Enamelom,
gutartige, klinisch unbedeutende
Schmelzperle am
Zahnhals oder der
Bifurkation
Enamelum, substantia adamantina, der
(Zahn-)Schmelz
Enanthem
engl.: enanthema, Schleimhautausschlag, welcher zusätzlich zu
einem Exanthem als fleckige Mund- u.
Racheneffloreszenz bei Masern, Röteln und Scharlach vorkommen kann
Urticaria
Endlosklammer, wenig gebräuchliche
Bezeichnung für eine Klammerart, die sich über mehrere Zähne erstreckt; bekannt
unter dem Ausdruck
fortlaufende
Klammer.
Endodontie
Endodontologie, laienhaft: "Wurzelkanalbehandlung",
engl.: endodontia, endodontics; bedeutendes
Teilgebiet der Zahnheilkunde, welches sich mit der
Diagnose und
Therapie von Zahnnerverkrankungen (
Pulpitis) und deren Folgen befasst. Definitionen:
So definiert die Europäische Gesellschaft für Endodontologie (ESE): "
Endodontologie ist die Wissenschaft, die sich mit Gestalt, Funktion, Gesundheit,
Verletzungen und Erkrankungen der
Pulpa
und der
periradikulären Strukturen sowie mit der
Ätiologie und
Diagnose des Zahnschmerzes und dentaler Erkrankungen befasst."
Hülsmann definiert (1993) "... der Teil der Zahnheilkunde, der sich mit der
Anatomie, Histologie und Physiologie des Endodontiums (Pulpa-Dentin-Organ) und
mit der Ätiologie, Epidemiologie, Pathologie, Prävention, Diagnostik, Therapie
und Prognose von Erkrankungen des Endodonts und der dem Endodont benachbarten
periradikulären Gewebe befasst.“.
Traditionell wird die E. neben
Kariologie,
Parodontologie und Kinder-/Jugendzahnheilkunde der
Zahnerhaltung zugerechnet.
Die E. gilt als eine bewährte Methode der Zahnerhaltung, besonders dann,
wenn große Teile der Zahnkrone zerstört sind und/oder der
Zahnnerv entzündet
ist. Ziele einer endodontischen Behandlung sind die Entfernung von
Geweberesten der
infizierten
Pulpa
aus dem
Wurzelkanalsystem, eine Freiheit von aktiven Keimen im Wurzelkanal und dem
angrenzenden Dentin sowie der dichte
apikale und
koronale Verschluss des Wurzelkanalsystems. Um einen dreidimensionalen
Verschluss des Kanals (der Kanäle) zu erreichen, werden neben
Guttaperchastiften zusätzlich
Sealerpasten eingesetzt.
Mehr als 13 Millionen Zähne werden jedes Jahr in Deutschland gezogen. Mehrere
hunderttausend ließen sich nach Angaben der
Deutschen Gesellschaft für
Endodontie (DG Endo, 2007) durch eine professionelle Wurzelkanalbehandlung
retten. Endodontische Behandlungen weisen bei richtiger Diagnose und Therapie
eine hohe Erfolgsrate auf; lediglich
Implantate sind heute mit ähnlicher Erfolgswahrscheinlichkeit anzusehen,
allerdings bei einem vielfach höheren Preis und individuell größeren
Langzeitrisiken.
AGET,
Antibiotikaprophylaxe,
Behandlung von Milchzähnen,
Endodontium,
Fachgebiete,
Gangränbehandlung,
Operationsmikroskop,
Periapical
Probability Index,
Preflaring,
Pulpitis,
Wurzelkanalbehandlung,
einige engl. Sprachausdrücke im Rahmen einer
endodontischen
Maßnahme (
Wurzelkanalbehandlung):
backfill,
binding point,
cone fit,
downpack,
heat carrier,
heat source,
masterpoint,
obturator,
plugger,
taper,
tug back
endodontale Schienung, engl.:
intra-radicular splinting;
Transfixation
endodontisches Implantat,
Transfixation
Endodontium, auch "Pulpa-Dentin-Organ",
engl.: do.; funktionelle Einheit von Zahnnerv (Pulpa)
und Zahnbein (Dentin
mit
Odontoblastenfortsätzen);
Endodontie
Endodontologie, Wissenschaft von den Erkrankungen des Zahninneren (Pulpa) und den
daraus entstehenden entzündlichen Veränderungen des Zahnhalteapparates
Endodontie
endogen
engl.: endogenic; vom Inneren (des Körpers) kommend oder im Inneren
entstehend. Im Zusammenhang mit Krankheitsursachen gebraucht. So gibt es z.B.
bei der
Parodontitis neben den äußeren (exogenen)
Ursachen wie mangelnde Zahnpflege, endogene (innere) Faktoren wie z.B. ein
geschwächtes
Immunsystem oder andere
Parodontitisrisikofaktoren
Endo-Instrumente, Schlagwortbezeichnung
für die feinen Instrumente im Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung ,
Wurzelkanalinstrumente
Endokarditis
engl.: endocarditis; Entzündung
der Herzinnenhaut, besonders an den Herzklappen; führt unbehandelt fast
immer zum Tode; behandelt weist die "klassische " E. (E. lenta,
durch
Streptokokken verursacht) immer noch eine
Letalität von 5-10 %, die durch aggressive
Staphylokokken hervorgerufene E. bis zu 75 % auf. Für die bakterielle
E. wird eine
Inzidenz von 20 - 60 Fällen/1 Mio. Einwohnern angegeben.
Voraussetzung für eine Entstehung der E. ist ein Eindringen von Keimen in
die Blutbahn (
Bakteriämie): So tritt z.B. schon beim Zähneputzen ein Eindringen mit
40-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein. Allerdings sind diese Belastungen nur
kurzfristig und von geringer Keimanzahl. Im Gegensatz dazu sind von den Zähnen
und dem Zahnfleisch ausgehende Erkrankungen (infizierte
Zahnwurzeln,
Zahnfleischentzündungen) echte Risikofaktoren. Eine Untersuchung von 1998
zeigt, dass:
15,1% durch orale Erkrankungen bzw. deren Therapie ausgelöst wurden,
15,5% wurden durch Bakterien verursacht, die nicht aus der Mundhöhle stammen,
14,5% durch (allgemein-)medizinische Eingriffe bedingt sind,
5,5% auf Drogenkonsum zurückzuführen sind
und dass bei 52,5% der Fälle nicht bekannt ist, wodurch die E. ausgelöst
wurde.
Bei Vorliegen einer E. werden zahnärztlich-chirurgische Eingriffe aus
forensischen Gründen unter hohem Antibiotikaschutz durchgeführt (
Endokarditisprophylaxe),
obwohl hierbei in jüngerer Zeit ein Umdenkungsprozess stattfindet.
Das Endokarditis-Risiko wird in 3 Gruppen eingeteilt:
hohes Risiko z.B. beim Tragen von künstlichen Herzklappen, nach
überstandener E., zyanotisch, angeborene Herzfehler, Gefäßendprothesen,
erhöhtes Risiko z.B. bei angeborenen Herzklappenfehlern und
Herzmissbildungen, alle erworbenen rheumatischen und nichtrheumatischen
Herzklappenfehler, nach Herztransplantation
nicht gesichertes bzw. ohne Risiko z.B. bei
Herzschrittmachern, Bypassoperation, operierte Herzfehler ohne Restbefund.
Antibiotikaprophylaxe,
Bakteriämie, Endokarditisprophylaxe,
intraligamentäre Anästhesie
Endokarditisprophylaxe
antibiotische Abschirmung bei einer
Endokarditis; hierbei ist ab
2007 ein grundsätzlicher Wandel zu beobachten (s.u.). Man unterscheidet
grundsätzlich zwei Arten der
Prophylaxe, welche in der Regel kombiniert angewandt werden:
lokale Keimarmut (Antiseptik)
durch
Chlorhexidin-Mundspülungen in Verbindung mit einer
sanierten
Mundhöhle
Antibiotikaschutz ("systemische
Antibiose")
zur Abtötung der in die Blutbahn eingedrungenen Keime. Der Einsatz von
Antibiotika reduziert zwar das Risiko, kann aber eine
Bakteriämie nicht vollständig verhindern. Einsatz bei Patienten mit hohem
Risiko obligatorisch (
Antibiotikaschutz, Endokarditis)
Zur Durchführung der E. gibt es versch. Empfehlungen, die sich jedoch nur
geringfügig unterscheiden: Es werden
Penicilline (Penicillin V oder Amoxycillin) - bei
Penicillin-Unverträglichkeit - Lincosamine (Clindamycin)
oder
Makrolide empfohlen. Bei Patienten mit mäßig erhöhtem Risiko ist eine
einmalige orale Gabe 1 Std. vor dem Eingriff ausreichend; bei hohem Risiko wird
eine weitere Gabe nach dem Eingriff empfohlen.
| Art |
Präparat |
Dosis (Erwachsene) |
Dosis (Kinder) |
Standard-
prophylaxe |
Penicillin V
z.B. Isocillin
oder
Amoxicillin |
2 mal 1,2 Isocillin-Mega
1 Stunde vor dem Eingriff
3 Gramm > 70 kg; 2 Gramm < 70 kg
1 Stunde vor dem Eingriff |
50.000 I.E./kg
50mg/kg |
bei
Penicillin-
unverträglich-
keit |
Roxithromycin
z.B.
- Rulid 300
oder
Clindamycin
oder
Erythromycin
|
1 Tablette
1 Stunde vor dem Eingriff
600 mg 1 Stunde vor dem Eingriff
1 Gramm 2 Stunden vor dem Eingriff |
15mg/kg
-
|
| |
|
|
|
Prophylaxe
bei hohem
Risiko |
Penicillin V
z.B. Isocillin
oder
Amoxicillin |
2 mal 1,2
Isocillin-Mega
1 Stunde vor dem Eingriff und
je 1,2 Mega 8 u. 16 Std. nach dem
Eingriff
3 Gramm
1 Stunde vor dem Eingriff und
je 1 Gramm 8 u. 16 Std. nach dem
Eingriff |
50.000 I.E./kg
1 Stunde vor dem Eingriff und
je 15.000 I.E./kg 8 u. 16 Std. nach dem
Eingriff
50 mg/kg 1 Std. vor und je
15 mg/kg 8 und 16 Std.
nach dem Eingriff |
bei Penicillin-
unverträglich-
keit |
Clindamycin |
600 mg 1 Std. vor und je
300 mg 8 u. 16 Std.
nach dem Eingriff |
15 mg/kg 1 Std. vor und je
7,5 mg/kg 8 u. 16 Std.
nach dem Eingriff |
| |
| Für Schwangere mit
Penicillinallergie enthalten die offiziellen Schemata (bisher, 2006)
keine Empfehlungen. Es könnte z.B. Roxithromycin gegeben werden. |
In neuerer Zeit (2007) ist von US-amerikanischer Seite ein Umdenken in der
E. zu beobachten: Mangels fehlender
Evidence wird eine E. nur noch bei schweren
Endokarditis-Fällen ("Hochrisiko-Patienten") empfohlen.
"Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
verabschiedete jetzt das Positionspapier "Prophylaxe der infektiösen
Endokarditis", das gemeinsam mit der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und in
Kooperation mit 16 weiteren medizinischen Fachgesellschaften aus Deutschland,
Österreich und der Schweiz sowie der Deutschen Herzstiftung erarbeitet wurde.
Grundlage waren neue Leitlinien der American Heart Association, die im April
2007 für Aufsehen gesorgt hatten. Das deutsche Positionspapier entspricht den
Qualitätskriterien einer S2-Leitlinie, ersetzt die bisherige Stellung der
beteiligten Fachgesellschaften und trägt somit zu einer internationalen
Harmonisierung bei.
Bisher gehörte es zum medizinischen
Goldstandard,
einer großen Zahl von Patienten vor allem bei zahnärztlichen - aber auch bei
urologischen, gynäkologischen, internistischen, dermatologischen, orthopädischen
oder herzchirurgischen - Eingriffen 30 bis 60 Minuten zuvor Antibiotika zu
verabreichen. Damit sollte einer Endokarditis vorgebeugt werden, die bei
Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren dadurch entsteht, dass Bakterien in
das Blut eindringen. Nicht rechtzeitig behandelt, verläuft eine Endokarditis
meist tödlich.
Das neue Positionspapier empfiehlt eine E.-Prophylaxe nur noch bei
Hochrisiko-Patienten, das heißt bei Patienten mit künstlichen Herzklappen oder
mit einer Endokarditis in der Vorgeschichte, bei Patienten mit bestimmten
angeborenen Herzfehlern oder bei Patienten nach einer Herztransplantation, die
Klappenfehler entwickeln.
Der Bedeutung der
Mundhygiene
zur Vorbeugung einer infektiösen Endokarditis kommt im neuen Positionspapier
eine besondere Bedeutung zu. "Aus unseren Registern wissen wir, dass 80 Prozent
der Patienten mit einer Endokarditis keinen Eingriff vor dem Auftreten der
Erkrankung haben. Die Bakterien müssen also auf andere Weise ins Blut gelangt
sein", erläutert Naber. "Eine Möglichkeit ist, dass die Bakterien aufgrund eines
schlechten Zahnstatus bereits bei alltäglichen Aktivitäten wie dem Kauen ins
Blut gelangen. Davor können wir nicht mit Medikamenten schützen. Es macht daher
Sinn, kranke Zähne rechtzeitig solide zu sanieren und Karies und Parodontose
effektiv zu behandeln." Den vollständigen Text des Positionspapiers "Prophylaxe
der infektiösen Endokarditis" finden Sie im Internet auf der Homepage der DGK
."
Antibiotika,
Antibiotikaprophylaxe,
Bakteriämie, Endokarditis
Endomethasone
™
eine der meist benutzten
cortisonhaltige
Wurzelfüllpaste mit den Bestandteilen Hydrocortisonacetat, Dijod-Thymol,
Bariumsulfat,
Magnesiumstearat und als Flüssigkeit zu über 90 % Eugenol.
Wissenschaftlich im Sinne einer biologischen Wurzelfüllung kontrovers
diskutiert, da
histologisch Gewebsnekrosen um die Wurzelspitze registriert werden.
Wurzelfüllpaste,
Wurzelkanalfüllung
Endometrie
elektrische Wurzelkanallängenbestimmung; engl.: endometry;
Messung des elektrischen Widerstands (in Ohm) im
aufbereiteten Wurzelkanal (in Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung) basierend auf der Tatsache, dass ein sehr
konstanter elektr. Widerstand zwischen
Desmodont und
Schleimhaut besteht, welcher beim Erreichen der
Wurzelspitze (
Apex) schlagartig abfällt. Diese Längenbestimmung ist exakter als
die Standardmethode mittels Röntgenbild (sog.
Röntgen-Messaufnahme): Anatomisch bzw. durch die Aufnahmetechnik
bei einer Röntgenaufnahme bedingt, kann die abgebildete Wurzelspitze vom
anatomischen Apex abweichen.
Die 1962 entwickelten "Apex-Locatoren" ("Odontometer",
nach Sunada; reines Widerstandsmessgerät mit Gleichstrom), liegen
inzwischen (2006) in der 4. Generation vor, welche nach der sog.
relativen Impedanzquotient-Methode mit zwei Frequenzen arbeiten: Es
wird der elektrische Widerstand im Wurzelkanal gegenüber einem
Wechselstrom von 400 und 8000 Hz verglichen. Eine absolute Trockenheit
ist nicht mehr erforderlich; für den Stromfluss ist sogar eine Feuchte
notwendig.
Da ein Kurzschluss unbedingt vermieden werden muss, ist die Verwendung
von
Kofferdam erforderlich.
In einer vergleichenden Untersuchung (2005) werden den Geräten Justy II™ (Hager
& Werken) und Root
ZX™ Morita)
die besten Ergebnisse bescheinigt.
Als optimal wird heute eine Kombination aus
Röntgen-Messaufnahme und E. angesehen.
Mit einem derartigen Verfahren kann präzise - wenn auch aufwendig - die
Arbeitslänge bestimmt werden; die besten Ergebnisse werden bei
Verwendung des vom Hersteller angegebenen Bezugspunktes erreicht.
Bedenken wegen Interferenzen mit
Herzschrittmachern moderner Bauart oder Defibrillatoren bestehen
nicht mehr.
Messgriff,
Messlehre,
Nadelaufnahme,
Röntgen-Messaufnahme,
Seitenkanal,
Wurzelkanalbehandlung,
Wurzelkanallänge,
Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)
|

Prinzip der E.
(reine Widerstands-
messung)
|
Endotom
nach Dr. El - Kabarity und Dr. Stolpe; mit Akkubetrieb arbeitendes kleines
Instrument zur lokalen Hitzeentwicklung in der Mundhöhle. Vornehmlich eingesetzt
im Rahmen der
Wurzelkanalbehandlung/Wurzelspitzenresektion
zum Abtrennen und "Verschweißen" von
Guttapercha-Stiften
Endotoxin, engl.: do.; wärmeunempfindliches
Bakteriengift,
welches erst bei Zellauflösung frei wird
Endpfeilerbrücke
engl.: terminal bridge, - bridgework, - fixed partial
denture; als Standard geltende Brückenform, bei welcher das Brückenglied
beidseitig ("endständig") auf je einer Krone ("Brückenpfeiler", "Ankerzahn")
ruht.
Brücke
endständig
Endstand, engl.: terminal; bezeichnet in der
ZHK den
nach hinten (distal)
betrachtet letzten Zahn einer Zahnreihe. Dieser befindet sich im "Endstand". Im
vollbezahnten Gebiss sind somit die Weisheitszähne "endständig".
Zahnflächen
en face
en-face-Analyse, franz.: en face = im Gesicht, engl.: do.;
Ansicht auf das Gesicht, Ansicht von vorn; im Gegensatz zur
Ansicht von der Seite (en profil) in der
ZHK gebräuchlich bei der Analyse von Gesichtsaufnahmen und
Schädelröntgenaufnahmen (Fernröntgenbild).
So erfasst die en-face-Analyse, Asymmetrien und fehlerhafte
Proportionen des Gesichtes in den versch. Ebenen und orientiert sich
dabei an Bezugspunkten bzw. -linien (siehe Abb.). Bestimmend für die
Analyse sind die Kollmannschen Proportionen, welche das Gesicht
in Ober-, Mittel- und Untergesicht aufteilen und diesen Teilen eine etwa
gleiche Größe zuweisen (
Biomet-Gesicht).
Fotostataufnahme,
Kennlinien,
Messpunkte,
Profilanalyse |

|
Englische Krankheit,
Rachitis
Engelsgesicht
Cherubismus
Engstand
der Zähne, Zahnengstand, Schmalstand, "Platzmangel",
engl.: crowded teeth, crowding (crowding =
Zusammendrängen); lack of alveolar space; Missverhältnis zwischen
der Länge des knöchernen
Zahnbogens (
Alveolarfortsatz) und der Summe der
Zahnbreiten; meist dadurch bedingt, dass genetisch gesehen zwischen
der (zu breiten) Erbanlage der Zähne und einem zurückgebildeten Kiefer
ein Größen-Missverhältnis besteht. Beim E. treten vermehrt
Karies, bedingt durch erschwerte Reinigung, und
Parodontalerkrankungen auf.
Man unterscheidet nach der Historie:
primärer Engstand als ein
endogen bedingtes Missverhältnis zwischen Zahnbreite und
Platzverhältnissen im Alveolarfortsatz
sekundärer Engstand als ein erworbener, (exogener)
Platzmangel durch frühzeitigen Verlust der
Stützzonen (
Erhaltung von
Milchzähnen,
Innen-/Außenstand)
tertiärer Engstand im Erwachsenenalter ("Adoleszenten-Engstand",
s. Abb.); meist an den Unterkieferschneidezähnen auftretend mit
unbekannter Ursache ("Mesialdrift"
der Zähne?,
Weisheitszahndruck?)
Man unterscheidet nach dem Vorkommen:
apikaler Engstand (im Bereich der Schneidezähne), d.h. der E.
liegt im Bereich der Zahnwurzeln, die Kronen der
Schneidezähne haben eine fächerförmige Stellung
koronaler Engstand im Bereich der Zahnkronen, die Wurzeln haben
ausreichend Platz
frontaler Engstand (anterior crowding) mit Verschachtelung
der Schneidezähne (s. Abb.)
Der E. und seine Folgen ist die häufigste
kieferorthopädische Behandlungsart. Engstände müssen unbedingt
behandelt werden (notfalls ausschließlich durch
einfaches Ziehen von Zähnen), weil
sich sonst im Kiefer der natürlichen und künstlichen Reinigung nur
schwer zugängliche Zahnstellungen bilden ("Schmutznischen"),
welche eine
Karies (
Kariesprädilektionsstellen) u.
Parodontitis begünstigen. Zusätzlich bewirkt der E. im
sichtbaren Bereich (Schneidezähne) ein oft kosmetisch störendes
Erscheinungsbild.
Zur Behandlung des E. können u.a. im Jugendlichenalter - je nach
Platzangebot und Lage des E. - einer oder beide kleinen
Backenzähne (Prämolaren)
gezogen werden.
Abweichung,
Arch Length Discrepancy (ALD),
Ausgleichsextraktion,
Drehstand,
Dreiecksstellung,
Extraktionstherapie,
Fehlstellung von Zähnen,
Gaumennahterweiterung,
Gebissreduktion,
Innen-/Außenstand,
Kompressionsanomalie,
leeway space,
Lingualstand,
Mesialdrift,
Platzbedarfsanalyse,
Pont Index,
Raphe-Papillen-Transversale,
Reihenextraktion,
Schmalkiefer,
Schmutznische,
Staffelstellung,
Steiner-Analyse,
Stripping |


frontaler Engstand
("Adoleszenten-Engstand")
mit
Verschachtelung

Innenstand eines
seitlichen
Schneidezahnes
|

Eckzahnaußenstand bei
einem
Engstand

durch E. bedingte
Schmutznischen |
enoral,
intraoral
enossal
enostal, intraossal, intraossär, engl.: do.; im Inneren des
(Kiefer-)Knochens befindlich, in den Knochen hineinragend; Begriff gebräuchlich
im Zusammenhang mit den versch.
Implantatverfahren
Entfernung
von festsitzendem Zahnersatz, Kronenentfernung, engl.: crown removal;
Abnahme einer definitiv
fest zementierten
Zahnersatzarbeit, meist zur Erneuerung derselben oder vor Entfernung des
Pfeilerzahnes. Hierbei sind zwei versch. Möglichkeiten vorhanden:
- Schlitzung der Krone mit Diamanten und Aufsprengung mit einem
hebelartigen Instrument. Die Krone ist danach - auch zur
provisorischen Verwendung - meist nicht mehr geeignet, sie ist definitiv
zerstört, dafür ist die gefahr einer Verletzung des kronenstumpfes oder der
Elemente des
Zahnhalteapparates gering, oder
- Lockerung des Gefüges (Befestigungszements)
zwischen Krone und Zahnstumpf durch kurze, in die Abzugsrichtung geführte
Erschütterungen mit speziellen Instrumenten (z.B. "Hirtenstab"
mit "Bleihammer"; Crown-Buttler mit interner Federspannung;
Corona-Flex-Gerät; "Wamkey";
"Herkules"). Beim Gelingen mit dieser Methode ist die Zahnersatzarbeit
nachher noch "funktionstüchtig", allerdings auf Kosten der Gefahr einer
Beschädigung des Zahnhalteapparates
- durch Beißen auf kleine Kunststoffblöckchen;
Richwil Crown and Bridge Remover
Entkalkung,
Initialkaries,
Demineralisation
Entkeimung, "Entseuchung", engl.:
disinfection; Oberbegriff für eine Vernichtung von Krankheitserregern;
Desinfektion,
Hygiene,
Sterilisation
Entlastungsabdruck,
Entlastungsabformung; engl.: relief impression;
Kompressionsabdruck,
Muco-Seal® Abformung
Entlastungsbügel, engl.: relief connector;
Palatinalbügel,
Transversalbügel
Entscheidungsunterstützungssystem (EUS)
;
DentHelp
Entspannungsschiene, engl.:
relaxation splint;
AufbissSchiene
Entwicklerbad
engl.: developing bath; Flüssigkeit aus einem Gemisch chemischer
Substanzen, die das belichtete "Bild" einer Filmemulsion sichtbar machen. Neben
den eigentlichen Entwicklersubstanzen (wie z.B.
Hydrochinon, Metol oder Phenidon) enthält ein Entwickler noch verschiedene
Hilfsmittel, welche die Autooxidation und die Schleierbildung verhindern, sowie
Beschleunigungs- und Kalkschutzmittel.
Fixierbad,
Röntgenfilm,
Röntgenverordnung (Konstanzprüfung)
Entzündung
Inflammation, engl.: inflammation; als E. bezeichnet wird
die Ansammlung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Gewebe und die damit
verbundenen Zeichen (nach Galen) wie Rötung, Überwärmung,
Schwellung,
Schmerz
(Das Hormon Bradykinin aktiviert bein einer E. M-Typ-Kaliumkanäle in
schmerzsensiblen Nerven) und eine gestörte Funktion (Erstbeschreibung
durch den Römer Aulus Cornelius Celsus als: rubor,
calor,
tumor, dolor u.
funktio laesa), als als eine körpereigene Abwehrreaktion auf
bakterielle, chemische oder thermische Reize. Das menschliche Immunsystem
reagiert auf Verletzungen und Infektionen des Körpers mit E.. Sie sind
für den Heilungsprozess wichtig, können aber selbst schädlich wirken, wenn sie
chronisch werden. Ausgelöst werden Entzündungen durch Botenstoffe wie das
Zytokin Interleukin-6 (IL-6). Dieses Peptidhormon dockt an spezielle
Rezeptormoleküle auf Zellen an und treibt so die Entzündung. Ein anderes
Zytokin, Interleukin-27, kann diese Wirkung aufheben.
Entzündliche Reaktionen lassen sich nicht nur bei Infektionen oder den sog.
Autoimmunerkrankungen (z.B. bei Gelenkrheuma oder Multipler Sklerose) finden,
sondern auch bei Krebs, Arteriosklerose und Diabetes. Dennoch wird das Wesen der
E., ob akut
oder chronisch,
trotz intensiver Forschungen bis heute nicht vollständig verstanden:
Die Steuerung einer E. erfolgt hauptsächlich durch (neutrophile)
weiße Blutkörperchen. Diese "Gesundheitspolizisten" eilen zum Ort einer
Verletzung und sondern dort Stoffe ab, die Entzündungsreaktionen fördern und
zudem antibakteriell wirken. An ihrer Oberfläche tragen sie das
"Adhäsionsmolekül L-Selectin", das ihnen wie ein Navigationssystem den Weg zur
Unfallstelle zeigt.
Bakterien stimulieren im entzündeten Gewebe die Einwanderung weißer
Blutkörperchen. Zusammen mit Botenstoffen aus dem Blutkreislauf und aus
Nervenfasern können diese Zellen Entzündungsschmerz verursachen. Untergruppen
der weißen Blutkörperchen, unter anderem die so genannten Neutrophilen, können
jedoch auch schmerzlindernd wirken. Sie setzen Opioidpeptide frei, die sich an
die sogenannten Opioidrezeptoren auf den schmerzleitenden Nervenfasern im
entzündeten Gewebe binden und so den Entzündungsschmerz hemmen.
Bei der Beendigung der Entzündungsreaktion wird vermutet, dass das Nukleosid
"Adenosin" als Signalgeber fungiert, indem es sich an entsprechende Rezeptoren
der Zelle bindet und dadurch eine Kettenreaktion auslöst, welche die Entzündung
verlangsamt und schließlich ganz stoppt.
Das Anfangsstadium einer Entzündung (etwa bei Wunden oder Eiterungen) ist durch
massive Einwanderung bestimmter Immunzellen (neutrophile
Granulozyten und Makrophagen) gekennzeichnet. Diese Zellen, die
normalerweise im strömenden Blut und damit in einer sauerstoffreichen Umgebung
leben, müssen sich nun an eine sauerstoff- und nahrungsarme Situation anpassen
und ihren Energiestoffwechsel auf dieses ungünstige Milieu umstellen. Man fand
nun diejenige Substanz, HIF-1a, die diese Umstellung reguliert. HIF-1a wird nur
unter Sauerstoffmangel aktiv. Unter dem Einfluss von HIF-1a gewinnen die
Immunzellen ihre Energie durch anaerobe Glykolyse, das heißt aus dem Abbau von
Kohlenhydraten unabhängig von Sauerstoff. Ohne diese Umschaltung auf anaerobe
Glykolyse können die Immunzellen in dem sauerstoffarmen Gebiet der Entzündung
nicht überleben und ihrer Funktion, der Beseitigung von Schadstoffen nicht
nachkommen.
Auf Grund der mangelhaften Energieproduktion der Zellen verlieren sie ihre
Fähigkeit, Schadstoffe zu neutralisieren oder Mikroben abzutöten. Bei Mäusen, so
konnte gezeigt werden, bleiben die typischen Zeichen der Entzündung aus, wenn
HIF-1a *) fehlt: So kam es an der Haut der Tiere
nach Auftragen einer Lösung, die normalerweise eine heftige akute entzündliche
Reaktion hervorruft, nicht zu der üblichen Rötung, Schwellung und
Zellvermehrung. Auch der Versuch, eine chronische rheumatoide Gelenkentzündung
künstlich auszulösen, gelang nicht, wenn das HIF-1a -Gen ausgeschaltet war.
Weder infiltrierten die Zellen die Gelenkkapsel, noch entwickelte sich
entzündliches Bindegewebe mit nachfolgender Knorpelzerstörung. Die nun erkannte
Bedeutung von HIF-1a für die Funktion von Immunzellen dürfte auf die praktische
Medizin große Auswirkungen haben: Die Hemmung von HIF-1a könnte bei schweren
Infektionen die Entwicklung zur
Blutvergiftung ("Sepsis") aufhalten, oder bei Gelenkrheuma die entzündlichen
Veränderungen hintanhalten. Eine komplette Blockierung dürfte indessen eher
schädlich sein, weil damit die Immunbarriere aufgehoben würde.
*) HIF-1a ist ein
Teilmolekül von HIF-1 (hypoxia inducible factor-1) und wird nur unter
Sauerstoffmangelbedingungen aktiviert. Substanzen, die HIF-1a hemmen, werden die
Bekämpfung schwerer Entzündungen erleichtern. Das Gesamtmolekül HIF-1 ist schon
länger bekannt. Es regt die Gefäßneubildung (Angiogenese) in Tumoren aber auch
in gesunden Geweben an. Deshalb sucht die Pharmaforschung nach Stoffen, die
HIF-1 und damit die Angiogenese bei Krebs hemmen.
Antibiotika,
Bromelain,
Cortison,
Gingivitis,
Hyperämie,
Kataplasma,
Keratinisationsindex,
Ödem,
Periimplantitis
gute graphische Darstellung des Entzündungsvorgangs
Enula
Enulis, engl.: do.; heute nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für eine
Geschwulst, welche sich - im Gegensatz zur
Epulis - zentral im Kiefer entwickelt.
Enzym
griech.: en zyme = in der Hefe, früher: Ferment, engl.: enzyme;
unentbehrliche organische Eiweiß-Verbindungen, welche den Körperstoffwechsel
katalysatorartig beeinflussen ("Biokatalysator") ohne dabei selbst
verändert zu werden. Werden in Körperzellen gebildet, können aber auch außerhalb
dieser wirken.
bakteriologische Identifizierungssysteme,
Ballaststoffe,
Kauakt,
Kollagenase,
Saccharase
EOA
Abk. von Elastisch-offener Aktivator, entwickelt von G. Klammt (Görlitz);
bei diesem elastisch offenen Aktivator wurde zur Erhöhung der Trage- und
Sprechkomforts die Kunststoffbasis auf ein Minimum reduziert und durch stärkere
Verbindungsdrähte im Frontbereich ersetzt.
Aktivator,
Klammt
Aktivator
Eosin
engl.: do.; Tetrabromfluoreszein-Natrium, vo griech. "Eos" = "Morgenröte";
roter, Triphenylmethan-Farbstoff aus der Gruppe der Teerfarben (aromatischer
Halogenkohlenwasserstoff), der in der Medizin (Histologie)
zum Färben von Zellen dient (Hämatoxylin-Eosin-Färbung oder HE-Färbung). Durch
ihn werden Zellbestandteile wie z. B. das Zytoplasma oder die
dentale Plaque
rötlich angefärbt (sog. "Eosinophlie"). Auch zum Abtöten von Keimen verwendet
(Wunddesinfektion/Wundheilung).
Auf Grund der Anfärbbarkeit leiten sich auch differenzierende Namen, wie z.B.
eosinophile Granulozyten, eosinophile Plaque oder
eosinophiles
Granulom ab
eosinophiles Granulom
Granulom
Epidemie
Seuche, Massenerkrankung, griech. epi = über, demos = Volk, engl.: epidemic; ansteckende Massenerkrankung in einem begrenzten, größerem
Gebiet. Ist das Gebiet kleiner (lokal), so spricht man von einer Endemie
(engl.: endemic).
Epidemiologie ist die Wissenschaft von der Bestimmung und Verteilung der
Krankheiten.
Pandemie,
Tröpfcheninfektion
Epikrise
griech. für "Nachbeurteilung", engl.: epicrisis; abschließende
Beurteilung einer überstandenen Krankheit auf deren Ursache und Verlauf hin
durch einen Arzt; evtl. verbunden mit einer Prognose.
Auch für: die nach einer Krise (Wendepunkt einer Krankheit) auftretenden
Krankheitserscheinungen.
Epikutantest
Provokationstest, Läppchentest, Patch-Test,
"Pflastertest", engl.: patch test, epimucosal test; fachärztlicher Test
beim Verdacht auf eine
Allergie oder zur Erkennung einer derartigen Erscheinung. Es werden auf die
Haut die auszutestenden Allergene (z. B. Nickel, Farbstoffe) für ungefähr 48
Stunden mit einem undurchlässigen Pflasterfixiert. Nach dieser Zeit kommt es
nach Pflasterentfernung zur ersten Ablesung. Eine zweiten Ablesung erfolgt
wiederum ca. 48 Stunden später, um in diesem Vergleich allergische Reaktionen
von toxikologischen unterscheiden zu können.
Eine echte Entscheidungshilfe bieten E. nur dann, wenn die Tests von
erfahrenen, dermatologisch versierten Allergologen gemäß den Leitlinien der
(DDG) durchgeführt werden. So fordern z.B. die
Gesetzlichen Krankenkassen einen E. zur medizinischen Bestätigung
oder Erforschung einer vermeintlichen
Amalgamallergie; pauschale Aussagen von Pseudomedizinern ohne entsprechende
seriöse Testung (
EAV) werden nicht anerkannt.
Analog zur Hauttestung können auch Provokationstests auf der
Wangenschleimhaut vorgenommen werden (sog. Epimukosatest, engl.:
epimucosa-test). Da generell auf der Mundschleimhaut eine geringere
Allergiebereitschaft als auf der Haut besteht, können derartige Tests negativ
ausfallen, obwohl der E. positive Werte anzeigte.
Allergiepass,
Allergietestung,
Schleimhautprobe
Epilepsie
Fallsucht, epileptischer Anfall, engl.: epilepsy,
falling sickness; Oberbegriff für Anfallserkrankungen
versch. Ursache.
Für die zahnärztliche Behandlung ergeben sich folgende
Besonderheiten:
Durch die Anamnese muss zunächst das individuelle Risiko des Patienten
ermittelt werden. Grundsätzlich sind Epileptiker durch eine
medikamentöse Behandlung entweder weitgehend anfallsfrei, oder die
Medikation ist uneffektiv. Im ersteren Fall stellt die zahnärztliche
Behandlung für den Patienten kein wesentliches Risiko dar, insbesondere
dann, wenn der letzte Anfall bereits lange zurückliegt. Bei instabiler
Situation sollte vor der Behandlung in jedem Fall der behandelnde
Neurologe befragt werden, ob eine Prämedikation (z. B. Diazepam)
erforderlich ist oder ggf. die Dosierung der üblichen Medikamente erhöht
werden soll. In jedem Fall sollten alle Faktoren vermieden oder
reduziert werden, die einen Anfall auslösen können, z. B. starke
Schmerzen, helles Licht, ungewohnte Geräusche. Zu beachten ist, dass
Lokalanästhetika dosisabhängig die Krampfbereitschaft erhöhen
können. Daher sollten Lokalanästhetika vorsichtig dosiert und mit
Unterbrechungen gegeben werden.
Das Einlegen eines Gummikeiles zwischen die Zähne zur Vermeidung von
Bissverletzungen ist heute nicht mehr zeitgemäß, da hierbei die Gefahr
des Erstickens besteht.
Ein typisches Zeichen für eine unter medikamentöser Behandlung (Hydantoin,
Phenytoin) stehende Anfallserkrankung ist eine Wucherung (Hyperplasie)
des
Zahnfleischs . Weiter können eine
Xerostomie, eine höhere Infektionsrate sowie verzögerte
Heilungsprozesse und veränderte Blutungszeiten als
Medikamentennebenwirkung auftreten.
|

Zahnfleischhyperplasie nach Hydantoin-Behandlung
|
Epinephrin, engl.: epinephrine;
Adrenalin
Epithel
Deckgewebe, engl.: epithelium, epithelial layer; oberste,
gefäßlose Körperzellschicht. Man unterscheidet zwischen verhorntem (äußere
Körperhaut) und unverhorntem (Schleimhaut)
E. . Es umkleidet den gesamten äußeren u. inneren Körper als abdeckendes
und somit schützendes Gewebe.
Unter einer Epithelialisierung - auch Epithelisierung - versteht
man eine Epithel-Neubildung, so wie diese z.B. bei der
Wundheilung
im Sinne einer Reparation von Körperdeckgewebe auftritt.
Cuticula,
Gingiva,
Mukosa
Epithelansatz
dentogingivale Verbindung, engl.: epithelial attachment; biologische
Verbindung des inneren
Saumepithels
der
Zahnfleischtasche mit dem
Zahnschmelz; bei einem intakten E. wird auch von einer
Epithelbarriere gesprochen.
Attachment,
dentogingivaler Verschluss,
Pseudotasche
Epithelgranulom, engl.: epithelial
granuloma;
Pseudozyste
Epithese
Defektprothese, Gesichtsprothese, Körperersatzstück,
engl.: epithesis; nach Defektverlusten (z.B. Tumoroperationen,
schweren Unfällen/Verbrennungen) im Gesichtsbereich o. sichtbarem
Kieferbereich angefertigte und vom Patient in der Regel entfernbare
Gesichtsprothese, welche in Form und Farbe der Umgebung angepasst ist.
Bevorzugte Materialien sind heute Kunststoffe (Silikone), Keramik und
Glas.
Eine Sonderform der E. stellt die
Zahnfleischmaske dar.
Magnetkräfte,
Obturator,
Resektionsprothese,
Prothese,
Zahnfleischmaske |
|
Epulis
dem
Zahnfleisch aufsitzende Geschwulst, griech. Wortkombination: epi
= auf, ulon =
Zahnfleisch; meist im bezahnten Oberkiefer auftretend; bestehend aus
einem gefäßreichen Granulationsgewebe (leichte Blutungen bei Reizung),
welches sich später unter Umständen in Bindegewebe umwandeln kann.
Die in Deutschland gängige Unterscheidung in die Formen E.
granulomatosa, E. fibromatosa,
E. gigantocellularis, E. sarcomatodes,
E. gravidarum oder E. angiomatosa (sog.
"Schwangerschaftsepulis"); E. congenita ("Neumann Syndrom")
und E. fissurata wird von der internationalen Nomenklatur der
WHO nicht unterstützt.
Die Behandlung besteht in der Regel in einer chirurgischen Entfernung (Exzision)
der E. nach vorheriger Ausschaltung etwaiger Reize (Füllungs-,
Kronen-, Prothesenrändern) und
histologischer Abklärung. Gelegentlich ist die Entfernung des
betroffenen Zahnes bei häufigen Rezidiven erforderlich.
Enula,
Granulom,
Riesenzellgranulom,
Schwangerschaftsepulis
|

E. granulomatosa
|

E. gravidarum |
Equipoise System
von engl.: equipoise = Gleichgewicht; spezielles, wenig bekanntes Design
für
Teilprothesen. Nach Herstellerangaben wird besonders auf eine ideale
Kraftverteilung (precision C&L
Attachment) und an eine ästhetische Unauffälligkeit der
Halteelemente (esthetic “hidden
clasp”) geachtet.
|

|
Eradikation
lat. "ex" = „heraus“ , "radix" = „Wurzel“; vollständige Eliminierung eines
Krankheitserregers aus dem Körper. in der Regel als sog. "pharmakologische
Eradikation" mittels
Antibiotika
oder
Chemotherapeutika.
erbliche primäre
Zahndurchbruchstörung
seltene Fehlentwicklung des Durchbruchs bleibender Zähne. Nach dem Ausfallen der
Milchzähne schafft es bei den betroffenen Kindern ein Teil der neuen Zähne
nicht, durch den Ober- und Unterkiefer durchzubrechen. Aus diesem Grund kann es
zu einem seitlich "offenen
Biss" kommen, d.h. die Backenzähne des Ober- und Unterkiefers haben keinen
Kontakt zueinander. Dadurch kann es zu Einschränkungen der Kaufunktion und zur
Überlastung einzelner Zähne kommen.
Ursache sind genetische (autosomal-dominanter Erbgang) Veränderungen
(Mutationen) im so genannten PTHR1-Gen, das im Stoffwechsel der Knochen eine
wichtige Rolle spielt. Trotz dieser Bedeutung des Gens zeigen die Personen
jedoch keine weiteren Symptome am Skelett.
Dentitio
tarda,
Zahndurchbruch
Erfolgsgarantie,
auf (zahn-)ärztliche Behandlungen, engl.: guaranteed success
rate;
Behandlung,
Dienstleistung,
Gewährleistung
Ergonomie
(griechisch ergos: Werk; nomos: Gesetz), engl.: ergonomics; Lehre von den
Belastungen der Arbeit. Die E. ist ein Teilgebiet der
Arbeitswissenschaft. Sie versucht durch Analyse und Gestaltung der technischen,
organisatorischen und sozialen Bedingungen von Arbeitsprozessen, die Arbeit des
Menschen an dessen physische und psychische Möglichkeiten anzupassen.
In der ZHK Anfang der 70er Jahre des letzten Jhds. vor allem durch Professor
Schön in D geprägt. Er legte vor allem auf eine optimale Behandlungsposition,
eine effektive Beleuchtung, sowie einem einfachen Zugriff auf das benötigte
Instrumentarium und Materialien für die unterschiedlichen Arbeitsweisen wert.
Erhaltung von
Milchzähnen
engl.: preservation of milk teeth; unter dem Gesichtspunkt einer
optimalen Ausbildung des
bleibenden Gebisses eine der wichtigsten zahnärztlichen Maßnahmen im
Milchzahngebiss. Weltweite Untersuchungen
belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen
Karies
im Milch-
und
bleibenden Gebiss: Finden sich mehr als zwei kariöse Stellen an den
zweiten Backenzähnen des Milchgebisses, erhöht sich die Kariesgefahr für
die bleibenden Zähne der Betroffenen beträchtlich. Frühzeitiger
Milchzahnverlust - fast immer durch mangelnde
Mundhygiene und falsche Ernährung bzw. Essgewohnheiten bedingt -
führt zu vielfältigen Schädigungen im bleibenden Gebiss:
- Platzhalterfunktion der Milchzähne: Das Fehlen oder eine
erhebliche Zerstörung einzelner Milchbackenzähne bewirkt, dass die
ersten bleibenden Zähne in den freien Raum durchbrechen und so den
erst später durchbrechenden Zähnen den Weg verschließen (s. Abb.
oben). Aus Platzmangel erfolgt nun ein Durchbruch meist außen oder
innen von der regulären
Zahnreihe, bzw. die bleibenden Zähne bleiben ganz im Kiefer
liegen (
Retention). Es kommt zu sog. Engständen dadurch, dass die
Platzhalterfunktion der Milchzähne verloren gegangen ist.
- Verlust der
Stützzone: Gehen mehrere Milchbackenzähne (Molaren)
verloren, so ergibt sich folgendes: Der Unterkiefer nähert sich dem
Oberkiefer und verlagert sich nach hinten, die unteren Schneidezähne
beißen in den Gaumen hinter - und nicht auf - die oberen
Schneidezähne und drücken diese nach außen, welche dadurch bedingt
auf die Unterlippe beißen. Es entsteht im Profil ein "fliehendes
Gesicht", das sog. Vogel- oder Rückgesicht.
- Trotz der insgesamt rückläufigen Anzahl kariöser Läsionen bei
Kindern gibt es eine Gruppe von Kindern mit überdurchschnittlich
hohem Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder" muss
innerhalb mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig
nicht toleriert wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt
die umfassende, einzeitige Therapie in
Allgemeinnarkose dar. Anschließend müssen aber unbedingt
andere Therapiemaßnahmen ergriffen werden (Ernährungslenkung,
Mundhygiene,
Angstabbau), da zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in
Allgemeinanästhesie erfolgen können.
- Die früher vertretene Auffassung, dass
Milchzähne nicht einer
Caries profunda-Behandlung zugänglich seien, wird in
jüngerer Zeit nicht mehr vertreten, da auch die
Odontoblasten der Milchzahnpulpa
zu Reparaturmaßnahmen fähig sind.
Die Erhaltung von Milchzähnen spielt in D nach Meinung von Experten
noch immer (2007) eine untergeordnete Rolle: Obwohl ein allgemeiner
Kariesrückgang bei Kindern und Erwachsenen zu beobachten ist, bleibt der
Sanierungsgrad im Milchgebiss unbefriedigend. Dabei liegt der Anteil
unversorgter Karieserkrankungen umso höher, je jünger die kleinen
Patienten sind.
Behandlung von Milchzähnen,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Carisolv, Engstand,
erhaltungsfähig vs.
erhaltungswürdig,
Ernährungsempfehlungen,
Fissurenversiegelung,
FU-Positionen,
HealOzone,
kieferorthopädische Frühbehandlung,
Kinderkrone,
konfektionierte Milchzahnkrone,
Kinderprothese,
Milchzahnverlust, vorzeitiger,
Mundkeil,
Nursing-Bottle-Syndrom, Platzhalter,
primär-primär-Prophylaxe,
QuickTimeTrance
Kinderzähne (siehe unter Artikel Index -
Ordner - Kinder, 24 Tipps)
|

Platzmangel für die nachfolgenden bleibenden Zähne durch frühzeitigen
Milchzahn-Verlust

Verlust der Stützzonen und Absenkung des Bisses durch frühzeitigen
Verlust der Milchmolaren

Erhaltung von zwei
Milch-Backenzähnen durch "Kinderkronen" |
erhaltungsfähig,
erhaltungswürdig
engl.: preservable, worthy of preservation; Begriffe,
die im Zusammenhang mit tief zerstörten oder stark gelockerten Zähnen
auftauchen, wobei der Begriff "Erhaltungsfähigkeit" der
übergeordnete ist: Er bezeichnet die Tatsache, dass ein bestimmter Zahn
mit den Mitteln der zahnärztlichen Kunst - u. U. sehr aufwendig - noch
zu erhalten ist. Der Begriff "Erhaltungswürdigkeit" bezieht sich
auf eine individuelle Betrachtung des gesamten Gebisses und beurteilt,
ob durch eine Erhaltung dieses Zahnes (der Zähne) ein Gewinn für die
Mundgesundheit erzielt werden kann: Beispiel: So kann ein
tief von Karies befallener Weisheitszahn in einem vollständigen
Gebiss häufig noch durch aufwendige Maßnahmen (z.B.
Wurzelkanalbehandlung, Überkronung) durchaus erhalten werden (=
erhaltungsfähig), eine Erhaltungswürdigkeit besteht aber nicht, da
dieser Zahn funktionell nicht benötigt wird. Völlig anders liegt der
Fall, wenn sich nur noch wenige Zähne im Mund befinden, hier kann der
gleiche Zahn aus funktionellen Gründen erhaltungswürdig sein - wenn er
überhaupt erhaltungsfähig ist. Ebenso muss in einem stark
vernachlässigtem Gebiss (s. Abb.) die Erhaltungswürdigkeit anders
gesehen werden, als in einer gepflegten Mundhöhle. Gleiches gilt für
einen erhaltungsfähigen Milchzahn, der, bedingt durch einen baldigen
Zahnwechsel, nicht mehr erhaltungswürdig ist.
Auch die
Richtlinien des
Gemeinsamen Bundesausschusses beschreiben: "... Die konservierende
Behandlung sollte ursachengerecht, zahnsubstanzschonend und
präventionsorientiert erfolgen. Jeder Zahn, der erhaltungsfähig und
erhaltungswürdig ist, soll erhalten werden." ... "In der Regel ist die
Entfernung eines Zahnes angezeigt, wenn er nach den in diesen
Richtlinien beschriebenen Kriterien nicht erhaltungsfähig ist. Ein Zahn,
der nach diesen Richtlinien nicht erhaltungswürdig ist, soll entfernt
werden. Eine andere Behandlung von nicht erhaltungswürdigen Zähnen ist
kein Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung."
Pfeilerzahn,
Richtlinie |

20-jähriger Patient:
die Zähne sind "erhaltungsfähig", aber auch "erhaltungswürdig" bei einer
derartigen
Mundhygiene? |
Erkennungsmerkmale von Zähnen; engl.:
characteristic dental features;
Zahnmerkmale
Ermächtigung
von (Zahn-)Ärzten, Teilnahme an der vertrags(zahn-)ärztlichen Versorgung,
engl.: authorization of doctors/dentists; Begriff aus dem
Sozialgesetzbuch V (SGB V). Primär bleibt die ambulante Behandlung von
gesetzlich Versicherten den
niedergelassenen (Zahn-)Ärzten mit einer
Zulassung vorbehalten. In Ausnahmefällen gilt nach SGB V, dass eine
zulassungsähnliche E. für Andere (in der Regel Krankenhausärzte mit
Fachqualifizierung) erteilt wird, soweit und solange eine vertragsärztliche
Versorgung der Versicherten ohne die besonderen Untersuchungs- und
Behandlungsmethoden oder die Kenntnisse der hierfür geeigneten Krankenhaus- oder
Universitätsklinikärzte oder anderer Personengruppen (z.B. Psychotherapeuten)
nicht sichergestellt werden kann ("Unterversorgung"). Die E. wird in der Regel
für einen befristeten Zeitraum (z.B. 5 Jahre) ausgesprochen.
Mit Urteil aus 2004 (Az.: 1 BvR 378/00, Urteil vom 17.08.04) stellt das
Bundesverfassungsgericht u.a. fest, dass den niedergelassenen
Vertragsärzten
ausdrücklich das Recht zugebilligt wird, die E. eines Krankenhausarztes
gerichtlich überprüfen zu lassen. Die E. sei eine "nachrangige Form der
Teilnahme" an der Versorgung und dürfe nur erteilt werden, "soweit und solange
eine ausreichende Versorgung der Versicherten ohne die besonderen Untersuchungs-
und Behandlungsmethoden oder die Kenntnisse" des ermächtigten Arztes nicht
sichergestellt sei.
Altersgrenze,
Sicherstellungsauftrag,
Zahnarztregister,
Zulassung
Ernährungsempfehlungen
engl.: dietary recommendations; unter zahnärztlichen und
ernährungsphysiologischen Aspekten (nach Staehle, Strippel in zm
17/2004):
- Das Stillen fördern. Neben anderen wichtigen Gesundheitsvorzügen
verhindert das Stillen - sofern nicht
übermäßig lang gestillt wird - das Entstehen von
Nuckelflaschenkaries. Verhindern, dass Kinder mit einer Flache gesüßten
Inhalts zu Bett gebracht werden
- Jugendliche und Erwachsene: Mindestens 1,5 Liter ungesüßte
Flüssigkeiten am Tag trinken (z.B. Wasser oder ungesüßte Früchtetees);
dabei nur in Maßen Kaffee oder schwarzen Tee, keine hochfrequente Einnahme
von Fruchtsäften, Fruchtschorlen, Limonaden, Cola-Getränken und Ähnlichem
- Verminderter Konsum von Softdrinks. Diese können in hohem Maße
zur Entstehung von
Karies und
Säure-Erosionen beitragen
- Der größte Anteil der Hauptmahlzeiten soll aus gegarter
Stärke, wie Getreideprodukten (Brot), Reis, Nudeln, Kartoffeln und
Mais, bestehen
- Fünfmal täglich "eine "Handvoll" Obst oder Gemüse, wobei
eine Portion durch Obst- oder Gemüsesaft ersetzt werden kann
- Sich für eine Ernährungsweise einsetzen, die
Mundkrebs verhindert: Übermäßiger Alkoholkonsum (besonders "harte
Sachen") und (ernährungsunabhängig)
Nikotin sollten vermieden werden
- Zwei bis drei Portionen Milch oder deren Produkte täglich
- Ein- bis zweimal wöchentlich Seefisch
- Zwei- bis dreimal wöchentlich Fleisch, zwei bis dreimal Wurst,
bis zu drei Eier
- Täglich maximal 40g Streich- und Koch-Fett
- Selten
zucker-, stärke- und fetthaltige Produkte, wie gesüßte
Milchprodukte, Süßigkeiten; salzige Genussmittel, wie Kartoffelchips,
Cracker, Flakes, Erdnuss-Flips und Ähnliches. Der Konsum von gesüßten
Nahrungsmitteln/Getränken soll auf viermal täglich beschränkt werden. Freie
(hinzugefügte) Zucker ("Leckereien") bleiben dabei unter einem 10
%-Anteil an der Gesamtaufnahme
- sparsam salzen. Immer
fluoridiertes Jodsalz zum Kochen und Salzen verwenden
Weiter hat die
WHO 2003 folgende Ernährungsempfehlung zur Vorbeugung vor chronischen
Erkrankungen herausgegebnen:
Gesamtfett: 15 - 30 % der Energieaufnahme
gesättigtes Fett: unter 10 % der Energieaufnahme
Kohlenhydrate: 45 - 55 % der Energieaufnahme
Freie Zucker: unter 10 % der Energieaufnahme
Eiweiß: 10 - 15 % der Energieaufnahme
Cholesterin: unter 300 mg/Tag
Speisesalz: unter 5 g/Tag
Obst und Gemüse: über 400 g/Tag
Stärkefrei Polysaccharide: über 20 g/Tag in Form von Obst/Gemüse
Ballaststoffe: mindestens 35 g/Tag; vor allem durch den
Konsum von Vollkornprodukten
Die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt, zur Unterstützung der Darmgesundheit
täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu verzehren. Nahrungsmittel
Ballaststoffgehalt:
1 Scheibe Vollkornbrot (50g) 8,1g
1 Portion Müsli mit Nüssen (50g) 6,6g
1 EL Leinsamen (10g) 3,9g
1 mittelgroße Salzkartoffel (100g) 1,2g
1 Portion Vollkornreis (50g) 1,1g
1 Portion Feldsalat (50g) 0,75g
1 mittelgroße Karotte (100g) 3,6g
1 Apfel mit Schale (125g) 2,5g
1 Portion Erdbeeren (250g) 5,0g
10 Haselnusskerne (10g) 0,8g
Quelle: Heseker, B. u. H. (1999): Nährstoffe in Lebensmitteln,
Frankfurt
Functional
Food,
Malnutrition
Ernst Häkchen
Ernst Ligatur, engl.: Ernst ligature (internal wire ligature);
nach dem Berliner Kieferchirurgen (1887-1947) benannte einfache Achterligatur
(figur-of-eight ligature wire) um zwei benachbarte Zähne, wobei die Ligaturenden
häckchenförmig abgebogen werden und als Halteelemente für eine
intermaxilläre Verschnürung dienen. Anwendung hauptsächlich in der
Notfallmedizin bei
Kieferbrüchen.
ERO
Europäische Regionale Organisation der
Fédération Dentaire International (FDI). Zusammenschluss europäischer
Staaten (mit Israel) zur Abstimmung einer gemeinsamen zahnärztlichen
Gesundheitspolitik und Außendarstellung
Council of European Dentists
Erosion
Erosions-bedingte Zahnschäden, "Säureschäden", engl.:
erosion-related enamel defects; mechanische Abnutzung von durch
Säureeinwirkung erweichter Zahnhartsubstanz, bevor diese in
ausreichendem Maße durch die im
Speichel vorhandenen Mineralien
remineralisiert werden konnte. Verursacht in der Regel durch Säuren aus
Nahrungsmitteln: Saure Getränke, Soft- bzw. Erfrischungsgetränke,
Früchte, Essig, Sauermilchprodukte, Acetylsalicylsäure, Eisenpräparate -
= extrinsische Erosion
- oder
Bulimie,
Sodbrennen (Reflux)
usw. - =
intrinsische Erosion.
Das durch eine E. freiwerdende
Dentin
ist in der Regel leicht bis stark empfindlich, da durch den chemischen Prozess
im Gegensatz zur
Abrasion
keine
Schmierschicht erzeugt wird, die die empfindlichen
Dentinkanälchen verschließen könnte.
Zur Beurteilung der E. schlagen Lussi et al. (Bern) den
BEWE
(auch: "Lussi-Index") vor:
-
vestibuläre Zahnflächen
Grad 0: Keine Erosion. Schmelz glänzend, Verlust der
Oberflächenstrukturen (Perikymatien)
möglich
Grad 1: Größerer flächenhafter Verlust von Schmelzsubstanz.
Intakte Schmelzleiste zervikal des Defektes. Eindellungen,
Stufenbildung. Schmelz zeigt Seidenglanz. Kein Dentinbefall
Grad 2: Dentin liegt auf weniger als der Hälfte der
betroffenen Zahnoberfläche frei
Grad 3: Dentin liegt auf mehr als der Hälfte der betroffenen
Zahnoberfläche frei
-
okklusale und
orale
Zahnflächen
Grad 0: Keine Erosion. Schmelz glänzend, Verlust der
Oberflächenstrukturen (Perikymatien)
möglich
Grad 1: Schwach ausgeprägte Erosion. Gerundete Höcker,
Schmelz seiden-glänzend, Füllungen höher als benachbarte
Zahnsubstanz. Das Dentin ist nicht befallen
Grad 2: Stark ausgeprägte Erosion. Zusätzlich ist das Dentin
befallen
Durch die Säureeinwirkung kommt es zu einer Zerstörung des
kristallinen Gefüges der äußeren Schichten von säureexponiertem
Zahnschmelz und
Dentin, so dass die obersten Schichten der Zahnhartsubstanzen
teilweise direkt in Lösung gehen. Diese demineralisierten
Zahnoberflächen können dann beim Zähnebürsten (s.u.) oder beim Kauen von
abrasiven Nahrungsbestandteilen noch verstärkt abgetragen werden.
Das erosive Potential versch. Getränke und Nahrungsmittel ist
sehr unterschiedlich und nicht immer aufgrund des Geschmacks zu
vermuten. Der "IME Wissenschaftlicher Informationsdienst 5/2011"
schreibt u.a.:
"Von den getesteten Lebensmitteln verursachten Limonaden, Sportgetränke,
das Energiegetränk Red Bull, Fruchtsäfte bis auf Karottensaft, Früchte
und Salatdressings einen signifikanten Abfall der Schmelzhärte innerhalb
der ersten zwei Minuten nach Exposition (p < 0,01). Der Trend setzte
sich bei allen Proben bis auf Isostar und Thomy French Dressing auch
nach 2-4 min fort. Im Gegensatz dazu bewirkten Kaffee, Tee,
Mineralwasser und Joghurts keine Veränderung der Zahnhartsubstanz.
Ausnahmen in diesen Kategorien stellten Hagebuttentee, Joghurt der Sorte
Waldfrucht und ein Mineralwasser mit Lemonzusatz dar, die ähnliche
Wirkungen wie Limonaden zeigten. Schwieriger stellten sich die
Verhältnisse bei alkoholischen Getränken und Medikamenten dar, die zu
recht unterschiedlichen Ergebnissen führten. Entsprechend der Ergebnisse
der Härtemessungen des Zahnschmelzes zeigten Mineralwässer ohne
Lemonzusatz, Kaffee, Tee (außer Hagebuttentee) und einige Medikamente
pH-Werte über 5,5. Die geringsten pH-Werte zwischen 2,4 und 3,3 wiesen
Limonaden und Red Bull auf. Früchte, Salatdressings, Joghurts sowie
Orangen- und Grapefruitsaft zeigten relativ hohe Pufferkapazitäten (>
0,1 M/l), die geringsten Werte zeigten Kaffee, Tee (außer Hagebuttentee)
und Mineralwasser."
Ein verzögertes
Zähneputzen nach dem Genuss derartiger Getränke/Speisen soll
dazu dienen, die erweichten Zahnoberflächen durch Kalzium- und
Phosphat-Ionen im Speichel zu
remineralisieren, so dass die Zahnoberfläche wieder
widerstandfähiger wird. Derartige Empfehlungen sind
allerdings nicht überzeugend wissenschaftlich gestützt. Ebenso scheint
kein Unterschied in der Verwendung von weichen oder harten Zahnborsten
zu bestehen. Bedeutung kommt vielmehr der Zahnpasta zu: Je
abrasiver die
Zahncreme
ist, desto größer ist auch der Gewebsverlust.
In jüngerer Zeit wird der Einsatz von Zahnpasten, welche mit
Natriumhexametaphosphat (IMP) angereichert sind, als anti-erosiver
Schutz empfohlen. Vermutlich bildet dieser Wirkstoff eine, einige
Stunden bestehend bleibende, schützende
Pellikel
auf der Zahnoberfläche.
Als Abhilfe werden vorgeschlagen:
- Statt Fruchtsäfte zu trinken, Frischobst essen, da Obstsorten
den Speichelfluss anregen und so durch Neutralisation dem
Säureangriff entgegenwirken
- Nicht mit sauren Getränken "zur Erfrischung" den Mund umspülen
- Den gesundheitlichen Vorteilen einer vegetarischen oder
auch gemüsebetonten Ernährung steht offenbar ein erhöhtes Risiko für
säurebedingte Zahnschäden gegenüber.
- Kauen von "zahnpflegenden"
Kaugummis, um den Speichelfluss und damit die Pufferkapazität zu
erhöhen
- Keine sauren Lebensmittel (fest o. flüssig) während der Nacht
verzehren
- Nicht unmittelbar nach dem Verzehr derartiger Lebensmittel die
Zähne putzen - unbedingt vorher gut mit Wasser (Milch) den Mund gut
durchspülen oder etwa ½ - 1 Std. warten.
Derartige Empfehlungen sind allerdings nicht überzeugend
wissenschaftlich gestützt
-
Zahnpasten mit geringem Schmirgelanteil und/oder auf
Bicarbonat-Basis (z.B. Signal Bicarbonat; erhöht den
pH-Wert) anwenden
- Verwendung einer Bicarbonat-Zahncreme (z.B.
"Signal-Bicarbonat"), da diese zur Erhöhung des
pH-Wertes in der Mundhöhle beiträgt
- regelmäßige, hochdosierte
Fluoridapplikationen (= Steigerung der Säureresistenz)
bzw. das Putzen mit einer fluoridhaltigen Paste
- Die Zugabe von Mineralien wie Kalzium,
Phosphor und Fluoride in säurehaltige Getränke lassen sich erosive
Schäden an der Zahnhartsubstanz zwar nicht vermeiden aber deutlich
vermindern.
Zur Früherkennung der Zahnschmelzerweichung wenden
Wissenschaftler die hochempfindliche Messmethode der "Nanoindentation"
an. Dabei wird eine extrem feine Spitze, deren Radius etwa eintausendmal
dünner als ein Haar ist, in die Oberfläche des Zahnschmelzes gedrückt.
Dann wird die Kraft gemessen, die der Schmelz der Spitze entgegensetzt.
Mit der Methode gelingt es die Erweichung zu messen, die nach nur zwei
Minuten Einwirkzeit von z.B. Soft-Drinks eintritt. So erkennen die
Forscher Zahnerosionen lange bevor sie für den Zahnarzt sichtbar werden.
Abrasivität,
Bulimie,
Ernährungsempfehlungen,
Karies,
keilförmige Defekte,
pH-Wert,
Reflux (Sodbrennen)
Zahnbürste,
Zahnpasta,
Zahnhartsubstanzdefekte
|


Rückseite der Oberkiefer-Schneidezähne einer
langjährig Essgestörten Patientin, die regelmäßig erbrochen hat. Infolge
intrinsischer Erosion liegt großflächig
Dentin frei

erosionsbedingte
Zahnhalskaries -Wurzelkaries


Auflistung von Fruchtsaftgetränken und Softdrinks
(2004) mit den
pH-Werten

Auflistung von Fruchtsaftgetränken und Softdrinks
(2010) mit den
pH-Werten und entsprechendem Verlust der Zahnhartsubstanz

Auflistung (2004) von Inhaltsstoffen versch.
Alcopops
|
Ersatzdentin, engl.: irregular
(secondary) dentine;
Sekundärdentin,
Tertiärdentin
Ersatzkassen
Ersatzkrankenkassen, engl.: etwa: substitutional social health
insurance funds; Krankenversicherungen mit dem Status einer
Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie standen über viele Jahrzehnte nur
Angestellten und freiwilligen Mitgliedern offen ("gesetzliche
Privatversicherung"). Organisation der Ersatzkassen für Angestellte sind seit
1912 im Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), die Arbeiter-Ersatzkassen
seit 1938 im Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV; Auflösung 2009, seither Bez.
VdEK = Verband der Ersatzkassen). 1996 wurde die historische Trennung in
Arbeiterkassen und Angestellten-Ersatzkassen abgeschafft, somit stehen heute
(2009) die E. allen Versicherten der
gesetzlichen Krankenversicherung über die freie Kassenwahl offen.
Primärkrankenkassen
Ersatzkassenvertrag,
Bundesmantelvertrag
Ersatzzahn
Ersatzzähne, engl.: succedaneous tooth o. teeth;
verwirrende Bez. für die Zähne, welche die Milchzähne ersetzen (hat nichts mit
Zahnersatz
zu tun). Es sind dies die
bleibenden Zähne
1 bis 5, da die Zähne 6 - 8 im Milchgebiss nicht vorhanden sind. Die E.
werden aus der Ersatzzahnleiste (engl.: successional lamina)
gebildet, welche sich oral
hinter den Milchzahnkeimen entwickelt.
Dentition,
Milchzahn,
Zahn,
Zuwachszähne
Erstabdruck;
Situationsabdruck
Eruption
Zahneruption, Eruptio dentis, engl.: tooth eruption;
entwicklungsbedingter dynamischer Prozess, der den Zahn aus seiner
Keimlage im
Alveolarfortsatz in die Mundhöhle bis zu seiner endgültigen Position in eine
Antagonistenokklusion bewegt. Dieser, auch als biologische Eruption
bezeichneter Prozess, wird durch das eruptive Potential der Zahnwurzel
gesteuert. Der eigentliche
Zahndurchbruch, d.h. das Sichtbarwerden der Zahnkrone, beginnt in der Regel dann,
wenn die Wurzellänge erreicht ist. Erfolgt dieser Durchbruch vor dem normalen
Stadium, spricht man von einem unreifen Zahndurchbruch (Dentitio präcox);
erfolgt er später, von einem verspäteten Zahndurchbruch (Dentitio
tarda).
Dentition,
Dentitionsreihenfolge,
erbliche primäre
Zahndurchbruchstörung,
Gebiss, Mineralisationszeiten,
Retention
Eruptionszyste, engl.: eruption cyst;
Dentitionszyste
erschwerter Zahndurchbruch, engl.:
difficult dentition;
Dentitio difficilis,
Weisheitszahn,
Zahnen
Erwachsenenparodontitis, AP von
engl.: adult periodontitis;
Parodontitis marginalis,
Zahnfleischerkrankungen
erweiterte Fissurenversiegelung, engl.:
extended fissure sealing;
Fissurenversiegelung
Erweiterter Bewertungsausschuss
Paritätisch besetztes Gremium (Zahnärzte, Krankenkassenvertreter und
Unparteiische) zur Festsetzung des einheitlichen Bewertungsmassstabs (
BEMA).
So beschreibt er die abrechenbaren Leistungen und deren Bewertung nach Punkten.
Enge Verzahnung mit dem
Bundesausschuss Zahnärzte und Krankenkassen, welcher ab 2004 nicht mehr
existiert
Gemeinsamer Bundesausschuss.
BEMA,
Bundesausschuss Zahnärzte und Krankenkassen
Erysipel
Wundrose, Gesichtsrose, engl.: (traumatic)
erysipelas, facial erysipelas; hochinfektiöse, durch
Bakterien (Streptokokken)
verursachte schmerzhafte und häufig gefährliche Erkrankung der
Gesichtshaut oder der
Mundschleimhäute |

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Erythem
engl.: erythema; entzündungsbedingte, flächenhafte Hautrötung infolge
Mehrdurchblutung durch Gefäßerweiterung. Nach der Ursache Unterscheidung in
aktives und passives E.
Röntgendermatitis
Erythrodontie
"Blutzähne", "Vampirzähne", engl.: erythrodontia, not correctly: "pink
teeth"; Rot-Braun-Verfärbung der Zahnsubstanz bei familiärer Porphyrinurie.
Erythromycin,
Makroloide
Erythroplakie
orale Erythroplasia, "rote Läsion", engl.: erythroplasia;
seltene, zu den
Präkanzerosen zählende rötliche Flecken der Mundschleimhaut. Auch
als "rote Komponente" einer inhomogenen oralen
Leukoplakie bezeichnet, verbunden mit einem hohen Potential zur
Entartung. Lokalisation vorwiegend im Bereich von Mundboden, Zunge und
Unterlippe. |

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Erythrosin
engl.: erythrosine; synthetisches Bi-Natriumsalz von 2,4,5,7 -
Tetrajodofluoreszin; Hauptbestandteil der gängigen Plaquefärbetabletten
(sog.
Plaqueindikatoren, Plaquerevelatoren). E. besteht zu mehr als
50% aus Jod.
In Deutschland als Lebensmittelfarbstoff zugelassen, attestiert auch der
Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie diesem Stoff eine
gesundheitliche Unbedenklichkeit. Allerdings kann man im gesetzlich
vorgeschriebenen Gesundheitsdatenblatt nachlesen, dass E. beim
Verschlucken als gesundheitsschädlich eingestuft wird.
Möglicherweise Auslöser für Hyperaktivität bei Kindern. Im
Bakterienversuch wurden
Erbgutveränderungen beobachtet. Im Tierversuch liegt die
LD50 (= 50% der Tiere sterben daran) bei Ratten bei 1840 mg/kg.
Hochgerechnet müsste ein Kleinkind von den Standardtabletten (5 mg)
3.000 Stück schlucken, um gefährdet zu sein - eine Vergiftung kann
demnach bei sachgemäßer Anwendung ausgeschlossen werden.
Vorsicht ist bei Personen mit einer
Jodallergie angebracht, da E. Jod enthält und (seltenen)
allergische Reaktionen auslösen kann.
Färbetabletten |
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Esmarch Handgriff
Esmarch-Heiberg Handgriff; engl.: Esmarch maneuver; in der
Notfallmedizin angewandter beidseitiger Kiefergriff zum Freihalten der Atemwege
bei Bewusstlosigkeit. Durch Vorschieben und Herunterdrücken des Unterkiefers bei
einem überstreckten Kopf wird der Rachen vor der zurücksinkenden Zunge frei
gehalten.
Essstörung
engl.: eating disorder; von der normalen Nahrungsmenge abweichende
Quantität der Nahrungsmittel; Ausdruck vorwiegend bei einem Zuwenig (Bulimie,
Magersucht) dieser Stoffe gebraucht.
Etch-and-Rinse-Technik,
Adhäsivtechnik
Etching,
Adhäsivtechnik
Ethylendiamintetraacetat, EDTA;
EDTA,
Wurzelkanalbehandlung
Eufunktion, engl.: normal function;
normale Funktion; die Silbe "eu-" bedeutet das Gegenteil von "dys-"; daher
Dysfunktion für eine Fehlfunktion
Eugenol
eng.: do.; Hauptinhaltsstoff des Nelkenöls (Gewürznelke), außerdem
vorkommend in Muskat, Lorbeer, Piment, Zimt; eines der
Phenol-Derivate mit einer ausgezeichneten bakteriostatischen und betäubenden
Wirkung. Bekannt aus der Notfallmedizin ("bei Zahnschmerzen eine Nelke
zerkauen"); Haupteinsatz in der
ZHK - meist in Kombination mit
Zinkoxid - als
indirektes Überkappungsmaterial (
Caries profunda), provisorischer
Befestigungszement ("Eugenolzement"),
zur Behandlung
infizierter Zahnwunden und als Zusatz von
Wurzelfüllmaterialien. E. gilt als "Kunststoff-Weichmacher" und ist
daher nicht als
Befestigungszement oder
Unterfüllungsmaterial für
Kunststoff-Füllungen geeignet.
Bei der Gewürznelke handelt es sich um die Blütenknospe des
Gewürznelkenbaumes (Myrtengewächs), der von den indonesischen Molukken stammt.
Noch hellrot, wird sie in geschlossenem Zustand gepflückt und getrocknet. Ganz
oder gemahlen sowie als Öl sind die Blütenknospen im Handel erhältlich. Im
Mittelalter taufte man das vielseitige Gewürz, das der Form nach an kleine Nägel
erinnert, "negellin" und später "Nelke", ohne dass es mit der gleichnamigen
Blumengattung (Dianthus) verwandt ist. In jüngerer Zeit wird auch der Einsatz
von E. bei der
Oberflächen-Schmerzausschaltung diskutiert: Ein Gel, hergestellt aus
Gewürznelken, ist als
topisches
Anästhetikum
genauso wirksam wie
Benzocain,
in der Herstellung und Verfügbarkeit jedoch bedeutend günstiger.
Studien belegen bei bestimmten Patienten eine
Allergie auslösende Wirkung.
Zinkoxid-Eugenol,
Zahnschmerz
Eugnathie
Orthognathie, fehlerfreies, harmonisches Gebiss, engl.:
orthognathia, eugnathia; ein nach den anatomischen Regeln
ausgebildetes und geformtes natürliches
Gebiss; regelrechter
Zahnzusammenbiss mit
Neutralbiss.
Geringes Hervorragen des Mittelgesichts; gekennzeichnet u.a. durch den
Profilwinkel (Winkel zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie
der Nasenwurzel mit dem Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene). Bei
Profilwinkeln von 85° und mehr spricht man von E., bei solchen
unter 80° von Prognathie (Vorstand des Oberkieferkörpers) und bei
Winkeln zwischen 80°-85° von Mesognathie.
Eine geringfügige
Protrusion der OK-Frontzähne
wird im Vergleich zu anderen Stellungen der Schneidezähne von Vielen als
ästhetisch ansprechender beurteilt.
Ein anatomisch korrektes Gebiss ist eine Seltenheit. Über 90% aller
Teilnehmer einer großen regionalen Kohortenstudie wiesen
Dysgnathiesymptome auf. Am häufigsten lag ein frontaler Engstand
(siehe Abb.) oder ein vergrößerter
Overjet vor. Die Autoren werteten die kieferorthopädischen Befunde
von 1.777 Teilnehmern der Study of Health in Pomerania (SHIP) im Alter
zwischen 20-49 Jahren aus. Bei 92,2% der Teilnehmer wurden
Dysgnathiesymptome festgestellt, über 90% verfügten über mehr als ein
Merkmal und damit über eine komplexe Dysgnathiesymptomatik. Häufigste
Prävalenz hatten der frontale Engstand im Unterkiefer (62,9%), gefolgt
vom frontalen Engstand im Oberkiefer (41,9%) und einem vergrößerten
Overjet (< 4 mm, 36,8%). Die Prävalenz weiterer Merkmale lag dahinter
deutlich zurück. Eine schwere Dysgnathie wurde 32,8% der
Studienteilnehmer bescheinigt. Ein anatomisch korrektes Gebiss lag
lediglich bei 7,8% der Probanden vor. Definiert war ein korrektes Gebiss
auch noch bei geringen Normabweichungen, wie beispielsweise dem
ausschließlichen Vorliegen eines Engstandes Grad 1. Erfasst wurden 14
definierte Symptome einer Dysgnathie. Die Untersuchungen wurden von
zuvor zusätzlich geschulten Zahnärzten in Stralsund und Greifswald
anhand eines Untersucherhandbuchs durchgeführt. Die Erhebung der Daten
umfasste den Zeitraum Oktober 1997 bis Mai 2001. Durch Interviews
ermittelten Forscher zudem, ob die Patienten bereits eine
kieferorthopädische Therapie erhalten hatten. Dies war bei 26,7% aller
Probanden der Fall.
Abweichung,
Angle,
anisognath,
ästhetische Analyse,
Biss,
Distalbiss,
Dysmorphophobie,
Camper,
Dysgnathie,
Fehlstellung von Zähnen,
Frontzahnstufe,
Gelenkwinkel,
isognath,
Kieferprofilfeld,
Megalognathie,
Molarenrelation,
Retrognathie,
Prognathie,
SNA-Winkel,
SNB-Winkel |

die drei Haupt-
Lagebeziehungen
des Unterkiefers zum Oberkiefer.
oben:
normaler Biss
Mitte:
Rückbiss (= Prognathie) u. positivem
Overjet
unten:
Vorbiss (= Progenie) u. negativem
Overjet
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EUS-Denthelp
EVA System
INTRA LUX EVA Prophylactic®; auf
der Basis von niederfrequentoszillierenden Instrumenten (Hub ~ 1,5 mm)
beruhendes Prinzip der Zahnreinigung und Beseitigung überstehender
Füllungsränder sowie dem
Finieren,
vornehmlich im
Zahnzwischenraum und zugänglichem Zahnwurzelbereich. Mit reduzierten
Hubbewegungen (Hub ~ 0,4 - 0,8 mm) auch zu
Präparationszwecken in diesem Raum eingesetzt (
sonoabrasive Systeme).
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Evidenzbasierte Medizin
EBM, nachweisgestützte (belegestütze) Medizin, nach dem
lateinischen Wortstamm bedeutet "Evidenz" etwa "anschauende Gewissheit"; engl.:
evidence-based medicine. Im Gegensatz zu der deutschen Bedeutung von
Evidenz = "Deutlichkeit", "Klarheit", "Augenscheinlichkeit",
"Offensichtlichkeit", "vollständige, überwiegende Gewissheit", hat sich weltweit
die englische Bedeutung für Evidenz = "Nachweis", "Beleg" durchsetzen können und
sich auch im deutschsprachigen Bereich als Terminus technicus etabliert. So
definiert man damit eine gewissenhafte, explizite und vernünftige Anwendung der
besten medizinischen Informationen in der täglichen klinischen
Entscheidungsfindung. Sinn der evidenzbasierten Medizin ist es,
patientenorientierten Entscheidungen eine wissenschaftlichere Grundlage zu
geben, als dies oft der Fall ist - allerdings: Die Medizin ist eine
Erfahrungswissenschaft, die sich unter anderem naturwissenschaftlicher
Methoden bedient (sog. "individualisierte Medizin"). Insofern ist der
Ausdruck "evidenzbasiert" kein
Qualitätssiegel.
Nach Schätzungen können momentan (2007) nur ca. 10 Prozent des Spektrums der
Zahnmedizin durch Evidenz-basierte hochwertige klinische Studien abgedeckt
werden. Auf einem Workshop wurde festgestellt (Evidenzbasierte Zahnmedizin im
Deutschen Cochrane Zentrum (Böning, Hugger, Türp); zm 91, Nr. 18, 16.9.2001)
"... Obwohl
prospektive Therapiestudien auch in der Zahnmedizin den
Goldstandard
darstellen, wird sich die Gewinnung von zahnmedizinischer Evidenz auch in
Zukunft auf
Kohortenstudien,
retrospektive Studien und
Fall-Kontrollstudien stützen müssen. In der Zahnmedizin sind Verblindungen
oder
Randomisierungen häufig nicht möglich, und prospektive Therapiestudien
erweisen sich oftmals auf Grund der langen Überlebenszeiten zahnärztlicher
Restaurationen
als undurchführbar. ..."
Da in der Medizin - im Gegensatz zu den Naturwissenschaften - viele Grundlagen
nicht auf festen Gesetzen beruhen, sondern eine Patienten- und
Behandlerorientierten "Individualisierung" unterliegen, steht die EBM
z.Zt. auf drei Säulen (Definition
nach Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.
der individuellen klinischen Erfahrung des (Zahn-)Arztes (= interne Evidenz)
den Werten und Wünschen des Patienten
dem aktuellen Stand der wissenschaftlich fundierten klinischen (Zahn-)Medizin (=
externe Evidenz)"
und weiter wird die Integration der EBM in die (zahn-)medizinische
Praxis, Lehre und Forschung gefordert, um:
wissenschaftlich untermauerte Verfahren bekannt zu machen und in die Praxis
einzuführen
veraltete, überflüssige und ggf. schädliche Maßnahmen zu identifizieren
Lücken in der Gesundheitsversorgung erkennbar zu machen
Hinweise für sinnvolle klinische, vor allem patientenorientierte Forschung zu
geben"
Die U.S. Agency for Health Care Policy and Research (AHCPR) teilt die EBM
nach Evidenz-Typen graduell ein, wobei die Stufen III und IV eine gute
Aussagekraft besitzen:
Ia Evidenz auf Grund von
Metaanalysen
randomisierter, kontrollierter Studien
Ib Evidenz auf Grund mindestens einer
randomisierten, kontrollierten Studie
IIa Evidenz auf Grund mindestens einer gut angelegten, kontrollierten
Studie ohne
Randomisierung
IIb Evidenz auf Grund mindestens einer gut angelegten,
quasi-experimentellen Studie
III Evidenz auf Grund gut angelegter, nicht experimenteller deskriptiver
Studien (z.B. Vergleichsstudien, Fall-Kontrollstudien)
IV Evidenz auf Grund von Berichten/Meinungen von Expertenkreisen,
Konsensuskonferenzen.
Darauf aufbauend leitet sich eine "Stärke der Empfehlung" (Empfehlungsstärke)
ab:
Klasse A: Basiert direkt auf einer Grad-I-Evidenz = starke Empfehlung
Klasse B: Basiert direkt auf einer Grad-II-Evidenz oder einer
extrapolierten Grad-I-Evidenz = Empfehlung
Klasse C: Basiert direkt auf einer Grad-III-Evidenz oder einer
extrapolierten Grad-I-Evidenz bzw. Grad-II-Evidenz
Klasse D: Basiert direkt auf einer Grad-IV-Evidenz oder einer
extrapolierten Grad-I-Evidenz bis Grad-III-Evidenz
alternative Behandlungsmethoden,
Blindversuch,
Fortbildungssiegel,
klinische Studie,
Leitlinie,
Odds,
Querschnittsstudie,
Richtlinie,
systematische
Übersicht,
Validität,
wissenschaftlich anerkannt
(in engl.)
Exanthem
engl.: exanthema; Hautausschlag , z.B. bei Infektionskrankheiten
oder als Reaktion allergischer bzw. toxischer Erkrankungen
("Arzneimittelexanthem"); großflächig auf der Haut auftretend.
Enanthem,
Urticaria
Exazerbation
Exacerbation, engl.: do.; Verschlechterung, Verschlimmerung einer
bestehenden Krankheit oder deren Verlauf; "Aufflammen (flare up)" einer
chronischen Entzündung (z.B. einer
Parodontitis). In der Zahntechnik auch gebräuchlich für das Radieren von
Zähnen auf einem
Gipsmodell (z.B. zum Anfertigen einer
Immediatprothese).
Parodontitis apicalis,
Parulis
Exhärese
Exhairese, engl.: exeresis; operatives "Herausziehen" eines Gefäß-
oder Nervabschnittes;
Neurexhärese,
Neurotomie,
Trigeminusneuralgie
Exkavation
Exkavieren, engl.: excavation; Ausbuchten, Aushöhlen.
Zahnmedizinisch ist damit das Entfernen von
kariösem
Dentin mit langsam rotierenden Bohrern oder entsprechenden Handinstrumenten
(
Exkavator) gemeint. In kariösem Dentin
ist die Kollagenmatrix derart geschädigt, dass eine
Remineralisation nicht mehr möglich ist. Darunter befindet sich eine
Schicht, in der zwar der Mineralanteil aufgelöst, die Kollagenstruktur jedoch
erhalten ist. Diese innere Dentinkariesschicht muss daher nicht unbedingt
exkaviert werden.
Behandlung von Milchzähnen, Exkavator,
Füllungstherapie,
Kavität
Exkochleation
Auskratzung, engl.: excochleation; chirurgisches Auskratzen von Gewebe in
einer Knochenhöhlung mit einem "scharfen Löffel".
Granulom,
Zyste
exogen
engl.: exogen(e)ous; außerhalb des Körpers entstehend; von außen
her in den Organismus eindringend (z.B. Krankheitserreger oder Krankheiten);
endogen
Exostose
Exostosis, Torus mandibulae, Epostoma, Osteophyt,
Tuberculum mandibulae,
Unterkieferwulst, "Überbein am Kiefer",
Knochenhypertrophie, spez. Form einer sich nach außen entwickelnden
Hyperostose, gutartiger Knochentumor, engl.: exostosis,
poroma; zu den gutartigen Knochengewächsen gehörende, langsam
wachsende überschüssige Knochenbildung, besonders an der Innenseite des
Unterkiefer-Alveolarfortsatzes
(s. Abb.); seltener im
Gaumenbereich (
Torus palatinus) oder
Alveolarfortsatz des Oberkiefers (s. Abb. u.) beobachtet. Eine
Behandlung (chirurgische Abtragung) erfolgt in der Regel nur dann, wenn ein
herausnehmbarer
Zahnersatz im Unterkiefer zu ständigen Druckstelle/-schmerzen führt.
Sie erfolgt meist durch "Abmeißeln", da die E. oftmals dem
Knochen nur aufliegen und sich dann durch einen Knochen-Meißel leicht
mobilisieren lassen.
Eine erbliche Komponente scheint beim Auftreten wahrscheinlich.
Ostektomie,
Osteoplastik,
Paget Syndrom |

beidseitige Exostose -
Tubercula mandibulae - im
Unterkiefer

seltene Exostose. im
OK |
Expansionseinbettung;
Einbettmasse
Expasyl ®
patenförmiges Mittel (Zusammensetzung:
Aluminiumchlorid und
Kaolin, welche die adstringierenden und hämostatischen Eigenschaften
bewirken) zur temporären Verdrängung der marginale
Gingiva sowie der Trocknung der Zahnfleischtasche (Sulkus)
bei der zahnärztlichen Abdrucknahme: Hierzu wird die Masse in den Sulkus
eingebracht, die dann expandiert und so die Abformung nach Aussage vieler
Anwender deutlich erleichtert und verbessert soll. Relativ hoher Preis.
Abdruck,
Retraktionsfaden
Expertensysteme
engl.: expert systems; unter Medizinern umstrittene Computerprogramme,
die Ärzten bei Diagnose- oder Therapieentscheidungen helfen sollen ("Diagnose
per Computer"). Von der Struktur her sollen derartige Systeme
Untersuchungsbefunde dokumentieren und Veränderungen aufzeigen (Monitoring).
Darüber hinaus erfolgt eine (softwaremäßig vorgegebene) kritische Bewertung der
Befunde. Z.B. widmet sich ein Computerprogramm (nach Bratthall) der Bestimmung
des
Kariesrisikos: Es werden die schon bestehende Karies, die Ernährung,
Bakterienvorkommen in der Mundhöhle und die Anfälligkeit des Patienten
gewichtet, um daraus Vorhersagen zur Höhe des Kariesrisikos zu machen.
E. befinden sich in der
ZHK noch in der Entwicklung und liefern bisher kaum brauchbare Ergebnisse in
Richtung von Therapieempfehlungen.
Dentoprog-Methode
Explantation
Gegenteil von Implantation, engl.: do.; mit unterschiedlicher Bedeutung:
1.) Gewebe- oder Organentnahme bei einem Verstorbenen zum Zweck der
Gewebekultur
oder Transplantation des betreffenden Organs. Neben der Feststellung des
Hirntods des Verstorbenen bedarf es einer testamentarische Einwilligung des
Verstorbenen oder des schriftlichen Einverständnis der nächsten Angehörigen.
2.) Entfernung von
Knochenersatzmaterialien (Transplantaten) oder im Kiefer liegenden
(enossalen)
Implantaten. Ist z.B. ein Implantat auch nach mehreren Monaten immer noch
nicht fest im Knochen verankert oder tritt eine spätere Lockerung auf, muss es
in der Regel explantiert, d.h. entfernt, werden. Diese seltene
Komplikation bedingt unter Umständen (abhängig von der Implantatkonstruktion und der
Ausprägung der Entzündung) einen erheblichen Verlust des umgebenden
Kieferknochens.
Autotransplantation, Explantationsbohrer,
Implantat,
Implantatverlust,
Knochenersatzmaterialien,
Osseointegration,
Periimplantitis
Explantationsbohrer
Explantationsfräse, engl.: explantation drill; feines Instrument,
welches zur Entfernung eines Implantates dient,
sofern dies noch relativ fest im Knochen verankert ist. Das einem
Schaftlochbohrer ähnliche Instrument legt das Implantat im oberen Teil
derart frei, dass es mit einem Spezialinstrument entfernt werden kann.
exspektative Diagnostik;
Reaktionsdiagnostik
Exstirpation
"Ausrottung", engl.: do.; totale chirurgische Entfernung von erkranktem
Körpergewebe oder eines Organs. Begriff in der
ZHK gebräuchlich als Pulpenexstirpation = totale Entfernung der
Zahnpulpa mittels einer sog. Exstirpationsnadel ("Nervnadel",
dünne, in den Wurzelkanal passende Nadel mit Widerhaken zum Entfernen des
erkrankten Zahnnervs).
Pulpektomie
Exsudat
Ausschwitzung, engl.: exudate;
entzündliche Ausschwitzung
(eiweißhaltige Flüssigkeit, die bei Entzündungen aus den Blut-/Lymphgefäßen
austritt;
Eiter)
oder eine Drüsenabsonderung
Abstrich,
Abszess,
Eiter,
Infiltrat
Extensionsabdruck
Extensionsabformung, engl.: extension impression; Variante des
sog.
Funktionsabdruck im zahnlosen Unterkiefer, wobei zur Optimierung des
Sitzes von Prothesen der retromolare und sublinguale Raum mit abgeformt wird
(sog. Extensionsprothese). Individuelle Gewöhnungsfähigkeit bei nach
diesem Verfahren hergestellten Unterkiefer-Vollprothesen
Abdruck,
Muco-Seal® Abformung,
Sublingualrolle,
Überextension,
Unterzungenflügel
Extensionsbrücke,
Freiendbrücke, engl.: cantilever bridge, extension bridge;
Brücke,
Freiendbrücke
Extensionsklammer, Sonderform einer
fortlaufenden Klammer, indem die E. nur zwei Zähne umfasst
extrakoronal,
interkoronal
Extraktion
Zahnextraktion, Zahnentfernung, Extrahieren, "Ex",
"Zahn ziehen", engl.: (tooth) extraction; Entfernung eines
Zahnes mit speziell dafür geformten
Zahnzangen und/oder
Hebeln, Krallen, Wurzelzangen aus seinem
Zahnfach unter
örtlicher Betäubung; häufigster kieferchirurgischer Eingriff in
einer Zahnarztpraxis. Zur E. werden - nach Lösen der Verbindung
Zahn-Kieferknochen (
Hebel,
Periotom) - versch. Techniken angewandt, die in den seltensten
Fällen durch Kraft, sondern mehr durch Gefühl geprägt sind (
Luxation).
in der Regel erfolgt bei einwurzligen Zähnen eine rotierende, bei
mehrwurzligen eine schaukelnde Bewegung zu deren Entfernung.
Bei tief zerstörten (
Caries profunda,
Wurzelkanalbehandlung) oder im Kiefer zurückgebliebenen (retinierten)
Zähnen (
Weisheitszahn) muss vorher die Schleimhaut aufgeschnitten ("Aufklappung")
und ggf. der bedeckende Knochen
abgefräst (
Osteotomie) werden.
E. sollten immer erst nach der Anfertigung von
Röntgenaufnahmen der Zahnwurzel und Umgebung erfolgen, um anatomisch
bedingte
Komplikationen bei einer E. (z.B.
abgekrümmte Wurzeln, Nachbarschaft zu einer
Kieferhöhle oder einem Nerv) zu minimieren.
Indikationen zu einer E. sind vielfältig und unterscheiden sich
im
Milch- und bleibendem
Gebiss:
Indikationen zur Extraktion im
Milchgebiss (1.
Dentition):
Indikationen zur Extraktion im
bleibenden Gebiss (2.
Dentition):
Eine vorübergehende Kontraindikation besteht bei akuten
Entzündungen (schlechtere Wundheilung, Probleme mit der örtlichen
Betäubung), akute Phase eines Herzinfarkts und während einer Chemo- bzw.
Strahlentherapie.
Nach einer E. hat der Kieferkamm einen mittleren Verlust der
horizontalen Breite von 3,8 mm und einen mittleren vertikale Verlust in
der Höhe von 1,24 mm innerhalb von 6 Monaten nach Zahnextraktion
Für die Knochenregeneration ("Abheilung")
spielt es offenbar keine entscheidende Rolle, ob man die
Extraktionswunde mit
künstlichem Knochen oder ähnlichen Materialien (z.B.
Gelantineschwamm) nach der Zahnentfernung auffüllt. Wichtiger für den
Heilungsprozess ist eine sorgfältige Entfernung eitriger Prozesse und
ein stabiles
Blutkoagulum - hier sollte ggf. eine Annäherung der Wundränder
mittels
Situationsnaht oder zumindest die Applikation eines
Aufbisstupfers erfolgen. Diese Maßnahmen vermeiden zusätzlich, dass
es zu
Wundheilungsstörungen (dolor
post,
dry socket) kommen kann.
Als
Komplikationen/Risiken bei einer E. gelten:
Abbrechen der Zahnkrone oder Fraktur der Zahnwurzel; eine Entfernung
erfolgt dann durch
Osteotomie
bzw. mit speziellen Instrumenten über die
Alveole
Verletzung der umgebenden Weichgewebe
Fraktur der
Alveolarwand
Nachblutungen,
Nachschmerzen, Schwellungen
Infektion der Extraktionswunde mit Wundheilungsstörungen (sog.
"trockene Alveole" o. "dry
Socket")
Eröffnung der Kieferhöhle im Oberkiefer-Backenzahnbereich
Verletzung des Unterkiefernerven, besonders bei der
Osteotomie
verlagerter
Weisheitszähne.
Kiefergelenksluxation
Extraktion des falschen Zahnes
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff werden strenge Anforderungen
an eine entsprechende Operationshygiene
gestellt.
In 2011 schreiben
BZÄK/KZBV
in einer
Pressemtteilung u.a. zum
Zahnverlust:
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen:
von über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr
2009 in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei
29,7 Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich
für die Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und
erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem
Lebensalter ist Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust."
Alveolarkammplastik,
Alveolenstabilisator,
Antibiotikaprophylaxe,
Ausgleichsextraktion,
Avulsion,
Blutgerinnungsstörungen,
Dry Socket,
Edentation,
Extraktionszange,
Geschäftsfähigkeit,
Hebel,
Knochenheilung,
Naht,
Ögram-System,
Osteoradionekrose,
Osteotomie,
Quick-Wert,
Periotom,
per primam,
Prämolarenzange,
Primärheilung,
Radix relicta (Wurzelrest),
Reihenextraktion,
RootReplica™,
Situationsnaht,
traumatische Zahnverletzungen,
Verhalten nach einer Zahnentfernung,
Wundheilung,
Wundinfektion,
Zahnfraktur
historisch:
Pelikan |

|
Extraktionstherapie
Entfernung bleibender Zähne
bei geringen Platzverhältnissen,
Ausgleichsextraktion,
Reihenextraktion,
gesteuerte Extraktion, engl.: serial extraction; erprobte
Maßnahme zur Behebung von
Zahnengständen (mit oder ohne zusätzliche kieferorthopädische
Behandlung). Wird häufig von Laien (Eltern) kritisch gesehen: "Warum
muss ein gesunder Zahn entfernt werden?", aber ohne eine derartige
Maßnahme ist keine regelrechte Einordnung bei einem viel zu kleinen
Kiefer zu erwarten.
Als Indikationen gelten:
Vorzeitige Extraktion von Milchzähnen
Störungen beim Durchbruch bleibender Zähne / Unterminierende Resorption
Platzgewinn im betreffenden Kiefergebiet
Platzverlust bedingt durch Einengung der
Stützzone
Milchmolarendepression (Infraokklusion)
Vorzeitige Extraktion von bleibenden Zähnen
bei hochgradigem Platzmangel
zur Korrektur der Bisslage
Korrekturen der Achsenstellung
Missverhältnis von
SI-OK zu SI-UK
Zahnüberzahl im Gegenkiefer
Ästhetiklinie,
Ausgleichsextraktion,
Begg
Technik, Engstand,
Gebissreduktion,
Geschäftsfähigkeit,
leeway space,
Platzbedarfsanalyse,
Raphe-Papillen-Transversale,
Reihenextraktion,
Tweed |

|
extraoral, engl.: do.; außerhalb des Mundes
(gelegen oder stattfindend);
intraoral,
Zahnflächen
extrinsisch
engl.: extrinsic; von außen her angeregt, durch äußere Zwänge; Gegenteil:
intrinsisch.
Bleichen, Erosion,
Verfärbung von Zähnen
exzentrisch
exzentrische Projektion; engl.: excentric projection; außerhalb
des Mittelpunktes liegend. Begriff in der
ZHK bei einer speziellen
Röntgentechnik (exzentrische Projektion), um einen Zahn
"dreidimensional" darzustellen: Der
Zentralstrahl weicht von der normalen orthoradialen Projektion (senkrecht
auf eine gedachte Tangente am
Zahnbogen) entweder nach vorn ("mesialexzentrisch") oder hinten ("distalexzentrisch")
ab. So können Objekte, die bei einer orthoradialen Projektion übereinander
liegen würden (Zahnwurzeln, verlagerte Zähne) getrennt dargestellt werden.
laterale Zahnaufnahme,
parallaktisch verschobene Projektion,
Röntgendiagnostik,
Summationseffekt,
Winkelhalbierungstechnik
Exzision
Excisio(n), Aus-/Herausschneiden von Gewebe, engl.:
excision; eine Probeexzision, engl.: sample excision, mit
anschließender
histologischer Untersuchung dient zu diagnostischen Zwecken (z.B. Verdacht
auf
Mundhöhlenkrebs).
Gingivektomie,
Keilexzision,
Linguotomie,
VY-Plastik,
Z-Plastik
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