FACE-Methode
fluoreszenzunterstützten Kariesentfernung, engl.: Fluorescence
Assisted Caries Excavation; basierend auf den spezifischen
Fluoreszenzeigenschaften von gesundem und
kariösem Dentin: beim Beleuchten mit violettem fluoreszierenden Licht (die
Lichtquelle befindet sich auf dem
Winkelstück
und beleuchtet direkt die zu bearbeitende Zahnoberfläche) erscheint beim
Betrachten durch ein spezielles Filterglas gesundes Dentin grün, während
kariöses Dentin
- abhängig von der bakteriellen Infektion - bis hin zu intensiv rot leuchtet
(bedingt durch von Bakterien synthetisierte Porphyrinverbindungen). Diese
relativ junge Methode (2002) hat eine hohe Selektivität, Effektivität und
Effizienz.
Kariestherapie
Facette
Fassette, Verblendschale, engl.: facet;
1.) aus
Keramik o.
Kunststoff bestehende Fertigteile für festsitzenden Zahnersatz
(Kronen u. Brücken; "Facettenkrone", "Facettenbrücke"), um dem zu
ersetzenden Zahn ein "echtes" (zahnfarbenes, der Umgebung angepasstes)
Aussehen zu geben. Heute weitgehend durch andere Methoden (Metallkeramik,
Vollkeramik) abgelöst.
Bei herausnehmbaren Zahnersatz wird unter dem Begriff F.
der verblendete Teil einer (Teleskop-)Krone verstanden, welcher in der Regel
nicht aus einem Fertigteil besteht.
Pontic,
Richmond-Krone,
Steele Facette,
Veneer
2.) glatte, durch Abrieb beim
Kauen/Knirschen
(
Abrasion, s. Abb.) entstandene Schliff-Fläche an einem Zahn ("
Schliff-Facette")
3.) Facettierung ,
Facettentechnik
Veneer |

Schliff-Facetten im Unterkiefer
|
Fachgebiete
innerhalb der Zahnheilkunde (ZHK), engl.: specialty, section;
traditionell unterscheidet man innerhalb der
ZHK
folgende Teilbereiche (Fachgebiete):
Ein gemeinsames Fachgebiet der Medizin und Zahnmedizin ist die
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Fachzahnarzt
Fachkenntnisse
im Strahlenschutz, Kenntnisse im Strahlenschutz, engl.: expertise
in radiation protection; nach der
Röntgenverordnung in D vorgeschriebener und regelmäßig zu erneuernder
Erwerb von Kenntnissen beim Umgang mit
Röntgenstrahlen. Dieser Erwerb wird von der
zuständigen Stelle geprüft und bescheinigt.
Die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz werden in der Regel
durch eine für das jeweilige Anwendungsgebiet geeignete Einweisung und
praktische Erfahrung erworben. Für Personen nach § 3 Abs. 4 Satz 2 Nr. 3, § 24
Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2 Nr. 4 und § 29 Abs. 2 Nr. 3 gilt Absatz 1 Satz 2 bis 5
und Absatz 2 entsprechend. "
Die F. müssen besitzen:
Zahnärzte ohne Fachkunde unter ständiger Aufsicht von Personen, die die
Fachkunde besitzen
Personen zur technischen Durchführung (z.B.
zahnärztliches Fachpersonal) unter ständiger Aufsicht von Personen, die die
Fachkunde besitzen
Fachkunde im
Strahlenschutz
Fachkunde
im Strahlenschutz, engl.: expert knowledge in radiation protection;
nach der
Röntgenverordnung in D vorgeschriebener und regelmäßig zu erneuernder
Sachverstand beim Umgang mit
Röntgenstrahlen. Der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz wird von der
zuständigen Stelle geprüft und bescheinigt.
Die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz wird in der Regel durch eine
für den jeweiligen Anwendungsbereich geeignete Ausbildung, praktische Erfahrung
und die erfolgreiche Teilnahme an von der zuständigen Stelle anerkannten Kursen
erworben. Die Ausbildung ist durch Zeugnisse, die praktische Erfahrung durch
Nachweise und die erfolgreiche Kursteilnahme durch eine Bescheinigung zu
belegen. Der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz wird von der zuständigen
Stelle geprüft und bescheinigt. Die Kursteilnahme darf nicht länger als fünf
Jahre zurückliegen. Die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz wird mit
Bestehen der Abschlussprüfung einer staatlichen oder staatlich anerkannten
Berufsausbildung erworben, wenn die zuständige Behörde zuvor festgestellt hat,
dass in dieser Ausbildung die für den jeweiligen Anwendungsbereich geeignete
Ausbildung und praktische Erfahrung im Strahlenschutz sowie den nach Satz 1 in
Verbindung mit Absatz 4 anerkannten Kursen entsprechendes theoretisches Wissen
vermittelt wird. Für "Medizinisch-technische Radiologieassistentinnen" und
"Medizinisch-technische Radiologieassistenten" gilt der Nachweis nach Satz 1 mit
der Erlaubnis nach § 1 Nr. 2 des MTA-Gesetzes vom 2. August 1993 (BGBl. I S.
1402), das zuletzt durch Artikel 23 des Gesetzes vom 27. April 2002 (BGBl. I S.
1467) geändert worden ist, für die nach § 9 Abs. 1 Nr. 2 dieses Gesetzes
vorbehaltenen Tätigkeiten als erbracht.
Die Fachkunde im Strahlenschutz muss mindestens alle fünf Jahre durch eine
erfolgreiche Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs oder
anderen von der zuständigen Stelle als geeignet anerkannten
Fortbildungsmaßnahmen aktualisiert werden. Abweichend hiervon kann die Fachkunde
im Strahlenschutz im Einzelfall auf andere geeignete Weise aktualisiert und die
Aktualisierung der zuständigen Behörde nachgewiesen werden. Der Nachweis über
die Aktualisierung der Fachkunde nach Satz 1 ist der zuständigen Stelle auf
Anforderung vorzulegen. Die zuständige Stelle kann, wenn der Nachweis über
Fortbildungsmaßnahmen nicht oder nicht vollständig vorgelegt wird, die Fachkunde
entziehen oder die Fortgeltung mit Auflagen versehen. Bestehen begründete
Zweifel an der erforderlichen Fachkunde, kann die zuständige Behörde eine
Überprüfung der Fachkunde veranlassen.
Die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz werden in der Regel durch
eine für das jeweilige Anwendungsgebiet geeignete Einweisung und praktische
Erfahrung erworben. Für Personen nach § 3 Abs. 4 Satz 2 Nr. 3, § 24 Abs. 1 Nr. 3
und Abs. 2 Nr. 4 und § 29 Abs. 2 Nr. 3 gilt Absatz 1 Satz 2 bis 5 und Absatz 2
entsprechend.
Kurse nach Absatz 1 Satz 1, Absatz 2 und 3 Satz 2 können von der für die
Kursstätte zuständigen Stelle nur anerkannt werden, wenn die Kursinhalte
geeignet sind, das für den jeweiligen Anwendungsbereich erforderliche Wissen im
Strahlenschutz zu vermitteln und die Qualifikation des Lehrpersonals und die
Ausstattung der Kursstätte eine ordnungsgemäße Wissensvermittlung gewährleisten.
"
Die F. müssen besitzen:
Strahlenschutzverantwortliche
Strahlenschutzbeauftragte
Zahnärzte, die eigenverantwortlich Röntgenstrahlen am Menschen anwenden
Zahnärzte, die die rechtliche Indikation stellen
Zahnärzte, die die technische Durchführung beaufsichtigen und verantworten
Fachkenntnisse im
Strahlenschutz
Fachkundenachweis , engl.: proof of expertise; Begriff aus der
Röntgenverordnung;
Fachkunde im
Strahlenschutz, Fachkenntnisse
im Strahlenschutz
fachübergreifend
interdisziplinär, engl.: inter (multi) - disciplinary;
juristisch nicht näher abgegrenzter Begriff, welcher durch das
GMG - hier speziell durch die neu eingeführten
Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) - an Bedeutung gewonnen hat: Mit
dem
GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) wurde auch Paragraph 95 "Teilnahme an der
vertragsärztlichen Versorgung" reformiert. Nicht nur einzelne Ärzte, sondern
auch Einrichtungen, in denen Ärzte tätig sind, können eine Zulassung zur
vertragsärztlichen Versorgung bekommen. Damit dürfte folgende Definition gemeint
sein: Wenn spezialisierte akademische Heilberufler, die am selben Patienten
bislang getrennt tätig waren, im Zentrum kooperieren und durch Synergie-Effekte
Qualität und Effizienz der Versorgung erhöhen. Die für Zahnärzte noch nicht
vollständig entschiedene Problematik siehe unter:
Medizinische Versorgungszentren
Fachzahnarzt
Gebietsbezeichnung, engl.: specialized dentist for ..., medical
speciality; wird nach der
Approbation laut
Heilberufsgesetz durch
Weiterbildung, also der fachlichen Vertiefung der beruflichen Kenntnisse
und Erfahrungen in einem definierten Gebiet der Zahn-, Mund und Kieferheilkunde
bzw. Medizin vergeben. Kriterien hierfür bestimmen die
Landeszahnärztekammern bzw. Ärztekammern. Die Weiterbildung zum
zahnärztlichen F. vollzieht sich über einen Mindestzeitraum von drei
Jahren und muss ganztägig und hauptberuflich bei ermächtigten Zahnärzten
("Ausbildungspraxen") und/oder Uni-Kliniken durchgeführt werden. Mindestens ein
klinisches Jahr an einer Hochschule ist vielmals notwendig - diese Regelung
befindet sich z.Zt. (2010) im Wandel.
Nach H.J. Staehle (DZZ, 2010; 65 (4)) bestanden 2010
nachfolgende Bezeichnungen (historische Reihenfolge):
-
Fachzahnarzt für
Kieferorthopädie
Einführung 1935; zahnärztliche
Approbation;
dreijährige (später vierjährige)
Weiterbildung
-
Facharzt für
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Einführung 1951 (damals noch unter der Bez. "Facharzt für Kiefer- und
Gesichtschirurgie"); ärztliche u. zahnärztliche
Approbation;
fünfjährige Fachausbildung. Seit 1987 ist der Erwerb der Zusatzbez. "plastische
Operationen" nach zweijähriger Zusatzausbildung möglich
-
Fachzahnarzt für
Kinderstomatologie
Einführung 1961 in der ehem. DDR; zahnärztliche
Approbation;
vierjährige
Weiterbildung; 1990 nach Eingliederung der DDR nicht mehr möglich.
Vorhandene Bez. dürfen weiter geführt werden
-
Fachzahnarzt für Allgemeine
Stomatologie
Einführung 1965 in der ehem. DDR; zahnärztliche
Approbation;
vierjährige
Weiterbildung; 1990 nach Eingliederung der DDR nicht mehr möglich.
Vorhandene Bez. dürfen weiter geführt werden. Ausnahme: Geltungsbereich der
LZK Brandenburg: ab 2008 Weiterführung unter der neu geschaffenen
brandenburgischen Bez. "Fachzahnarzt für Allgemeine Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde", s.u. ;
Stomatologie
-
Zahnarzt für
Oralchirurgie
bzw. "Zahnarzt, Oralchirurgie" (Komma beachten)
Einführung 1975; zahnärztliche
Approbation;
dreijährige
Weiterbildung
-
Fachzahnarzt für
Öffentliches Gesundheitswesen
Einführung 1975; zahnärztliche
Approbation;
dreijährige
Weiterbildung; der Fachzahnarzt für Sozialhygiene aus der ehem. DDR
(dort 1983 eingeführt) wurde entsprechend umbenannt
-
Fachzahnarzt für
Parodontologie
Einführung 1983; zahnärztliche
Approbation;
dreijährige
Weiterbildung; nur im Geltungsbereich der LZK Westfalen-Lippe
-
Fachzahnarzt für für Allgemeine
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Einführung 2008; zahnärztliche
Approbation;
dreijährige
Weiterbildung; nur im Geltungsbereich der LZK Brandenburg
Von der überwiegenden Mehrzahl der
Zahnmediziner in D wird dieser Katalog als völlig ausreichend im Bezug auf
weiterführende Qualifikationen angesehen. Gleichwohl besteht vor allem von
Seiten der Hochschullehrer die wiederholte Forderung, weitere
Fachzahnarztbezeichnungen einzuführen.
.
Fortbildung,
Implantologie (Bezeichnungen, Titel),
Stomatologie,
Tätigkeitsschwerpunkt,
Weiterbildung
Die Verwendung von Berufs- und Qualifikationsbezeichnungen im Lichte des
Wettbewerbsrechts – eine Rechts- und Rechtsprechungsübersicht
Fahrlässigkeit, engl.:
negligence;
Haftung
Fahrtüchtigkeit, engl.:
driving capability;
Verkehrsfähigkeit
Facies, Fazies,
Gesicht,
Antlitz oder Oberfläche, engl.: face; vorderer, meist
vollständig sichtbarer Teil des Kopfes bei Säugetieren.
fazial
Fädeln, engl.: flossing;
Schlagwortbez. in der
ZHK für
den Gebrauch von
Zahnseide
Fall-Kontroll-Studie
engl.: case-control study;
retrospektive Untersuchung einer Stichprobe: ein "Fall" (eine Stichprobe aus
erkrankten Personen) wird mit einer Stichprobe aus gesunden
Personen ("Kontroll") verglichen. Beide Gruppen werden daraufhin untersucht, ob
in der Vergangenheit eine Belastung durch mögliche Risikofaktoren vorlag. Findet
sich bei ähnlicher belastung ein signifikanter Unterschied bei beiden Gruppen,
kann davon ausgegangen werden, dass ein Zusammenhang zwischen dem untersuchten
Risikofaktor und der Erkrankung vorliegt. Einsatz meist bei der Evaluation
(sachgerechte Abschätzung bzw. Bewertung) seltener Krankheitsbilder
Fallpauschale
engl.: flat rate per case, flat rate payment; im voraus
festgelegte Summen (basierend auf medizinisch-wirtschaftlichen
Durchschnittswerten bei gut abgrenzbaren Erkrankungen), die für eine
medizinische Leistung im Rahmen einer bestimmten
Diagnose bezahlt werden. Überwiegend angewandte Honorierungsform bei
stationärer Behandlung. Kritiker der F. sehen darin eine stark
qualitätsmindernde Maßnahme, da auf den Einzelfall nicht mit der entsprechenden
Sorgfalt eingegangen werden kann.
Nach Einschätzungen des
IDZ
bestehen folgende "Anreizwirkungen" bei pauschalen Vergütungen:
Minimierung der Behandlungskosten
keine überflüssige Leistungserbringung
präventive (vorbeugende, prophylaktische) Orientierung
verwaltungstechnisch einfach; keine Notwendigkeit, die Leistung des Arztes nach
Verfahren oder Behandlungsfällen zu untergliedern (Kopfpauschale)
erleichtert eine vorausschauende Budgetierung
Maximierung der eingeschriebenen Patienten (Kopfpauschale)
Patientenauswahl nach Risiko- und Kostenkriterien
unzureichende Versorgung der angenommenen Patienten
keine Motivation zur Innovation
technische Schwierigkeiten, die Behandlungsfälle in Standardlisten zu erfassen (Fallpauschale)
Schwierigkeiten für die Kostenträger, die Praxis des Arztes zu beurteilen
(Kopfpauschale)
BEMA,
Gesamtvergütung,
Komplexgebühr,
Kopfpauschale
Faltenunterspritzung;
engl.: wrinkle treatments;
Botulinustoxin
Faltenzunge, engl.: fissured
or scrotal or grooved tongue;
Landkartenzunge
Farbbestimmung , engl.:
(tooth) shade determination;
Zahnfarbe
Farbring, "Farbschlüssel",
zur Bestimmung der Zahnfarbe, engl.: shade guide, toothguide;
Zahnfarbe
Färbetabletten
zur Feststellung von Zahnbelag (Plaque),
engl.: plaque disclosing tablets, plaque indikators; auch unter
dem Namen "Plaqueindikatoren"
oder "Plaquerevelatoren" bekannt, dienen zum Sichtbarmachen der
Plaque auf den Zahnflächen und der Mundschleimhaut. Hier sind
versch. Systeme auf dem Markt:
- einfarbige Anfärbung: Normale
Erythrosin-Tabletten färben mit
Plaque behaftete Bezirke auf den Zähnen und der Mundschleimhaut
rot-violett an (s. Abb. oben). Der als Lebensmittelfarbstoff
zugelassenen Farbstoff sollte nicht öfter als einmal innerhalb 14
Tagen angewandt und nicht heruntergeschluckt werden - ein Einsatz
bei Kindern, die diese Weisung nicht zuverlässig beherrschen, sollte
vermieden werden. Ebenso keine Anwendung bei Patienten mit
Jodallergie (
Erythrosin). In jüngster Zeit wegen vermuteter
Nebenwirkungen umstritten.
- Zweifarbige Anfärbung: Fügt man dem zugelassenem
Farbstoff Phloxin B noch den sog. Patentblau- oder E 133-Farbstoff
hinzu, lassen sich frische von alter Plaque unterscheiden.
So kann der Patienten
sehen, welche Stellen am Zahn besonders häufig vergessen werden, da
die ältere Plaque blau, die neuere rosa angezeigt wird.
Enthält kein
allergieauslösendes
Jod. Heute als die gängige Methode für zuhause empfohlen.
- UV-Systeme: Nachteilig für ein Anfärben der Beläge zur
Demonstration der mangelnden
Mundhygiene ist die kosmetische Beeinträchtigung der angefärbten
Zähne. Deshalb verwendet ein anderes System (Plak-Lite-System®)
- speziell für die Zahnarztpraxis entwickelt - eine nur unter
UV-Licht fluoreszierende Spüllösung (NatriumFluorescin), um
dem Patienten die Gründlichkeit seiner Mundhygiene darzustellen. Bei
normalem Licht bleibt diese Anfärbung unsichtbar. Enthält kein
allergieauslösendes
Jod.
Abzulehnen sind früher gebräuchliche Lösungen, wie Fuchsin oder
Kristallviolett, da erstere eine Veränderung der DNA (mutagen) und dem
Violett ein krebserzeugendes Potential (kanzerogen) zugeschrieben wird.
Eosin,
Erythrosin,
PCR-Wert,
Plaquehemmung,
Zahnputztechniken
|

einfarbige Anfärbung
zweifarbige Anfärbung

Anfärbung mit dem
Plak-Lite-System®
(nur mit spez. Lampe sichtbar)
|
Faserzement
Cementum noncellulare, engl.: fiber o. fibrous cementum;
Bezeichnung für den Teil des
Wurzelzements,
welches keine Zellen enthält und mit Bündeln von
Sharpey-Fasern in einer nicht zellulären Kollagenmatrix durchzogen ist und
diesen als Verankerung dient. Es nimmt gut ein Drittel des Wurzelzements (von
zervical
gesehen) ein.
Faszie, Fascie, engl.:
fascia; dünne, sehnenartige Muskelhaut
Faulecke, engl.: putrid corner;
Rhagade
Fausse route,
Via
falsa
fazial, engl.: facial; das
Gesicht betreffend, zum Gesicht gehörend; übertragen: zur (sichtbaren)
Zahnaußenseite hin;
Facies, Fazialis
Fazialindex, engl.: facial
index; aus der
Bimler-Analyse bekanntes Verhältnis von Gesichtshöhe (Nasion
bis Gnathion)
zu Gesichtsbreite (gemessen an den seitlichsten Punkten der
Jochbeine) in
Prozent.
Gesichtsindex
Fazialis
Nervus Facialis, VII. Hirnnerv, "Gesichtsnerv", eng.:
facial nerve, seventh nerve; paariger Nerv im
Gesichtsbereich.
Seine Schädigung - die sog. Fazialisparese (auch:
Fazialislähmung, Fazioplegie o. Prosoplegie,
mimische Gesichtslähmung, engl.: facial paresis o.
palsy) - ist mit einer teilweisen/vollständigen Lähmung der
betreffenden Gesichtsseite verbunden, die sog. "hängende
Gesichtshälfte", verbunden mit folgenden Symptomen:
Mundwinkel hängt herunter (s. Abb.)
Falten auf der Stirn verstreichen
Augenlid kann nicht geschlossen werden
Brickner Zeichen: Verminderung der durch optische oder akustische Reize
ausgelösten Mimik
Austrocknen der Horn- und Bindehaut durch fehlenden Lidschluss und
mangelnde Tränenflüssigkeit
Mangelnder Lippenschluss beeinträchtigt Sprechen und Nahrungsaufnahme
Gelegentlich treten auch
Geschmacksstörungen im Zungenbereich auf.
Die Wahrscheinlichkeit dieser Erkrankung tritt pro 10.000 Personen mit
1,5 bis 4 Fällen auf.
Neben mechanischen Verletzungen des Nervs (Unfall, Operationen), gilt
die sog. Lyme-Borelliose als ein wichtiger infektiöser Auslöser
dieser Erkrankung.
Atrophia hemifacialis, Fazialisphänomen,
Geschmacksstörung,
Gesicht,
Lippenmuskulatur,
Marin
Syndrom,
Melkersson-Rosenthal-Syndrom,
Mimik,
Parese |


hängender Mundwinkel
|
Fazialisparese,
Fazialis
Fazialisphänomen
Chvostek Zeichen, engl.: Chvostek's sign; nach dem Wiener
Internisten Franz Ch. benannte Reaktion in Form von kurzen Zuckungen beim
Beklopfen des Fazialis-Nervstamms vor dem Kiefergelenk.
Eine gleichzeitige Zuckung im gesamten Fazialisgebiet (Ch. I) deutet auf eine
Tetanie, eine Zuckung nur im Bereich der Nasenflügel und des Mundwinkels (Ch.
II) bzw. nur des Mundwinkels (Ch. III) auf eine vegetative Übererregbarkeit hin.
Lippenzeichen
Fazialkonvexität
engl.: facial convexity; Abstand des
A-Punktes zur Nasion-Pogonion-Linie.
Als Mittelwert gelten 4,5 ± 2,2 mm. Sie gibt die relative sagittale Position des
Oberkiefers zur Fazialebene an und gibt Anhalte zu
den versch.
Bisslagen.
SNA-Winkel
FDA
Food and Drug Administration; US-Kontrollbehörde im Sinne
einer
Qualitätssicherung für Nahrungsmittel und
Medikamente mit strengen Standards. In den USA z.B. ist der Vertrieb
eines Medikamentes ohne FDA-Zulassung nicht möglich. Die Zulassung betrifft
jedoch nicht nur das Medikament; auch die Wirk- und Zusatzstoffe bis hin zu den
Verpackungen müssen den strengen Qualitätsanforderungen der FDA entsprechen und
darauf geprüft werden. Weiter untersucht die FDA Nahrungsmittelpflanzen und
importierte Nahrungsmittel und gibt Richtlinien für die Zusammensetzung von
Nahrungsmitteln heraus.
ADA,
Qualitätssicherung
#
FDI
Federation Dentaire International; bedeutendster zahnärztlicher
Weltverband mit Sitz in F-01210 Ferney-Voltaire (1900 von Charles Godon
gegründet; bis 2002 Sitz in London). Bedeutende, jährlich stattfindende
wissenschaftliche Weltkongresse in einem der über 150 Mitgliedsstaaten.
Unter der URL
www.fdiworldental.org/ befindet sich eine umfangreiche Datenbank mit
folgenden Inhalten (z.T. mit der WHO abgestimmt):
Den Patienten betreffende Fragen
Fragen der öffentliche Gesundheit
Sicherheitsvorkehrungen in der Praxis
Materialien, Techniken u. Verfahren
Spezialverfahren
Themen der Ausbildung und Wissenschaft
Fragen der Praxisführung
Datenbank über Zahnärztezahlen, Struktur des Gesundheitswesens,
Diplomanerkennung usw.:
Council of European Dentists
FDI-System;
Zahnschema
Federaktivator
S I Apparatur, engl.: spring activator; spezieller
Aktivator
zur Behandlung des
Offenen
Bisses und zur funktionellen Wiederherstellung und Steigerung der
Unterkieferbeweglichkeit bei verlagertem
Collum
bzw.
Collumluxationsfrakturen nach chirurgisch-konservativer Therapie.
Konstruiert aus dem Gedanken heraus, dass es bei einem normalen
Aktivator immer beim Zubiss zu einer Kompression des
Kiefergelenkes kommt. Dies bedingt z.B., dass Aktivatoren für ein
vertikales Wachstumsmuster weniger geeignet sind. Mittels spezieller
Federn wird nun erreicht, dass eine vornehmliche Belastung im hinteren
Bereich und eine entsprechende Entlastung im vorderen Bereich der
Zahnreihen erfolgt. |

|
Fehlbiss
engl.: malocclusion, zu den
Okklusionsanomalien gehörende Erkrankung, bei welcher der
Zusammenbiss
(Zahnreihenschluss) beider Kiefer gestört ist. Meist bedingt durch eine anormale
Wachstumsrichtung der Zähne (eines oder beider Kiefer), seltener auf Grund von
Kieferfehlbildung (Dysgnathie)
eines oder beider Kiefer.
Dysgnathie,
Malokklusion
fehlende Zähne engl.:
missing teeth
Zahnverlust (loss of teeth)
Fehlstellung
von Zähnen, Zahnfehlstellung, engl.: dental malposition,
tooth displacement, poorly aligned; von einer anatomisch korrekten Stellung im
Zahnbogen abweichende Position einzelner oder mehrere Zähne. Für den F.
sind hauptsächlich
erbliche Faktoren sowie ein
Platzmangel der Zähne verantwortlich. Weiter begünstigen
Habits (z.B. Lutschen),
Zahntraumata, zu früh verloren gegangene Milchzähne sowie - im
Erwachsenenalter -
Zahnfleischerkrankungen den Schiefstand von Zähnen. Bei der Vielzahl der
möglichen Anomalien kann eine grobe Unterteilung derart vorgenommen werden -
Kombinationen sind häufig anzutreffen:
-
Rotationsfehlstellungen
Drehung des Zahnes um seine eigene Achse, mit Unterscheidung in:
zentrische Drehung = Drehung um die
Zahn-Längsachse
exzentrische Drehung = Drehung um eine Parallele zur
Zahn-Längsachse
-
Kippungsfehlstellungen -
Inklinationen
Kippung des Zahnes um einen Drehpunkt, mit Unterscheidung in:
zentrische Inklination = Kippung um den natürlichen Drehpunkt (in der
Zahnwurzel - ~ zwischen dem mittleren und
apicalen Drittel der Zahnwurzel - liegende virtuelle Querachse)
exzentrische Inklination = Kippung um eine Achse unterhalb oder oberhalb des
natürlichen Drehpunkts
-
Fehlstellung als Ganzes -
dentoalveoläre Abweichungen
in
transversaler Richtung wie z.B.
frontaler Engstand,
Kreuzbiss,
Mittellinienverschiebung
in
sagittaler Richtung wie z.B. positive oder negative
Frontzahnstufe,
Deckbiss,
Engstand
in
vertikaler Richtung wie z.B.
Elongation,
Inklusion,
Eckzahnhochstand
-
Fehlstellung als Ganzes -
skelettale
Abweichungen
Diagnose in der Regel durch Analyse einer
Fernröntgenaufnahme
in
transversaler Richtung wie z.B.
Kompressionsanomalien, Gesichtsasymmetrien
in
sagittaler Richtung wie z.B.
Progenie,
Mikrognathie
in
vertikaler Richtung wie z.B.
Offener Biss,
Tiefer Biss
Aberration,
Abweichung,
Kieferorthopädie
Fehr Klammer
engl.: Fehr's clasp; gebogene Doppelbogenklammer (an zwei Zähnen
bukkal unter dem
Äquator
anliegend), welche einen längeren Federweg bewirkt und historisch bei einem
Freiendsattel
angewandt wurde.
fortlaufende Klammer,
Klammer
Feilung
engl.: filings; Begriff gebräuchlich für eines der Ausgangsprodukte beim
Herstellen von Silberamalgam. Das Ausgangsprodukt, eine
Silber-Zinn-Kupfer-Legierung (Silber und Zinn in einem Verhältnis von etwa 3 : 1
gemischt; es entsteht eine intermetallische Verbindung mit der Zusammensetzung
Ag3Sn, diese wird als g-Phase bezeichnet. Zur
Verbesserung der mechanischen Eigenschaften des Amalgams werden dieser Legierung
noch einige Prozent Kupfer zugesetzt.), wird zerspant ("gefeilt") und in einer
Quecksilbersalzlösung mit einer dünnen Amalgamschicht überzogen
(voramalgamiert), was die spätere Reaktion schneller ablaufen lässt. Bei einer
Vermischung mit
Quecksilber (sog.
Trituration),
entsteht dann das eigentliche (Füllungs)Amalgam.
Amalgam,
Amalgammischgerät,
Folienamalgam
Feilwinkelstück;
Winkelstück
Feingold
engl.: pure gold; reines Gold mit einem Feingehalt (Anteil in
Promille/Massenanteile) von 1.000; auch als "tausender Gold" oder "24-Karat-Gold"
bezeichnet.
Folienkrone,
Galvanotechnik,
Goldhämmerfüllung,
Legierung,
Stopfgold
Feingoldprobe
Feinsilberprobe, engl.: assay (for pure gold); messtechnisches
Verfahren zur "Eichung" von Brennöfen, vor allem zur Temperaturjustierung von
Keramikbrennöfen: Ein kleiner Streifen aus reinem Gold oder Silber wird in den
beheizten Ofen gelegt. Dabei schmilzt Silber bei 960,5° C, Gold bei 1.063° C.
Feldgröße
engl.: (X-ray) field size; Begriff aus der
Röntgenologie. Gemeint ist damit der Dosisinhalt einer bestimmten
Fläche (in der Regel der therapeutischen Fläche, "Bestrahlungsfeld"), welche
senkrecht zum Zentralstrahl steht. Da die
Dosis
mit dem Quadrat des Abstandes von der Strahlenquelle abnimmt, kommt bei
Verdreifachung des Abstandes nur noch 1/9 der Strahlendosis auf das
Bestrahlungsfeld (s. Abb.).
Tubus |

|
Feldstudie
Feldversuch; Terrainstudie, engl.: field study;
wissenschaftliche Studie, die außerhalb einer Klinik (z.B. in Arztpraxen oder in
der Bevölkerung) durchgeführt wird.
Blindversuch,
klinische Studie
Felypressin;
Vasopressin
Femtosekundenlaser
"Kalter Laser", fs-Laser; ein noch in der Erprobung befindliches
(2005), "kalt" arbeitendes Lasersystem zur
minimalinvasiven Kariestherapie. Der F. ist ein Infrarot-Laser und
arbeitet bei einer Wellenlänge von 1053 nm. Er sendet sehr kurze Laserpulse mit
sehr kleiner Spot-Größe (1/100 mm) aus. Die Wirkdauer von einigen hundert
Femtosekunden (1 Femtosekunde = 0,000.000.000.000.001 s oder 10-15 s)
ist sehr gering; diese Maßeinheit ist eine unvorstellbar kurze Zeit: Eine
Femto-Sekunde ist der milliardste Teil einer millionstel Sekunde oder griffiger
ausgedrückt: Setzt man eine Femto-Sekunde zu einer "normalen" Sekunde in
Beziehung, so entspricht das dem Verhältnis von einer Sekunde zu 32 Millionen
Jahren. Der F. wird heute in erster Linie in der Augenheilkunde als neue
Therapieform eingesetzt.
Im Rahmens eines Forschungsprojekts des Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) werden
vor allem folgende Fragen geprüft:
Wie können Praxispersonal und Patienten vor der Laserstrahlung optimal geschützt
werden?
Schutz vor sehr feinen Partikeln, die beim Abtragen entstehen und Patient wie
Behandler gefährden können
Es ist bekannt, dass bei der Bearbeitung von Werkstoffen mit fs-Laserstrahlung
ungewollt
ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung)
entstehen kann. Untersuchungsbedarf besteht dahingehend, ob bei der
minimalinvasiven Kariestherapie überhaupt ionisierende Strahlung auftritt
und ggf. in welcher Dosis entsteht.
Laser,
Lasereinsatz in der ZHK
Fernröntgenbild
Fernröntgenseitenbild (FRS), seitliche Schädelaufnahme,
"Fernaufnahme", diagnostische Grundlage der
Kephalometrie (= Schädelvermessung); engl.: (lateral) cephalogram,
teleradiogram; meist in der Kieferorthopädie angewandtes Mittel zur
Lagebeziehung der Kiefer zum Schädel bei einem Fokus-Objekt-Abstand von
> 1,5 m. Auf Grund einer Auswertung dieser Röntgendarstellung (Fernröntgenseitenbildanalyse,
FRS-Analyse) mit einer Vielzahl an Referenzpunkten lassen sich
Rückschlüsse auf die Art der Erkrankung (z.B. echte oder unechte
Progenie) ziehen, eine Wachstumsanalyse durchführen und eine
Prognose der Behandlung stellen. Als alleiniges diagnostisches
Hilfsmittel ist die F. nicht verwendbar. Sie dient nach
vorherrschender Meinung vielmehr als wichtiger Bestandteil der übrigen
diagnostischen Möglichkeiten.
Im Einzelnen werden bewertet:
sagittale Lage des Ober- und Unterkiefers im Schädel
sagittale Beziehung der Kieferbasen zueinander
vertikale Struktur des Gesichtsschädels
Neigung der (Schneide-)Zähne
Profiltyp an Hand der erkennbaren Weichteile
Wachstumsprognose
Behandlungsziel durch bildgebende Verfahren
A-Pog-Ebnene,
Bergen-Analyse,
E-Linie,
en face, Fazialebene,
Fotostataufnahme,
FRS-Analyse,
Gesichtshöhenindex,
Gesichtshorizontale - Gesichtsvertikale,
Interinzisalwinkel,
Jarabak-Gesichtshöhenindex,
Kiefergelenkaufnahme,
Hand-Röntgenaufnahme, maxillofaziales
Dreieck,
Messpunkte,
Oberkieferlänge,
OcP-MP-Winkel,
Panoramaaufnahme,
Ricketts
Analysen,
Röntgen,
Röntgendiagnostik,
SNA-Winkel,
SNB-Winkel,
Steiner-Analyse,
Unterkieferbasis,
VTO
|


|
Fertigkrone,
konfektionierte Krone
Fertigstellung
engl.: (final) completion; Schlagwortbezeichnung für den Zustand eines
Zahnersatzwerkstückes vor dem endgültigen Einsetzen ("Eingliedern").
in der Regel sind der F.
Anproben
mit entsprechenden Korrekturen vorausgegangen.
Festbetrag, engl.: fixed amount;
Budget, Festzuschüsse,
Gesamtvergütung
Festbeträge
von Arzneimittelpreisen, engl.: fixed amounts of drug prices; Höchstbeträge
für die Erstattung von Arzneimitteln durch die
Gesetzlichen Krankenkassen. So zahlen die Krankenkassen nicht automatisch
jeden Apothekenpreis, sondern nur festgelegte Beträge ("Festbeträge"). Diese
werden für Gruppen pharmakologisch-therapeutisch vergleichbarer Arzneimittel
festgesetzt (sie werden vom
Spitzenverband Bund der Krankenkassen regelmäßig angepasst). Hintergrund: in
Deutschland gibt es viele Arzneimittel mit vergleichbarer Wirkung und Qualität
und zum Teil auch identischer Zusammensetzung, deren Preise aber sehr
unterschiedlich sind.
Alle Medikamente, die zu einem Preis angeboten werden, der 30 Prozent unter dem
Festbetrag liegt, sind von einer
Zuzahlung
befreit. Dies ist zur Zeit bei rund 20 Prozent aller Packungen der
Festbetragsarzneimittel der Fall (Stand Ende 2010). Entscheidet sich der Patient
für das teurere Arzneimittel, zahlt er in der Apotheke den Differenzbetrag plus
normaler Zuzahlung aus eigener Tasche.
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG),
Pharmakon,
Rabattverträge,
Zuzahlung
Arzneimittel bei Gesetzlich Versicherten: Die wichtigsten Regelungen für
Zuzahlung und Erstattung
festsitzend
engl.: fixed; Bezeichnung für:
1.)
Zahnersatz, welcher auf Dauer auf den entsprechend vorbereiteten
Zahnstümpfen fest (= weder vom Zahnarzt noch Patienten abnehmbar) mit
speziellen
Befestigungszementen eingesetzt wird.
abnehmbar,
bedingt
abnehmbar
2.) kieferorthopädische Behandlungsgeräte, welche für einen gewissen
Zeitraum fest (= vom Zahnarzt wieder entfernbar, aber nicht vom Patienten) mit
den Zähnen verbunden sind (
Multiband-Apparatur,
Straight-wire-Technik)
Festzuschüsse
eng.: fixed (benefit) grant; Bezeichnung für eine Form der
Vergütung in der
Gesetzlichen Krankenversicherung bei der Anfertigung oder Reparatur von
Zahnersatz: Der Patient erhält für eine definierte (zahn-)ärztliche Leistung
(z.B. Ersatz von 4 fehlenden Zähnen) einen "festen Zuschuss", den Restbetrag
muss er - je nach Ausführung (herausnehmbar, festsitzend, Keramik, Implantat
usw.) - selbst tragen. Der Patient hat somit keinen Anspruch auf eine
(prothetische)
Sachleistung mit
Eigenbeteiligung, sondern auf einen Geldbetrag. Dieser wird aus einem oder
mehreren Festzuschuss-Beträgen errechnet; die Höhe ist abhängig vom
zahnmedizinischen Befund ("befundorientierte F.") und dem jeweiligen
Bonus.
Für Zahnersatz in 1998 gesetzlich vorgeschrieben (therapiebezogen, s.u.), durch
die Rot-Grüne-Koalition danach wieder abgeschafft, sind befundorientierte F. (s.u.) ab 2005 wieder
Gesetz.
Vom Wesen her werden zwei Formen von F. unterschieden:
-
Befundorientierte Festzuschüsse gehen von dem
jeweiligen
Befund aus (Beispiel: fehlender Zahn) und gelten im Gegensatz zur
sonst üblichen
Sachleistung als Geldleistung. Unabhängig davon, ob sich der Patient für
eine
medizinisch anerkannte, preiswerte oder aufwendige Lösung entscheidet,
erhält er immer den befundorientierten Festzuschuss, der regelmäßig eine
Grundversorgung abdeckt. Versorgungen, die darüber hinausgehen und meist
eher einer Behandlungsoptimierung oder dem Komfort bzw. der Kosmetik dienen,
müssen deshalb durch die Patienten bezahlt werden.
Der
Gemeinsame Bundesausschuss hat sich im Juni (2004) auf 52
Regelversorgungen für alle Befunde innerhalb der Mundhöhle bzw. am
Zahnersatz selbst geeinigt und diese als Grundlage für die Bezuschussung
für Zahnersatz in 2005 gemacht. Die Hälfte dieser Regelversorgungen
beziehen sich allein auf Reparaturen und Erweiterungen von bestehendem
Zahnersatz;
Härtefälle werden zu 100 % (= doppelter F. oder mehr)
übernommen. Gleichzeitig entfallen die
Budgetierungen und Anrechnung auf die
Degression für Zahnersatz.
Die Abrechnung der F. erfolgt über die
KZV;
darüber hinaus gehende Kosten werden mit dem Patienten direkt auf Grundlage
der
GOZ abgerechnet.
Beispiel:
Wenn z.B. ein Backenzahn so zerstört ist, dass er überkront werden muss, ist
der Standard (Regelversorgung) eine Vollgusskrone aus Metall (Kosten dafür
ca. 230 €; Festzuschuss = 50 % = 115 €). Je nach
Bonus kann dazu noch ein Zuschlag von 20 oder 30 % bezahlt werden.
Mit diesem Betrag kann sich der Patient aber auch eine andere Lösung
(zahnfarbene Krone) anfertigen lassen - er muss dann entsprechend mehr
zuzahlen.
-
Therapiebezogene Festzuschüsse setzen bei der
gewählten Therapieform an. Wer sich für eine teure Variante zur Schließung
der Zahnlücke entscheidet, erhält einen relativ höheren Zuschuss als
derjenige, der weniger dafür zahlen kann. Außerdem gibt es die Zuschüsse nur
für festgelegte Therapieformen. Neue Methoden gehören regelmäßig nicht dazu
(Beispiel:
Implantate) und bleiben von einem Zuschuss durch die
GKV ausgeschlossen, so dass GKV-Patienten vom zahnmedizinischen
Fortschritt abgekoppelt sind. Diese Art der F. war nur 1998 in
Deutschland gültig.
Festzuschüsse
mit zugeordneten zahntechnischen Leistungen (Stand 1.1.2012; incl. der
entsprechenden BEL-Laborpositionen)
Befund,
BEMA,
Chip-Karte,
Einzelleistungsvergütung,
Fallpauschale,
Gesamtvergütung,
Gesundheitsreform (ab 2004),
Kopfpauschale
Kostenerstattung,
Regelversorgung,
Sachleistung,
Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz
(sehr ausführliche wissenschaftliche Darstellung des
IDZ,
©: IDZ)
FGP-Verfahren
F.G.P.-Technik, Stereographie in der Kaufläche, "Funktionsbissnahme",
„Funktioniert Ganz Prima“, vom engl.: Functionally-Generated Pathway = "funktionell
erzeugte Bewegungsbahn" ; Verfahren zur individuellen
Kauflächengestaltung, vornehmlich bei der
Rekonstruktion einzelner Zähne (mitunter bei kleinen Brücken): Mit
speziellen
Registratmaterialien wird die Kaufläche des
Gegenbisses
im Mund des Patienten unter Funktion (Hin- u. Herbewegungen des Unterkiefers
unter Kontakt zum
Antagonisten/Gegenkiefer) abgeformt. Derartig hergestellte
Kronen
werden auch als Funktionskronen bzw. Okklusionskronen bezeichnet.
Okklusion,
Quetschbiss
FG-Schaft
vom engl.: friction grip = Haftreibung; Schaft eines
Bohr-/Schleifinstruments, welcher glatt ist; die Haftung im
Winkelstück oder der
Turbine erfolgt durch eine selbstspannende zirkuläre Feder. Der
Schaftdurchmesser ist genormt und beträgt 1,6 mm.

Bohrer,
Schaft
Fibrin
engl.: do.; unter Einwirkung von
Thrombin aus
Fibrinogen entstehender Eiweißstoff des Blutes ("Blutfaserstoff"),
welcher in einer komplizierten Reaktion (
Koagulum)
letztendlich zu einem Fibrinnetz polymerisiert und so bei der Blutgerinnung eine
entscheidende Rolle spielt.
Blutgerinnungsstörungen,
Prothrombin,
Wundheilung
Fibrinkleber
engl.: fibrin glue, fibrin seal; anstelle von Wund-Nähten ("Naht")
eingesetzte Methode zur Deckung von Körperdefekten oder zur
Blutstillung während einer Operation. Die Präparate bestehen meist aus zwei
Komponenten (Trockensubstanz und Lösungsmittel; z.B. Tisseel™).
Anwendungsbereich z.B. bei Patienten mit bekannten Blutgerinnungsstörungen zur
Versorgung der Operationswunden oder zur Füllung größerer Zysten (in Verbindung
mit sterilem Fibrinschaum). Die hohen Kosten dieses Verfahrens schränken
allerdings eine routinemäßige klinische Anwendung ein.
Zusätzlich können F. scheinbar die Wundheilung fördern. Im Gegensatz zur
Defektdeckung mit Nähten, ermittelten tierexperimentelle Untersuchungen eine
geringere
Abszess-Neigung und einen besseren
histologischen Heilungsverlauf nach
Osteotomie, da Nähte lokale Miniverletzungen verursachen - eine
atraumatische Wundversorgung hätte somit Chancen auf bessere
Heilungsergebnisse.
Fibrin,
Fibrintherapie,
Gewebekleber,
Naht,
Osteotomie
Fibrintherapie;
Schlagwortbezeichnung von Fibrinkleber
und Fibrinschaum zur örtlichen Blutstillung während einer Operation oder bei
Nachblutungen;
Kollagenschwamm
Fibrodentinom
ameloblastisches,
Dentinom,
engl.: ameloblastic fibrodentinoma; gutartiger,
odontogener
Tumor des Kiefer-Knochens (nur selten außerhalb davon) mit Bildung von
Dentin-ähnliches
Substanz. Metastasenbildung nicht bekannt.
Im Gegensatz dazu bildet das ameloblastische Fibroodontom, (ameloblastic
fibro-odontoma) zusätzlich auch noch Schmelzbestandteile.
Sehr seltene Entartung oder Entstehung zum ameloblastischen
Fibrosarkom.
Neoplasmen und andere Tumoren des odontogenen Apparates
(Einteilung),
Zahntumoren |

|
Fibromyalgie
Fibromyalgie-Syndrom, veraltet: „somatoforme Störung“, engl.:
fibromyalgia; zum rheumatologischen Formenkreis gehörende Erkrankung mit den
4 Hauptsymptomen:
Schmerzen „überall“
Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Durchschlafstörungen und fehlende Erholung durch
den nächtlichen Schlaf (non-restorative-sleep)
Vegetative Beschwerden: u.a. auch trockener Mund
Bei längerem Verlauf: Depressionen und Ängste
Typisch sind außerdem mehrere über den Körper verteilte schmerzhafte
Druckpunkte.
Es lassen sich keine klinisch sicheren, objektivierbaren Befunde erheben, weder
laborchemisch noch radiologisch. Auch EEG, EMG und die übrige
neurophysiologische Diagnostik ergeben im Regelfall keine pathologischen
Befunde, sodass die Diagnose nur auf Grund der oben angeführten Hauptsymptome
gestellt werden kann. Man schätzt ein Vorkommen von etwa 1-3 % der Bevölkerung,
dabei sind Frauen im Verhältnis 10:1 häufiger betroffen; der Häufigkeitsgipfel
liegt bei etwa 50 Jahren.
Bedingt durch die erniedrigte Schmerzschwelle leiden F.-Patienten häufig
unter anhaltenden Schmerzen auch im Zahn-Kiefer-Bereich, die nicht oder
nicht ausreichend durch den lokalen Befund zu erklären sind. Eingriffe an Zähnen
oder Kiefer führen deshalb zu keinem Erfolg. Im Gegenteil: Die mit der
Behandlung verbundenen Schmerzen oder
Komplikationen führen häufig zu einer weiteren Eskalation der
Schmerzspirale. Manche Patienten verlieren so ganze Serien von mehr oder minder
gesunden Zähnen.
Fibropapillom
"Feigwarze", Fibroma pendulans, engl.: fibropapilloma;
kleine, warzenähnliche Tumore, als "Schleimhaut-Typen" und "Haut-Typen"
vorkommend. Ursache sind meist Papilloma-Viren (HPV-Typen). Die Infektion
erfolgt in der Regel im Kindesalter ohne klinischen Befund. Eine reduzierte Abwehrlage
(z.B. eine
HIV-Infektion) führt dann zum Ausbruch der Erkrankung.
Fibrose
Fibrosis, engl.: fibrose; Oberbegriff für eine krankhafte
Vermehrung von Bindegewebe in Geweben und Organen mit der Folge einer Verhärtung
der betroffenen Gebiete. In der
ZHK
bekannt als
orale submuköse Fibrose, OSF, (oral submucous fibrosis)
und gilt hier als eine der
Präkanzerosen;
auftretend besonders an der Wangenschleimhaut. Im fortgeschrittenem Stadium
kommt es zur Behinderung der Mundöffnung (Trismus)
bis hin zur Unfähigkeit einer Nahrungsaufnahme. Dieses multifaktorielle
Geschehen ist im Orient z.B. als Folge des
Betelkauens
bekannt. Weltweit wird von 2,5 Millionen Erkrankten ausgegangen, hauptsächlich
auf dem indischen Subkontinent.
Fibroxanthom
atypisches, engl.: fibroxanthoma; mit zunehmendem Alter
auftretender,
ulzerierender, gutartiger Hauttumor und reicht bis zur Subkutis, ohne diese
zu infiltrieren; gilt als typische Auswirkung von Strahlenschäden (Sonne,
Strahlentherapie), deshalb an unbedeckten Hautpartien (Gesicht) bevorzugt, wenn
auch generell sehr selten und nur in 1% mit Lymphknotenmetastasen.
Fieberbläschen , engl.:
cold sore;
Herpes simplex
Filmempfindlichkeit
Röntgenfilmempfindlichkeit, engl.: (X-ray) film sensitivity or speed;
Wert für eine
Strahlendosis mit welcher auf der Filmemulsion eine bestimmte Schwärzung
erreicht wird. In der normalen Fotografie wird die F. in reinen
Zahlenwerten angegeben (z.B. ASA 100). Höhere Zahlen bedeuten dabei eine höhere
Empfindlichkeit. Die tatsächliche F. ist nicht nur von der Emulsion,
sondern auch von der Strahlenqualität und Entwicklung abhängig.
Bei Röntgenfilmen erfolgt die Einteilung auch nach sog. "Speed-Klassen"
so z.B. D-, E-, F- und G-speed Klasse. Dabei gilt, dass zunehmende
Empfindlichkeit einen höheren Buchstaben trägt.
Filter
Röntgenfilter, engl.: x-ray filter; meist aus Aluminium bestehende
Metallbleche versch. Stärke, welche in den Strahlengang gebracht werden. Sie
schwächen die diagnostisch uninteressanten weichen Anteile des
Strahlen-Spektrums stärker als die härteren Teile.
Gleichwert,
Kollimator,
Röntgenröhre,
Strahlenschutz,
Tubus
Fingerhutkrone
Kappenkrone, Fingerhutbrücke, engl.: thimble-bridge-,
cap-crown; Krone über eine vorhandene "Krone" bzw.
aufzementierte Metallkappe oder über ein
Brückenglied. Heute nur noch selten eingesetzte Kronen-/Brückenart
im Frontzahnbereich: Der
präparierte
Zahnstumpf wird mit einer kronenähnlichen Metallkappe versehen,
welche in einem ersten Schritt fest einzementiert wird; ist diese Kappe
mit einem Stift in der Wurzel verankert, so spricht man von einer
Kappenstiftkrone. Darüber wird dann in einem zweiten Schritt die
eigentliche, nichtmetallische Krone (Mantelkrone)
aufzementiert. Durch die
Metallkeramik abgelöst; unter Umständen noch gebräuchlich zum Ersatz einer
defekten Metallkeramikkrone in einem größeren Verbund.
Davis
Krone,
Kernkrone,
Krone |

Fingerhutbrücke
|
Fingerlutschen,
Lutschen
Finieren
fertig ausarbeiten, "letzter Schliff", engl. finish;
Oberflächenglättung:
1.) Glätten der
Präparation (z.B. der
Kavitätenränder) mit spez. Instrumenten ("Finierer"), um
durch die Präparation gelockerte Schmelzprismen vollständig zu
entfernen; angewandt werden rotierende Instrumente aus Hartmetall mit
einem feinen Längshieb bzw. Handinstrumente (Gingivalrandschräger,
Schmelzmesser)
2.) Ausarbeiten und Korrektur der Oberfläche von ausgehärteten
plastischen Füllungen; exaktes Anpassen der Ränder von
Gold-Gussfüllungen ("anfinieren");
Konturangleichung durch "Feinschliff"
aktives Zementieren,
Anfinieren,
Ausarbeiten,
Brünieren,
Duktilität,
Politur,
Schlagpolierer |

Finierer
|
Fischer Winkel
engl.: Fischer's angle; Winkel zwischen
Pro- und
Mediotrusionsbahn des schwingenden
Kondylus, auf die
Sagittalebene (= sagittale
Mediotrusionsbahn) projiziert. Nach einem Schweizer Zahnarzt benannter
Winkel, welcher zwischen der
Kondylenbahn bei der Vorschubbewegung (des Unterkiefers) und der
Kondylenbahn des schwenkenden Kondylus bei der
Mediotrusionsbewegung (Bewegung des Unterkiefers zur Mitte hin), projiziert
auf eine
Medianebene entsteht. Zieht man eine Gerade durch Anfangs- und Endpunkt der
Bewegungsprojektion der
Mediotrusionsbahn des
Kondylus auf die
Sagittalebene und misst den Winkel zur
Protrusionsbahn, so sieht man, dass die Mediotrusionsbahn etwa 5 Grad
steiler verläuft. Daraus ergibt sich:
Je größer die Differenz zwischen den beiden Kondylenbahnen ist, umso steiler ist
der F. . In der praktischen Konsequenz bedeutet dies, dass beim
Zahnersatz die
Höcker umso steiler gearbeitet werden können, je größer der F. ist,
ohne dass es dabei zu störenden Schubkräften auf die Seitenzähne kommt.
Aufwachstechnik,
Bennet-Winkel,
Gelenkbahn,
Gnathologie
Fischmaul; Schlagwortbez. für
eine krampfartige Verziehung der Muskulatur (Verziehen der Mundwinkel nach
außen), z.B. bei
Tetanie
Fissur
Furche, Einschnitt, Spalte, engl.: fissure; in der Medizin
von vielfacher Bedeutung (Hautfissur,
Knochenfissur, usw.), in der
ZHK besonders gebräuchlich für eine spaltartige Vertiefung (s.
Grafik unten: untersch. Fissurenformen) des Zahnschmelzes im
Gebiet der
Kauflächen und der angrenzenden Regionen der großen und kleinen
Backenzähne.
Je nach Erscheinung der Fissurform sind diese Gebiet der Reinigung kaum
zugänglich und gelten deshalb als
Hauptprädilektionsstellen für eine
Karies (
Fissurenkaries). Typisch für einzelne
Zähne/Zahngruppen
sind die sog.
Hauptfissuren, welche das sog. Fissurenmuster prägen.
Entwicklungsgeschichtlich entstehen F. durch ein
Verschmelzen/Verwachsen von Teilen der Zahnanlage im Stadium des
Zahnscherbchens
Fissurenversiegelung,
Fossa,
Grübchen,
Hauptfissur,
Höcker,
Kaufläche,
Retentionsstellen, |

|

versch. Fissurenformen |
Fissurenkaries
nicht korrekt: "Zahngrübchenkaries", engl.: pit o.
fissure caries; von der
Fissurenform abhängige Häufigkeit einer
Karies -
dabei sind tiefe und tropfenförmige Fissuren wegen ungenügender
natürlicher und künstlicher Reinigung bevorzugt.
Der Anteil der F. beträgt bei kariesarmen Kindern zwischen 75 und
92 %. Dabei sind Läsionen im Anfangsstadium oder solche, die bei
scheinbar intakter Schmelzoberfläche bis ins Dentin vorgedrungen sind,
schwierig zu diagnostizieren - mit herkömmlichen Methoden (Spiegel und
Sonde) werden unter Praxisbedingungen nur 20 % hiervon erkannt. Dagegen
zeigen gut getrocknete Zähne bei einer Inspektion mit einer Lupenbrille
und die zusätzliche Verwendung von
Bissflügel-Röntgenaufnahmen eine
Spezifität von über 90 %.
Eine Zahngrübchenkaries bezeichnet korrekt die Karies auf den
Kauflächen unterer
Prämolaren.
Diagnodent, Fissur,
Fissurenversiegelung,
Grübchen,
Karies,
Kariesdiagnostik,
Kariesprädilektionsstellen,
Retentionsstellen,
Schmutznische
> |

 |
Fissurenlinie
engl.: fissure line; Verbindungslinie der tiefsten Punkte einer
Kaufläche;
Unterteilung in Haupt- und Nebenfissurenlinien.
Fissurenversiegelung
(Zahn-)Versiegelung, engl.: fissure sealant;
präventiver/therapeutischer Verschluss der besonders kariesanfälligen
Okklusalfläche mit einem dünnfließenden
Kunststoff; bewährte zahnärztliche Präventions-Maßnahme zur
Verhinderung einer sich bildenden
Karies, besonders auf den
Kauflächen:
Die
Kauoberfläche der
Backenzähne besteht besonders bei Kindern und Jugendlichen aus z.T.
tiefen Grübchen (
Fissurenform), welche sich mit
einer
Zahnbürste nur schwer oder gar nicht reinigen lassen. Hiergegen kann
in einer Zahnarztpraxis nach gründlicher Säuberung und Vorbehandlung des
Zahnes eine Versiegelung (hauptsächlich) mit einem
Methacrylat-basierten Kunststoff erfolgen. Wichtig bei dieser
Maßnahme ist, dass sie rechtzeitig, bald nach dem
Durchbruch erfolgt: Wenn der Zahn noch völlig gesund oder nur leicht
oberflächlich erkrankt ist. Trotz F. muss die tägliche
Zahnreinigung beibehalten werden. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen
sind ebenfalls nötig, um Materialbeschädigungen rechtzeitig zu erkennen
und zu beheben. Eine intakte Versiegelung verhindert, dass Bakterien in
die Zahngrübchen eindringen und darin den Zahn entkalken - dies führt
letztendlich zur "Fissurenkaries"
und muss durch eine aufwendigere Zahnfüllung behandelt werden. Die
Lebensdauer einer F. wird mit 7 bis 10 Jahren angegeben.
Nebenwirkungen (z.B.
Allergien) auf das angewandte Material sind bisher extrem selten und
beschränken sich auf weltweit 2 bekannt gewordene Fälle.
Ein neuartiges Material - Embrace Wetbond™, Vertrieb über die
Fa. Gaba - ist erstmalig hydrophil ("wasserfreundlich"), erfordert
also keine absolute Trockenheit mehr und ist so besonders gut für den
Einsatz im
Milchzahngebiss oder bei nicht kooperativen Jugendlichen geeignet.
Durch die kontinuierliche
Fluoridfreisetzung bietet Embrace einen zusätzlichen Schutz vor
Karies.
Die Frage, ob bei jedem Kind generell versiegelt werden sollte,
wird verneint: Liegt ein geringes
Kariesrisiko und/oder eine
flache/gut zugängliche Fissur in einem kariesfreien/-armen Gebiss
vor, so ist dieser Eingriff nicht sinnvoll. Es gelten folgende
Grundsätze für eine F.:
(siehe dazu auch die äußerst ausführliche "Leitlinie
Fissurenversiegelung".
nur dann, wenn die Fissur eindeutig kariesfrei ist
nur dann, wenn der gesamte Vorgang ordnungsgemäß durchgeführt werden
kann (Cave nicht kooperative Kinder!)
nur dann, wenn das Material werkstoffgerecht gehandhabt wird
nur dann, wenn das
individuelle Kariesrisiko und die
Fissurenform (
Fissurenarten) ein Versiegeln tatsächlich erforderlich macht
nur dann, wenn keine hohe Kariesaktivität vorhanden ist, denn Studien
belegen, dass Versiegelungen nur bei geringer Kariesaktivität die
Kauflächen wirksam vor Karies schützen. Bei hoher Kariesaktivität führen
dagegen Versiegelungen allein sogar zu mehr Karies.
keine Versiegelungsmaßnahme befreit von einer
ordnungsgemäßen
Mundhygiene und einer abgestimmten Fluoridzufuhr!
in jüngerer Zeit (2006) wird die F. auch zum Schutz der
Approximalflächen propagiert. Da derartige Zonen bei
durchgebrochenen Nachbarzähnen nicht mehr direkt zugänglich sind, werden
kieferorthopädische
Separiergummis gelegt, um kurzfristig Zugang zum
Interdetalraum zu erhalten.
Folgendes Vorgehen hat sich bewährt (herkömmliche Materialien,
die Klebkraft einer Fissurenversiegelung ist bei separater
Anätzung
mit anschließendem Bonding signifikant höher als bei Verwendung eines
Einphasenadhäsivs.):
Gründliche Reinigung der Fissuren (mechanisch,
Pulverstrahlgerät), gutes
Trockenlegen der zu versiegelnden Zähne (falls möglich: Einsatz von
Kofferdam),
Säurekonditionierung über 60 sec., grazile Applikation des
Kunststoffs im Fissurenrelief, (Licht-)Polymerisation,
Kontrolle des Zusammenbisses ("Okklusionskontrolle"),
abschließende Fluoridierung.
Empfohlen wird die Anwendung eines von der Zahnfarbe geringfügig
abweichenden Kunststoffs, um so Beschädigungen der Versiegelung besser
erkennen zu können.
Nach einer neuen Studie der Universität Greifswald, ist die
Versiegelung deutlich wirksamer als eine
Fluoridierung des Zahnes. Weiter
ist bestätigt, dass Jugendliche mit F. nur ca. 50% des
DMF-T-Wertes (eine Messzahl für Kariesfolgen) von Jugendlichen ohne
Fissurenversiegelung aufweisen.
1997 war nach einer Studie des Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ)
bei 53% der 12jährigen Deutschen mindestens ein Zahn mit diesem
wirksamen Schutz versehen. Entsprechend ist die Auswirkung auf die
Mundgesundheit: Der DMFT-Wert lag mit Versiegelung bei 1,3 im Gegensatz
zu 2,2 bei den nicht geschützten Zähnen.
Nicht angewandt werden kann die F. bei schon bestehender
Karies (auch
versteckter Karies) und in den Fällen, wo keine absolute
Trockenlegung möglich ist (z.B. bei Kleinkindern).
Die Fissurenversiegelung zählt bei den gesetzlichen Krankenkassen zu den
individual- und kariesprophylaktische Leistung und wird als sog. "IP5"
bei den 6 -19-jährigen als Sachleistung übernommen.
Bei Erwachsenen erscheint eine Fissurenversiegelung nicht mehr
sinnvoll: Entweder hat die Fissur schon bis dahin eine Karies
bekommen und ist mit einer Füllung versehen, oder der Zahn ist gegen
äußere Einflüsse widerstandsfähig.
Die teilweise propagierte F. mit
Glasionomerzementen (GIZ) kann durch mangelnde Haftkraft in den
Fissuren nicht überzeugen; sie kann unter Umständen vorübergehend bei dem
Patientenkreis eingesetzt werden, bei welchem eine korrekte
Trockenlegung nicht möglich ist.
Unter einer erweiterten
Fissurenversiegelung versteht man das leichte Ausschleifen der
Fissuren und das Auffüllen mit einem dünnfließenden Kunststoff (
Komposite (flowables) bei sonst gleichem vorgehen.
Die
Gesetzlichen Krankenkassen leisten im Rahmen der
IP 5 - Position; leider nur an den
bleibenden Zähnen 6 und 7 und auch nur an einer Fläche pro Zahn, was
wissenschaftlichen Stellungnahmen widerspricht (z.B. keine
palatinalen und
bukkalen Fissuren)
easy to clean effect,
Fissurenkaries,
Glattflächenversiegelung,
HealOzone,
Karies,
Kariesinfiltration,
Kariesprädilektionsstellen,
Kariesprophylaxe,
Kompomere,
Komposite (flowables),
Lasereinsatz,
Nanotechnologie,
Versiegelung,
Wechselgebiss.
/font> |
 |
Fistel
Ausführungsgang, engl.: fistula; mit
Epithel ausgekleideter Kanal zur Ableitung von Flüssigkeiten (meist
Eiter) aus einem abgegrenzten Entzündungsgebiet zur Körperoberfläche
hin. Eine Fistel besteht aus der trichterförmig eingezogenen
Fistelöffnung, dem Fistelkanal und dem Fistelgrund
(der Ursache für die F.). Der Fistelgrund lässt sich häufig
röntgenologisch derart feststellen, indem man in den Fistelgang eine
feine
Guttapercha-Spitze schiebt.
Auftreten in der
ZHK meist als Folge eines
entzündlichen Prozesses an einer "vereiterten" Wurzelspitze (
Granulom), Einlagerung von
Fremdkörpern oder tiefer,
entzündeter Zahnfleischtaschen. Nach Beseitigung der Ursache (z.B.
Wurzelspitzenresektion,
Entfernung des Zahnes) verschwinden F. meist von allein;
ansonsten chirurgisches Ausschneiden (
Exzision); gelegentlich ist auch eine Verödung des Fistelganges (Mund-Antrum-Verbindung,
"oroantrale Fistel") möglich - allerdings sind derartige Maßnahmen ohne
Beseitigung der Ursache wenig erfolgversprechend.
Von den entzündlichen Prozessen in der Tiefe als Ursache abzugrenzen ist
die sog. Narbenfistel, welche durch Fremdkörper im Wundgebiet
(Füllungsreste, Gazestreifen, Nahtreste usw.) oder Knochen- bzw.
Zahnsplitter entsteht
Abszess,
Antrumfistel,
chronisch granulierende Entzündung nach Partsch,
Granulom,
Lippenfistel,
Parodontitis apicalis
|
|

extraorale Fistel ausgehend von einem zerstörten UK-Zahn
|
Fixator
Bisshalter, engl.: do.; nicht zur Reproduktion von
Kieferbewegungen geeignetes, primitives Gerät zum Fixieren von Modellen
des Ober- und Unterkiefers zueinander. Im Gegensatz zum ebenfalls
einfachen
Okkludator ist nur ein vertikales Trennen der Modelle mit diesem
Hilfsmittel möglich. Verwendung in der
Kieferorthopädie.
Artikulator,
Okkludator |

|
Fixierbad
engl.: fixing bath; Entfernung des noch vorhandenen, unbelichteten
lichtempfindlichen Silberhalogenid durch eine Lösung zum "Fixieren"
(Konservieren) von Röntgenbildern nach deren Entwicklung. Im Fixierbad werden
die Silberhalogenide der Röntgenfilmemulsionsschicht zunächst in ein
schwerlösliches Doppelsalz umgewandelt, wobei die milchige Färbung der Schicht
verschwindet (Klärzeit). In einer zweiten Phase werden dann leichtlösliche
Silberthiosulfat-Komplexe gebildet, die sich durch eine Wässerung aus der
Emulsion entfernen lassen. Bekannte Fixiersubstanzen sind Natriumthiosulfat und
Ammoniumthiosulfat (für Schnellfixierbäder).
Entwicklerbad,
Röntgenfilm
Fixierungsschiene
Zentrikschiene, Form einer
Aufbiss-Schiene, engl.: biteplane o. biteplate, adjustment
splint, centric splint; zur Fixierung einer endgültigen eingestellten
Zentrik bevor die endgültige
prothetischen Versorgung durchgeführt wird.
Gnathologie,
Okklusion,
Zentrik
Fixturenregistrierung
Begriff aus der
Implantologie nach dem Behandlungskonzept Simpler in Practice (SIP): Nach
dem Einsetzen eines Implantats wird ein Registrierungspfosten auf das Implantat
geschraubt und die Registrierungs-Schablone zur Bissbestimmung spannungsfrei
darüber eingesetzt.
FKO, =
Funtionskieferorthopädie
Flächenmerkmal
Krümmungsmerkmal
Flap-Operation
Lappenoperation
Flaschenkaries , Fläschchenkaries,
Nursing bottle syndrom
Fleck's Zement; Phosphatzement nach
Fleck; engl.: Fleck's Cement; typischer Vertreter der
Zinkoxid-Phosphatzemente
Fletscher Zement
engl.: Fletscher's cement; provisorischer
Befestigungs- und
Verschlusszement mit einer Pulver-Mischung aus Zinksulfat, Zinkoxid,
Claciumsulfat und Mastix (Pflanzenharz); als Flüssigkeit dient eine wässrige
Lösung von Gummi arabicum mit Alkoholzusatz.
Befestigungszement
Flowables;
Komposit
floatender Punktwert;
Honorarverteilungsmaßstab
florid, floride, engl.: do.; rasch
fortschreitend/verlaufend; z.B. bedeutet eine "floride Karies" eine schnell
(Wochen/Monate) den Zahn zerstörende Zahnfäule.
FloridaProbe ®
computergestützte
Parodontalsonde; ermöglicht das Erheben eines
Parodontalstatus ohne Assistenz und die Erstellung eines entsprechenden
Befundes.
Floss; engl. Ausdruck für
Zahnseide
Flowables, Schlagwort für Komposite mit
einem geringen Fülleranteil.
Fissurenversiegelung,
Komposite
Flügelbiss, Flügelbissaufnahme;
Bissflügelaufnahme
Flügelbrücke,
Klebebrücke
Fluktuation
"Wellenbewegung", engl.: fluctuation; mit den Fingerspitzen
spürbares (
Palpation)
Hin- und Herschwappen einer Flüssigkeitsansammlung unter der (Schleim-)Haut,
z.B. bei einem
Abszess
Fluor
chem.: F, vom lat. fluere = fließen, engl.: fluorine;
nicht-metallisches gasförmiges Element aus der Gruppe der Halogene. Es ist ein
farbloses und in höheren Konzentrationen äußerst giftiges gelblich-grünes Gas
mit einem an Chlor erinnernden stechenden Geruch. Im Organismus wird F.
als Salz in Form von Fluoriden
aufgenommen. Der erwachsene Mensch enthält von Natur aus einige Gramm F.
als Spurenelement. F. ist ein natürlicher Baustein unseres Körpers, der
an Knochenbildung und Wachstum maßgeblich beteiligt ist und hierbei zu den
lebenswichtigen Stoffen zählt. Umfangreiche weltweite Untersuchungen zur
Kariesprophylaxe haben seit Jahrzehnten festgestellt, dass eine ausreichende
Versorgung des Körpers mit ungiftigen Fluor-Verbindungen das Auftreten von
Karies deutlich
vermindert. In der Laiendiskussion von Fluoridgegnern wird bei der
zahnschützenden Wirkung der Fluoride
häufig nur von "Fluor" gesprochen, auf diese äußerst giftige Wirkung
hingewiesen und diese dann als "sehr gefährlich" abgelehnt. Dies ist genauso
irreführend, als würde man beim Speisesalz - einer Chlorverbindung - nur von
"Chlor" sprechen.
Fluoriden
Fluorapatit
Fluorhydroxylapatit; Calcium-Fluor-Verbindung als anorganischer Bestandteil
des harten Zahnschmelzes. Entstehend durch Austausch von OH-Gruppen des
Hydroxylapatits gegen Fluorionen. Dieser Austausch
vermindert die Säurelöslichkeit des
Apatits und
beschleunigt seine
Remineralisation
Calciumfluorid, Fluoride,
Hydroxylapatit
Fluoreszenzverfahren,
Kariesdiagnostik
Fluoridanamnese
engl.: estimate of fluoride intake; in den letzten Jahren verstärkt
geforderte Erhebung der "natürlichen" Fluorid-Quellen bzw. -Zufuhr, bevor
Fluoride künstlich verabreicht werden, da
die Bevölkerung heute einer multiplen Fluoridexposition unterliegt
(Trinkwasser, Limonaden, Tee-Getränken und andere Nahrungsmitteln mit
therapeutisch wirksamen Mengen) - die Wirksamkeit einer einzelnen
Fluoridierungsmaßnahme ist daher kaum zu erfassen. So konnte Prof. Wetzel
(Gießen, 2000) bspw. belegen, dass in vielen Produkten ein unverhältnismäßig
großer Anteil an Fluoriden (teilweise über 2,0
ppm)
vorhanden ist, ohne dass eine sichtbare Deklarierung erfolgte.
Unter Berücksichtigung aller Faktoren wird eine tägliche
Gesamt-Fluoridaufnahme nach folgender Tabelle als optimal angesehen:
|
Alter / Geschlecht |
mg / Tag |
| Säuglinge bis 6 Monaten |
0,25 |
| Säuglinge zwischen 6 und 12 Monaten |
0,5 |
| Kleinkinder |
0,7 |
| Kinder zwischen 3 und 8 Jahren |
1,1 |
| männliche Jugendliche |
3,2 |
| weibliche Jugendliche |
2,9 |
| männliche Erwachsene |
3,8 |
| weibliche Erwachsene |
3,1 |
Bei einer F. sollten folgende Kriterien
berücksichtigt werden:
Fluoridgehalt des örtlichen Trinkwassers. Die tägliche (natürliche)
Fluoridaufnahme über nicht
angereichertes Trinkwasser ist in D meist gering: Mehr als 90 Prozent
des Leitungswassers enthalten weniger als 0,3 mg/Liter - regionale Variationen
sind vorhanden. Die zuständigen Gesundheitsämter oder Landesbehörden können
hierzu Auskunft geben. Zum Vergleich: Meerwasser enthält in einem Liter rund 1mg
Fluorid.
Fluoridgehalt des verwendeten
Mineralwassers (große Unterschiede möglich)
Ernährung mit bilanzierten Diäten
Verwendung von
fluoridiertem Salz im Haushalt
Kantinen-/Mensaessen (Großküchen verwenden häufig
fluoridiertes Salz)
Fluoridgehalt
der Zahnpasta (Kinder- o. Erwachsenenpasta)
Fluoridtabletten
Fluoride,
Fluoride: Wirksamkeit
verschiedener Applikationsformen,
Fluorose
Fluoride
Fluoridierung, engl.: fluoride, fluoridation; Salze der
Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure, HF); Einsatz in der
Kariesprophylaxe besonders als Amin-, Zinn- und Natrium-F.
Die Hauptwirkung der F. besteht in einer Verringerung der De-Mineralisation,
einer Förderung der Re-Mineralisation
an der Zahnoberfläche und einer negativen Beeinflussung des bakteriellen
Stoffwechsels (sog. Kariostatikum). F. sind ein natürlicher
Bestandteil des pflanzlichen und menschlichen/tierischen Nahrungskreislaufes.
Sie sind für den Menschen wichtige Spurenelemente, die eine hohe Bedeutung für
die Bildung von Knochen und Zähnen haben (99% des F. befinden sich in
Knochen und Zähnen, bei einem Erwachsenen sind dies ca. 2,6 g F.).
Natürliche Quellen von F. sind Fisch, Krustentiere, fluoridhaltiges
Mineralwasser und schwarzer Tee. Einen festen Platz in vielen Privathaushalten
hat inzwischen auch das
fluoridierte Speisesalz.
Seit Jahrzehnten in der
Kariesvorbeugung erfolgreich eingesetzt und auch schon dafür im Altertum
bekannt (
Siwak).
In Knochen und Zähnen ist die Konzentration mit etwa 200-2.000 mg/kg rund 10.000
mal so hoch wie in den Körperflüssigkeiten und Organen. Die ständige Anwesenheit
niedriger F.-Konzentrationen im
Speichel fördert und beschleunigt den natürlichen Wiedereinbau von
Mineralstoffen aus dem Speichel in den Zahnschmelz (Remineralisation).
Dadurch kann das Mineraldefizit einer beginnenden
Karies ausgeglichen und beginnende Karies gestoppt und unter Umständen Rückgängig
gemacht werden ("Ausheilung der Karies"). Ob F. nicht nur vor Karies,
sondern auch vor
Zahn-Erosionen schützen, ist noch unklar (2006).
Bei der
Kariesentstehung spielt sich folgendes ab: Bakterien setzen mit Hilfe von
Enzymen Zucker zu Energie um. Als Abfallprodukt dieses (glykolytischen)
Prozesses entstehen organische Säuren, die primär den
Zahnschmelz
demineralisieren und somit schädigen.
Fluoride können u.a. diese bakteriellen Enzyme in ihrer Aufgabe behindern,
sodass weniger Säure produziert und dadurch das Bakterienwachstum gehemmt wird.
Diese Störung wirkt sich jedoch bei anorganischen Fluorid-Verbindungen (z.B.
Natriumfluorid und
Natriummonofluorphosphat) erst bei hohen Konzentrationen aus, welche nach
Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten und Mundspülungen in der
Plaque nicht erreicht werden.
Aminfluoride hingegen können die Zellmembran leichter durchdringen und im
Zellinneren ihre
antibakteriellen Eigenschaften entfalten. Die Fluorid-Supplementierung
ist wissenschaftlich in weltweit über 300.000 Publikationen als anerkannte
Methode belegt. Ungeachtet dessen wird aber von weltanschaulich geprägten
Fluoridgegnern eine Schädlichkeit behauptet, die diesem Salz vielfältige
negative Wirkungen zuspricht. Bezeichnend für diesen Personenkreis ist, dass in
der Diskussion immer von Fluor -
einem hochgiftigen Gas(!) - gesprochen wird. Zum Einsatz kommen aber, ebenso wie
beim
Kochsalz (die Verbindung aus dem giftigen Natrium und dem ebenfalls
hochgiftigen Chlorgas ergibt das für uns lebensnotwendige Speisesalz) nur die
Salze des Fluors, welche als Fluoride bezeichnet werden.
Durch eine Kombination des F. als Anion mit Kationen wie Cu, Ag, Sn oder
Aminfluorid kann eine zusätzlich
antibakterielle Wirkung erreicht bzw. verstärkt werden
Zahnschmelz besteht zu 97% aus
Hydroxylapatit; Säuren (aus Mundbakterien, Nahrungsmitteln) können
Hydroxylapatit angreifen:
Ca5[OH|(PO4)3] + H3O+
–› 5 Ca2+ + 3 PO43–
+ 2 H2O
Die Hydroxidionen im Apatit werden durch Säuren neutralisiert, dadurch zerfällt
das Kristallgitter. Im Gegensatz dazu ist Fluorapatit säurestabil, da die
Fluorid-Ionen nicht mit H3O+ reagieren. Bei der
Fluorideinlagerung werden die OH– -Ionen im Hydroxylapatit gegen
Fluorid ausgetauscht:
Ca5[OH|(PO4)3] + F–
‹– –› Ca5[F|(PO4)3]
+ OH–
So ist es möglich, Hydroxylapatit-Kristalle an der Oberfläche des
Zahnschmelzes in Fluorapatit
umzuwandeln und damit den Zahnschmelz vor einem Säureangriff zu schützen ("Schmelzhärtung").
Bei der lokalen Applikation spielt sich folgender Wirkungsmechanismus
ab:
Die zugeführten, ionisch gebundenen Fluoride gehen zunächst eine Reaktion mit
der Schmelzoberfläche ein. Dabei wird in Abhängigkeit von der
Fluoridkonzentration, dem
pH-Wert, der Kontaktzeit und anderen Parametern eine mehr oder weniger stark
ausgebildete
kalziumfluoridähnliche Ausflockung (Präzipitat)
ausgebildet. Bereits ab einer Fluoridkonzentration von 10
ppm
kann dieser Niederschlag entstehen. Eingelagerte Phosphat- und
Eiweißbestandteile sind später für das Löslichkeitsverhalten dieser Schicht
verantwortlich: Während bei neutralem pH-Wert ein
Kalziumfluorid-Präzipat mit hohem Phosphat-Anteil gebildet wird, ist dies
bei niedrigem (saurem) pH-Wert umgekehrt. Unter Karies auslösenden Bedingungen
(z.B. Zuckeraufnahme) wird diese Beschichtung angegriffen und F. wird
rasch in die Umgebung abgegeben. Diese Ionen können dann in beginnende Kariesläsionen
diffundieren und hier ihre schützende Wirkung entfalten -
Remineralisationsvorgänge werden begünstigt oder überhaupt erst möglich.
Steigt der pH-Wert wieder an, weil Karies auslösende Bedingungen fehlen und/oder
die Pufferkapazität des Speichels einwirkt, wird die verbleibende
Kalziumfluoridschicht erneut von dem oben erwähnten
Präzipitat
bedeckt.
Daneben diffundieren Fluoridionen auch direkt in den Zahnschmelz und werden von
den Schmelzkristallen absorbiert oder befinden sich frei zwischen den einzelnen
Prismen.
Eine Studie aus 2010 (Physiker und Zahnmediziner der Universität des Saarlandes;
Fachzeitschrift "Langmuir" (26/2010) zeigt, dass F. weniger tief ins
Hydroxylapatit eindringt als bisher angenommen (die Schicht, in die F.
aus Zahnpasten oder Mundwässern eindringt, ist bis zu 100fach dünner ist als
bisher angenommen). Außerdem verändert es die Zusammensetzung des Zahnschmelzes
abhängig davon, bei welchem pH-Wert die Fluorid-Anwendung stattfindet. Weiter
wurde in dieser Studie nachgewiesen, dass es ganz entscheidend ist, ob das F.
in nahezu neutralem Milieu (pH-Wert 6,2) oder in saurem Milieu (pH-Wert 4,2)
aufgetragen wird. In neutralem Milieu entsteht aus Hydroxylapatit, dem Material
des Zahnschmelzes, das gegen Säuren resistentere Fluorapatit, das allerdings
weniger als zehn Nanometer dick ist.
Folgende Wirkungen der F. sind unstrittig bewiesen - werden aber von
Fluoridgegnern ignoriert:
sie verhindern die Auflösung (Demineralisierung)
der Schmelzkristalle an der Zahnoberfläche
sie fördern die
Remineralisierung des Zahnschmelzes und machen ihn damit widerstandsfähiger
gegen Säureangriffe bzw. führen "Minireparaturen" an der Zahnoberfläche durch
sie können in speicheltypischen Konzentrationen das Wachstum von
Apatitkristallen begünstigen und so die
Remineralisierung von Schmelzläsionen fördern
sie können die Säureproduktion der kariesverursachenden Bakterien - in hohen
Konzentrationen - hemmen
um diese Effekte erreichen zu können, müssen F. während des ganzen Lebens
in therapeutisch ausreichender Konzentration in der Mundhöhle vorhanden sein.
Seit Jahren liegt der Zuckerverbrauch in Deutschland - einer der Hauptfaktoren
der Volksseuche
Karies - ziemlich stabil bei 35 kg/Kopf - ohne einen erkennbare
Trendwende. Eine
Kariesprophylaxe breiter Bevölkerungsschichten ohne F. ist deshalb zum Teil.
praktisch nicht durchführbar.
Grundsätzlich werden zwei Formen der F.-Zufuhr unterschieden:

- systemische Fluoridzufuhr
z.B. in Form von
Salz-,
Tabletten-,
Trinkwasser-, Milch-Fluoridierung. F. werden über den Mund ("per
os", "oral") aufgenommen, im Magen-Darm-Trakt resorbiert und anschließend in
geringen Mengen über den
Speichel wieder ausgeschieden. Weiter kommt es bei dieser Anwendung bei
in Wachstum befindlichen Zähnen (
Mineralisation) zu einem Einbau von F. in die Zahnhartsubstanzen
(Schmelz,
Dentin). Dieser früher als sehr wichtig angesehenen Tatsache wird in der
neueren Forschung nur noch eine untergeordnete Bedeutung eingeräumt, da die
Menge des eingelagerten F. nicht ausreicht, um einen säureabwehrenden
Effekt zu erzielen. Werden Fluoridtabletten gelutscht, so wird aus
der ursprünglich gedachten systemischen Zufuhr die viel wirksamere lokale
Zufuhr.
- lokale Fluoridzufuhr
z.B. in Form von
Zahnpasta,
Mundspüllösungen,
Lacken, Gelees,
Suspensionen. Heute als die effektivere Maßnahme angesehen, da
der direkte Kontakt mit F. eine günstige Beeinflussung der Ent- und
Verkalkungsvorgänge (De- und Remineralisation) in den obersten Schichten
der Zahnoberfläche hat. Hierbei wird auf der Oberfläche ein
kalziumfluoridhaltiger Niederschlag (Präzipitat;
KOH-lösliches F.) erzeugt, welcher bei abfallendem
pH-Wert - z.B. durch einen Säureangriff von
Bakterien - Fluoridionen freisetzt und so die Remineralisation der
angegriffenen Zahnhartsubstanzen unterstützt.
Weiter nimmt entkalkter Zahnschmelz mehr F. auf als gesunder; ebenso
ist die Ausbildung des kalziumfluoridhaltigen Niederschlags bei
entmineralisiertem Schmelz stärker ausgeprägt. So können F. in
hochkonzentrierter Form die Poren einer Karies quasi "versiegeln". Die
häufig nachgesagte
antibakterielle Wirkung von F. ist zwar vorhanden - doch reicht
die Menge bei den anorganischen F. nicht aus, um die
Plaquebakterien nachhaltig zu beeinflussen. Hier wird besonders dem
Amin- und Zinnfluorid (s.u.) die stärkste Wirkung nachgesagt.
Eine bisher wenig bedeutende Form in der Kariesprophylaxe stellt die sog.
Tiefenfluoridierung dar.
- Speichel: die Fluoridkonzentration
beträgt unter fluoridarmen Lebensbedingungen (keine fluoridierte Zahnpasta,
kein angereichertes Speisesalz usw.) im Mittel nur 0,02 mg/l. Dieser Wert
lässt sich durch eine
systemische
Fluoridzufuhr nur unwesentlich erhöhen.
Bei der lokale Fluoridzufuhr in Pasten, Spüllösungen, Lacken, und
Gelees werden versch. Verbindungen eingesetzt, wobei auch Kombinationen möglich
sind. Effektiv ist dabei nur gelöstes, ionisches F., welches auch
biologisch über einen längeren Zeitraum verfügbar ist und in die
Zahnhartsubstanzen eingebaut werden kann. Fluorid-Ionen können in den
Hydroxylapatit des
Zahnschmelzes eingelagert oder als Calcium-Fluorid-Deckschicht
(verantwortlich für die Säureresistenz eines Zahnes) auf dem Zahnschmelz
angelagert werden. Das Calcium-Fluorid-Deckschicht stellt zusätzlich ein
Fluoridreservoir dar, das ständig - vor allem aber bei Säureangriffen - F.
freisetzt. Entscheidend ist dabei der
pH-Wert der verwendeten F.-Verbindung: Erst im schwach sauren Bereich
findet eine Reaktion Schmelz und F. statt, die zu einer deutlichen und
dauerhaften F.-Aufnahme führt.
- AmF - Aminfluorid: organisches Fluorid von hoher
Substantivität: Das anorganische Fluorid-Ion ist - im Gegensatz zu den
anorganischen F. wie z.B. Natriumfluorid oder
Natriummonofluorphosphat - an einen organischen Fettsäureaminrest gebunden.
Das Kation ist bei dieser Verbindung entweder ein Diamin (
Olaflur) oder ein Monamin (Dectaflur). Neben der Wirkung des Anion
"Fluorid", kann hierbei auch das Kation der Fluoridverbindung eine
antibakterielle Wirkung entfalten.
Ein derartiger Molekülaufbau (Kombination einer hydrophoben (=
wasserunlöslichen) mit einem hydrophilen (= wasserlöslichen) "Kopf" ist
typisch für so genannte Netzmittel (Tenside), die sich durch ihre gute
Oberflächenaktivität (ein schnelles und geordnetes Anreichern) auszeichnen.
Dank dieser Aktivität verteilt es sich rasch in der Mundhöhle und benetzt
alle Oberflächen. Durch den leicht sauren pH-Wert des AmF (zwischen
4,5 und 5,0; s.o.) verbunden mit der erhöhten Oberflächenaktivität führt
dies zu einer erhöhten Fluoridaufnahme durch den Zahnschmelz und so zur
Bildung eines dauerhaften Fluorid-Depots. Die ständige Anwesenheit
niedriger F.-Konzentrationen im
Speichel fördert und beschleunigt den natürlichen Wiedereinbau von
Mineralstoffen aus dem Speichel in den Zahnschmelz (Remineralisation).
Dadurch kann das Mineraldefizit einer beginnenden Karies ausgeglichen und
beginnende Karies gestoppt und unter Umständen Rückgängig gemacht werden.
Da sich das AmF wegen seiner Oberflächenaktivität in homogener
Schicht auf dem gesamten Zahnschmelz anreichert, bildet es eine besonders
gut haftende Calciumfluorid-Deckschicht und macht so den Zahn
unempfindlicher gegen
Säureangriffe.
AmF zeichnet sich weiter durch eine gute Diffusion in den Schmelz
aus: Man benutzt diese Moleküle als "Fluoridschlepper" zum Transport von
F. in tiefer liegende Schmelzschichten.
Die AmF wurden Ende der 50er Jahre von der
GABA in Zusammenarbeit mit dem zahnärztlichen Institut der Universität
Zürich (Schweiz) entwickelt. Das am häufigsten benutzte Aminfluorid ist
Olaflur. Es wird in allen elmex® Präparaten eingesetzt. elmex® gelée
und elmex® fluid enthalten zusätzlich das Monamin Dectaflur
(9-Octadecenylamin-hydrofluorid).
- NaF - Natriumfluorid geht gern mit den in den
Zahnpasten enthaltenen Putzkörpern Verbindungen aus Kalziumkarbonat
bzw. Kalziumphosphat zu dem schwerlöslichen Salz, dem Kalziumfluorid. Damit
ist es bei diesen Kombinationen unter Umständen nicht mehr in ausreichender Menge frei
verfügbar. In Gelees und Lacken tritt dieser Effekt nicht auf; hier gilt NaF
als hochwirksam (
Duraphat™).
Listerine
- Na-MFP - Natriummonofluorphosphat, Na2FPO3,
Natriumphosphat mit kovalent gebundenem F.. Ist die heute
gebräuchlichste kariesprophylaktische Wirkkomponente. Es bleibt trotz der
Reaktion mit Putzkörpern weiter löslich und gibt reaktive F.-Ionen
ab. Es diffundiert langsam in den gesunden Zahnschmelz, aber schneller in
entmineralisierten.
CHX kann durch
Natriumlaurylsulfat, das in den meisten
Zahnpasten als Tensid dient, und durch Na-MFP neutralisiert
werden.
- SnF -
Zinnfluorid wird meist in Kombination mit anderen F. (z.B.
Aminfluorid) benutzt, da allein wenig stabil. Neben der Wirkung des Anion
"Fluorid", kann hierbei auch das Kation Sn der Fluoridverbindung eine
antibakterielle Wirkung entfalten.
lm Langzeittest zeigte Zinnfluorid eine starke Hemmung der Kariesaktivität,
wenn es gemeinsam mit AmF angewendet wurde. Nachteile bei der Verwendung in
Zahnpasten sind die schlechte Stabilität, unter Umständen ein metallischer Geschmack
und mögliche
extrinsische
schwarze
Verfärbungen, welche sich allerdings vom Fachpersonal wieder entfernen
lassen.
Nachfolgendes Dosierungsschema wird heute (2007) von den wissenschaftlichen
Fachgesellschaften präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer
Fluoridanamnese:

überarbeitet nach einer Vorlage von ZA M. Van Steenkiste
Dabei stellen Fluoride nicht die einzigen Bausteine in der
Zahnkariesprophylaxe dar, sondern wirken nur im Zusammenspiel mit weiteren
prophylaktischen und hygienischen Maßnahmen, wie vor allem:
Vermeidung ständigen Schnuller- und Flaschennuckelns bei Säuglingen und
Kleinkindern, vor allem keine Anwendung von gezuckerten Beigaben
Vermeidung von ständigen oder häufigen Süßigkeitsgaben
gesunder Ernährung mit längeren Nahrungspausen
früher Gewöhnung an eine altersgerechte Zahn- und Mundpflege und ggf. Aufsuchen
kinderzahnärztlicher Betreuung
sorgfältiger Mund- und Zahnpflege und Zahnsanierung der Eltern, bzw. des
Pflegepersonals, schon pränatal beginnend."
AFT,
Bifluorid 12,
Dentition, Fluoridanamnese,
Fluoride in Mineralwassern,
Fluor,
Fluoride: Wirksamkeit
verschiedener Applikationsformen, Fluoridvergiftungen,
Fluorose; Apatit,
Hidden caries,
Karies,
Kariesprophylaxe,
kariogen,
Natriumchlorid,
Oberflächenhärte,
Remineralisation,
Salzfluoridierung,
Siwak,
Tablettenfluoridierung,
Tiefenfluoridierung,
Trinkwasserfluoridierung,
Zahnpasta,
Zahnpflegekaugummi,
Zinnfluorid.
Fluoride
in Mineralwasser, engl.: fluoride in mineral waters; natürliche
Mineralwässer tragen mehr als früher angenommen zur Fluoridaufnahme bei.
Insofern ist eine Kenntnis der fluoridhaltigen Inhalte derartiger Getränke bei
einer Fluoridanamnese
unbedingt erforderlich, da es im Einzelfall bei Kindern
durch den regelmäßigen Genuss von Mineralwässern mit hohen
Fluoridkonzentrationen und bei gleichzeitiger Verabreichung von
Fluoridtabletten/Verschlucken von Kinderzahnpasta zum Auftreten von milden
Dentalfluorosen kommen kann, -
bei der Vielzahl der in D angebotenen Wässer keine leichte Aufgabe.
Babynahrung sollte grundsätzlich mit abgekochtem Trinkwasser zubereitet
werden. Steht dies nicht oder in der erforderlichen Qualität zur Verfügung (z.B.
Nitratkonzentration > 50 mg/l ; auf Reisen) wird der Einsatz von Mineralwasser
empfohlen. Nach der Mineral-, Quell- und Tafelwasserverordnung vom
3. März 2003 darf der Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen folgende Werte nicht
überschreiten:
• 20 mg Natrium/l
• 10 mg Nitrat/l
• 0,02 mg Nitrit/l
• 0,7 mg Fluorid/l
• 240 mg Sulfat/l
• 0,05 mg Mangan/l
• 0,005 mg Arsen/l
• 125 mBq/l Radium-226
• 20 mBq/l Radium-228
Der Fluoridgehalt eines "natürlichen Mineralwassers" muss nach geltender
Gesetzeslage nicht deklariert werden. Deshalb wird nur bei den wenigsten
Mineralwässern der Fluoridgehalt auf dem Etikett angegeben. Die Verordnung über
natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser schreibt lediglich vor,
Mineralwässer mit einer Fluoridkonzentration von mehr als 1,0 Fluorid mg/l
freiwillig als fluoridhaltig zu kennzeichnen; ab 5 mg Fluorid/l muss ein
entsprechender Warnhinweis derart erfolgen, dass dieses Mineralwasser nur in
begrenzter Menge getrunken werden darf. Für Kinder ist ein solches Mineralwasser
nicht geeignet.
>
Bei der Beurteilung dieser Werte ergeben sich folgende praktische Konsequenzen:
0 - 0,29 mg Fluorid/l = ohne Bedeutung für die Anamnese
0,3 - 0,69 mg Fluorid/l = muss berücksichtigt werden
0,7 - 1,50 mg Fluorid/l = keine zusätzliche Fluoridzufuhr nötig
über 1,50 mg Fluorid/l = Achtung:
Überdosierung möglich (erst ab 5
mg Fluorid/l muss ein entsprechender Warnhinweis auf dem Etikett erfolgen!)
Die tägliche (natürliche) Fluoridaufnahme über nicht angereichertes
Trinkwasser ist in D gering: Mehr als 90 Prozent des Leitungswassers
enthalten weniger als 0,3 mg/Liter - regionale Variationen sind vorhanden. Die
zuständigen Gesundheitsämter oder Landesbehörden können hierzu Auskunft geben.
Zum Vergleich: Meerwasser enthält in einem Liter rund 1mg Fluorid.
Fluoridanamnese,
Fluoride,
Fluoride: Wirksamkeit
verschiedener Applikationsformen,
Fluorose,
Mineralisationszeiten.
Fluoride
Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen, engl.: fluorides:
efficiency of different dosage forms; auf Grund einer umfangreichen
Literaturrecherche und versch. Konsensverfahren (mit Zahnärzte, Pädiatern,
Ernährungswissenschaftlern u. Berufsverbänden) hat Prof. E. Hellwig (Freiburg,
2005) eine
Leitlinie "Fluoridierungsmaßnahmen" aufgestellt:
- Die Verwendung fluoridhaltiger
Zahnpasta ist eine wirksame kariespräventive Maßnahme. Dieser Effekt
steigt im bleibenden Gebiss mit zunehmender Fluoridkonzentration in der
Zahnpasta, häufigerer Verwendung und höherer Kariesaktivität
- Die Wirksamkeit von Zahnpasten mit niedrigerem Fluoridgehalt (250
- 500
ppm)
ist bisher klinisch nicht ausreichend gesichert; die dazu vorliegenden
Ergebnisse sind uneinheitlich
- Die
Speisesalzfluoridierung ist eine wirksame kariespräventive Maßnahme;
sie steigt mit der höheren Verbreitung in unterschiedlichen Einsatzgebieten
(Haushalt, Gemeinschaftsverpflegungen, Restaurants oder Bäckereien). Die
Anwendung wird generell empfohlen.
-
Fluoridtabletten sind kariespräventiv wirksam. Da dieser Effekt bei
durchgebrochenen Zähnen auf der lokalen Wirksamkeit des Fluorids beruht,
sollten sie regelmäßig gelutscht werden. Es wird nur eine Form der
systemischen Fluoridzufuhr (Tablette oder Speisesalz) empfohlen.
Die Kombination von fluoridhaltiger Zahnpasta und
fluoridiertem Speisesalz führt zu einem geringeren systemischen
Fluorideintrag als Fluoridtabletten und damit bei einer höheren Wirkung zu
einem geringeren Fluoroserisiko. Dies gilt auch
dann, wenn die Zahnpasta vollständig verschluckt wird. Nur wenn die
Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein
fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Fluoridtabletten nach den
Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden. Darüber hinaus sollten
Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf Rat des Arztes und nach Erhebung
einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
Geringe bis mäßige F. geht meist mit einem besonders geringen
Kariesvorkommen einher und ist nach heutigem Stand nicht mit anderen
gesundheitlichen Nachteilen verbunden - allerdings ist der kosmetische
Effekt unter Umständen sehr nachteilig.
- Bei Verwendung von Fluoridtabletten für Kinder unter 6 Jahren muss eine
Fluoridanamnese erhoben
werden, um überhöhte Fluoridaufnahmen durch andere Quellen zu verhindern
- Während der
Schwangerschaft müssen keine Fluoridtabletten eingenommen werden, da
diese Gabe keinen Einfluss auf die Kariesprävalenz
im Milchgebiss hat
- Die
Fluoridlack-Applikation (z.B. mit
Duraphat)
ist eine sehr wirksame kariespräventive Maßnahme. Bei Kindern und
Jugendlichen kann sie zwei- oder mehrmals jährlich und unabhängig von
anderen Fluoridierungsmaßnahmen durchgeführt werden:

Applikation mittels Carpulen-Spritze
- Bei
kariesaktiven Kindern sollte die Frequenz der
Fluoridlack-Applikation mehr als zweimal pro Jahr erfolgen, weil damit
eine verbesserte kariesreduzierende Wirkung erzielt wird
-
Tiefenfluoridierung durch chemische Ausfällung von Calciumfluorid
- Die Fluoridgel-Applikation ist eine wirksame kariespräventive
Maßnahme und kann unabhängig von anderen lokalen Fluoridierungsmaßnahmen
durchgeführt werden, vorausgesetzt, dass Gel wird nicht geschluckt. Der
kariespräventive Effekt von Gelen ist unabhängig von der
Applikationsmethode; die Anwendungsform hängt von der
Compliance des Patienten ab und sollte deshalb individuell gewählt
werden
- Bei niedriger
Kariesaktivität und regelmäßiger
Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta wird die Anwendung
fluoridhaltiger
Mundspüllösungen nicht empfohlen
- Bei Personen mit
erhöhtem Kariesrisiko führt die kontrollierte Anwendung von
Mundspüllösungen zu einer Reduktion des Kariesanstiegs und kann
deshalb unabhängig von der Anwendung anderer Fluoridpräparate empfohlen
werden
Fluoride
Fluoridexposition, engl.: fluoride
exposure;
Fluoridanamnese
Fluoridvergiftungen
Toxizität von Fluoriden, Fluoridintoxikation, engl.: fluoride
poisoning; häufig unterstellte Eigenschaft der Fluoride von weltanschaulich
geprägten Fluoridgegnern, wobei die therapeutischen Fluoride gern mit dem
hochgiftigen Fluor-Gas gleichgesetzt werden. Ähnlich wie das lebenswichtige
Kochsalz aus den hochgiftigen Elementen Natrium und Chlor besteht, sind auch die
in der ZHK eingesetzten Fluor-Salze (= Fluoride) wertvolle Medikamente zur
Kariesverhütung. Ebenso werden von Fluoridgegnern immer wieder zahlreiche
Allgemeinerkrankungen unterstellt; bisher gibt es allerdings keinen seriösen
wissenschaftlichen Beweis für derartige Behauptungen.
Fluoride,
Fluorose
Fluorose
Dentalfluorose,
Schmelzfluorose,
Schmelzflecken, Spira-Syndrom, Zahnfluorose,
Denti scritti (= gezeichnete Zähne), eng.: fluorosis;
Schädigung des Stoffwechsels der schmelzbildenden
Ameloblasten-Zellen vor dem Zahndurchbruch (in der
Mineralisations- nicht mehr in der
prä-eruptiven Phase; s. Abb. re. u.). Es wird eine Grenzdosis
zur Ausbildung im bleibenden
Gebiss von 0,02 - 0,1 mg F-Ionen/kg Körpergewicht/Tag angegeben,
wobei bis heute die Anzahl der Tage nicht eindeutig definiert ist. Nach
Angaben des
ist das Risiko einer Fluoridakkumulation (chronischer Überdosierung)
wegen der großen Wachstumsrate im ersten Lebenshalbjahr besonders
gering. Eine F. der bleibenden Zähne durch
Fluoride in den ersten 6
Lebensmonaten ist wegen der erst späteren Mineralisation nicht zu
erwarten und auch nicht beobachtet worden. Dagegen ist bei einer
Fluoridzufuhr aus Nahrung, Trinkwasser, Getränken und Nahrungsergänzung
mit einer längeren Überschreitung der Obergrenzen (etwa 0,1 mg/kg/Tag ),
besonders im Alter von 2 bis 8 Jahren mit zunehmendem Vorkommen von
Zahnschmelzflecken ("Zahnfluorose") zu rechnen. Nach Newbrun
liegt die Zeit des höchsten Risikos zur Bildung einer F. für die
bleibenden
Frontzähne zwischen Geburt und sechs Jahren. Deshalb sollte in
dieser Zeit Fluorid vorsichtig dosiert und z.B. eine Kinderzahnpasta mit
reduziertem Fluoridgehalt verwendet werden Gerade bei den
handelsüblichen Mineralwassern gibt es starke Unterschiede!:
Fluoridgehalte von 400 Mineralwassern, Stand 2004.
Die Kombination von fluoridhaltiger Zahnpasta
und
fluoridiertem Speisesalz führt zu einem geringeren systemischen
Fluorideintrag als Fluoridtabletten und damit bei einer höheren Wirkung
zu einem geringeren Fluoroserisiko. Dies gilt
auch dann, wenn die Zahnpasta vollständig verschluckt wird. Nur wenn die
Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein
fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Fluoridtabletten nach
den Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund-
und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden. Darüber hinaus sollten
Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf Rat des Arztes und nach
Erhebung einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
Geringe bis mäßige F. geht meist mit einem besonders geringen
Kariesvorkommen einher und ist nach heutigem Stand nicht mit anderen
gesundheitlichen Nachteilen verbunden - allerdings ist der kosmetische
Effekt unter Umständen sehr nachteilig.
Anfänge einer F. werden im angloamerikanischen Sprachgebrauch als
Mottling - deren weißliche Schmelzflecken als mottled enamel
- bezeichnet; schwere Formen mit lochartigen Vertiefungen heißen
Pitting.
Eine chronische F. durch Langzeitgenuss von stark fluoridhaltigem
Wasser wird auch als Spira-Syndrom bezeichnet.
Fluoridvergiftungen
(Toxizität
von Fluoriden) durch im Mund eingesetzte Produkte sind weltweit äußerst
selten und bedürfen derart hoher Mengen, die es nahezu ausschließen,
überhaupt verzehrt werden zu können: So wird die wahrscheinliche
toxische Dosis (PTD)
bei kleinen Kindern und schwachen älteren Menschen mit 5 mg
Fluorid/Kg-Körpergewicht angegeben. Nach diesem Wert müsste ein 10 Kg
schweres Kind die Menge von 100 g Kinderzahnpasta (Fluoridkonzentration
0,05 % oder 500
ppm) verzehren bzw. beim Zähneputzen (unbeabsichtigt)
herunterschlucken, um lebensgefährlich zu erkranken - die therapeutische
Anwendung beim Zähneputzen liegt in dieser Altersgruppe bei 2 g/Tag mit
einer Kinderzahnpasta. Weiter Vergleichswerte nach Prof. Hellwig
(Freiburg in DFZ 12/2003):
|

Beginnende F. (Mottling) bei sonst kariesfreiem Gebiss;
kosmetisch störende Schneidezahn-
Verfärbungen

F. an einem mittleren
Schneidezahn
(leicht ausgeprägt am
Zahn daneben)

stärker ausgeprägte F.
mit versch. Stadien
|
Fluorose-Index
nach Dean, Mottling-Index, engl.: Dean's fluorosis-index;
bekanntester und von der
WHO
präferierte Messzahl bei Schmelzopazitäten
(wie z.B. Fluorose) am ungetrockneten
Zahn. Er basiert auf den beiden am meisten betroffenen Zähnen eines Gebisses und
hat 6 (8) Stufen: 0 = Normal; 1 = Questionable; 2 Very mild; 3 = Mild; 4
Moderate; 5 = Severe. Hinzu kommen die Zahlen 8 = Excluded (z.B. ein
überkronter Zahn) und 9 = nicht untersucht. Dieser Index ist bei einer starken
Fluorose nicht sensibel genug.
Weniger bedeutend sind die TF u. TSIF Dentalfluorose-Indices:
TF-Index : Fluorose-Symptome wurden von Thylstrup und Fejerskov 1978 in
einer Klassifizierung mit den Graden 1-9 zusammengefasst. Dabei zeigen Zähne der
Grade 1 - 4 weißliche Veränderungen wachsender Schwere, Zähne der Grade 5 - 9
weisen zusätzlich noch grübchenartige bis flächenhafte Substanzdefekte auf
TSIF-Index (Tooth Surface Index of Fluorosis) nach Horowitz et al. (1984)
basiert auf ästhetischen Aspekten und kennt 8 Kategorien
Diskutiert wird z.Zt. (2004) auch der
DDE-Index
(Developmental Defects of Enamel), welcher sonst für entwicklungsbedingte
Schmelzveränderungen genommen wird und 4 Schweregrade kennt.
Fluorquinolone
auch: Fluorochinolone; engl.: gleich; sog. Gyrasehemmer. Diese
neue Gruppe von synthetisch hergestellten
Antibiotika (1,8-Naphthyridin-Derivaten; Ofloxacin, Tarivid®) weist keine in
der Natur vorkommende Ausgangssubstanz auf (sog.
Chemotherapeutikum). Die
bakterizide Wirkung besteht in einer Verhinderung der Selbstverdopplung (Replikation)
der mikrobiellen DNS, wie auch in einer Störung der Proteinbiosynthese.
Haupteinsatzgebiet in der
ZHK ist die neuerdings erfolgreich angewandte Bekämpfung des aggressiven
Parodontitis-Bakteriums
Actinobacillus actinomycetem-comitans. Bei Versuchstieren traten
Gelenksprobleme im Wachstumsstadium auf, deshalb Vorsicht beim Einsatz bei
Kindern und Jugendlichen!
Antibiotika
Keine Haftung
für Daten und Inhalte, die Nutzung dieses Dienstes erfolgt auf eigene
Gefahr. Die Verwendung dieses Dokumentes außerhalb des
Verantwortungsbereiches ist untersagt. Obwohl aus Gründen
der Lesbarkeit im Text die männliche Form gewählt wurde beziehen sich die
Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.
Die auf dieser Homepage, bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
Danksagung!
An dieser Stelle möchten wir allen Autoren danken; insbesondere für die unermüdliche Rechere; die diese Zusammenfassung,
aus Zahnmedizin und Zahntechnik erst ermöglicht hat.
Die Graphiken
beruhen teilweise auf den Vorlagen der Firmen Corel-Corp. (
www.corel.com
) und TechpoolStudios Inc. (
www.lifeart.com
) bzw. wurden entsprechend überarbeitet; sie dürfen weder gespeichert bzw.
heruntergeladen werden und sind nur zur persönlichen Betrachtung bestimmt.
Wir übernehmen keine Gewähr für die
Aktualität, Korrektheit, Qualität und Vollständigkeit der veröffentlichten
Informationen. Ebenso sind Haftungsansprüche, welche sich auf Schäden jeglicher
Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargestellten
Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und/oder unvollständiger
Informationen bedingt sind, grundsätzlich ausgeschlossen.
Rechen-/Schreibfehler vorbehalten; auf die
Ausführungen im
Disclaimer
wird zusätzlich hingewiesen. Copyright © letzte
Aktualisierung der Artikel 2012