesteuerte Knochenregeneration
Guided tissue regeneration , GTR;
Gesteuerte Geweberegeneration in der Parodontologie
Gulden Therapie
Gulden Übung, wenig gebräuchliches Training der Lippenmuskulatur bei einer
chronischen
Mundatmung: Eine Münze wird senkrecht zwischen die Lippen gestellt und
ständig hin und her bewegt.
Lippenkompetenz
gummy
smile
wörtlich übersetzt: "Zahnfleisch-Lächeln", von engl. gum =
Zahnfleisch; meist bedingt durch eine zu
kurze Oberlippe und/oder eine vertikale Überentwicklung des
Alveolarfortsatzes bzw. überlanger Schneidezähne; seltener durch eine
Überaktivität der Oberlippenmuskulatur oder ein "Überwachsen" des
Zahnfleischs über die Zahnkrone. Beim Lachen oder auch nur geringer
Mundöffnung ist dabei überverhältnismäßig viel "Rot" (Zahnfleisch)
zu sehen. Beim
Lachen
ist im Idealfall eine Fläche zwischen drei Vierteln der Kronenhöhe der
oberen Schneidezähne und 2 mm der
Gingiva
zu sehen; sind mehr als 3 mm sichtbar, spricht man von einem g. s.. In
kosmetisch ausgeprägten Fällen kann bei einem g. s. ein chirurgisches
Hochverlagern des Oberkiefers oder Eingriffe an einem der Lachmuskeln
(M. orbicularis oris) erforderlich sein.
ästhetische Analyse,
Ästhetische Zahnmedizin,
Frontzahnlinie (Lachlinie),
Oberlippenlänge,
Pink Esthetic Score,
rosa Ästhetik
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Gunn
Zeichen
Kiefer-Lid-Phänomen,
Marcus-Gunn-Phänomen, engl.: Gunn's phenomenon; es besteht eine krankhafte
Synchronisation zwischen einer
Öffnungsbewegung des Kiefers und einem gleichzeitigen ruckartigen Hochziehen
des Augenlids und der Augenbraue. Ursache unbekannt, kann in jedem Alter
auftreten; eine genetische Disposition scheint wahrscheinlich
R. Marcus Gunn: Congenital ptosis with peculiar associated movements of the
affected lid. Transactions of the Ophthalmological Societies of the United
Kingdom, London, 1883, 3: 283-287.
Marin Syndrom
Gunning Schiene
Kieferbruchschiene mit intermaxillärer Verschnürung, engl.: Gunning's splint; im
zahnlosen Ober- und/oder Unterkiefer angewandte Kieferbruchversorgung durch
vorhandene
Prothesen, welche mit Häkchen versehen werden, durch die intermaxilläre
Gummizüge zur Verschnürung geführt werden. Zur besseren Fixierung kann
zusätzlich eine Jochbogen und/oder Unterkieferumschlingung durchgeführt werden.
Ersatzweise können statt der vorhandenen Prothesen auch entsprechende
Kunststoffbehelfe Verwendung finden.
Kieferbruch
Gussfüllung
Goldgussfüllung,
Einlagefüllung,
Inlay, engl.: cast filling; eine der Bezeichnungen für eine Einlagefüllung
(Inlay), welche im
zahntechnischen Labor aus einer Metall-Legierung
(in der Regel eine goldhaltige) gegossen wird. Untergliederung in
Inlay,
Pinledge,
Onlay,
Overlay
Abdruckarten,
aktives Zementieren,
anfinieren,
Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen,
Inlay,
Onlay,
Overlay,
Passung,
Scheibenschliffpräparation,
Schlagpolierer
Gussklammer
Modellgussklammer; engl.: cast clasp; gusstechnisch hergestellte Klammerart -
meist in Kombination mit einer
Modellgussprothese ("Stahl"). Im Gegensatz zur gebogenen "Drahtklammer" ist
eine bessere und individuell abgestimmte Haltekraft und Abstützung zu erzielen.
Bekannter Vertreter ist die (eher historische) Ney-Klammer, eine G. der Firma
Ney und das Bios™-System.
Klammer,
Modellguss,
Ney-Klammersystem
Gusskrone
engl.: cast crown; im Gegensatz zur historischen
Bandkrone heute überwiegende Kronenart, welche aus einer
Legierung in einem
Dentallabor im Metallguss-Verfahren hergestellt wird. Sie kann ganz aus
Metall bestehen (=
Vollgusskrone) oder zahnfarben verblendet sein (=
Verblendkrone).
Krone
Gutachten
/ Gutachter, Sachverständiger, engl.: medical report / expert; Tätigkeiten durch
"sachkundige Personen" (s.u.) bei Gerichts- und sonstigen
Auseinandersetzungen/Überprüfungen. Im
privatzahnärztlichen Bereich werden diese Gutachter von der
Zahnärztekammer benannt. Nur diese Personen dürfen - auch nach der
zahnärztlichen
Berufsordnung - kritische Aussagen zu einer zahnärztlichen Arbeit tätigen.
Das von einem Gutachter erstellte Gutachten ist juristisch von erheblicher
Bedeutung und muss bei der Urteilsfindung vor einem Gericht angemessen
berücksichtigt werden. Der Gutachter selbst schöpft sein Wissen aus den sog.
Leitlinien, sonstigen Veröffentlichungen der wissenschaftlichen
Fachgesellschaften (z.B. wissenschaftlichen Stellungnahmen) und seiner
persönlichen Berufserfahrung.
Bei der zahnärztlichen Versorgung werden zwei Formen von Gutachten
unterschieden:
Bewertung der geplanten Therapie und Genehmigungsentscheidung durch den
Kostenträger (= "Vorbegutachtung")
Mängelgutachten bei bereits fertig gestelltem Zahnersatz
Für
gesetzliche Krankenversicherte besteht auf Grund von Regelungen im
Sozialgesetzbuch V ein vorgerichtliches Gutachterverfahren, bei welchem die
Gutachter einvernehmlich (mit Zustimmung der
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und der
Gesetzlichen Krankenkassen) bestellt werden. Gegen die Beurteilung dieser G.
gibt es verschiedene Beschwerdestellen (Prothetik-Einigungsausschuss,
Obergutachter), bevor eine gerichtliche Untersuchung vor einem
Sozialgericht eingeleitet werden kann. Wichtig für Patienten Gesetzlicher
Kassen: Die Krankenkasse bezahlt nur solche Gutachten, die von ihr selbst in
Auftrag gegeben wurden. Patienten sollten sich deshalb immer zunächst an ihre
Krankenkasse wenden.
Im Bereich
Zahnersatz wurden 2009 bei den
Gesetzlich Versicherten insgesamt 146.259 G. (Planungs- und Mängelgutachten)
durchgeführt. Bei 10,5 Millionen prothetischen Behandlungsfällen wurden
lediglich 16.514 Mängelgutachten angefordert.
Behandlungsfehler,
Gutachterkommission für Fragen zahnärztlicher Haftung,
Haftung,
Leitlinie,
Mängelgutachten ("Mängelrüge"),
MDK,
MDZ,
Nachbesserung,
Schweigepflicht
Gutachterkommission
für Fragen zahnärztlicher Haftung, "Schiedsstelle", "Schlichtungsstelle", engl.:
advisory committee for questions of dental liability; bei den
Zahnärztekammern angesiedelte Schiedsstellen-ähnliche Einrichtung zur
Klärung von
Behandlungsfehlern und damit verbundenen
Haftungsfragen. Sie wird von einem unabhängigen Richter unter Beisitz von 3
Zahnärzten geleitet. Jeder Patient - wie auch seltener - jeder Zahnarzt kann
sich an diese Stelle im Streitfall wenden, ohne auf das spätere Recht zur
Anrufung eines ordentlichen Gerichtes zu verzichten.
Behandlungsfehler,
Beweislast,
Gutachten,
Haftung,
Mängelgutachten ("Mängelrüge")
Behandlungsfehler: Schlichtungsstellen sind forscher als Gerichte
Gutta-Flow ® ;
neuartiges Wurzelkanalfüllmaterial;
Sealer,
Wurzelkanalfüllung;
Guttapercha
engl.: gutta-percha, guttapercha;
kautschukähnliches Material aus dem Saft des Gummibaumes. in der ZHK
gebräuchlich als probates Hilfsmittel zur Optimierung einer
Wurzelkanalfüllung (mittels feiner, versch. großer, dem Wurzelkanal
angepasster Guttaperchastifte,
Kondensation + Abb.). Die von früher bekannten Einsatzgebiete im
Rahmen von zahnärztlichen
Abdrücken
oder provisorischen Verschlussmaterialien sind heute
obsolet.
Man unterscheidet bei der G. eine alpha von einer beta Form:
Bei Raumtemperatur besitzt die G. den physikalischen beta-Zustand. Durch
Erhitzung auf ca. 65° C (Erweichung) und anschließender Abkühlung
entsteht bei einer Temperatur zwischen 49-42° C die klebrige alpha-Form,
welche zwar gut fließfähig aber zu weich für eine Kondensation im
Wurzelkanal ist.
Beim Guttapercha-Injektionsverfahren,
engl.: gutta-percha injection technique, (z.B. Obtura®, Ultrafil®) wird
G. auf etwa 70° erwärmt und mittels einer Injektion in den Wurzelkanal
gebracht. Generell besteht bei derartigen Methoden eine fehlende bzw.
eingeschränkte Längenkontrolle und dadurch eine Gefahr des
Überfüllens ("Überstopfens").
Abdruck,
BeeFill,
BRT,
Chloroform,
Endotom,
Guttapercha-Abformung,
Plugger,
Point,
Separation,
Wurzelkanalfüllung |
|
Guttapercha-Abformung , Guttapercha Abdruck, engl.: guttapercha impression;
historisches
thermoplastisches Abdruckverfahren zahnloser Kiefer durch
Guttapercha
Gyrasehemmer
GH, bakterielle DNS-Gyrase-Hemmer, zur Gruppe der Antibiotika gehörend, engl.:
topoisomerase inhibitor; die Gyrase ist ein
Enzym, das die Bakterien-DNA aufdrillt, damit diese in die Bakterienzelle
passt. Die Verpackung der menschlichen Erbsubstanz ist völlig anders, weil
unsere Zellen im Gegensatz zum Bakterium einen Zellkern besitzen.
Antibiotika
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www.corel.com
) und TechpoolStudios Inc. (
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Aktualisierung der Artikel 2012