Anachorese; engl.:
anachoresis, Absiedlung von krankheitserregenden Mikroorganismen im
Bereich eines sanierten
Herdbereiches
anaerob, ohne Zufuhr oder Benötigung von
Sauerstoff;
(An)Aerobier
Analgesie
auch: Analgie, Schmerzlosigkeit, engl.: analgesia;
Aufhebung der Schmerzempfindung durch eine Schädigung der Schmerzleitung oder
durch (kurzfristige) ärztliche Ausschaltung der Schmerzempfindung im
Schmerzzentrum des Gehirns ("Rauschnarkose") - meist durch Einatmen
(Inhalation) bestimmter chem. Substanzen. Vor Entwicklung und Einführung der
Lokalanästhesie in die
ZHK zu Beginn des letzten Jahrhunderts. war die
Lachgasanalgesie das gebräuchliche Verfahren bei schmerzhaften
zahnmedizinischen Eingriffen.
Analgosedierung,
Anästhesie,
Elektroanalgesie,
Lachgas,
Narkose,
Sedierung,
Verkehrsfähigkeit
Analgetika
Analgetikum, Schmerzmittel, schmerzstillende Mittel, alt:
Antineuralgika, engl.: analgesics, pain killers; mit einer
Vielzahl von
Präparaten, die entweder peripher (diese auch Nicht-Opioid-Analgetika
genannten Schmerzmittel hemmen die Bildung von Schmerz- und Entzündungsstoffen
im Körper und kommen meist bei akuten Schmerzen zum Einsatz) oder auf das
zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark) wirken und so
symptomatisch zu einer Besserung des Leidens führen. Grundsätzlich sollte
sich die Behandlung nach der Stärke der Schmerzen richten. Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
hat dazu ein bewährtes, so genanntes "Stufenschema" entwickelt. Es besagt, dass
sich die Behandlung nach der Stärke der Schmerzen richten soll, wobei die
Schmerzen in drei Schweregrade unterteilt werden. Nach Erkenntnissen der
modernen Schmerzforschung ist eine Behandlung nach diesem Schema nicht nur für
starke Krebsschmerzen, sondern auch für jeden anderen starken chronischen
Schmerz sinnvoll.
Nach der
WHO werden die A. in 3 Stufen eingeteilt:
- Nichtopioidanalgetika (WHO-Stufe I)
Hierzu zählen die meisten in der zahnärztlichen Praxis verordneten
Medikamente (s.u.)
Schwache Opioide (WHO-Stufe II)
Wie z.B. Tramadol™ (weltweit am häufigsten eingesetzt)
- Starke Opioide (WHO-Stufe III)
mit den Hauptvertretern Heroin, Morphium, Kokain, Amphetaminen und
Designer-Amphetaminen;
Cannabis wird auch in dieser Stufe geführt
Aus Angst vor Nebenwirkungen wie dem Verlust von kognitiven Fähigkeiten
werden orale Morphinpräparate nur selten längerfristig eingesetzt -
selbst bei schweren Neuralgien. Doch: Die psychischen Beeinträchtigungen
sind weniger stark als erwartet, wie jüngere Untersuchungen zeigen.
In der zahnärztlichen Praxis werden meist Acetylsalicylsäure (ASS),
Ibuprofen, Paracetamol, und entsprechende (umstrittene) Kombinationspräparate
zur Behandlung von Zahnschmerzen, akuten Zahnfleischentzündungen oder nach
chirurgischen Eingriffen angewandt:
-
Acetylsalicylsäure
eines der weltweit meist gebrauchten Mittel mit schmerzlindernder,
entzündungshemmender und fiebersenkender Wirkung bei z.T. beträchtlichen
Nebenwirkungen: Magenbeschwerden bis hin zu Magenblutungen, Störung der
Blutgerinnung (sog. "Blutverdünner" anstelle von
Marcumar, sog.
Thrombozytenaggregationshemmer). Bekannte Handelsnamen sind z.B. ASS
100™, Aspirin™, Togal™; keine Verabreichung im
1. und 3. Schwangerschaftsdrittel. Ebenso bei Kindern: hier kann das
zwar seltene aber mitunter tödlich verlaufende Reye-Syndrom ausgelöst
werden. Wegen der Blutgerinnungsstörung kann der zahnärztliche Einsatz vor
operativen Eingriffen nicht unproblematisch sein.
-
Ibuprofen
wirkt im wesentlichen derart, dass es
kausal in das Entzündungsgeschehen eingreift: Noch Stunden nach
chirurgischen Eingriffen ist eine erhöhte Konzentration des Hormons
Prostaglandin E2 im Körpergewebe vorhanden ist. Die Zufuhr von I.
eine Stunde vor (800mg) und unmittelbar nach der Behandlung (400mg)
reduziert die Prostaglandinkonzentration um 95 % und führt so zu einem
deutlich messbaren Rückgang des Schmerzgeschehens. Bekannte Handelsnamen
sind z.B. Ibuprofen™, Optalidon™, Togal N™. I. besitzt etwa die
gleiche Wirkung wie Acetylsalicylsäure (s.o.); nach bisherigem Wissenstand
treten weniger Nebenwirkungen auf. Keine Einnahme in den letzten drei
Schwangerschaftsmonaten!
Als eine wichtige neue Therapieoption für Kinder ab zwei Jahren mit
Schmerzen oder Fieber haben Kinderärzte bei der Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (2004) die Ibuprofen-Zäpfchen für
Kleinkinder bezeichnet.
Die empfohlene Dosis von Ibuprofen beträgt bei oraler wie rektaler Anwendung
täglich 20 bis 30 mg pro Kilogramm Körpergewicht
- Paracetamol (Acetaminophen)
gilt als gut verträgliches Schmerz- und Antifiebermittel bei nur geringen
Nebenwirkungen (unter Umständen
allergische Reaktionen) bei kurzzeitiger Anwendung.
Chronische Zufuhr (Wochen, Monate) kann zu schweren Leber- und
Nierenfunktionsstörungen führen. Die Überdosierung von Paracetamol ist oft
die Ursache für ein akutes Versagen der Leber. Besonderer Risikofaktor ist
eine sogenannten Fettleber. Durch den erhöhten Fettanteil kann das Organ
eine Überdosierung von toxischen Arzneimitteln wie Paracetamol oder
Marcumar
nicht mehr abbauen.
Bekannte Handelsnamen des reinen Wirkstoffs sind z. B. ben-u-ron®, Captin®, Dafalgan®, Fensum®, Mexalen®, Paedialgon,
Paracetamol-ratiopharm®, Perfalgan®. Wegen eines Suizid-Missbrauchs
(die kritische Paracetamol-Dosis beträgt zehn bis zwölf Gramm) ist ab dem 1.
April 2009 in D eine Verschreibungspflicht, wenn in einer Packung mehr als
10 Gramm P. enthalten sind.
In der Regel werden 10 bis 15 Milligramm Paracetamol pro Kilogramm
Körpergewicht bei Kindern als Einzelgabe, pro Tag höchstens 60 Milligramm
pro Kilogramm Körpergewicht gegeben. Bei Jugendlichen ab 12 Jahren bzw. 43
Kilogramm Körpergewicht und Erwachsenen sind pro Tag höchstens 4 Gramm
Paracetamol empfehlenswert. Ist die mehrfache Gabe des Schmerzmittels nötig,
sollten zwischen den Einnahmen mindestens sechs Stunden liegen.
- Coxibe
selektive COX-2-Hemmer (hemmt speziell das
Entzündungs-Enzym
Cyclooxygenase-2); relativ junge A., zu der Gruppe der
nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zählend; besonders Rofecoxib
(VIOXX™, Fa. MSD Sharp & Dohme GmbH) wird in jüngster Zeit erfolgreich bei
starken Zahnschmerzen angewandt, bei deutlich weniger Nebenwirkungen. Als
Tagesdosis werden 50 mg angegeben. Im Gegensatz zu den meisten NSAR, die
auch die Schleimhaut-schützenden COX-1-Enzyme blockieren, hemmt Celecoxib
nur die COX-2-Enzyme. Diese sind mit Entzündung und Schmerz assoziiert. Eine
Analyse der Daten von mehr als 190.000 Patienten (Jay L. Goldstein, Chicago,
2003) belegt weiter: Der selektive COX-2- Hemmer Celecoxib verursacht im
Vergleich zu den nicht-steroidalen Antiphlogistika Ibuprofen und Naproxen
signifikant weniger Magen-Darm-Beschwerden.
- Mefinaminsäure
hemmt ähnlich dem Ibuprofen (s.o.) die Biosynthese von Prostaglandin; hemmt
aber nicht selektiv die COX-2. Bekannte Handelsnamen sind z.B. Parkemed™
oder Ponalar™
-
Barbiturate
das zentrale Nervensystem beeinflussende Medikamente mit beruhigender,
einschläfernder und
narkotischer Wirkung. Bei unkontrollierter Einnahme barbiturathaltiger
Medikamente besteht Suchtgefahr.
Barbiturate
- Cannabis-Präparate
Dronabinol zeigen in jüngster Zeit sehr gute Erfolge bei chronischen
und schweren Schmerzzuständen. Handelsname: Marinol™ (in 2003 nur in den USA
erhältlich)
- Kombinationspräparate
pharmakologisch nicht unumstritten, da es bei der gewünschten Zunahme der
Wirkung auch zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen kommen kann; sog.
Monopräparate (= nur aus einem Wirkstoff bestehend) haben häufig die
gleiche Wirkung. Gut bewährt haben sich Kombinationen mit dem
morphinähnlichen Stoff
Codein. Bekannte Handelsnamen sind z.B. Gelonida™, Spalt™, Lonarid™,
Dolomo™. Sowohl das amerikanische "Headache Consortium" als auch die
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfehlen die fixe
Kombination von Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein als Mittel der
1. Wahl zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen und Migräne;
dosisabhängige Nebenwirkungen würden durch die geringere Dosierung der
Einzelsubstanzen in der Kombination vermieden.
- Laut Resultaten einer im BMJ (British Medical Journal, 2003)
publizierten Studie ist die Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika (NSARs)
oder Aspirin mit einer Steigerung des Fehlgeburten-Risikos assoziiert –
nicht jedoch die Einnahme von Paracetamol.
- Flupirtin
Handelsname: Katadolon® lässt sich keiner bekannten Substanzklasse zuordnen
und hat einen anderen Mechanismus als die NSARs (z.B. Coxibe): Es ist ein
zentral wirksamer Kaliumkanalöffner, der die Erregungsweiterleitung an
Schmerz verarbeitenden Nervenzellen hemmt. Zusätzlich zu seiner
analgetischen Komponente hat Flupirtin muskelrelaxierende Effekte.
TMD
Weitere Verfahren zur
Schmerzbekämpfung (überarbeitet nach © PFIZER GmbH):
-
Akupunktur
Dieses Heilverfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin hat
hierzulande inzwischen viele Anhänger gefunden. An besonders geeigneten
Punkten, so genannten Meridianen, setzen geschulte Ärzte Nadeln. Eine
moderne Variante ist die elektrische Stimulation dieser Akupunkturpunkte
oder die Reizung über Laserstrahlen ohne Nadeln.
Inwieweit die Akupunktur im Einzelfall erfolgreich ist, hängt von der
Erfahrung des Therapeuten und der zugrunde liegenden Erkrankung ab. In der
Regel lässt sich der Erfolg der Behandlung erst nach wiederholter Anwendung
beurteilen.
-
Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Ähnlich wie die Akupunktur versucht auch die TENS-Methode über eine
Gegenstimulation schmerzempfindlicher Nervenbahnen Schmerzen zu verdrängen.
Mit kleinen tragbaren Elektrostimulatoren können sich Patienten geeignete
Stromstärken mehrmals täglich zuführen. Reagieren Schmerzkranke positiv,
kann ein Gerät verordnet werden. Angewendet werden kann das Verfahren bei
fast allen dauerhaften Schmerzen.
- Psychologische Verfahren
Wie stark Schmerzen empfunden werden, hängt immer auch von der psychischen
Grundeinstellung ab: Während des Lesens eines spannenden Krimis werden auch
stärkere Kreuzschmerzen beispielsweise kaum wahrgenommen. Liegt man jedoch
entspannt im Bett oder auf dem Sofa können die gleichen Beschwerden fast
unerträglich werden. Mit Hilfe spezieller Schmerzbewältigungsverfahren
können Betroffene lernen, besser mit ihren Schmerzen zu leben. Yoga,
Meditation oder Entspannungsverfahren, aber auch Musik- oder Kunsttherapie
sind bewährte psychologische Verfahren. Wer vergisst nicht etwas von seinen
Schmerzen, wenn er seine Lieblingsmelodie im Ohr hat oder seine Schmerzen im
Bild darstellen kann?
- Krankengymnastik - Physiotherapie
Ein Eckpfeiler jeder Schmerztherapie ist die Krankengymnastik. Bei Gelenk-
und Wirbelsäulenschmerzen, Rheuma, Osteoporose, aber auch bei Krebs- oder
Nervenschmerzen gilt es, die vielfältigen Möglichkeiten der physikalischen
Medizin frühzeitig anzuwenden und mit der Medikation zu kombinieren.
Insbesondere bei Schmerzen am Bewegungsapparat ist oft die Chirotherapie
oder manuelle Medizin segensreich. Gelenkblockierungen an der Wirbelsäule
können mitunter durch einige spezielle Handgriffe dauerhaft beseitigt
werden.
-
Örtliche Betäubung
Örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) schalten die Nervenleitung für
Stunden bis Tage aus. Sie werden beispielsweise bei einem
Bandscheibenvorfall eingesetzt, speziell auch bei starken Nervenschmerzen
durch eine Gürtel- oder Gesichtsrose. Häufig wird die örtliche Betäubung
angewendet, um zu klären, ob der betäubte Nerv die Quelle der Schmerzen ist.
Auch bei manchen umschriebenen Schmerzpunkten in Muskeln, von denen
Schmerzen ausgelöst werden können, kann eine örtliche Betäubung sinnvoll
sein.
- Schmerztagebuch und Selbsthilfegruppen
Der Erfolg der Behandlung chronischer Schmerzen hängt entscheidend von Ihrer
Mitarbeit und Geduld ab. Sie selbst müssen zum Experten Ihrer Krankheit
werden und dazu hilft es, wenn Sie ein Schmerztagebuch führen. Nur so können
Sie feststellen, wann Ihre Schmerzen auftreten, womit Sie diese verdrängen
können und was Ihnen weniger gut tut. Ihr Arzt hält Ihre Dauer- und
Bedarfsmedikamente fest und passt die Dosierungen an Ihre Erfordernisse an.
Angst,
Behandlung in der Schwangerschaft,
Pharmakon,
Phenazetin,
Postmedikation,
Schmerz,
Verkehrsfähigkeit.
Schwangerschaft (siehe unter
Artikel Index - Ordner - Schwangerschaft)
Analgosedierung
Herabsetzung der Schmerzempfindung, "Dämmerschlaf" engl.:
analgosedation; Einsatz von beruhigenden Medikamenten (meist eine
Kombination von Schmerzmitteln
und
Psychopharmaka vor der Behandlung) bei ängstlichen oder erregten
Patienten u. Kleinkindern vor (zahn-)ärztlichen Eingriffen. Die Begriffe
Prämedikation,
Sedierung und A. sind nicht exakt definiert, bestehen
teilweise nebeneinander und haben aus
pharmakologischer Sicht fließende Übergänge.
Eine A. erfolgt heute typischerweise mit der intravenös
Verabreichung von Midazolam in Verbindung mit dem Opioid Fentanyl, oder
neuerdings mit einem Remifentanil-Narkose-Cocktail aus Midazolam 0,03
mg/kg mit einer Remifentanil-Propofol-Mischung 1:500, injiziert mit 40
µg/kg/min.
Alternativ können bei zugänglichen Patienten
hypnotische Methoden versucht werden.
Anästhesieversager,
Angst,
Lachgasanalgesie,
Morton,
Narkose,QuickTimeTrance,
Sedierung,
Verkehrsfähigkeit
|

Übersicht der eingesetzten Medikamente
|
Analogposition
auch: analoge Bewertung, engl.: analogous assessment; Begriff aus
dem (privaten)
zahnärztlichen Gebührenrecht (GOZ):
Zur Erbringung und Berechnung einer in der amtlichen Gebührenordnung nicht
erfassten aber wissenschaftlich anerkannten Methode wird eine in der GOZ
bestehende Leistungsbeschreibung herangezogen, die in ihrem Aufwand mit der
nicht beschriebenen Position vergleichbar ist. Da die
amtliche
Gebührenordnung aus dem Jahr 1988 stammt und Leistungen, die heute zu einer
"modernen
ZHK" gehören, damals noch nicht bekannt waren, nehmen Anwendung und Umfang
von A. ständig zu.
GOZ
Analyse
engl.: analysis; Oberbegriff für vielfältige Verfahren, bei welchen
Erkenntnisse und Rückschlüsse durch die Untersuchung einzelner Bestandteile
eines Ganzen gewonnen und entsprechend eingeordnet werden. In der
ZHK
gebräuchlich bei der
kieferorthopädischen Diagnostik (z.B.
Profilanalyse
nach Schwarz) oder bei einer ausführlichen Untersuchung der Zähne und der
Kiefer ("Gebissanalyse")
und deren Funktion ("Funktionsanalyse").
Anämie
Anaemia, Blutarmut, engl.: an(a)emia;
Bezeichnung hauptsächlich bei einer Verminderung des Hämoglobingehalts und der
roten Blutkörperchen im Blut gebraucht. Ebenso Bezeichnung für einen akuten
Blutmangel in einem Gebiet ("anämisches Gebiet", z.B. als gewollte Wirkung von
Vasokonstriktoren) oder nach einem plötzlichem schwerem Blutverlust.
Anamnese
Vorgesichte
zu einer Erkrankung, engl.: (medical) history; meist nach den
Angaben des Patienten ("subjektive A."); bei längeren Erkrankungen auch
zusätzlich unter Berücksichtigung bisher erhobener ärztlicher Befunde/Therapien.
Um eine strukturierte A. zu erheben und/oder Verständnisschwierigkeiten
vorzubeugen, empfiehlt sich der Einsatz eines Anamnesebogens, welcher
meist allgemein gehalten ist und vornehmlich zur Erkennung von Risikofaktoren
dient, sowie ein ausführliches, auf die betreffende Erkrankung bezogenes,
dokumentiertes, persönliches Arzt-Patienten-Gespräch.
Behandlung,
Befund,
Dokumentation,
Krankengeschichte
anaphylaktischer Schock
Ablauf einer
Antigen-Antikörper-Reaktion; engl.: anaphylactic shock; mit der
Freisetzung von sog. Schocksubstanzen, welche unter Umständen zu lebensbedrohlichen
Zuständen führen können.
Allergie, Anaphylaxie,
Quincke Ödem,
Schock
Anaphylaxie
engl.: anaphylaxis; sehr heftige allergische
Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers (
anaphylaktischer
Schock) hauptsächlich gegen artfremdes Eiweiß; im Extremfall mit tödlichem
Ausgang. Die häufigsten Verursacher sind
Arzneimittel, Insektengifte u. Nahrungsmittel.
Allergie
Anästhesie
Schmerzausschaltung, "Nicht-Empfindung", engl.: anaesthesia; vorübergehende
Ausschaltung der Schmerzempfindungen durch eine medizinische Maßnahme.
Unterscheidung zwischen
örtlicher (Infiltrations-,
Leitungs-,
Oberflächen- und speziellen Formen der
Lokalanästhesie (intraligamentäre
A.,
intraossäre A.) u.
allgemeiner
A. (Narkose)
Anästhesieversager,
Analgesie,
Elektroanalgesie,
Hypästhesie,
Anästhesieversager,
Lokalanästhesie,
Morton,
Sedierung
Anästhesieversager
engl.: anesthesia failure; keine oder ungenügende Schmerzausschaltung.
Diese können vielfältige Ursachen haben. Relativ selten davon ist ein
Nicht-Ansprechen auf das
Lokalanästhetikum selbst:
- fehlerhafte Injektionstechnik - besonders bei der
Leitungsanästhesie im Unterkiefer
Aspiration,
Mandibularanästhesie
- Anomalien im Verlauf des Nervens
diese nicht vorhersehbaren Probleme lassen sich durch nachanästhesieren in
benachbarte Gebiete kompensieren
- Injektion in ein entzündetes Gebiet
hier finden - bedingt durch das saure Milieu jeder Entzündung - chemische
Neutralisationsvorgänge statt, welche das
Betäubungsmittel neutralisieren. Abhilfen sind:
Leitungsanästhesie, Abwarten bis zum Abklingen der akuten Entzündung,
Erhöhung der Menge des Betäubungsmittels,
Analgosedierung,
Lachgasanalgesie,
Allgemeinnarkose
- Individuelle Variationsbreiten in der Knochendicke
besonders im Unterkiefer kann die
Kompakta stark ausgeprägt sein; eine Abhilfe schafft in der Regel die
Leitungsanästhesie
- überalterte
Anästhesielösungen
unbedingt auf das Lagerdatum und die Lagertemperatur achten
- Nichtansprechen auf ein
Lokalanästhetikum
äußerst seltenes Vorkommen
- physische Faktoren
neben einer Angstbewältigung ist hierbei an eine
Analgosedierung oder
Behandlung unter
Hypnose (bei gleichzeitiger
Lokalanästhesie!) zu denken
- Biorhythmus, Genussmittel
es bestehen stark individuell ausgeprägte Beziehungen und Schwankungen in
der Schmerzempfindlichkeit im Tagesrhythmus (es werden "optimale Zeitpunkte"
zwischen 14 u. 15 Uhr angegeben) sowie bei vorangegangenem Genuss von
Koffein
Anästhesie,
Aspiration,
Lokalanästhesie.
Anastomose, engl.: anastomosis;
natürliche Querverbindung zwischen Gefäßsträngen. In der
ZHK
gebräuchlich z.B. für die Verbindung von
Pulpengewebe
zwischen mehreren Hauptkanälen in einer
Zahnwurzel (=
portokavale Anastomose).
Locus
Kiesselbachii
Anatomie
engl.: anatomy; Wissenschaft vom Bau des (menschlichen) Körpers, seiner
Organe und Gewebe. Im Tierreich heißt dieser Begriff "Zootomie" und im
Pflanzenreich "Phytotomie".
anatomischer Abdruck ,
engl.: anatomic impression, anatomic cast;
Abdruckarten,
Situationsabdruck
anatomischer Apex ,
Apex
Anätzen , "Ansäuern", engl.:
acid etching;
Adhäsivtechnik
ANB-Winkel ;
sagittale
Position des
Oberkiefers in Relation zum
Unterkiefer,
SNA-Winkel
andersartiger Zahnersatz
engl.: different dentures; Begriff, welcher mit der Festlegung von
Festzuschüssen (ab 2005;
§ 55 Abs. 5 SGB V) in die
gesetzliche Krankenversicherung eingeführt worden ist: Es werden Leistungen
durchgeführt und abgerechnet, die vollständig von der
Regelversorgung abweichen, also in dieser nicht enthalten sind. Der
Versicherte erhält den bewilligten Festzuschuss über die
Kostenerstattung von seiner gesetzlichen Krankenkasse. Alle anfallenden
Kosten (Honorar,
Laborkosten) werden direkt mit dem Versicherten nach der (privaten)
GOZ
abgerechnet.
Beispiel: Fehlt eine bestimmte Anzahl von Zähnen, so sieht die
Regelleistung einen (kostengünstigen)
herausnehmbaren Zahnersatz vor. Wünscht der Patient statt dessen einen
festsitzenden Zahnersatz ("Brücke"),
so erhält er von seiner Praxis eine Rechnung über diesen Zahnersatz und reicht
diese zur Kostenerstattung bei seiner Kasse ein.
Sonderbestimmungen gelten bei sog. "gemischtem Zahnersatz"; damit sind
Versorgungsformen gemeint, die sowohl Elemente der Regel-/gleichartigen
Versorgung wie auch a. Z. enthalten.
Festzuschüsse,
gleichartiger Zahnersatz,
Regelversorgung,
Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz
Aneurysma
engl.: aneurysm; umschriebene, in der Regel asymmetrische, dauerhaft bestehende
Wandausbuchtung eines vorgeschädigten arteriellen Blutgefäßes oder der Herzwand.
Derartige Veränderungen können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens aus
einer Gefäßschädigung heraus entwickeln.
Der Name "aneurysmatische
Zyste" soll ausdrücken, dass diese aus einem Gewebe besteht, das
kavernöse, mit Blut gefüllte, mehrkammerige Hohlräume aufweist - mit einem
echten A. hat diese Beschreibung wenig gemein.
Anfinieren
Anpolieren, engl.: finishing; durch die
Duktilität
(Dehnbarkeit, Verformbarkeit) eines Materials bedingte Möglichkeit, eine
Randspaltoptimierung durch sog. Kaltverformung durchzuführen. Durchgeführt
werden derartige Maßnahmen durch
Finierer oder
Schlagpolierer, die so drehen müssen, dass sie vom Füllungsrand weg zum Zahn
hin rotieren
Besonders bei den Goldgussfüllungen ("Gold-Inlays") können die
Füllungsränder durch A. sehr dicht und nahtlos in den Zahn übergehend
gestaltet werden. Weitere Einsatzgebiete sind das A. von Kronenrändern
oder die Randausarbeitung von plastischen Füllungen. Hierbei findet allerdings
kein eigentliches A. statt, vielmehr steht dieser Ausdruck für einen
möglichst glatten Übergang von
Restauration
und Zahn.
Finieren
angeborener Zahn
prälaktaler Zahn, (neo)nataler Zahn, "Hexenzahn",
engl.: natal tooth, predeciduous tooth; entweder als zu früh
durchgebrochener
Milchzahn (
Dens natalis) oder als fehlgebildete Zahnentwicklung vorkommend (
prälaktaler Zahn).
Angestellter Zahnarzt
engl.: employee dentist; Form der beruflichen Tätigkeit eines Zahnarztes
in einer
Vertragszahnarztpraxis. Voraussetzung dafür ist die Leitung dieser Praxis
durch einen
niedergelassenen Zahnarzt, welcher seine Behandlungen zu überwachen und zu
verantworten hat; weiter muss der angest. Za. die
Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.
Durch das
Vertragsarztänderungsgesetz traten ab 2007 liberale Vorschriften zur
Beschäftigung ein:
Grundsätzlich unbeschränkte Anstellungsmöglichkeit, auch in gesperrten Gebieten
Voraussetzung ist weiterhin die grundsätzlichen Verpflichtung zur persönlichen
Ausübung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit des Praxisinhabers. Dies bedeutet,
dass ein Vertragszahnarzt mit Vollzulassung maximal zwei ganztags beschäftigten
oder höchstens vier halbtags beschäftigte Zahnärzte ("angestellter
Teilzeit-Zahnarzt") anstellen kann. Nur der Vertragszahnarzt rechnet gegenüber
seiner KZV ab.
Degression:
es erfolgt eine Gleichstellung mit dem
Vertragszahnarzt. Dies bedeutet, dass eine Praxis für jeden angst. Zahnarzt
die volle Degressionspunktmenge erhält, ab der sich der Vergütungsanspruch
verringert
Nur dann Mitgliedschaft in der jeweiligen
KZV, wenn
mindestens eine halbtägliche Beschäftigung erfolgt

Veränderung: berufstätige Zahnärztinnen 1988-2009
Die Zahl der Zahnärzte, die nicht in eigener
Niederlassung,
sondern als Angestellte in Praxen arbeiten, ist in den letzten Jahren ständig
gestiegen; Ende Juni 2009 waren es 3705. Viele junge Zahnärzte und vor
allem Zahnärztinnen scheuen die hohen Investitionskosten von über 360.000 EURO
(2008) einer Praxisgründung und sehen die Arbeit in Anstellung als attraktive
Alternative an. Mit dem
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz sind Anstellungsverhältnisse einfacher
geworden, und viele Berufseinsteiger bzw. Praxen nutzen diesen Weg. Damit bilden
sich größere
Behandlungseinheiten. 1991 waren 7,5 Prozent der
Praxen
Gemeinschaftspraxen, 2007 waren es 19 Prozent. Zusätzlich sind die
Berufsausübungsgemeinschaften in ihrer einzelnen Größe gewachsen.
Beschäftigungsverbot für schwangere angestellte Zahnärztinnen:
das Bundesverwaltungsgerichtsurteil vom 27.05.1993 bestätigt eine Anordnung des
Gewerbeaufsichtsamtes, "dass eine schwangere Zahnärztin keine invasiv-operativen
Tätigkeiten wie dentalchirurgische Eingriffe, Zahnextraktionen, Injektionen
ausführen darf und alle übrigen Behandlungen wie konservierende Arbeiten nur
dann ausgeführt werden dürfen, wenn eine Verletzungs- und damit Infektionsgefahr
damit ausgeschlossen wird."
Altersgrenze,
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz,
Zweigpraxis
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen
Einzelpraxis (W. Schinnenburg;
Zahnärztlicher Fach-Verlag (zfv) ; ausführliche und kompetente
Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für
Medizinrecht.
Angina Ludovici;
Mundbodenphlegmone
Angina pectoris
"chronische Herzschmerzen", "Herzenge", engl.: angina (pectoris),
(Heberden's) angina; mit den Symptomen: Starke Schmerzen in der Herzgegend (die
typische Herzenge, sog. Kardialgie), Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, bis
hin zur "Todesangst".
Angiographie, engl.: angiography;
röntgenologische Darstellung von Blutgefäßen, nachdem in diese ein
Kontrastmittel injiziert wurde;
Arteriographie
Angiotripsie, engl.: angiotripsy;
blutstillendes Abquetschen ("Abklemmen") eines Blutgefäßes (in der Regel einer
Arterie) mit einer Quetschklemme (Arterienklemme
oder sog. Angiotriptor);
Nachblutung
Angle
Angle Klassifikationen, engl.:
Angle's classifications; nach einem der Begründer (amerik. Zahnarzt,
E.H.A. Angle, 1855-1930) einer wissenschaftlichen
Kieferorthopädie benannte und weltweit
gültige Einteilung der relativen Lagebeziehung (in
sagittaler
Richtung) des
Oberkiefers
zum
Unterkiefer (korrekt: des unteren
ersten Backenzahns im Bezug zum entsprechenden oberen). Danach
werden als Hauptklassen unterschieden:
- Klasse I : der vordere Höcker (mesio-buccale
; grüner Punkt) des oberen ersten
Molars beißt in das mittlere zentrale
Grübchen (roter Punkt) des unteren
ersten Molars. Diese entspricht einer "normalen" (eugnathen)
Lagebeziehung vom
Unterkiefer zum
Oberkiefer.
- Klasse II : der vordere Höcker (mesio-buccale
; grüner Punkt) des oberen ersten
Molars beißt vor das mittlere
Grübchen (roter Punkt) des unteren
ersten Molars. Diese entspricht einer "rückgestellten" (prognathen)
Lagebeziehung vom
Unterkiefer zum
Oberkiefer (
Distalbiss). Besonders Kinder mit Erkrankungen dieser Klasse
neigen auch zu allgemeinen orthopädischen Erkrankungen/Befunden.
Nach der Achsrichtung der vorderen Schneidezähne wird
zusätzlich in die Klassen II,1 (Achsrichtung zur Lippe hin,
"nach vorne"), II,2 (Achsrichtung gerade nach unten, "steil",
Steilbiss) und II,3 (zu den Unterkieferzähnen hin, "nach
innen") unterschieden.
- Klasse III : der vordere Höcker (mesio-buccale
; grüner Punkt) des oberen ersten
Molars beißt hinter das mittlere
Grübchen (roter Punkt) des unteren
ersten Molars. Diese entspricht einer "vorgestellten" (progenen)
Lagebeziehung vom
Unterkiefer zum
Oberkiefer.
Abweichung,
Begg
Technik,
Doppelvorschubplatten,
Dysgnathie,
Fehlstellung von Zähnen,
Frontzahnstufe,
Kieferprofilfeld,
Kompressionsanomalie,
Modellanalyse,
Overjet,
Retrognathie,
Tweed-Analyse |
 |
Angst
vor einem Zahnarztbesuch, Zahnbehandlungsangst, Oralphobie,
engl.: dental (treatment) phobia, dental anxiety;
Acht von zehn Befragten geben an, unter einem Angstgefühl beim Zahnarztbesuch zu
leiden. Die krankhafte Oralophobie führt bei zwei bis zehn Prozent der
Bevölkerung dazu, sich nicht in zahnärztliche Behandlung zu begeben.
Die häufigste Ursache für die Ausbildung einer Zahnbehandlungsangst stellen
traumatische Erlebnisse - häufig schon in der Kindheit durch eine
ungenügende/schlechte/falsche Vorbereitung - während einer Behandlung dar. Hinzu
kommen negative Auswirkungen durch das soziale Umfeld: So kann es vorkommen,
dass Kinder, die noch nie beim Zahnarzt waren, aufgrund von elterlichen
Erzählungen eine A. entwickeln. Bei vielen Patienten steht jedoch das
unangenehme Gefühl im Vordergrund, die Kontrolle abzugeben und dem Zahnarzt
ausgeliefert zu sein.
Für eine Therapie ist die eindeutige Abgrenzung zwischen Angst und
Phobie notwendig. Bei erwachsenen Angstpatienten hat sich das
Selbstbeurteilungsverfahren beispielsweise mit dem hierarchische Fragebogen HAF
(nach Jöhren, 1999) bewährt. Eine Zahnbehandlungsphobie liegt vor, wenn der
Patient hochängstlich ist und zusätzlich die Zahnbehandlung vermeidet. In diesem
Fall sollte auf professionelle Hilfe zurückgegriffen werden.
Im Zusammenhang mit einem
Behandlungsschmerz werden 4 Arten von A. unterschieden:
- Erwartungsangst: Die "Angst vor der Angst" und vor dem kommenden
Schmerz vor der Behandlung
- Kontrollverlustangst: Als Reaktion, die Kontrolle über sich
selbst zu verlieren
- Bewertungsangst: Als Ausdruck einer Scham, vor dem Behandler
einen schlechten Eindruck zu machen
- Sekundärangst: Infolge der Wahrnehmung der eigenen körperlichen
Erregung
-
davor
ist die Angst am Größten
Im Zusammenspiel von
Schmerz und A. kommt dann ein "Angst-Verspannungs-Schmerz-Kreislauf"
zustande: Je ängstlicher ein Patient ist, umso mehr kommt es zu einer
psychischen und physischen Erregung, die mit Muskelverspannungen einhergeht.
Durch die Ausschüttung von Gewebshormonen (Kinine) führt die Muskelverkrampfung
zum Symptom "Schmerz". Dieser Schmerz verstärkt wiederum die Angst positiv; der
Kreislauf wird erneut durchlaufen.
Während sich "normale Ängste" vor/bei einem Zahnarztbesuch meist durch
Vertrauen in den Behandler und eine gewisse Ablenkung (z.B. Walkman im
Wartezimmer) oder Entspannungsübungen beherrschen lassen, ist die Behandlung
der
Phobien - da eine echte Krankheit - meist langwierig. Es bieten sich
nachfolgende Möglichkeiten an, die in der Regel von den Krankenkassen übernommen
werden (medizinische Begründung erforderlich; vorher nachfragen!):
- Verhaltenstherapie
auch "systematische Desensibilisierung"; die fachmännisch
durchgeführte psychologische Beeinflussung des Patienten gilt heute als der
Standard bei Phobiebehandlungen. Der Patient wird schrittweise mit
Situationen konfrontiert, die seinen Hauptängsten entsprechen. (zB.
www.spiegel.de/gesundheit# )
- Tiefenpsychologische Ansätze
Die Mundhöhle soll nach Siegmund Freud eine besonders sensible Rolle für
unbewusste Konflikte und für alle Formen des normalen und auch gestörten
Erlebens und Verhaltens zu spielen. In einer Psychoanalyse werden diese
unbewussten Ängste analysiert und therapiert
-
Akupunktur
durch gezieltes "Nadelsetzen" sollen sich Angst und Verspannung lösen. So
nutzen Zahnärzte am häufigsten die A. dazu, die Ängste ihrer
Patienten vor der eigentlichen Therapie abzubauen. Zur Angstlösung
stimulierten sie u.a. die Nadelpunkte LI-4, GV-20, Ex-6. Doch auch mit
einigen anderen Punkten (z.B. ST-5 und ST-7), die eher der
Analgesie dienen, wurden Erfolge
erzielt. Bisher in der
ZHK keine überzeugenden Ergebnisse
-
Hypnose
wenn von einem ausgebildeten Zahnarzt durchgeführt, mit teilweise guten
Erfolgen ; bei Kindern:
QuickTimeTrance
- table width="870 width="870tten,
Prämedikation
meist Einsatz von Psychopharmaka. Wegen einer Suchtgefahr nur kurzzeitiger
Einsatz vertretbar. Keine ursächliche Behandlung der Ängste. Die
DGZMK empfiehlt eine Prämedikation mit Midazolam (z.B. Dormicum™) mit
maximal 0,18 mg/kg Körpergewicht bei cardial und pulmonal gesunden
Patienten.
-
Narkose, Behandlung im Schlaf
Wunschtraum vieler Patienten, aber nur als "letztes Mittel" anzusehen, wenn
andere Verfahren nicht greifen, da keine Ursächliche Therapie erfolgt und im
Laufe eines Lebens viele Zahnarztbesuch erforderlich sind. Narkoserisiko
- Nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse einer "Colgate-Studie 2004":

Akupunktur, Analgosedierung,
Anxiolyse,
Iatrophobie,
Phobie,
Psychosomatik,
QuickTimeTrance,
Schmerz
Jeder Zehnte hat große Angst vorm Zahnarztbesuch (BZÄK, 2012)
Angulation
Zahnneigung, engl.: do.; Winkelangabe ("die A. beträgt ..°") für
die Kippung einer Zahnachse; meist gebräuchlich für die A. in
mesialer oder
distaler
Richtung zu einer
Zahnlücke
hin, oder für die Veränderung der natürlichen Zahnneigung bedingt durch einen
verlagerten Zahn.
Inklination
Angulus mandibulae;
Kieferwinkel
Anhänger, Jargonbezeichnung für das
Freiendglied einer
Freiendbrücke
Anisodontie, engl.: anisodontia;
verschiedenartig ausgebildete Zahnarten in einem Gebiss;
Heterodontie
anisognath
engl.: anisognathous; anatomische Bezeichnung
für das beim menschlichen Gebiss übliche Überdecken des oberen
Zahnbogens
über den unteren.
isognath
Anisotropie
[an-i...; griech.], die Richtungsabhängigkeit der verschiedenen physikal.
Eigenschaften eines Stoffes, z.B. Elastizität, Spaltbarkeit, Härte, elektrische
Leitfähigkeit, Wärmeleitung und Lichtbrechung bei zahlr. Kristallen.
(Definition nach: (c) Meyers Lexikonverlag).
Ankerbandklammer
Intarsienklammer, engl.: anchorage band clasp,
anchoring band clasp; zu den Geschieben
zählende
Klammerart (Doppelarmklammer mit Auflage), welche in eine speziell
konstruierte Vollkrone eingearbeitet ist: kleine Rasten an den Enden der
relativ breiten und langen
Klammerarme greifen in entsprechende Vertiefungen der Krone ein und
gewähren so einen sicheren Halt.
Später erfolgte eine Weiterentwicklung zu einer Art Außenteleskop
(Ringteleskop) ohne okklusale Fläche in Verbindung mit einer
Ankerbandkrone. |

|
Ankerelement
"Anker", engl.: abutment (element), anchor element;
Oberbegriff für ein künstliches Element, welches zur Abstützung und/oder Halt
von Zahnersatz dient. Das A. ist fest auf einem natürlichen Zahn oder
Implantat (Pfeiler)
zementiert ("verankert"). Gebräuchliche A. sind
Kronen,
Stege,
Teleskope
und Geschiebe ("Ankergeschiebe").
Ankerimplantat
engl.: anchor implant; beschreibende Bezeichnung für eine heute nicht
mehr gebräuchliche Implantatform bei
enossalen
Implantaten: Implantatkörper u. -fuß sind ankerförmig gearbeitet und sollen
so im Alveolarfortsatz fest "verankert" sein. Heute durch
Schraubenimplantate abgelöst.
Ankerzahn
Anker, engl.: abutment (tooth), anchor(ing)
tooth; wenig gebräuchliche Bezeichnung für einen körpereigenen Zahn (oder
ein Implantat), an welchem
festsitzender
Zahnersatz oder
herausnehmbare Prothesen
abgestützt und / oder befestigt werden. Wie bei
Brücken spricht man besser von
Pfeilerzähnen.
Ankerelement
Ankylodontie
"Zahnwurzelverwachsung", engl.: ankylodontia; Verwachsung der
Zahnwurzel
mit dem umgebenden
Alveolarknochen. Bei einem derartigen Vorgang ist es vorher zu einem Verlust
des Desmodonts
gekommen. Typische Folge einer
traumatischen Zahnverletzung oder
Replantation.
Ankylose
Ankyloglossie
"Zungenverwachsung",
engl.: ankyloglossia, tongue tie; angeborene, mehr oder
wenig starke Verwachsung der Zunge mit dem Mundboden, meist durch ein
ausgeprägtes, zu weit zur Zungenspitze hin reichendes Zungenbändchen (
Frenulum
linguae) bedingt. Je nach Ausprägung kann es dadurch zu Sprach- und
(seltener) Schluckstörungen kommen, da die Zunge in ihrem
Bewegungsspielraum eingeengt ist. Zahnärztlicherseits werden
Zahnfehlstellungen und
parodontale Verletzungen beobachtet. Behandlung in der Regel durch
Frenulektomie möglich. |

|
Ankylose
Gelenkversteifung, engl.: ankylosis; teilweise oder
vollständige Verwachsung eines Gelenks mit der Umgebung bis hin zu
völligem Bewegungsverlust.
Kiefergelenk,
Nearthrose
In der
Endodontie wurde der Begriff A. früher als
Ersatzresorption bezeichnet. Man meint damit die hartgewebige
Verwachsung von der
Zahnwurzel mit dem umgebenden
Aloveolarknochen.
In der
Implantologie versteht man unter A. die bündige
Verwachsung des Implantatkörpers mit dem umgebenden Knochen. Während ein
natürlicher Zahn über das
Desmodont federnd aufgehängt ist (die Federung erlaubt ein Nachgeben
("Intrusion")
des Zahnes bei einer vertikalen Belastung von ca. 20 µm), gibt die
starre Implantatverankerung nur noch um ca. 2 µm nach.
Osseointegration,
Vogelgesicht |

beidseitige
Kiefergelenks-
Ankylose bei einem 6-jährigem
(maximale Mundöffnung)
|
Ankylostoma,
Kieferklemme
Anodontie
Zahnlosigkeit, engl.: anodontia; dieser Zustand kann angeboren
sein (Ausbleiben einer
Zahnkeimentwicklung; sehr selten!) oder im Laufe des Lebens durch
vollständigen Verlust der Zähne erworben werden (
zahnlos)
Aplasie,
Hypodontie,
unbezahnt,
zahnlos
Anomalie
Missbildung, Abweichung vom Normalen, engl.: anomaly;
Abweichung,
Dysgnathie,
Kieferorthopädie,
Zahnanomalie
Anosmie
engl.: anosmia; Fehlen bzw. Verlust des Geruchssinnes. Unterteilung in:
zentrale A.: Schädigung von Nervenstrukturen im Gehirn
periphere A.: Schädigung des Riechepithels
gustatorische A.: Verlegung der Riechspalte, fehlender Luftstrom von den
Geschmacksrezeptoren her
Antagonist
Gegenzahn,
"Ein-zu-Zwei-Zahn-Relation", engl.: do.; der Zahn (die Zähne), auf
welchen ein Zahn beim Kieferschluss im Gegenkiefer beißt. Im normalen
Gebiss sind dies in der Regel immer zwei Zähne, mit Unterteilung in
Hauptantagonist und Nebenantagonist, auf welche ein Zahn im
Gegenkiefer auftrifft (sog. Antagonistenkontakt; s. Abb.).
Aktionsfläche,
Elongation,
Extrusion,
Fossa,
Gebiss,
Gegenbiss,
Interkuspidationskontaktpunkte,
Interkuspidationstiefe,
Kaueinheit,
Molarenrelation,
okkludieren,
Okklusion,
Okklusionseinheit,
Okklusionsfeld,
Okklusionsfläche,
Scherhöcker

|
anterior, engl.: do.; vordere, nach vorn
verlagern, verschieben. Gegenteil: posterior (hinterer, rückwärtiger)
Anthropologie; engl.: anthropology;
Menschenkunde, Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung
antibakteriell
"bakterienschädigend", engl.: antibacterial (agent); Substanzen,
die durch biologische, chemische, mechanische oder thermische Schädigung zur
Abtötung von
Bakterien führen können.
Antibiogramm
engl.: antibiogram o. bacterial sensivity test;
Empfindlichkeitsmessung von best.
Erregern gegenüber den versch.
Antibiotika. Hauptsächlich angewandt, wenn "Standard-Antibiotika-Gaben"
nicht ansprechen
Antibiotika,
Resistenz,
Resistenzbestimmung
Antibiose
griech. Anti = gegen, bios = Leben; in der Medizin Bez. für eine
Wachstumshemmung bzw. Abtötung von zur Erkrankung führenden
Mikroorganismen durch Stoffwechselprodukte anderer Bakterien oder Pilze;
Antibiotika
Antibiotika
Einz.: Antibiotikum, Antiinfektiva, engl.: antibiotic(s);
zu der Gruppe der
Chemotherapeutika gehörend, von
Mikroorganismen wie Schimmelpilzen (z.B.
Penicillin), Strahlenpilzen (Tetrazyclin,
Chloramphenicol) und
Bakterien gebildete Stoffwechselprodukte und ihre künstlich hergestellten
Abarten. Es sind Substanzen, die Parasiten (z.B.
Mikroben) in ihrem Wachstum beeinflussen, ohne die Zellen des Wirts zu
schädigen.
1935 Einführung der Sulfonamide, 1942 die der
Penicilline; zu der Zeit noch mit einer rein empirischen Dosisempfehlung.
A. gehören neben den Schmerzmitteln zu den am
häufigsten verordneten
Medikamenten in einer Zahnarztpraxis und dienen vorrangig als Heilmittel bei
bakteriellen
Infektionen, aber auch zur
Prophylaxe vor chirurgischen Eingriffen. Jährlich wurden in Deutschland 2003
A. im Gesamtwert von rund 750 Millionen Euro verordnet. Das bedeutet: Im
Schnitt entfallen auf einen 20- bis 40-Jährigen etwa fünf Tagesdosen. Inzwischen
sind über 400 Präparate auf dem Markt, gegen die häufigsten Erreger gibt es
gleich mehrere Mittel.
Unter dem Sammelnamen A. befinden sich eine Vielzahl von
Medikamenten auf dem Markt, welche sich grob unterteilen lassen
(berücksichtigt sind hierbei nur die Gruppen von zahnärztlichem Belang):
A. wirken nach versch. Prinzipien:
Sie greifen in die Synthese der Außenhülle der Bakterien ein, welche die
Mikroorganismen als stabiles Schutzschild umgibt, schwächen diese und bringen
sie schließlich zum Absterben (Beta-Laktam-A. wie z.B.
Penicilline,
Cephalosporine)
Hemmung der Eiweißsynthese in der Bakterienzelle (typisch für
Makroloide,
Clindamycin und
Tetrazyklin)
Interferenz (Hemmung eines biologischen Vorgangs durch einen gleichzeitigen
und/oder gleichartigen anderen) mit spezifischen Stoffwechselprozessen der
Bakterienzelle; z.B.
Gyrasehemmer
Dabei entfalten sie eine
bakterizide Wirkung oder hemmen die Bakterien in ihrem Wachstum (=
bakteriostatische Wirkung).
A. gehören -
pharmakologisch gesehen - zu den sichersten Medikamenten überhaupt;
Todesfälle durch Überdosierung (nicht durch
allergische Reaktionen!) sind äußerst selten.
Eine Behandlung mit A. sollte in Erwägung gezogen werden, wenn der
Patient eine bakterielle Infektion nicht durch die eigene
Immunabwehr überwinden kann. A. sind nur zur Eliminierung von
Bakterien bestimmt. Bakterien sind wahre Überlebenskünstler und extrem
anpassungsfähig. Deshalb ist das Auftreten von
Resistenzen in Gegenwart von A. unvermeidlich und sogar
natürlich. A. sollten folglich nur verschrieben werden, wenn es wirklich
notwendig ist. Heutzutage werden A. aber nicht nur in der Human- und
Tiermedizin eingesetzt, sondern häufig auch in der Landwirtschaft und Viehzucht.
A. werden in der Regel
oral
dem Körper
systemisch zugeführt. Dabei tritt das generelles Problem auf, dass eine
ausreichend hohe und therapeutisch wirksame Konzentration im erkrankten Gebiet
vorhanden ist. Deshalb werden - besonders in der
Parodontologie -
lokale Antibiotika mit entsprechendem Erfolg eingesetzt.
Je nach eingesetztem A. lassen sich versch. - meist nur vorübergehende -
Nebenwirkungen beobachten, welche grob in 4 Gruppen eingeteilt werden
können:
allergische Reaktionen in Form von Früh- und Spätreaktionen;
gefährlichste Reaktion ist der (seltene)
anaphylaktische Schock!
biologische Reaktionen besonders in einer Zerstörung natürlicherweise
vorkommender
Bakterien der
Mundhöhle (
Haarzunge) und des Darms (Durchfallerkrankungen)
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Orale
Kontrazeptiva ("Pille") mit einer Kombination von Ethinylestradiol und
einem synthetischen Gestagen bieten normalerweise sehr verlässlich Schutz vor
ungewollter Schwangerschaft; von Fall zu Fall muss mit einem Versagen dieser
Methode gerechnet werden. Zu den Faktoren, die zur Verminderung der
kontrazeptiven Sicherheit beitragen können, gehören Interaktionen mit anderen
Arzneimitteln. So ist bekannt, dass die Sicherheit der verhütenden Wirkung der
Kontrazeptiva durch Einnahme von
Tetracyclinen vermindert wird, weil Tetracycline die Aufnahmen der
Kontrazeptiva über den Darm verschlechtern. Ebenso können
Johanniskrautpräparate, sowie Durchfallerkrankungen die Wirkung der
Antibabypille herabsetzen.
Retrospektive Untersuchungen über die Versagerquote von Kontrazeptiva unter
Einnahme verschiedener Breitband-Antibiotika in dermatologischen Praxen brachten
zwar eine leichte, aber nicht signifikante Zunahme von ungewollten
Schwangerschaften
toxische (giftige) Nebenwirkungen, welche heute äußerst selten sind
A. werden in der
ZHK hauptsächlich bei folgenden Erkrankungen verabreicht:
vom Zahn ausgehenden eitrigen Infektionen (Abszessen*),
Aktinomykose,
Parodontitis apicalis,
Perikoronitis,
Periimplantitis, unfallbedingten
Infektionen)
*) Entleert sich bei einer nötigen
Inzision Eiter, ist eine antibiotische Therapie nicht angezeigt; sie sind
jedoch bei der Schwere des Krankheitsbildes dann erforderlich, um eine
Superinfektion und drohende Ausbreitung in angrenzende Weichgewebe zu
verhindern.
akute, nekrotisierende Zahnfleischentzündungen (ANUG)
akute, eitrige
Speicheldrüsenentzündung
akute und chronische
Osteomyelitis
Aktinomykose
Prophylaxe vor/bei umfangreichen Kiefer-Operationen
Prophylaxe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B.
Endokarditis-Prophylaxe)
Die meisten in der
ZHK auftretenden
Infektionen werden von
grampositiven Bakterien (Streptokokken,
nicht Penicillinase-bildenden
Staphylokokken) verursacht. Zur Bekämpfung dieser
Mikroorganismen werden primär orale Penicilline (Penicillin V und
Propicillin) und als Alternative Erythromycin oder
Clindamycin eingesetzt. Bei auf eine normale Therapie nicht ansprechende
Zahnfleischerkrankungen gelten andere A. als Standard (
Antibiotikazufuhr bei
Zahnfleischerkrankungen). Das klassische Antibiotikum
Penicillin erweist sich wegen einer weltweit zu beobachteten
Resistenz zunehmend als wirkungslos. Schätzungen gehen davon aus, dass
bei
Infektionen im Kiefer-Gesichts-Bereich nur noch 44% der festgestellten Keime
auf Penicillin ansprechen. Zudem ist bei Penicillin die
Allergierate besonders hoch.
Die oft vorschnelle Behandlung von Infektionskrankheiten mit A. hat einen
weiteren, bisher unbekannten Nachteil. Einer US-Studie zufolge leiden
Schulkinder wesentlich öfter an Allergien und Asthma, wenn sie als Säugling mit
Antibiotika behandelt wurden.
Empfohlene Anwendung bei:
Einnahme:
Die in der
ZHK relevanten A. sollten auf nüchternen Magen (1 Std. vor bzw. 3
Std. nach einer Mahlzeit) eingenommen werden. Auf Grund der Säureempfindlichkeit
sollten zum Trinken keine Fruchtsäfte Verwendung finden; gut mit
Wasser/Mineralwasser nachtrinken, damit das Präparat schneller wirkt.
Antibiogramm,
Antibiotikaprophylaxe,
Autovakzine,
Behandlung in der Schwangerschaft,
Biofilm,
Clindamycin,
Defensine,
lokale Antibiotikazufuhr,
MHK90,
Mundflora,
Penicillin,
Quincke Ödem,
Procalcitonin-Test,
Resistenz,
STAMPs,
unterstützende
Antibiotikatherapie.
Schwangerschaft (siehe unter
Artikel Index - Ordner - Schwangerschaft)
Antibiotikaprophylaxe
antibiotische Abschirmung, "perioperative Antibiotika-Prophylaxe",
engl.: prophylactic antibiotic coverage; begleitende
antibiotische Maßnahmen zur Senkung der Rate
postoperativer Infektionen. Derartige Maßnahmen können überhaupt nur sinnvoll
sein, wenn eine einwandfreie
Basishygiene,
aseptisches Arbeiten und eine gewebeschonende
Operationstechnik vorliegen und zum Zeitpunkt des Eingriffes ein genügend hoher
Gewebsspiegel besteht. PD Dr.Dr. Bilal Al-Nawas (Mainz) unterteilt in
Prozedurenbezogene und Patientenbezogene Faktoren:
- Prozedurenbezogene Faktoren
augmentative Verfahren:
obwohl hierbei meist eine Prophylaxe durchgeführt wird, liegen bisher keine
aussagekräftigen Studien vor. Bei autologen Transplantaten will man mit
einer rechtzeitigen Antibiotikagabe eine "Beladung" des Implantats mit
diesem Medikament erreichen
Endodontie:
wird als Unterstützung im Sinne einer begleitenden antiinfektiven Prophylaxe
bei einer
chronischen apikalen Parodontitis bei gesunden Patienten nicht für
sinnvoll gehalten. Selbst akute Formen bedürfen nur in seltenen Fällen einer
Unterstützung, da auch hier die Entlastungs-Trepanation
und
Wurzelkanalaufbereitung die Methode der Wahl sind
enossale
Implantate:
bisher scheinen Antibiotikagaben den
Einheilungsvorgang etwas günstiger zu beeinflussen
komplizierte Zahnentfernungen / kieferchirurgische Eingriffe
(z.B.
Weisheitszähne,
Wurzelspitzenresektion):
retinierte,
entzündungsfreie Zähne bedürfen keiner Prophylaxe; eine entzündete
Operationsumgebung und/oder ein lang dauernder Eingriff können
Patientenindividuell eine Abschirmung nötig werden lassen
Mund-Antrum-verbindung (MAV):
bisher existieren keine Untersuchungen, die belegen, dass eine antibiotische
Prophylaxe den Erfolg einer plastischen Deckung erhöht. Lokale,
abschwellende Maßnahmen (z.B. Nasentropfen) zur Verbesserung der
Kieferhöhlenbelüftung sollten im Vordergrund stehen
- Patientenbezogene Faktoren
Bisphosphonate:
wegen der bisherigen negativen Erfahrungen sollten Eingriffe am
Kieferknochen nur unter strenger Abwägung und einer längeren antibiotischen
Abschirmung erfolgen
Diabetes
mellitus:
gerade schlecht eingestellte Erkrankungen zeigen eine hohe Neigung zu
Wundinfektionen. Insbesondere bei längeren Eingriffen und zweifelhafter
Blutzuckereinstellung sollte die Indikation für eine antiinfektive
Prophylaxe eng gestellt werden
Endokarditisrisiko:
es ist äußerst schwierig, das Risiko einer
Bakteriämie bei kleineren lokalen Eingriffen (z.B. Anlegen einer
Matrize, Zahnsteinentfernung) abzuschätzen, da die Datenlage in der
Literatur stark schwankend ist und die neueste amerikanische Leitlinie
(2007) bei Patienten mit niedrigem Risiko den Einsatz von Antibiotika
relativiert. Unverändert haben Patienten mit einem hohen Risiko eine strenge
antibiotische Indikationsstellung. Mehr unter
Endokarditis u.
Endokarditisprophylaxe
Endoprothesen (Gelenkendprothesen):
Einzelfälle einer Verbindung zwischen
odontogenen
Keimen und Gelenkprothesen-Infektionen sind zwar beschrieben, ein kausaler
Zusammenhang jedoch nicht nachweisbar. Bisher empfiehlt sich nur der Einsatz
in der frühen Einheilphase (bis zu einem Jahr) und/oder kritischer
körperlicher Abwehrlage
Immunsuppression:
sollten in der Regel antibiotisch abgeschirmt sein. Wegen des Vorliegens sehr
unterschiedlicher Formen und Risiken sollte eine Absprache mit dem
behandelnden Facharzt erfolgen
Strahlentherapie (im Hals-Kopf-Bereich):
chirurgische Maßnahmen am Kiefer sollten nach überstandener Therapie
besonders schonend und unter verlängerter Abschirmung durchgeführt werden
Antibiotika
-Zufuhr bei Zahnfleischerkrankungen, unterstützende
Antibiotikatherapie, engl.:
adjunctive antibiotic therapy; mit dem Ziel einer Eliminierung krankhafter
Keime aus der
Zahnfleischtasche bzw. Mundhöhle. Der Einsatz von
Antibiotika bei der Behandlung
entzündlicher parodontaler Erkrankungen wird häufig und kontrovers
diskutiert. Einige Studien zeigen in Abhängigkeit von der Applikationsform
durchaus gute Ergebnisse, andere Meinungen raten grundsätzlich von ihrer
Anwendung ab, nicht zuletzt aufgrund der Gefahr vor einer Verschleierung des
Krankheitsbildes und möglicher
Resistenzentwicklungen. Im Vorfeld des Einsatzes von Antibiotika sollte
eine mikrobiologische Diagnostik erfolgen, am zweckmäßigsten mit sog.
Gen-Sonden-Tests. Bei der überwiegenden Zahl der Parodontalerkrankungen (plaqueinduzierte
Gingivitis sowie leichte und mittelschwere
chronische Parodontitis bei
systemisch gesunden Personen) hat die unterstützende Antibiose keinen
zusätzlichen Nutzen.
Da sich die meisten Keime in
Biofilmen organisieren, ist eine vorherige mechanische Reinigung (
Debridement) der Zahn-/Wurzeloberfläche unbedingt erforderlich, wenn eine
befriedigende Wirkung der A. erzielt werden soll. Eine ausschließliche
Antibiotika-Therapie ist nur auf die seltenen Fälle beschränkt, bei welchen sich
wegen hochakuter Beschwerden/Schmerzen keine qualifizierten Maßnahmen am Zahn
durchführen lassen. Hierzu zählen besonders im Sinne einer
systemischen Therapie:
Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (NUG) und Parodontitis (NUP) mit
ausgeprägter Allgemeinsymptomatik
Aggressive Parodontitis u. schwere chronische Parodontitis
Therapie-unempfindliche Parodontitis
Unterstützende Therapie bei Vorliegen
spezifischer Keime
Parodontalabszess mit Ausbreitungstendenz
Um einer
Resistenzbildungen durch eine ungeeignete Antibiotikaauswahl vorzubeugen,
sollten nur bekannt wirksame Medikamente eingesetzt bzw. vorher eine
Resistenzbestimmung durchgeführt werden.
Nach der Dt. Ges. f. Parodontologie
und der Dt. Ges. f. Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (
DGZMK)
liegen folgende Antibiotikakonzentrationen in der Gingivalflüssigkeit bei
systemischer Verabreichung vor:
A.a.
| T.f. |
E.c. |
P.g. |
P.i. |
P.n. |
| Amoxicillin |
+ |
+ |
|
++ |
|
|
| Metronidazol |
|
++ |
|
+ |
+ |
++ |
| Ciprofloxacin |
+ |
|
+ |
|
|
|
|
Doxycyclin |
|
+ |
+ |
|
|
|
| Tetracylin
|
|
+ |
+ |
|
+ |
|
| Clindamycin |
|
++ |
|
|
|
|
| Metronidazol &
Amoxicilin* |
+ |
++ |
|
++ |
+ |
++ |
| Metronidazol & Ciprofloxacin* |
+ |
++ |
+ |
+ |
+ |
++ |
Legende:
Antibiotikakonzentrationen in der Gingivalflüssigkeit bei
systemischer Verabreichung. Ausgedrückt in Vielfachen der
in
vitro minimalen Hemmkonzentration (MHK90):
+ = 101 fach, ++ = 102 fach, +++ = 103 fach ;
* = von Einzelwerten abgeleitet
A.a.:
Actinobacillus actinomycetemcomitans; T.f.:
Tanerella forsythensis; E.c.:
Eikenella corrodens; P.g.:
Porphyromonas gingivalis; P.i.:
Prevotella intermedia; P.n.:
Prevotella nigrescens
Wie ersichtlich, sind besonders die Metronidazol-Kombinationspräparate für einen
derartigen Einsatz besonders geeignet.
Die Dosierung sollte nach der gleichen Quelle derart aussehen:
Wirkstoff (per os)
| Dosierung (Erwachsene) |
Indikationen |
klinische Diagnose |
| Tetracyclin 250 mg |
4 x 250 mg/die, 21 Tage |
|
|
|
Doxycyclin 100 mg |
1 x 200 mg/die, 1 Tag
1 x 100 mg/die, 18 Tage |
nichtspez.
Infektionen |
Refraktäre
Parodontitis |
| Metronidazol 400 mg |
3 x 400 mg/die, 7 Tage |
P. gingivalis
B. forsythus
Treponema ssp. |
Schwere Parodontitiden
ANUG / ANUP |
Metronidazol 400 mg
und
Amoxicillin 500 mg |
3 x 400 mg/die, 7 Tage
und
3 x 500mg/die, 7 Tage |
Parodontitis assoz.
mit A.a.
Infektionen mit P.g.
und hohen Konz.
von gram-pos.
Pathogenen |
juvenile Parodontitis
aggressive Parodontitis |
Metronidazol 500 mg
und
Ciprofloxacin 250 mg |
2 x 500 mg/die, 7 Tage
und
2 x 250 mg/die, 7 Tage |
|
|
| Amoxicillin 500 mg |
3 x 500 mg/die, 14 Tage |
|
|
| Ciprofloxacin 250 mg |
2 x 250 mg/die, 10 Tage |
|
|
| Clindamycin 300 mg |
4 x 300 mg/die, 7 Tage |
Infektionen ohne A.a.,
aber mit gram-pos.
Pathogen |
Schwere Erkrankungen
Unverträglichkeit gegen
Metronidazol |
Eine weitere Standardtherapie bei akuten, aggressiven
Parodontalerkrankung stellt der sog.
Winkelhoff-Cocktail dar.
Da bei einer systemischen Zufuhr auch gesunde Körperregionen mit dem Wirkstoff
belastet werden, sollte auch immer geprüft werden, ob nicht geeignete
lokale Antibiotika eingesetzt werden können. Zusätzlich ist eine
begleitende antiseptische Therapie (Mundspüllösungen,
spez. Mundduschen) mit
Chlorhexidin angeraten.
A. - egal ob
systemisch oder
lokal zugeführt - sollten nur dann eingesetzt werden, wenn es unbedingt
erforderlich ist. Nach der restriktiven Stellungnahme der
DGZMK
dürfen A. bei der Behandlung von
Zahnfleischerkrankungen nur bei bestimmten Formen und auch nur beim
Nachweis relevanter
Markerkeime eingesetzt werden.
Vergleichsstudien (in
vitro) zwischen
Penicillin vs. Amoxycillin/Clavulansäure, Moxifloxacin sowie Levofloxacin
ergaben eine wesentlich höhere Empfindlichkeit gegenüber Mischinfektionen durch
die nicht penicillinhaltigen
Antibiotika.
Das getestete Erregermaterial stammte aus von Zähnen ausgehenden
Abszessen. Die meisten der Erreger waren
Streptokokken oder gehörten zur
anaeroben Prevotella-Gattung.
Die Tests fielen für drei A. besonders gut aus: 100% der Kulturen
reagierten empfindlich auf Amoxycillin/Clavulansäure und 98% der Kulturen auf
Moxifloxacin und Levofloxacin. Weniger gut reagierten die Erreger auf
Doxycilin (76%) und Clindamycin (75%).
Oral eingenommene A. werden vor allem im oberen Bereich des Darms vom
Körper absorbiert. Ein kleiner Teil wandert jedoch bis ans Darmende und greift
auf seinem Weg auch Bakterien an, die für die Verdauung gebraucht werden. Die
Folge sind oft schmerzhafte Blähungen und andere Verdauungsstörungen.
Die Verwendung von Antibiotika - speziell von
Doxycyclin - bei der Behandlung von Rauchern, insbesondere bei
Vorliegen schwerer parodontaler Schäden, kann die Erfolge deutlich steigern.
Raucher sprechen im Gegensatz zu anderen Patienten schlecht auf die alleinige
mechanische Entfernung (
Scaling) der Zahnwurzelverunreinigungen an.
Antibiogramm,
Antibiotika,
Antibiotikaprophylaxe,
Antimykotika,
bakteriologische Identifizierungssysteme,
lokale Antibiotikazufuhr,
Markerkeime,
Mundflora,
PCR,
PMIK
("antiinfektiöse Therapie"),
Procalcitonin-Test,
Propolis,
Virustatika
Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen
(siehe unter Artikel Index - Ordner - Zahnfleisch
Erkrankungen)
Antiemetikum
Antemetikum, engl.: antiemetic; Mittel gegen Brech- und Würgereiz.
Von den zahlreichen existierenden,
systemisch
wirkenden Mitteln werden z.B. eingesetzt: Antihistaminika, Neuroleptica,
Anticholinergica und 5-HT3-Antagonisten. Wirkung bei zahnärztlichen Maßnahmen
(z.B. Abdrucknahme
im Oberkiefer) unsicher.
In der ZHK
werden bei einem
Würgereiz
u.a. eingesetzt:
Gingicain-Spray, Veratrum album D4,
Hypnose oder
eine spezielle
Akupunktur.
Würgereiz
Antigen
engl.: do.; artfremder Eiweißstoff, der im Körper die Bildung von Abwehrstoffen
(
Antikörpern) bewirkt, die ihn dann
selbst unschädlich machen.
Allergie,
Allergietestung,
Immunisierung
Antikoagulanzien
engl.: anticoagulants; Stoffe, die die
Blutgerinnung herabsetzen oder hemmen. Bei zahnmedizinischen Eingriffen
unter oraler A. stellt sich die Frage, ob man diese pausiert und ob sie
durch eine andere A. (in der Regel niedermolekulares, subkutan
verabreichtes Heparin) ersetzt werden muss. Hierbei muss das Risiko für
perioperative Blutungen gegen das Risiko für thrombembolische Ereignisse
abgewogen werden.
Bekannte
Medikamente sind
Heparin,
Kumarin, Hirudin und Antithrombin
Blutgerinnungsstörungen,
Quick-Wert,
Thrombozytenaggregationshemmer
Antikörper
engl.: antibody; Eiweiße, die sich im Körper an Eindringlinge hängen und
damit deren Zerstörung durch das
Immunsystem einleiten.
Allergie,
Antigen,
ECC (frühe Milchzahnkaries),
Immunsystem,
Speichel
Antimonzähne
engl.: antimony teeth (?); Ausbildung von orange-roten bis gelblich-braunen,
nicht entfernbaren
Verfärbungen
der Zähne und des Zahnfleischsaums durch eine chronische Vergiftung mit
Antimontrioxid (Antimonweiß, Sb2O3; z.B. als Flammenschutzmittel)
Schwermetallsaum
Antimykotika
Fungizide, Fungistatika, engl.: antimycotics;
Chemotherapeutika zur Behandlung von Pilzerkrankungen, Herstellung
z.T. aus Pilzkulturen o. synthetisch. Wirkungsweise durch Angriff auf die
Zytoplasmamembran oder durch Störung biochemischer Vorgänge in der Zelle.
Medikamente: Polyen-Makrolide
wie Amphotericin B und Nystin (Ampho-Moronal™, Moronal™); als Synthetikum:
Micanozol (Daktar™) als Lutschtable width="870 width="870tten oder Supensionen mit ausreichend langer
Therapie; strenge Indikation in der
Schwangerschaft.
Zur Behandlung der oralen
Candidiasis müssen möglichst lang anhaltend ausreichend hohe
Konzentrationen eines A. im Speichel erreicht werden. Dies kann durch die
intravenöse, perorale oder lokale Verabreichung der Wirkstoffe in Form von
Pastillen, Spüllösungen oder Gelen erreicht werden. Neuerdings sind
miconazolhaltige Kaugummis zur Behandlung der oralen Candidiasis auf dem Markt.
Im Vergleich mit Gel auf Miconazol-Basis erbrachte der
Kaugummi bei geringerer Dosierung mindestens gleichwertige Ergebnisse
bei sehr guter Akzeptanz durch die Patienten.
Candida albicans,
Chemotherapeutika,
Mykose
Antioxidantien
Radikalfänger, engl.: antioxidants; durch schädliche
Umwelteinflüsse, Rauchen, aber auch durch normale Stoffwechselprozesse entsteht
im Körper so genannter oxidativer Stress. Dabei werden den Molekülen in den
Zellen einzelne Elektronen entrissen. Durch diesen "Klau" gerät das Molekül aus
dem Gleichgewicht und wird zum freien Radikal. Um seine Balance wieder
herzustellen, entreißt das freie Radikal benachbarten Molekülen ein Elektron.
Dieser Vorgang führt zu einer Kettenreaktion, bei der letztlich auch wichtige
Zellstrukturen und Eiweißmoleküle angegriffen und geschädigt werden können. An
dieser Stelle kommen die A. zum Einsatz, denn sie sind in der Lage, ein
Elektron abzugeben, ohne dabei selbst zum freien Radikal zu werden. Auf diese
Weise bringen die A. die freien Radikale wieder ins Gleichgewicht und
bremsen ihre Angriffslust.
Antiphlogistikum
Entzündungen hemmendes Mittel, Adj.: antiphlogistisch, engl.:
anti-inflammatory drug; wirkt u.a. durch Hemmung der
Histaminbildung.
Es bestehen fließende Übergänge zwischen einem A. und einem
Antirheumatikum.
Eine
symptomatische Behandlung der
Entzündungssymptome (Schmerz, Schwellung, Rötung, Fieber, eingeschränkte
Funktion) werden nichtsteroidale A. (NSA) eingesetzt. Die körpereigene
Entzündungsreaktion (Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen) wird von
langfristig wirksamen Antirheumatica (LWAR) beeinflusst.
Man unterscheidet Medikamente, die neben anderen Wirkungen auch eine
entzündungshemmende haben, wie z.B.
Corticoide und nichtsteroidale Antirheumatika,
Ibuprofen;
andererseits gibt es Arzneimittel, deren Hauptwirkung die Entzündungshemmung
selbst ist: Z.B. Dimethylsulfoxid (DMSO)
Cortison,
Entzündung,
Prednisolon
Antiplaquemittel, Zahnbelagverhinderer,
engl.: plaque inhibitors;
Plaquehemmung
Antisepsis
Keimarmut, engl.: do.; alle Maßnahmen im Zusammenhang mit einer relativen
("so gut wie möglichen") Keimfreiheit; dort, wo Maßnahme der
Sterilisation
nicht durchführbar sind (z.B. lebendes Körpergewebe). Angewandt werden Methoden
der
Desinfektion unter Mitwirkung von
Antiseptika
Antiseptikum
"bakterienabtötendes Mittel", pl. Antiseptika, (auch:
Antisepticum, Antiseptica) engl.: antiseptic; Bakterien abtötendes oder
das Wachstum hemmende Mittel (
bakteriostatisch,
bakterizid). Das in der Regel äußerlich aufgetragene Medikament soll Wunden
relativ keimfrei machen (
Antisepsis), um eine Wundinfektionen zu verhindern.
Angewandt werden meist chemische Substanzen wie Phenole, Halogene, Alkohole und
Detergenzien.
Bei Erkrankungen oder zur Prophylaxe werden in der Mundhöhle zahlreiche A.
eingesetzt ("Mundspüllösungen");
Tabelle aus Saxer et al. "Einsatz von Antiseptika
in der Parodontitisprävention und -therapie", 2004:
| Antiseptikum |
Wirkstoff |
Wirkung |
Jod
Povidone-Jod |
Betaisadonna
Betadine® |
Povidon-Iod ist eine Verbindung
aus der Gruppe der Iodophore (komplexe organische Verbindungen, aus
denen molekulares Iod freigesetzt wird) und zeigt eine rasch
einsetzende, breit mikrobiozide Wirkung (grampositive und
gramnegative Erreger, Pilze), bei längerer Einwirkzeit auch gegen
Sporen und eine Reihe von Virusarten.
Hälftige Zugabe von 3%igem H202 erhöht Wirkung
besser als CHX auf
P. gingivalis und A. a. |
|
Chloride |
NaOCl 0,05% bis 0,5%
Retardex® |
Mit einer 0,1 %igen
Chlordioxid-Lösung wird Mundgeruch und
Plaque
reduziert |
Fluoride
Zinnfluorid
Aminfluorid |
meridol® |
Beim Zinnfluorid hat das Zinn die
bakterizide Wirkung
Aminfluoride alleine schwach
plaquehemmend
meridol® ist Kombination aus beiden |
|
Zink |
|
In Kombination mit Hexetidin gute
Plaquehemmung |
Phenole
Listerine |
Listerine® |
Enthält Menthol, ätherische Öle
Bei langfristiger Anwendung gute
Plaquehemmung
Wirkung auch auf gramnegative Bakterien (wirksam gegen
Mundgeruch) |
|
Hexetidin |
Hextril® |
Chemisch nicht mit Chlorhexidin
verwandt
schwacher
plaquehemmender Effekt
Gute Wirkung auf Streptokokken im Pharynx |
|
Triclosan |
Colgate total® |
Lagert sich an Bakterienmembran an
bakterizid |
|
Chlorhexidin (CHX) |
u.a. Chlorhexamed® |
Hat den besten
plaquehemmenden Effekt
Breites antibakterielles Spektrum, Verfärbungen, Geschmacksstörungen
0,2%ig auch Wirkung auf
Candida,
leichter Einfluss auf Fibroblasten,
am effizientesten ist eine zweimalige Spülung pro Tag mit 0,2%igem
CHX, 10 ml pro Spülung |
Bakterium,
ChKM,
Desinfektion,
Natriumhypochlorid,
Plaquehemmung,
Polihexanid,
Sterilisation
Antrumempyem; Eiteransammlung in der
Kieferhöhle, engl.: oroantral empyema;
Sinusitis
Antrumperforation
Mund-Antrum-Perforation, Mund-Antrum-Verbindung, engl.:
oroantral / sinus perforation; krankhafte, oroantrale Verbindung (Perforation)
zwischen Mund- und Kieferhöhle; meist als
iatrogene Folge einer Entfernung von
Backenzähnen im Oberkiefer. Diagnose entweder mit einer stumpfen Sonde ("Knopfsonde")
oder dem Nasenblasversuch. Je nach Größe der A. muss eine
plastische Deckung ("Kieferhöhlenplastik") erfolgen, meist nach
Rehrmann (Mukoperiostlappen
nach
Periostschlitzung)
Antrumfistel,
Kieferhöhlenperforation,
Lappenoperation,
Mukoperiostlappen,
Periostschlitzung
ANUG; engl.: acronym for acute
necrotizing, ulcerative gingivitis; Abk. von
Akute,
Nekrotisierende,
Ulzeröse
Gingivitis
;
eigene Seite
Anxiolyse
Angstlösung, Angstauflösung; engl.: anxiolysis; durch
chemische Stoffe (Medikamente,
Lachgas;
= Anxiolytika) ausgelöste verminderte Furcht vor
Angstzuständen.
AOK , Abk. von
AllgemeineOrtsKrankenkasse;
Betriebskrankenkasse,
Gesetzliche Krankenversicherung
AP ; (chronische) Adulte
(Erwachsenen)
Parodontitis ,
eigene Seite
Apatit
engl.: apatite; sehr hartes Mineral aus Calcium und Phosphat mit der
chem. Formel: Ca5((F,OH)(PO4)3); u.a.
Grundsubstanz der harten Körpergewebe (Knochen, Zahn) in Form des
Hydroxylapatit (Ca5[OH|(PO4)3]); so
enthält Knochen etwa 50% Hydroxylapatit, das
Dentin 70%, und der
Schmelz besteht zu 97% aus diesem Mineral. Die Formen des Hydroxylapatits
sind empfindlich gegen Säuren, indem die OH-Ionen neutralisiert werden - einzige
Ausnahme sind die Fluorverbindungen des H., insofern bewirkt der Einsatz
von
Fluoriden an der Zahnoberfläche eine Stabilität der Kristallgitterstruktur
des A. (sog. "Schmelzhärtung").
Fluorapatit,
Fluoride,
Hydroxylapatit
aPDT,
PDA
Apektomie, zusammengesetzt aus
Apex und Ektomie (operative Entfernung) ;
Wurzelspitzenresektion
Apernyl ®
von der Fa. Speiko
hergestelltes Präparat zur Wunddesinfektion auf der Basis von
Acetylsalicylsäure. Die keilförmige table width="870 width="870tte, Alveolar Stylus
genannt, passt sich der Form der
Alveole an und dient als Vorbeugung und Verhinderung von Infektionen der
Extraktionswunde.
Alveolitis,
Dolor
Post,
Dry Socket,
Wundinfektion
Apert-Syndrom
engl.: Apert's syndrome;
genetisch
bedingte kranofaziale Anomalie, welche schon in der 8.
SW feststellbar ist (im Fruchtwasser;
Sonographie
ab 3. SM); 1896 erstmalig von dem französischen Arzt Eugene-Apert mit einem
Verhältnis von etwa 1:180.000 Geburten beschrieben. In die gleiche Gruppe der
Fehlbildungen wie das A.-S. gehören das Crouzon-Syndrom, das
Carpenter-Syndrom das Pfeiffer-Syndrom und das Saethre-Chotzen-Syndrom.
Zahnärztlicherseits findet man eine extreme
Rücklage des
Oberkiefers - unter Umständen ist dieser auch noch zu klein (
Mikrognathie).
Weitere Erscheinungsbilder sind ein
Offener Biss
und eine
Pseudoprogenie. Daneben bestehen allgemein schwere körperliche
Behinderungen.
Franceschetti - Syndrom
Apex
lat. für Kuppe, Spitze, engl.: dito;
gemeinhin in der
ZHK Bezeichnung für die Wurzelspitze,
gleichzeitig engste Stelle ("apicale
Konstriktion") des
Wurzelkanals, mit einer oder mehreren Öffnungen ("Foramen
apicale") zum Durchlass der den
Zahn versorgenden Gefäße (Zufluss- und Versorgungsöffnung des Zahnes für
die
Pulpa); Hauptverbindung zwischen
Pulpa und
Parodontium. Es wird unterschieden in:
- anatomischer Apex: Die am weitesten von der Zahnkrone
entfernte Stelle des Zahnes = morphologische Wurzelspitze
- physiologischer Apex: Übergang des Wurzelkanals in das
den Zahn umgebende Gewebe (periapikales
Gewebe)
- endodontischer Apex:
Foramen apicale
- röntgenologischer Apex: Die auf dem Röntgenbild
dargestellt Wurzelspitze. Anatomisch bzw. durch die Aufnahmetechnik
bei einer Röntgenaufnahme bedingt, kann die abgebildete Wurzelspitze
vom anatomischen Apex abweichen.
Apexifikation,
apical,
Endometrie,
Konstriktion,
Kurvatur,
Röntgenmessaufnahme,
Seitenkanal,
transdental,
Wurzelspitzenrektion,
Zahn,
Zahnwurzel,
Zementdysplasie

Wurzelspitze im Detail
|
Apexifikation
engl.: apexification, root-end closure; bewährtes Vorgehen, um
Teile des
Parodontiums der Zähne mit unvollständigem Wurzelwachstum (= weit offenes
Foramen apicale) und/oder fortgeschrittenen
Pulpenerkrankungen dazu anzuregen, den offenen Apex durch
Hartsubstanzbildung des umgebenden
Bindegewebes
oder durch Zellen der
Hertwigschen Epithelscheide dicht zu verschließen (sog. Bridging). Erreicht
wird diese Stimulierung mittels Einlagen von
Calciumhydroxid-Paste, welche in den
aufbereiteten und gereinigten Wurzelkanal eingebracht werden. Die A.
kann dann nach 3-6 Monaten eintreten. Jüngere Methoden verwenden wegen einer
kürzeren Behandlungsdauer
Mineral Trioxide Aggregate (MTA)
Apex-Lokalisation; Apex-Locatoren;
Endometrie
AP-Geschiebe, Abk. von aktivierbare
Patrize; Gruppe von
Geschieben,
bei welchen der erhabene Teil (Patrize)
aktivierbar
oder austauschbar ist.
Aphthe
RBA, auch (nicht korrekt): Aphte,
Afte;
Mundschleimhautgeschwür, engl.: aphtha, aphthous
ulceration; meist rundliche, äußerst schmerzliche Verletzung der
Mundschleimhaut von hellgrau bis
gelblicher Verfärbung (je nach Reifestadium) mit einem schmalen roten
Rand (s. Abb.) und festhaftendem
fibrinösem
Belag (Pseudomembran); einzeln oder auch in Mehrzahl (
Aphthosis)
auftretend. Die nicht infektiösen A. werden unterteilt in die
chronisch
rezidivierende,
benigne
Aphthose (RBA), welche die seltene
malignen
Art (
Morbus Behçet) abgrenzen.
A. sind eine der häufigsten Mundschleimhauterkrankungen mit einer
Prävalenz zwischen 10 u. 20 %. A.
sind bei Frauen häufiger als bei Männern, bei Nichtrauchern mehr als bei
Rauchern vorkommend. in der Regel kommt es zu zwei bis vier
Erscheinungen/Jahr, welche mit zunehmenden Alter abnehmen.
Lokalisation in absteigender Reihenfolge: Lippen,
Wangenschleimhaut, Zunge, Mundumschlagfalte, Mundboden, weicher Gaumen
(alles Stellen, wo die nicht verhornte Schleimhaut nicht durch das
Periost
fixiert ist)
Klinisch werden drei Erscheinungsformen
der RBA unterschieden:
- Minor Typ (Mikulicz-Aphthe), auch:
chronisch rezidivierende Aphthen – häufig (~ 80 % der
Betroffenen); kleine Ulzera (weniger als 5 mm Durchmesser) in der
beweglichen, nicht verhornten
Schleimhaut; selten an der
Gingiva, dem
Gaumen oder auf dem
Zungenrücken. Zentral besteht eine grauweiße Pseudomembran mit
einem schmalen erythematösen Rand (Halo). Abheilung innerhalb von 7
- 14 Tagen, keine Narbenbildung.
Behandlung:
örtlich
mit Antiseptika, wie z.B.:
Chlorhexidin 1% (Chlorhexidin Fluid®),
Chiniofon 3% (MuKO-Norm®); zur Schmerzstillung
Lokalanästhetika (z.B.: Dynexan Gel®, Subcutin N®)
- Major Typ (Sutton-Aphthe) – rel. selten (10 - 15
%), gilt als schwere Form. Solitär vorkommende wenige, große Ulzera
(bis 3 cm), jede Lokalisation inkl. Zungenrücken und hartem Gaumen
ist möglich; gelegentlich auch als
Aphthosen
im Genitalbereich. Heilung innerhalb von 2 - 8 Wochen mit
Narbenbildung.
Behandlung:
örtlich
mit Kortikosteroiden (z.B. Volon A Haftsalbe®)
und/oder Antiseptika, wie z.B.:
Chlorhexidin 1% (Chlorhexidin Fluid®),
Chiniofon 3% (MuKO-Norm®); zur Schmerzstillung
Lokalanästhetika (z.B.: Dynexan Gel®, Subcutin N®)
- Herpetiforme Ulzera – selten, multiple (bis zu 100)
kleine schmerzhafte
Ulzera, die zusammenfließen und zerklüftete Ränder bilden.
Gleicht klinisch einer
Herpes-simplex-Infektion. Abheilungszeit ca. 14 Tage.
Behandlung:
systemisch (s.u.; durch Internisten); zusätzliche lokale
Maßnahmen wie bei den anderen Formen
Die Entstehung ist bisher unklar, jedoch wird ein gehäuftes
Vorkommen im Frühjahr/Herbst, bei Essen von saurem Obst, unter
Stress (Prüfungen), bei traumatischen Eingriffen (Zahnarztbesuch),
während der Menstruation, bei Verdauungsstörungen, Empfindlichkeit auf
bestimmte Nahrungsmittel, als Begleitsymptom bei schweren
(Viren-)Erkrankungen individuell sehr unterschiedlich beobachtet. Wenn
Eltern an RBA leiden, kommt es auch zu etwa 90% zu einem Auftreten bei
deren Kindern.
Häufig werden Virenerkrankungen diskutiert; ein wissenschaftlicher
Beweis fehlt allerdings für diese These. Man geht heute überwiegend
davon aus, dass es sich um eine umschriebene Fehlregulation der
Blutgefäße, bedingt durch lokale Nervenirritationen handelt, was zu
einer Mangelversorgung des betroffenen Gebietes führt.
Daneben existieren noch aphthenähnliche Veränderungen bei versch.
Systemerkrankungen oder als Folge einer Therapie mit Medikamenten. Von
Laien wird häufig eine A. mit dem einer
Herpes-Simplex-Erkrankung gleichgesetzt, obwohl die Erkrankungen -
bis auf z.T. ähnliche Symptome - nichts miteinander zu tun haben.
Zur Behandlung werden eine Vielzahl von Therapien vorgeschlagen,
die ebenso wie das Vorkommen individuell unterschiedlich anschlagen
können:
- Bepinseln mit
Oberflächenbetäubenden Mitteln
-
Spülungen mit desinfizierenden Medikamenten (
Chlorhexidin)
-
Cortison-Salben
- Melisse-Konzentrate (z.B. Lomaherpan™)
- Behandlung mit Cystus, einem Cistrosengewächs und altem
griechischem Volksheilmitte. Allerdings sind viermal täglich
Spülungen mit einem bitteren, scharfen Geschmack zu tolerieren.
- Neu auf dem Markt (2004) ist das rezeptfreie Präparat Aftab™ mit
dem Wirkstoff Triamcinolonacetonid (
. Achtung: Die Anwendung von
Triamcinolon in den ersten 5 Monaten der Schwangerschaft sollte
unterbleiben, da Tierversuche Hinweise auf teratogene Wirkungen
(Fehlbildungen) ergeben haben und Erkenntnisse über die Sicherheit
einer Anwendung in diesem Zeitraum für den Menschen nicht vorliegen.
- am wirksamsten von den systemischen Präparaten hat sich bisher
Thalidomid erwiesen - wegen einer Teratogenität (angeborene
Fehlbildungen) ist der Einsatz allerdings begrenzt
- auch ohne den Einsatz der oben beschriebenen Methoden erfolgt
eine spontane Abheilung - in der Regel nach ein bis zwei Wochen
-
Kälte verringert, auf eine A. appliziert, durch lokale
Vasokonstriktion den Flüssigkeitsstrom im Gewebe und die
Ausschüttung von Schmerz- und Entzündungsfaktoren. Zudem vermag
Kälte die Leitungsgeschwindigkeit und Aktivität oberflächlicher
Nerven zu vermindern.
- Prof. Dr. Michael Meurer gab 2004 auf einem Kongress
nachfolgende Therapieempfehlungen:
Zur Schmerzlinderung empfiehlt er die häufig wiederholte Anwendung
von Myrrhentinktur (Inspirol P forte®), Lidocaingel (Dynexan®,
Kamistad®-Gel N), Tetracainlösung (Legased®) oder
Triamcinolonhaftsalbe (Volon®-A).
Zur Förderung des Heilungsprozesses können darüber hinaus
Dexpanthenol (z.B. Bepanthen®), Triamcinolon als Haftsalbe und
Tetrazyklinlösung (500 mg in 50 ml) zum Einsatz kommen.
Haben diese Methoden nicht den gewünschten Erfolg, stellt das über
die internationale Apotheke erhältliche Amlexanox (Apthasol®
5%-Paste) eine weitere Option dar.
Eine gut abdeckende Haftsalbe, die auch über Nacht einwirken und mit
schmerzlindernden Substanzen versetzt werden kann, ist nach Angaben
von Meurer sehr zu empfehlen: Geeignet ist eine 40%
Hypromellose-Haftpaste (NRF 7.8.) bestehend aus 8,0 g Hypromellose
2000 mit 20,0 g hydrophobem Basisgel DAC.
Für den Fall, dass eine Steroidtherapie notwendig ist, würde Meurer
über fünf Tage mit viermal täglich 0,1-0,2%iger Triamcinolonlösung
und mit 30-40 mg/d Prednisolon behandeln und die Steroidtherapie
anschließend für eine Woche alle zwei Tage in einer Dosis von
jeweils 20 mg fortführen.
Außerdem sollte auf Zahnpasten mit
Natriumlaurylsulfat und Zahnbürsten mit harten Borsten
verzichtet sowie bei Mundtrockenheit auf ausreichende
Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
Zur lokalen Rezidivprophylaxe bieten sich Antiseptika,
Kamillenextrakt und auch tägliche Mundspülungen mit Distel- oder
Sonnenblumenöl an.
Mit Präparaten zur systemischen Prophylaxe liegen zum Teil wenig
Erfahrungen vor, daher warnt Meurer hier vor nicht unerheblichen
Risiken.
Aphthoid,
Aphthosis,
Bednar-Aphthen,
Hand-Fuß-Mund-Exanthem (Krankheit),
Herpes,
Morbus
Crohn,
Mundschleimhauterkrankung,
Natriumlaurylsulfat,
Stomatitis,
Virustatika

A. unter der
Zunge

A.
auf der
Zungenspitze

großflächige A. im Gaumenbereich
|
Aphthoid
Pospischill-Feyrter, engl.: do.; vagantes Aphthoid; aphthoide Polypathie;
selten auftretende, unter Bildung von zahlreichen
Aphthen
ablaufende, schwere Verlaufsform einer
Gingivostomatitis herpetica bei immungeschwächten Kindern, seltener bei
Erwachsenen.
Aphthosis
Aphthose, Aphthenschübe, engl.: do. or recurrent aphthous
ulceration; schmerzhafte Bläschenbildung der
Mundschleimhaut; in der Regel gutartig (benigne Aphthosis) in Form
von rezidivierenden
Aphthen. Davon unterschieden
wird die bösartige Form (maligne Aphthosis, A. magna, Behçet Krankheit, Neumann
Krankheit), welche mit der Trias: Aphthen, genitale Geschwüre und
entzündlichen Augenveränderungen (Iridozyklitis) einhergeht,
unterschieden. Bei schwereren allgemeinen Symptomen kann diese Form
tödlich verlaufen. |

M. Behçet |
API
engl.: do.; Approximalraum-Plaque-Index (nach Lange); einfach zu
bestimmende Messzahl zur Kontrolle der
Mundhygiene - besonders im schwer erreichbaren
Zahnzwischenraum. Hierzu wird in regelmäßigen Zeitintervallen der nach
Einfärben sichtbare Plaquebefall in den kritischen Zahnzwischenräumen
erhoben - kritisch deshalb, weil hier
konventionelle Reinigungsmaßnahmen (siehe unter
Artikel Index - Ordner - Mundhygiene/Zahnpflege) wenig greifen. Die Beurteilung erfolgt
rein visuell und ist somit stark subjektiv. Es gelten folgende Werte:
API = 70-100% = unzureichende
Mundhygiene
API = 40-70% = verbesserungsbedürftige, mäßige
Mundhygiene
API = 25-39% = mäßige bis gute
Mundhygiene; bei Werten unter 30% ist in der Regel ein Schutz vor
Karies und
Zahnfleischerkrankungen gegeben
API = 0-24% = optimale
Mundhygiene; ausgezeichneter Schutz vor
Karies und
Zahnfleischerkrankungen
Index,
Plaqueindex
apicale Lüftung, apikale Lüftung,
engl.: apical trephination, apical aeration;
Schrödersche Lüftung
apicale Parodontitis, apikale
Parodontitis, "Wurzelspitzenentzündung",
engl.: apical periodontitis;
Granulom,
Parodontitis apicalis
apikales Delta, apikales Dreieck ;
Ramifikation
Apikotomie, Apikoektomie,
Wurzelspitzenresektion, engl.: apicoectomy, root resection;
chirurgische Entfernung einer (erkrankten) Wurzelspitze.
Wurzelspitzenresektion
Aplasie
Nichtanlage eines Organs, engl.: aplasia; im Gegensatz zur
Hypodontie
in der
ZHK meist für das Fehlen eines einzelnen Zahnes gebräuchlich ("Aplasie des
Zahnes...").
Das Fehlen einzelner
Weisheitszähne wird mit knapp 25% angegeben, gefolgt von den unteren 2.
Prämolaren (~ 5%), den oberen zweiten Prämolaren (~ 2%), den oberen
seitlichen
Schneidezähnen (~2%) und den unteren Schneidezähnen (~1%).
Agenesie,
Anodontie,
Ausgleichsextraktion,
Gebissreduktion, Hypodontie,
unbezahnt
Apnoe
Atemstillstand, abgleitet vom griech. = Windstille, engl.:
apnea; durch Anhalten des Luftstroms (Atmung) von mehr als 10 Sek. . Je
nachdem, ob diese Blockade vollständig oder nur zum Teil ist, spricht man von
A. (total) oder Hypopnoe (partiell).
Dabei kann es wegen Sauerstoffmangel zu lebensbedrohlichen Zuständen und
Gehirnschädigungen kommen. Ca. 4,2 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung
leiden unter schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS), insbesondere Männer
mittleren Alters sind von schlafbezogenen Atmungsstörungen
(SBAS), wie der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) betroffen.
Allerdings sind weniger als 5 % der Betroffenen als solche überhaupt
diagnostiziert und in Behandlung. Die bekannten Geräusche entstehen bei dem
Versuch, durch verengte Atemwege Luft zu holen. Ein unbehandeltes
Schlafapnoe-Syndrom führt häufig zu Bluthochdruck, wodurch das Risiko eines
Schlaganfalls oder Herzinfarkts deutlich erhöht wird.
Therapiebegleitend fällt die sog. Schlafapnoe (engl.: sleep apnea;
mit in den Aufgabenbereich der
ZHK, wobei eine exakte Diagnose und die versch. Therapiemöglichkeiten nur in
einem Schlaflabor festgestellt werden können. Laut neuerer Studien (2005) sind
bis zu 4% der Männer und 2% der Frauen von der Schlafapnoe betroffen.
In der Behandlung haben sich die intraoralen
Protrusionsgeräte
(IPG) durchgesetzt. Durch sie wird der Unterkiefer in eine leicht
anteriore Position gebracht, also nach vorn verlagert;
so wird der Rachenraum erweitert und vor dem Kollabieren des Rachenraumes
geschützt. Wird die A. bspw. durch einen zungenbedingten Verschluss der
hinteren Atemwege verursacht, so kann mit speziellen,
aktivatorähnlichen Geräten (IST-Geräten = Intraorale-Schnarch-Therapie),
welche den Unterkiefer nach vorn verlagern, eine Vergrößerung des Abstandes
zwischen Ober- und Unterkiefer erreicht, und nachts getragen, zahnärztlich
unterstützend geholfen werden. Allerdings können diese Geräte nur im bezahnten
oder teilbezahnten Kiefer angewandt werden, da sie zur Verankerung eigene Zähne
benötigen. Der häufig bei Beginn der Behandlung auftretende positive Effekt ist
bislang in
Longitudinalstudien im Schlaflabor nur wenig überprüft worden. Angezweifelt
wird vor allem eine längere Therapie-Compliance
dieser Geräte. Weiter verursachte die nächtliche Anwendung des
Aktivators deutliche Veränderungen in der Schneidezahnstellung und der
Okklusion.
Eine chirurgische Behandlung (Erweiterung des velo-orohypopharyngealen
Luftraums, Straffung der Gaumensegelmuskulatur) wird wegen der Schwere und des
Umfangs des Eingriffs nur selten durchgeführt.
Schnarchen
Apollonia
Heilige, engl.: Saint Apollonia; Helferin gegen
Zahnschmerzen; Schutzpatronin der Zahnärzte und der "Zahnleidenden".
A. wurde Opfer der Christenverfolgung im Jahr 249: Um sie unter
Druck zu setzen wurde ihr alle Zähne ausgezogen und der Kiefer
gebrochen, damit sie ihr Christengelübde brechen sollte; A.
wählte aber den Freitod und sprang in einen brennenden Scheiterhaufen.
Geschichte der Zahnheilkunde |

|
Apoptose
genetisch programmierter Zelltod, engl.: apoptosis; abgeleitet aus
dem Griechischem für "das Fallen der Blätter im Herbst"; eine der Formen des
Absterbens einer Körperzelle: Während bei der
Nekrose
durch äußere Einflüsse meist ein bestimmtes Zellgebiet/Organ abstirbt, setzt die
A. ein genetisch gesteuertes Programm für den gezielten "Zell-Selbstmord"
in Gang, der in aller Regel immer nur einzelne Zellen betrifft. Die etwa 100
Billionen Zellen unseres Körper, welche einem Alterungsprozess unterliegen
werden durch mehrere Milliarden täglich neu gebildet, um verbrauchte,
funktionsunfähige oder beschädigte Zellen zu ersetzen. Fehler in diesem
Selbstmordprogramm, die entweder zu vermehrtem oder vermindertem Zelltod führen,
können Ursachen für Krankheiten wie Krebs, Rheuma, Alzheimer oder Parkinson
sein. Da bei dieser Form des Zelltodes die Zellmembran intakt bleibt, kommt es
durch die sofortige Phagozytose nicht zu einer Ausschüttung von Zellinhalt in
das umliegende Gewebe, wodurch die Ausbildung einer Entzündungsreaktion
vermieden wird: Die sterbende Zellen senden ein Phospholipid
(Lysophosphatidylcholin, LPC) als lösliches Anziehungssignal aus (BIR-Repeat
containing Ubiquitin-Conjugating Enzyme (BRUCE)). Dieses dirigiert Phagozyten -
so genannte Fresszellen - chemotaktisch zu der sterbenden Zelle, ein Prozess,
der die rechtzeitige Beseitigung der apoptotischen Zelle vor dem Auftreten der
sekundären Nekrose einleitet. Wird die apoptotische Zelle jedoch nicht
rechtzeitig entsorgt, platzt sie auf und der freigesetzte Zellinhalt verursacht
eine allgemeine Entzündungsreaktion. Nach neueren Erkenntnissen kann dies mit
zur Entstehung von
Autoimmunerkrankungen beitragen.
Nekrose
Apothekenspanne
engl.: pharmacy price margin; bedingt durch die
Gesundheitsreform (2004) ist eine neue Arzneimittelpreisverordnung
für
Gesetzlich Versicherte in Kraft getreten. Bis Ende 2003 bestand die A.
aus einem prozentualen, degressiv gestaffelten Aufschlag auf den
Herstellerabgabepreis. Die Folge: Je höher der Herstellerpreis, desto besser der
Apothekerverdienst.
Seit 1. Januar 2004 besteht die A. aus zwei Komponenten: Dem kleinen
prozentualen Aufschlag auf den Herstellerpreis von drei Prozent und einem
einheitlichen Aufschlag von 8,10 Euro je Packung. Die
gesetzlichen Kassen erhalten dabei einen Rabatt von zwei Euro (Stand 2005,
soll nach internen Vereinbarungen bis 2008 Bestand haben). Was Apotheker bei
ärztlichen Verordnungen verdienen, hängt seit 2004 fast nur noch von der
Packungsmenge ab.
Aut-Idem-Regelung,
Pharmakon
Applikation, engl.: application;
Anwendung, Verabreichung (z.B. eines
Arzneimittels, Anwendung von Heilmitteln, -verfahren)
Approbation
Bestallung, engl.: medical license, licence to
practise (medicine, dentistry o. pharmacology); staatliche
Anerkennung als Arzt, Zahnarzt o. Apotheker nach vorherigem
bestandenem Hochschulstudium ("Examen"); für die A. ist über den
Abschluss des Studiums (Staatsexamen einer anerkannten Universität)
hinaus, die persönliche und gesundheitliche Eignung zur Ausübung eines
ärztlichen Berufs zu belegen. In D wird die A. auf Länderebene
auf der Basis der Approbationsordnung für Zahnärzte (AO-Z)
- ehemals: Prüfungsordnung für Zahnärzte - von einem Ministerium
(Kultus- o. Sozialministerium) erteilt und gilt lebenslänglich, wenn
nicht schwerwiegende Gründe (z.B. schwere fachliche Verfehlungen,
schwere kriminelle Vergehen (z.B. Falschabrechnungen, betrügerische
Bankgeschäfte, usw.), geistige Umnachtung, Drogenabhängigkeit, usw.)
dagegen sprechen (= Approbationsentzug). Das
Bundesverfassungsgericht hat 2003 einen weisenden Beschluss gefasst
(Az.: 1 BvR 1594/03;
, der strenge Maßstäbe an
einen derartigen Entzug stellt und besonders auf die Abwehr zukünftiger
Gefahren abhebt.
Die A. berechtigt zur Ausübung des (zahn-)ärztlichen Berufs, aber
nicht unbedingt zur
Niederlassung: So ist in D bspw. zur Niederlassung als
Vertragszahnarzt eine mindestens zweijährige
Vorbereitungszeit - unter festgelegten Bedingungen - Pflicht (
Zulassung).
Die aus dem Jahr 1955 stammende zahnärztliche Approbationsordnung muss
dringend modernisiert werden. Das fordern der Medizinische Fakultätentag
(MFT), die Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn,- Mund- und
Kieferheilkunde (VHZMK) und die Bundeszahnärztekammer 2009 in einem
Statement. Als Haupthindernis für die überfällige Novelle werden die
Bundesländer gesehen, welche eine Umsetzung nur durchführen wollen, wenn
diese kosten- und kapazitätsneutral abläuft
Der Werdegang bis zur A. sah 2011 in D folgendermaßen aus:
NATURWISSENSCHAFTLICHE VORPRÜFUNG
Die Naturwissenschaftliche Prüfung kann nach einem Studium der
Zahnmedizin von zwei Semestern abgelegt werden.
ZAHNÄRZTLICHE VORPRÜFUNG
Die Zahnärztliche Vorprüfung kann nach einem Studium der Zahnmedizin von
mindestens fünf Semestern abgelegt werden.
ZAHNÄRZTLICHE PRÜFUNG
Die Zahnärztliche Prüfung kann nach fünf Semestern nach Bestehen der
Zahnärztlichen Vorprüfung abgelegt werden.
APPROBATION ALS ZAHNARZT
Der Zugang zum Hochschulstudium ist in D wegen Studienplatz- und
Patientenmangels nicht ohne weiteres möglich: Es besteht ein sog. "numerus
clausus" (Auswahlverfahren) d.h., es werden pro Semester nur eine
begrenzte Anzahl von Studenten zugelassen. Ab 2000 gilt dabei
überwiegend folgendes Verfahren: 55 % der Studienplätze werden nach
Abiturnoten, 25 % nach Wartezeiten und (neu!) 20 % nach einem
individuellen Hochschulauswahlverfahren vergeben. Die jeweilige
Hochschule kann bei ihrer Auswahl folgende Kriterien zugrunde legen:
Abiturnote, Ergebnis eines Auswahlgesprächs, Berufliche Qualifikation,
Kombination dieser drei Faktoren.
Die Zugangskriterien zum (Zahn-)Medizin-Studium wurden 1999
gelockert: das bis dahin unabdingbare Abitur wurde in eine "Hochschulzugangsberechtigung"
umgeändert. Da diese auf Länderebene unterschiedlich definiert ist,
gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen für den
Studienzugang - das "klassische Abitur" ist unter Umständen nicht mehr
erforderlich. Das Zahnmedizinstudium gehört zu den kostenintensivsten
akademischen Ausbildungen in Deutschland und kostet den Steuerzahler ca.
200.000 €.
Probleme bereitet häufig die Anerkennung des Staatsexamens an
einer ausländischen Universität: Neben den EU-Ländern, bei welchen die
Anerkennung Kraft Gesetz gegeben ist (nur wenn die geforderten
Qualifikationen deutlich unterschritten werden, kann ein
Ausgleichslehrgang oder eine Eignungsprüfung verlangt werden; zusätzlich
entfällt in Deutschland für EU-A. die zweijährige
Vorbereitungszeit in der Kassenzahnärztlichen Versorgung, gilt eine
sog. "Gleichwertigkeit der Ausbildung" für viele westliche
Staaten (z.B. Schweiz, USA). Hochschulabschlüsse aus anderen - meist
östlichen o. südlichen - Ländern unterliegen einer individuellen
Prüfung, welche sich entweder als reiner Verwaltungsakt oder einer
Nachprüfung (ggf. mit vorangegangenem Studium an einer deutschen Uni)
darstellen kann.
In 2003 wurde auch ein juristischer Streit durch den Europäischen
Gerichtshof (EuGH, AZ.: C-35/02) darüber entschieden, ob die
Arzt-Approbation zur Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt:
Die EU-Richtlinie 78/687/EWG zur "Erlangung zahnärztlicher Diplome"
verlangt zur Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit als Zahnarzt ein
Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstigen Befähigungsnachweis, mit dem
garantiert nachgewiesen wird, dass der Zahnarzt im Verlauf seiner
gesamten Ausbildungszeit angemessene Kenntnisse der wissenschaftlichen
Zahnheilkunde erworben hat. Dagegen sieht Paragraf 1 Absatz 1 des
Gesetzes über die Zahnheilkunde (ZHG) vom 31. März 1952 in der
Fassung vom 16. April 1987 vor: "Wer im Geltungsbereich dieses Gesetzes
die Zahnheilkunde dauernd ausüben will, bedarf einer Approbation als
Zahnarzt nach Maßgabe dieses Gesetzes oder als Arzt nach
bundesgesetzlicher Bestimmung. Die Approbation berechtigt zur Führung
der Bezeichnung als Zahnarzt oder Zahnärztin." . Da aber das EU-Recht
eine übergeordnete Norm und der EuGH feststellte, dass §1,1 mit EU-Recht
nicht vereinbar ist, muss einem Arzt keine Approbation als Zahnarzt
erteilt werden, solange er nicht die Voraussetzungen zur Erlangung des
zahnärztlichen Diploms nach Maßgabe der Richtlinie 78/687/EWG erfüllt
hat.
Äskulapstab,
Berufsverbot,
D.D.S.,
Dentist,
Doktor,
Generalist,
Master,
Niederlassung,
Stomatologie,
Zahnheilkundegesetz
Revision der Berufsanerkennungsrichtlinie – Balance zwischen Mobilität
und Qualität sichern (2011)
|

Studierende nach Geschlecht |
approximal
benachbart, engl.: do. o. interproximal; Richtungsbezeichnung für
zum Nachbarzahn hin, dem Nachbarzahn zugewandt.
Approximalfläche,
Zahnflächen
Approximalkaries
Zahnzwischenraumkaries,
Interdentalkaries, engl.: approximal o. interproximal caries; neben der
Fissurenkaries die am häufigsten auftretende Kariesform (
Kariesprädilektionsstellen). Dies vor
allem deshalb, weil das Gebiet sowohl der natürlichen Reinigung unter
Kaufunktion wie auch der
Mundhygiene (
Zahnseide) nur schwer zugänglich ist.
A. stellt auch heute eine schwer beherrschbare Kariesform dar:
Während die
Glattflächenkaries aufgrund verbesserte
Mundhygiene und leichter Zugänglichkeit beim
Zähneputzen weitgehend zurückgegangen
ist und die
Kauflächen durch gezielte Maßnahmen (
Fissurenversiegelung) bei
Kariesrisikopatienten geschützt werden
können, sind die
Approximalflächen und der
Kontaktpunkt mit einem schwer zu
beherrschenden
Kariesrisiko behaftet. Da dieses Gebiet
klinisch kaum einsehbar ist, ist eine röntgenologische (Früh-)Diagnostik
für diesen Bereich unabdingbar. Als Mittel der Wahl gilt hierbei die
Bissflügelaufnahme.
Bissflügelaufnahme,
Hidden Caries,
Initialkaries,
Kariesarten,
Kariesdiagnostik,
Kariesprädilektionsstellen,
sonoabrasive Systeme,
Zahnseide |


Bissflügelaufnahme der Zahnzwischenräume zur Früherkennung einer
Karies
|
Approximalkontakt, engl.:
interproximal contact;
Kontaktpunk
Approximalraum-Plaque-Index (nach Lange);
API
Approximalwand, engl.: interproximal wall; Begriff aus der
Präparationstechnik: der Teil der Zahnkrone, welcher sich zwischen der
Präparation und dem Nachbarzahn befindet.
Aptal-Harz-Chloropercha;
in Chloroform
gelöstes
Wurzelkanalfüllmaterial mit den Komponenten
Guttapercha,
Zinkoxid und
Bariumsulfat; in D wegen des Lösungsmittels (Substanz mit begründetem Verdacht
auf Krebserkrankungen) nicht mehr zugelassen; zusätzlich schlechte
Langzeitergebnisse
Aptyalismus;
engl.: aptyalism, asialia, aptyalia;
Xerostomie
APW, Akademie
für Praxis und Wissenschaft; eine
Fortbildungs-Institution der
DGZMK;
APT, Abk. von; Antimikrobielle Photodynamische
Therapie;
Äquilibrierungsschiene
engl.: stabilization splint,
occlusal equilibration splint; auch bekannt unter:
Michigan Schiene (Schiene nach ASH),
Zentrikschiene,
Stabilisierungsschiene, Relaxierungsschiene, DRUM-Schiene. Eine, die
gesamten
Okklusalflächen der Zähne überdeckender
Aufbissbehelf
bei der Behandlung von
Kiefergelenkserkrankungen oder dem
Formenkreis der
Myoarthropathien. Sie wirkt nach dem
Prinzip, die bestehende (schädliche)
Okklusion
aufzuheben und über die Ä. positive okklusale Verhältnisse
herzustellen. Damit soll die Ursache für eine
dysfunktionelle
Erkrankung ausgeschaltet und während der
weiteren Therapie erkannt und beseitigt werden können. Letztendlich soll
durch Stabilisierung einer neuen
habituellen
Interkuspidation eine Optimierung und
Harmonisierung des erkrankten Systems erreicht werden.
Aufbiss-Schiene,
CMD,
Károlyi Effekt,
Sandwichschiene,
Stabilisierungsschiene |
|
Äquivalentdosis, engl.: equivalent
dose;
Personendosis
Äquivalenzwert,
Gleichwert
Arbeitsgelenk
, Funktionsgelenk; Kiefergelenk der
Arbeitsseite ;
Bennet-Bewegung
Arbeitshöcker, Stützhöcker, engl.:
working cusp;
Höcker,
Stampfhöcker
Arbeitskreis
für Geschichte der Zahnheilkunde, engl.: (study) working group for
history of dentistry; Zusammenschluss von engagierte Wissenschaftlern und
Geschichte der Zahnheilkunde
Arbeitslänge, Aufbereitungslänge,
Aufbereitungstiefe, engl.: working length;
Endometrie,
Röntgen-Messaufnahme,
Wurzelkanalbehandlung
Arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchung
engl.: no correlation; verpflichtende
Präventionsmaßnahmen
in regelmäßigen Abständen für alle Beschäftigte in einer Praxis, welche direkt
in die Patientenbehandlung eingebunden sind im Rahmen der
berufsgenossenschaftlichen Grundlage G 42 "Infektionskrankheiten".
Hierzu gehört auch zur Minimierung eines spezifischen Infektionsrisikos eine
Impfprophylaxe, die sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
(STIKO) am
orientiert. Die Vorsorgeuntersuchungen können fakultativ auch bei Vorliegen
eines Expositionsereignisses zwischen den Fristen erforderlich werden. Personen,
die länger als 4 Std/Tag "Feuchtarbeit"
verrichten, unterliegen der G 24 "Hauterkrankungen".
Neben diesen Pflichtmaßnahmen sollten noch die "Angebotsunterswuchungen" G 24
Hauterkrankungen (bei Feuchtarbeit zwischen 2 u. 4 Std) und G 37
"Bildschirmarbeitsplätze" (mehr als 1 Std/Tag) dem Personal nahe gelegt werden.
BuS-Dienst,
Praxisbegehung
Arbeitsmodell, engl.: working model;
Modell
Arbeitsplatzposition,
Arbeitsposition , engl.: working position;
Uhr-Position
Arbeitsseite
Laterotrusionsseite, Kauseite, engl.: chewing o.
working side, laterotrusive side; die Seite eines Kiefers, zu welcher
sich der Unterkiefer hin bewegt, um die Nahrung zu zerkleinern. In einem
normal ausgebildeten Gebiss bewegt sich der Unterkiefer dazu
leicht nach
außen (=
lateral); die andere Seite des Unterkiefers hält mit dem Oberkiefer Kontakt,
um so den Unterkiefer abstützen und führen zu können. Man bezeichnet diese Seite
als
Balanceseite.
Arbeitsgelenk,
Balanceseite,
Bennet-Bewegung,
Eckzahnführung,
Gelenkbahn,
Okklusion,
Ruheposition,
Stampfhöcker,
Stops,
Vorkontakt
Arbeitsteil , engl.: working area;
Schlagwortbezeichnung für den Teil eines Instrumentes oder
Bohrers, der am
Zahn eine Tätigkeit verrichtet
Arbeitsunfähigkeit
AU,
engl.: unfitness for work; (arbeitsrechtliche) Schwere einer
Erkrankung, bei der die bisherige Beschäftigung nicht mehr oder nur mit
dem Risiko ausgeübt werden kann, dass sich der Krankheitszustand
verschlimmert. Gemäß §3, Abs. I Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) hat ein
Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeldfortzahlung durch den Arbeitgeber, wenn
er unverschuldet infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung gehindert
ist.
Zur Vorlage bei seinem Arbeitgeber und
seiner gesetzlichen Krankenkasse benötigt der Versicherte eine, von
einem
Vertrags(zahn)arzt ausgestellte,
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung, "gelber
Zettel"). Diese Bescheinigung ist Voraussetzung für eine
Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, so das "Krankengeld" aus der
gesetzlichen Krankenversicherung und das "Verletztengeld" aus der
gesetzlichen Unfallversicherung. Nicht die Patienten sondern
Vertragsärzte müssen eine A. den
Krankenkassen melden. Dies entschied ein Urteil des Landessozialgericht
Nordrhein-Westfalen (LSG) in Essen (Az: L 16 KR 324/03).
Ein medizinischer und ein arbeitsrechtlicher
Krankheitsbegriff müssen nicht identisch sein:
- medizinische Definition:
körperlicher oder geistig-seelischer Zustand sind infolge
irgendwelcher Schädigungen oder Veränderungen beeinträchtigt/gestört
(= von der Norm abweichender Körper-/Geisteszustand). Die Ursache
der Erkrankung ist unerheblich
- arbeitsrechtliche Definition:
eine Krankheit liegt erst dann vor, wenn der Gesundheitszustand so
schwer gestört ist, dass der Arbeitnehmer ganz oder teilweise
arbeitsunfähig ist (= nicht mehr in der Lage, vertraglich
vereinbarte Arbeiten mit der nötigen Sorgfalt ganz oder teilweise
auszuführen). Weiter muss der regelwidrige Zustand durch eine
Heilbehandlung behebbar sein und die vertragliche Arbeit (oder eine
vergleichbare Tätigkeit im Rahmen des Direktionsrechts) trägt dazu
bei, dass sich der Zustand verschlechtert. Die Entscheidung darüber
und Ausstellung der Bescheinigung liegt beim Arzt/Zahnarzt aufgrund
der Kenntnisse über die tätigkeitsbedingten Anforderungen und
Belastungen; Voraussetzung dafür ist eine Untersuchung.
Nach den AU-Richtlinien liegt eine Arbeitsunfähigkeit auch dann vor,
wenn ein für die Ausübung der Tätigkeit erforderliches Hilfsmittel
(z.B. "Körperersatzstück") defekt ist. Übertragen auf eine
Zahnprothese heißt dies primär, dass auch bei einer
vorübergehenden Zahnlosigkeit wegen Reparatur primär keine
Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Vielmehr kommt es auf die Tätigkeit an:
Ist z.B. mit Publikumsverkehr zu rechnen, kann diese bejaht werden,
wenn Zahnersatz im sichtbaren Bereich fehlt, oder fehlen Ober- und
Unterkieferprothese wegen einer Unterfütterung und es ist keine
Nahrungsaufnahme möglich.
Wenn Arbeitnehmer erkranken, müssen sie dies
ihrem Betrieb unverzüglich mitteilen. Sie sind verpflichtet, am ersten
Fehltag anzurufen, zu faxen oder eine E-Mail zu schicken - und das
bis 11 Uhr, wie aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts
hervorgeht. Leichtere Erkrankungen können zu Hause auskuriert werden.
Ein Arztbesuch ist nicht unbedingt notwendig. Dauert die
Arbeitsunfähigkeit jedoch länger als drei Kalendertage, inklusive
Wochenende und Feiertage, muss der Beschäftigte zusätzlich ein
ärztliches Attest vorlegen. Eine Rückdatierung sollte
nicht erfolgen. In Ausnahmefällen kann diese auf einen Tag vor
Behandlungsbeginn erfolgen.
2012 stellt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) für Hartz
IV-Berechtigte folgendes klar:
"Berlin, 21. Juni 2012 – Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die
Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II –
sogenannte Hartz IV-Leistungen – beantragt haben oder beziehen, sind
dann arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt nicht länger als drei
Stunden täglich arbeiten oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilnehmen
können. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinsame
Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin.
„Mit dieser Definition hat der G-BA einen verbindlichen und
praxistauglichen Maßstab für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
gewählt, der den unterschiedlichen Verwendungszwecken einer
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch für diesen Personenkreis
einigermaßen gerecht wird“, sagte Dr. Rainer Hess, unparteiischer
Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses
Veranlasste Leistungen.
Erwerbsfähige Hartz IV-Berechtigte sind verpflichtet, alle Möglichkeiten
zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen.
Ein Arbeitsunfähigkeitsnachweis gegenüber den Jobcentern ist
beispielsweise dann erforderlich, wenn Arbeitsgelegenheiten oder die
Teilnahme an Eingliederungsmaßnahmen aus gesundheitlichen Gründen nicht
wahrgenommen werden können. Der G-BA hat sich bei seinen Beratungen auch
kritisch damit auseinandergesetzt, dass sich die Entscheidung der Ärztin
oder des Arztes auf die Leistungsansprüche des Patienten gegenüber der
Bundesagentur für Arbeit auswirken kann.
Der G-BA hat den gesetzlichen Auftrag (§ 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 SGB V),
in seiner Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie (AU-RL) Bewertungsmaßstäbe für
die Beurteilung von Arbeitsunfähigkeit zu konkretisieren. Die ärztliche
Feststellung von Arbeitsunfähigkeit schafft in der Regel die
Voraussetzung für den Anspruch des Versicherten auf Entgeltfortzahlung
im Krankheitsfalle oder Krankengeld. Das „Gesetz zur Neuausrichtung der
arbeitsmarktpolitischen Instrumente“ vom 21. Dezember 2008 sieht vor,
dass der G-BA auch die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit von
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach dem SGB II regelt.
Der Beschluss des G-BA wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und
Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Der Beschlusstext und die
Tragenden Gründe werden auf folgender Seite im Internet veröffentlicht:
"
|

|
arbiträr
nach Ermessen, willkürlich, beliebig, engl.: arbitrary;
dieser Begriff wird z.B. im Zusammenhang mit der
Scharnierachse gebraucht und drückt aus, dass eine auf Grund von
anatomischen Bezugspunkten bestimmte Scharnierachse (virtuelle Rotationsachse
der
Kiefergelenke bei Öffnungs- bzw. Schließungsbewegungen) nicht der
tatsächlichen Rotationsachse entsprechen muss.
Achspunkt,
Scharnierachse,
Übertragungsbogen
Arcon-Artikulator , Abk. von
Articulator condyle: anatomischer
Artikulator
wie z.B.
SAM 2.
Die heute gebräuchlichen
Artikulatoren werden nach ihrer Funktionsweise in zwei
Gruppen eingeteilt:
Arcon-Artikulatoren und
Non-Arcon-Artikulatoren, wobei bei den Arcon-Artikulatoren das
natürliche Bewegungsprinzip übernommen wurde, indem sich die am
Unterkieferteil des Artikulators befestigte Nachahmung des Kiefergelenks
("Kondylarkugel") in das "Kondylargehäuse" des oberen Teils greift und
sich so gedanklich und praktisch natürliche Verhältnisse reproduzieren
lassen. Nachteilig ist bei einer derartigen Konstruktion eine gewisse
Instabilität ("fällt leicht auseinander") und ein versehentliches
Abheben der Kondylarkugel bei der Schließ-Simulation, wenn im hinteren
Bereich
Vorkontakte vorhanden sind. Neuere
Konstruktionen kompensieren derartige Mängel weitgehend.
Non-Arcon-Artikulatoren sind
"umgekehrt" konstruiert: Die Kondylarkugel ist am Oberteil befestigt und
das für die Gelenkbahn-Simulation zuständige Kondylargehäuse
("Kugelkäfig") befindet sich am Unterkieferteil. Der Bewegungsablauf im
Simulationsgelenk ist dadurch umgekehrt zum natürlichen Ablauf. Obwohl
in der Konstruktion "stabiler" ist der umgekehrte Bewegungsablauf auch
nach langjähriger Übung verwirrend - derartige Artikulatoren haben sich
deshalb nicht bedeutend durchsetzen können.
Artikulator

Arcon - Non-Arcon
|
Arcus dentalis;
Zahnbogen
ArGoMe-Winkel
Gonion-Winkel, Kieferwinkel, engl.: ArGoMe angle; Abk. von
Articulare,
Gonion
und Menton.
Verbindet man diese drei Punkte miteinander, so entsteht am
Gonion ein
Kieferwinkel, welcher einen Normwert 130±7° hat.
Gelenkwinkel
Argyrie; Argyrose, "Silberkrankheit",
engl.: argyria; Silbereinlagerung in Haut- bzw. Schleimhaut;
Silbersaum
Ariston pHc™
zu den sog. "Smart restorative materials" gehörendes ehemaliges
Füllungsmaterial; wegen vielfältiger Unzulänglichkeiten im Sommer 2001 vom Markt
genommen. Mit entscheidend für diesen Schritt war ein Gutachten von Prof. Dr.
Reinhardt, Münster: "Rissbildung durch erhöhte Expansion".
Arkansasstein
engl.: Arkansas stone; heller Quarz-Stein (benannt nach seinem
ursprünglichen Fundort), welcher zum Schleifen von feinen Instrumenten besonders
in der
Parodontalchirurgie dient (sog. Ölstein). Ebenfalls Grundlage von
rotierenden Ausarbeitungsinstrumenten ("Schleifer"), welche besonders bei
zahnfarbenen Füllungsmaterialien eingesetzt werden.
Schleifmittel
Aerobier
Anaerobier, engl.: aerobe, anaerobe; Bezeichnung für ein
Lebewesen - meist
Mikroorganismen - welches unter bestimmten Sauerstoffbedingungen gut
gedeiht:
Aerobier: können nur unter Sauerstoffzufuhr auf Dauer existieren
Anaerobier: können nur ohne Sauerstoff auf Dauer existieren
als Zwischenformen gelten sog. fakultative Aerobier bzw. Anaerobier,
d.h., derartige Lebewesen können sowohl mit als auch ohne Sauerstoff existieren.
Vom Zahn ausgehenden
Infektionen beinhalten meist ein Keimgemische aus beiden Arten; dabei
erreichen die Anaerobier eine wesentlich größere Keimzahl als die Aerobier (
Abszess).
Antibiotika,
Gram Färbung,
Infektion
Aerosol;
Spray
ARPA
Abk. von ARbeitsgemeinschaft für PArodontoseforschung; Gründung 1.
11.1924 in Berlin durch: O. Loos (Frankfurt/Main), O. Weski und Sachs (Berlin),
M.Karolyi (Wien), L. Widmann (Stockholm), als Zentralkomitee und R. Neumann,
B.Gottlieb, G. Rumpel, A. Kantorowicz, O. Lund, H. Sicher und Türkheim. Am
30.5.1932: Gründung der ARPA Internationale in Frankfurt/Main; 1970: die ARPA
International löst sich in Genf auf. Die deutschen Mitglieder gründen die
Deutsche Gesellschaft
für Parodontologie (DGP)
Arrosion
Annagen, engl.: do.; Begriff gebräuchlich für eine Zerstörung von Knochen
oder Blutgefäßen (sog. Arrosionsblutung). Derartige, plötzlich
auftretende Blutungen sind meist durch das Einwachsen eines bösartigen Tumors
bedingt.
Arsenik
Scherbenkobalt, As2O3, engl.: arsenic; Gewebegift; früher
gebräuchliche
medikamentöse Einlage zur Abtötung (
Devitalisation) eines
entzündeten, nicht mehr erhaltungswürdigen
Zahnnervs; die
Anwendung von A. ist in D heute
obsolet,
da neben der Abtötung der
Pulpa
auch das umgebende Gewebe erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird (nekrotische
Zerstörung).
In der ZHK
ist die besonders sog. Arsennekrose bei unsachgemäßer Anwendung bekannt:
Durch einen undichten
Kavitätenverschluss
schädigt A. irreversibel die Interdentalpapille und kann sogar den
Alveolarknochen in Mitleidenschaft ziehen.
Amputationspaste,
Formaldehyd
ART, A.R.T. ; Atraumatic
Restorative Treatment;
A.R.T.-Technik
Arterienklemme
Gefäßklemme, engl.: h(a)emostat, h(a)emostatic
forceps (US Schreibweise); in versch. Ausführungen und unter versch.
Namen (u.a. "Kocher-A.", "Moskitoklemme", "Péan-A.") bekannte,
arretierbare Instrumente zum Abklemmen von Blutgefäßen oder dem Fassen
von Gewebe während eines chirurgischen Eingriffs.
Angiotripsie,
Nachblutung |

|
Arterienlappen, engl.: axial o.
arterial flap, axial (pattern) (flap);
(Schleim-)Hautlappen, welcher im Stiel eine mitpräparierte Schlagader enthält.
Stiellappen,
Lappenoperation
Artex®-Artikulator, zum Artex®-System
gehörender, teiljustierbarer Artikulator;
Artglas , Handelsname, engl.: Artglass;
Polyglas
Arthritis
Gelenkentzündung, engl.: do.; in der
ZHK von Bedeutung ist das
Kiefergelenk, an welchem als Folge von Verletzungen, Entzündungen oder
falscher zahnärztlicher Ausrichtung der Kiefer zueinander (
Okklusion)
entsprechende Veränderungen auftreten können. Zur Linderung der Beschwerden und
Schmerzen (Arthrodynie) ist meist die
Öffnung des
Unterkiefers eingeschränkt; er nimmt die sog.
Bonnet-Stellung (Verschiebung der Kinnspitze beim Öffnen zur gesunden
Seite hin) ein.
Funktionsanalyse,
Kiefergelenk,
Kiefergelenkbeschwerden
Arthrographie
Arthropneumographie, Röntgenkontrastdarstellung einer Gelenkhöhle,
engl.: arthrography; dabei wird u.a. folgendes Prinzip angewandt: Ein
wasserlösliches Kontrastmittel wird zusammen mit Luft (= Arthropneumographie) in
ein Gelenk injiziert. Das Kontrastmittel verteilt sich an der Oberfläche der
einzelnen Gelenkstrukturen. Da es für
Röntgenstrahlen schlecht durchlässig ist, ist in einer konventionellen
Röntgenaufnahme so auch der Gelenkinnenraum darstellbar. Die A. ist in
letzter Zeit zunehmend durch die
Kernspintomographie ersetzt worden, und wird häufig in Kombination mit
dieser Methode benutzt.
A. haben möglicherweise eine positive Wirkung bei eingeschränkter
Mundöffnung, indem sie diese Beschwerden durch Diskusverlagerung während der
Untersuchung nachhaltig bessern.
Arteriographie,
Sonographie
Arthrose
Arthrosis, chronisch-degenerative Gelenkveränderung, engl.:
arthrosis; oft gleichgesetzt mit Osteoarthrose. Eine Ursache sind Schäden
durch Überbeanspruchung, wie sie bei Sport, Schwerarbeit und hohem Körpergewicht
vorkommen können. Eine weitere wichtige Ursache ist die Alterung des
Gelenkknorpels mit reduzierten Durchlässigkeit für Nährstoffe. Folgen sind
Erweichung, Rissbildung und Erosion des Knorpels. Weiter wird eine A.
durch alle Form- oder Funktionsstörungen gefördert. Die häufigste klinische A.-Form
ist die Arthrosis deformans; sekundäre Formen entstehen aus angeborenen
Dysplasien.
Diese häufig auch als "Abnutzungserscheinung" titulierte Erkrankung zeigt am
zahnmedizinisch bedeutenden
Kiefergelenk
als Symptome ein Knacken, eine erschwerte
Mundöffnung und Kraftlosigkeit beim Kauen.
Eine Nearthrose oder
Pseudarthrose bezeichnet eine krankhafte Gelenkneubildung infolge
Störungen bei der primären Knochenheilung (der
Kallus wird nicht knöchern umgebaut), wobei die "gelenkige Verbindung" kein
echtes Gelenk darstellt. Ursachen dafür können sein:
ungenügende Fixierung der Knochenbruchstücke bzw. zu frühe Belastung
ein zu großer Bruchspalt bei ungenügender Reponierung der Bruchstücke
Einklemmen von Gewebe in den Frakturspalt
Spontanfraktur infolge starke
Alveolarkammatrophie, Tumore oder
Zysten
In seltenen Fällen wird eine derartige Nearthrose auch künstlich geschaffen,
wenn z.B. eine Ankylose besteht.
Hyaluronsäure,
Kiefergelenkarthrose,
Kieferbruch,
Kiefergelenkbeschwerden,
Pseudoarthrose
Articain
Lokalanästhetikum, Thiophenderivat (Handelsnamen: Ultracain®,
Ubistesin® als 2-4%-ige Lösung), engl.: do.; eines der gebräuchlichsten
örtlichen Betäubungsmittel mit einer hohen Eiweißbindung bei guter
Allgemeinverträglichkeit; mittel der Wahl bei
Schwangeren.
Bei Verwendung von A. zeigen sich längere und tiefere analgetische
Effekte bei der Entfernung unterer Weisheitszähne als bei
Mepivacin
(Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod (2006); 102: 169 - 174).
Dosierung am Beispiel Ultracain®:
Patientin, 50 kg, operative Entfernung von 4 retinierten und verlagerten
Weisheitszähnen in Lokalanästhesie:
-- 1 ml Ultracain D-S/ D-S forte enthält 40 mg Articain
-- Höchstdosis:
7 mg Articain (Ultracain")/kg KG (Körpergewicht)
-- 50 kg (Körpergewicht) x 7 mg entspricht 350 mg Articain (Ultracain)
Die individuelle Grenzdosis beträgt 8.75 ml Ultracain D-S/ D-S forte
Behandlung in der Schwangerschaft,
Lokalanästhetika,
Risikopatient
Articulare
Ar, engl.: do.; virtueller röntgenologischer Schnittpunkt bei der
Schädelvermessung: Eine Gerade verläuft am hinteren Rand des aufsteigenden
Unterkieferastes (dorsale
Kontur des Collum
mandibulae), die andere Gerade wird durch den unteren Rand des Schläfenbeins
bestimmt; Abb.
Gelenkwinkel
ArGoMe-Winkel
Articularewinkel;
Gelenkwinkel
Artikulation
allgemein: eine gelenkige Verbindung, in der
ZHK
veralt. Begriff für dynamische
Okklusion, engl.: articulation; Verschiebung der unteren gegen
die oberen Zahnreihen unter Zahnkontakt. Dieser Begriff wird aktuell nicht mehr
verwendet und wurde ersetzt durch:
Okklusion -
dynamische.
Der Begriff ist in der Literatur vielfach besetzt, verstanden wird darunter
meist: jede statische und dynamische Kontaktbeziehung der oberen und unteren
Zahnreihen mit und ohne Nahrung.
Einschleifen,
Funktionsanalyse,
Gelenkbahn,
Hackbiss,
Okklusion,
Schlittenartikulation,
Wachsaufstellung
Artikulationsausgleich
Vermeidung gleithindernisbedingter Kipp- und Schubmomente mit dem Ziel, ein
Artikulationsgleichgewicht (balanced articulation) herzustellen
("harmonische Okklusion") und auftretende Belastungen auf möglichst viele
Parodontien
zu verteilen. Die früher allgemein gültige Forderung wird heute nur noch aus
statischen Gründen bei der Anfertigung von
Vollprothesen
erhoben.
Okklusion,
Okklusionskonzepte
Artikulationspapier, engl.: articulating paper;
Okklusionsfolie
Artikulationsstörungen,
Artikulationshindernisse,
Okklusionsstörungen
Artikulator
Kiefergelenksimulator, engl.:
articulator; Gerät zur mechanischen Simulation von Bewegungen des
Unterkiefers gegenüber dem Oberkiefer an
eingespannten Modellen. Das auf dem
Prinzip der natürlichen
Kiefergelenke und
Frontzahnabstützung (
Inzisalstift) funktionierende Gerät, lässt mit entsprechenden
Unterlagen (Modellen,
Registraten) außerhalb des Mundes (fast,
je nach Typ) eine Nachahmung der natürlichen
Kaubewegungen zu. Vom Funktionsprinzip
her z.B. eine Unterteilung in
Arcon-Artikulatoren
und Non-Arcon-Artikulatoren.
Davon abzugrenzen sind die Kaubahnbezogenen Artikulatoren,
bei welchen die
Okklusalfläche der Zähne die Führungsfunktion übernimmt;
Kaubahn
Anwendung von A. vor allem beim
Anfertigen von Zahnersatz im zahntechnischem Labor (Dentallabor)
und während der
Funktionsanalyse bzw.
Modellanalyse. In beiden Fällen wird
versucht, eine naturgetreue Übertragung der Mundsituation in den
Simulator zu erreichen, um
Okklusionsprobleme zu erkennen und dem
Patienten darauf basierend eine störungsfreie Kieferfunktion zu
ermöglichen.
Zahnärztliche A. dienen der
Nachahmung von Bewegungen des Unterkiefers. Sie sind seit etwa 130
Jahren ein Hilfsmittel bei der diagnostischen und therapeutischen
Tätigkeit des Zahnarztes sowie in der Zahntechnik; historisch auf
Bonwill (1887) zurückgehend. Ohne ihren Einsatz sind weder
Okklusionsdiagnostik noch funktionsgerechte Zahnersatzgestaltung
denkbar.
Im Grunde gehen A. von folgendem
Denkprinzip aus:
Die "hintere Steuerung" erfolgt durch die Beschaffenheit des
Kiefergelenks und ist im A. fest eingestellt oder individuell
einstellbar:
Bennet-Winkel,
Kondylenbahn,
Gelenkbahnneigung.
Die "vordere Steuerung" erfolgt durch die Schneide- und Eckzähne;
Prämolaren und Molaren übernehmen meist eine Stützfunktion, können aber
auch - z.B. durch Gruppenkontakte - mit in die Steuerung eingreifen.
Naturgemäß nicht berücksichtigt werden bei dieser mechanischen Denkweise
psychische und neuromuskuläre Gegebenheiten.
Die künstlichen Artikulator-Gelenke bestehen in der Regel aus einem führenden
und einem geführten Gelenkteil.
Bei der Vielzahl der auf dem Markt
angebotenen Artikulatoren sollte eine
Gesichtsbogenübertragung möglich sein,
ferner sollten die horizontale
Kondylenbahnneigung (HCN) eingestellt
werden können; eine
Bennet-Winkel-Einstellung ist ebenso
wünschenswert wie eine
Side-shift Einstellmöglichkeit (zur
Einstellung der
Zentrikfreiheit).
Die heute (2005) gebräuchliche
Vorgehensweise (Gesichtsbogen
und
Mittelwert-Artikulator) ist nach
wissenschaftlichen Kriterien zur Herstellung einer
individuellen Okklusion nicht
ausreichend, führt aber in der Praxis zu einem durchaus akzeptable width="870 width="870n
Ergebnis.
Vom Aufbau, der Übertragung, der
individuellen Einstellung und der Handhabung her lassen sich
verschiedene Typen unterscheiden:
-
Mittelwert-Artikulator
trotz der Vielzahl an diesen Arten, lassen derartige Artikulatoren
eine schädel- und gelenkbezügliche
Modell-Montage nicht, oder nur sehr erschwert zu. Nach
wissenschaftlichen Kriterien zur Herstellung einer
individuellen Okklusion sind derartige Geräte nicht ausreichend,
führen aber in der Praxis zu einem durchaus akzeptable width="870 width="870n Ergebnis.
-
Checkbiss-Artikulator
teiljustierbare, schädelbezügliche Artikulatoren mit
Protrusions-,
Mediotrusions- und
Bennett-Führungen. Die Einjustierung erfolgt mittels einfachen
Kontaktpositions-Registraten;
die
Modell-Montage über schädelbezügliche (Schnell-)Übertragungsbögen.
Nur seltener Einsatz dieses Typs.
- Analog-Artikulator
teiljustierbare, schädelbezügliche Artikulatoren mit
Protrusions-,
Mediotrusions- und
Bennett-Führungen. Koordinierbar sowohl mit Porus-Nasion- wie
auch mit Achse-Infraorbital-Gesichtsbögen.
Neben der individuellen
Modell-Montage ist auch eine Mittelwertmontage auf der Basis
einer Fundamentwaagen-gestützten Modellmontage möglich. Wegen
vielfältiger Justier- und Programmiermöglichkeiten besitzen sie ein
sehr großes Anwenderspektrum; eingesetzt werden hauptsächlich
Arcon-basierte
Geräte bei einem guten Preis- und Arbeitsaufwandsverhältnis.
- Volljustierbarer Artikulator
Sehr aufwendig konstruierte und zu bedienende Geräte mit einer
nicht unerheblichen Zeit für die Montage und einem hohen
Anschaffungspreis; heute weitgehend von den Analog-Artikulatoren
verdrängt; für Spezialfälle vorbehalten
adjustiert,
Ästhetikschablone,
Arcon-Artikulator,
Balkwill-Winkel,
Bewegungssimulator,
Biokop,
Conceptor Alpha,
Einschleifen,
Fixator,
Gelenkbahn,
Gerber,
Gesichtsbogen,
Gysi ("Simplex-Artikulator"),
Gnathomat,
Inzisalstift/Inzisaltisch,
Kaubahn,
Kieferrelationsbestimmung,
Mastikator,
Mittelwert-Artikulator,
Modellmontage,
Montageplatte,
Okkludator,
Okklusion,
Okklusionskonzepte,
Pantographie,
Reartikulation-Remontage,
SAM Artikulator,
Scharnierachse,
Splitcast-Sockel,
Stuart-Artikulator,
TMJ-Artikulator,
Truebyte-Artikulator,
Übertragungsbogen,
Whip-Mix Artikulator,
Wustrow Artikulator.
|

©:

einer der "Ur-Artikulatoren" nach
Bonwill
©: Uni-Greifswald

neuerer "Simplex" A.

Arcon - Non-Arcon
|
ART-Technik
auch A.R.T. , von "Atraumatic Restorative Treatment", weiter unter
dem Namen minimal intervention dentistry (MI Dentistry;
bekannt;
minimal-invasive, ubiquitär anwendbare
Kariestherapie, ursprünglich für ländliche Gebiete in der Dritten Welt für
Community Oral Health Workers (COHWs) entwickelt (Mitte der 80er Jahre in
Tansania/Ostafrika;
, wo kein Strom und entsprechendes Fachpersonal zur
Verfügung steht, wird diese Technik gelegentlich auch bei sehr
ängstlichen und
unkooperativen Kindern unternormalen Praxisbedingungen genutzt. Mit
Handinstrumenten (z.B. ART2 enamel cutter und
scharfe Löffel)
wird nur die erweichte ("faule") Zahnsubstanz
exkaviert, wenn möglich mit einem
Pulverstrahlgerät gereinigt und diese "Kavität"
dann - ohne die
klassischen Präparationsregeln - mit
Glasionomerzement (GIZ) gefüllt. Dabei haben sich GIZs vom Typ ii in
Verbindung mit einem
Adhäsivsystem am besten bewährt. GIZs deshalb, weil diese im Gegensatz zu
Komposites weniger empfindlich auf Feuchtigkeit (Speichel) sind und ohne
Kofferdam gelegt werden können.
AFT,
Amalgamalternativen,
Behandlung von Milchzähnen,
BRT (Basic Root Canal
Treatment)
?
Ärzte-TÜV,
Fortbildung
Arzneimittel, Medikament;
Pharmakon
Arzneimittelgesetz
AMG, engl.: pharmaceuticals law; vorgeschriebenes
Zulassungsverfahren für
Arzneimittel nach dem Arzneimittelgesetz (AMG); für Medizinprodukte erfolgt
eine Zulassung nach dem
Medizinproduktegesetz (MPG).
Die
klinische Prüfung nach dem A. (AMG) unterscheidet sich wesentlich von
der nach dem
Medizinproduktegesetz (MPG): Während das Arzneimittelgesetz die
Wirksamkeit überprüft, hebt das Medizinproduktegesetz auf die
Wirkungsweise ab. Daraus ergibt sich: Während ein Arzneimittel vor der
Zulassung grundsätzlich die Phasen I - III der Arzneimittelprüfung durchlaufen
muss, kann für ein Medizinprodukt mit geringem Risikopotential oder einer
unwesentlichen Modifikation eines bereits "in Verkehr gebrachten" Produkts auch
eine
Evidenz-basierte schriftliche Bewertung ohne Überprüfung am Menschen
ausreichen, um eine
CE-Zertifizierung des Produktes zu erwirken - viele "neue"
Komposites machen sich diesen Umstand zu Nutze.
Arzneimittelkommission,
Arzneimittel-Richtlinien,
klinische Studie,
Medizinproduktegesetz,
Pharmakon
Arzneimittelkommission
der Zahnärzte,
AK-Z, engl.: Drug Commission of the German Medical Council of
Dentistry, früher: "zahnärztlicher Arzneimittelausschuss"; eine gemeinsame
Einrichtung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen
Bundesvereinigung (KZBV), bestehend aus Experten der unterschiedlichen
Fachrichtungen wie Pharmakologie, Toxikologie und Werkstoffkunde und
niedergelassenen Zahnärzten, die sich auf Teilgebiete der zahnärztlichen
Arzneimitteltherapie spezialisiert haben. Bekannt durch die Herausgabe der
IZA ("Informationen über Zahnärztliche Arzneimittel")
Eine der Hauptaufgaben
dieses Gremiums ist die Entgegennahme und Bearbeitung eingehender
Nebenwirkungsmeldungen von Medikamenten/Werkstoffen. Diese Meldungen werden von
den praktizierenden Zahnärzten auf speziell dafür entwickelten Meldebögen an die
AK-Z gesandt. Durch die Einzelnen für die unterschiedlichen Gebiete zuständigen
Mitglieder der Kommission werden diese Meldungen aufgenommen, bearbeitet und
ausgewertet. Von der Verwaltung der Bundeszahnärztekammer werden die dort von
den Zahnärzten eingehenden Nebenwirkungsmeldungen auch an das Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte weitergeleitet. Bei diesem kurz BfArM genannten
Institut handelt es sich um ein Nachfolgeinstitut des damaligen
Bundesgesundheitsamtes BGA.
Im Jahr 2005
wurden insgesamt 158 Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen
(UAW, = "Nebenwirkungen") registriert. Betrachtet man den Zeitraum der letzten
Jahre von 1995 bis 2005, so werden jährlich von Zahnärzten durchschnittlich nur
79 Meldungen zu UAWs abgegeben - dabei machen Antibiotika
über 50 % der Meldungen aus. Setzt man voraus, dass jeder Zahnarzt täglich
mehrfach
Lokalanästhetika verabreicht und mindestens
wöchentlich Antibiotika
und Schmerzmittel
rezeptiert, so ergeben sich daraus etwa 1.000
Medikamentenabgaben/Zahnarztpraxis/Jahr. Daraus errechnet sich ein geschätztes
Verordnungsvolumen von 50 Mio. Verordnungen/Jahr. Diese Zahl steht in keiner
Relation zu den gemeldeten Zahlen und lässt eine hohe Dunkelziffer oder nur
harmlose Nebenwirkungen bei den zahnärztlich eingesetzten Medikamenten vermuten.
Auf den zweimal im
Jahr stattfindenden Sitzungen der Arzneimittelkommission werden die Auswertungen
der im letzten halben Jahr eingegangenen Nebenwirkungsmeldungen vorgestellt.
Zumindest einmal jährlich werden diese Auswertungen der im Zusammenhang mit
zahnärztlichen Arzneimitteln auftretenden Nebenwirkungen in den "Zahnärztlichen
Mitteilungen" veröffentlicht. Die "Zahnärztlichen Mitteilungen" erscheinen alle
zwei Wochen und werden auf dem Postwege an alle praktizierenden Zahnärzte
versandt.
Ein weiteres Gewicht
der Arbeit der A. besteht aus Stellungnahmen zum zahnmedizinischen und
medizinischen Nutzen von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Solche
Stellungnahmen werden meistens auf Anfragen von Landeszahnärztekammern oder
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Länder erstellt.
Der
Arzneimittelkommission Zahnärzte ist es aus personellen Gründen jedoch nicht
möglich, auf einzelne Patientenanfragen zu antworten. Ansprechpartner für den
Patienten ist wie in allen Bereichen der Therapie der behandelnde Zahnarzt.
Adresse:
Arzneimittelkommission der Deutschen Zahnärzte BZÄK/KZBV , Chauseestraße 13 ,
10115 Berlin
Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz
AMNOG; zum Jahresbeginn 2011 in Kraft getretenes neues "Reformgesetz" im
Gesundheitswesen. Zwei der Kernpunkte sind die Schnellbewertung des Nutzens neu
zugelassener Arzneimittel durch den
Gemeinsamen Bundessauschuss und die feste Verankerung der
unabhängigen Patientenberatung in die
Gesetzliche Krankenversicherung. Nach den Vorstellungen des
Patientenbeauftragten der Bundesregierung soll die unabhängige
Patientenberatung ab Januar im Rahmen einer verankerten Berichtspflicht über die
Anfragen und Beschwerden eine patientenorientierte Rückmeldefunktion in das
Gesundheitssystem gewährleisten.
Mit dem AMNOG müssen Pharmahersteller bereits in einem frühen Stadium den Nutzen
ihrer zugelassenen Produkte belegen, wenn sie von den Krankenkassen erstattet
werden sollen. Allerdings: Wissenschaftler betonen, dass der Zusatznutzen von
Medikamenten oft erst nach Jahren korrekt bestimmbar ist (
AMNOG - Stoppschild für viele neue Wirkstoffe).
Festbeträge,
Patientenberatungsstellen,
Pharmakon,
ZESAR,
Zuzahlung
Arzneimittel-Richtlinien
engl.: pharmaceutical directive; vom
Gemeinsamen Bundesausschuss aufgestellte, ständig fortentwickelte
Richtlinien,
die das
Wirtschaftlichkeitsgebot konkretisieren sollen und Ärzten Klarheit darüber
geben, mit welchen Medikamenten eine ausreichende, zweckmäßige und
wirtschaftliche Versorgung der GKV-Versicherten sichergestellt werden kann. Der
Inhalt der Richtlinien ist für
Vertragsärzte
verbindlich. Sie enthalten auch eine Liste über verordnungsfähige aber nicht
verschreibungspflichtige
Pharmaka. In
der ZHK
ohne Bedeutung, da nur die Vertragsärzte betreffend (2006).
Arztbesuch
(Zahnarztbesuch) während der Arbeitszeit, engl.: physician
attendance (dentist attendance) during work time; § 616 des
BGB "Vergütungsanspruch bei kurzzeitiger Dienstverhinderung" sagt:
Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht
dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch
einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der
Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen,
welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher
Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt. ...
Arbeitnehmer können deshalb nicht davon ausgehen, grundsätzlich während der
Arbeitszeit zum Arzt gehen zu können. Demnach kann dem Mitarbeiter für die Zeit
des Arztbesuchs Lohn oder Geld gekürzt werden, wenn er nicht nachweisen kann,
dass ein anderer Termin unmöglich gewesen ist. So kann der Arbeitgeber von
seinem Angestellten eine entsprechende, vom Arzt ausgestellte, Bescheinigung
verlangen. Werden alle Mitarbeiter des Unternehmens auf diese Rechtslage
hingewiesen, kann bei Nichtvorlage der Bestätigung das Gehalt gekürzt werden.
Behandlung
Arztgeheimnis, medical non-disclosure
rule (?);
Schweigepflicht
AS-Akademie
Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement; versteht
sich "als postuniversitäres Forum für Zahnärzte und hauptamtliche Mitarbeiter
der zahnärztlichen Berufsvertretungen zur Erlangung politischer und sozialer
Kompetenzen für die Wahrnehmung von Selbstverwaltungsaufgaben und zur
Fortentwicklung freiberuflichen Praxismanagements. Der Schwerpunkt der
Akademiearbeit liegt in der gesundheitsökonomischen Qualifizierung von
Zahnärzten zur Übernahme von Leitungsfunktionen in Körperschaften, Verbänden und
Institutionen im Gesundheitswesen."
Asepsis
engl.: do.; alle Maßnahmen, die zur Beseitigung von Krankheitserregern dienen
und im Idealfall zu einer Keimfreiheit führen. Derartige Maßnahmen sollen
dem Eindringen von Viren, Bakterien und Pilzen in den Organismus bei
chirurgischen Eingriffen vorbeugen bzw. ein Eindringen gänzlich verhindern.
Wegen der hohen Anzahl der Keime in der Mundhöhle ist hier eine Keimfreiheit bei
Eingriffen nie möglich. Derartige Vorkehrungen - aseptische Kautelen -
sind insbesondere:
Raumdesinfektion
Raumluftsterilisation
Sterilisation (Keimfreimachung) der medizinischen Instrumente und der
Operationskleidung , Verwendung steril verpackter Einmalinstrumente
Händedesinfektion, sterile Handschuhe
Vorkehrungen gegen den Hospitalismus (
nosokomiale Infektion)
aseptisch (engl.: aseptic) =
keimfrei;
Asepsis,
Desinfektion,
Hygiene,
Sterilisation,
Sterilität
Aseptik
engl.: aseptic precautions; Methoden bei der Wundbehandlung mit dem Ziel,
Krankheitserreger primär von der Wunde fern zu halten (durch sterile Instrumente
und Materialien,
Händedesinfektion, Abtötung der Keime in der Raumluft usw.). Die
Mundhöhle beherbergt ca. 700 unterschiedliche Mikroorganismen, sodass
eine Wunde in diesem Bereich immer als infiziert gilt. Besonders für Eingriffe
im Mund ist es kaum möglich, die
Asepsis,
die in anderen chirurgischen Disziplinen gefordert wird, zumindest für die in
einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis durchgeführten Eingriffe einzuhalten.
Ohnehin ist die Heilungstendenz von Wunden in der Mundhöhle gut.
Asepsis,
Desinfektion,
Sterilisation
Asialie; engl.: aptyalia, asialia;
Xerostomie
Äskulapstab
engl.: Aesculapian staff; abgeleitet
von einem griech. Gott der Heilkunst namens Asklepios ("as" = die
Schlange und "klepi" = etwas umwinden; somit sinngemäß: "Asklepios" =
die Schlange, die sich um etwas windet.). Dieser Sohn des Apollo wurde
der Sage nach durch den Zentaur Cheiron so gut ausgebildet, dass er
sämtliche Krankheiten heilen konnte. Selbst Tote soll er ins Leben
zurück gerufen haben. Andere Deutungen gehen davon aus, dass die
sagenhafte griechische Figur des Asklepios auf den ägyptischen Arzt
Imhotep (um 2700 v. Chr.) zurückgeht.
Symbol der Ärzteschaft und in Verbindung mit einer Schale das
Standeszeichen der Apotheker. Details:
Schlangen-Kopf nach rechts zeigend = Zeichen
der Ärzte, Kopf nach links = Zeichen der Zahnärzte (s. Abb.),
Kopf nach links über einer Schale = Apotheker.
Nicht zu verwechseln mit dem Ä. ist
der (kommerziell ausgerichtete) Hermesstab (engl.: Caduceus,
Abb. rechts): Er ist ein Stab mit zwei Flügeln, der von zwei Schlangen
umschlungen wird. |

Ä. der Zahnärzte
|

Hermesstab |
Aspergillose
"Schimmelpilzkrankheit", durch Schimmelpilze bedingte Infektion;
Verursacher meist der Schlauchpilz "Aspergillus fumigatus". Körperbefall durch
massive Einatmung von Pilzsporen oder auf dem Boden einer vorhanden Erkrankung.
Eine
Wurzelkanalbehandlung mit
Zinkoxid-haltigen
Materialien bzw. deren Überstopfung in die
Kieferhöhle
soll eine A. ("Kieferhöhlen-Aspergillose") bewirken/begünstigen.
Aspiration
Ansaugen von Gasen, Festkörpern oder Flüssigkeiten; engl.: do.; in der
ZHK unter
mehreren Bedeutungen bekannt:
1.) vor der eigentlichen
Infiltrations- oder (besonders)
Leitungsanästhesie: Nach dem Kanüleneinstich erfolgt ein leichtes
Zurückziehen des Spritzenstempels. Wird dabei Blut angesaugt, befindet sich die
Kanülenspitze in einem Blutgefäß; ein Injizieren würde zu körperlichen
Komplikationen führen, zusätzlich würde der vorgesehene Bereich nicht
anästhesiert werden, da das
Lokalanästhetikum sofort durch den Blutstrom abtransportiert wird.
2.) Eindringen von Flüssigkeiten bzw. festen Stoffen (z.B.
zahnärztliche Instrumente) in die Luftröhre oder Lunge,
Fremdkörperaspiration,
Kehlkopfreflex,
Sicherungskettchen
3.) Absaugen von flüssigen oder festen Bestandteilen aus der Mundhöhle,
Absauganlage,
Speichelzieher
Assembling-Verfahren
engl.: assembling method; selten angewandte "Rationalisierungsmaßnahme"
bei der
zahntechnischen Herstellung von
Kronen und
Brücken: Bei
der
Wachsmodellation der
Rekonstruktion wird auf industriegefertigte Wachsformen zurückgegriffen.
Assessment
Einschätzung, Selbstanalyse oder -beurteilung im Rahmen des
Qualitätsmanagements in Verbindung mit bestimmten Kriterien; z.B.:
Evaluation, d.h. Erhebung der qualitätsrelevanten Praxisroutinen
Prozessbeschreibung, d.h. Definition von Zielen und Prozessen
Feed-back, d.h. Reflexion der Handlungsroutinen
Validierung, d.h. Zertifizierung und Selbstverpflichtung
Benchmarking,
Qualitätsmanagement,
Qualitätssicherung
Assistent, zahnärztlicher,
engl.: dental assistant;
Vorbereitungszeit
ästhetische
Analyse
engl.: aesthetic analysis (US Schreibweise: esthetic); in der
ZHK
zunehmend praktiziertes Vorgehen bei der
Rekonstruktion komplexer ästhetisch unbefriedigender Fälle. Ein derartiges
Vorgehen beinhaltet ein fundiertes Grundwissen mehrerer zahnmedizinischer
Fachdisziplinen aus den Bereichen Parodontologie/Parodontalchirurugie,
Kieferorthopädie, Implantologie, Funktionslehre, konservierender Zahnheilkunde
und Prothetik.
Im Rahmen der Befunderhebung wird auf folgende Einteilung zurückgegriffen ("Ästhetikklassen"),
welche das korrekturbedürftige Erscheinungsbild von Zähnen und Zahnfleisch beim
Lachen
widerspiegelt:
| Klasse |
Definition |
| 1 |
Korrekturen nur in der weißen Ästhetik (an den Zähnen) erforderlich |
| 2 |
Korrekturen in der Funktion und in der weißen Ästhetik erforderlich |
| 3 |
Korrekturen in der
roten (am Zahnfleisch) in der weißen Ästhetik erforderlich |
| 4 |
Korrekturen in der Funktion, in der roten und in der weißen Ästhetik
erforderlich |
| 5 |
kieferorthopädische oder kieferchirurgische Vorbehandlung
erforderlich |
Ästhetiklinie,
ästhetische Zahnmedizin,
Frontzahnlinie,
gummy smile,
kosmetische Zahnmedizin,
Mock-up,
Pink Esthetic Score,
rosa Ästhetik,
Wax-up.
Ästhetiklinie
nach
Ricketts,
Ricketts-Linie, engl.: (a)esthetics line,
Rickett's aesthetic plane; gibt Auskunft über die Position der
Lippen in
sagittaler Richtung. Gesichtsprofillinie als wesentliches
Charakteristikum zur Beurteilung eines Gesichtes, mit den Endpunkten
Nasenspitze (Pronasale) und Weichteil-Kinnspitze (Weichteilpogonion).
Auf dieser Linie befinden sich die Oberlippe (Labrale superius) und die
Unterlippe (Labrale inferius) in einem bestimmte Abstand. Als Normwerte
gelten: Oberlippe -1 bis -4 mm, Unterlippe 0 bis + 2mm zur Ä.
In der Kieferorthopädie spielt die Ä.
u.a. eine zusätzliche Entscheidungshilfe bei der
Extraktionstherapie.
ästhetische Analyse,
Biomet-Gesicht,
Frontzahnlinie,
Harmonielinie,
Kieferprofilfeld,
Lippentreppe,
Mundtangente,
Profilanalyse,
Rückgesicht,
S-Linie
(Steiner Profillinie),
Vogelgesicht,
Vorgesicht. |

|
ästhetische
Zahnmedizin
engl.: estetic dentistry; aus den USA
stammendes, nicht unumstrittenes, neues Gebiet innerhalb der
Zahnmedizin; in Deutschland bisher ohne eindeutige Abgrenzung zur
kosmetischen Zahnheilkunde (cosmetic dentistry).
Die Deutsche
Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde
versteht unter der kosmetischen Z. reine Kosmetik im Sinne einer
Zahnverschönerung als Verkaufsprodukt zum Selbstzweck und definiert die
ästhetische Zahnheilkunde als eine "erstklassige Zahnmedizin" nach dem
Motto: "Erst kommt die Funktion, dann die Ästhetik".
Ästhetisch erscheinende Zähne sind wichtig
für soziale Kontakte. Ein Lächeln signalisiert Selbstsicherheit,
Wohlbefinden und Jugendlichkeit. Die Menschen verknüpfen heute damit
weitestgehend Erwartungen an eine hohe Lebensqualität. Makellose Zähne,
ein gewinnendes Lächeln stehen in den Vorstellungen für körperliche
Gesundheit, für soziale Kompetenz und beruflichen Erfolg – das sind
wichtige Wertmarken unserer heutigen Gesellschaft.
Subsumiert werden unter dem Begriff ä.
Z. eine Vielzahl von Behandlungsangeboten/-wünschen (
Behandlung auf Verlangen) die der
Zahn-/Gebissverschönerung dienen (z.B.
Bleichen der Zähne,
Zahnregulierungen im Erwachsenenalter,
kosmetische Verblendschalen auf den
Schneidezähnen,
unschönes Zahnfleisch ("rote Ästhetik"),
Zahnschmuck) die nicht unbedingt der
Gebissgesundheit dienen und keinesfalls das nach dem
Sozialgesetzbuch geforderte
Wirtschaftlichkeitsgebot "ausreichend,
wirtschaftlich und notwendig" in allen drei Punkten erfüllen. Zu
beobachten ist in den letzten Jahren eine stetige Zunahme von
Patientennachfragen und - wünschen in Richtung ä. Z. : So
maßen bei 2000 befragten Personen 2002 81 % dem Aussehen ihrer Zähne
eine hohe Bedeutung zu, und bei jedem Dritten der Befragten ist die
konkrete Bereitschaft, Geld für das Aussehen der Zähne auszugeben stark
ausgeprägt.
Da rein kosmetische Eingriffe häufig
nicht medizinisch notwendig sind, ergeben sich eine Reihe ethischer,
wirtschaftlicher und juristischer Aspekte, besonders dann, wenn es
sich um rein kosmetische Eingriffe handelt: So wird ein unvergleichbar
höhere Aufklärungsbedarf
gefordert - ebenso wie von dem Patienten eine erhöhte Nachfragepflicht
verlangt wird. Klagen wegen "nicht gewünschtem Erfolg" sind keine
Seltenheit. Ethische Bedenken von Seiten der Ärzteschaft sind in einem
hohen Maß vorhanden.
Viele der Behandlungen nach der ä.
Z. sind nicht in einer
zahnärztlichen Gebührenordnung zu
finden; eine Erstattung derartiger Behandlungen findet auch bei
Privatversicherungen meist nicht statt;
ein vorherige Anfrage bei der Versicherung und ein Kostenvoranschlag
seitens der Zahnarztpraxis wird dringend empfohlen! Ebenso können die
Gebühren für derartige Leistungen von Praxis zu Praxis stark variieren
und Preise sind durchaus verhandelbar.
Unklar ist bisher (2008) noch, ob derartige
Leistungen von der
Umsatzsteuer befreit sind:
Nach § 4,14 sind nur solche Leistungen
steuerbefreit, die der Feststellung, Heilung, oder Linderung von
Krankheiten, Leiden oder oder Körperschäden bei Menschen dienen. In
einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 2919.99 (Az: BvR
1264/90) wird ausgeführt, dass "erkennbarer Normzweck des §4,14 UStG
allein die Entlastung der
Sozialversicherungsträger von der
Umsatzsteuer" ist. Die zahnärztlichen
Mitteilungen (zm) melden zur Umsatzsteuerpflicht im September
2008: "Steht das therapeutische Ziel im Hintergrund, fällt Umsatzsteuer
an. Heilberufliche Leistungen, in denen kein therapeutisches Ziel im
Vordergrund steht, sind nicht von der Umsatzsteuer befreit. Das geht aus
einem Schreiben der Oberfinanzdirektion Hannover hervor. Dies gelte auch
für die Sachverständigentätigkeit der Zahnärzte und Ärzte, wenn das
Gutachten der Entscheidungsfindung eines Dritten dient, die gegenüber
dem Betroffenen oder anderen Personen Rechtswirkung erzeugt. Auch
Schönheitsleistungen von Zahnärzten unterliegen dem Umsatzsteuersatz von
19 Prozent, soweit kein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht,
stellt die W+ST Wirtschaftsprüfung GmbH in einer Stellungnahme klar."
Ästhetiklinie,
ästhetische Analyse,
Behandlung auf Verlangen,
Dysmorphophobie,
Einschleifen,
Eugnathie,
Frontzahnlinie (Lachlinie),
Gummy Smile,
Keramikschulter,
Kieferprofilfeld,
kosmetischen Zahnheilkunde (cosmetic dentistry),
LipLifter,
Lippenkompetenz,
Lippentreppe,
Lippenunterspritzung,
Lumineers™,
medizinisch notwendig,
Mock-up,
Nasolabialwinkel,
Pink Esthetic Score,
Profilanalyse, "rosa
Ästhetik",
Shimbashi Norm,
Umsatzsteuer,
Veneer
|

Harmonie des
Untergesichts durch eine positive
Lachlinie

Lippenstellung
("Lippentreppe")
im Profil

der Einsatz von Gold
im sichtbaren Bereich gilt
heute nicht mehr als
"Schönheitsideal"

kosmetisch
unbefriedigendes Ergebnis nach einer Implantation

ästhetisch
unbefriedigendes
Gummy Smile
|
Ästhetikschablone
Ästhetik-Kontrolschablone,
Ästhetik-Funktionsschablone nach Gutowski, engl.: (a)esthetic
plate; eine der
Bissschablone ähnliche
Kunststoff-Schablone, welche mit einem Wachsaufbau ("Wachswall") in der
Position der späteren Ersatzzähne versehen ist. Mit der
Bissschablone oder einem entsprechenden
Registrat erfolgt eine Übertragung der
Lagebeziehung vom Unterkiefer zum Oberkiefer in den
Artikulator - die
Ä. enthält dagegen Informationen bezüglich
Lachlinie, Lippenfülle,
Mittellinie,
Eckzahnlinie, Frontzahnstellung, Distanz
Lachlinie
zu
Lippenschlusslinie,
Nasenbasislinie, Schattenzone zwischen Wange und Zahnreihen beim
Lachen ("Bukkalkorridor").
Diese werden vom Zahntechniker bei der Aufstellung der Kunstzähne
entsprechend umgesetzt.
Bei der ursprünglichen
Bissnahme
mittels alleiniger
Bissschablone wurde in der Regel auf eine Ä.
verzichtet und die entsprechenden Markierungen direkt auf die
Bissschablone aufgetragen.
ästhetische Analyse,
Kennlinien,
Linefinder,
Vollprothese. |

|
Astomie, "ohne Mund", engl.: astom(i)a;
Missbildung, angeborenes Fehlen der von außen sichtbaren Mundöffnung
Atherom
Trichilemmalzyste, "Grützbeutel", "Balggeschwulst",
engl.: epidermoid cyst; steatocystoma (falsches A.);
mit Unterscheidung:
echtes Atherom: kugelig-glattes,
dysgenetisches Gebilde der Haut (familiäres Vorkommen bei 75 % der
Patienten); auch als
Dermoidzyste ("Haargeschwulst") oder Epidermalzyste bezeichnet ;
Zyste
falsches Atherom: A. spurium; Follikelzyste; Sebozystom;
prall mit Talg gefüllte Gebilde; auch als Talgretentionszyste oder
Talg(drüsen)zyste bezeichnet (s. Abb.)
Weichteilzysten |

|
Ätiologie
Krankheitsursache, engl.: aetiology (US Schreibweise: etiology);
Lehre von der Ursache; Auslösung/Ursache einer Erkrankung.
Pathogenese
atraumatisch
gewebsschonend, engl.: atraumatic; meist im Zusammenhang mit
Wundnähten oder bei der Wundversorgung gebraucht. So ist bei einer
atraumatischen
Naht
der Faden mit dem Nadelöhr verschweißt, um die Überdehnung des Gewebes durch die
früher gebräuchliche Nadel mit dickem Nadelöhr zu minimieren. In jüngerer Zeit
auch Einsatz von
Wundklebern
auf Fibrin- oder
Kunststoffbasis.
Fibrinkleber,
Naht
atraumatische Naht, engl.: atraumatic
suture;
atraumatisch,
Naht
Atridox™
basierend auf ATRIGEL™, dem "drug delivery system" von ATRIX Laboratories Inc.
ATRIDOX® (in D: Fa.
Curasan)
setzt
Doxycyclin am Ort der Infektion kontrolliert frei (
lokale Antibiotika); die hohe lokale
Doxycyclin-Konzentration wird über einen Zeitraum von 7 Tagen aufrechterhalten.
Zusammensetzung: biologisch abbaubares Gel, 10 %
Doxycyclin, 33 % Poly-DL-Lactid, 57 % N-methyl-2-pyrrolidon. Ab 2006 in D
keine Zulassung mehr; im Ausland (z.B. per Internet) erhältlich.
lokale Antibiotikazufuhr
Atrisorb
™
(free flow) ein flüssig anwendbares
Polyaktid im Rahmen der
Gesteuerten Geweberegeneration, als
vollständig abbaubare Membran. Es wird unter Verwendung von einem
Knochenersatzmaterial zur
Defektauffüllung mit einer Kanüle direkt am Defekt (Zahnwurzel)
appliziert (sog. "in-situ Technik"). Durch das Besprühen mit sterilem
Wasser verfestigt sich das Gel zur Barriere-Membran. Diese Barriere
fungiert als "Schutzschild" gegen eine unerwünschte Binde- und
Narbengewebe-Bildung und schafft so die Voraussetzung für die Gewinnung
von neuem und physiologischem
Zahnhalteapparat-Gewebe. Nach
Herstellerangaben wurden weltweit über eine Millionen Patienten
erfolgreich mit A. behandelt.
Gesteuerten Geweberegeneration

© der Grafik:
|
Atropin
ein Alkaloid, engl.: atropine; hemmt u.a. die
Speichel- u. Schweißsekretion, führt zu einer Pupillenweitstellung
(Mydriasis) und Beschleunigung der Herzfrequenz (Ausschaltung der Herzäste des
Vagus).
In der
ZHK als Atropinsulfat (0,5 mg) vor allem zur Hemmung des
Speichelflusses (
Xerostomie)
angewandt.
Trockenlegen
Attachment
Anheftung, epitheliale Haftung, vom engl.: attached =
anhaftend, befestigt; in der
ZHK von unterschiedlicher Bedeutung:
Alveolarknochen,
biologische Breite,
dentogingivaler Verschluss,
Parodontalbehandlung,
Rezession
Attrition
glattflächiger
Schmelzverlust, engl.: do.; bis hin zur völligen Freilegung des
Zahnbeins (Dentin),
meist bedingt durch direkten Zahnkontakt (ohne Nahrungsbeteiligung) mit dem
Gegenbiss (sog. Antagonistenkontakt-A.
oder "2-Körper-Abrieb") durch reflektorisches Berühren (Knirschen,
Pressen), z.B. an den Außenflächen der unteren Schneidezähne beim
Deckbiss oder an sich benachbarten Zähnen (Übergang des
Kontaktpunkts in eine Kontaktfläche = "interstitielle A.", auch als "interstitielle
Abrasion" bezeichnet), wobei die Zähne bei geschlossener Zahnreihe
horizontal nach vorn wandern (=
Mesialdrift;
Abb.). Früher war auch noch der Begriff Kontrition (lat. für
Zerknirschung) für eine
okklusale A.
gebräuchlich
Es wird unterschieden:
Wenn zwei Zähne beim Zubeißen oder Schlucken aufeinander treffen, also zum
Beispiel ein eigener, unbehandelter Zahn (Schmelz) auf eine
Keramikkrone, so spricht man von Zweikörperverschleiß oder Attrition.
Wenn sich zwischen den Zähnen Nahrungsstoffe befinden, oder wenn die Zahnbürste
mit Zahnpaste über die Zähne gleitet, so spricht man von Dreikörperverschleiß
oder
Abrasion.
Während ein Aufeinandertreffen von "Keramik - eigener Zahn" zur A. am
Schmelz führt
(Stärke abhängig von der Keramikart), sind Kontakte durch "Kunststoffe - eigener
Zahn" ohne Schmelzverschleiß; moderne
Presskeramiken liefern ähnliche Werte wie natürlicher Zahnschmelz, hier sind
bei beiden Stoffen annähernd gleiche Werte zu erwarten.
Das unterschiedliche
Abrasionsverhalten
dentaler Werkstoffe muss bei deren Anwendung, besonders in Bezug auf den
Antagonistenkontakt, beachtet werden: so weist Keramik
sehr unterschiedliche Werte (glasiert oder nicht glasiert), Kunststoff eine
mittlere und Gold eine höhere
Abrasivität
auf. Das zunächst nicht vermutete Verhalten von Gold beruht auf seiner hohen
Duktilität.
Abrasion,
Demastikation,
Facette,
Frontzahnchips,
Kaukraft,
Usur
atypische Zahnschmerzen, atypische
Odontalgie;
Gesichtsschmerz
Ätzgel
"Ätzen", Gel meist auf
Phosphorsäure-Basis, engl.: etchant gel; im Rahmen der "Säure-Ätz-Technik"
(SÄT) eingesetztes Mittel zur Entkalkung (Entmineralisierung) von
Zahnharzsubstanzen. Nach erfolgreichem Ätzen entstehen auf der Zahnoberfläche
die typischen Ätzmuster, welches durch unterschiedliche Säurelöslichkeit
des Zahnaufbaus bedingt ist. Es dient als sog. Mikrorentionsrelief für
zahnärztliche Füllungsmaterialien oder Befestigungszemente.
Die zusätzliche Anwendung von Er:YAG-Lasern zur Konditionierung in der
Adhäsivtechnik erbringt, verglichen mit der alleinigen Konditionierung der
Zahnhartsubstanz durch Phosphorsäure, keine Verbesserung der Haftkraft.
Adhäsivtechnik
Audioanalgesie
engl.: audioanalgesia; Art der Schmerzausschaltung durch Geräusche
(Musik) über Kopfhörer während eines zahnärztlichen Eingriffs; Erfolg ist stark
von der Psyche der betr. Person abhängig, in der
ZHK selten angewandt. Nachteilig: Mangelnde Kommunikation zwischen Zahnarzt
und Patient.
Hypnose,
Lokalanästhesie
Aufbaufüllung
"Stumpfaufbau",
"Aufbau", AF, engl.: etwa ((tooth) stump) mounting;
1.) Hinzufügen von verloren
gegangener Zahnsubstanz ( durch
Karies,
Verletzung) vor der Anfertigung einer
Krone, in/an einem
Zahnstumpf mittels plastischer (in der Regel
Glasionomerzemente (wegen der Expansion
durch Wasseraufnahme kein Einsatz bei vollkeramischen Restaurationen)
oder
adhäsive Befestigung mittels
Kompomere
bzw.
Komposites) oder starrer Materialien ("gegossener
Aufbau"). Hauptfunktionen der A.
sind:
eine dichte Versiegelung der Dentinwunde
eine Stabilisierung der noch vorhandenen Zahnsubstanz
ein Schaffen von zusätzlichen
Retentionsflächen für die spätere
Restauration
eine Vereinfachung der Abformung durch glatte Präparationsflächen
Eine reine Befestigung der Restauration an
der A. ist nicht anzuraten; empfohlen werden mindestens 1-2 mm
eigene Zahnsubstanz nach apical hin als Retentionsfläche und als
dauerhafter Übergang (
Kronenrand,
Randschluss). Notfalls ist eine
chirurgische Kronenrandverlängerung
durchzuführen.
Bei tief zerstörten Zahnkronen zusätzlicher
Einsatz von
parapulpären Schrauben o. Stiften ("Aufbau").
Der "klassische" Amalgamaufbau hat
heute - hauptsächlich wegen einer
Korrosionsgefahr unter der
Restauration und allgemeinen Vorbehalten
gegen diesen Werkstoff - kaum noch Bedeutung, obwohl bei stark
zerstörten Zähnen (Karies bis tief in die
Tasche hinein) klinisch wegen der
Probleme bei der
Trockenlegung Kunststofftechniken kaum einsetzbar sind. Zemente sind
wegen der geringen Bruchfestigkeit ebenfalls keine Alternative.
2.) Restauration der Zahnform nach
einem Verlust größerer Anteile der Schneidekante ("Schneidekantenaufbau",
"Kantenaufbau", "Konturaufbaufüllung") oder der
Kaufläche (s. Abb. u.).
Ketac-Silver,
Konturbandfüllung,
parapulpäre Stifte,
Schneidekantenaufbau,
Stiftaufbau

Zahnstumpf mit gegossener
Aufbaufüllung

A. an zwei Schneidezähnen
|
Aufbereitung von
Wurzelkanälen,
engl.: root canal preparation;
Wurzelkanalbehandlung
Aufbewahrungsfrist
engl.: retention period, storage time; zahlreiche Verpflichtungen
zur zeitlichen Aufbewahrung von Behandlungsunterlagen bzw. Praxisunterlagen
(z.B. Dokumentation, Belehrungen, Finanzunterlagen).
Aufbiss
Frontaufbiss, Seitenaufbiss, engl.: bite plane;
Schlagwortbez. für einen kieferorthopädischen oder prothetischen Behelf (Geräte
in der Regel auf Kunststoffbasis) zur Entkopplung der bestehenden Verzahnung. Je
nachdem, über welche Zahngruppen der Aufbiss gelegt wird, gibt er anderen
Zähnen/Zahngruppen die Möglichkeit eines "Hochwachsens" zur
Okklusionsebene
hin (Bisshebung).
Weiter kann mit einem entsprechend konstruierte A. eine Veränderung der
Bisslage oder eine
Entlastung des Kiefergelenks erreicht werden.
Aufbiss-Platte,
Aufbiss-Schiene,
Beißblock,
Bisssperre,
Spatelübungen
Aufbissaufnahme
Aufbiss-Röntgenaufnahme,
Okklusalaufnahme, engl.: occlusal
radiograph(y); spezielle Projektionstechnik beim Röntgen von
Zähnen. Die Strahlenrichtung verläuft nicht wie gewöhnlich quer, sondern
längs zum Zahn; u.a. zur Darstellung von verlagerten Zähnen oder
Fremdkörpern im Kieferbereich. Dabei wird der Zahnfilm waagerecht
zwischen den Kauflächen eingeklemmt. Anwendung u.a. zur Darstellung von
verlagerten Zähnen oder Fremdkörpern (z.B.
Speichelstein) im Kieferbereich. Im
Oberkiefer anatomisch schwer möglich (
Okklusalaufnahme)
Bissflügelaufnahme,
laterale Zahnaufnahme,
Okklusalaufnahme,
Röntgen

Die Aufnahme zeigt zwei verlagerte Zähne im Gaumen, die mit normaler
Röntgentechnik nur schwer zu sehen sind
|

Speichelstein im
Unterkiefer
©: Dr. Drüke,
|
AufbissSchiene
Okklusionsschiene,
Knirscherschiene,
Entspannungsschiene, Aufbissbehelf, engl.: bite guard
splint, occlusal appliance; eine die Aufbiss(Okklusions-)flächen
der Zähne übergreifende, herausnehmbare, temporäre Kunststoffschiene mit
einem "Einbissrelief" für die Zahnflächen des Gegenkiefers. Sofern es
der Befund zulässt, werden A. im Unterkiefer eingegliedert, da
erfahrungsgemäß dies vom Patienten besser akzeptiert wird.
Als Ziel einer Schienentherapie sollte in der Mehrzahl der Fälle die
Einstellung einer neuen
Interkuspidationsposition (IKP,
Zentrik)
erfolgen. Diese Vorgabe wird durch die Oberfläche der A. beim
Zusammenbiss (Okklusion)
verwirklicht. Dadurch, dass so das gewohnte Okklusionsmuster
unterbrochen wird (Entkopplung der bisherigen Verzahnung), kann es zu
einer Entlastung von überbelasteten Zähnen, falschen Bissverhältnissen
und
parafunktionsbedingten Schäden kommen (
Reflexschiene). Der Wortbestandteil
"Schiene" ist in diesem Zusammenhang irreführend, da der Zweck der A.
keine Schienung im eigentlichen Sinne ist. Besser könnte es heißen: "therapeutische
Okklusions-Führungs-Platte".
Im Prinzip gibt es drei versch. Angriffspunkte bei der Schienentherapie
mittels Aufbiss:
adjustierte Schiene ("Stabilisierungsschiene") in RKP
mit Eckzahnführung; ca. 80% aller Schienen funktionieren derart
Distraktionsschiene bei einem komprimierten
Kiefergelenk um einen entsprechenden Abstand zu schaffen
Repositionierungsschiene, meist im Unterkiefer eingegliedert, um
ein Kiefergelenk aus einer anterioren Position
langsam in die
Zentrik
zu verlagern.
Besondere Formen oder Unterarten der A. sind:
Hawley-Aufbissbehelf
Interzeptor
Michigan-Schiene
Miniplast-Schiene (s. Abb.)
Resilienzschiene: Die Aufbiss-Oberfläche ist aus weichbleibendem
Kunststoff
Shore-Platte: Im Mund ausgeformtes Okklusionsrelief während der
Polymerisation des aufgetragenen Kunststoffs
Für eine
AufbissSchiene (Okklusionsschiene) nimmt der Zahnarzt einen Abdruck der
oberen und unteren Zahnreihe des Patienten und stellt ein
Modell sowie ein
Registrat her, um den Zusammenbiss der
Zahnreihen zu kennzeichnen. Das ist die Grundlage der Okklusionsschiene
für eine der Zahnreihen, die genau an die 2. Zahnreihe angepasst sein
muss. Die Schiene muss gut und fest sitzen (Retention) und darf sich
während des Gebrauchs nicht verändern, damit die Anpassung an die 2.
Zahnreihe (Okklusion)
erhalten bleibt. Es stehen Schienen entweder aus Kunststoffpulver und
-flüssigkeit her (Heiß- oder Kaltpolymerisation) oder aus erwärmter
Kunststofffolie (thermoplastisches Verfahren) zur Verfügung.
adjustiert,
Aufbiss,
Bisshebung,
Äquilibrierungsschiene,
CMD,
Bruxismus,
Fixierungsschiene,
Interzeptor,
Kieferrelationsrekonstruktion,
Knirschen,
Michigan-Schiene,
Miniplast-Schiene,
Myoarthropathien,
NTI-TSS,
Okklusion,
Pivotschiene,
Repositionierungsschiene,
Stabilisierungsschiene,
TMD

Miniplast-Schiene;
geringe kosmetische und funktionelle Beeinträchtigung
|
Aufbisstest
engl.: occlusal test; diagnostisches Verfahren bei Verdacht auf eine
Zahn-Infraktion:
man lässt den Pat. auf einen festen Gegenstand (Plastik. Watterollen, Holz,
Gummi) beißen und beobachtet etwaige Schmerzreaktionen.
Aufbisstupfer
engl.: bite or pressure sponge or swab; etwa
wallnussgroßer Gazetupfer, der nach einer Zahnentfernung auf die
Extraktionswunde
gelegt wird, und man anschließend den Patienten fest darauf für 30-60 Minuten
beißen lässt. Dieser schützt den lokalen Gerinnungsvorgang, die Ausbildung eines
stabilen Koagulum
und verhindert ein Eindringen von Speichel oder anderen Bestandteilen der
Mundhöhle.
Blutgerinnungsstörungen,
Drucktamponade,
Wundinfektion
Aufbrennen, engl.:
baking (on(to) metal);
Metallkeramik
Aufhellung
engl.: (trans)lucency, translucence;
Begriff aus der Röntgentechnik: Vom Namen her irreführend (stammt
noch aus einer Zeit, wo die Röntgenbefunde als positive Bilder
betrachtet wurden), ist dies auf einer
Röntgenaufnahme ein Gebiet, welches dunkler ("belichteter") als die
Umgebung erscheint.
Opazität,
Restschatten,
Röntgenfilm,
Verschattung |

|
Aufklappung
engl.: (mucoperiosteal flap) operation o. reflection;
Schlagwortbezeichnung für die kieferchirurgische Ablösung eines
Muko-Periostlappens von seiner knöchernen Unterlage. Vorbereitende
Maßnahme im Rahmen einer
Osteotomie |

|
Aufklärung
Aufklärungspflicht, engl.: patient education, patient
information; duty to inform patient; rechtliche und auch ethische
ärztliche Verpflichtung vor Beginn einer Behandlung
("prätherapeutische Aufklärung").
Unterteilung in:
Selbstbestimmungsaufklärung - Eingriffsaufklärung: A. über
den vorgesehenen Eingriff mit den Vor- und Nachteilen bzw. Alternativen (sog.
"Eingriffsaufklärung"). Der Pat. entscheidet dann für sich, ob er diesen
Eingriff durchführen lassen will oder nicht.
An die Eingriffsaufklärung werden besonders bei kosmetischen Behandlungen
(z.B. Bleaching)
strenge Maßstäbe gesetzt nach dem Merksatz: "Über das "Für" und "Wider" ist
schonungslos (vorbehaltlos, mit all den damit verbundenen Nachteilen) sowie über
die entstehenden Kosten (wirtschaftliche Aufklärung) ausführlich aufzuklären"
Diagnoseaufklärung: verständliche A. über die vom Arzt gestellte
Diagnose und
der sich daraus ergebenden (Behandlungs-)Konsequenzen. Vorsicht bei unsicheren
oder infausten
Diagnosen.
Verlaufsaufklärung: A. über Art, Umfang und Durchführung des
beabsichtigten Eingriffs mit Komplikationen ("Risikoaufklärung") und
Erfolgsaussichten; auf Folgen, die eintreten können, wenn der Eingriff nicht
durchgeführt wird
Wirtschaftliche Aufklärung (s.u.)
Sicherungsaufklärung - (post)therapeutische Aufklärung:
Hinweise auf entsprechendes Verhalten zur Unterstützung des Heilungsprozesses
(z.B. richtige
Mundpflege); eingeschränkte Verkehrsfähigkeit bei Einnahme bestimmter
Medikamente.
telefonische Aufklärung: diese sieht der BGH (BGH, Urt. vom 15. Juni 2010
– VI ZR 204/09) unter gewissen Voraussetzungen für zulässig: so muss z.B. vorher
diesem Weg von Seiten des Pat. zugestimmt worden sein und es muss sich um einen
"einfachen Eingriff" handeln. Wegen der "schwammigen" Formulierung bleibt größte
Vorsicht bei einer ausschl. telef. Aufklärung bestehen .
der deutschen Sprache nicht mächtige Patienten:
Alles verstanden? Zur Aufklärung bei Verständigungsproblemen
Ohne entsprechende A. kommt kein rechtsverbindlicher
Behandlungsvertrag (
Dienstvertrag) zu Stande - Juristen sehen den Tatbestand der
Körperverletzung erfüllt; ausgenommen davon sind dringende
Notfälle. Obwohl
juristisch vom Umfang und Grad nur schwammig formuliert, werden strenge
Maßstäbe an eine A. gelegt. So muss vom Zahnarzt "im Großen und Ganzen"
über die wesentlichen Teile der vorgesehenen Behandlung informiert werden und
über typische Risiken (lässt sich häufig nicht definieren, da Medizin keine
Naturwissenschaft ist) aufgeklärt werden, ohne dabei zu "dramatisieren". Weiter
wird gesagt, dass das Maß der Genauigkeit, mit der aufgeklärt werden muss, im
umgekehrten Verhältnis zu dem Maß der Dringlichkeit steht, mit der eine
Behandlung indiziert ist. Dies gilt besonders für Eingriffe, die in den
kosmetisch/ästhetischen Bereich fallen.
Über den Zeitpunkt der A. gibt es keine verbindlichen Vorgaben.
Juristen fordern, dass diese rechtzeitig zu erfolgen habe, damit der Patient
Gelegenheit habe, für sich selbst in Ruhe die Vor- und Nachteile des geplanten
Eingriffs abzuwägen. Bei normalen zahnärztlichen Eingriffen dürfte die A.
am Tage des Eingriffs grundsätzlich ausreichend sein. Bei größeren,
risikobehafteten Eingriffen sollte diese Zeit verlängert werden ("in Ruhe
darüber schlafen").
Bei Minderjährigen ist die Einwilligung zum Eingriff im Regelfall - dies
besonders dann, wenn kein
Notfall
vorliegt - von den Eltern oder deren Beauftragten einzuholen (
Geschäftsfähigkeit). Jugendliche haben ab einem gewissen Alter, je nach
Reife und Verständigungsgrad, eine eigene Befugnis zur Einwilligung, dann
nämlich, wenn sie "hinreichend gereift" sind, um die Bedeutung und Tragweite des
Eingriffes und seiner Gestattung selbst ermessen zu können. In jedem Fall sind
auch Kinder und Jugendliche in groben Zügen über den vorgesehen Eingriff und
dessen Verlauf zu informieren.
Bei jungen Patienten lauern juristische Fallstricke
Reine Formularaufklärungen - ohne ausführliches ärztliches Gespräch -
sind juristisch wertlos; allerdings wird andererseits auch dem Patienten
abverlangt, dass er seine Nachfragepflicht ausgeübt hat. Der
Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein persönliches Arzt-Patienten-Gespräch
zur A. nicht durch Merkblätter ersetzt werden kann (Urteil vom 15.02.2000
- Az.: VI ZR 48/99).
Eine weitere Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH; 15.2.2000; Az.: VI ZR
48/99) besagt: Verwirklicht sich ein Risiko, über das der Patient aufgeklärt
worden ist, spielt es regelmäßig keine Rolle, ob daneben auch andere Risiken,
die nicht eingetreten sind, der A. bedürften. Verwirklicht sich hingegen
ein zweites aufklärungspflichtiges Risiko, über das der Patient nicht aufgeklärt
worden ist, haftet der Arzt für beide Risiken, also auch für das Risiko, über
das er aufgeklärt hat.
Weiter gelten seit 1. August 2002 verschärften Regeln für die
Haftung des Zahnarztes bei
Schmerzensgeldansprüchen. Bis dahin wurde in „deliktische Haftung“, „verschuldensabhängige
Gefährdungshaftung“ und „Vertragshaftung“ unterschieden.
Schmerzensgeld wurde meist nur im Rahmen der „deliktischen Haftung“
ausgesprochen. Der Zahnarzt musste schuldhaft - das heißt fahrlässig oder
vorsätzlich – einen Behandlungsfehler begangen haben, der zu einem Schaden beim
Patienten geführt hat. Bei der „verschuldensunabhängigen
Gefährdungshaftung“ kommt es jetzt nicht darauf an, ob ein Verschulden des
Zahnarztes vorliegt oder nicht. Der zusätzlichen „Vertragshaftung“ liegen
Sorgfaltspflichten zugrunde, die sich aus dem Behandlungsvertrag ergeben. Auch
hier gab es bisher in der Regel keinen gesetzlichen Anspruch auf Schmerzensgeld.
Das hat sich seit 2002 ebenfalls geändert.
Zur wirtschaftlichen Aufklärung erklärt das OLG Köln (5 U 144/04):
"Die Pflicht zu wirtschaftlicher Aufklärung umfasst nicht die Aufgabe, anstelle
des Patienten zu klären, ob und in welchem Umfang der Versicherer eintritt und
demnach Kosten beim Patienten verbleiben. Der Arzt bzw. Zahnarzt ist nicht
verpflichtet, von sich aus Details des Versicherungsschutzes eines Patienten zu
erfragen. Es ist auch nicht grundsätzlich Pflicht des Arztes abzuwarten, bis die
Frage der Kosten zwischen Patient und Versicherer geklärt ist. Aufklären muss
der Arzt bzw. Zahnarzt nur über die anfallenden Kosten, hier durch Erstellen
eines Heil- und Kostenplanes... . Wenn zu befürchten ist, dass der Patient
selbst Kosten zu tragen hat (was bei Implantatbehandlung regelmäßig der Fall
sein dürfte), besteht ferner eine entsprechende Hinweispflicht des Arztes
jedenfalls dann, wenn Fehlvorstellungen des Patienten erkennbar sind. Insgesamt
beurteilt sich die Pflicht zu wirtschaftlicher Aufklärung nach den
Einzelfallumständen (so zuletzt Senat im Urteil vom 17.11.2004 - 5 U 44/04).
Allerdings verhält sich ein Arzt/Zahnarzt fehlerhaft, wenn er quasi "ins Blaue
hinein" Auskünfte zur Frage der Erstattungsfähigkeit von bestimmten Kosten
abgibt, ohne dass dies auf einer sorgfältigen Abklärung der individuellen
Situation des Patienten beruht. Der Arzt/Zahnarzt ist aus Sicht des Patienten
auch in versicherungstechnischen Dingen (in Grenzen) Fachmann. Er wird häufig
recht gut einschätzen können, ob bestimmte Kosten von einer privaten
Versicherung getragen werden oder nicht, und zwar möglicherweise besser als der
Patient selbst, der bestimmte kostenträchtige Behandlungen nur einmal im Leben
vornehmen wird. Gibt ein Arzt/Zahnarzt eine persönliche Einschätzung zur
Kostenerstattung ab, stellt er sie gar als gesicherte Erfahrung oder Erkenntnis
hin, muss er damit rechnen, dass der Patient sich auf ihn verlässt. Eine
Auskunft muss daher entweder richtig sein oder unterbleiben..."
Nicht nur bei
gesetzlich versicherten Patienten ist auch über die Behandlungsmethoden
(Behandlungsalternativen mit vergleichbaren
Erfolgsaussichten aber unterschiedlichen Risiken) aufzuklären, welche
nicht zum Leistungskatalog der Krankenkasse gehören (Alternativaufklärung).
Erfolgt dies nicht, liegt keine gültige Einwilligung der
Patienten in einen medizinischen Eingriff vor. Damit kommt grundsätzlich die
Haftung der
Ärzte für den Eingriff und seine Folgen in Betracht.
Richter stellen hohe Ansprüche an die A. . So kann die Verwendung einer
nickelhaltigen Brücke dann ein ärztlicher Kunstfehler sein, wenn der
Verdacht einer
Nickelallergie vom Zahnarzt nicht abgeklärt wird (OLG Bremen, 2001, Az: 3 U
28/00). Der Zahnarzt sollte bei der Versorgung dem Patienten mit Zahnersatz den
sichersten Weg wählen und eine nickelfreie Brücke anraten, die der Patient unter
Umständen selbst zahlen muss. Der Patient kann dann immer noch ablehnen, aber
ansonsten verletzt der Zahnarzt seine therapeutischen Aufklärungspflichten.
Die gerichtliche Unsicherheit bei der A. schlägt sich auch im
nachfolgenden Urteil wieder: Ein Schuldspruch des Oberlandesgerichts Koblenz
besagt, dass Zahnärzte ihre Patienten auch über äußerst seltene
Behandlungsrisiken aufklären müssen, wenn auf Dauer erhebliche gesundheitliche
Beeinträchtigungen drohen. Der Patient wollte sich den Angaben zufolge in einem
Backenzahn eine Füllung erneuern lassen. Der behandelnde Zahnarzt gab ihm eine
Spritze, ohne den Patienten zuvor darüber aufzuklären, dass dadurch das geringe
Risiko einer
taub bleibenden Zunge bestehe. Im Fall des Klägers trat genau dies ein. Zu
seiner Rechtfertigung gab der Zahnarzt später an, er habe auf die Aufklärung
verzichtet, da dieses Risiko äußerst selten sei. Dem Oberlandesgericht genügte
diese Entschuldigung nicht. Rechtlich betrachtet sei wegen der unterbliebenen
Aufklärung die Einwilligung des Patienten in die Behandlung unwirksam, so das
Oberlandesgericht Koblenz. Dies habe zur Folge, dass die gesamte Behandlung
rechtswidrig sei und der Zahnarzt daher außer dem
Schadenersatz auch zur Zahlung von Schmerzensgeld verpflichtet sei, heißt es
zur Begründung. Oberlandesgerichts Koblenz, Aktenzeichen: 5 U 41/03.
In einem Urteil mit
Leitliniencharakter entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass eine
"Verletzung der Pflicht des behandelnden Arztes zur therapeutischen Aufklärung (Sicherungsaufklärung),
die als grober Behandlungsfehler zu werten ist, regelmäßig zu einer Umkehr der
objektiven Beweislast führt" (Az.: VI ZR 328/03, Urteil vom 16.11.2004). Im
vorliegenden Fall hatte ein Patient den Bereitschaftsdienst einer Augenärztin
aufgesucht. Die durchgeführten Untersuchungen führten zu der Diagnose, dass eine
beginnende Glaskörper-Abhebung vorlag, was mit einem "vergleichsweise geringen
Risiko einer Netzhautablösung" (Gerichtssachverständiger) verbunden ist. Eine
Aufklärung über die Diagnose und über die Notwendigkeit von Nachuntersuchungen
erfolgte nicht. Genau diese Netzhautablösung trat aber bei dem Kläger ein,
obwohl sich die Symptomatik in der Zeit nach der Untersuchung im Notdienst weder
ausgeweitet noch verschlimmert hatte. Strittig war nun die Frage, ob dem
Patienten
Schadensersatz und
Schmerzensgeld zusteht. Der VI. Zivilsenat des BGH verpflichtete die
Augenärztin, ihrem Notdienstpatienten alle "bisher und künftig entstehenden
materiellen und künftig entstehenden immateriellen Schäden zu ersetzen". Die
BGH-Richter werteten die fehlende therapeutische Aufklärung darüber, dass
der Patient bei fortschreitenden Symptomen sofort hätte einen Augenarzt
konsultieren müssen, als "groben
Behandlungsfehler". Dies wiederum führe automatisch zur Umkehr der
Beweislast. Unerheblich sei dabei die Frage, ob das rechtzeitige Aufsuchen eines
Facharztes überhaupt die aufgetretene Netzhautablösung hätte verhindern können.
Ästhetische (kosmetische)
Zahnmedizin,
Behandlung,
Behandlungsfehler,
Beratung,
Beweislast,
Dokumentation,
Haftung,
Körperverletzung,
Leitungsanästhesie,
Patientenrechtegesetz (PatRG),
Therapiefreiheit
Checkliste „Aufklärungsgespräch mit Formularen“
Alles verstanden? Zur Aufklärung bei Verständigungsproblemen
Bei jungen Patienten lauern juristische Fallstricke
Auflage
Kauflächenauflage, Okklusalauflage,
engl.: occlusal rest; zur Abstützung eines Zahnersatzes ("abgestützte
Prothese") gebrauchter Teil einer
Klammer, welcher der
Kaufläche aufliegt. So ist eine direkte Kraftübertragung auf das
Parodontium möglich, und die
Teilprothese wird vor einem Absinken bewahrt. Befinden sich an der
Klammer auch noch
Halteelemente (Klammerarme), so spricht man von einer
Auflageklammer. Um durch eine A. keine Störung in der
Okklusion
zu bewirken, ist meist das
Präparieren einer Auflagemulde erforderlich.
Abstützelemente,
Abstützung,
Klammer,
Prothese-abgestützte,
Stützelement,

Stützfeld

Stützlinie |
 |
Auflageachse;
Stützfeld
Auflagerungsosteoplastik; engl.: onlay block grafting
Einlagerungsosteoplastik
Aufsichtsbehörde engl.: regulatory
body / authority;
Körperschaft
aufsteigender Ast
aufsteigender Unterkieferast, Ramus
mandibulae; Schlagwortbezeichnung für den hinteren, zur Schädelbasis
hin "aufsteigenden" Teil des
Unterkiefers; er beginnt am
Kieferwinkel und endet mit dem Muskel-
und Gelenkfortsatz (Processus coronoideus u. Processus condylaris.
Mandibula |

|
Aufstellung , Zahnaufstellung; engl.:
arrangement (of prosthetic teeth),
Set-up;
Jargonbezeichnung für eine
Wachsaufstellung
Aufwachstechnik
"Aufwachsen", korrekt: sequentielle
Aufwachstechnik zur Rehabilitation von
Kauflächen, engl.: waxing-up technique; Beschreibung für den
labormäßigen, systematischen
Wiederaufbau der Kaufläche von präparierten Zähnen (Rekonstruktion)
durch Inlays, Kronen o. Brückenzwischenglieder. Ziel ist die
Wiederherstellung einer funktionell-anatomischen Zahnkronenform. Dabei
baut die A. einzelne Teile der
Kaufläche auf dem
Modell in einem teil- oder
volljustierbaren
Artikulator durch Auftropfen von Wachs
nach funktionalen Vorgaben in einer festgelegten Reihenfolge auf: Erst
die zentralen Höckeranteile bis zur Höckerspitze (Höckerkegel), danach
die Höckerabhänge und Randleisten mit ihren
Okklusionskontakten.
ABC-Kontakte,
diagnostisches Aufwachsen,
Fischer-Winkel,
okklusaler Kompass,
Metakonus,
PKT-Instrument,
Rekonstruktion,
Tripodisierung
|

"aufgewachste" Kauflächen im zahntechnischen
Labor
|
Aufzeichnungspflicht, engl.: record
keeping duty;
Dokumentation
Augenzahn
engl.: eye tooth; volkstümliche Bezeichnung für den oberen Eckzahn, da die Länge
der Wurzel zuweilen bis dicht unter den Augenboden reichen kann. Ein sonstiger
Bezug zum Auge besteht wissenschaftlich gesehen nicht.
Eckzahn
Augmentation
Augmentationsplastik, Auflagerungsplastik, Knochenaufbau,
engl.: do.; plastisch-operative Vergrößerung eines Körperorgans, z.B. des
Kieferknochens (= Knochenaugmentation); in der
ZHK gebräuchlich für die Schaffung neuer oder die Wiederherstellung verloren
gegangener Knochensubstanz. Einsatz im Rahmen von
prothetischen oder
implantologischen Maßnahmen. Versch. Verfahren sind bei
Augmentationsplastiken gebräuchlich:
- Aufbau/Auflagerung von Knochen
Knochenersatzmaterial oder eigener Knochen in Form eines sog.
Blocktransplantats (z.B. aus dem Beckenkamm; s.u.
Knochenersatzmaterialien,
Knochenspan) wird dem Kieferknochen aufgelagert (
Einlagerungsosteoplastik). Bei der früher häufig angewandten Methode hat
sich jedoch gezeigt, dass der vertikale Knochenaufbau auf Dauer wenig
erfolgreich ist, da es bei dem aufgelagerten Knochen infolge der schlechten
Durchblutung zu Abbauvorgängen (Resorptionen) kommt. Deshalb werden andere
Methoden z.T. mit besserem Erfolg eingesetzt bzw. erforscht:
- Bone-Spreading-Technik (Sandwich-Osteoplastik)
Der Kieferknochen wird z.T. gespalten und das Ersatzmaterial zwischen die
Spalt-Knochenteile gebracht. Diese Technik wird bevorzugt angewandt bei der
Einpflanzung von Implantaten, wenn nur ein schmaler Kieferkamm vorhanden ist
(Alveolarkamm-Verbreiterung)
-
Disktraktionsverfahren (Distraktionsosteogenese)
Während eines längeren Zeitraums (Wochen bis Monate) werden - nach chirurg.
Trennung - die beiden entstanden Knochenstücke (Knochensegmente) mittels
Schraubapparatur unter Spannung langsam und kontinuierlich voneinander
"wegbewegt". So wird im Unterkiefer ein Wert von 1 mm/Tag angegeben. Der
sich im Spalt befindliche
Kallus verknöchert mit der Zeit - neuer Knochen ist entstanden.
- Einlagerung von Knochen/Knochenersatzmaterialien
Das Aufbaumaterial wird in eine Körperhöhle eingelagert wie z.B.
Zystenfüllung, Knochenhöhle, Extraktionswunde (
socket preservation) oder Zahnfleischtasche.
- Eine Sonderform stellt die Einlagerung von Aufbaumaterial unter den
Boden der Kieferhöhle dar
Einlagerungsosteoplastik,
Sinuslift.
Andere Einteilungen unterscheiden in:
Einlagerungsosteoplastik in einen Hohlraum (Alveole,
Sinus)
Interpositionsosteoplastik in einen Zwischenraum
Anlagerungsosteoplastik = horizontale Augmentation
Auflagerungsosteoplastik = vertikale Augmentation

Kieferkammdefekte werden wie folgt klassifiziert (s.a.
Alveolarkammatrophie):
Wird körpereigener (autologer) Knochen bei
einer A. benötigt, so entfernt man diesen heute wegen des Umfangs des
Eingriffs nur noch selten aus dem Beckenkamm, sondern versucht eine Gewinnung
aus der Kinn- oder Weisheitszahnregion.
Alveolarkammplastik,
Antibiotikaprophylaxe,
CCARD,
Distraktionsosteotomie,
Genioplastik,
Knochenersatzmaterialien,
Osteoplastik,
Periimplantitis,
präprothetische Chirurgie,
Prothesenunfähigkeit,
PRP,
Sinuslift,
Tissue Engineering
aktueller Preisvergleich dentaler Knochenersatzmaterialien in Abhängigkeit von
einem definierten Volumen(Stand 2012)
Bone Splitting und Bone Spreading als minimalinvasives Verfahren.
Aurikulo-Temporal-Punkt
Aurikulotemporalpunkt, engl.: auriculotemporal point; vor dem Ohr,
in der Höhe des Jochbogens gelegener Druckpunkt, welcher bei Reizungen des
Trigeminusnervs schmerzt.
Trigeminusnerv
Ausarbeiten
engl.: working up; in der
ZHK
Schlagwortbezeichnung für das finale, gröbere Bearbeiten eines zahntechnischen
Werkstückes bis zu dem Zustand, wo es
poliert werden
kann ("Ausarbeiten" und "Polieren") oder für die endgültige Formgebung einer
Zahnfüllung
Ausbetten, Ausküvettieren, engl.:
deflasking;
Einbetten
Ausbildung , engl.:
training, education; Erwerb der für einen Beruf erforderlichen
theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten.
Approbation,
Fortbildung, Fortgebildete
Zahnmedizinische Fachangestellte mit Qualitätsbezeichnung,
postgraduale Qualifizierung (Master of ...),
Tätigkeitsschwerpunkt,
Weiterbildung
Ausblocken
unter sich gehender Stellen, Auswachsen, engl.: block
out, wax out; in der
ZHK
und
Zahntechnik Schlagwortbezeichnung für das Auffüllen von Bezirken
oder Defekten, die nicht direkt einsehbar oder zugänglich sind (unter
sich gehende Stellen) mittels Wachs, Zementen oder knetbarer Massen;
in der Regel zur Parallelisierung bzw. konischen Gestaltung einer
Präparation vor
Abdrucknahme oder eines Werkstückes ("Arbeitsmodell ausblocken"). |

|
Ausfallhonorar, engl.: loss fee;
Termin, nicht eingehaltener
ausgelagerte
Praxisräume
engl.: paged out consulting rooms (?); durch das
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz neun in die
Zulassungsverordnung (§ 24, 5 Zahnärzte-ZV) aufgenommener Begriff:
Werden spezielle Untersuchungs- und Behandlungsleistungen an weiteren Orten in
räumlicher Nähe zum
Vertragszahnarztsitz erbracht, ist dies der KZV unverzüglich anzuzeigen. Der
Gesetzgeber geht davon aus, dass in ausgelagerten Praxisräumen keine
Sprechstunden abgehalten werden dürfen, woraus folgt, dass der Erstkontakt mit
dem Patienten am Vertragszahnarztsitz stattfinden muss.
Ausgießen
engl.: mold, mould; in der
ZHK und
Zahntechnik
Schlagwortbezeichnung für das (blasenfreie) Auffüllen eines
Abdrucks mit
einem festen Material, in der Regel mit einem
Gips oder
Kunststoff
Ausgleichselement, engl.: balancing or compensating element;
Schubverteilungsarm,
Torsionsbügel
Ausgleichsextraktion
engl.: balancing or compensating extraction; Entfernung von
bleibenden Zähnen im Gegenkiefer als "Ausgleich" für das Fehlen einzelner Zähne,
in der Regel durch Nichtanlage bedingt.
Wird im gleichen Kiefer ein "Ausgleich" durchgeführt, so spricht man von einer
symmetrischen Extraktion.
Extraktionstherapie,
Reihenextraktion
Ausgleichszeit
engl.: balancing period, compensation time; Zeitspanne vom
Erreichen der Arbeitstemperatur inm Innenraum eines
Autoklaven oder
Heißluftsterilisators außerhalb des Sterilisiergutes bis zum Erreichen der
Sterilisiertemperatur an allen Stellen im Sterilisiergut. Die Ausgleichszeit ist
abhängig von der gewählten Verpackung für das Sterilisiergut und der Art der
Sterilisation (Dampf, Luft).
Hygiene,
Sterilisation
Aushärten;
Vergüten
Auskultation
Abhorchen, engl.: auscultation; Abhörung von Körpergeräuschen mit
dem Ohr oder einem Stethoskop. Auskultiert werden die physiologisch im Körper
entstehenden Geräusche (Herz, Lunge, Darm, Magen,
Kiefergelenk), um krankhafte Veränderungen oder einen Ausfall der Geräusche
zu ermitteln. In der
ZHK besonders zur Überprüfung des Kiefergelenks und zur (groben)
Feststellung von
Frühkontakten angewandt.
Diagnose,
Funktionsanalyse, klinische,
Inspektion,
Untersuchung
Ausleitungstherapie nach Daunderer,
"Amalgam-/Quecksilberausleitung";
Mobilisationstest
Auslenkung
engl.: (tooth) deflection; nicht lineare
Zahnbewegung beim beim Einwirken einer definierten Kraft in eine der Kraft
entgegengesetzte Richtung. Die A. gibt den
Lockerungsgrad eines Zahnes an und kann (ungenau) manuell bestimmt oder mit
speziellen Geräten gemessen werden (Periodontometrie).
Bedingt durch eine andere Verankerung im Knochen als ein natürlicher Zahn (
Sharpey
Fasern) ist das Auslenkungsverhalten bei Implantaten (sog.
Implantatkinematik) geringer und linear.
Deflexion,
Periodontometrie,
Resonanzfrequenzanalyse,
Zahnbeweglichkeit
Außenbogen,
Headgear
Außenstand, engl.: lateral position
(displacement);
Innenstand
Außenteleskop,
engl.: telescopic crown;
Teleskopkrone
Außenventil , engl.: external valve;
Anlagerung der
Mundschleimhaut an eine Prothese;
Innenventil,
Umschlagsfalte,
Ventilrand
australischer Draht, engl.:
Australian wire; kieferorthopädischer Edelstahldraht in versch. Stärken mit
einer sehr guten "Steifheit";
Multibandtechnik
Auszubildende
Zahnmedizinische Fachhelferin, AZUBI, engl.: trainee;
staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit einer in der Regel dreijährigen
Ausbildungszeit; in D im sog. "Dualen System" mit Pflichtbesuch einer
Gewerbeschule und dem Führen eines Berichtsheftes; Zwischen- und
Abschlussprüfung durch die zuständige
Zahnärztekammer.
Aut-Idem-Regelung
lat. "oder das Gleiche"; Begriff aus der
gesetzlichen Krankenversicherung um die Ausgaben für Arzneimittel
(Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz (AABG), "Arzneimittelsparpaket").
Danach können Ärzte nicht mehr bestimmte Präparate (Handelsnamen), sondern nur
noch Wirkstoffe verschreiben; die Auswahl des jeweiligen Präparates bleibt dann
dem Apotheker unter finanziellen Aspekten vorbehalten. Die Präparate müssen
identisch sein, was den Wirkstoff, was die Wirkstärke, was die Darreichungsform
und was die Packungsgröße angeht. Als preisgünstig gilt ein Arzneimittel, dessen
Preis im unteren Drittel der Spanne zwischen dem Durchschnitt der drei
niedrigsten Preise und dem Durchschnitt der drei höchsten Preise liegt.
Apothekenspanne
Autoimmunerkrankungen
auch Autoagressionserkrankungen, engl.: autoimmune disease;
Angriff des
Immunsystems auf körpereigene Stoffe/Zellen (sog. Autoagression durch
autoreaktive Zellen wie z.B. B- und T-Zellen); das Immunsystem kann dabei
"Eigen" von "Fremd" nicht mehr unterscheiden und so unter Umständen schwere
Selbstzerstörungsprozesse verursachen. Als Ursache der fehlgerichteten
Immunreaktion werden entsprechende genetische Anlagen in Kombination mit
Umweltfaktoren vermutet. Verantwortlich für den Angriff sind dann in erster
Linie für die Immunabwehr wichtige Abwehrfaktoren, die T-Zellen. Im gesunden
Körper werden sie, wenn sie auf körpereigene Strukturen reagieren, in der
Thymusdrüse vernichtet. Weiter findet im gesunden Körper in den Lymphknoten und
der Milz beständig eine Art Qualitätskontrolle statt, die sicherstellt, dass
keine Abwehrreaktion gegen körpereigene Strukturen entsteht.
Man unterscheidet organspezifische A., bei denen nur die Zellen des
betreffenden Körperteils angegriffen werden (z.B.
Zahnhalteapparat, Bauchspeicheldrüse, Nebenniere, Niere, Schilddrüse)
von denen den gesamten Organismus befallenden A. - bekanntester
Formenkreis sind hier viele rheumatische Erkrankungen.
Allergie,
Immunsystem,
Lichen ruber planus,
Pemphigus,
Sialadenitis
Autoklav
Dampfsterilisator, engl.: do. or sterilizer; druckfester,
heizbarer Behälter; der Inhalt (Instrumente, Operationsmaterialien) wird durch
Erhitzung unter Druck von destilliertem Wasser auf eine Temperatur zwischen 120°
und 140° C gebracht (= gespannter Wasserdampf mit 1 oder 2,2 bar), z.B. 15
Minuten lang bei 121° C. Dadurch werden alle medizinisch relevanten
Keime abgetötet (
Sterilisation) und eine Keimfreiheit (auch von sehr resistenten Sporen) der
darin enthaltenen Instrumente bewirkt. Um einer Luftkontamination vorzubeugen,
werden die Instrumente in der Regel vor dem Sterilisationsvorgang in eine luftdichte
Sterilisationsfolie (Papier-Plastik-Kombination) eingeschweißt ("eingesiegelt")
und darin bis zum Gebrauch aufbewahrt. A. sind nach dem
Medizinproduktegesetz "medizinische Vorrichtungen" der Klasse 2a.
Ausgleichszeit,
Heißluftsterilisation,
Hygiene,
Kaltsterilisation,
Sterilisation,
Sterilität,
Strahlensterilisation
19 verschiedene Autoklaven im Vergleich (2010)
MELAG - Mustervalidierung
Automaton ™
Watterollenhalter, mechanisches Gerät zum automatischen Halten der zum
relativen
Trockenlegen gebrauchten
Watterollen
im Unterkiefer und zum Abhalten der Zunge; im Rahmen der "Vier-Hand-Technik"
nur noch wenig gebräuchlich.
Automatrix
™ , halterloses
Matrizensystem,
welches mit einem Spezialinstrument am Zahnbefestigt wird;
Autonosoden;
dent-Nosode
Autoplastik
engl.: autoplasty; Ersetzen von fehlendem Gewebe (z.B. Kieferknochen,
Zahnfleisch) durch Entnahme ähnlichen Gewebes von einer anderen Körperstelle bei
der selben Person.
Autotransplantation,
Knochenersatzmaterialien
Autotransplantation
Autotransplantat, engl.: do., autoplastic graft; Verpflanzung von
körpereigenem Gewebe. In der
ZHK im Gegensatz zur
Autoplastik
gebraucht für das Verpflanzen eigener Zähne an die gleiche Stelle (sehr selten,
z.B. nach einer
Wurzelkanalbehandlung außerhalb des Mundes) oder an eine andere Stelle.
Typisches Beispiel ist der nicht erhaltungswürdige
Sechs-Jahr-Molar, welcher entfernt und an seine Stelle ein intakter
Weisheitszahn gesetzt wird. Da keine
Revaskularisation der
Pulpa
zu erwarten ist, muss im Anschluss an die Transplantation eine
Wurzelkanalbehandlung erfolgen. Andere Methoden führen diese Behandlung vor
dem Wiedereinsetzen außerhalb des Mundes durch.
In der Literatur wird die durchschnittliche 4-Jahres-Überlebensrate mit 81,4%
angegeben. Ausschlaggebend für den Erfolg ist neben der Art der transplantierten
Zähne (Prämolaren
erweisen sich günstiger als
Molaren) auch die
Wurzellänge zum Zeitpunkt der A. Diese Zahlen sprechen dafür, eine
A. als kostengünstige Alternative zu
prothetischer und
implantologischer Versorgung bei Verlust einzelner Zähne, insbesondere wenn
der Eingriff kurz nach Verlust eines Zahnes durchgeführt wird, in Erwägung zu
ziehen.
Ankylodontie,
Autoplastik,
Knochenersatzmaterialien,
Replantation,
Trans-Replantation,
Zahnkeimtransplantation
Autovakzine
Totimpfstoff, engl.: autovaccine; vom erkrankten Individuum selbst
hergestellter Impfstoff, welcher - aus der Infektionsquelle stammend (z.B. einem
Eiterherd) und entsprechend aufbereitet - wieder zur Bekämpfung der
Erkrankung eingeimpft wird: Der Erreger wird aus dem Infektionsherd entnommen,
angezüchtet und schonend abgetötet; der Totimpfstoff wird dem erkrankten
Patienten per Injektion wieder verabreicht.
Aus der westlichen Humanmedizin hat sich die Autovakzinierung fast vollständig
verabschiedet. Regelmäßig wird sie nur noch in osteuropäischen Ländern
praktiziert, überwiegend zur Behandlung von Infektionen mit dem Bakterium
Staphylococcus aureus, das u.a. schwere chronische Hautinfektionen
hervorrufen kann, etwa eine Furunkulose.
Individuelle Autovakzinen kommen dann zum Einsatz, wenn eine chronische
Infektion nicht beherrschbar ist. Das
Immunsystem wird gezielt gegen den auslösenden Erreger sensibilisiert, und
kann
bestehenden Infektionen, z. B. als Furunkel, Abszesse oder eitrige Pickel,
positiv beeinflussen bzw. weitere Infektionen verhindern. Der genaue Mechanismus
dieser Immunreaktion ist unbekannt.
Unter dem Eindruck einer zunehmenden
Antibiotikaresistenz wird ein verstärkter Einsatz - so wie in der
Tiermedizin schon häufiger praktiziert - weiter erforscht.
Kariesimpfung
avital,
ohne Leben, engl.: do.;
devital
Avulsion
vollständige Zahnluxation,
Eluxation , engl.: do.;
vollständige Herauslösung des Zahnes aus seinem Fach (Alveole),
wenn nicht zahnärztlich veranlasst (=
Extraktion), meist
unfallbedingt. Die A. führt
zu einer kompletten Durchtrennung der
Fasern des
Zahnhalteapparates und schließt eine
knöcherne Schädigung des Zahnfachs und ein Abriss des Zahnnervs
(Abriss des
Pulpastrangs) am
Apex ein.
Durch
Replantation des Zahnes kann
versucht werden, den weiteren Zahnerhalt im Gebiss zu ermöglichen.
Welche Langzeitprognosen dabei erzielt werden können, hängt von
verschiedenen Parametern ab: Bei zunehmender Schädigung der Wurzelhaut (
Desmodont) steigt die Wahrscheinlichkeit
für
Wurzelresorptionen, die gerade im
Zusammenspiel mit starker Keimbesiedlung mitunter innerhalb von wenigen
Monaten zur vollständigen Zerstörung der Wurzel und somit Verlust des
Zahnes führen können. Entscheidend für die Langfristigkeit des
Replantationserfolges ist eine hohe Überlebensrate
zementbildender Zellen auf der Wurzeloberfläche. Daher ist es
wichtig, ein Austrocknen des
parodontalen Apparates des avulsierten
Zahnes zu vermeiden. Als Transportmedien haben sich speziell
erstellte, in Apotheken erhältliche Flüssigkeiten (z.B. Dentosafe,
Lagerung über 24 h möglich) bewährt. Alternativ können auch in
absteigender Tauglichkeit: kalte H-Milch, physiologische NaCl-Lösung,
Speichel (obwohl stark mit Bakterien
behaftet) oder Leitungswasser (nur für kurze Zeit) verwendet werden.
Die Chancen für einen langfristigen Erfolg
steigen mit kurzer Verweildauer des Zahnes in einem geeignetem
Transportmedium, kurzer Schienungsphase und rechtzeitiger
Wurzelkanalbehandlung. Bei Zähnen mit
abgeschlossenem Wurzelwachstum liegt die Überlebensrate für fünf Jahre
bei 75%, für zehn Jahre bei 55%. Bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem
Wurzelwachstum liegen die Quoten rund 10% niedriger.
Bis zu 35% aller Kinder und Jugendlichen
erleiden in Europa ein traumatische Zahnverletzung im bleibenden Gebiss.
Allerdings kommt es dabei nur in einigen Fällen zur vollständigen
Herauslösung des Zahnes aus seiner
Alveole.
Intrusion,
Konkussion,
Replantation,
Titan-Trauma-Schiene (TTS),
traumatische Zahnverletzungen,
Wurzelresorption |

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axial, engl.: do.; in Richtung der
(anatomischen)
Zahnachse;
Zahnflächen
Axiographie,
Achsiographie,
Pantographie
Axonotmesis
engl.: do.; traumatische, in der Regel reversible Nervenquetschung mit
Degeneration
der Axone unter Beibehaltung der Kontinuität der Nervenhüllen. Führt zu lang
dauernden (über Wochen)
Leitfähigkeitsstörungen.
Nerv,
Nervenschädigung,
Neurotmesis
Ayurveda
zu den alternativen Behandlungsmethoden gehörende Therapie. Kernpunkt der A.-Lehre
sind die drei Urkräfte - auch "Doshas" genannt - Vata, Pitta und Kapha. Vata
steht für Aktivität, Pitta für Kontrolle und Kapha für stabile Strukturen. Für
die Gesundheit der Menschen ist der Lehre nach wichtig, diese Kräfte in der
Balance zu halten.
Wenn auch von der
Schulmedizin häufig angegriffen - keine Wirksamkeitsbelege, zuviel Esoterik
- so zeigen doch wissenschaftliche Untersuchungen (Naturheilkunde-Abteilung der
FU Berlin), dass sich die Dosha-Lehre durchaus mit Erklärungsansätzen der
modernen Psychosomatik verträgt. Man könne mit A., so die Berliner
Forscher, "zu sinnvollen Aussagen kommen", was die psychischen und körperlichen
Merkmale eines Menschen angeht.
alternative Behandlungsmethoden,
Schulmedizin
AZ, medizinische Kurzbezeichnung für
Allgemeinzustand (engl.: general condition (of health); GC)
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